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Bereit zu der Reise

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18.02.2021
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Anmerkungen zum Text
Erinnerung - Schuld - Und was jetzt

Bereit zu der Reise

Bereit zu der Reise​


Mit geschlossenen Augen liegt er da, dahingestreckt, ausgespuckt von einer weiteren widerwärtigen Nacht. Langsam, sehr langsam lösen sich seine Gedanken von der Erbärmlichkeit der alles durchdringenden Schmerzen.
Ihm fallen die fast vollständigen Papiere in seiner Schreibtisch- Schublade. Ein paar Tage oder Wochen hat er ja noch. Dankbar spürt er der Erleichterung, die ihn bis in den geschundenen Körper erfasst, nach.
Sein Bewusstsein beginnt zu zerfließen.
Er sieht sich auf einer Parkbank. Menschen ziehen vorüber. Hier ein paar sonntägliche Spaziergänger. Dort gebeugte Gestalten, Härte in den Schultern, im Gesicht.
Dann eine Familie, Vater, Mutter... Wo ist das Kind? Er weiß, dass da noch das Kind sein muss.
Ein Radfahrer. Mehr Menschen.
Wo ist das Kind? Ah da. Es hüpft daher. Das Mädchen. Gänseblümchen in der Hand. Einen großen Bund.
Es scheint auf die herannahenden Leute zuzufliegen. Hält ihnen die kleinen, weißen Blümchen mit einer geschmeidigen Geste hin. Lächelt kindlich generös.
Eine Frau, eine einzige, lehnt ab. Ignoriert die Zuwendung. Da legt sich für einen langen Augenblick eine fassungslose Traurigkeit über das Gesicht des Mädchens. Es wendet sich ab und entschwindet. Hinter einer Weggabelung.
Er aber bleibt zurück auf seiner Bank. Inmitten der Menschen.
Unendlich einsam.
Er schließt die Augen.
Da zupft ihn jemand am Ärmel.
Welch große Kraftanstrengung, die müden Augen zu öffnen! Vor ihm das kleine Mädchen. Es hält ihm ein Gänseblümchen hin, das letzte, das es hat.
”Schau, es hat Wurzeln. Du kannst es einpflanzen.“ sagt es mit erstaunlich fester Stimme und schaut ihn aus ernsten, großen Augen an.
„Wenn du willst.“
Er nickt.
Er will.
Er nimmt das Geschenk entgegen. Seine Hände zittern. Sein Kinn bebt.
Er fühlt das kleine Klümpchen kühle, frische Erde.
Plötzlich fasst er Vertrauen - und weiß doch nicht wozu. Fühlt sich mit einem Schlag ruhig und sicher. Lächelt dankbar wie so viele vor ihm.
Doch wo ist das Mädchen?
Und der Vorhang der Dunkelheit fällt. Reißt und zerrt an ihm.

Stiche. Schläge. Explosion. Es zerfetzt ihn. Hat er
geschrien?
Unter der zerwühlten Decke hält er beide Hände schützend über seinen Bauch.
Er kann sich nicht erinnern. Weiß auch nicht, woher bei all den Schmerzen nun auch diese Leere in seinem Kopf kommt.
Eine nächste Attacke reißt ihn in Stücke, so sehr er auch versucht, sich festzuhalten. Nahezu ohnmächtig liegt er jetzt da in seinem Bett. Klamm klebt seine Wäsche an ihm. Die Augen halb geschlossen. Der Mund ausgetrocknet. In ihm nichts als erschöpfte Ruhe. Fühllose Ruhe.

So findet ihn Laura eine halbe Stunde später.
Vorsichtig öffnet sie die Vorhänge. Dreht sich um, ihn zu betrachten, um ihn dort abholen zu können, wo ihn die Nacht mit all ihren Schrecknissen, ihren Heimsuchungen hat stranden lassen.
Sie kennt das schon. Kranke, Todkranke gehen schwere Wege in ihrem Bett.
Und Gustav war ein schwieriger, ein sturer Mensch gewesen, bevor ihn die Krankheit so niedergezwungen hat. Sie hat ihn erlebt, als er noch mit Härte und Unbeugsamkeit gegen alles anging, was sich ihm in den Weg stellte. Als er so manchen Menschen damit verschreckte.
Natürlich am meisten die, die ihm am nächsten standen. Die, die nicht weit genug zurückweichen konnten. Die, denen er bestimmt am wenigsten wehtun wollte. Denen er aber auch am wenigsten seine Furcht vor dem, was er nicht selbst beherrschte, eingestehen konnte.
Es war eine Frage der Würde. Er war ein Mann.

