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Nur ein Seitensprung

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09.06.2015
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Nur ein Seitensprung

Der Tag war heiß, unbarmherzig knallte die Sonne in meinen Garten. Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn und rückte den Sonnenhut zurecht. Behutsam pflückte ich die reifen Beeren und ließ sie in den bereits gut gefüllten Korb gleiten. Die Früchte dufteten verführerisch. Meine blau verschmierten Hände wischte ich an der Schürze ab.
Drüben, auf der anderen Seite der Hecke, lag mein Nachbar Hoppe in der Sonne und schlief. Er ruhte auf einer der beiden Sonnenliegen, ein Handtuch über dem Gesäß und schien nichts von der Gefahr zu ahnen, in der er sich befand. Es war Mittwochnachmittag. Zu dieser Zeit war Hoppes Frau im Tennisclub, fiel mir ein. Ob ich ihn wecken sollte?

Flink warf ich die Schürze ab und schlüpfte durch ein Loch in der Hecke. Auf nackten Füßen schlich ich über den gut gepflegten Rasen zu den Liegestühlen, die auch heute, wie jeden Tag, eng zusammen standen. Zaghaft stupste ich Herrn Hoppe mit dem Zeigefinger in den Rücken.
„Hallo Herr Hoppe!“, flüsterte ich nahe an seinem Ohr.
Der kräftige Mann bewegte sich. Er wachte auf und schaute mich verdutzt an.
„Entschuldigen Sie bitte, ich glaube Sie sind in der Sonne eingeschlafen.“
Mit einem Satz sprang er hoch. Das Handtuch fiel auf den Rasen. Herr Hoppe stand nackt vor mir.
„Oh!“, rief ich überrascht.
Herr Hoppe streckte mir die Hand entgegen. „Hallo Frau Sommer!“, sagte er unbekümmert. „Tatsächlich, beinahe wäre ich verbrannt.“ Hoppe lachte. Er hob das Handtuch auf und warf es sich über die Schulter. „Wollen Sie etwas mit mir trinken?“
„Danke, gerne“, antwortete ich etwas zu schnell, bemüht, meinen Blick nicht tiefer gleiten zu lassen.
Wie er zum Haus lief, sah ich seine muskulösen Hinterbacken. Er ist gut gebaut, dachte ich, auch wenn er nicht von allzu großer Statur war.

Langsam folgte ich ihm zur Terrasse, auf der ein Sonnenschirm Schatten spendete.
Hoppe kam mit einer Glaskanne in der Hand zurück. Er hatte sich Bermudas angezogen.
„Eistee“, sagte er und bot mir einen Sessel an, in dem ich versank.
Er hat schöne Augen, dachte ich.
„Sie haben wundervolle blaue Augen, Marietta“, sagte er charmant. Jetzt musste ich lachen und spürte, wie ich rot wurde. Er kannte meinen Vornamen?
„Warum lebt eine so schöne Frau wie sie alleine?“
„Mein Mann ist gestorben, wissen Sie das nicht?“
„Doch, doch, meine Frau hat es mir erzählt.“
„Ihre Frau ist Tennis spielen?“, fragte ich, bestrebt, meiner Stimme einen bedeutungslosen Ton zu verleihen.
„Lore ist mit der Tennisabteilung zu einem Tournier gefahren. Die kommen erst morgen Abend wieder zurück.“
Mein Herz fing zu hämmern an. Warum? Unruhig rutschte ich auf dem Polster hin und her.
„Wir sollten zusammen etwas essen, denke ich, was halten Sie davon?“ Hoppes Stimme klang harmlos. Trotzdem war ich plötzlich aufgeregt.
„Vielleicht? Ja!“, stotterte ich.

