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Der drölfzigste Geburtstag des Bürgermeisters

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Wortkrieger-Globals
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Hey @hell (again :)),

Ich will das jetzt auch nicht überstrapazieren,
Ich auch nicht.

die einzige Klippe besteht halt mMn möglicherweise darin, dass man das vielleicht erst erläutern muss. Darum ging es mir hauptsächlich. Und ja, das hat für mich sicher auch was mit der Altersangabe zu tun.
Und ich glaube ganz fest, dass man es ab einem gewissen Alter eben nicht mehr muss, weil der Text dann für sich steht. Insofern ist es ausschließlich eine Frage des Alters. Dir erscheint es zu jung, für mich geht das schon - aber ich bin dahingehend offen. Wenn also noch mehr Kommentare kommen - sechs ist zu jung, habe ich kein Problem damit es anzuheben. Sind bisher aber noch in Unterzahl.

Würden die schmucken Weihnachtsbäumchen schon hier und da ein paar Nadeln lassen, gäbe es für den Jäger schon weniger Fisch und seltener Braten als früher, würden sich Bäckersfrau und Schmied nicht nur Kussmünder, sondern auch mal böses Vokabular entgegenwerfen, wäre alles noch in Butter - so auf den ersten Blick - ... dann würden sich die falschen Schuldzuweisungen als solche noch deutlicher entlarven, meine ich.
Darüber habe ich die letzten Stunden viel nachgedacht. So richtig einig bin ich mir nicht geworden. Die Fallhöhe wäre ungleich geringer, der Effekt kleiner. Ich sehe und verstehe aber, worauf Du hinaus willst. Ich bin daher auch zwie. Und ich muss darüber noch eine Weile brüten und eventuell brauche ich auch mehr Abstand. Vielleicht will ich es aber auch genau so haben. Du siehst, viele vielleicht in mir.

Aber gut, dass nur noch mal so zu meinen Überlegungen, ohne dem Text jetzt was unterstellen zu wollen! Ist mir schon wichtig, darauf hinzuweisen!
Auch das ist durchaus bei mir angekommen. Keine Sorge.


Hey @Nichtgeburtstagskind,

vielen Dank auch an Dich für deine Zeit und Worte! Habe sie mit Interesse gelesen.

Bringen wir doch erst die schwierigen Dinge hinter uns.
Ja, immer gut.

Dass der Herr Geburtstag hat, ist ja total egal. Es spielt keine Rolle. Das wichtige Element, das die Veränderung bringt ist ja der Sturm. Das heißt, du wolltest einfach nur das lustige Wort „drölfzigst“ unterbringen. Und das auch noch in der Überschrift. Hhhm, da fühl ich mich irgendwie veralbert.
Da hast Du sicher recht, dass der Text auch ganz ohne den Geburtstag auskommt. Auf der anderen Seite, finde ich, schadet es dem Text auch nicht. Jetzt kannst Du natürlich sagen, das ist Eitelkeit, aber es ist ein besonderer Tag für den Bürgermeister und die Insel, also kann man ihn auch als etwas besonderes darstellen. Ich weiß, das wird dich nicht befriedigen, aber in diesem Sinne mag ich meinen drölfzigsten Geburtstag einfach.

waren sie es zufrieden.
Ich kannte sie ehrlich gesagt gar nicht und habe einfach angenommen, es ist ein Fehler. Würde ich diese Geschichte vorlesen, würde ich dieses Wort weglassen – absichtlich oder aus Versehen.
Google doch mal, ist gar nicht so selten. Vor allem in Märchentexten.

Ich glaube, für Kinder wird es eher eine Rolle spielen, dass der Bürgermeister offensichtlich lügt, vllt noch dass er nie zufrieden ist, obwohl alles gut ist, und immer mehr will ... Also ich wäre auch eher für eine Variante ohne Fremde oder für eine, in denen man die Fremden kennenlernt, was dann vllt auch Einfluss auf den Verlauf hat.
Aber würde eine solche Stringenz nicht auch sehr zu Lasten der Komplexität des Themas gehen?

Ich glaube, ich fände es besser, wenn du einen klareren Fokus gelegt hättest, auf die Habgier und die Lügen des Bürgermeisters oder auf den Umgang mit Fremden.
Ich sehe, worauf Du hinaus willst und kann diesen Gedanken auch komplett nachvollziehen. Aber für mich spielt hier eins ins andere. Habgier + keine Beziehung zu den Unbekannten (man kauft billig bei H&M und Co, weil man die Kinder der dritten Welt nicht kennt, denen man regelmäßig die Wollknäule aus den Mägen entfernt), Wohlstand hat oft genug seinen Preis. Sklaverei, Kolonialismus, die Folgen bis heute und kein Ende in Sicht. Und jetzt soll ich die Fremden weglassen? Fühlt sich für mich nicht so richtig an.