Schlaff liegt sein Körper unter dem Laken. Wie entspannt. Wären da nicht die fahle Blässe, die erschöpften Züge in seinem Gesicht.
Sie ahnt mehr als sie sieht. Auf leisen Sohlen schleicht sie in die Küche. Eine Hühnerbrühe sollte ihn stärken.
Als sie wieder ins Zimmer tritt, liegt er noch immer schief in den Kissen. Sie muss schlimm gewesen sein, die Nacht. Er öffnet die Augen.
"Ich bin dabei mich zu erholen.", behauptet er und klingt tatsächlich zuversichtlich.

”Guten Morgen, Gustav!” sagt sie.
Erinnert sich, Todkranke wollen denen, die ihnen beistehen, oft noch Mut machen. Wollen sie aufmuntern. Absurd. Jedes Mal wird sie wütend. Möchte denjenigen schütteln und sagen: Das brauchst du nicht, hörst du? Lass es sein! Doch dazu hat sie kein Recht.
”Ich kämpfte heute Nacht wieder. Und es war ein harter Kampf, das kannst du mir glauben." sagt er dann doch, aber mehr zu sich selbst als zu ihr.
"Aber du weißt, ich bin stark. So leicht gebe ich nicht auf. Ich nicht. Du wirst schon sehen.”
Es klingt wie ein Versprechen. Zur Bestärkung, richtet er sich nun auf. Greift neben das Krankenbett, holt den Klapptisch hoch und stellt ihn sich selbst über die Beine. Schiebt ihn zurecht bis er gut steht. Und lächelt sie an. Verschmitzt wie sie ungläubig wahrnimmt, als sie ihm wortlos den Teller mit Suppe daraufstellt.
Sie kann es nicht fassen.
Er greift nach dem Löffel. ”Schließlich werde ich bald meine große Reise antreten!"
Ihr wird heiß. Mit einem dicken Kloß im Hals.
Erst das Beschwichtigungsgetue, jetzt diese poetische Tachelesrede. Das ist doch verrückt.

Aber er ist krank. Er bestimmt, so lange er bestimmen kann.

”Schau nicht so, Laura. Mach mir lieber einen Kaffee.”
Sie ist froh, für eine kleine Weile in die Küche flüchten zu können.
Als sie ihm einen leicht Gebrühten bringt, sitzt er, noch immer sehr aufrecht, doch bleichgesichtig in seinen Kissen. Sie denkt, eine geringe Morphiummenge sollte heute trotz allem genügen, die Schmerzanfälle für eine Weile auszusperren.

Vor ihm, auf dem Klapptisch, liegt jetzt ein geöffnetes Fotoalbum, ihr Album. Gustav bittet sie auf dem Stuhl neben dem Bett Platz zu nehmen. Sie stellt die Tasse kurzerhand auf der alten Kommode ab. In erreichbarer Nähe. Setzt sich.
Er blättert. Sehr langsam. Ohne Worte. Streicht hin und wieder mit der Hand über die Seiten, fast liebevoll. Bilder, wie Ausschnitte aus einem Ganzen.
Sie jedoch ist rastlos. Die Bilder verschwimmen vor ihrem Auge und sind doch da. Sind da in den Szenen, die sie schließlich erreichen, in ihren Bann ziehen, wegtragen. Dunkle Gefühlswelten aus der Vergangenheit.
Wie wilde braune Augen sie anfunkelten. Wie hässliche Worte ihr entgegenbrachen und dann auch aus ihr heraus. Gegenseitige Verletzungen. Sie alarmierten irgendwann ihr Ego. Und damit erleichterten sie ihr aber auch, den längst gefassten Entschluss endlich, ohne Zaudern, zu realisieren. Sich abzuwenden. Zu packen. Zu gehen. Weit weg.