Mit dem Glas Eistee in der Hand rückte Hoppe näher. „Sag Rolf zu mir!“
„Ja, gerne“, flüsterte ich und nahm den Duft von Old Spice wahr, als er jetzt ganz nahe kam.
„Marietta, du bist süß“, raunte er in mein Ohr und hauchte mir einen Kuss auf die Wange.
Das Blut in meinem Körper pulsierte. Gefühle, von denen ich glaubte, sie wären schon lange gestorben, erwachten zu neuem Leben. Ich betrachtete das dunkle Haar auf Hoppes muskulöser Brust und spürte eine grenzenlose Lust in mir aufsteigen.
Die Träger meines Sonnentops rutschten wie von selbst von meiner Schulter, während Rolf meinen Hals mit Küssen bedeckte. Sanft streichelten seine Finger über meine Brüste. Unsere Lippen trafen sich zu immer längeren, intensiveren Küssen. Spielerisch umkreisten sich unsere Zungen, schickten kleine elektrische Stromstöße durch mein Rückgrat. Ich fühlte seine Hände auf meinem nackten Schenkel. Vorsichtig tastete er sich hinauf, seine Finger schlüpften in mein Höschen. Jetzt muss er merken, wie erregt ich bin, dachte ich und ließ ihn gewähren.
„Marietta, ich will dich, ich muss dich haben!“, flüsterte er mit heißerer Stimme.
„Ja! Ja!“, antwortete ich. Schon stand er auf und trug mich zu den Liegestühlen.
Als er in mich eindrang, schloss ich die Augen. Seine Stöße waren hart und leidenschaftlich. Ich presste mich ihm entgegen, kleine Flammen gieriger Erregung durchzuckten mich. Das Ziel unserer Reise erreichten wir gemeinsam. Freudig hielten wir uns umklammert, Rolf gab mir einen Kuss.
„Jetzt hab ich Hunger!“, rief er und half mir auf die Beine.


Der Sommer war lang, die Brombeeren reif und saftig. Jeden Tag stand ich an der Hecke und schaute heimlich hinüber in Nachbars Garten, in dem sich die Hoppes sonnten. Die Liegestühle standen noch immer eng nebeneinander, so eng, dass sich Rolfs und Lores Hände manchmal berührten. Ich schob mir die Beeren in den Mund, schmeckte die Süße und fühlte einen leisen, ziehenden Schmerz in der Brust.

 

Hallo Amelie,

deine Art zu schreiben gefällt mir, allerdings der Liebesakt in dieser nicht. Das ist mir zu schmalzig, sorry.

Gruß Karin

 

Danke dir, Karin, dass du meine Geschichte gelesen hast. Ist nicht schlimm, dass du den Liebesakt "schmalzig" gefunden hast. Dabei habe ich mich stark zurück gehalten.

Vielen lieben Dank nochmal und einen schönen Abend!
Amelie

 
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Hallo Amelie!

Ich habe mir gedacht, ein bisschen Erotik am Abend bei einem Glas Wein kann nicht schaden ;-)
Und auch wenn ich vermutlich als männlicher Mittzwanziger nicht unbedingt Deiner Zielgruppe angehöre, möchte ich doch einen Kommentar da lassen:

Mir hat Deine kurze sommerliche Erotik-Geschichte gefallen. Sprachlich fand ich das schön umgesetzt und ich hab sie gern gelesen.

Kurze Kritik:

auch wenn er nicht allzu groß von Statur war.
Hier fände ich persönlich "auch wenn er nicht von allzu großer Statur war." schöner.

Gefühle, von denen ich glaubte, sie wären schon lange gestorben, erwachten zu neuem Leben.
Hier habe ich kurz angehalten. Das Gefühl, von dem wir hier sprechen ist doch Lust/Verlagen? Ich habe die Dame von Beginn an eigentlich als eine Art femme fatale eingeschätzt, die, was solch ein Gefühl angeht, zeitnahe Erfahrungen gemacht hat ;-)

Zum Akt: Ich persönlich fand den Sex nicht zu schmalzig oder kitschig. Nur eine Formulierung hat mich dabei etwas gestört:

Mit langen, perfekt koordinierten Bewegungen
Für mich hat Sex wenig mit Perfektion zu tun - und das wäre meiner Meinung nach doch auch langweilig. Viel schöner ist es doch wild, unbeherrscht oder auch mal schüchtern und etwas unbeholfen ;-)

Vielleicht ist ja trotz meiner Ferne zur Zielgruppe eine Anregung dabei, die für Dich interessant ist.

Lieben Gruß,
der Fred

 
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Hallo Amelie,

ich mochte deine Geschichte, auch wenn ich Karin zustimmen muss, dass sie schon relativ harmlos wirkt und sich doch sehr an der Oberfläche bewegt.

Er ruhte auf einer der beiden Sonnenliegen, ein Handtuch über dem Gesäß und schien nichts von der Gefahr zu ahnen, in der er sich befand.

