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Deine Welt

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Deine Welt

Edgar zitterte immer noch. Trotz der heißen Dusche nach der Kälteschlafkammer, in der er allein für den Rückflug zur Erde fast dreizehn Jahre verbracht hatte. Später würde er versuchen, noch die letzten Reste des Schutzgels zu entfernen, das ihn in der Kammer umgeben hatte.
Er setzte sich an den Tisch in dem kleinen Aufenthaltsraum seines Weltraumseglers. Der schwebende Roboter, der wie ein großes Tablett mit vier Armen aussah, brachte ihm eine dampfende Mahlzeit. Ein Glas Wasser stand bereits vor ihm.
„Ich frage gar nicht erst, was das ist“, sagte Edgar.
„Proteine und …“, begann der Roboter, Ria, mit einer weiblichen, leicht knisternden Stimme.
„Vielleicht noch etwas für die Verdauung?“, unterbrach er.
„Nur wenn du aufisst."
„Okay, dann los."

Nachdem er im Cockpit erneut den Zustand des Seglers geprüft und keine Auffälligkeiten entdeckt hatte, rief Edgar per Sprachbefehl die Daten der Erde auf. Er hatte den Hyperflug im vorgegebenen Abstand zu seinem Heimatplaneten beendet, sofern die ihm bekannten Werte nach so vielen Jahren noch galten. Insgesamt war er gut zweiundvierzig Jahre im interstellaren Raum unterwegs gewesen und dabei dank der Kälteschlafkammer nur wenige Wochen gealtert. Nun hatte er Informationen eines Planeten im Bordcomputer, die ihm ein Vermögen einbringen konnten. Seine Existenz für viele Jahre sichern würden. Eine Welt voller Leben, zwar nur unter Wasser, aber mit einer für den Menschen atembaren Atmosphäre.
Ein Bild der Erde erschien vor ihm, auf die Scheibe des Cockpits projiziert. Daneben detaillierte Informationen: Größe der Land- und Wasserfläche, durchschnittliche Temperatur in verschiedenen Klimazonen, aktuelle Naturkatastrophen und … Edgar lehnte sich nach vorne, diese Information konnte nicht stimmen. Die Zahl der lebenden Menschen lag bei Null.

„Informationen Lebewesen“, forderte Edgar mit heiserer Stimme.
Er konnte bei den erscheinenden, zusammengefassten Informationen zunächst nichts Ungewöhnliches erkennen, die Flora und Fauna der Erde schien intakt. Erst bei den detaillierten Werten, beginnend mit der Anzahl der lebenden Menschen, erschien der gleiche Fehler. Als wäre der Mensch von der Erde verschwunden. Auch bei den Tierarten schienen nach einer oberflächlichen Prüfung einige zu fehlen.
Edgar wollte den großen Landeplatz bei Neu-Berlin ansteuern und versuchte, eine Verbindung aufzubauen. „Kommunikation zu BER-8 herstellen“, wies er den Bordcomputer an.
„Kein Signal vorhanden. Kommunikation nicht möglich“, meldete der Bordcomputer mit monotoner Stimme.
Er bekam Gänsehaut. „Prüfe Signale im Umkreis von einhundert Kilometern um BER-8.“
Diesmal kam die Antwort erst nach einigen Sekunden. „Keine Signale gefunden.“
Das konnte nur ein Fehler der Bordtechnik sein. „Fliege BER-8 an. Manuelle Übernahme der Kontrollen einhundert Meter über dem Landeplatz.“
„Kurs errechnet und aktiviert.“
„Okay. Dann dusche ich nochmal.“

Edgar betrachtete den großen Landeplatz und das anliegende Gebäude aus Glas, in dem es sonst durch die vielen Geschäfte vor Leben wimmelte. Der Platz war leer, kein einziger Raum- oder Stadtgleiter zu sehen. Auch das Gebäude wirkte geisterhaft, der Innenraum vollständig dunkel. Von den schwebenden Hochgeschwindigkeitszügen, die ins Zentrum von Neu-Berlin und zu anderen Städten fuhren, konnte er ebenfalls keinen ausmachen.
„Übergabe an manuelle Kontrolle“, meldete der Bordcomputer.
Edgar griff die Flugsteuerung und schwebte einem Landeplatz nahe dem Glasgebäude entgegen. Die sonst blau leuchtenden Linien, welche die Plätze voneinander trennten, waren nicht aktiviert und kaum zu erkennen. Erst kurz vor der Landung bemerkte er, dass seine Hände leicht zitterten. Er setzte härter auf als beabsichtigt, aber die Hydraulik federte die Landung ab.
Mit dem Ärmel wischte er sich den Schweiß von der Stirn und atmete tief durch. Das Außenthermometer zeigte vier Grad. Edgar stand auf und ging in die Kabine, um seine Jacke zu holen. Er würde jemanden finden, der ihm erklären konnte, was hier vor sich ging. Egal, was die Instrumente zeigten, es konnten nicht alle Menschen verschwunden sein.
Kalte Luft wehte ihm entgegen, als er die Ausstiegsluke herunterfuhr. Er wollte das Schiff schon verlassen, drehte sich aber nochmal um und rief: „Ria!“
Wenige Sekunden später schwebte der Roboter zu ihm, die Arme unter dem tablettförmigen Körper gefaltet. Edgar deutete nach draußen.
Ria bewegte sich nicht. „Nach dir.“

Er trat hinaus in den kühlen, aber sonnigen Wintertag. Ria folgte ihm, die Luke schloss sich hinter ihr. Nach einem erneuten Blick über den Landebereich schauderte er. Nicht nur, weil alles verlassen war. Noch etwas anderes wirkte hier nicht richtig, er konnte es nur nicht greifen.
Sie näherten sich dem gläsernen Gebäude, sahen ihre Spiegelbilder. Keine Bewegung, kein Licht war darin zu erkennen. Edgar legte seine Hände an die Scheiben und blickte unter ihnen ins Innere. Und sah nur Leere. Keine Geschäfte, keine Menschen. Auch alles andere fehlte, die Etagen, Aufzüge und Rollbänder. „Was zum Teufel …“, flüsterte er und ging zu einer der Eingangstüren. Sie öffneten sich automatisch, wenn jemand nah genug war, aber nicht diesmal.
„Was ist hier passiert, Ria?“
„Nichts.“
„Danke. Sehr hilfreich.“
„Ich habe nicht mehr Informationen als du und …“
„Ja, schon o.k.“
Edgar versuchte, die Tür aufzuziehen, aber er kam mit den Fingern nicht in den schmalen Spalt. Er blickte zurück zu seinem Raumgleiter, dann zu den einige Kilometer entfernten Hochhäusern der Innenstadt. Auch dort bewegte sich nichts, wo sonst unzählige Stadtgleiter um die Gebäude schwirrten.
„Wir gehen ins Zentrum, parallel zu den Schwebebahnen der Züge. Ich habe mich lange genug nicht bewegt.“
Ria rührte sich nicht.
„Ich weiß, ich zuerst.“

Nach einer knappen halben Stunde erreichten sie einen der silbrig-gläsernen Hochgeschwindigkeitszüge. Wieder störte Edgar mehr als nur die Tatsache, dass der Zug mitten auf der Strecke stand. Auch in seinem Inneren war alles dunkel und leblos. Er blickte in beide Richtungen, entdeckte aber keinen anderen Zug. Die Welt wirkte auf ihn nicht verlassen oder ausgestorben, sondern eher … unfertig. Als hätte jemand eine Modellwelt begonnen.
„Scanne mal das Bild der Innenstadt“, sagte er zu Ria. „Und vergleiche es mit deinen Aufzeichnungen.“
Ria drehte ihren runden Körper, bis das Auge Richtung Zentrum ausgerichtet war. „Eins der Hochhäuser fehlt und die Abstände der übrigen weichen geringfügig von meinen bisherigen Daten ab.“
Edgar strich sich über den Dreitagebart. „Ich will mir das ansehen, irgendeine Erklärung muss es geben.“
„Vielleicht sollten wir besser …“, begann Ria.
„Nein.“
Sie folgte ihm schweigend.

Der Vorort war genauso verlassen wie alles andere bisher. Vor einigen der Einfamilienhäuser standen Stadtgleiter, aber es waren wenige. Zu wenige. In keinem Gebäude brannte Licht, niemand war zu sehen. Die einzigen Geräusche waren seine Schritte, Rias leises Summen und der Wind, der durch die Straßen wehte, die Bäume rascheln ließ. Und er roch nichts, wie ihm zum ersten Mal bewusst wurde. Noch nicht mal die Bäume oder Winterpflanzen in den Vorgärten.
„Ria, stelle mal eine Verbindung zum Bordcomputer her und prüfe, ob während unseres Flugs etwas passiert ist. Lass dir alles auflisten, was auf eine Anomalie hindeutet, oder auf etwas abweichend vom erwarteten Flugumfeld.“
„Ich werde eine Suchsequenz starten. Wird einige Stunden dauern, bei der Anzahl an Jahren. Außerdem wissen wir nicht, wonach wir suchen.“
„Okay. Gib Bescheid, wenn du was hast.“
Edgar bemerkte bei einem der Häuser eine offen stehende Eingangstür und ging in diese Richtung. Die kleinen Hecken, die den Vorgarten vom Bürgersteig trennten, waren perfekt gerade geschnitten. Das ganze Gebäude und alles daran wirkte wie ein für Publikum zurecht gemachtes Musterhaus. Er trat ein und rief: „Hallo?“ Niemand antwortete, er hatte auch nicht damit gerechnet. Im Flur war auf der linken Seite eine Tür, die ebenfalls offen stand. Edgar betrat das dahinter liegende Wohnzimmer. Alles wirkte wie neu eingerichtet und unbewohnt.
„Können wir dann weiter?“, fragte Ria hinter ihm.
Edgar zuckte zusammen. „Wenn du mich nochmal so erschreckst, gehe ich ohne dich weiter.“
„Nein.“
„Doch. Ich will mir noch das Schlafzimmer ansehen.“
Er fand es auf der ersten Etage, wie erwartet wirkte auch hier alles unbenutzt. Ihn interessierte der Kleiderschrank, sein Inhalt. Irgendetwas, das auf Menschen hindeutete. Er war jedoch leer.
„Lass uns weiter. Hier gibt es nichts.“

Der Eindruck der Umgebung änderte sich nicht, als sie die Innenstadt erreichten. Alles blieb ruhig und verlassen. Wie erstarrte Riesen umgaben sie die Hochhäuser, nahmen ihnen das Tageslicht.
„Hat die Suchsequenz schon etwas ergeben?“, fragte Edgar.
„Nein, achtzehn Jahre sind nun geprüft, ohne Auffälligkeiten. Ich gebe dir schon Bescheid, wenn ich …“
„Ja, ich war nur neugierig. Ich werde den Autopilot des Gleiters aktivieren und hierher ordern, ich muss mir diese Geisterwelt nicht weiter ansehen. Wir fliegen zum Mars, dort wird man wohl wissen, was hier passiert ist.“
Er wollte den Kommunikator an seinem Handgelenk aktivieren, als er etwas am Rand einer der Wolkenkratzer bemerkte. Ein Licht, das die Farbe wechselte. „Was ist das?“, flüsterte er und ging darauf zu. Als er um die Ecke bog, sah er eine große, holografische Werbefläche. Sie zeigte eine Siedlung mit Musterhäusern. Davor stand eine junge Frau, Edgar schätzte sie um die zwanzig. In einem roten Kleid, die langen, blonden Haare zu zwei Zöpfen geflochten. Sie lächelte und drehte sich einmal um die eigene Achse. Dann schnippte sie mit Daumen und Mittelfinger. Die Siedlung hinter ihr verschwand, stattdessen erschienen Bilder von fertig eingerichteten Räumen. Sie zeigte darauf und sah ihn an. Schnippte erneut mit den Fingern, wonach die Werbefläche verschwand. Nur sie selbst blieb übrig, ihre vorher leuchtenden Farben wurden dunkler.
Lächelnd kam sie auf ihn zu. Edgar war zunächst wie erstarrt, ging dann einige Schritte rückwärts.
„Hab keine Angst“, sagte die junge Frau. „Es ist deine Welt.“

