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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Das Familienalbum

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Das Familienalbum

Sie sass mit gestrecktem Kreuz auf dem Sofa. Sie war alt, sehr alt und sie war allein.
Sie hatte alle überlebt.
In ihrem altmodischen schwarzen Kleid, mit schwarzer Strumpfhose und schwarzen Schuhen, sass diese schmächtige Person in der Ecke des Sofas und schaute verträumt in die Runde. An ihre flachen Brüste hatte sie mit gekreuzten Armen ein speckiges Album gedrückt, welches recht voluminös war.
Das alte Haus lag ruhig da, in einer fast unbefahrenen Nebenstrasse dieser unscheinbaren Stadt. Das Wohnzimmer, in welchem sie sich befand, war spärlich und in einem undefinierbarem Sammelsourium verschiedener Epochen und Stile eingerichtet.

Sie legte das Album auf ihre Knie, beugte sich vor und öffnete es.

Die ersten Bilder erschienen.Aufnahmen aus lang vergangenen Zeiten :

„Hermann“- sagte sie „ Meine erste grosse Liebe. Er war bei der Armee, wissen Sie ?
Ich glaube Oberst, aber sicher bin ich mir da nicht mehr. Herrjeh, mein altes Gedächtnis will auch nicht mehr so recht ! Naja. Ich habe ihn geliebt und – ich glaube es war kurz bevor er in den Krieg ging, aber genau weiss ich das nicht mehr . Wir haben geheiratet. Ich wurde schwanger. Er kam erst nach langer, langer Zeit zurück. Es waren schwierige Zeiten, wissen sie ? Ich musste hart arbeiten und konnte niemanden bezahlen, um auf das Baby aufzupassen. Es fiel einfach aus dem Bettchen !“. Eine Träne kullerte aus ihrem linken Augenwinkel. „ Hermann kam zurück, aber er war niemals mehr der Alte.
Er fing an zu trinken und machte schlimme Sachen mit mir. Dennoch habe ich ihn geliebt.“ Zärtlich strich sie mit der Handfläche über das Foto. „ Sein Tot, einige Jahre später hat mich sehr berührt.“

Sie blätterte weiter.

„Danach wollte ich keine Kinder mehr. Josef. Es war gegen Ende des zweiten Weltkrieges, soweit ich mich noch entsinnen kann. Es waren schöne Zeiten. Er hatte ein schickes Auto. Wir sind oft damit unterwegs gewesen, im Sommer am Strand und im Winter in den Bergen, wissen Sie ?. Josef war Jude. Ihm gehörte dieses Haus,wussten sie das ? Die Nazis waren hinter ihm her und hätten ihn wohl bald erwischt.
Es war eine sehr schöne Zeit.

Sie blätterte weiter.

Franz. Wir haben 1960 geheiratet. Da war ich schon eine alte Jungfer ! Sehen Sie hier : Das ist der Sohn von Franz aus erster Ehe. Herbert. Er hatte einen Autounfall. Die Ursache seines Todes wurde bis heute nicht geklärt, wussten Sie das ? Franz hat das sehr berührt und ich musste alle meine Kräfte aufbringen, um ihn wieder zu beruhigen, was eine ziemliche Zeit gedauert hat. Er hat sich jedoch nie wieder von diesem Verlust erholen können und wurde missmutig und jähzornig. Ich glaube, er hat mir einen Teil der Schuld gegeben, weil Hermann und ich niemals eine – wissen Sie – Mutter/Sohn- Beziehung hatten. Der Junge war schliesslich schon 19 Jahre alt !
Franz erstickte im Schlaf. Ich lag direkt neben ihm und weiss bis heute nicht, was mit ihm passiert ist.
Er war ein Autonarr. Seine Autos – alles Oldtimer, wissen Sie ?- habe ich verkauft. Ich habe schliesslich nicht einmal einen Führerschein. Auch seine Transportfirma musste ich notgedrungen verkaufen, da ich von solchen Dingen nun überhaupt keine Ahnung habe.“

Sie blätterte weiter.

„Egon“ Sie lächelte. „Das war vielleicht ein Draufgänger ! Er hat mein Herz im Sturm erobert. Obwohl er schon ziemlich gebrechlich war und ein Herzleiden hatte, war er noch immer sehr aktiv, das dürfen Sie mir ruhig glauben. Er hatte irgend etwas mit der Börse zu tun gehabt. Sie müssen verzeihen, aber von so etwas habe ich nicht die geringste Ahnung. Wir sind viel gereist. Schöne Reisen. Prag, Warschau, Madrid, Mailand...
In Paris hatte er seine Herzmedizin nicht parat. Es war tragisch. Ich konnte nichts für ihn tun.

Mit melancholischem Blick klappte sie das Album wieder zu und drückte es erneut an ihre schmächtige Oberweite.
„Wissen Sie ? Ich habe Glück, das ich mit solchen Männern gesegnet war. Ich habe ein erfülltes Leben geführt und dafür bin ich sehr dankbar.“

Der Komissar stand vom Sofa auf und legte ihr die Handschellen an . Der Respekt hatte ihm geboten, diese Frau aussprechen zu lassen.

„ Ja, das haben Sie mit Sicherheit. Sie sind des sechsfachen Morders angeklagt. Sie haben das Recht,......“
 
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@Dosenfood

Und hast du nun herausgefunden, warum du deine Texte hier einstellst? Gibt es Neuigkeiten?

Oder bleibt es bei: Hier ist das Dosenfutter, eure Meinung ist mir egal?

Gruselig ... :crying:
 
Zuletzt bearbeitet:
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@Dosenfood,

Es gibt auch Plattformen, auf denen man seine Texte einfach veröffentlichen kann. Blogs, Facebook ect. Vielleicht wäre das eher was für dich.

