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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Der drölfzigste Geburtstag des Bürgermeisters

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Wortkrieger-Globals
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Hey @hell (again :)),

Ich will das jetzt auch nicht überstrapazieren,
Ich auch nicht.

die einzige Klippe besteht halt mMn möglicherweise darin, dass man das vielleicht erst erläutern muss. Darum ging es mir hauptsächlich. Und ja, das hat für mich sicher auch was mit der Altersangabe zu tun.
Und ich glaube ganz fest, dass man es ab einem gewissen Alter eben nicht mehr muss, weil der Text dann für sich steht. Insofern ist es ausschließlich eine Frage des Alters. Dir erscheint es zu jung, für mich geht das schon - aber ich bin dahingehend offen. Wenn also noch mehr Kommentare kommen - sechs ist zu jung, habe ich kein Problem damit es anzuheben. Sind bisher aber noch in Unterzahl.

Würden die schmucken Weihnachtsbäumchen schon hier und da ein paar Nadeln lassen, gäbe es für den Jäger schon weniger Fisch und seltener Braten als früher, würden sich Bäckersfrau und Schmied nicht nur Kussmünder, sondern auch mal böses Vokabular entgegenwerfen, wäre alles noch in Butter - so auf den ersten Blick - ... dann würden sich die falschen Schuldzuweisungen als solche noch deutlicher entlarven, meine ich.
Darüber habe ich die letzten Stunden viel nachgedacht. So richtig einig bin ich mir nicht geworden. Die Fallhöhe wäre ungleich geringer, der Effekt kleiner. Ich sehe und verstehe aber, worauf Du hinaus willst. Ich bin daher auch zwie. Und ich muss darüber noch eine Weile brüten und eventuell brauche ich auch mehr Abstand. Vielleicht will ich es aber auch genau so haben. Du siehst, viele vielleicht in mir.

Aber gut, dass nur noch mal so zu meinen Überlegungen, ohne dem Text jetzt was unterstellen zu wollen! Ist mir schon wichtig, darauf hinzuweisen!
Auch das ist durchaus bei mir angekommen. Keine Sorge.


Hey @Nichtgeburtstagskind,

vielen Dank auch an Dich für deine Zeit und Worte! Habe sie mit Interesse gelesen.

Bringen wir doch erst die schwierigen Dinge hinter uns.
Ja, immer gut.

Dass der Herr Geburtstag hat, ist ja total egal. Es spielt keine Rolle. Das wichtige Element, das die Veränderung bringt ist ja der Sturm. Das heißt, du wolltest einfach nur das lustige Wort „drölfzigst“ unterbringen. Und das auch noch in der Überschrift. Hhhm, da fühl ich mich irgendwie veralbert.
Da hast Du sicher recht, dass der Text auch ganz ohne den Geburtstag auskommt. Auf der anderen Seite, finde ich, schadet es dem Text auch nicht. Jetzt kannst Du natürlich sagen, das ist Eitelkeit, aber es ist ein besonderer Tag für den Bürgermeister und die Insel, also kann man ihn auch als etwas besonderes darstellen. Ich weiß, das wird dich nicht befriedigen, aber in diesem Sinne mag ich meinen drölfzigsten Geburtstag einfach.

waren sie es zufrieden.
Ich kannte sie ehrlich gesagt gar nicht und habe einfach angenommen, es ist ein Fehler. Würde ich diese Geschichte vorlesen, würde ich dieses Wort weglassen – absichtlich oder aus Versehen.
Google doch mal, ist gar nicht so selten. Vor allem in Märchentexten.

Ich glaube, für Kinder wird es eher eine Rolle spielen, dass der Bürgermeister offensichtlich lügt, vllt noch dass er nie zufrieden ist, obwohl alles gut ist, und immer mehr will ... Also ich wäre auch eher für eine Variante ohne Fremde oder für eine, in denen man die Fremden kennenlernt, was dann vllt auch Einfluss auf den Verlauf hat.
Aber würde eine solche Stringenz nicht auch sehr zu Lasten der Komplexität des Themas gehen?