„Wer bist du?“, war das einzige, was Edgar einfiel. Sie kam ihm bekannt vor, vielleicht aus einem Werbespot.
„Ich bin kein Individuum, nur ein vom Kollektiv getrennter Teil. Erkennst du deine Welt? Sie ist noch nicht fertig, aber bald bin ich soweit.“
Edgar sah zu Ria, dann wieder zur Frau im roten Kleid. „Dann bin ich nicht auf der Erde?“
„Nein, aber ich wollte es dir so angenehm wie möglich machen. Warte!“ Wieder schnippte sie mit den Fingern. Um sie herum erschienen andere Menschen, gingen an ihnen vorbei, ohne sie zu beachten. Auch in den Hochhäusern erschienen Lichter hinter den Scheiben, als hätte die Frau einen Schalter umgelegt und das Leben aktiviert.
„Es funktioniert!“ Sie klatschte in die Hände und sprang in die Luft.
Trotz der Situation ließ sich Edgar von der Fröhlichkeit der jungen Frau anstecken und lächelte.
„Und sagst du mir nun, wo ich bin?“
„Ja, du …“ Von einem Moment auf den anderen wurde ihr Gesicht traurig, die Augen gläsern. „Ich war neugierig, es liegt in unserer Natur. Es tut mir leid.“
„Was denn … Ist was passiert?“
Sie senkte den Kopf, wie ein Kind, das bei etwas erwischt wurde. Dann aktivierte sie erneut die holografische Fläche. Sie zeigte zunächst seinen Raumgleiter, aber nicht auf BER-8, sondern im Weltall. Nach einigen Sekunden wechselte das Bild und zeigte seine Kälteschlafkammer. Er erkannte die Kette mit dem kleinen, steinernen Kleeblatt, die auf einer Ablagefläche oberhalb der Kammer lag. Die er auch jetzt trug. Er selbst war in der Kammer durch das Schutzgel kaum zu erkennen. Etwas Rotes schimmerte hindurch, als hätte sich etwas über sein Gesicht gelegt. Die Farbe erinnerte ihn an das Kleid der jungen Frau.
„Was ist das, auf meinem Gesicht? Bist das …“
„Ja.“ Sie hielt den Blick gesenkt. „Ich wusste nicht, welch wunderbare Welten ich finden würde. Lange werde ich sie nicht mehr halten können.“
Nach einigen Sekunden verstand Edgar die Bedeutung des Bildes und ihrer Worte. Er taumelte rückwärts, setzte sich mit zitternden Beinen auf den Boden. Fast wäre einer der Passanten gegen ihn gelaufen.
„Wie lange noch?“, brachte er schließlich mit leiser Stimme hervor.
„Genau weiß ich es nicht, aber die Nacht ist nicht mehr weit.“
Sie schwiegen einige Minuten. Edgar blickte starr auf das Bild von sich in der Kälteschlafkammer. Ihm geisterten unzählige Fragen durch den Kopf, unter anderem, wie das Wesen in die Kammer gekommen war. Aber er stellte keine einzige davon, es würde nichts ändern.
„Darf ich mir etwas wünschen?“, wollte er schließlich wissen.
Sie blickte auf, mit der Andeutung eines Lächelns. „Ja!“

Edgar saß mit seinen Eltern auf einer großen Picknickdecke, nicht weit vom See entfernt. Es war der erste Tag der Sommerferien, morgen begann das Ferienlager. Hatte er je eine bessere Zeit gehabt, die sich lohnte, nochmal erlebt zu werden?
Seine Mutter las in einem Holo-Buch, sein Vater genoss wie so oft stumm die Sonne. Er stand auf, gab zuerst ihm und dann seiner Mutter einen Kuss auf die Wange.
„Hey“, grummelte sein Vater, lächelte dabei aber.
„Womit haben wir das verdient?“, fragte seine Mutter.
„Ach, nur so. Weil ihr bei mir seid. Bin gleich wieder da.“
„Bleib in der Nähe!“, rief ihm seine Mutter hinterher.
Nicht weit entfernt saß die junge Frau auf einer kleinen Decke, diesmal in einem roten Badeanzug. „Hey, Edgar“, begrüßte sie ihn. „Genießt du deinen Wunsch?“
„Ich versuche es. Es ist alles so unwirklich.“ Über diese Worte musste er selbst kurz lachen.
„Es ist so wirklich, wie du es zulässt. Warte, es fehlt noch jemand.“ Ria schwebte hinter einem Baum hervor, auf ihrer Fläche ein Glas Eistee.
„Cool, danke! Eigentlich gehörst du hier nicht hin, Ria, ich kaufe dich erst später.“ Er nahm das Glas und trank einen großen Schluck.
„Irgendjemand muss dich ja bedienen.“
„In meinem Bordcomputer sind Informationen zu einer interessanten Welt, voller Leben. Falls es dich nicht stört, nass zu werden“, meinte Edgar, wieder an die Frau gewandt.
„Ich habe dazu schon einiges in deinen Gedanken gefunden und werde es dem Kollektiv ...“
Der Boden vibrierte leicht. Sie sah ihn an. „Es tut mir leid, Edgar. Nun geht es nicht mehr.“ Am Horizont wurde der Himmel schwarz.
„Was passiert jetzt mit mir?“, fragte er, als sich die Finsternis ausbreitete.
„Ich weiß es nicht. Was auch immer geschieht, wenn dein Organismus stirbt. Ich kann dich nicht in meine Welt holen, alles passiert in deiner.“
Edgar stellte das Glas wieder auf Rias Oberfläche ab. Die junge Frau und er blickten sich ein letztes Mal an. Tränen liefen ihre Wangen hinab. „Es tut mir leid“, wiederholte sie.
„So ist es nun. Vielleicht gibt es andere Welten.“ Er ging zu seinen Eltern. Beide hatten sich hingesetzt, blickten dem näher kommenden Schwarz entgegen. Er setzte sich dazu und umarmte sie. Ria schwebte über ihnen. Bis es dunkel wurde.
 
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Monster-WG
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Lieber @Rob F

Deine Geschichte hat mich sehr berührt. Wie immer ist Dein Text flüssig geschrieben, es geschieht Kopfkino. Für Deinen Prota entwickle ich große Sympathie, ich fühle mit, leide mit. Den Roboter finde ich klasse. Du beschreibst sehr bildhaft. Und obwohl die Geschichte an einigen Stellen sehr düster ist, empfinde ich das nicht als unangenehm.

Hier ein paar Anmerkungen:

Edgar zitterte immer noch, trotz der heißen Dusche nach der Kälteschlafkammer. In der er allein für den Rückflug zur Erde fast dreiundsechzig Jahre verbracht hatte.

Ich würde die beiden Sätze mit Komma verbinden, das würde sich flüssiger lesen.

Später würde er versuchen, das restliche Schutzgel abzubekommen, das ihn in der Kammer umgeben hatte.

Das klingt seltsam (dachte erst, er muss davon noch etwas abbekommen, also erhalten).
Vorschlag: abschrubben / entfernen

Nachdem er im Cockpit erneut den Zustand des Seglers ohne Auffälligkeiten geprüft hatte, rief Edgar per Sprachbefehl die Daten der Erde auf.

Vorschlag: Nachdem er im Cockpit erneut den Zustand des Seglers geprüft und keine Auffälligkeiten entdeckt hatte, rief er ...

Edgar beugte sich nach vorne, diese Information konnte nicht stimmen. Die Zahl der lebenden Menschen lag bei Null.

Hier hast Du natürlich die Neugierde geweckt. Ich möchte wissen, was passiert ist.

Edgar bekam eine Gänsehaut

streichen

Edgar betrachtete den großen Landeplatz und das anliegende Gebäude aus Glas, in dem es sonst durch die vielen Geschäfte vor Leben wimmelte. Der Platz war leer, kein einziger Raum- oder Stadtgleiter zu sehen. Auch das Gebäude wirkte geisterhaft, der Innenraum vollständig dunkel. Von den schwebenden Hochgeschwindigkeitszügen, die ins Zentrum von Neu-Berlin und zu anderen Städten fuhren, konnte er ebenfalls keinen ausmachen.

Sehr schön beschrieben. Ich bin voll in der Szene.

Erst kurz vor der Landung bemerkte er, dass seine Hände leicht zitterten. Er setzte härter auf als beabsichtigt, aber die Hydraulik federte die Landung ab.

Hier bringst Du seine Emotionen gut rüber, ich bin voll dabei.

Nach einem erneuten Blick über den Landebereich bekam er wieder eine Gänsehaut.

Vielleicht ein wenig Abwechslung? z.B. ... schauderte er

Noch etwas anderes wirkte hier nicht richtig, er konnte es nur noch nicht greifen.

Der Vorort war genauso verlassen wie alles andere bisher. Vor einigen der Einfamilienhäuser standen Stadtgleiter, aber es waren wenige. Zu wenige. In keinem Gebäude brannte Licht, niemand war zu sehen. Die einzigen Geräusche waren seine Schritte, Rias leises Summen und der Wind, der durch die Straßen wehte, die Bäume rascheln ließ. Und er roch nichts, wie ihm zum ersten Mal bewusst wurde. Noch nicht mal die Bäume oder Winterpflanzen in den Vorgärten.

Sehr schön beschrieben. Tolles Kopfkino!

„Ich bin niemand einzelnes, nur ein vom Kollektiv getrennter Teil. Erkennst du deine Welt? Sie ist noch nicht fertig, aber bald bin ich soweit.“

Klingt holprig
Vorschlag: "Ich bin kein Individuum, lediglich ein vom Kollektiv getrennter Teil.

Nach einigen Sekunden verstand Edgar die Bedeutung des Bildes und ihrer Worte. Er taumelte rückwärts, setzte sich mit zitternden Beinen auf den Boden. Fast wäre einer der Passanten gegen ihn gelaufen.

Sehr gut beschrieben :thumbsup:

Ihm geisterten unzählige Fragen durch den Kopf, unter anderem, wie das Wesen in die Kammer gekommen war.

Komma nach "unter anderem"

„Ich weiß es nicht. Was auch immer geschieht, wenn dein Organismus stirbt. Ich kann dich nicht in meine Welt holen, alles passiert in deiner.“

Ich leide total mit. Schön, dass er einen Wunsch erfüllt bekommt. Dadurch erfährt man, wie er vor seinem Abtauchen in der Kälteschlafkammer war. Alles sehr bildhaft.
Obwohl die junge Frau seinen Untergang bedeutet, kann ich sie nicht hassen oder unsympathisch finden, weil sie so emphatisch ist. Das bringst Du super rüber.

