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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Bogotá

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Bogotá

Singapur. Aber spielte das eine Rolle ? Andere Stadt, anderes Hotel, aber die Abläufe waren immer die selben. Flughafen, Taxis, Kundenbesuche, Hotels. Repetitivität.
Der Tag war schlecht und er hatte sich noch einen leichten Snack gegönnt, bevor er relativ früh das Bett aufsuchte. Der Jetlag steckte noch in seinen Knochen und er stellte missmutig fest, dass er alt wurde. Er war relativ schnell eingeschlafen.

Ein Geräusch aus dem Bad lies ihn aus einem leichten Dösschlaf aufhorchen.
Er schaute auf die Uhr. 03:55 Uhr am Morgen.
Er horchte in die Stille hinein. Da war es wieder. Aus dem Bad. Ein Kratzen und Schrammen.

Er öffnete die Schublade des Nachttisches und nahm den Revolver heraus, zog seine Puschen an und schleichte im Dunkeln in Richtung Bad. Den Revolver hatte er seid der leidigen Episode in Bogotá immer dabei. Er hatte einen Waffenschein, die Waffe war ordnungsgemäss registriert.
Sich in einem fremden Zimmer – selbst, wenn es noch so winzig war – Nachts zurechtzufinden, war nicht einfach und er entschied, die kleine Nachttischlampe anzumachen. Langsam öffnete er die Badezimmertür und erblickte einen Mann. Er schoss sofort und der Spiegel zerbarst in tausend Einzelteile. Er fluchte, rief sich einen Narren, machte das Licht im Badezimmer an und sah sich die Bescherung an. Der Spiegel war fast gänzlich von der Wand gefallen und zu seiner Überraschung entdeckte er einen an die Wand hinter des Spiegels geklebten, kleinen Zettel. Vorsichtig nahm er den Zettel von der Wand, faltete ihn auseinander und las, was darauf stand : Es war eine Adresse. In Bogotá. Wie konnte das sein ? Ausserdem stand da noch ein Wort, was ihn völlig aus der Fassung brachte.

Was damals passiert war, hatte er aus seinen Gedanken verbannt. Es hatte keine Erlaubnis, auf ihn einzuwirken, tat es nun aber doch. Ihm versagte der Atem , sein Herz beschleunigte seinen Rythmus und ihm wurde schwindelig, weil der Kreislauf sich von ihm verabschieden wollte. Er wankte ins Zimmer zurück, setzte sich auf den kleinen, aber bequemen Sessel und schaute durch die Tür des Gewesenen.
Er war mit dem Mietwagen unterwegs. Ein Fehler, gerade in Bogotá. Aber er hatte einen Termin ziemlich weit ausserhalb und war zu geizig, sich mit dem Taxi fahren zu lassen. Ausserdem war er sich sicher, das er kein Taxi zurück in die Stadt gefunden hätte. Also nahm er sich für den Tag einen Mietwagen. Er hatte den Termin so gelegt, das er um ca. 14:00 Uhr wieder im Hotel sein würde und somit während der extrem gefährlichen Abend – und Nachtstunden sicher war.

Auf dem Rückweg geriet er in eine Strassensperre. Guerillas hielten ihre Waffen hoch und deuteten ihm an, auszusteigen. Er gab Gas und säbelte die Gruppe um, wie Kegel. Blut spritzte und Körper flogen durch die Luft. Als er durch die Gruppe, bestehend aus etwa acht Männern ,hindruchgefahren war und meinte, das Schlimmste wäre überstanden, sah er sich den Familien gegenüber, die etwa 50 Meter hinter der bewaffneten Gruppe mitten auf der Strasse standen. Er hatte keine Zeit zu bremsen und fuhr mitten in die Gruppe hinein, welche hauptsächlich aus Frauen und Kleinkindern bestand. Einige der Männer waren noch am Leben. Er sah einen Mann mit Augenbinde auf sich zielen. Er war vielleicht gerade einmal 20 Jahre alt. Schüsse fielen und er gab abermals Gas.