Ich glaube, ich fände es besser, wenn du einen klareren Fokus gelegt hättest, auf die Habgier und die Lügen des Bürgermeisters oder auf den Umgang mit Fremden.
Ich sehe, worauf Du hinaus willst und kann diesen Gedanken auch komplett nachvollziehen. Aber für mich spielt hier eins ins andere. Habgier + keine Beziehung zu den Unbekannten (man kauft billig bei H&M und Co, weil man die Kinder der dritten Welt nicht kennt, denen man regelmäßig die Wollknäule aus den Mägen entfernt), Wohlstand hat oft genug seinen Preis. Sklaverei, Kolonialismus, die Folgen bis heute und kein Ende in Sicht. Und jetzt soll ich die Fremden weglassen? Fühlt sich für mich nicht so richtig an.

Gefallen hat mir besonders der Ton der Geschichte. Das lässt sich wirklich gut lesen. Die Wortspielereien, wie der stürmische Sturm, finde ich süß und unterhaltsam.
Danke dafür.

Das ist eigentlich megasüß, aber ich esse Zimtschnecken doch so gerne! Was mach ich denn jetzt?
Ich auch. Wir essen die einfach weiter und backen neue kleine Schneckleins.

Ich finde es gut, dass du durch die Gedanken der anderen, die fragwürdigen Aussagen entlarvst.
War mir auch wirklich wichtig. Nicht, dass man da auch noch vom Wege abkommen kann.

Insgesamt denke ich, dass das keine Geschichte zum selber lesen ist, sondern eine die vorgelesen und besprochen werden muss. Was ja nichts schlechtes ist. :)
Gehe ich mit.

Danke Euch beiden. Es arbeitet in mir, waren also nicht umsonst, auch wenn ich hier total auf Verteidigung setze. Wer weiß, wie sich das ausgeht, wenn ich erst mal selbst genug Abstand habe, wann auch immer das ist. Aber irgendwann habe ich den und werde nochmal kritisch draufblicken.

Liebe Grüße, Fliege
 
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Liebe @Fliege,

Es war einmal ein Bürgermeister, der träumte davon, ein König zu sein.
das ist eine von den Geschichten, denen ich eine Verbreitung über unser Forum hinaus wünsche. Und ich denke, dass es man die Zielgruppe vom Alter her recht weit fassen kann, denn da ist für jeden was dabei. Dass die Geschichte gnadenlos klar macht, wie Gier, Lüge und Ausbeutung letztlich auf die Täter selbst zurück fallen, hätte auch was Befriedigendes, wenn wir nicht gerade selber dabei wären, "die letzten 24 Weihnachtsbäume" für unseren Lebensstil zu verbraten.
Ich finde das Bild der Kutsche toll gewählt. Der Bürgermeister will mehr sein, als er ist und er will es bequemer haben und in seiner Unzufriedenheit fängt das Übel an. Dass allein die Kutsche ihn zum König machen soll, finde ich wirklich großartig. Ein Luxusobjekt, welches den Besitzer persönlich aufwertet, jedenfalls glaubt er das. So fühlt sich mancher SUV-Fahrer womöglich auch als König der City. Die Kutsche aber verbraucht alle Ressourcen der Insel.
Dass die Fremden so gesichtslos bleiben, finde ich passend, weil du es ja betonst, dass der Bürgermeister sie nicht sehen will, das wird in der Geschichte selbst thematisiert. Im Grunde sind ja auch der Schmied und der Jäger keine sehr differenzierten Figuren und ich finde es ist insgesamt keine Geschichte, in der es um komplexe psychologische Figurenzeichnung geht, sondern mehr um Typen. In dem Moment, wo der Bürgermeister lügt, verliert er die Sympathie der Leser. Und die Fremden liefern schließlich die Kutsche, sie bezahlen für eine nicht vorhandene Schuld und setzen dafür Fähigkeiten und Kenntnisse ein, die die Inselbewohner aus eigener Kraft offenbar nicht hätten.
Interessant auch, dass zunächst Hilfsbereitschaft und Mitgefühl da sind, als man die Fremden findet und sich im zweiten Schritt Misstrauen und die Idee, die Situation auszunutzen einstellen. Ich musste sogar an den Film "Dogville" denken, auch wegen der märchenhaften, neckischen Sprache, die den bitteren Inhalt kontrastiert.
Dass die Fremden schließlich einfach wieder über das Meer davon fahren, sehe ich als kindgerecht an. Als Erwachsene hat man zu den Themen "Fremde", "hungrig" und "Meer" natürlich noch ganz andere Assoziationen.