Gefallen hat mir besonders der Ton der Geschichte. Das lässt sich wirklich gut lesen. Die Wortspielereien, wie der stürmische Sturm, finde ich süß und unterhaltsam.
Danke dafür.

Das ist eigentlich megasüß, aber ich esse Zimtschnecken doch so gerne! Was mach ich denn jetzt?
Ich auch. Wir essen die einfach weiter und backen neue kleine Schneckleins.

Ich finde es gut, dass du durch die Gedanken der anderen, die fragwürdigen Aussagen entlarvst.
War mir auch wirklich wichtig. Nicht, dass man da auch noch vom Wege abkommen kann.

Insgesamt denke ich, dass das keine Geschichte zum selber lesen ist, sondern eine die vorgelesen und besprochen werden muss. Was ja nichts schlechtes ist. :)
Gehe ich mit.

Danke Euch beiden. Es arbeitet in mir, waren also nicht umsonst, auch wenn ich hier total auf Verteidigung setze. Wer weiß, wie sich das ausgeht, wenn ich erst mal selbst genug Abstand habe, wann auch immer das ist. Aber irgendwann habe ich den und werde nochmal kritisch draufblicken.

Liebe Grüße, Fliege
 
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Liebe @Fliege,

Es war einmal ein Bürgermeister, der träumte davon, ein König zu sein.
das ist eine von den Geschichten, denen ich eine Verbreitung über unser Forum hinaus wünsche. Und ich denke, dass es man die Zielgruppe vom Alter her recht weit fassen kann, denn da ist für jeden was dabei. Dass die Geschichte gnadenlos klar macht, wie Gier, Lüge und Ausbeutung letztlich auf die Täter selbst zurück fallen, hätte auch was Befriedigendes, wenn wir nicht gerade selber dabei wären, "die letzten 24 Weihnachtsbäume" für unseren Lebensstil zu verbraten.
Ich finde das Bild der Kutsche toll gewählt. Der Bürgermeister will mehr sein, als er ist und er will es bequemer haben und in seiner Unzufriedenheit fängt das Übel an. Dass allein die Kutsche ihn zum König machen soll, finde ich wirklich großartig. Ein Luxusobjekt, welches den Besitzer persönlich aufwertet, jedenfalls glaubt er das. So fühlt sich mancher SUV-Fahrer womöglich auch als König der City. Die Kutsche aber verbraucht alle Ressourcen der Insel.
Dass die Fremden so gesichtslos bleiben, finde ich passend, weil du es ja betonst, dass der Bürgermeister sie nicht sehen will, das wird in der Geschichte selbst thematisiert. Im Grunde sind ja auch der Schmied und der Jäger keine sehr differenzierten Figuren und ich finde es ist insgesamt keine Geschichte, in der es um komplexe psychologische Figurenzeichnung geht, sondern mehr um Typen. In dem Moment, wo der Bürgermeister lügt, verliert er die Sympathie der Leser. Und die Fremden liefern schließlich die Kutsche, sie bezahlen für eine nicht vorhandene Schuld und setzen dafür Fähigkeiten und Kenntnisse ein, die die Inselbewohner aus eigener Kraft offenbar nicht hätten.
Interessant auch, dass zunächst Hilfsbereitschaft und Mitgefühl da sind, als man die Fremden findet und sich im zweiten Schritt Misstrauen und die Idee, die Situation auszunutzen einstellen. Ich musste sogar an den Film "Dogville" denken, auch wegen der märchenhaften, neckischen Sprache, die den bitteren Inhalt kontrastiert.
Dass die Fremden schließlich einfach wieder über das Meer davon fahren, sehe ich als kindgerecht an. Als Erwachsene hat man zu den Themen "Fremde", "hungrig" und "Meer" natürlich noch ganz andere Assoziationen.

Am nächsten Morgen verkündete der Bürgermeister: »Die Fremdlinge haben die drei Zimtschnecken vom Schmied aufgegessen!«
Der Schmied nickte, aber der Jäger dachte bei sich: Vielleicht sind sie ihm ausgerissen.
»Sie haben den ganzen Fisch allein aufgegessen!«
Da nickte der Jäger und der Schmied dachte bei sich: Sie werden Hunger gehabt haben.
»Sie haben mir eine Weihnachtskugel gestohlen!«
Der stürmende Sturm wird sie vom Baum gepflückt haben, dachten der Jäger und der Schmied.
Ganz tolle Stelle. Die vagen Zweifel, die weggewischt werden. Das Mißtrauen untereinander ist bereits da.

Damit war das Urteil gesprochen und alle nickten zufrieden. Nur die drei Fremdlinge nicht.
Aber noch halten die Fremden her, um das zu kaschieren. Lakonisch der zweite Satz. Ich mag das, dass du sie nicht wehklagen lässt.

»Seid ihr fleißig bei der Arbeit?«, fragte er die Fremdlinge.
»Öffne die Tür und die Fenster und schau selbst.«
Das tat der Bürgermeister natürlich nicht, schließlich waren die drei Fremdlinge gefährliche Diebe und Diebe gehörten eingesperrt.
Wider besseren Wissens. Ganz schön subversiv, dein Text. Stellt die Bürgermeister dieser Welt in Frage.