Die junge Frau und er blickten sich ein letztes Mal an. Tränen liefen ihre Wangen hinab. „Es tut mir leid“, wiederholte sie.

Da wären mir selbst fast die Tränen gekommen. Sehr rührend.

„So ist es nun. Vielleicht gibt es andere Welten.“ Er ging zu seinen Eltern. Beide hatten sich hingesetzt, blickten dem näher kommenden Schwarz entgegen. Er setzte sich dazu und umarmte sie. Ria schwebte über ihnen. Bis es dunkel wurde.

Super Ende.

Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Silvita
 
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10.02.2000
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Moin @Rob F,

also hier
„Kommunikation zu BER-8 herstellen“, wies er den Bordcomputer an.
„Kein Signal vorhanden. Kommunikation nicht möglich“
musste ich doch herzlich lachen. Ob der Roboter "Wowereit" das so inszeniert hat? Selbst in der fernen Zukunft kann man den BER nicht erreichen! :D Das war doch geplant, oder? Ob jedenfalls die Sprinkleranlage funktioniert?

Ansonsten eine schöne SF-Geschichte ... sagen wir so: es spielt im SF-Plot. Die Angst, nach Hause zu kommen und da ist nichts mehr. Das schwingt mit. Das kann eine äußerliche Umgebung sein, aber auch ein inneres Zuhause. Jede/r liest in Texten etwas anderes heraus. Ich persönlich finde hier viele Metaphern, die an Grundsätzlichem in mir rütteln. Neugier, eine Suche, Hoffnung auf eine Technik, die uns Suche ermöglicht. Die Suche im eigenen Ich würde technisch möglich durch eine KI? Du verwendest technische Routinehandlungen, die man als Raumfahrer beherrschen muss, aber am Ende gibt es nichts mehr zu beherrschen. Am Ende bleibt das, was schon immer blieb. Umarmung.

Hat mir sehr gefallen.
Griasle
Morphin
 
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09.09.2012
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Moin @Rob F,

an irgendeinen Kurzfilm hat mich Deine Geschichte stark erinnert und Google sei Dank, dass meine grauen Zellen doch noch den Titel fanden.

Jenseits des Aquila-Rifts (Beyond the Aquila Rift) aus Love, Death & Robots, Folge sieben. Vielleicht kennst du die ja schon, LDR ist ja relativ bekannt und auf Netflix verfügbar. Falls nicht ... unbedingt schauen!

Tja, und wenn ich mir anschaue, wie LDR dieses Thema anging und dann mit Deiner Geschichte vergleiche, dann ... da ist noch viel Potential in Deiner Geschichte drin. Nicht falsch verstehen, ich habe sie gerne gelesen. Gutes Thema, richtige Länge, keine Stolperer im Lesefluss, aber nicht ganz so spannend geschrieben, zu wenig selber herausfinden ... schau Dir mal die Folge an. Hoffentlich sind meine Erinnerung daran noch richtig :Pfeif: .

Aber ich mag Deine Geschichten und lese die gerne. Deshalb gibt es nun die volle Kroko Breitseite für Dich!

Edgar zitterte immer noch, trotz der heißen Dusche nach der Kälteschlafkammer. In der er allein für den Rückflug zur Erde fast dreiundsechzig Jahre verbracht hatte.

Erste Frage in meinem Kopf, in welcher Distanz wacht er zur Erde auf? Warum ist das wichtig? Die Menschheit kann nur interstellare Flüge durchführen. Tönt bei dir schon so, als wäre dies was normales (meine subjektive Interpredation von Deinem Text), sprich da werden zahlreiche Gefährte im Weltraum um die Erde oder im Sonnensystem sein. So wie heute die Meere stark befahren sind.

Später würde er versuchen, noch das restliche Schutzgel zu entfernen, das ihn in der Kammer umgeben hatte.
Er setzte sich an den Tisch in dem kleinen Aufenthaltsraum seines Weltraumseglers.

Er wird sich wohl nicht mit dem restlichen Schutzgel an den Tisch setzen. Der erste Satz ist so einer, wo keine Fortsetzung stattfindet und es deshalb bisschen leer im Raum steht. Oder wolltest du schon eine Referenz zum Ende legen? Ich würde es dann trotzdem weglassen. Hier fragt sich der aufmerksame Leser nur, was der Satz soll, außer irgendeine Stimmung zu erzeugen.

Der schwebende Roboter, der wie ein großes Tablett mit vier Armen aussah, brachte ihm eine dampfende Mahlzeit.

Bemerkung: wie ist das Raumschiff? Erzeugt es eine künstliche Gravitation oder nicht? Die Handlungen von Edgar lassen darauf vermuten. Wie schwebt dann der Roboter? Spoiler, dein Roboter schwebt auch auf der Erde. Wie macht er das? Wie passt dies in deine Umgebung rein.

„Wird schon stimmen. Und wo ist der Schnaps?“

Die ganze Essenszene erinnert mich stark an Hollywood mit dem Stereotypen Held: stark, dumm und wo ist der Schnaps. Hier läßt du auch die Chance liegen, deinen Protagonisten dem Leser bekannter zu machen, bzw. ihm Tiefe zu geben. Er wacht aus dem Kälteschlaf aus und nach bisschen Zeit sind seine Gedanken (vom Autor an Leser): Scheissfrass, brauche Alkohol ... da fehlt noch etwas, wo ist der Sex? Tiefe kriegt man dadurch nicht und das zeigt sich auch in der Geschichte, der Protagonist ist blass.

Nachdem er im Cockpit erneut den Zustand des Seglers
Sprich stark gegen eine künstliche Gravitation.

Er hatte den Hyperflug im vorgegebenen Abstand zu seinem Heimatplaneten beendet, sofern die ihm bekannten Werte nach so vielen Jahren noch galten.

Sehr gut, hier fragt er sich mal ob denn seine bekannte Welt noch existiert oder nicht. Könnte man stärker in die Geschichte integrieren. Ich hätte erwartet, dass er schon längsten hätte angerufen werden müssen. Er scheint ja relativ nahe an der Erde zu sein und ist seit Stunden schon wach. Da ist Kommunikation möglich.

Insgesamt war er gut 231 Jahre im interstellaren Raum unterwegs gewesen und dabei dank der Kälteschlafkammer nur wenige Monate gealtert.

231 Jahre sind seine Gesamtzeit in der Kältekammer. Achtung, kann zur Umstimmigkeit mit den 63 Jahren führen. Hier sagst du ja nur, dass er dies wahrscheinlich schon öfters gemacht hat und er ein Veteran ist. Also eigentlich weiss, was eine interstellare Reise bedeutet. Andererseits ... die Rückreise dauerte 63 Jahre. Daher sagt die Zahl 231 Jahre auch nicht wirklich aus, ob er nun viele Reisen gemacht hat oder nicht. Viel ist er auch ein Abenteuer auf seiner zweiten Reise. Sprich, wer ist dein Protagonist? Frage ich mich.

Nun hatte er Informationen eines Planeten im Bordcomputer, die ihm ein Vermögen einbringen konnten. Eine Welt voller Leben, zwar nur unter Wasser, aber mit einer für den Menschen atembaren Atmosphäre.

Meine ersten Fragen während dem Lesen: warum wurde ein Mensch gesendet und nicht ein Roboter. Was ist mit Laserkommunikation durch den Weltraum, da hätte man nicht mindestens 128 Jahre warten müssen. Zeit ist Geld! Was bedeutet es, dass es ihm ein Vermögen einbringt und warum, was war die Motivation? Hat er Auftraggeber, ist er ein Abenteurer? Gibt es Probleme auf der Erde ... Soviele Fragen, weil dein Gesamtrahmen noch nicht richtig aufgebaut ist. Dafür braucht es nicht x Absätze, sondern ein paar gute Sätze am Anfang. Gesamtrahmen heißt auch nicht, das alles erklärt sein muss.

Ein Bild der Erde erschien vor ihm, auf die Scheibe des Cockpits projiziert. Daneben detaillierte Informationen: Größe der Land- und Wasserfläche, durchschnittliche Temperatur in verschiedenen Klimazonen, aktuelle Naturkatastrophen und … Edgar lehnte sich nach vorne, diese Information konnte nicht stimmen. Die Zahl der lebenden Menschen lag bei Null.

Hmmm, er hat also aktuelle Informationen über die Erde. D.h. entweder wurden die ihm gesendet bzw. er konnte sie irgendwo abgreifen (bedeutet jemand hat die Daten aktuell gehalten und die Kommunikationstechnologie ist die Gleiche) oder er hat sie selber besorgt. Was bei seiner vermuteten Ausrüstung kaum der Fall sein wird.

Und warum zum Teufel hat ihn immer noch niemand angefunkt! Hier müsste er doch schon merken, dass etwas nicht stimmt.

Ich merke gerade, dass ich ja jeden Satz kommentiere :eek:. Da würde es noch ein bisschen dauern. Sprich nun die Kurzversion.

Schau dir LDR an. Mehr Tiefe für deinen Protagonisten, weniger Logikbrüche, mehr die Veränderungen von Raum und Zeit betrachten, versetzte dich in Edgar hinein und spiele die Geschichte in deinem Kopf durch. Mehr Spannung, lass es Edgar herausfinden! Du legst ihm alles in den Mund (mal ganz ehrlich, nach Minimum 126 Jahren kehrt er auf die Erde zurück und es ist die Welt, die er noch kennt ... hmmmm, vermutlich war er noch verkartert vom Schnaps. Jemand der im Jahr 1895 gelebt hat, wird seine Welt in 2021 nicht wiederfinden) und weg von oberflächlichen Cowboy Action Hollywood Filmen.

Gerne gelesen :).

Beste Grüße
Kroko
 
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Beitritt
09.12.2019
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Hallo @Silvita ,

vielen Dank für dein Feedback!

Deine Geschichte hat mich sehr berührt. Wie immer ist Dein Text flüssig geschrieben, es geschieht Kopfkino. Für Deinen Prota entwickle ich große Sympathie, ich fühle mit, leide mit. Den Roboter finde ich klasse. Du beschreibst sehr bildhaft. Und obwohl die Geschichte an einigen Stellen sehr düster ist, empfinde ich das nicht als unangenehm.
Danke! Der Protagonist ist ja eher ein einsamer "Weltraum-Abenteurer", über den man wenig erfährt, außer zum Ende hin. Da muss ich nochmal überlegen, ob ich noch das ein oder andere aus seiner Vergangenheit erwähne und dies auch ein Gewinn für die Handlung wäre. Ich möchte halt keine Details erwähnen, die eher gekünstelt wirken und für die Handlung unerheblich sind, als mal sehen. Freut mich also, dass es so wie bisher für dich funktioniert hat.

Obwohl die junge Frau seinen Untergang bedeutet, kann ich sie nicht hassen oder unsympathisch finden, weil sie so emphatisch ist. Das bringst Du super rüber.
Auch das freut mich sehr! Das seltsame Alien, dass ihn in der Kälteschlafkammer überfallen hat, ist ja im Prinzip wie ein unbedarftes, verspieltes Kind. Auch wenn sein Handeln leider für Edgar den Tod bedeutet, aber es hat ja nicht gezielt mit dieser Absicht gehandelt und das ist Edgar dann ja auch klar am Ende.

