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Blick zum Horizont

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Blick zum Horizont

Der Soldat mit den grünen Augen verlässt als einer der letzten das Landungsschiff. Schon bevor er und seine Kameraden den Strand erreichen, prasseln Geschosse auf sie ein. Immer mehr gehen zu Boden. Die brechenden Wellen ersticken die Schreie. Dem Mann vor ihm wird der Helm vom Kopf geschossen. Durch den nächsten Treffer wird der obere Teil seines Schädels durchschlagen.
Hat seinen Helm nicht zugemacht, denkt der Soldat und wischt sich mechanisch die blutigen Reste aus dem Gesicht. Als er wieder sehen kann, sind die wenigen Überlebenden an Land gekommen und versuchen, sich hinter Stahlspinnen zu verstecken.
Er läuft in geduckter Haltung hinterher, stolpert fast und sucht ebenfalls Schutz bei einer der schmalen Konstruktionen. Die Kugeln prallen in einem stetigen Strom gegen das Metall oder schlagen im Sand ein. Der Mann neben ihm greift sich mit beiden Händen an den Hals, Blut strömt dazwischen hervor. Blickt mit fragenden Augen zu ihm und sinkt zuckend in sich zusammen. Der Soldat streckt seine zitternde Hand aus, will den Sterbenden berühren, bevor sich seine Augen schließen. Aber er ist zu spät.
Wie schwimmende Insekten erreichen weitere Landungsboote das flache Wasser. Immer mehr seiner Kameraden kommen durch, sammeln sich am unteren Teil des Strands. Suchen Deckung, wo es kaum eine gibt. Er weiß nicht mehr, wie lange er hier schon sitzt und das Sterben zur Kenntnis nimmt.
Irgendwann zieht ihn jemand auf die Beine. „Los!“ Er rennt mit, weg vom Wasser. Aber wohin? Es gibt keinen Schutz, sie laufen dem Tod entgegen. Einem Mann mit kindlichem Gesicht wurden drei Finger weggeschossen. Er kriecht auf dem Boden und sucht sie. Es sind genau drei, denkt der Soldat. Hoffentlich findet er sie.
Wieder wird er mitgezogen, aber er ist zu langsam. Immer mehr seiner Kameraden überholen ihn, bieten ihm ungewollt Deckung. Das Rattern der schweren Geschütze geht weiter, aber es wird weniger. Macht es nun doch Sinn, zu laufen?
Unbewusst wird er schneller, Kugeln pfeifen an ihm vorbei. Vor ihm wird jemand in die Schulter getroffen. Er läuft gegen den Verletzen, schubst ihn weg. Seine Beine beginnen zu zittern, als er sich der steil abfallenden Mauer am Ende des Strands nähert. Etwas streift seinen Helm, er stolpert, kriecht weiter.
Und lacht, wie noch nie zuvor. Alle sollen es hören! Nur noch wenige Meter von der Mauer entfernt steht er auf, bewegt sich in geduckter Haltung zu seinem Ziel. Und legt eine Hand dagegen, fühlt, ob sie echt ist. Lächelnd dreht er sich um und sinkt auf den Boden. Immer mehr seiner Freunde gelangen an diesen sicheren Ort.
Der Soldat mit den grünen Augen blickt zum Horizont, zwischen den grauen Wolken ist ein blauer Streifen entstanden.

Das Mädchen mit den grünen Augen springt lachend aus dem Schlauchboot.
„Warte!“, ruft ihr Bruder hinterher.
Sie watet so schnell es geht durch das knietiefe Wasser. „Du trägst das Boot!“, lacht sie und erreicht den Strand. Dreht sich kurz um, streckt ihm die Zunge raus und läuft los.
„Hab dich!“, hechelt ihr Bruder nach einigen Sekunden knapp hinter ihr.
Das Mädchen blickt über die Schulter zurück. Wie kann er so schnell sein, während er das kleine Schlauchboot trägt? Aber dann stolpert er, kommt aus dem Tritt. „Von wegen!“, ruft sie kichernd.
Nicht mehr weit bis zu ihren Eltern, sie haben es sich nahe der Mauer zur Promenade auf einem großen Handtuch gemütlich gemacht.
Zwei Männer werfen einen Tennisball hin und her. Einer der beiden blickt zu ihr und bekommt unachtsam den Ball gegen die Brust. „Getroffen!“, ruft er und lässt sich theatralisch zu Boden fallen. „Sanitäter!“, stimmt der andere grinsend ein.
Sie blickt erneut hinter sich. Ihr Bruder hat den Wettkampf aufgegeben und zieht das Schlauchboot schlendernd durch den Sand. Als sie ihre Eltern erreicht, lässt sie sich lachend auf ihren Vater fallen, der auf dem Rücken liegt und die Sonne genießt.
„Hey!“, ruft er erschrocken, schmunzelt dann und kitzelt sie.
Als sie sich schließlich Luft holend auf die Decke setzt, wird aus ihrem Lachen ein verschwindendes Lächeln.
Das Mädchen mit den grünen Augen blickt zum Horizont, vereinzelte graue Wolken ziehen heran.