Nach 24 Tagen öffnete der Bürgermeister die einsame Schmiede und die drei Fremdlinge schoben die größte und schönste Kutsche heraus, die man je auf der Insel gesehen hat.
Feine Überraschung. Man rechnete mit einem Trick oder so, aber nein, es ist der erfüllte Wunsch, der alle ins Unglück stürzt.

»Das ist ja schrecklich«, murmelte der König und fuhr in seiner Kutsche nach Hause. Dort saß er allein in seinem Garten und vermisste den Glanz seiner Weihnachtsbäume.
Schön, dass du hier Raum gibst für die Trauer über das Verlorene. Hier gäbe es sogar noch einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass die Traurigkeit und das Mitgefühl untereinander überwiegen. Aber konsequent werden sie von ihren Egoismen eingeholt. Ein sehr moralisches Märchen und sehr gelungen.

Witzigerweise hatte ich zwischendurch auch so ein Inselmärchen als Parabel auf die heutige Zeit am Wickel, scheiterte aber bereits bei der Entwicklung des Plots, weil das alles technisch und logisch nicht funktionierte. Die Challenge hat bei mir so einiges angestoßen, aber eine Geschichte wird wohl diesmal nicht dabei herauskommen. Naja, kommentiere ich also ganz entspannt.

Herzliche Grüße, liebe @Fliege ,

von Chutney
 
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Hallo @Fliege ,

nun bin auch ich dem Bürgermeister bei seiner Tour über die Insel gefolgt.

Ich dachte, als die Challenge eröffnet wurde, bei Kindergeschichten direkt an Entdeckungsreisen abseits der Alltags, also z.B. auf Piratenschiffen, Abenteuerspielplätzen ...

Da wirst du also mit einer fremden, geheimnisvollen Insel schon mal direkt Interesse wecken. Was mag es da wohl zu entdecken geben und was passiert dort? Vielleicht findest du ja noch das ein oder andere Detail, das die Insel für Kinder noch etwas interessanter macht, auch wenn es dadurch ggf. etwas mehr ins Märchenhafte geht.

Bezogen auf die Altersgruppe dachte ich eher an Kinder um die zehn Jahre, um auch ein Verständnis zu bekommen für die eigentliche Handlung der Geschichte, die direkte Verurteilung von Fremden. Aber vielleicht vertue ich mich auch und auch jüngere Kinder haben schon ein Gespür dafür, worum es geht und dass es ein Unrecht ist.

Auch als Erwachsener habe ich die Geschichte gerne gelesen, und das Thema wird natürlich immer aktuell bleiben.

Noch ein paar Details:

Tausend Kugeln funkelten bunt in der Sonne und silbern im Licht des Mondes.
Eine schönes Bild, direkt zu Beginn der Geschichte!

In der Nacht zuvor war ein mächtiger Sturm über die Insel gestürmt.
ggf. "gezogen" statt "gestürmt"?

Der Jäger saß Tag und Nacht am Meer und angelte.
Du wirst es mit Absicht gemacht haben, nehme ich an, aber ich bin dennoch über den Jäger als Angler gestolpert.

Der Bürgermeister lief um die Tanne herum, sah hinauf, rieb sich die Augen, lief noch einmal herum, aber die Kugel blieb verschwunden.
Vorschlag wegen des langen Satzes:
Der Bürgermeister lief um die Tanne herum, sah hinauf und rieb sich die Augen. Lief noch einmal herum, aber die Kugel blieb verschwunden.

»Die drei Fremden haben mir eine Kugel gestohlen!«, rief er.
Genau! :fluch:

Auf seinem Rundgang, gleich nach der Urteilsverkündung, fand der Bürgermeister seine fehlende Kugel. »Na so was«, murmelte der Bürgermeister.
"er" statt "der Bürgermeister", dann hast du das Wort nicht zweimal direkt hintereinander.

»Es ist gut, dass wir sie los sind. Sollen sie nie wieder kommen!«, sagten alle drei.
Und nochmal: Genau! :fluch: weg mit den ... guten Menschen!

Sehr gut geschriebene und interessante Geschichte, hat Spaß gemacht zu lesen!

Viele Grüße,
Rob
 
Wortkrieger-Globals
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24.01.2009
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Liebe @Chutney,

ach, was habe ich mich über deinen Besuch gefreut. Habe so vielen Dank dafür!

Und ich denke, dass es man die Zielgruppe vom Alter her recht weit fassen kann, denn da ist für jeden was dabei.
In der Hoffnung wiege ich mich ja auch zu gern und bin immer froh, wenn ich damit nicht so allein rumschaukel. Fällt mir aber bisschen schwer, die Einwände einfach so vom Tisch zu wischen. Weil und so.

