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Dir wird es dort sehr gutgehen!

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26.08.2016
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Dir wird es dort sehr gutgehen!

Sie spürte am Abend immer noch die Ohrfeige. Die Wange brannte und ihr Kiefer schmerzte. Für was? Sie wollte einfach nur ein Glas Wasser. Ein stinknormales, einfaches Glas Leitungswasser. Wo ist nur meine Tochter? Wollte sie mich nicht bald besuchen? Ich muss ihr erzählen, was die hier mit mir tun. Tochter, wo bist Du? Sagtest Du mir nicht, hier würde es mir gut gehen? Wo sind die lieben Menschen, die mit mir zusammen essen, Karten spielen und spazieren gehen? Und warum bin ich hier an das Bett gebunden worden? Ich habe nur ein einziges mal ein wenig Urin im Gang verloren, weil ich es nicht mehr halten konnte. Diese Pflegerin...oh mein Gott, Tochter, wo bist Du? Die Pflegerin riecht nach altem Schweiss. Das merke ich, denn wenn sie mich immer brutal zur Seite rollt, um das Laken abzuziehen, kommt sie ganz nah an mich heran. Viel näher als Du es jemals getan hast, Tochter. Sie zischt dann immer so böse Worte. Gut, dass ich sie nicht verstehe. Ich stelle mir dann immer vor, sie würde sagen, dass sie mich liebt. Und dass es nicht die Pflegerin ist, sondern Du, meine Tochter. Wo bist Du nur? Bald wird es dunkel. Ich habe Angst davor, Durst zu bekommen. Bis morgen früh werde ich es schon schaffen. Vielleicht schlägt sie mir diesesmal nur gegen meine Beine. Ich weiß, sie sind blau. Ich muss es mir ja nicht ansehen, kann es ja auch nicht mehr. Vielleicht brüllt sie auch nur. Vielleicht. Vielleicht kommst Du bald mal wieder zu Besuch, Tochter. Wie magst Du wohl heute aussehen? Wie gross wohl meine Enkelkinder schon sind? Ich bin naß, ich spüre es. Und rieche es. Oh mein Gott, es wird hoffentlich nicht so weh tun. Nimm die Beine, bitte. Nicht wieder das Gesicht, ich flehe Dich an....!

 

Deine Kurzgeschichte gefällt mir, aber ich finde komisch dass du in den ersten drei Zeilen in der drittem Person geschrieben hast... Sonst gut

 

Ich finde auch, du hättest auch den Anfang in der ersten Person schreiben sollen, das wirkt einfach "sauberer".

Ansonsten gefällt mir der Titel der Geschichte. Das ist so ein typischer Satz, den Kinder verwenden, wenn sie ihre Eltern im Pflegeheim "abliefern".

Leider habe ich mich beim Lesen der Geschichte nicht wohlgefühlt, ich fande das alles ein bisschen zu wehleidig, etwas übertrieben. Wenn diese Reaktion jedoch beabsichtigt war, hast du das gut hinbekommen. :D

 

Liebe(r) Autuum64

Dein Text ist leider nur ein Schlaglicht auf eine traurige Situation, bei der eine Frau in einer Pflegeeinrichting unter der herzlosen Behandlung leidet und sich nach ihrer Tochter sehnt.

Mehr nicht, und das ist für mich eindeutig zuwenig. Ich lerne weder die Frau, noch die Tochter, noch die ganzen Umstände kennen, die zu dieser traurigen Situation führten.
Somit bleibe ich etwas ratlos zurück.

Vielleicht baust du deine Idee aus und erzählst uns die Geschichte dazu?
Jedenfalls ein herzlich Willkommen bei den Wortkriegern.

Liebe Grüsse
dot

 

Hallo Autuum64,

wie schon Freeze angedeutet hat, sind auch mir das zuviele wehleidige Informationen. Ich kann zwar die Gefühle deiner Protagonistin nachvollziehen, aber ich fände es schön, wenn du eine ganze, in sich abgeschlossene Geschichte daraus machen würdest. So, dass man als Leser die Gefühle in einen Zusammenhang zu einer Geschichte bringen kann. Momentan ist das für mich zuviel "Geschnülze", auch wenn der Grund dafür berechtig sein mag.
In der jetzigen Fassung ist die "Angriffsfläche" meiner Meinung nach einfach deutlich zu klein, als dass man einen konstruktiven Kommentar schreiben könnte... :shy:

Noch ein kleiner Hinweis:

Diese Pflegerin...oh mein Gott
Hier fehlt formal gesehen ein Leerzeichen hinter "Pflegerin...".