Am nächsten Morgen verkündete der Bürgermeister: »Die Fremdlinge haben die drei Zimtschnecken vom Schmied aufgegessen!«
Der Schmied nickte, aber der Jäger dachte bei sich: Vielleicht sind sie ihm ausgerissen.
»Sie haben den ganzen Fisch allein aufgegessen!«
Da nickte der Jäger und der Schmied dachte bei sich: Sie werden Hunger gehabt haben.
»Sie haben mir eine Weihnachtskugel gestohlen!«
Der stürmende Sturm wird sie vom Baum gepflückt haben, dachten der Jäger und der Schmied.
Ganz tolle Stelle. Die vagen Zweifel, die weggewischt werden. Das Mißtrauen untereinander ist bereits da.

Damit war das Urteil gesprochen und alle nickten zufrieden. Nur die drei Fremdlinge nicht.
Aber noch halten die Fremden her, um das zu kaschieren. Lakonisch der zweite Satz. Ich mag das, dass du sie nicht wehklagen lässt.

»Seid ihr fleißig bei der Arbeit?«, fragte er die Fremdlinge.
»Öffne die Tür und die Fenster und schau selbst.«
Das tat der Bürgermeister natürlich nicht, schließlich waren die drei Fremdlinge gefährliche Diebe und Diebe gehörten eingesperrt.
Wider besseren Wissens. Ganz schön subversiv, dein Text. Stellt die Bürgermeister dieser Welt in Frage.

Nach 24 Tagen öffnete der Bürgermeister die einsame Schmiede und die drei Fremdlinge schoben die größte und schönste Kutsche heraus, die man je auf der Insel gesehen hat.
Feine Überraschung. Man rechnete mit einem Trick oder so, aber nein, es ist der erfüllte Wunsch, der alle ins Unglück stürzt.

»Das ist ja schrecklich«, murmelte der König und fuhr in seiner Kutsche nach Hause. Dort saß er allein in seinem Garten und vermisste den Glanz seiner Weihnachtsbäume.
Schön, dass du hier Raum gibst für die Trauer über das Verlorene. Hier gäbe es sogar noch einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass die Traurigkeit und das Mitgefühl untereinander überwiegen. Aber konsequent werden sie von ihren Egoismen eingeholt. Ein sehr moralisches Märchen und sehr gelungen.

Witzigerweise hatte ich zwischendurch auch so ein Inselmärchen als Parabel auf die heutige Zeit am Wickel, scheiterte aber bereits bei der Entwicklung des Plots, weil das alles technisch und logisch nicht funktionierte. Die Challenge hat bei mir so einiges angestoßen, aber eine Geschichte wird wohl diesmal nicht dabei herauskommen. Naja, kommentiere ich also ganz entspannt.

Herzliche Grüße, liebe @Fliege ,

von Chutney
 
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Hallo @Fliege ,

nun bin auch ich dem Bürgermeister bei seiner Tour über die Insel gefolgt.

Ich dachte, als die Challenge eröffnet wurde, bei Kindergeschichten direkt an Entdeckungsreisen abseits der Alltags, also z.B. auf Piratenschiffen, Abenteuerspielplätzen ...

Da wirst du also mit einer fremden, geheimnisvollen Insel schon mal direkt Interesse wecken. Was mag es da wohl zu entdecken geben und was passiert dort? Vielleicht findest du ja noch das ein oder andere Detail, das die Insel für Kinder noch etwas interessanter macht, auch wenn es dadurch ggf. etwas mehr ins Märchenhafte geht.

Bezogen auf die Altersgruppe dachte ich eher an Kinder um die zehn Jahre, um auch ein Verständnis zu bekommen für die eigentliche Handlung der Geschichte, die direkte Verurteilung von Fremden. Aber vielleicht vertue ich mich auch und auch jüngere Kinder haben schon ein Gespür dafür, worum es geht und dass es ein Unrecht ist.

Auch als Erwachsener habe ich die Geschichte gerne gelesen, und das Thema wird natürlich immer aktuell bleiben.

Noch ein paar Details:

Tausend Kugeln funkelten bunt in der Sonne und silbern im Licht des Mondes.
Eine schönes Bild, direkt zu Beginn der Geschichte!

In der Nacht zuvor war ein mächtiger Sturm über die Insel gestürmt.
ggf. "gezogen" statt "gestürmt"?