Dass die Geschichte gnadenlos klar macht, wie Gier, Lüge und Ausbeutung letztlich auf die Täter selbst zurück fallen, hätte auch was Befriedigendes, wenn wir nicht gerade selber dabei wären, "die letzten 24 Weihnachtsbäume" für unseren Lebensstil zu verbraten.
Wohl war. Und wir machen alle irgendwie mit. Beim Weihnachtsbäume braten meine ich jetzt. Auch, wenn unser Bewusstsein sich langsam in Bewegung setzt.

Ich finde das Bild der Kutsche toll gewählt.
Ich habe das gar nicht mal so bewusst gewählt, das hat sich irgendwie ergeben, aber als es dastand, fand ich es auch sehr überzeugend. Manchmal ist das Unterbewusstsein schon ne feine Sache.

So fühlt sich mancher SUV-Fahrer womöglich auch als König der City. Die Kutsche aber verbraucht alle Ressourcen der Insel.
jajaja

Dass die Fremden so gesichtslos bleiben, finde ich passend, weil du es ja betonst, dass der Bürgermeister sie nicht sehen will, das wird in der Geschichte selbst thematisiert.
Na ja, zum einen ist es natürlich der Märchensache geschuldet. Da sind Figuren ja nie besonders ausgearbeitet. Über Rapunzel weiß man, das sie lange Haare hat, über Aschenputtel, dass sie Asche im Gesicht hat, Schneewittchen hat blasse Haut und schwarze Haare, aber meist sind die Figuren nur in gut und böse eingeteilt.
Außerdem ist das ja genau das Ding - genau in dieser Unkenntnis des Fremden liegt ja so viel Wurzel allen Übels. Das ist doch ein wichtiger Punkt, der die Leute sich so verhalten lässt, wie sie sich verhalten.

Im Grunde sind ja auch der Schmied und der Jäger keine sehr differenzierten Figuren und ich finde es ist insgesamt keine Geschichte, in der es um komplexe psychologische Figurenzeichnung geht, sondern mehr um Typen.
Eben.

In dem Moment, wo der Bürgermeister lügt, verliert er die Sympathie der Leser.
Und da setze ich halt auch auf die ganz kleinen Zuhörer. Auf ihr Gespür für Recht und Unrecht, was ich ihnen durchaus zutraue. Und das eigentlich schon weitaus früher als erst mit sechs Jahren.

Dass die Fremden schließlich einfach wieder über das Meer davon fahren, sehe ich als kindgerecht an. Als Erwachsene hat man zu den Themen "Fremde", "hungrig" und "Meer" natürlich noch ganz andere Assoziationen.
Absolut.

Ganz tolle Stelle. Die vagen Zweifel, die weggewischt werden. Das Mißtrauen untereinander ist bereits da.
:)

Wider besseren Wissens. Ganz schön subversiv, dein Text. Stellt die Bürgermeister dieser Welt in Frage.
Ich will sie ja nicht alle über einen Kamm scheren, aber Beispiele finden sich zur genüge. Und es ist ja auch nicht nur die Krankheit der Politik.

Feine Überraschung. Man rechnete mit einem Trick oder so, aber nein, es ist der erfüllte Wunsch, der alle ins Unglück stürzt.
Ich hatte im Plot auch auf einen Trick gesetzt, dann dachte ich beim Schreiben aber, nee, damit rechnet der Leser irgendwie, lass die mal echt die Kutsche bauen. Bei der Story, hat sich wirklich viel erst beim Schreiben ergeben. Ich bin ständig von meinem Plotvorhaben abgebogen. Es gab da anfangs auch noch die Urgroßmutter des Bürgermeisters - so als Antipol - aber die musste ich dann leider ziehen lassen, obwohl ich die Frau sehr, sehr mochte.

Aber konsequent werden sie von ihren Egoismen eingeholt. Ein sehr moralisches Märchen und sehr gelungen.
Wenn es denn in real auch nur immer so ausgehen würde. Aber ist ja ein Märchen. Da verlieren die Bösen immer. Und es fühlt sich ja auch so gut an, wenn die ihr Fett wegbekommen.

Witzigerweise hatte ich zwischendurch auch so ein Inselmärchen als Parabel auf die heutige Zeit am Wickel, ...
Ich hatte ja schon lang das Gefühl, dass wir (zumindest was Texte betrifft) ziemlich ähnlich ticken. Bei so manchen Komm von Dir denke ich immer, ja, den hätteste genau so geschrieben. Aber so sehr? Ey, ey. Wo soll das noch enden? :D

... scheiterte aber bereits bei der Entwicklung des Plots,
Ich bin ja eher grob beim Plotten. Und ich bin zu dem Text eher gekommen, weil ich mich halt so gar nicht an meinen Plan gehalten habe. Und dann hatte ich immer so Stellen, wo ich dachte, das passt doch jetzt nicht mehr und habe die umgeschrieben, angepasst. Am Ende hat ich das Gefühl, gar kein Gefühl mehr zu haben, ob sich das jetzt alles so in sich ausgeht. Deshalb war der erste Komm von @linktofink auch so - puh - Steine fallen hören. Also dieser Text ist auf jeden Fall mehr Intuition als geplottet. Ziemlich coole Erfahrung.