Das Ganze hatte nur wenige Minuten gedauert, jedoch Jahre seines Lebens geprägt
Er meldete den Vorfall und endlose Verhöre fanden statt, bis er schliesslich ausreisen, aber nie wieder einreisen durfte. Er hatte ein Gemetzel veranstaltet und dabei die ganze Zeit aus vollem Hals geschrien. Noch Tage danach konnte er bei den Verhören kaum sprechen.

Immer wieder sah er die Bilder vor sich. Speziell die Frauen und Kinder. Er merkte nicht, das er weinte.
In Singapur. Mit dem Zettel in der Hand . Eine Adresse in Bogotá und dem einzigen Wort : “Komm’”

Die Jahre waren vergangen. Eine Therapie half, aber vor allen Dingen der Unterstützung seiner Familie hatte er es zu verdanken, dass er den Weg zurück ins Leben gefunden hatte.

Er dachte nach. Er konnte nicht nach Kolumbien reisen, weil er Einreiseverbot hatte.
Ausserdem hatte er sowieso nicht vor, jemals wieder dorthin zu reisen. Er hatte Angst.

An Schlaf war die Nacht nicht mehr zu denken .Am Morgen meldete er den Vorfall in seinem Bad an der Rezpetion und fragte , nachdem man ihm versichert hatte, dass das Zimmer am Nachmittag wieder in einem ordnungsgemässen Zustand sein würde, einem Impuls folgend ,wer denn das Zimmer vor ihm gebucht hatte. “Ein Mann aus Kolumbien, mein Herr. Er trug so eine komische Augenbinde”. Mit der Hand deutete der Mann an der Rezpetion die Augenbinde an, aber da hatte er die Eingangstür des Hotels bereits verlassen und stand auf der Strasse.

Er konnte sich nicht konzentrieren und die drei Termine des Tages waren allesamt schlecht. Am Abend kehrte er ins Hotel zurück und betrat das Zimmer. Schaute kurz ins Bad und alles war wieder hergestellt. Erleichtert atmete er auf und trank diesen Abend ein paar Gläser Scotch, um zu vergessen und die nötige Bettschwere zu erlangen.

Um 04:00 Uhr morgens hörte er abermals Geräusche aus dem Bad. Er nahm die Waffe aus dem Nachttisch, schaltete die Nachttischlampe ein und ging Richtung Bad. Er öffnete leise die Tür, aber diesmal lies er sich nicht übertölpeln, als er in den Spiegel sah.

Bevor er das Licht anmachte, ertönte ein Schuss und während er zu Boden sank, sagte eine Stimme: “Wenn Du nicht nach Bogotá kommst, kommt Bogotá eben zu Dir.”
 
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Bevor er das Licht anmachte, ertönte ein Schuss und während er zu Boden sank, sagte eine Stimme: “Wenn Du nicht nach Bogotá kommst, kommt Bogotá eben zu Dir.”
Hallo Dosenfood,

ich weiß nicht, warum diese Räuberpistole ausgerechnet in „Bogotá“, Kolumbien, spielen muss. Gabriel Garcia Marquez wird ebenso unschuldig sein wie jedwer daran, dass es nicht eine der reichsten Städte der Welt wurde, Singapur. Was ich aber weiß ist um die Fehlerquote dieses kleinen Textes, in dem nicht nur das vielgestaltige „das“ (Artikel, div. Pronomen) mit der Konjunktion „dass“ verwechselt wird, aber auch gelegentlich „lassen“ und „lesen“ im „lies“ (Imperativ von lesen) und dem Prät. „ließ“ des „lassen‘“, dass mir der Gedanke kommt, dass Deutsch nicht deine Muttersprache sein könnte und wenn nicht, Du zumindest Deinen Deutsch- oder (grundsätzlicher: Deine) Sprachlehrer verklagen solltest – aber der Reihe nach:

Andere Stadt, anderes Hotel, aber die Abläufe waren immer die selben.
„dieselben“