Nach Mexiko.
Beklommenen Herzens.
Dort dann Staunen und aufgeregte Freude über die Buntheit. Diese Farben! Diese Farben! Eine neue Welt. Erdige Düfte. Fremdartige Gesichter voll Intensität. Intensiv in ihrer Leere. Intensiv in ihrer Lebendigkeit.
Die kleine Wohnung in Puebla. Puebla. Das Leben dieser Stadt gegen die Einsamkeit und Furcht in ihren vier Wänden. Ihr Lauschen auf die unentwirrbaren Stimmen und Klänge. Ihre Bemühungen um Arbeit, ohne die Sprache auch nur annähernd zu beherrschen. Spanisch. Nun ein Lebensgefühl für sie. Nicht so damals.
Banges Warten auf die Arbeitserlaubnis. Scheinbar zielloses Wandern durch die Stadt. Farbenfrohe Märkte.
Dann der Kauf der Kamera. Der Versuch, aus der Unwissenheit, ihrer Sprachlosigkeit und ihrer naiven Sichtweise, etwas Kapital zu schlagen, zu überleben. Themenreihen zusammenstellen. Verschicken. An deutsche Verlage, an mexikanische. Auch an zwei amerikanische. Immer wieder neue Bilderreihen.
Irgendwann: ”Die Kinder Pueblas”.
Eine zweischneidige Sache, der Kinderarbeit wegen. Viele Filme waren nötig. Doch die Fotoauswahl zeigte, was war, ohne zu verurteilen, machte sichtbar, so der Kommentar eines Verlagshändlers, der daran interessiert war.
Ein knappes Jahr später übrigens, Gründung einer kleinen Initiative gegen den Missstand. Gutes Geld bekam sie damals für diese Fotoreihe. Fast gleichzeitig mit der Arbeitserlaubnis. Das Schauen durch die Linse, ihre bedeutungsvollste Beschäftigung. Auch heute noch. Neben ihrer eigentlichen Berufsausübung in den wirklich unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Umfeldern.
Viel später dann Manuel. Nachdem sie lange gezögert hatte. Manuel. Der Mann, bei dem sie sich zuhause fühlte. Mit ihm. Bei sich. Angekommen.
Und doch mit losen Wurzeln.
Deshalb immer wieder Briefe nach Europa. Darin versteckt auch der Wunsch, er möge ihr die Flucht verzeihen, möge den Versuch unternehmen, sie in ihrer Welt sehen zu wollen. Er möge sie akzeptieren und verstehen. Welch eine Verstiegenheit!
Erst kamen böse Antworten. Dann keine mehr.
Sie hatte ihn im Stich gelassen! So sah er es.
Welch ein Frevel, ihren eigenen Weg zu gehen!
Doch ihr Leben spielte jetzt in Mexiko. Hier fühlte sie eine Lebendigkeit, eine Kraft in sich, die ihr so wohltat.

Da spürt sie seinen Blick auf sich gerichtet. Sie schaut auf. Erschrickt. Röte steigt ihr ins Gesicht. So viel Wärme!
Da ist sie wieder, die uralte Geborgenheit. Trotz allem!
Würde er reden? Endlich reden?
Er greift nach der Tasse. "Hol' ein Blatt Papier. Bitte, Laura."
Dann diktiert er ihr Namen. Eine ganze Liste. Namen von Nachbarn, Familie im weitesten Sinne und ein paar ihr unbekannte Namen.
"Rufst du sie für mich an? Sie sollen im Laufe der nächsten Tage kommen."
"Aber..."
"Sag' ihnen, dass ich sie bitte, mich kurz zu besuchen. Sie werden es mir wohl nicht abschlagen."
Mehr gibt es für ihn nicht zu sagen.
Sie bereitet alles für den Rest des Tages, den Abend und die Nacht vor. Das Essen. Die Medizin. Das Sanitäre.
Dann fährt sie, aufgewühlt wie sie ist, zu Olga, ihrer Freundin aus Kindertagen. Olga, heute Krankenpflegerin, die ihr nach langen Gesprächen, Gustav für die Zeit ihres Deutschlandbesuches „überlassen“ hat.

Viele ”Gäste” kommen nun in den nächsten Tagen zu Gustav. Oft ist Laura anwesend, wenn sie steifen Schrittes ins Krankenzimmer staken.
Sie wird nie erfahren, was er mit ihnen bespricht. Dennoch zweifelt sie keine Sekunde daran, dass er sich von ihnen verabschiedet. Wenn diese Menschen, die ihm in seinem Leben wohl auf irgendeine Weise wichtig geworden waren, aus dem Zimmer treten, ist an ihnen etwas zutiefst Aufgewühltes. Aber da ist auch etwas Verklärtes. Tränenverhangen manchmal, das ja.