... aber eine Geschichte wird wohl diesmal nicht dabei herauskommen.
:crying:Aber erzwingen ist natürlich auch voll doof. Da bin ich ganz bei Dir. Wieder mal.


Hey@Rob F,

und schön Dich hier zu lesen. Habe vielen Dank, hat mich sehr gefreut.

nun bin auch ich dem Bürgermeister bei seiner Tour über die Insel gefolgt.
Merci!

Vielleicht findest du ja noch das ein oder andere Detail, das die Insel für Kinder noch etwas interessanter macht, auch wenn es dadurch ggf. etwas mehr ins Märchenhafte geht.
Ach, soll doch ein Märchen sein, da kann es gar nicht genug märchenhaft sein. Nur sind die halt auch mega Komprimiert. Bei den Gebrüdern Grimm kannste kaum ein Wort streichen. Und wenn ich jetzt so Gefälligkeitsdetails einsetze, ohne dass sie für die Handlung einen Mehrwert hätte, entferne ich mich wieder vom Märchenstil.

Bezogen auf die Altersgruppe dachte ich eher an Kinder um die zehn Jahre, um auch ein Verständnis zu bekommen für die eigentliche Handlung der Geschichte, die direkte Verurteilung von Fremden.
Ja, je älter, je größer das Entdecken. Die Kleineren nehmen aber (hoffentlich) mit, dass der Bürgermeister ungerecht ist und dafür am Ende die Strafe bekommt. Und das ist doch gut.

Aber vielleicht vertue ich mich auch und auch jüngere Kinder haben schon ein Gespür dafür, worum es geht und dass es ein Unrecht ist.
Daran glaube ich ganz fest. Sobald ich kann, werde ich das an einem fünfjährigen testen und wenn der das rafft, bin ich mit sechs ziemlich safe.

Auch als Erwachsener habe ich die Geschichte gerne gelesen, und das Thema wird natürlich immer aktuell bleiben.
Freut mich und ja, leider.

ggf. "gezogen" statt "gestürmt"?
Nein, unbedingt gestürmt. Es ist doch der stürmende Sturm, weißt. Ich weiß, die Theorie schüttelt gerade ganz heftig mit den Kopf, aber sei es drum. Ich mag den Sound.

Du wirst es mit Absicht gemacht haben, nehme ich an, aber ich bin dennoch über den Jäger als Angler gestolpert.
Ja, das war Absicht. Und ist es nicht Luxus, nicht mehr arbeiten zu müssen, sondern ausschließlich seinen Hobbies frönen zu können? So wie der Schmied auch? Und außerdem ist so hübsch, wenn Kinder sich an dieser Stelle aufregen, weil der Jäger ja gar kein richtiger Jäger ist. Oder wenn sie sagen, Zimtschnecken kann man doch gar nicht züchten! Ach, ich liebe solche Einwände. Als Kind selbst auch, wenn mein Opa mir einen vom Pferd erzählt hat. Und das konnte der ganz großartig.

Danke auch für die Textarbeit. Habe mich schon bedient.

Sehr gut geschriebene und interessante Geschichte, hat Spaß gemacht zu lesen!
Freut mich natürlich zu hören.

Danke Euch beiden nochmals und liebe Grüße!

Fliege
 
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28.12.2009
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Ja, ist ein tolles Märchen. Ich finde das sprachlich sehr schön oldschool, man erkennt sofort, worum es sich handelt. Für mich liegt die Moral darin, dass die Fremden als scapegoats herhalten müssen, damit andere Personen ihre eigenen Ziele verwirklichen können. Aber auch eine gewisse Kommunikationsschwierigkeit - die Inselbewohner hätten sie fragen können, das haben sie nicht, sie haben sofort ein Urteil gefällt, obwohl sie sich insgeheim etwas anderes gedacht haben. Da klingt also schon so was wie Hierarchie, Untertänigkeit, Beamtengläubigkeit und Gruppendruck mit; das ist geschickt gemacht, wie sie jeder ihrer eigenen Idee nachhängen, aber etwas ganz anderes tun und sagen. Die verschlossene Schmiede, da musste ich unwillkürlich an einen dieser sweat shops denken: Man sieht ja nie, wie Kinder deine GUCCI-Tasche zusammenkleben, die ist einfach urplötzlich da!

Bezüglich Figurentiefe: Welches Märchen hat die denn? Das sind doch alles mehr oder weniger Archetypen, die nach einem Schema funktionieren, die auch für ein Symbol stehen, als Generalisierung im Grunde herhalten müssen. Finde ich gerechtfertigt, das so zu machen.