Der Jäger saß Tag und Nacht am Meer und angelte.
Du wirst es mit Absicht gemacht haben, nehme ich an, aber ich bin dennoch über den Jäger als Angler gestolpert.

Der Bürgermeister lief um die Tanne herum, sah hinauf, rieb sich die Augen, lief noch einmal herum, aber die Kugel blieb verschwunden.
Vorschlag wegen des langen Satzes:
Der Bürgermeister lief um die Tanne herum, sah hinauf und rieb sich die Augen. Lief noch einmal herum, aber die Kugel blieb verschwunden.

»Die drei Fremden haben mir eine Kugel gestohlen!«, rief er.
Genau! :fluch:

Auf seinem Rundgang, gleich nach der Urteilsverkündung, fand der Bürgermeister seine fehlende Kugel. »Na so was«, murmelte der Bürgermeister.
"er" statt "der Bürgermeister", dann hast du das Wort nicht zweimal direkt hintereinander.

»Es ist gut, dass wir sie los sind. Sollen sie nie wieder kommen!«, sagten alle drei.
Und nochmal: Genau! :fluch: weg mit den ... guten Menschen!

Sehr gut geschriebene und interessante Geschichte, hat Spaß gemacht zu lesen!

Viele Grüße,
Rob
 
Wortkrieger-Globals
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24.01.2009
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Liebe @Chutney,

ach, was habe ich mich über deinen Besuch gefreut. Habe so vielen Dank dafür!

Und ich denke, dass es man die Zielgruppe vom Alter her recht weit fassen kann, denn da ist für jeden was dabei.
In der Hoffnung wiege ich mich ja auch zu gern und bin immer froh, wenn ich damit nicht so allein rumschaukel. Fällt mir aber bisschen schwer, die Einwände einfach so vom Tisch zu wischen. Weil und so.

Dass die Geschichte gnadenlos klar macht, wie Gier, Lüge und Ausbeutung letztlich auf die Täter selbst zurück fallen, hätte auch was Befriedigendes, wenn wir nicht gerade selber dabei wären, "die letzten 24 Weihnachtsbäume" für unseren Lebensstil zu verbraten.
Wohl war. Und wir machen alle irgendwie mit. Beim Weihnachtsbäume braten meine ich jetzt. Auch, wenn unser Bewusstsein sich langsam in Bewegung setzt.

Ich finde das Bild der Kutsche toll gewählt.
Ich habe das gar nicht mal so bewusst gewählt, das hat sich irgendwie ergeben, aber als es dastand, fand ich es auch sehr überzeugend. Manchmal ist das Unterbewusstsein schon ne feine Sache.

So fühlt sich mancher SUV-Fahrer womöglich auch als König der City. Die Kutsche aber verbraucht alle Ressourcen der Insel.
jajaja

Dass die Fremden so gesichtslos bleiben, finde ich passend, weil du es ja betonst, dass der Bürgermeister sie nicht sehen will, das wird in der Geschichte selbst thematisiert.
Na ja, zum einen ist es natürlich der Märchensache geschuldet. Da sind Figuren ja nie besonders ausgearbeitet. Über Rapunzel weiß man, das sie lange Haare hat, über Aschenputtel, dass sie Asche im Gesicht hat, Schneewittchen hat blasse Haut und schwarze Haare, aber meist sind die Figuren nur in gut und böse eingeteilt.
Außerdem ist das ja genau das Ding - genau in dieser Unkenntnis des Fremden liegt ja so viel Wurzel allen Übels. Das ist doch ein wichtiger Punkt, der die Leute sich so verhalten lässt, wie sie sich verhalten.

Im Grunde sind ja auch der Schmied und der Jäger keine sehr differenzierten Figuren und ich finde es ist insgesamt keine Geschichte, in der es um komplexe psychologische Figurenzeichnung geht, sondern mehr um Typen.
Eben.

In dem Moment, wo der Bürgermeister lügt, verliert er die Sympathie der Leser.
Und da setze ich halt auch auf die ganz kleinen Zuhörer. Auf ihr Gespür für Recht und Unrecht, was ich ihnen durchaus zutraue. Und das eigentlich schon weitaus früher als erst mit sechs Jahren.