 
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28.01.2021
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Hallo @Rob F
Den Einstieg fand ich gut. Er versetzt mich direkt in das Geschehen. Ein bisschen länger hätte der Text ruhig sein können. Ein paar mehr Details.
Das Ende verstehe ich so, dass der Soldat das Gefecht überlebt hat und später mit seiner Tochter an denselben Ort zurück ist.
Ich gehe davon aus dass der Vater des Mädchens der Soldat ist, wenn nicht dann ist mein folgender Punkt hinfällig. Ich habe im letzten Absatz erwartet, dass sich der Soldat noch einmal zurück erinnert. Vielleicht vom Krieg geprägt ist, kurz in der Zeit zurück geworfen wird, als sich seine Tochter unerwartet auf ihn fallen lässt. Aber das ist nur ein persönlicher Gedanke von mir.

Durch den nächsten Treffer explodiert der obere Teil seines Schädels
Explodieren ist für mich, wenn etwas von innen explodiert, wenn ein Projektil von außen kommt würde ich eher einschlagen o.ä. schreiben.

Der Mann neben ihm greift sich mit beiden Händen an den Hals, Blut strömt dazwischen hervor. Blickt mit fragenden Augen zu ihm und sinkt zuckend in sich zusammen.
verbinde die Sätze mit und

Wie schwimmende Insekten erreichen weitere Landungsboote das flachere Wasser
Welche Insekten schwimmen? Wenn du damit sagen willst, dass es viele Menschen waren, dann würde ich das umformulieren. Und ich würde einfach flaches Wasser schreiben

Die Menschen beobachtet, wie sie laufen, schreien und sterben.
beobachten :)
Wo kommen die Menschen her? Zivilisten? Gegner?

Aber wohin, es gibt keinen Schutz, sie laufen dem Tod entgegen
Vorschlag:
Aber wohin? Es gibt keinen Schutz, sie laufen dem Tod entgegen!
oder als indirekte Rede: wir laufen ...

Einem Mann mit kindlichem Gesicht wurden drei Finger weggeschossen. Er kriecht auf dem Boden und sucht sie. Es sind genau drei, denkt der Soldat. Hoffentlich findet er sie.
Das ist ein sehr spezifischer Satz. Man erwartet dahinter eine tiefere Bedeutung, die es entweder nicht gibt oder die ich nicht verstanden habe.

Ich fand die Parallele gut mit den Booten im Wasser. Die Vorstellung dass vor Jahren an demselben Ort das Wasser tödlich war und jetzt Kinder dort spielen fand ich gut rübergebracht.
Lg, Corvi

 
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Hi @Rob F,
Corvi hat schon einige richtige Bemerkungen gemacht, aber ich habe den Schluss der Geschichte wiederum anders interpretiert.
Hier ein paar Anmerkungen:

Der Mann neben ihm greift sich mit beiden Händen an den Hals, Blut strömt dazwischen hervor. Blickt mit fragenden Augen zu ihm und sinkt zuckend in sich zusammen.
In der Krieg-Szene gibt es nicht sonderlich viele Emotionen, was vollkommen ok ist. Dein Prota macht einfach, handelt automatisch, keine Zeit für große Gedanken.
Hier hätte ich mir trotzdem ein kurzes Aufblitzen eigener Emotionen gewünscht. Besonders da der sterbende Soldat ihn noch fragend ansieht, sollte das etwas in ihm auslösen?
Etwas streift seinen Helm, er stolpert, kriecht weiter.
Und lacht, wie noch nie zuvor. Alle sollen es hören! Nur noch wenige Meter von der Mauer entfernt steht er auf, bewegt sich in geduckter Haltung zu seinem Ziel. Und legt eine Hand dagegen, fühlt, ob sie echt ist. Lächelnd dreht er sich um und sinkt auf den Boden. Immer mehr seiner Freunde gelangen an diesen sicheren Ort.
Gut geschrieben.
Sie blickt erneut hinter sich, ihr Bruder hat den Wettkampf aufgegeben und zieht das Schlauchboot schlendernd hinter sich her. Als sie ihre Eltern erreicht, lässt sie sich lachend auf ihren Vater fallen, der auf dem Rücken liegt und die Sonne genießt.
„Hey!“, ruft er erschrocken, schmunzelt dann und kitzelt sie.
Als sie sich schließlich Luft holend auf die Decke setzt, wird aus ihrem Lachen ein verschwindendes Lächeln.
Das Mädchen mit den grünen Augen blickt zum Horizont, vereinzelte graue Wolken ziehen heran.
Also meine Interpretation vom Ende:
Das Mädchen (ich denke mal, seine Tochter) und der Junge machen aus dem Sprint zu den Eltern einen Wettkampf. Eine kindliche, naive, triviale Version des Krieges, welcher ja auch irgendwie ein Wettkampf zwischen zwei Parteien ist. Dann erreicht sie ihren Vater, empfindet dieselbe Freude wie er, als er im Kampf die schützende Mauer erreicht hat. Ich denke eigentlich nicht, dass diese Wasser-Szene wirklich geschieht, denn das Mädchen liegt auf ihrem Vater, aber ihr Lächeln verschwindet und der blaue Himmel aus der Kampf-Szene wird grau. Daher glaube ich, dass der Vater tot ist.

Könntest du erzählen, was dein eigener Gedanke war? Ich finde es aber prinzipiell interessant, dass der Leser bei der Wasser-Szene mit den Kindern Raum für eigene Interpretationen findet. Ich bin schon ganz gespannt auf deine Antwort. :D

Liebe Grüße,
Waldläufer

 
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11.11.2019
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Hi @Rob F,

Durch den nächsten Treffer wird der obere Teil seines Schädels zerstört.
Ich bekomme da schon ein Bild. Zerstört finde ich aber nicht so gut gewählt. Habe den Eindruck, da verschenkst Du was.

Der Mann neben ihm greift sich mit beiden Händen an den Hals, Blut strömt dazwischen hervor. Blickt mit fragenden Augen zu ihm und sinkt zuckend in sich zusammen.

Er weiß nicht mehr, wie lange er hier schon sitzt. Die Menschen beobachtet, wie sie laufen, schreien und sterben.
Diese Verkürzungen finde ich persönlich nicht so gut. Für mich unterbricht es den Lesefluss. Ich frage mich dann immer, ob ich was überlesen habe.
Einem Mann mit kindlichem Gesicht wurden drei Finger weggeschossen. Er kriecht auf dem Boden und sucht sie. Es sind genau drei, denkt der Soldat. Hoffentlich findet er sie.
Die Szene finde ich gut, obwohl sie für mich etwas aus dem Nichts kommt (er läuft ja gerade noch). Vielleicht könntest Du vorher einen Absatz machen?
Aber es zeigt sich hier sehr gut die Sinnlosigkeit von dem ganzen und wie es dem Soldaten zusetzt: Es sind genau drei, denkt der Soldat.

In Deinem Text hast Du zwei Szenen nebeneinander gesetzt und für eine paar feine Verbindungen gesorgt, die Raum für Interpretationen lassen. Ich persönlich habe bei der ersten Szene sofort an ein historisches Ereignis gedacht (zB. Invasion in der Normandie). Die zweite Szene ist derselbe oder ein ähnlicher Ort unter ganz anderen Voraussetzungen. Die Entscheidung fällt (mir) nicht schwer, wo bzw. wann man lieber wäre.

Kurzer Text, regt aber trotzdem zu eigenen Gedanken an.

Servus,
Walterbalter

 
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09.12.2019
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Hallo @Corvi , @Waldläufer und @Walterbalter ,

danke fürs Lesen und Kommentieren!