Ich habe hier erst beim zweiten Mal lesen geschnallt, dass du mit der Gefahr einen Sonnenbrand meintest. Hm, ich find den Ausdruck an dieser Stelle zu übertrieben. Klar, Sonne schadet der Haut, aber das ist ja jetzt keine unmittelbare Gefahr.

Ich finde, du könntest deinen Lesern einen tieferen Einblick in die Gedanken deiner Protagonistin gönnen. Ihr Mann ist verstorben, lässt sie sich da so einfach auf den Nachbarn ein? Ist sie schlussendlich eifersüchtig auf Hoppes Frau, weil sie sich selber in den Nachbarn verliebt hat oder eher auf beide, weil sie diese Zweisamkeit mit ihrem Mann nicht mehr haben kann? Auch wenn ich dafür bin, dass sich der Leser vieles selber zusammenreimen darf, fehlt mir hier doch ein bisschen die nähere Ausführung. Die zwei haben Sex, das ist für den Moment gut, aber über ihr Innenleben erfahren wir nichts.

Ich schob mir die Beeren in den Mund, schmeckte die Süße und einen leisen, ziehenden Schmerz in der Brust.

Sie schmeckte den Schmerz in der Brust?

So ganz will auch der Titel nicht in meinen Kopf. Der stammt wohl eher aus Hoppes Perspektive, oder nicht? Find ich persönlich ein bisschen verwirrend.

Nettes kurzes Stück, mit dem du dich aber für meinen Geschmack ruhig in die Tiefe wagen kannst.

Gruß,
rehla

 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo der Fred, ein Mann hat meine Geschichte gelesen und fand sie schön. Da freu ich mich aber!
Und bedanke mich auch gleich für den Korrekturvorschlag, der diesen Satz betrifft.

Mit langen, perfekt koordinierten Bewegungen

Ein unschön formulierter Satz, der mir selbst bereits aufgefallen war. Jetzt wird er in die Tonne gekloppt und schonungslos verbessert.

Meine Protagonistin ist eine durchaus anständige Frau, leider verwitwet. Der Satz ist mit Bedacht gewählt. Trotzdem: Danke!

Die Figur des Mannes wird ebenfalls verbessert, dein Vorschlag gefällt mir.

Herzlichen Dank!


Hallo rehla, Danke auch dir fürs Lesen und für deinen Kommentar! Ich denke nicht, dass ich in einer Kurzgeschichte in die Tiefe leuchten muss, zudem wird ein Text schnell zu lang und vertreibt die Leser.
In meiner Schreibschule durfte ein Text maximal 80 Zeilen lang sein. Man lernte vor allem das Streichen.

In der Sonne sollte man nicht einschlafen, man holt sich schnell einen Sonnenbrand. Und dass der gefährlich ist, wissen wir inzwischen doch alle.

Dass Karin meine Geschichte oberflächlich eingeschätzt hat, habe ich nicht gelesen. Sie fand die Sexszene schmalzig, das war schon alles an Kritik.

Der letzte Satz muss dringend eine Verbesserung erfahren, da gebe ich dir recht. .... und fühlte einen ziehenden Schmerz in der Brust.

Der Titel bezieht sich auf das belanglose Zusammentreffen des Nachbarn mit meiner Prot. Mehr als ein Seitensprung ist es ja nicht gewesen. Ausschließlich Sex, keine Liebe im Spiel.

Auch dir, rehla, danke ich für dein Interesse und vor allem für die Korrektur.

Ich wünsche Euch beiden eine gute Nacht!
Amelie

 

Ich habe deine Geschichte nicht oberflächlich eingeschätzt, da hast du meinen Kommentar falsch gedeutet. Mir fällt es noch schwer mich mit Kommentaren hier einzubringen, hoffe auf Verständnis.

Schönen Mittwoch

Karin

 

Hallo AmelieS,

wir hatten einen heißen Sommer und eine reiche Beerenernte! :D

Mir gefällt deine Geschichte. Leider habe ich wieder mal die Urfassung nicht gelesen, sehe es nur an den Kommentaren, dass da schon viel verbessert und geändert worden ist. Ja, rehla hat recht, der Titel würde eher darauf schließen lassen, dass deine Protagonistin ihren Nachbarn verführt, oder aber die Geschichte aus der Sicht des Nachbarn geschrieben ist. Aber egal. Ja, so schnell kann’s gehen, wenn die Hormone die Oberhand bekommen und die Gegenstelle auch auf Empfang geschaltet hat, um die beiden Pole, Mann und Frau, mal aus technischer Sicht zu betrachten.