Auch hierbei habe ich entsprechend deiner Vorschläge einiges angepasst, danke für deine Mühe!

Viele Grüße,
Rob


Hi @Morphin ,

freut mich, dass du Edgar bei seiner einsamen Reise begleitet hast!

... musste ich doch herzlich lachen. Ob der Roboter "Wowereit" das so inszeniert hat? Selbst in der fernen Zukunft kann man den BER nicht erreichen! :D Das war doch geplant, oder? Ob jedenfalls die Sprinkleranlage funktioniert?
Es war zunächst Zufall, dass ich als Stadt Berlin (bzw. "Neu-Berlin") ausgesucht hatte, hätte auch jede andere Stadt sein können. Aber dann ließ ich es mir nicht nehmen, BER-8 einzubauen und zur Handlung passt ja auch, dass er nicht angefunkt werden kann und verlassen ist ...
Es freut mich auf jeden Fall, wenn dieser Spaß am Rande auch gut ankommt und die eigentliche Handlung hoffentlich nicht ins Lächerliche zieht.

Bei dem, was du im Detail schreibst, fehlen vielleicht mehr Einblicke in Edgars Innenleben. Es ist eine Situation, die er nicht versteht und zunächst auch nicht verstehen kann, aber es ist m.E. ein großer Unterschied, ob es die einzige ihm bekannte Welt ist, die auf eine seltsame Art und Weise aus den Fugen geraten ist, oder nur eine von vielen.
Er geht ja davon aus, dass es eine Erklärung gibt, etwas ist passiert während seiner langen Reise ... Aber er geht ja genauso davon aus, dass er einfach woanders hinreisen kann (z.B. wie in der Geschichte erwähnt zum Mars) und dort alles "normal" ist. Daher ist er zwar auch ängstlich, aber insgesamt kommt dann doch eher die Neugier durch.

Und wie du geschrieben hast: Als er weiß, dass sein Ende nah ist, besinnt er sich auf die Gemeinsamkeit mit seiner Familie. Dass es "nur" seine Eltern sind, also keine Ehefrau und Kinder, zeigt ja auch ein wenig sein einsames Leben. Ich hatte beim Schreiben nicht daran gedacht, aber es ist ja im Prinzip ganz passend, dass am Ende über ihnen der Roboter Ria schwebt :gelb:

Danke für deine Eindrücke und noch einen schönen Abend!
Rob


Hi @Kroko ,

schön, dass du vorbeischaust!

Aber ich mag Deine Geschichten und lese die gerne. Deshalb gibt es nun die volle Kroko Breitseite für Dich!
Das freut mich und ... bin gespannt auf die Breitseite! Dann komm ran! ;)

Er wird sich wohl nicht mit dem restlichen Schutzgel an den Tisch setzen. Der erste Satz ist so einer, wo keine Fortsetzung stattfindet und es deshalb bisschen leer im Raum steht. Oder wolltest du schon eine Referenz zum Ende legen? Ich würde es dann trotzdem weglassen. Hier fragt sich der aufmerksame Leser nur, was der Satz soll, außer irgendeine Stimmung zu erzeugen.
Ich wollte mit dem Satz, wie du am Ende ja auch geschrieben hast, hauptsächlich auch die Umgebung und das ein oder andere Detail der Raumfahrt beschreiben, damit alles insgesamt auch etwas vorstellbarer wird. Es war hier eher so gemeint, dass nach der ersten Dusche noch nicht alles von dem Schutzgel weg ist, aber schon soweit, dass er erstmal essen kann.

Bemerkung: wie ist das Raumschiff? Erzeugt es eine künstliche Gravitation oder nicht? Die Handlungen von Edgar lassen darauf vermuten. Wie schwebt dann der Roboter? Spoiler, dein Roboter schwebt auch auf der Erde. Wie macht er das? Wie passt dies in deine Umgebung rein.
Ja, im Raumschiff herrscht eine künstliche Gravitation. Die Geschichte spielt weit in der Zukunft und es ist halt durch die dann vorhandene Technik ein schwebender Roboter. z.B. schweben ja auch die Züge auf der Erde. Bin mir daher nicht sicher, worum es dir hierbei im Detail geht? Die Technik genauer beschreiben, wodurch nun Roboter und Fahrzeuge schweben können? Halte ich so detailliert eigentlich nicht für notwendig.

Die ganze Essenszene erinnert mich stark an Hollywood mit dem Stereotypen Held: stark, dumm und wo ist der Schnaps. Hier läßt du auch die Chance liegen, deinen Protagonisten dem Leser bekannter zu machen, bzw. ihm Tiefe zu geben. Er wacht aus dem Kälteschlaf aus und nach bisschen Zeit sind seine Gedanken (vom Autor an Leser): Scheissfrass, brauche Alkohol ... da fehlt noch etwas, wo ist der Sex? Tiefe kriegt man dadurch nicht und das zeigt sich auch in der Geschichte, der Protagonist ist blass.
Die Frage nach dem Schnaps hatte aus meiner Sicht eher den Hintergrund, dass ihm nach der Kälteschlafkammer noch kalt ist und er somit auch einen "guten" Grund hat, danach zu fragen. Womit ich nicht meine, dass er nicht auch mal gene ein Gläschen trinkt, aber wie du ja am Rest der Geschichte siehst, ist das keiner seiner Charakterzüge. Nicht dass es einen großen Unterschied macht, aber in der ersten Szene geht es nun um einen "wärmenden" Schnaps ;)

Er gewinnt durch die erste Szene keine Tiefe, da gebe ich dir Recht. Ich bin mir hierbei nicht sicher, ob ich diesen Punkt hierdurch ändern würde, in dem ich z.B. im Verlauf der Handlung das ein oder andere aus seiner Vergangenheit erwähnen würde. Er ist halt ein eher einsamer "Weltraumerkunder", zumindest das Ende soll ein wenig zu seinem Wunsch nach Gemeinsamkeit zeigen. Gerade so ein Charakter passt m.E. gut zu der Handlung, aber stimmt schon, zu blass sollte er auch nicht bleiben. Muss ich nochmal schauen ...

231 Jahre sind seine Gesamtzeit in der Kältekammer. Achtung, kann zur Umstimmigkeit mit den 63 Jahren führen. Hier sagst du ja nur, dass er dies wahrscheinlich schon öfters gemacht hat und er ein Veteran ist. Also eigentlich weiss, was eine interstellare Reise bedeutet. Andererseits ... die Rückreise dauerte 63 Jahre. Daher sagt die Zahl 231 Jahre auch nicht wirklich aus, ob er nun viele Reisen gemacht hat oder nicht. Viel ist er auch ein Abenteuer auf seiner zweiten Reise. Sprich, wer ist dein Protagonist? Frage ich mich.
Ich hatte hierbei, ohne es im Detail auszuarbeiten, hauptsächlich daran gedacht, dass er ein Gebiet weit entfernt von der Erde durchforstet hat. Also wenn der Hin- und Rückflug 126 Jahre beansprucht hat, hatte er noch gut 100 Jahre, um dort "die Gegend abzuklappern".
Ich finde es gut, dass du Inhalte detailliert hinterfragst, bezogen auf die Reisezeit sehe ich die bisherigen Beschreibungen jedoch nicht widersprüchlich (natürlich wären auch andere Flugvarianten denkbar).
Der Protagonist soll hauptsächlich ein Weltraumerkunder sein, der mit gesammelten Daten (und ggf. Fundstücken) Geld verdient. Das ein oder andere schreibe ich ja in diese Richtung und ich deute während der Handlung auch nichts anderes an.

Meine ersten Fragen während dem Lesen: warum wurde ein Mensch gesendet und nicht ein Roboter. Was ist mit Laserkommunikation durch den Weltraum, da hätte man nicht mindestens 128 Jahre warten müssen. Zeit ist Geld! Was bedeutet es, dass es ihm ein Vermögen einbringt und warum, was war die Motivation? Hat er Auftraggeber, ist er ein Abenteurer? Gibt es Probleme auf der Erde ... Soviele Fragen, weil dein Gesamtrahmen noch nicht richtig aufgebaut ist. Dafür braucht es nicht x Absätze, sondern ein paar gute Sätze am Anfang. Gesamtrahmen heißt auch nicht, das alles erklärt sein muss.
Er wurde nicht gesendet, sondern ist wie in der vorherigen Antwort beschrieben eigenverantwortlich unterwegs.
Es ist auf jeden Fall eine gute Frage, warum er z.B. nicht eine Sonde oder einen Roboter aussendet. Zum einen habe ich für diese Kurzgeschichte kein gesamtes Universum ausgearbeitet, z.B. welche Technik es insgesamt im Detail gibt. Mein Ziel ist eher, das Notwendige zu erwähnen, damit diese SF-Handlung stattfinden kann und die Umgebung vorstellbar ist.
Der Vorteil, selbst zu reisen, kann darin bestehen, dass Sonden und Roboter einfacher abgefangen werden können. Auch in der Zukunft wird es bestimmt Menschen geben, die lieber selbst die Kontrolle haben. Würde z.B. Han Solo einfach eine Sonde schicken, oder selbst erkunden ... ?

Vielleicht ziehe ich die Grenze etwas früh, aber ich glaube, gerade bei erfundenen Welten könnte man sonst immer weiter hinterfragen und noch detaillierter beschreiben ... dadurch kann man Leser aber auch ziemlich nerven, weil die Handlung nicht voran geht und vielleicht einige Details auch gar nicht mehr so interessant sind.
Es ist also m.E. wichtig, hierbei den richtigen Mittelweg zu finden. Bisher hatte ich (auch bei Feedbacks aus dem Freundeskreis) nicht den Eindruck, dass grundsätzliche Informationen fehlen.
Oder hast du hierzu einen speziellen Punkt, der bei der Handlung überhaupt nicht nachvollziehbar ist? Also so sehr, dass die fehlende Erklärung die Handlung unverständlich macht?

Schau dir LDR an. Mehr Tiefe für deinen Protagonisten, weniger Logikbrüche, mehr die Veränderungen von Raum und Zeit betrachten, versetzte dich in Edgar hinein und spiele die Geschichte in deinem Kopf durch. Mehr Spannung, lass es Edgar herausfinden!
Ich hab mir eben mal den Film "Tenet" bestellt, ich mag die ausführliche Erzählweise von Christopher Nolans Filmen, werde aber danach mal über deinen Tipp nachdenken, danke hierfür!
Edgar bekommt am Ende dann recht deutlich die Erklärung, was nun eigentlich passiert, aber bis dahin ist ja schon seine "Entdeckungsreise". Aber vielleicht weiß ich etwas genauer, was du meinst, wenn ich LDR mal gesehen habe.

Gerne gelesen :).
Danke, auch für deine Zeit und den ausführlichen Kommentar!

Viele Grüße!
Rob
 
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11.04.2020
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Hey @Rob F ,
schöne Geschichte, flüssig und bildhaft geschrieben.
Sie ist für meine Begriffe noch etwas zu komprimiert, dadurch kannst du nicht genug Atmosphäre aufbauen. Das Ganze liest sich deswegen stellenweise noch wie eine Skizze. Aber das ist nur meine Meinung.