Ich hatte hierbei an Dokumentationen über den Angriff der Alliierten über die Normandie gedacht, am 6. Juni 1944. Ich wusste im Nachhinein nicht, was ich verstörender fand:

Die Bilder der Landung selbst, als die Soldaten über Stunden hinweg an den Stränden ankamen, fast nur flachen Strand vor sich hatten und größtenteils erschossen wurden. Im Prinzip wurden immer weiter Soldaten geopfert, bis den Deutschen nach und nach die Munition ausging. Das hatte ja lange Zeit nichts mit einem Kampf zu tun.

Oder aktuelle Bilder, wenn fröhliche Menschen, Familien an den gleichen Stränden z.B. ihre Sommerferien verbringen.

Daher also hierbei auch die Gegenüberstellung der beiden Szenen, ähnlich aufgebaut durch den Lauf vom Wasser zur Mauer.

Zu euren Detailanmerkungen:

Den Einstieg fand ich gut. Er versetzt mich direkt in das Geschehen. Ein bisschen länger hätte der Text ruhig sein können. Ein paar mehr Details.
Danke! Gerade den ersten Teil, die Hilflosigkeit und Gewalt, wollte ich nicht überstrapazieren, werde es vom Umfang her erstmal so lassen. Der Film "Der Soldat James Ryan" zeigt dies ja zu Beginn sehr eindrücklich und beklemmend.

Ich gehe davon aus dass der Vater des Mädchens der Soldat ist, wenn nicht dann ist mein folgender Punkt hinfällig. Ich habe im letzten Absatz erwartet, dass sich der Soldat noch einmal zurück erinnert. Vielleicht vom Krieg geprägt ist, kurz in der Zeit zurück geworfen wird, als sich seine Tochter unerwartet auf ihn fallen lässt. Aber das ist nur ein persönlicher Gedanke von mir.
In diese Richtung habe ich auch gedacht, jedoch zeitlich etwas weiter auseinander. Also eher, dass der Mann am Ende des zweiten Absatzes der Sohn oder Enkel des Soldaten ist. Vielleicht kann es auch anders sein, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass er nach den traumatisierenden Erlebnissen irgendwann dort Urlaub macht ...

Explodieren ist für mich, wenn etwas von innen explodiert, wenn ein Projektil von außen kommt würde ich eher einschlagen o.ä. schreiben.
Danke, guter Hinweis, ich habe es mal geändert in:
"Durch den nächsten Treffer wird der obere Teil seines Schädels durchschlagen."

verbinde die Sätze mit und
Da werde ich nochmal drüber nachdenken, im Moment finde ich diese Unterteilung ganz in Ordnung.

Welche Insekten schwimmen? Wenn du damit sagen willst, dass es viele Menschen waren, dann würde ich das umformulieren. Und ich würde einfach flaches Wasser schreiben
Das ein oder andere schwimmende Insekt gibt es tatsächlich, z.B. den Wasserskorpion. Ich hatte hierbei einfach an das Bild vom Strand aus gedacht, als sich die unzähligen Landungsboote dem Strand nähern. Mal sehen, vielleicht fällt mir hierfür noch etwas passenderes ein, dass das Näherkommen dieser Armee bildhaft beschreibt, dabei auch die langsamen Bewegungen der Landungsboote.

beobachten :)
Wo kommen die Menschen her? Zivilisten? Gegner?
Ich habe den Satz geändert in:
"Er weiß nicht mehr, wie lange er hier schon sitzt und das Sterben zur Kenntnis nimmt."
(es sollte schon bewusst passiv und teilnahmslos klingen, der Soldat kann die ganze Situation nicht mehr verarbeiten)

Vorschlag:
Aber wohin? Es gibt keinen Schutz, sie laufen dem Tod entgegen!
Habe deinen Vorschlag übernommen.

Das ist ein sehr spezifischer Satz. Man erwartet dahinter eine tiefere Bedeutung, die es entweder nicht gibt oder die ich nicht verstanden habe.
Diese Genauigkeit sollte zeigen, wie sehr der Soldat von den schlimmen Ereignissen um ihn herum gedanklich flüchtet, in dem er dies so genau beobachtet und sich in diesem Moment völlig irrationale Gedanken macht.

Ich fand die Parallele gut mit den Booten im Wasser. Die Vorstellung dass vor Jahren an demselben Ort das Wasser tödlich war und jetzt Kinder dort spielen fand ich gut rübergebracht.
Danke, genau darum ging es mir! Es ist ja kaum zu glauben, dass an so einem Ort wieder Fröhlichkeit herrschen kann.