Ich finde die Geschichte schön geschrieben und habe sie gerne gelesen.

Schönen Gruß
khnebel

 

Dass Karin meine Geschichte oberflächlich eingeschätzt hat, habe ich nicht gelesen. Sie fand die Sexszene schmalzig, das war schon alles an Kritik.

Ich habe deine Geschichte nicht oberflächlich eingeschätzt, da hast du meinen Kommentar falsch gedeutet.

Hallo Amelie und Karin,

ich schrieb:

ich mochte deine Geschichte, auch wenn ich Karin zustimmen muss, dass sie schon relativ harmlos wirkt und sich doch sehr an der Oberfläche bewegt.

Da muss ich mich entschuldigen, meine Aussage auf Karin sollte sich eigentlich nur auf den ersten Satzteil beziehen, also dass die Geschichte relativ harmlos wirkt (was ich mit schmalzig gleichsetze). Das mit der Oberfläche bezieht sich nur auf meinen persönlichen Geschmack. Habe ich leider vollkommen verwirrend formuliert. Also Karin, bitte frischfröhlich weiter kommentieren, du hast in diesem Fall überhaupt nichts falsch gemacht.

Sorry für die Verwirrung.

Schönen Tag,
rehla

 

Hallo Karin, rehla hat etwas missverstanden und ich habe es bereits richtig gestellt. :

Dass Karin meine Geschichte oberflächlich eingeschätzt hat, habe ich nicht gelesen. Sie fand die Sexszene schmalzig, das war schon alles an Kritik.

Also keine Sorge, alles ist in schönster Ordnung!

Hallo khnebel, ich freue mich, dass dir meine Geschichte gefällt und danke dir für deinen Kommentar!

Allzu viel habe ich am Text nicht verändert, nur die Sexszene, die derFred beanstandet hatte, habe ich etwas "romantischer" verändert.

Mit langen, perfekt koordinierten Bewegungen , das klingt sehr nüchtern und ich habe den ganzen Satz umgebaut. Jetzt passt es, denke ich.

Das andere waren Kleinigkeiten, du kannst es nachvollziehen.

Der Titel sollte passen, egal wer wen verführt. Er drückt aus, dass es sich hier nicht um eine Liebesromanze handelt, sondern um eine einmalige Angelegenheit, ausschließlich sexueller Natur.

Nochmals ein herzliches Dankeschön und liebe Grüße!
Amelie

 
Zuletzt bearbeitet:

Liebe maria, keine Kanten, keine Ecken und vor allem kein Konflikt. Ja so isses.:D Und ich danke dir herzlich für deinen liebenswerten Kommentar!

Könnte es nicht so gewesen sein, frage ich? So völlig unkompliziert? Du hast recht, ohne Konflikt im Gepäck sollte man keine Geschichten schreiben. Da fällt mir nun auch keine weitere Ausrede mehr ein, vielmehr werde ich mich bei meiner nächsten Geschichte auf einen Konflikt konzentrieren müssen.

Ich glaube, ich hab da was in meiner Schatzkiste. :)

Einen schönen Tag wünsche ich dir!
Amelie


Ich habe noch einmal nachgedacht, über einen Konflikt. Das dürfte doch nicht schwer sein. Der Mann ist verheiratet, die Frau verreist und wenn sie zurückkommt, findet sie den fremden Lippenstift im Badezimmer.

 

Hallo AmelieS,

die Geschichte ist locker-flockig geschrieben, dass du mit Sprache umgehen kannst, wissen wir ja schon. Aber auch mir fehlt hier was. Das ist so banal und auch langweilig, da berührt mich nichts. Frau rettet Nachbarn vor der Gefahr eines Sonnenbrands, stellt fest, dass er einen Knackarsch und Haare auf der Brust hat, drei Minuten später steckt er seinen Liebesstab in ihre Lustgrotte, Ende. Das ist mir einfach zu belanglos. Ich wünsche mir hier nicht nur einen Konflikt, sondern auch Emotionen. Damit müssen ja keine Liebesgefühle gemeint sein, aber es reicht mir nicht, nur zu lesen: Ich war aufgeregt, ich fühlte Lust in mir aufsteigen, ich fühlte Gefühle. Die Protagonisten erscheinen mir irgendwie wie Roboter mit Emotionsprogramm. Das fühlt sich nicht echt an.