LG
Abi
 
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11.11.2019
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Hi @Rob F

schöne Geschichte, sehr gut geschrieben! Obwohl Science Fiction eigentlich nicht so meins ist, hab ich gemerkt, dass ich während des Lesens total gespannt war und unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Eigentlich passiert ja gar nicht so viel. Trotzdem war's nie langweilig!

Ein paar wenige Hinweise:

Er würde jemanden finden, der ihm erklärte, was hier vor sich ging.
Für mein Gefühl fehlt hier etwas: Er würde jemanden finden, der ihm erklären konnte, was hier vor sich ging.
„Was ist hier passiert, Ria?“
„Nichts.“
„Danke. Sehr hilfreich.“
„Ich habe nicht mehr Informationen als du und …“
„Ja, schon o.k.“

„Wir gehen zur Innenstadt, parallel zu den Schwebebahnen der Züge. Ich habe mich lange genug nicht bewegt.“ Ria rührte sich nicht. „Ich weiß, ich zuerst.“
Die Dialoge zwischen dem Prota und Ria fand ich oft recht amüsant. Gut gemacht.

„Ja, ich war nur neugierig. Ich werde den Autopilot des Gleiters aktivieren und hierhin ordern, ich muss mir diese Geisterwelt nicht weiter ansehen.
hierher fände ich da besser
Eigentlich gehörst du hier nicht hin, Ria, ich kaufe dich erst deutlich später.
Da höre ich den Autor sprechen, nicht den Prota.

Zu den 231 Jahren. Wurde oben ja schon diskutiert. Meine Gedanken dazu:
Insgesamt war er gut 231 Jahre im interstellaren Raum unterwegs gewesen und dabei dank der Kälteschlafkammer nur wenige Monate gealtert.
Ich hab es so verstanden, dass er auf dieser Reise insgesamt 231 Jahre von seinem Heimatplaneten weg war. Wenn das korrekt ist, dann kann er, mMn, nicht erwarten, dass auf der Erde noch irgendetwas so ist wie vor seiner Abreise. Wenn ich von heute 231 zurückrechne, bin ich im ungefähr im Jahr 1789, im Jahr der Französischen Revolution: 1789 sah die Welt noch ganz anders aus: Keine Autos, keine Hochhäuser, kein Internet usw. Was ich damit sagen will: In 231 Jahren verändert sich ganz schön viel. Diese Zeitspanne finde ich zu lang, damit dein Prota erwarten kann, noch irgendetwas auf der Erde wiederzuerkennen.

Deine Geschichte hat mir gut gefallen. Routiniert verfasst und eindrücklich beschrieben!

Servus,
Walterbalter
 

CoK

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24.08.2020
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Hallo @Rob F

Sie hat mir gefallen deine Sience Fiction Geschichte.
Ich fand sie schön zu lesen, flüssig und fantasievoll geschrieben.

.. noch nen wärmenden Schnaps
Würde er wirklich Schnaps sagen ( nicht Gin, Sherry …) wobei ich allgemein der Meinung bin, dass in Geschichten zu viel Alkohol getrunken wird.
Ihm geisterten unzählige Fragen durch den Kopf, unter anderem, wie das Wesen in die Kammer gekommen war. Aber er stellte keine einzige davon, es würde nichts ändern.
Es lässt mich mich unbefriedigt zurück, nicht zu wissen was das für ein Wesen war und ich kaufe es ihm nicht ab, dass ihn das nicht interessiert.

Was passiert jetzt mit mir?“, fragte er, als sich die Finsternis ausbreitete.
„Ich weiß es nicht. Was auch immer geschieht, wenn dein Organismus stirbt. Ich kann dich nicht in meine Welt holen, alles passiert in deiner.“
Wenn Ich es richtig verstanden habe, ist er auf einer Welt gelandet, die sie für ihn erschaffen hat.
Warum kann er da nicht einfach wieder wegfliegen?
Liegt bestimmt an mir, mag Geschichten mit Happy End.

Gerne gelesen.
Ich wünsche dir einen schönen Sonntag
Liebe Grüße CoK
 
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26.05.2019
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Hallo @Rob F,

deine Geschichte ist definitiv interessant und unterhaltsam. Die mysteriöse Atmosphäre, die du erzeugst, hat auch mich gepackt, obwohl - wie schon angemerkt wurde - eigentlich nicht so viel passiert.

Deinen Protagonisten verstehe ich als einen einsamen Weltraum-Wolf, dessen Hauptmotivation, in die Tiefen des Alls einzutauchen, nicht unbedingt Reichtum oder Ruhm ist. Deshalb hätte ich die Stelle

Nun hatte er Informationen eines Planeten im Bordcomputer, die ihm ein Vermögen einbringen konnten.

nicht ungenutzt gelassen, das irgendwie zum Ausdruck zu bringen.



In Bezug auf die Frau im roten Kleid habe ich mich nach dem Lesen gefragt, ob diese Manifestationsform des außerirdischen Wesens nicht etwas klischeehaft ist?

Grundsätzlich stellt sich mir auch die Frage, warum sie sich dem Protagonisten eigentlich erst so spät offenbart? Sie steht ihm definitiv wohlgesonnen gegenüber, warum also muss er ohne Erklärung durch eine unfertige Welt stiefeln? Hätte sie ihn nicht einfach schon von Anfang an aufklären können?
Und was ist ihre Motivation, sich genau in dem Moment zu zeigen, in dem sie es tut? Oder hat sie sich am Ende unabsichtlich gezeigt? Warum dann diese didaktische Werbefläche hinter ihr? Je länger ich darüber nachdenke, desto wackeliger scheint mir der Plot zu werden. (Möglicherweise betreibe ich hier mal wieder over-thinking...)

Noch ein paar kleinere Kommentare am Rand:

Auch bei den Tierarten schienen nach eine oberflächlichen Prüfung
einer
Über diese Wort musste
Worte
bis das optische Auge Richtung Zentrum ausgerichtet war.
Da musste ich kurz schmunzeln. Gibt es auch nicht-optische Augen? Akustische gar?

Ich wünsche dir einen schönen Sonntag,
Tarkus
 
Monster-WG
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20.08.2019
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Lieber @Rob F

Danke! Der Protagonist ist ja eher ein einsamer "Weltraum-Abenteurer", über den man wenig erfährt, außer zum Ende hin. Da muss ich nochmal überlegen, ob ich noch das ein oder andere aus seiner Vergangenheit erwähne und dies auch ein Gewinn für die Handlung wäre. Ich möchte halt keine Details erwähnen, die eher gekünstelt wirken und für die Handlung unerheblich sind, als mal sehen. Freut mich also, dass es so wie bisher für dich funktioniert hat.

Sehr gerne.
Das kann ich total nachvollziehen und ja - für mich hat es funktioniert :)

Auch das freut mich sehr! Das seltsame Alien, dass ihn in der Kälteschlafkammer überfallen hat, ist ja im Prinzip wie ein unbedarftes, verspieltes Kind. Auch wenn sein Handeln leider für Edgar den Tod bedeutet, aber es hat ja nicht gezielt mit dieser Absicht gehandelt und das ist Edgar dann ja auch klar am Ende.

Das ist schön :thumbsup:
Das hast Du super rübergebracht.

Auch hierbei habe ich entsprechend deiner Vorschläge einiges angepasst, danke für deine Mühe!

Von Herzen gerne.

Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag und lasse liebe Grüße da,
Silvita
 
Mitglied
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09.12.2019
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Hallo @Abigail Rook ,

danke fürs Lesen und deine Eindrücke!

Sie ist für meine Begriffe noch etwas zu komprimiert, dadurch kannst du nicht genug Atmosphäre aufbauen.
Ich möchte zumindest nicht noch eine Szene ergänzen, in der Edgar durch die verlassene Welt geht und darüber rätselt, was passiert sein könnte, ich glaube dann würde es irgendwann langweilig.

Hast du denn einen speziellen Inhalt, den du noch ergänzen würdest?

Viele Grüße und noch einen schönen Sonntag,
Rob


Hallo @Walterbalter ,

danke für dein Feedback!

Obwohl Science Fiction eigentlich nicht so meins ist, hab ich gemerkt, dass ich während des Lesens total gespannt war und unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Eigentlich passiert ja gar nicht so viel. Trotzdem war's nie langweilig!
Gerade diese Rückmeldung freut mich, da es bis zur Aufklärung ja hauptsächlich Edgars Weg durch eine verlassene und "unfertige" Welt ist. Aber vielleicht macht es ja gerade das spannend, es bleibt in jeder Szene ja unklar, ob etwas passiert und wodurch diese Situation entstanden ist.

Für mein Gefühl fehlt hier etwas: Er würde jemanden finden, der ihm erklären konnte, was hier vor sich ging.
Ja, das klingt besser, habe es angepasst.

Die Dialoge zwischen dem Prota und Ria fand ich oft recht amüsant. Gut gemacht.
Danke, ich wollte hiermit verhindern, dass die Geschichte zu düster und ggf. eintönig wird.

hierher fände ich da besser
Habe es geändert, danke für den Tipp!

Da höre ich den Autor sprechen, nicht den Prota.
Gut aufgepasst, ich habe das Wort "deutlich" entfernt.

Was ich damit sagen will: In 231 Jahren verändert sich ganz schön viel. Diese Zeitspanne finde ich zu lang, damit dein Prota erwarten kann, noch irgendetwas auf der Erde wiederzuerkennen.
Ich hatte hierbei daran gedacht, dass die Geschichte weit in der Zukunft spielt und Veränderungen nicht mehr so deutlich stattfinden, als wenn ich z.B. das Jahr 1750 und 1981 vergleiche. Klar wird es neue Technologien geben, neue Raumschiffe, aber das sind ja dann eher Weiterentwicklungen und keine sich grundsätzlich wandelnde Welt.

Aber ich sehe ein, dass ich die Zeitspanne wohl etwas zu großzügig gewählt habe, auch in der fernen Zukunft könnte sich ja z.B. durch einen Krieg vieles ändern. Ich habe demnach die Rückreisezeit zur Erde auf dreizehn Jahre reduziert und insgesamt war er nun "nur" noch 42 Jahre unterwegs. Diese Zahl wird dem ein oder anderen Science Fiction-Interessierten ja etwas sagen, der schon mal per Anhalter unterwegs war ;)

Danke für deine Zeit und viele Grüße!
Rob


Hallo @CoK und @Tarkus ,

auch euch vielen Dank für die Kommentare!

Ich werde sie natürlich noch ausführlich beantworten, voraussichtlich morgen ...

Noch einen schönen Sonntag und viele Grüße,
Rob
 
Mitglied
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09.09.2012
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Moin @Rob F,

Die Geschichte spielt weit in der Zukunft und es ist halt durch die dann vorhandene Technik ein schwebender Roboter. z.B. schweben ja auch die Züge auf der Erde. Bin mir daher nicht sicher, worum es dir hierbei im Detail geht? Die Technik genauer beschreiben, wodurch nun Roboter und Fahrzeuge schweben können? Halte ich so detailliert eigentlich nicht für notwendig.