Gruss, Jimmy
 
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Wortkrieger-Globals
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24.01.2009
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Hey @jimmysalaryman,

was für eine Überraschung, Dich hier zu lesen! Eine sehr schöne. Merci.

Ja, ist ein tolles Märchen. Ich finde das sprachlich sehr schön oldschool, man erkennt sofort, worum es sich handelt.
Finde ich natürlich sehr fein.

Für mich liegt die Moral darin, dass die Fremden als scapegoats herhalten müssen, damit andere Personen ihre eigenen Ziele verwirklichen können. Aber auch eine gewisse Kommunikationsschwierigkeit - ...
Definitiv.

Die verschlossene Schmiede, da musste ich unwillkürlich an einen dieser sweat shops denken: Man sieht ja nie, wie Kinder deine GUCCI-Tasche zusammenkleben, die ist einfach urplötzlich da!
Hehe. Aber ja, leider.

Bezüglich Figurentiefe: Welches Märchen hat die denn? Das sind doch alles mehr oder weniger Archetypen, die nach einem Schema funktionieren, ...
Da bin ich ganz bei Dir.

Hat mich gefreut. Sehr sogar. Habe einen schönen Sonntag!
Liebe Grüße, Fliege
 
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17.08.2019
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Hey @Fliege

Wollte schon lange deine Geschichte mal kommentieren. Beim ersten Lesen war ich mir erst unschlüssig, was ich davon halten sollte. Extrem mutig, dieses Thema in eine Kindergeschichte zu packen, ... aber gerade deswegen ist die Geschichte auch etwas ganz Spezielles. Je öfters ich die Geschichte lese, desto mehr gefällt sie mir. Aber eins nach dem anderen ...

drölfzigste
Schräg wie du mich mit einem einzigen Wort schon für die Geschichte gewinnen konntest. Es erinnerte mich an "Chasperli", an den "König (Namen vergessen) der Viertelvorzwölfte". Gleichzeitig hatte ich aber auch den "Drölfzigsten" mit dem "Dreizehnten" in Verbindung gebracht. Mir schwante Übles. Und ich sollte recht behalten ...

Sein Haus stand genau in der Mitte einer Insel, die sich genau in der Mitte des Ozeans befand.
Das ist super. Da seh ich gleich die Illustration dazu vor mir.

Es war die Pflicht des Bürgermeisters, täglich auf der Insel nach dem Rechten zu sehen. Ob alles noch am rechten Platz stand und ob es allen Bewohnern gut ging
Guter Bürgermeister. :-)

Aber immer ging es allen gut und immer stand alles am rechten Fleck.
Oder blinder Bürgermeister? Hm. Gefällt mir, dieser Gegensatz.

Denn Könige mussten keine albernen Spaziergänge machen. Könige fuhren mit einer Kutsche!
Klar. Logisch. Kinderlogik. Cool.

stürmender Sturm
Auch so ein Begriff, der auf der Vorlesezunge schmilzt.

Dort angekommen, fütterte der Schmied gerade seine Schnecken mit Zucker und Zimt.
»Heute Nacht sind drei kleine Zimtschnecken geschlüpft«, rief er begeistert dem Bürgermeister zu.
Da musste ich laut lachen. Das liebe ich!

»Der stürmende Sturm hat mir den größten Fisch an die Angel gebracht, den ich je gefangen habe«, sagte der Jäger stolz.
»Alles ist in Ordnung. Wie immer«, murmelte der Bürgermeister
Auch hier sehe ich schon die Kinderaugen. Erst: "Och, dieser gemeine stürmende Sturm." Dann die Reaktion des Bürgermeisters. "Wie immer." Das Kinderhirn knattert. Dann ein Schmunzeln. Hat er wieder mal etwas gross angegeben, der Fischer, äh, Jäger.

»Die drei Fremden haben mir eine Kugel gestohlen!«, rief er.
»Und mir die drei kleinen Zimtschnecken. Sicher haben sie sie aufgegessen«, rief der Schmied.
Auch der Jäger saß unglücklich am Strand. »Sie haben den ganzen Fisch allein aufgegessen. Wie kann man nur so viel auf einmal essen?«
Schon als die namenlosen Fremden gefunden wurden, war klar, wohin diese Geschichte führen wird. (Finde es übrigens gut, dass sie namenlos und blass bleiben. Das betont die Wirkung.) Aber ab hier kehrt die Story.

Von da an bin ich etwas unschlüssig. Nicht der Thematik wegen. Dass du dieses Thema in eine Kindergeschichte zu packen wagst, packt mich als Vorleser. Nur, wird es mir von hier an etwas zu kompliziert. Es ist so ein Bauchgefühl. Ich versuche später noch herauszufinden, was es genau ist. Ich würde ein simplere Handlung bevorzugen, habe aber momentan keinen Vorschlag. Ich möchte gerne noch etwas darüber brüten.