In der Krieg-Szene gibt es nicht sonderlich viele Emotionen, was vollkommen ok ist. Dein Prota macht einfach, handelt automatisch, keine Zeit für große Gedanken.
Hier hätte ich mir trotzdem ein kurzes Aufblitzen eigener Emotionen gewünscht. Besonders da der sterbende Soldat ihn noch fragend ansieht, sollte das etwas in ihm auslösen?
Ja, guter Hinweis, gerade an dieser Stelle passt es ja auch. Ich habe mal folgendes ergänzt:
"Der Soldat streckt seine zitternde Hand aus, will den Sterbenden berühren, bevor sich seine Augen schließen. Aber er ist zu spät."

Also meine Interpretation vom Ende:
Das Mädchen (ich denke mal, seine Tochter) und der Junge machen aus dem Sprint zu den Eltern einen Wettkampf. Eine kindliche, naive, triviale Version des Krieges, welcher ja auch irgendwie ein Wettkampf zwischen zwei Parteien ist. Dann erreicht sie ihren Vater, empfindet dieselbe Freude wie er, als er im Kampf die schützende Mauer erreicht hat. Ich denke eigentlich nicht, dass diese Wasser-Szene wirklich geschieht, denn das Mädchen liegt auf ihrem Vater, aber ihr Lächeln verschwindet und der blaue Himmel aus der Kampf-Szene wird grau. Daher glaube ich, dass der Vater tot ist.
Der jeweils letzte Satz am Ende der beiden Szenen sollte zeigen, dass die Zukunft immer etwas anderes bringen kann. Der Soldat sieht, als er (zunächst) an einem sicheren Ort ist, einen blauen Streifen am Himmel. Es können also auch wieder besser Zeiten kommen.
Genauso umkehrt: Das Mädchen hat einen tollen Tag mit ihren Eltern und ihrem Bruder am Strand. Aber am Ende ziehen dunkle Wolken auf, ihr Lächeln verschwindet.
An dieser Stelle hatte ich es tatsächlich nur darauf bezogen, dass sie besorgt ist, der schöne Sommertag könnte unterbrochen werden.

Aber ich finde deine Idee sehr interessant, und sie ist durch die Informationen im Text ja genauso möglich. Demnach wäre sie hierbei alleine am Strand, hat sich alles vorherige nur ausgemalt. Finde ich also eine genauso mögliche Interpretation!

Ich bekomme da schon ein Bild. Zerstört finde ich aber nicht so gut gewählt. Habe den Eindruck, da verschenkst Du was.
Ich habe den Satz mal wie folgt geändert, mal sehen, ob mir noch etwas passenderes einfällt:
"Durch den nächsten Treffer wird der obere Teil seines Schädels durchschlagen."

Diese Verkürzungen finde ich persönlich nicht so gut. Für mich unterbricht es den Lesefluss. Ich frage mich dann immer, ob ich was überlesen habe.
Den ersten von dir genannten Satz habe ich angepasst, den zweiten finde ich so eigentlich ganz in Ordnung. Auch um die Verwundung und den danach folgenden Blick zeitlich geringfügig zu trennen.

Die Szene finde ich gut, obwohl sie für mich etwas aus dem Nichts kommt (er läuft ja gerade noch). Vielleicht könntest Du vorher einen Absatz machen?
Aber es zeigt sich hier sehr gut die Sinnlosigkeit von dem ganzen und wie es dem Soldaten zusetzt: Es sind genau drei, denkt der Soldat.
Ja, dieser Moment sollte auch zeigen, wie wenig der Soldat noch in der Lage ist, klar zu denken, gedanklich vor der Situation flüchtet.
Ich möchte beide Teile der Erzählung in einem jeweils zusammenhängenden Absatz, ich füge also erstmal keine weitere Leerzeie ein.

Ich persönlich habe bei der ersten Szene sofort an ein historisches Ereignis gedacht (zB. Invasion in der Normandie). Die zweite Szene ist derselbe oder ein ähnlicher Ort unter ganz anderen Voraussetzungen.
Ja, war auch mein Gedanke und es sollte auch der gleiche Strand sein.

Die Entscheidung fällt (mir) nicht schwer, wo bzw. wann man lieber wäre.
Mir auch nicht! :gelb:
Vielleicht kann man dies auch hoffnungsvoll sehen, auch an solchen Orten kann wieder etwas positives entstehen.

Danke für eure Eindrücke und viele Grüße!
Rob

 

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