Die Technik muss man hier nicht beschreiben, das wäre hier nicht förderlich für die Geschichte. Was ich sagen wollte ist, welche Konsequenzen hat es denn eigentlich auf die Technik und Gesellschaft, wenn Dinge einfach so schweben oder fliegen können. Genau genommen hast du nämlich einen fliegenden Roboter. Mein Gedankenanstoss an Dich war einfach, zu überlegen, was für Konsequenzen technologische Entwicklungen auf die Gesellschaft haben. Das muss nicht in die Geschichte rein, ist nur ein Gedankenspiel mit manchmal überraschendem Ergebnis.
dass ihm nach der Kälteschlafkammer noch kalt ist und er somit auch einen "guten" Grund hat, danach zu fragen. Womit ich nicht meine, dass er nicht auch mal gene ein Gläschen trinkt, aber wie du ja am Rest der Geschichte siehst, ist das keiner seiner Charakterzüge. Nicht dass es einen großen Unterschied macht, aber in der ersten Szene geht es nun um einen "wärmenden" Schnaps

Warum kriegt er dann keine Wärmedecke, oder warmes Essen, oder Sport, oder einen Energydrink ... ? Nebenbei gesagt, nachdem man jahrelang im Kälteschlaf war und den Körper entsprechend "entgiftet" hat ist es vermutlich nicht gut, direkt danach Alkohol zu trinken. Du sagst, dass der wärmende Schnaps kein Charakterzug von ihm ist, aber genau das ist es.
Er gewinnt durch die erste Szene keine Tiefe, da gebe ich dir Recht. Ich bin mir hierbei nicht sicher, ob ich diesen Punkt hierdurch ändern würde, in dem ich z.B. im Verlauf der Handlung das ein oder andere aus seiner Vergangenheit erwähnen würde. Er ist halt ein eher einsamer "Weltraumerkunder", zumindest das Ende soll ein wenig zu seinem Wunsch nach Gemeinsamkeit zeigen.

Für die Tiefe musst du nicht unbedingt in die Vergangenheit gehen und würde der Geschichte nur eine Langatmigkeit geben. Denn du charakterisierst deine Figur anhand der Vergangenheit, statt ihn durch die Gegenwart zum Leben zu erwecken. Einsamer Weltraumerkunder, die haben alle ihre Ticks ;), zeige dies in seinem Alltagsleben.

Ich finde es gut, dass du Inhalte detailliert hinterfragst, bezogen auf die Reisezeit sehe ich die bisherigen Beschreibungen jedoch nicht widersprüchlich (natürlich wären auch andere Flugvarianten denkbar).

Mit der Reisezeit gibt es auch keine Logikkonflikt. Denn schlussendlich weiß der Leser nicht von wo er gestartet ist und was er früher gemacht hat. Das Einzige was Deine Geschichte sagt, ist, dass er 231 Jahre im Kälteschlaf verbracht hat und, dass davon 63 Jahre auf dem Rückweg zur Erde waren. Mehr nicht.

Ich hatte hierbei, ohne es im Detail auszuarbeiten, hauptsächlich daran gedacht, dass er ein Gebiet weit entfernt von der Erde durchforstet hat. Also wenn der Hin- und Rückflug 126 Jahre beansprucht hat, hatte er noch gut 100 Jahre, um dort "die Gegend abzuklappern".

Das weißt du, aber nicht der Leser. Ich lese die Geshichte so: es kurvt ein Eigenbrötlicher/ Weltraumkundler/ Abenteurer einsam im Weltall, von Ziel zu Ziel bis er diesen Planeten gefunden hat, seine Bedeutung erkannte und schleunigst sich zur Erde aufmacht, um reich zu werden (Golgräberstimmung).

Dein Kommentar wirft zwei Punkte auf: ersten, die Menschen werden auch normal sehr sehr alt (sprich bei der Rückkehr könnte er ja noch Bekannte auf der Erde haben), zweitens, 100 Jahre zur Erkundung und das obwohl die Geschichte weit in der Zukunft handelt... Paddelboot zur Erkundung :rotfl:?

Es ist auf jeden Fall eine gute Frage, warum er z.B. nicht eine Sonde oder einen Roboter aussendet. Zum einen habe ich für diese Kurzgeschichte kein gesamtes Universum ausgearbeitet, z.B. welche Technik es insgesamt im Detail gibt. Mein Ziel ist eher, das Notwendige zu erwähnen, damit diese SF-Handlung stattfinden kann und die Umgebung vorstellbar ist.

Dein Universum hast du gut und passend für deine Geschichte ausgearbeit, aber davon rede ich gar nicht. Sondern du hast einen Logikbruch drin.

Der Vorteil, selbst zu reisen, kann darin bestehen, dass Sonden und Roboter einfacher abgefangen werden können. Auch in der Zukunft wird es bestimmt Menschen geben, die lieber selbst die Kontrolle haben. Würde z.B. Han Solo einfach eine Sonde schicken, oder selbst erkunden ... ?

Verstehe ich nicht (plakativ formuliert). Wie kann dein Protagonist im Kälteschlaf ein Abfangen besser verhindern? Dazu könnte ich nun auch noch zehn andere Argumente aufzählen.

Die Funktion von Han Solo ist der ehrbare Ritter in der Gesellschaft zu spielen. Deine Geschichte hat einen einsamen Weltraumerkundler der möglichst schnell und viel Geld machen will. Warum sollte er dann 100 Jahre auf dem Planeten verbringen?

Vielleicht ziehe ich die Grenze etwas früh, aber ich glaube, gerade bei erfundenen Welten könnte man sonst immer weiter hinterfragen und noch detaillierter beschreiben ... dadurch kann man Leser aber auch ziemlich nerven, weil die Handlung nicht voran geht und vielleicht einige Details auch gar nicht mehr so interessant sind.

Für deine Geschichte hast du einen sehr guten Weg bzgl. Detailtreue und notwendigen Infos gefunden, genau richtig für mich. Wie gesagt, beziehe ich mich auf die Logikbrüche.

Es ist also m.E. wichtig, hierbei den richtigen Mittelweg zu finden. Bisher hatte ich (auch bei Feedbacks aus dem Freundeskreis) nicht den Eindruck, dass grundsätzliche Informationen fehlen.
Oder hast du hierzu einen speziellen Punkt, der bei der Handlung überhaupt nicht nachvollziehbar ist? Also so sehr, dass die fehlende Erklärung die Handlung unverständlich macht?

Es fehlen keine grundsätzlichen Infos und auch alle Handlungen sind nachvollziehbar. Deine Geschichte ist unterhaltsam mit einer spannenden Idee :thumbsup:. Ich sage dir nur: es geht auch noch besser und ich denke, du kannst das auch :)! Gebe dich nicht zufrieden, wenn mal paar mit dem Kopf nicken.

Meine Bemerkungen zielen auch nicht darauf ab, dass du deine Geschichte anders schreibst. Ich mag den Stil, die Länge, die Idee, die Umsetzung ... aber die Feinarbeit, Justierung fehlt noch. Das ist nicht einfach.

Beste Grüße
Kroko
 
Mitglied
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09.12.2019
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547
Hallo @CoK ,

danke fürs Lesen und deine Eindrücke!

Würde er wirklich Schnaps sagen ( nicht Gin, Sherry …) wobei ich allgemein der Meinung bin, dass in Geschichten zu viel Alkohol getrunken wird.
Die kurze Einstiegsszene sollte hauptsächlich Edgar, den Roboter Ria und die Umgebung bekannt machen. So ganz glücklich bin ich hiermit auch noch nicht, ich habe nun zumindest den Dialog etwas angepasst. Es geht nun auch noch um Alkohol, aber nicht mehr ganz so direkt ;)

Es lässt mich mich unbefriedigt zurück, nicht zu wissen was das für ein Wesen war und ich kaufe es ihm nicht ab, dass ihn das nicht interessiert.
Das ist hierbei zum einen dem Handlungsschwerpunkt geschuldet, Edgars Weg, den Grund für die seltsamen Ereignisse zu finden. Außerdem bleibt ihm ja, als er das Alien in Gestalt der jungen Frau trifft, kaum noch Zeit. Er versucht sie, durch die abschließende Szene mit seinen Eltern am See, so gut wie möglich zu verbringen.
Ich kann deinen Punkt aber nachvollziehen, finde es nur schwer vorstellbar, dass Edgar seine letzte Zeit damit verbringt, herauszufinden, was das nun genau für ein Wesen ist.

Wenn Ich es richtig verstanden habe, ist er auf einer Welt gelandet, die sie für ihn erschaffen hat.
Warum kann er da nicht einfach wieder wegfliegen?
Liegt bestimmt an mir, mag Geschichten mit Happy End.
In Wirklichkeit liegt er ja in der Kälteschlafkammer, das Alien hat ihn tödlich verletzt, ist in seinen Kopf und seine Gedanken eingedrungen. Und spielt letzten Endes mit seinen Gedanken, baut die Welt so, wie er sie erwarten würde, oder versucht es zumindest. Und gibt ihm am Ende die Möglichkeit, nochmal Zeit mit seinen Eltern zu verbringen.
Aber es findet alles in Edgars Wahrnehmung statt, die von dem Alien ein letztes Mal aktiviert wurde.

Ich hoffe, das erklärt die Ereignisse soweit.

Danke für den Kommentar und viele Grüße!
Rob


Hallo @Tarkus ,

danke für dein Feedback!

deine Geschichte ist definitiv interessant und unterhaltsam. Die mysteriöse Atmosphäre, die du erzeugst, hat auch mich gepackt, obwohl - wie schon angemerkt wurde - eigentlich nicht so viel passiert.
Vielen Dank! Ich war mir nicht sicher, ob der Teil, in dem Edgar die verlassene Welt erkundet, nicht zu langatmig ist, aber das scheint nach den bisherigen Feedbacks ja dann nicht der Fall zu sein.

Deinen Protagonisten verstehe ich als einen einsamen Weltraum-Wolf, dessen Hauptmotivation, in die Tiefen des Alls einzutauchen, nicht unbedingt Reichtum oder Ruhm ist. Deshalb hätte ich die Stelle

Nun hatte er Informationen eines Planeten im Bordcomputer, die ihm ein Vermögen einbringen konnten.
nicht ungenutzt gelassen, das irgendwie zum Ausdruck zu bringen.
Ich glaube, ich beschreibe Edgar hautpsächlich dadurch, dass vieles fehlt. Also ich erwähne keine Partnerin, keine eigene Familie, er ist nur mit einem Roboter unterwegs ... und am Ende wünscht er sich ein Wiedersehen mit seinen Eltern.
Demnach finde ich deine Beschreibung "einsamer Weltraum-Wolf" sehr passend!
Zu der von dir genannten Stelle habe ich zumindest noch einen Satz ergänzt, ausführlicher möchte ich es hier nicht machen:
(...) Seine Existenz für viele Jahre sichern würde. (...)

In Bezug auf die Frau im roten Kleid habe ich mich nach dem Lesen gefragt, ob diese Manifestationsform des außerirdischen Wesens nicht etwas klischeehaft ist?
Ja, da gebe ich dir auf jeden Fall Recht. Ich finde es zum einen in Geschichten oder Filmen selbst in Ordnung, solange es nicht überhand nimmt. Und hierbei ganz passend, da das Alien ja mit der Frau eine Gestalt aus einem Werbespot annimmt, die sie in Edgars Gedanken gefunden hat. Und damit dann die "gedanklich nachgestellte" Welt präsentiert, daher auch die Werbefläche. Es geschieht ja alles so, wie das Alien es auf die schnelle versteht und verwendet.