»Öffne die Tür und die Fenster und schau selbst. Es fehlen nur noch 24 Bäume und 24 Brote und in 24 Tagen ist die Kutsche fertig«, antworteten die drei Fremdlinge.
Hier hat mich die Initiative der Fremdlinge überrascht. Sie kriegen plötzlich eine Stimme und beginnen selbst zu handeln. Ich hätte es stimmiger gefunden, wenn sie keine erhalten hätten und komplett blass geblieben wären..

Und als sie auf dem Meer die drei Fremdlinge mit einem Boot davonrudern sahen, waren sie es zufrieden.
Aua. Aber so ist es.

Und sicher streiten sie auch heute noch, wenn sie nicht bereits gestorben sind.
Der Schluss gefällt mir hingegen wieder sehr gut. Die teilen die Kutsche durch drei und haben nur verloren, nichts gewonnen. Da passt auch dieser Schlusssatz herrlich dazu.

Wie gesagt, ein paar Ungereimtheiten bleiben. Aber wenn ich in einer Kinderbuchabteilung wäre, diese Geschichte illustriert vor mir hätte, ... ich würde sie kaufen. Sowas findet man nicht alle Tage.

Ich lese noch die Kommentare der anderen durch, brüte nochmals drüber und hoffe, nochmals ein Feedback geben zu können.

Liebe Grüsse
snif
 
Wortkrieger-Globals
Beitritt
24.01.2009
Beiträge
3.702
Hey @snif,

und wie schön Dich zu Besuch gehabt zu haben!

Beim ersten Lesen war ich mir erst unschlüssig, was ich davon halten sollte.
Oh ha. Na mal schauen, wie es ausgegangen ist.

Extrem mutig, dieses Thema in eine Kindergeschichte zu packen, ... aber gerade deswegen ist die Geschichte auch etwas ganz Spezielles. Je öfters ich die Geschichte lese, desto mehr gefällt sie mir.
Ich weiß nicht, so mutig kam ich mir gar nicht vor. Aber cool, wenn das so rüber kommt:cool: Mit speziell gebe ich Dir allerdings sofort recht.

Schräg wie du mich mit einem einzigen Wort schon für die Geschichte gewinnen konntest.
Echt? Das ist grandios.

Das ist super. Da seh ich gleich die Illustration dazu vor mir.
Ich würde sie auch gern sehen ... Nee, schon klar.

Klar. Logisch. Kinderlogik. Cool.
Ich mag Kinderlogik auch sooo sehr. Ich könnt mir ständig von denen die Welt erklären lassen.

stürmender Sturm
Auch so ein Begriff, der auf der Vorlesezunge schmilzt.
Das ist schön, dass Du das sagst. Gab ja auch schon Kritik am Doppelgemoppel. Aber ich steh auch ein bisschen auf den Sound.

Da musste ich laut lachen. Das liebe ich!
Danke auch dafür. Ist immer schön zu hören, was wie funktioniert und ob. Ach, wem erzähle ich das.

Schon als die namenlosen Fremden gefunden wurden, war klar, wohin diese Geschichte führen wird. (Finde es übrigens gut, dass sie namenlos und blass bleiben. Das betont die Wirkung.) Aber ab hier kehrt die Story.
Jipp.

Von da an bin ich etwas unschlüssig. Nicht der Thematik wegen ... Nur, wird es mir von hier an etwas zu kompliziert. Es ist so ein Bauchgefühl. Ich versuche später noch herauszufinden, was es genau ist. Ich würde ein simplere Handlung bevorzugen, habe aber momentan keinen Vorschlag. Ich möchte gerne noch etwas darüber brüten.
Ja, brüte Du mal. Und wenn was aus dem Ei schlüpft, bin ich gespannt es zu hören. Mir ist schon klar, dass es ab hier sehr viel komplexer wird, aber ich denke tatsächlich, dass das ein Erwachsenending ist, weil wir ab hier interpretieren, vergleichen, aufhorchen. Kinder werden das in diesem Maße nicht tun, behaupte ich jetzt mal ins Blaue hinein. Und weil es Blau ist, weiß ich es natürlich keine Bohne besser.

Hier hat mich die Initiative der Fremdlinge überrascht. Sie kriegen plötzlich eine Stimme und beginnen selbst zu handeln. Ich hätte es stimmiger gefunden, wenn sie keine erhalten hätten und komplett blass geblieben wären..
Aber sie haben doch vorher schon mal gesagt, er soll die Türen und Fenster öffnen ...
Klar, ich verstehe schon, was Du mir sagen willst und Du hast recht, es wäre nicht viel dran zu schrauben, würde man diese Worte einfach dem Bürgermeister überhelfen. Ich lass das mal im Kopf kugeln.

Der Schluss gefällt mir hingegen wieder sehr gut. Die teilen die Kutsche durch drei und haben nur verloren, nichts gewonnen. Da passt auch dieser Schlusssatz herrlich dazu.
Das ist schön.