Gruß
Murphy
 
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19.04.2020
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@Rob F

Guten Morgen,

Also hätte ich die Geschichte doch mit dem Tag "Horror" versehen sollen.
Ich habe ernsthaft darüber nachgedacht.

Mit freundlichen Grüssen und guten Wünschen für ein angenehmes Wochenende

DF


@murphy_does_his_best,

Guten Morgen,

Soll ich meine Geschichten etwa einer Datenkrake anvertrauen ? Woher soll ich wissen,
in welchen diffusen Kanälen sie landet ? Dann doch lieber seriös.

MfG

DF
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Wortkrieger-Globals
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Womit das jetzt geklärt wäre. Bitte zurück zur Textarbeit oder Schweigen. Vielen Dank.
 

AWM

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Servus @Dosenfood , ich finde die Ausgangssituation unglaubwürdig. Wäre besser, du würdest da eine Verhörsituation daraus machen. So glaube ich nicht, dass ein Kommissar sich da mit ihr hinsetzt und sie ihm ihr Familienalbum zeigt etc. Ich glaube, das Gefühl hattest du selbst. Du lieferst eine knappe Erklärung: "Der Respekt hatte es ihm ..."
Ansonsten sieht man den Twist natürlich recht schnell kommen. Die Grundidee ist aber nicht schlecht. Da lässt sich etwas daraus machen. Hier meine Anmerkungen.
Sie sass mit gestrecktem Kreuz auf dem Sofa. Sie war alt, sehr alt und sie war allein.
Sie hatte alle überlebt.
In ihrem altmodischen schwarzen Kleid, mit schwarzer Strumpfhose und schwarzen Schuhen, sass diese schmächtige Person in der Ecke des Sofas und schaute verträumt in die Runde.
Das liest sich für mich wie zwei Anfänge. Entscheide dich für einen. Ich würde bei Satz drei beginnen, weil die ersten beiden Sätze reines tell sind. Ansonsten: Entferne die ganzen unnötigen Absätze und bügel die zahlreichen Leerzeichen aus. Außerdem nutzt du zu viele Adjektive und beschreibst Dinge, die unwichtig sind. altmodisch, dreimal schwarz, schmächtig und dann noch das Adverb verträumt.
An ihre flachen Brüste hatte sie mit gekreuzten Armen ein speckiges Album gedrückt, welches recht voluminös war.
Hier auch. Warum ist es wichtig, dass ihre Brüste flach sind? Flach, gekreuzt, speckig, recht voluminös. Diese ganzen Adjektive machen deinen Text langsam.
Das alte Haus lag ruhig da, in einer fast unbefahrenen Nebenstrasse dieser unscheinbaren Stadt. Das Wohnzimmer, in welchem sie sich befand, war spärlich und in einem undefinierbarem Sammelsourium verschiedener Epochen und Stile eingerichtet.
Das ist auch ungeschickt. Da wechselt "die Kamera" ohne Grund die Einstellung. Wir sind im Wohnzimmer und dann zoomst du weg und erzählst, wo das Haus liegt, was für die Geschichte nullkommanull Relevanz hat. Und auch hier die Adjektive. Das Haus lag in einer Nebenstraße, in die sich fast nie ein Auto verirrte. Das ist auch faul mit den Adjektiven, weil es reine Behauptungen sind. Wäre es wichtig, dass die Stadt unscheinbar ist (was es für deine Geschichte nicht ist) dann müsste man das durch die Handlung erzählen. Wie sieht es da aus? Niemand ist auf den Straßen. Nur eine alte Frau füttert Tauben im Park (ich weiß, Klischee).
Sie legte das Album auf ihre Knie, beugte sich vor und öffnete es.

Die ersten Bilder erschienen.Aufnahmen aus lang vergangenen Zeiten :
Komische Absätze und Leerzeichen. Aufnahmen aus lang vergangenen Zeiten streichen. Das nimmt die Neugierde und ist wieder reines tell. Zeige uns, was auf den Fotos zu sehen ist und zwar konkret. Dann brauchst du solche Sätze nicht.
ich glaube es war kurz bevor er in den Krieg ging
Glaube es kommt ein Komma nach glaube
Ich musste hart arbeiten und konnte niemanden bezahlen, um auf das Baby aufzupassen. Es fiel einfach aus dem Bettchen !“.
Leerzeichen und Punkt am Ende weg.
„ Sein Tot, einige Jahre später hat mich sehr berührt.“
Leerzeichen und Tod!
Es war gegen Ende des zweiten Weltkrieges, soweit ich mich noch entsinnen kann.
Das nehme ich selbst ihr nicht ab, dass sie das nicht weiß, gleichzeitig aber von der Verfolgung von Josef spricht.
im Sommer am Strand und im Winter in den Bergen, wissen Sie ?.
Punkt weg
Franz. Wir haben 1960 geheiratet. Da war ich schon eine alte Jungfer !
Sie war wohl keine alte Jungfer, wenn sie davor ein Kind bekommen hat ...
Er hatte irgend etwas mit der Börse zu tun gehabt.
irgendetwas
drückte es erneut an ihre schmächtige Oberweite.
wieso hast du es so mit ihrer Oberweite? Warum ist das relevant für deine Geschichte?
Ich habe Glück, das ich mit solchen Männern gesegnet war.
dass!
Der Komissar stand vom Sofa auf und legte ihr die Handschellen an . Der Respekt hatte ihm geboten, diese Frau aussprechen zu lassen.

„ Ja, das haben Sie mit Sicherheit. Sie sind des sechsfachen Morders angeklagt. Sie haben das Recht,......“
Lazy Ende ... und das Zeichenwirrwar nach Recht ist seltsam. Recht ..."

Gruß!
AWM
 

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