Ein Geräusch aus dem Bad lies ihn aus einem leichten Dösschlaf aufhorchen.
„ließ“
und was ist ein „Dösschlaf? Entweder „Dösen“ oder „leichten Schlaf“

Er öffnete die Schublade des Nachttisches und nahm den Revolver heraus, zog seine Puschen an und schleichte …
Den Revolver hatte er seid der leidigen Episode in Bogotá immer dabei.
Verwechselung mit „sein“ („seid“) und der Konjunktion/Präposition „seit“
Sich in einem fremden Zimmer – selbst, wenn es noch so winzig war – Nachts zurechtzufinden, …
„nachts“

Er fluchte, rief sich einen Narren, ….
Das ist vor allem die Stelle, die mich nach Deiner Muttersprache fragen lässt, denn an sich ruft man sich nicht einen Narren (aber auch das dann ohne Reflexivpronomen, das nur im Selbstgespräch verwendet würde). Standardmäßig wird nicht „rufen“, sondern „schelten“ (von der Bedeutung her eine Art „schimpfen“) verwendet, also besser, „er fluchte, schalt sich einen Narren“

Nun aber läuft der Satz vollständig aus
Der Spiegel war fast gänzlich von der Wand gefallen und zu seiner Überraschung entdeckte er einen an die Wand hinter des Spiegels geklebten, kleinen Zettel.
Was war denn da vom Spiegel nicht von der Wand gefallen und der Genitiv („des Spiegels“) ist eigentlich der besitzanzeigende Fall (der Art „Sohn des Vaters“)

Nicht selten entstehen vom Schriftbild her grammatikalisch unerwünschte Leerstellen wie hier
Ihm versagte der Atem , sein Herz beschleunigte seinen R[h]ythmus und ihm wurde schwindelig,

(Satzzeichen immer direkt am vorhergehenden Wort!, die Ausnahme sind Auslassungspunkte, die zweierlei Erscheinungsform haben: Direkt am Wort sollen sie anzeigen, dass wenigstens ein Buchstabe am Ende des Wortes fehle – da wäre dann die Ästhetik des Apostrophs viel rationeller

Ausserdem war er sich sicher, das er kein Taxi zurück in die Stadt gefunden hätte…. Er hatte den Termin so gelegt, das er um ca. 14:00 Uhr wieder im Hotel sein würde und …
Kleiner Tipp im Zweifelsfall: Ein „das“ kann meistens durch ein anderes Wort ersetzt werden (was, welches z. B.)

Als er durch die Gruppe, bestehend aus etwa acht Männern ,hindruchgefahren war und meinte, das Schlimmste wäre überstanden, sah er sich den Familien gegenüber,…
Der Rest des Satzes lässt aber auch Unkonzentriertheit in Sachen Leerstelle aufkommen ...

Einige der Männer waren noch am Leben.
Warum die Substantivierung, wenn das Verb allemal eleganter wirkt, nämlich „Einige Männer lebten noch“
Hier
Das Ganze hatte nur wenige Minuten gedauert, jedoch Jahre seines Lebens geprägt
fehlt der Abschluss… und hier Leerstellen & Abschlüsse
M
it dem Zettel in der Hand . Eine Adresse in Bogotá und dem einzigen Wort : “Komm’”
Da musstu den Rest nun allein durchsuchen nach unnötigen und nötigen Leerstellen und Satzzeichen.
Auffällig ist nun die Schreibweise
Am Morgen meldete er den Vorfall in seinem Bad an der Rez[e]petion und fragte , nachdem man ihm versichert hatte, dass das Zimmer …
Mit der Hand deutete der Mann an der Rez[e]petion die Augenbinde an, aber da hatte er die Eingangstür des Hotels bereits verlassen und stand auf der Strasse.
Wie dem auch sei und erst recht, wie es auch werde - erst mal kein Grund, den Kopf hängen zu lassen, denn bekanntermaßen ist weder Meister noch Meisterin vom Himmel gefallen. Was hätten sie auch davon - außer je einem gebrochenen Genicks.

Und in diesem Sinne

herzlich willkommen hierorts!

Friedel
 
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