Einmal dann, am Ende eines langen, besuchsreichen Tages, bittet Gustav sie zu sich.
Er sitzt in seinem Lehnstuhl. Etwas ermattet, doch aufrecht. Die Wangen von den Anstrengungen leicht gerötet. Seine Augen freundlich, fast froh. Wird er jetzt endlich mit ihr reden? Ihr wird heiß. Er versinkt nun fast zwischen seinen Kissen. Seine blassen, alten Hände liegen links und rechts neben seinem Körper, wie hindrapiert. Wie bei einem Toten. Sie erschrickt über diesen Gedanken.
Wie ausgezehrt sein Gesicht wirkt! Das noch immer volle Haar klebt in Strähnen an seinem Kopf.
„Laura, ich muss mich nun auf meine Reise vorbereiten.“ Ein riesiger, harter Kloß sitzt ihr augenblicklich im Hals. Ihr Rücken versteift sich. Ihre Hände sind mit einem Mal eiskalt.
„Du fliegst doch in zwei Wochen zurück nach Mexiko, nicht wahr?“
Sie nickt. „Ich muss.“
Die aufsteigenden Tränen drängt sie mit aller Kraft zurück.
„Laura, ich möchte, dass du erst am Abreisetag wieder zu mir kommst. Hörst du?“
Nun bricht sich ihre Verzweiflung Bahn.
„Das meinst du nicht wirklich. Willst du dich selbst quälen? Ich kann es nicht fassen.“
Ihr Hals ist staubtrocken, ihre Stimme belegt.
„Nein, Laura. So ist es nicht. Glaube mir. “
Diese Stille im Zimmer.
„Ganz und gar nicht.“
Wovon redet er nun? Sie versucht tapfer zu sein.

Es ist sein Leben. Sein Sterben. Er ist der Dramaturg. Lass ihm das, sagt sie sich.

„Niemand soll in der Zwischenzeit kommen. Der Arzt hat gut vorgesorgt, sehr gut. Du wirst es erleben. Ich komme klar.“
Und als sie sich zu einem Kuss auf seine Stirn niederzwingt, sagt er: „Wir sehen uns wieder, meine Kleine. In zwei Wochen. Ich verspreche es dir.“

Als sie im Auto sitzt, hämmert es in ihrem Kopf: Ich verspreche es dir. Ich verspreche es dir. – Oh Gott!
Nur einmal noch kommt ihr ein klarer Gedanke, der, ob sie seinen Arzt konsultieren sollte. Oder mit Olga reden. Es ist doch wahnwitzig, in seinem Zustand allein bleiben zu wollen.
Blutleer taumelt sie durch die folgenden Tage und Nächte. Wie unter Hypnose, schlägt sie jeden Morgen die Zeitung auf, die letzten Seiten, die Todesanzeigen. Makaber oder? Klappt sie danach wieder zu. Wie sollte auch jemand seinen Tod melden, wenn ihn keiner bemerkt?

Freitag. Am Spätnachmittag wird sie im Flugzeug sitzen. Doch zuvor der letzte Gang zu Gustav.
Olga bringt sie zu ihm. „Soll ich mit hereinkommen?“ fragt sie.
„Nein. Danke. Diesen Augenblick hat er allein für mich vorgesehen.“ antwortet Laura tonlos und steigt aus.
Das Haus wirkt wie immer. Die Fenster sind geschlossen. Doch die Haustür steht offen. Sperrangelweit.
Ihr ist plötzlich kalt. Sie setzt einen Fuß vor den andern. Tritt in die Diele.
Ein Schrei entringt sich ihr.
Auf dem alten Korbstuhl kauert Gustav.
Etwas wächsern sieht er aus.
Um ihn dennoch ein Leuchten.
Da lächelt er.
Steht auf.
Zeigt auf die beiden Koffer neben der Tür.
Hält ihr einen Packen Papiere hin:
„Meine Reisedokumente.“
Und als sie noch immer ungläubig auf den Stapel starrt:
„Schau, hier die Impfbescheinigungen.“
Ein Tränenschleier verwischt ihr die Sicht.
Gustav kommt auf sie zu.
„Jetzt bin ich bereit,“ sagt er.
„Bereit für die Reise. - Mit dir.“
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied
Beitritt
30.12.2020
Beiträge
65
Hi @Tigramsch,
willkommen im Forum! :)

Um mal direkt auf den Punkt zu kommen: Was sollen die ganzen Absätze? Das solltest du unbedingt (und sofort) ändern, denn diese Formatierung macht den kompletten Lesefluss kaputt. Dann werden bestimmt noch andere Leser den Weg zu deinem Text finden.