Dass die Fremden schließlich einfach wieder über das Meer davon fahren, sehe ich als kindgerecht an. Als Erwachsene hat man zu den Themen "Fremde", "hungrig" und "Meer" natürlich noch ganz andere Assoziationen.
Absolut.

Ganz tolle Stelle. Die vagen Zweifel, die weggewischt werden. Das Mißtrauen untereinander ist bereits da.
:)

Wider besseren Wissens. Ganz schön subversiv, dein Text. Stellt die Bürgermeister dieser Welt in Frage.
Ich will sie ja nicht alle über einen Kamm scheren, aber Beispiele finden sich zur genüge. Und es ist ja auch nicht nur die Krankheit der Politik.

Feine Überraschung. Man rechnete mit einem Trick oder so, aber nein, es ist der erfüllte Wunsch, der alle ins Unglück stürzt.
Ich hatte im Plot auch auf einen Trick gesetzt, dann dachte ich beim Schreiben aber, nee, damit rechnet der Leser irgendwie, lass die mal echt die Kutsche bauen. Bei der Story, hat sich wirklich viel erst beim Schreiben ergeben. Ich bin ständig von meinem Plotvorhaben abgebogen. Es gab da anfangs auch noch die Urgroßmutter des Bürgermeisters - so als Antipol - aber die musste ich dann leider ziehen lassen, obwohl ich die Frau sehr, sehr mochte.

Aber konsequent werden sie von ihren Egoismen eingeholt. Ein sehr moralisches Märchen und sehr gelungen.
Wenn es denn in real auch nur immer so ausgehen würde. Aber ist ja ein Märchen. Da verlieren die Bösen immer. Und es fühlt sich ja auch so gut an, wenn die ihr Fett wegbekommen.

Witzigerweise hatte ich zwischendurch auch so ein Inselmärchen als Parabel auf die heutige Zeit am Wickel, ...
Ich hatte ja schon lang das Gefühl, dass wir (zumindest was Texte betrifft) ziemlich ähnlich ticken. Bei so manchen Komm von Dir denke ich immer, ja, den hätteste genau so geschrieben. Aber so sehr? Ey, ey. Wo soll das noch enden? :D

... scheiterte aber bereits bei der Entwicklung des Plots,
Ich bin ja eher grob beim Plotten. Und ich bin zu dem Text eher gekommen, weil ich mich halt so gar nicht an meinen Plan gehalten habe. Und dann hatte ich immer so Stellen, wo ich dachte, das passt doch jetzt nicht mehr und habe die umgeschrieben, angepasst. Am Ende hat ich das Gefühl, gar kein Gefühl mehr zu haben, ob sich das jetzt alles so in sich ausgeht. Deshalb war der erste Komm von @linktofink auch so - puh - Steine fallen hören. Also dieser Text ist auf jeden Fall mehr Intuition als geplottet. Ziemlich coole Erfahrung.

... aber eine Geschichte wird wohl diesmal nicht dabei herauskommen.
:crying:Aber erzwingen ist natürlich auch voll doof. Da bin ich ganz bei Dir. Wieder mal.


Hey@Rob F,

und schön Dich hier zu lesen. Habe vielen Dank, hat mich sehr gefreut.

nun bin auch ich dem Bürgermeister bei seiner Tour über die Insel gefolgt.
Merci!

Vielleicht findest du ja noch das ein oder andere Detail, das die Insel für Kinder noch etwas interessanter macht, auch wenn es dadurch ggf. etwas mehr ins Märchenhafte geht.
Ach, soll doch ein Märchen sein, da kann es gar nicht genug märchenhaft sein. Nur sind die halt auch mega Komprimiert. Bei den Gebrüdern Grimm kannste kaum ein Wort streichen. Und wenn ich jetzt so Gefälligkeitsdetails einsetze, ohne dass sie für die Handlung einen Mehrwert hätte, entferne ich mich wieder vom Märchenstil.

Bezogen auf die Altersgruppe dachte ich eher an Kinder um die zehn Jahre, um auch ein Verständnis zu bekommen für die eigentliche Handlung der Geschichte, die direkte Verurteilung von Fremden.
Ja, je älter, je größer das Entdecken. Die Kleineren nehmen aber (hoffentlich) mit, dass der Bürgermeister ungerecht ist und dafür am Ende die Strafe bekommt. Und das ist doch gut.