Ein herzliches Willkommen bei den Wortkriegern,
SCFuchs

 

Hallo und vielen Dank für Eure konstruktive Kritik. Die Einleitung in den ersten Zeilen über die dritte Person sollte als eine Art visueller Kameraschwenk von aussen in die Ich-Form des Protagonisten dienen. Daran muss ich wohl noch arbeiten.

Habe mich aber sehr gefreut und finde dieses Portal absolut super.

Liebe Grüße

 

Hallo Autuum64,

wehleidig oder eindringlich, das ist wahrscheinlich Ansichtssache, ich tendiere zu letzterem. Was den Kameraschwenk betrifft: da reicht es vielleicht, wenn du nach Leitungswasser einen Absatz machst. Wobei mich da das "stinknormal" gestört hat: das passt für mich nicht zur Ausdrucksweise einer sehr alten Frau.
Aber so gut ich es finde, wie du das Leiden und die Verlassenheit dieser Frau in wenigen Worten schilderst: die Brutalität der Pflegerin empfinde ich als überzogen. Es mag solche Fälle geben, aber das Traurige an den Pflegeheimen ist ja eher, dass das Pflegepersonal so wenig Zeit hat, alles nur rein mechanisch und im Minutentakt abgewickelt wird. Da würde es die unwürdige Situation nicht würdiger machen, wenn die Erzählerin von der Pflegerin nicht geschlagen, aber eben anteilnahmslos, wie ein Objekt behandelt würde. Und es wäre in meinen Augen allgemeingültiger. Aber das ist natürlich deine Sache und deine Entscheidung.

Viele Grüße
Ella Fitz

 

Hallo Autuum64,

du merkst es ja selbst: Die Verzweiflung deiner Prota erzeugt nicht nur Mitgefühl, sondern auch Abwehrhaltung, und zwar in ein- und demselben Leser. Zum Beispiel bei mir. Und das, obwohl ich durchaus mal in ein Pflegeheim kommen könnte. :hmm:

Woran liegt die ambivalente Reaktion? Für mich liegt sie in der unterschwelligen Verallgemeinerung, dass Pflegepersonal grundsätzlich ungepflegt und sadistisch ist. Ich gehe davon aus, dass du dies so nicht sagen wolltest. Ja, es gibt Missstände und ja, es ist gut, sie aufzuzeigen. Am besten an einem individuellen Schicksal in einer konkreten Geschichte, wo ich als Leser etwas erfahre über wer, was, wo, warum und mir daraus ein Bild entsteht.

Ich denke, du hast das Potential zu einer ergreifenden Geschichte. Dein Text ist dazu ein Anfang.

Freundlich Grüße
wieselmaus

 

Hej Autuum64,

bei solch' einer kleinen Sequenz lese ich natürlich sehr genau und wundere mich schon zum Anfang, wieso du von der dritten Person in die ich-Perspektive wechselst.
Mit behagt das 'Gejammere' der alten Frau nicht.
Dass du das Thema, ein sehr wichtiges in unserer Gesellschaft, derart reduzierst und im Grunde gar keine Geschichte lieferst, ist dann eher bedauerlich.

Vielleicht nützt du ja noch deine Idee und bastelst etwas zur Person, zum Hintergrund, denn Altsein alleine reicht ja nicht, um in einem Heim zu landen, und schon gar nicht fremdbestimmt, damit ich ein besseres Bild gewinnen kann, um dann mitzuempfinden.

Freundlicher Gruß, Kanji

 

Hallo Autuum64.
Ich wollte Dich wissen lassen, dass Deine Kurzgeschichte mich unterhalten und zum nachdenken angeregt hat. Damit hat für mich Deine Kurzgeschichte durchaus einen Sinn. Ich sehe die Kurzgeschichte als einen ganz kleinen Ausschnitt aus dem Leben dieser bedauernswerten Person.
Daher wiegt die Aussage der Kurzgeschichte eigentlich doppelt schwer.
Grüße,
Alfonx

 

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