Grundsätzlich stellt sich mir auch die Frage, warum sie sich dem Protagonisten eigentlich erst so spät offenbart? Sie steht ihm definitiv wohlgesonnen gegenüber, warum also muss er ohne Erklärung durch eine unfertige Welt stiefeln? Hätte sie ihn nicht einfach schon von Anfang an aufklären können?
Und was ist ihre Motivation, sich genau in dem Moment zu zeigen, in dem sie es tut? Oder hat sie sich am Ende unabsichtlich gezeigt? Warum dann diese didaktische Werbefläche hinter ihr? Je länger ich darüber nachdenke, desto wackeliger scheint mir der Plot zu werden. (Möglicherweise betreibe ich hier mal wieder over-thinking...)
Ich habe es zum Teil schon zum vorherigen Punkt erwähnt.
Das Alien weiß, dass Edgar nicht mehr lange existieren wird. Es hatte jedoch bei dem Angriff auf ihn nicht die Absicht, ihn gezielt zu töten, es war eher seine Neugier. Es dringt in seine Gedanken ein, beginnt (auch ein wenig "verspielt") seine Welt zu rekonstruieren und sein Bewusstsein zu aktivieren. Aber es überschneidet sich - unabsichtlich - etwas, Edgar ist schon "unterwegs", als das Alien die Welt noch gestaltet. Auch die holografische Werbefläche sehe ich als ein verspieltes Ausprobieren des Aliens, sich Edgar zu zeigen.

Da musste ich kurz schmunzeln. Gibt es auch nicht-optische Augen? Akustische gar?
Nach längerem Überlegen ... habe ich das Wort "optische" entfernt. Weiß auch nicht, warum ich es erwähnt habe, vielleicht weil es das Auge eines Roboters ist :gelb:

Danke für deine Eindrücke, ich hoffe, ich konnte die "Weltgestaltung" des Aliens soweit erklären.

Viele Grüße,
Rob
 
Veteran
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19.02.2006
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Hallo @Rob F
eine interessante Geschichte gibst du hier zum Besten. Morphin hat das in schöne Worte gepackt. Was bleibt, ist die Umarmung. Mir gefällt die Idee mit der Rekonstruktion der Welt aus den Erinnerungen. Für mich sieht es allerdings so aus, als würde die deinen Prot damit töten? Oder war er schon des Todes und sie hat nur in diesem Zuge zugegriffen?

Wie auch immer, die Idee finde ich gut. Das hat schon was Klassisches, also das Thema Rückkehr zur Erde. Mal ist es dann ein Planet der Affen, mal ein Herumkrauchen in den Trümmern einer in Flammen aufgegangenen Zivilisation.

Woran es für mich noch mangelt ist zum einen die Charakterisierung deines Prots und seines Begleiters und zum anderen die unpräzise Ausdrucksweise.
Ich gehe einfach mal den ersten teil durch und versuche dir an ein paar Beispielen darzustellen, was ich meine

Edgar zitterte immer noch, trotz der heißen Dusche nach der Kälteschlafkammer, in der er allein für den Rückflug zur Erde fast dreizehn Jahre verbracht hatte.
Das ist ein Bandwurm und für einen ersten Satz definitiv zu lang und tranig.
Egal zitterte immer noch.
Das könnte ein erster Satz sein. Denn er macht neugierig und öffnet.
Alles weitere, was du da anpappst, das würde ich gar nicht in den nächsten zwei drei Sätzen Bingen, sondern nach und nach streuen.
Später würde er versuchen, noch die letzten Reste des Schutzgels zu entfernen, das ihn in der Kammer umgeben hatte.
Auch das. Warum nicht eine Szene daraus machen. Während er seine Geräte studiert, pult er sich Reste des Schutzgels vom Unterarm. Bilder erzeugen!
Er setzte sich an den Tisch in dem kleinen Aufenthaltsraum seines Weltraumseglers.
Habe ich da ein Bild? Nein, das wird einfach so hingesetzt. Tisch. Aufenthaltsraum. Weltraumsegler. Zumindest darf das nicht alles in einem Satz kommen
Der schwebende Roboter, der wie ein großes Tablett mit vier Armen aussah, brachte ihm eine dampfende Mahlzeit.
Ich sehe ein schwebendes Tablett vor mir. Die ganze zeit über. Mehr als das bringst du dem Leser nicht näher. Ich bin auch kein freund davon, alles en Detail zu beschrieben, aber etwas mehr braucht es schon.
begann der Roboter, Ria, mit einer weiblichen, leicht knisternden Stimme.
umständlich
und was ist eine knisternde stimme?
Gibt´s auch noch einen Nachtisch?“, unterbrach er.
' wäre das richtige Zeichen. Ansonsten verstehe ich den Dialog nicht. Generell zwischen denkenden die Dialoge. Da würde ich messerscharf rangehen, weil du hierüber viel zeigen könntest. Was zwischen den dein läuft, kapier ich mit den wenigen Infos jedenfalls nicht
Eine Welt voller Leben, zwar nur unter Wasser, aber mit einer für den Menschen atembaren Atmosphäre.
Umständlich
zwar nur unter Wasser?
Was willst du damit sagen? Ich ahne es. Ist aber sperrig formuliert. Nimm es mal weg. Fehlt es? Nein. Der Satz ist viel eleganter und dieses unter Wasser braucht es nicht, weil es keine Rolle spielt. Also raus damit. Da hast du noch mehr von drin, was du streichen solltest, weil es keinen Mehrwert hat und ausbremst
Ein Bild der Erde erschien vor ihm, auf die Scheibe des Cockpits projiziert
erschien vor ihm ... Hm. Lass ihn doch mal handeln. Er projizierte ein Bild der Erde auf die Scheibe des Cockpits.
Auch bei den Tierarten schienen nach einer oberflächlichen Prüfung einige zu fehlen.
lahm.
Kommunikation nicht möglich“, meldete der Bordcomputer mit monotoner Stimme.

Er bekam Gänsehaut.
schwaches Verb
Kalte Luft wehte ihm entgegen, als er die Luke nach draußen herunterfuhr.
Der fette Teil ist sehr umständlich formuliert. Und wohin soll die Luke sonst ausfahren?
Sie näherten sich dem gläsernen Gebäude, sahen ihre Spiegelbilder. Keine Bewegung, kein Licht war darin zu erkennen.
Hier machst du es dir auch etwas zu einfach. Und hallo eine Spiegelfläche - was kann man da für tolle Bilder erzeugen. Mach was drauf
Zweiter Satz geht so nicht, der Bezug ist falsch, es geht noch im die Spiegelbilder
Edgar legte seine Hände an die Scheiben und blickte unter ihnen ins Innere.
auch wieder äußerst sperrig
dann zu den einige Kilometer entfernten Hochhäusern der Innenstadt.
ebenso.
Auch dort waren keine Bewegungen zu erkennen, wo sonst unzählige Stadtgleiter um die Gebäude schwirrten.
auch wieder sperrig.
Ria rührte sich nicht. „Ich weiß, ich zuerst.“
What?
Und wer spricht hier?
sondern eher … nicht fertig.
unfertig?
Als hätte jemand eine Modellwelt begonnen.
mja, liest sich komisch
Und er roch nichts, wie ihm zum ersten Mal bewusst wurde. Noch nicht mal die Bäume oder Winterpflanzen in den Vorgärten.
Du machst es dir zu einfach. Nichts riechen ... Hm. Damit würde ich vorsichtig sein. Beschreibe lieber wie Bäume und Winterpflanzen riechen.
Generell ein großes Manko in der Geschichte - Arbeit mehr mit den Sinnen!
Ria, stelle mal eine Verbindung zum Bordcomputer her und prüfe, ob während unseres Flugs etwas passiert ist.
sehr umgangssprachlich
was passiert ist. Also komm ...
Lange werde ich sie nicht mehr halten können
Lange ist hier auf Zeit bezogen, damit
Ich verstehe nicht, was ihr mit Zeit meint. Alles passiert, wie es soll.“
funktioniert diese Aussage nicht. Und ist auch unerheblich.

So, das soll erstmal reichen, nimm, womit du was anfangen kannst :)

grüßlichst
weltenläufer
 
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Beitritt
09.12.2019
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547
Hi nochmal, @Kroko !

Das muss nicht in die Geschichte rein, ist nur ein Gedankenspiel mit manchmal überraschendem Ergebnis.
Ja, ist ein guter Hinweis! In dieser Geschichte ist es ja eine verlassene Welt, aber ansonsten hätte ich mir hierdurch mehr Gedanken machen müssen, wie das Leben auf der Erde nun abläuft, wenn es solche Technologien und Hilfsmittel gibt.

Warum kriegt er dann keine Wärmedecke, oder warmes Essen, oder Sport, oder einen Energydrink ... ? Nebenbei gesagt, nachdem man jahrelang im Kälteschlaf war und den Körper entsprechend "entgiftet" hat ist es vermutlich nicht gut, direkt danach Alkohol zu trinken. Du sagst, dass der wärmende Schnaps kein Charakterzug von ihm ist, aber genau das ist es.
Ich hatte hiebei, mal ganz abseits von Science Fiction, einfach nur an die von innen wärmende Wirkung eines Schnaps gedacht. Funktioniert im Skiurlaub ja auch ;)
Aber nach einem langen Aufenthalt in einer Kälteschlafkammer mag es Unsinn sein, ich habe den Dialog zu Beginn leicht angepasst.
So gesehen ist es ein Charakterzug, das stimmt natürlich. Ich meinte hierbei nur, dass er dennoch nicht zu denjenigen gehört, die permanent etwas dabei haben und trinken. Also eher so ein "um sich auf der Hütte aufzuwärmen"-Trinker.

Mit der Reisezeit gibt es auch keine Logikkonflikt. Denn schlussendlich weiß der Leser nicht von wo er gestartet ist und was er früher gemacht hat. Das Einzige was Deine Geschichte sagt, ist, dass er 231 Jahre im Kälteschlaf verbracht hat und, dass davon 63 Jahre auf dem Rückweg zur Erde waren. Mehr nicht.
Zumindest ein wenig unlogisch konnte erscheinen, dass er nach einer so langen Zeit davon ausgeht, die Erde kaum verändert vorzufinden. Er ist ja z.B. überzeugt, dass der Landeplatz BER-8 noch existiert. Ich habe daher, auch durch Hinweise in anderen Kommentaren, die Flugzeiten deutlich reduziert.

Das weißt du, aber nicht der Leser. Ich lese die Geshichte so: es kurvt ein Eigenbrötlicher/ Weltraumkundler/ Abenteurer einsam im Weltall, von Ziel zu Ziel bis er diesen Planeten gefunden hat, seine Bedeutung erkannte und schleunigst sich zur Erde aufmacht, um reich zu werden (Golgräberstimmung).