Aber vielleicht vertue ich mich auch und auch jüngere Kinder haben schon ein Gespür dafür, worum es geht und dass es ein Unrecht ist.
Daran glaube ich ganz fest. Sobald ich kann, werde ich das an einem fünfjährigen testen und wenn der das rafft, bin ich mit sechs ziemlich safe.

Auch als Erwachsener habe ich die Geschichte gerne gelesen, und das Thema wird natürlich immer aktuell bleiben.
Freut mich und ja, leider.

ggf. "gezogen" statt "gestürmt"?
Nein, unbedingt gestürmt. Es ist doch der stürmende Sturm, weißt. Ich weiß, die Theorie schüttelt gerade ganz heftig mit den Kopf, aber sei es drum. Ich mag den Sound.

Du wirst es mit Absicht gemacht haben, nehme ich an, aber ich bin dennoch über den Jäger als Angler gestolpert.
Ja, das war Absicht. Und ist es nicht Luxus, nicht mehr arbeiten zu müssen, sondern ausschließlich seinen Hobbies frönen zu können? So wie der Schmied auch? Und außerdem ist so hübsch, wenn Kinder sich an dieser Stelle aufregen, weil der Jäger ja gar kein richtiger Jäger ist. Oder wenn sie sagen, Zimtschnecken kann man doch gar nicht züchten! Ach, ich liebe solche Einwände. Als Kind selbst auch, wenn mein Opa mir einen vom Pferd erzählt hat. Und das konnte der ganz großartig.

Danke auch für die Textarbeit. Habe mich schon bedient.

Sehr gut geschriebene und interessante Geschichte, hat Spaß gemacht zu lesen!
Freut mich natürlich zu hören.

Danke Euch beiden nochmals und liebe Grüße!

Fliege
 
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28.12.2009
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Ja, ist ein tolles Märchen. Ich finde das sprachlich sehr schön oldschool, man erkennt sofort, worum es sich handelt. Für mich liegt die Moral darin, dass die Fremden als scapegoats herhalten müssen, damit andere Personen ihre eigenen Ziele verwirklichen können. Aber auch eine gewisse Kommunikationsschwierigkeit - die Inselbewohner hätten sie fragen können, das haben sie nicht, sie haben sofort ein Urteil gefällt, obwohl sie sich insgeheim etwas anderes gedacht haben. Da klingt also schon so was wie Hierarchie, Untertänigkeit, Beamtengläubigkeit und Gruppendruck mit; das ist geschickt gemacht, wie sie jeder ihrer eigenen Idee nachhängen, aber etwas ganz anderes tun und sagen. Die verschlossene Schmiede, da musste ich unwillkürlich an einen dieser sweat shops denken: Man sieht ja nie, wie Kinder deine GUCCI-Tasche zusammenkleben, die ist einfach urplötzlich da!

Bezüglich Figurentiefe: Welches Märchen hat die denn? Das sind doch alles mehr oder weniger Archetypen, die nach einem Schema funktionieren, die auch für ein Symbol stehen, als Generalisierung im Grunde herhalten müssen. Finde ich gerechtfertigt, das so zu machen.

Gruss, Jimmy
 
Zuletzt bearbeitet:
Wortkrieger-Globals
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24.01.2009
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Hey @jimmysalaryman,

was für eine Überraschung, Dich hier zu lesen! Eine sehr schöne. Merci.

Ja, ist ein tolles Märchen. Ich finde das sprachlich sehr schön oldschool, man erkennt sofort, worum es sich handelt.
Finde ich natürlich sehr fein.

Für mich liegt die Moral darin, dass die Fremden als scapegoats herhalten müssen, damit andere Personen ihre eigenen Ziele verwirklichen können. Aber auch eine gewisse Kommunikationsschwierigkeit - ...
Definitiv.

Die verschlossene Schmiede, da musste ich unwillkürlich an einen dieser sweat shops denken: Man sieht ja nie, wie Kinder deine GUCCI-Tasche zusammenkleben, die ist einfach urplötzlich da!
Hehe. Aber ja, leider.

Bezüglich Figurentiefe: Welches Märchen hat die denn? Das sind doch alles mehr oder weniger Archetypen, die nach einem Schema funktionieren, ...
Da bin ich ganz bei Dir.

Hat mich gefreut. Sehr sogar. Habe einen schönen Sonntag!
Liebe Grüße, Fliege
 

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