Aber schön zu sehen, dass es wenige Rechtschreib-/Zeichenfehler gibt - da macht das Lesen mehr Spaß.

Mir ist aufgefallen:
Ihm fallen die fast vollständigen Papiere in seiner Schreibtisch- Schublade.
Fehlt da nicht ein Wort?
Es wendet sich ab und entschwindet.
Es zerfetzt ihn. Inwendig.
Manchmal streust du Wörter ein, die überhaupt nicht zum Rest passen.
Doch wo ist das Mädchen?

Und der Vorhang der Dunkelheit fällt. Reißt und zerrt an ihm.
Ich habe überhaupt nicht verstanden, ob er irgendwo liegt und denkt an die Geschehnisse zurück oder fantasiert. Die Szenen sind sehr durcheinandergewürfelt und man weiß nicht, auf welcher Zeit-Raum-Ebene man gerade ist. Zwar wird das in der Szene mit Laura aufgeklärt, aber hier war die Verwirrung schon groß.

Die Szene mit Laura: Hier wird nach reichlich Irritation erklärt, dass der Mann todkrank ist und vor sich hin fantasiert. Meiner Ansicht nach hätte man das eleganter lösen können. Also das Ganze im Verlauf der Handlung erklären und keine Szene einbauen, die rein für´s Erklären der Situation geschaffen ist.

Dreht sich um, ihn zu betrachten, um ihn dort abholen zu können, wo ihn die Nacht mit all ihren Schrecknissen, ihren Heimsuchungen hat stranden lassen.
Der Satz ist etwas kompliziert. Formuliere einfacher.
Bilder, wie Ausschnitte aus einem Ganzen.
Sind Fotos das nicht immer?
Sie jedoch ist rastlos. Die Bilder verschwimmen vor ihrem Auge und sind doch da. Sind da in den Szenen, die sie schließlich erreichen, in ihren Bann ziehen, wegtragen. Dunkle Gefühlswelten aus der Vergangenheit.

Wie wilde braune Augen sie anfunkelten. Wie hässliche Worte ihr entgegenbrachen und dann auch aus ihr heraus. Gegenseitige Verletzungen. Sie alarmierten irgendwann ihr Ego. Und damit erleichterten sie ihr aber auch, den längst gefassten Entschluss endlich, ohne Zaudern, zu realisieren. Sich abzuwenden. Zu packen. Zu gehen. Weit weg.



Nach Mexiko.
Ok, ich war wieder in der Spur und habe die Handlung verstanden. Urplötzlich erzählt Laura was von Mexiko und das hat mich wieder rausgerissen, weil der Übergang so plötzlich war. Danach habe ich den Text nur überflogen (auch da die Sätze eher kurz sind und das mit der Zeit anstrengt), aber anscheinend sind sie jetzt auch noch nach Mexiko gefahren. Aber es wurde so vermittelt, dass Gustav körperlich vollkommen am Ende ist?

Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung. :)
Sprachlich ist der Text vollkommen in Ordnung, es gibt meiner Ansicht nach ein paar verwirrende Stellen, aber du kannst ja noch weiter dran arbeiten, wenn du möchtest.

Liebe Grüße,
Waldläufer
 
Mitglied
Beitritt
18.02.2021
Beiträge
2
Hallo Waldläufer,
vielen Dank für die detaillierten Anmerkungen.
Ich werde sie - wenngleich nicht sofort - gern abgleichen mit dem, was ich ausdrücken oder auch nicht ausdrücken wollte, was evt. tatsächlich eher verwirrt ...
Zu den Abschnitten vorweg: Das Hochladen hat sie ganz und gar nicht eins zu eins übernommen, was ich dann nicht mehr korrigiert habe, hat mich auch irritiert. Werde ich ändern.

Jetzt bin ich natürlich auch gespannt, was du schreibst... Lese auch das erst in den nächsten Tagen.

Liebe Grüße
Tigramsch
 

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