Liebe Grüße
raven

 

»Ich habe noch einmal nachgedacht, über einen Konflikt. Das dürfte doch nicht schwer sein. Der Mann ist verheiratet, die Frau verreist und wenn sie zurückkommt, findet sie den fremden Lippenstift im Badezimmer.«

Hallo Amelie,
der Konflikt ist, dass er verheiratet ist. Nicht der gefundene Lippenstift. Vielleicht hat deine Prota ja ein schlechtes Gewissen, weil er eben verheiratet ist und »ziert sich«, muss erst überzeugt werden. Oder sich selbst überzeugen.
Das könntest du auch viel weiter zuspitzen - vielleicht ist die Frau des Nachbarn ja eine gute Freundin von ihr? Vielleicht ist sie gar nicht im Urlaub, sondern schwer krank Krankenhaus?
Oder es geht ihr gar nicht um den Mann, sondern um die Frau, die sie bestrafen möchte (Kleingartenkrieg?) und wickelt den Mann um den Finger und dieser sträubt sich?
Die Möglichkeiten sind endlos. Das Problem nur- sie sind alle schon zig mal bedient worden.
Deshalb muss man da schon ziemlich nah ran, um mehr als vom Leser ein Achselzucken zu ernten. Schreiben kannst du, jetzt musst du »nur noch« konfliktvoller denken.
Die Sex-Szene kann getrost raus. Das ist schon echt schwer, sowas zu schreiben. Die Überlegung: bringt es dem Text etwas? Nein, in dieser Form ist das nur schwülstig und ungelenk. Zugewinn wäre bspw. wenn beim Akt eine neue Erkenntnis käme. Vll ist es völlig enttäuschend? Vll wird es brutal? Das wären Punkte, die auch die Beziehung der beiden nachträglich beeinflussen würde. Und damit die Geschichte.

Das sind meine Gedanken zu deinem Text.

Grüßlichst
Weltenläufer

 

Liebe Gretha, die Letzten kommen zuerst, steht in der Bibel, also beschäftige ich mich gleich einmal mit dir.
Du vermisst eine ordentlich geschriebene Sexszene. Das zu wünschen steht dir zu, doch ich kann dir den Wunsch nicht erfüllen. Ich schreibe hier in einem offenen Forum, jedes Kind kann mitlesen. Eine gewisse Verantwortung haben wir doch alle, ich für meine Person halte ich mich daran.

Was das Schreiben von Sexszenen angeht, bin ich gut trainiert. Der Beginn meiner schriftstellerischen Laufbahn, fand in einem Forum für erotische Kurzgeschichten statt. In meiner Schublade liegt ein erotischer Roman, den ich bis heute nicht veröffentlicht habe, abgesehen von Leseproben in diesem Forum, wo er mit Begeisterung aufgenommen wurde. Das Forum wurde leider geschlossen. Schade.

Mit deiner Kritik, was den Konflikt anbetrifft, hast du sicher recht, wenn du kritisierst, dass er ganz einfach fehlt. Doch bezweifle ich, dass meine Prot. wegen des verstorbenen Mannes Bedenken hat, einen fremden Mann zu verführen. Vielleicht ist sie froh, ihn los zu sein. Wer weiß es? Dass er verheiratet ist dürfte auch kein Problem sein. Manche Frauen bevorzugen verheiratete Männer, weil diese in jedem Fall erfahren sind. Schwangerschaftsstreifen? Ich habe drei Kinder geboren und keine Schwangerschaftsstreifen. Absurd!

Trotz allem, ich danke dir herzlich für dein Interesse an meinem "Seitensprung" und schicke dir liebe Grüße!


Hallo raven, auch dir ein Dankeschön fürs Lesen und für deinen Kommentar! Auch du vermisst einen Konflikt und ich stimme dir zu. Eine lockere Geschichte an der Brombeerhecke und ein wenig Schaumschlägerei auf der Liege. Da muss etwas passieren, ich habe es kapiert.