Dein Kommentar wirft zwei Punkte auf: ersten, die Menschen werden auch normal sehr sehr alt (sprich bei der Rückkehr könnte er ja noch Bekannte auf der Erde haben), zweitens, 100 Jahre zur Erkundung und das obwohl die Geschichte weit in der Zukunft handelt... Paddelboot zur Erkundung
Sollte sich nun durch die verkürzten Flugzeiten etwas relativiert haben.
Also vielleicht hat er nun ein Motorboot :gelb:

Verstehe ich nicht (plakativ formuliert). Wie kann dein Protagonist im Kälteschlaf ein Abfangen besser verhindern? Dazu könnte ich nun auch noch zehn andere Argumente aufzählen.

Die Funktion von Han Solo ist der ehrbare Ritter in der Gesellschaft zu spielen. Deine Geschichte hat einen einsamen Weltraumerkundler der möglichst schnell und viel Geld machen will. Warum sollte er dann 100 Jahre auf dem Planeten verbringen?
Ich nehme an, du meinst hauptsächlich diesen Punkt bezogen auf Logikbrüche.
Über den Punkt könnte man wahrscheinlich lange diskutieren. Sind Daten, z.B. zu einer neuen Welt, in einer Drohne sicherer, oder in einem Raumschiff, in dem sich die entsprechende Person selbst befindet? Auch im Kälteschlaf könnte sie ja frühzeitig geweckt werden, wenn entsprechende Scanner etwas bemerken, das sich nähert. Ich glaube, ich gehe hierbei davon aus, dass ich schon lieber selbst bei meiner wertvollen Fracht wäre.
Abgesehen davon ist er für mich ein Weltraumerkunder, der nicht nur zu Hause sitzt und sich Informationen auf einem Bildschirm ansieht. Er möchte fremde Welten selbst erleben. Vielleicht ist das ja ein Punkt, den ich irgendwo noch etwas hervorheben kann, mal sehen.

Für deine Geschichte hast du einen sehr guten Weg bzgl. Detailtreue und notwendigen Infos gefunden, genau richtig für mich.
Dankeschön! :)

Ich sage dir nur: es geht auch noch besser und ich denke, du kannst das auch :)! Gebe dich nicht zufrieden, wenn mal paar mit dem Kopf nicken.
Na gut! Ich bemühe mich weiter...

Dann danke ich dir nochmal für die ausführlichen Infos und Vorschläge!
Und noch einen schönen Abend!

Rob
 
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03.01.2019
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Hallo Rob F,

gelesen habe ich deine Geschichte gerne, da sie flüssig geschrieben ist und einen mitgerissen hat, auch wenn das Ende anders war, als ich gehoft habe.

Während dein Protagonist durch die leere Welt ging, überkam mich ein beklemmendes Gefühl. Ich war froh das Ria dabei war. Du hast die Stimmung so gut rübergebracht, dass das Gefühl hatte selbst durch diese leere Welt zu wander. Für mich wäre das ein Alptraum, doch dein Held ist cool geblieben und hat sich trotzdem alles angeschaut. Aber was hätte man auch sonst, von einem Weltraumabenteurer erwartet.:thumbsup:

Nein, aber ich wollte es dir so angenehm wie möglich machen. Warte!“ Wieder schnippte sie mit den Fingern.
An dieser Stelle musste ich an Q denken. Ich weiß nicht ob du Star Trek kennst? Auf jeden Fall hat er ständig so einen kram gemacht, wenn auch nicht so wohlwollend wie die Frau in deiner Geschichte.

Um sie herum erschienen andere Menschen, gingen an ihnen vorbei, ohne sie zu beachten. Auch in den Hochhäusern erschienen Lichter hinter den Scheiben, als hätte die Frau einen Schalter umgelegt und das Leben aktiviert.
Das fand ich wieder gruselig. Menschen ohne Seele die durch eine künstliche Welt laufen... Da war mir die leere Vision lieber. :eek:

Die er auch jetzt trug. Er selbst war in der Kammer durch das Schutzgel kaum zu erkennen. Etwas Rotes schimmerte hindurch, als hätte sich etwas über sein Gesicht gelegt. Die Farbe erinnerte ihn an das Kleid der jungen Frau.
Da war ich überrascht. Ich dachte anfangs sie wäre einfach ein gutes Wesen, welches ihn in seinen Träumen besucht, doch dann stellt sich heraus, dass sie ihm das Leben aussaugt und obwohl es ihr leidtut, kann sie den Vorgang nicht abbrechen. Traurig.

„So ist es nun. Vielleicht gibt es andere Welten.“ Er ging zu seinen Eltern. Beide hatten sich hingesetzt, blickten dem näher kommenden Schwarz entgegen. Er setzte sich dazu und umarmte sie. Ria schwebte über ihnen. Bis es dunkel wurde.
Sein letzten Tag hat er zumindest mit Menschen verbracht, die er liebt und in der echten Welt wohl nicht wiedergesehen hätte.:heul:

Trotz allem ein schönes, wenn auch tragisches Ende.
Vielleicht hättest du das Ende etwas offener lassen können, so dass zumindest die Chance besteht, dass das Wesen geht ohne ihm zu Schaden.
Aber ich bin auch ein Fan von Happy Ends. Daher nur eine persönliche Meinung von mir.

VG
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Hallo @weltenläufer ,

danke für dein Feedback!

Für mich sieht es allerdings so aus, als würde die deinen Prot damit töten? Oder war er schon des Todes und sie hat nur in diesem Zuge zugegriffen?
Ja, so ist es leider. Das Alien hat ihn, als neugierige, infiltrierende Lebensform damit auch dem Tod geweiht. Und aktiviert sein Bewusstsein, um ihm noch letzte Erlebnisse zu ermöglichen.

Über den Protagonisten erfährt der Leser nicht allzu viel, ich bin mir hierbei nur nicht sicher, ob das für diese Handlung so unpassend ist. Jemand ist in einer einsamen Welt unterwegs und auch er ist (grundsätzlich) einsam, nur ein Roboter ist bei ihm. Am Ende wird der Wunsch deutlich, nochmal Zeit mit seinen Eltern zu verbringen. Im Moment finde ich es soweit in Ordnung.

Ich habe entsprechend deiner Detailanmerkungen ein paar Stellen angepasst, danke für die Hinweise! Es sind jedoch auch nicht allzu viele, ich glaube, du würdest vieles grundsätzlich anders formulieren. Vielleicht lese ich demnächst mal eine deiner Geschichten, dann wird mir wahrscheinlich deutlicher, wie du an die ein oder andere Szene herangehen würdest.

Danke für deine Zeit und viele Grüße!
Rob
 
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Hallo Rob noch mal,
Ja, so ist es leider. Das Alien hat ihn, als neugierige, infiltrierende Lebensform damit auch dem Tod geweiht. Und aktiviert sein Bewusstsein, um ihm noch letzte Erlebnisse zu ermöglichen.
gut, dann habe ich es ja richtig verstanden
eine andere Möglichkeit wäre, dass seine Schlafkammer einen defekt hat und das Wesen ihn quasi mit diesem besuch ein letztes Geschenk macht
Über den Protagonisten erfährt der Leser nicht allzu viel, ich bin mir hierbei nur nicht sicher, ob das für diese Handlung so unpassend ist.
vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich einte damit nicht seine Lebensgeschichte. Wenn, dann nur angerissene Blitzlichter. Ich meinte, du solltest mehr von seinem Charakter zeigen.
Jemand ist in einer einsamen Welt unterwegs und auch er ist (grundsätzlich) einsam, nur ein Roboter ist bei ihm
Genau und das ist auch ein gutes Setting. Aber da der Roboter so tragend ist, bräuchte er ebenfalls einen Charakter
ch glaube, du würdest vieles grundsätzlich anders formulieren.
Da hast du recht. So wie wir alle dieselbe Idee anders zu Papier bringen würden. Selbst das, was man als Handwerk bezeichnet, kann man stellenweise so uns so ausleuchten.
Sind nur meine 5 Cent. :gelb:

grüßlichst
weltenläufer
 
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09.12.2019
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547
Hallo @Silberschwinge ,

danke für deinen Kommentar!

Während dein Protagonist durch die leere Welt ging, überkam mich ein beklemmendes Gefühl. Ich war froh das Ria dabei war. Du hast die Stimmung so gut rübergebracht, dass das Gefühl hatte selbst durch diese leere Welt zu wander. Für mich wäre das ein Alptraum, doch dein Held ist cool geblieben und hat sich trotzdem alles angeschaut. Aber was hätte man auch sonst, von einem Weltraumabenteurer erwarte
Danke, es freut mich auf jeden Fall, wenn die Handlung auch ihre Wirkung hatte! Aber ich hoffe natürlich, dass es trotzdem ein Lesespaß war und nicht zu gruselig ... Gerade die Dialoge mit Ria sollten die Handlung ein wenig auflockern.

An dieser Stelle musste ich an Q denken. Ich weiß nicht ob du Star Trek kennst? Auf jeden Fall hat er ständig so einen kram gemacht, wenn auch nicht so wohlwollend wie die Frau in deiner Geschichte.
Ich habe die Folgen mit Picard lange nicht mehr gesehen, aber ja ... ich erinnere mich an Q!
Er hat sich mit seiner Macht eher einen Spaß daraus gemacht, andere zu verunsichern.

Das fand ich wieder gruselig. Menschen ohne Seele die durch eine künstliche Welt laufen... Da war mir die leere Vision lieber.
Zum Ende hin sollte noch ein wenig dazukommen, freut mich auch hierbei, wenn die Wirkung entsprechend rüberkam!

Trotz allem ein schönes, wenn auch tragisches Ende.
Vielleicht hättest du das Ende etwas offener lassen können, so dass zumindest die Chance besteht, dass das Wesen geht ohne ihm zu Schaden.
Aber ich bin auch ein Fan von Happy Ends. Daher nur eine persönliche Meinung von mir.
Gerade dieses Ende ist für mich ein wichtiger Inhalt, das Wesen kann es nicht mehr aufhalten, versucht aber, Edgar noch ein wenig Lebenszeit zu geben, wenn auch alles nur noch in seinen Gedanken stattfindet.
Also vielleicht bei der nächsten Geschichte wieder, aber hierbei nimmt es für den Protagonisten leider keinen glücklichen Ausgang ...

Danke für deine Eindrücke! und noch einen schönen Abend,
Rob
 
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26.05.2019
Beiträge
11
Hallo nochmal, @Rob F !

Und hierbei ganz passend, da das Alien ja mit der Frau eine Gestalt aus einem Werbespot annimmt, die sie in Edgars Gedanken gefunden hat.
Ach, jetzt wird mir das erst klar! Natürlich, woher sollte das Alien sonst die Information über die Frauengestalt haben, wenn nicht aus Edgars Kopf. Man könnte das vielleicht deutlicher machen, indem man Edgar die Frau als Werbeikone wiedererkennen lässt. (Möglicherweise macht das aber auch alles verwirrender...) Ich habe es jetzt jedenfalls kapiert.

Aber es überschneidet sich - unabsichtlich - etwas, Edgar ist schon "unterwegs", als das Alien die Welt noch gestaltet.
Das ist wohl der entscheidende Punkt: Edgar wird unabsichtlich zu früh "wach". Damit gebe ich mich zufrieden.

Danke für deine Eindrücke, ich hoffe, ich konnte die "Weltgestaltung" des Aliens soweit erklären.
Aber sicher doch! Danke für die ausführliche Beantwortung. :thumbsup:

Viele Grüße
Tarkus
 

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