Weltenläufer, , du hast dir eigene Gedanken gemacht um meinen "Seitensprung" zu beleben. Das finde ich gut und ich danke dir für nützliche Denkanstöße.

Die Sexszene ganz raus? Nein, so ein wenig Bewegung sollte schon sein. Gretha möchte die Sexszene ausgebaut lesen, geht aber nicht, aus oben genannten Gründen.
Ich denke, meine Prot. hat den Nachbar schon lange im Blickfeld und nur auf eine Gelegenheit gewartet, ihn zu besuchen. Ein schlechtes Gewissen? Ist der Sex nicht überbewertet? Dieser Ausrutscher hat der Ehe nicht geschadet, sie liegen wieder eng nebeneinander in den Liegestühlen.
Und meine Prot.? Könnte es nicht sein, dass sie froh ist, ihren Mann unter der Erde zu wissen? Es gibt nicht nur trauernde Witwen. Marietta hat sich ein Stück vom Kuchen der Nachbarn geklaut, nicht mehr und nicht weniger. Nur ein Seitensprung!

Davon abgesehen habe ich mich gefreut, dass du meinem Text so viel Aufmerksamkeit geschenkt hast und danke dir!

Amelie

 

„Danke, gerne“, antwortete ich etwas zu schnell, bemüht, meinen Blick nicht tiefer gleiten zu lassen.

Ja aber hallo,

liebe Marietta,

wer geht denn da fremd in Nachbarsgarten und findet auch noch einen Schwerenöter wie Rolf? Namen sind nicht unbedingt Schall und Rauch: Rolf, Kurzform des Rudolf, in seine Einzelteile zerlegt ahd. hruod = Ruhm + ahd. wolf – und Du solltest doch Rotkäppchen kennen!, wenn einer alle und jeden zum Fressen gern hat ...

Aber schön, dass dieser Wolf kein böser ist (im Grunde sind sie unser bester Freund, der etwas intelligenter ist als seine Derivate), sondern wie das zoologische Exemplar bestenfalls Ruhm sucht als Alphatier … (ist ja auch kein potenzieller Konkurrent vorhanden).

Da fällt mir dann, als wär’s das erste Mal,

liebe Amelie,

die Zweideutigkeit des Satzes

Er ruhte auf einer der beiden Sonnenliegen, ein Handtuch über dem Gesäß und schien nichts von der Gefahr zu ahnen, in der er sich befand
auf. Und das ist gut so, denn ob Sonnenbrand oder Seitensprung, und selbst wenn ich die bloße Andeutung befürworte, ist es gut so, wie’s da steht. Denn das, was im Kopf der beiden vorgeht, wird eigentlich erst nachher interessant und nicht so sehr steigender Blutdruck und die erhöhte Durchblutung einer Körperregion usw.

Und wer sollte bezweifeln, dass es reifere Leute nicht mehr könnten? Erwachsen ist man erst ganz am Ende , wenn nix mehr geht!

Wie immer, souverän und ruhig geschrieben, wobei mir nur der Satz

Er ist gut gebaut, dachte ich, auch wenn er nicht von allzu großer Statur war.
ein wenig umständlich daher kommt (wobei ich Marietta ja gar keinen Rat geben kann, wie sie zu denken habe). Aber warum nicht einfach, er sei gut gebaut, wenn er auch nicht allzu groß [i. S. von „gewachsen“] sei. Er ist also kein Riese – aber wer wäre das schon?,

meint der

Friedel,
der vorsorglich ein schönes Wochenende wünscht!

 

Hallo Friedel, da ist er wieder aufgetaucht, der Seitensprung. Und, welch eine Erlösung, mein Lektor hat keine fehlenden Kommata entdeckt und auch das Konflikt Problem scheint keines zu sein.

Friedel, über deinen charmanten Kommentar habe ich mich so richtig gefreut. Danke!

Der Rolf, in meiner Geschichte, ist ein griffiger Mann, ich habe so einen Rolf einmal gekannt. Ein Wolf, wenn auch kein reißender. Hätte ich ihn hinter der Hecke auf der Liege entdeckt, schlafend in der Sonne,
wer weiß, vielleicht hätte ich ihn auch gerettet.

Ein schönes Wochenende auch für dich!
Amelie

 

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