Aber wenn ich in einer Kinderbuchabteilung wäre, diese Geschichte illustriert vor mir hätte, ... ich würde sie kaufen. Sowas findet man nicht alle Tage.
Ich auch :D. Nein, das ist ein sehr schönes Kompliment und ich freue mich sehr darüber.

Ach, war doch schön Dich zu lesen!
Liebe Grüße, Fliege
 
Mitglied
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26.12.2014
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Moin Fliege,

ich bin etwas geplättet von dem Eindruck, den dein Märchen hinterlässt. Du hast hier eine Menge mehr hineingepackt, als der bewusst altertümliche Schreibstil vermuten lässt.

"drölfzigste"

schon an der Bedeutung dieses Wortes arbeitete ich mich die ganze Zeit beim Lesen ab und dachte, es bedeutet vielleicht dreimal zwölf = 36, hab es dann aber einfach aufgegeben und als Spracheigenheit der Insel hingenommen. Im Grunde ist ja auch völlig unwichtig, welcher Geburtstag genau es ist und vielleicht war das dein Hintergedanke.

Es war einmal ein Bürgermeister, der träumte davon, ein König zu sein.
Nicht die Fremden in dieser Geschichte sind wichtig, wie mir scheint, nein, es sind allein die bereits "etablierten" Bürger der Insel. Du hast hier dieses interessante Nebeneinander von räumlicher Begrenztheit, einem relativ überschaubaren Raum einerseits, und dem Ehrgeiz der Bewohner andererseits, die sich in andere Berufe träumen oder sie bereits angenommen haben. Wie bei dem Phantasiewort "drölfzig" hättest du das eigentlich nicht unbedingt gebraucht - wäre der Bürgermeister einfach nur ein zufriedener Bürgermeister und würde seinen sechsunddreißigsten Geburtstag feiern, hätte ich das auch geschluckt und wahrscheinlich hätte es funktioniert. Aber interessant ist schon, wie du darauf abhebst, dass die Fremden eingespannt werden, um den Inselbürgern zu ihren ehrgeizigen Zielen zu verhelfen.

Andererseits ist das auch ein bisschen schade, dass die Fremden fast vollkommen gesichtslos bleiben. Sie handeln nur als Gruppe, haben kaum individuellen Charakter. Ich vermute, du willst hier Kritik an der Mehrheitsgesellschaft üben und halte sie für berechtigt, doch irgendwo bleibt die "Einstellung der Geschichte" zu den Fremden so seltsam unterkühlt - ach, ich ringe mit Worten, finde nicht so ganz, worauf ich hinaus will.

»Die drei Fremden haben mir eine Kugel gestohlen!«, rief er.
Das ist eine sehr überraschende Wendung, denn bisher war nicht unbedingt absehbar, dass die Bewohner so etwas wie moralisch verwerfliches Verhalten überhaupt kennen; und sie hatten die Fremden sehr freundlich, scheinbar ohne Vorbehalte aufgenommen. Erkennbar schlummert da wieder was unter der Oberfläche, was bisher nicht sichbar war. Auch das hätte man wiederum anders gestalten können. Mich wundert die Schlussfolgerung auch deshalb, weil die Fremden die Insel doch gar nicht kennen und ausgerechnet die am höchsten hängende Kugel fehlt, aber das nur am Rande ...

Der Schmied nickte, aber der Jäger dachte bei sich: Vielleicht sind sie ihm ausgerissen.
Die Uneinigkeit, die sich hier auftut, hat mich ebenfalls verwundert. Von den vorangehenden Äußerungen her, hätte ich erwartet, dass sie sich in der Bewertung völlig einig sind.

und dachte bei sich, dass weder der Schmied, noch der Jäger eigentlich eine Kutsche brauchten
das ist ein klein bisschen viel, ich weiß nicht, ob man darauf nicht verzichten kann, genau wie auf die vorherigen Gedanken.

Das tat der Bürgermeister natürlich nicht, schließlich waren die drei Fremdlinge gefährliche Diebe und Diebe gehörten eingesperrt.
Wider besseres Wissen? Er möchte die Fremden also als Diebe sehen? Wenn der Bürgermeister von Anfang an eine so negative Einstellung gegenüber Fremden hatte, frage ich mich, warum er sie zunächst so freundlich aufgenommen hat.

Du hast hier eine unterhaltsame, aber auch unglaublich komplexe Szenerie geschaffen, die mir gedanklich alles abverlangt hat ;)

Viele Grüße
Manlio
 
Zuletzt bearbeitet:
Wortkrieger-Team
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21.04.2015
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@Fliege, Liebe!

hach ja, ich mag das. Sehr märchenhaft und auf deine ganz eigene Art, die in jeder Geschichte durchschimmert, schön frech.

Hier schon
Aber immer ging es allen gut und immer stand alles am rechten Fleck. Diese Rundgänge waren die reinste Zeitverschwendung.
hattest du mich, da musste ich echt schmunzeln. Das trifft den Nagel so auf den Kopf :lol: Is aber auch echt Mist, wenn nie was passiert!
Finde ich ganz schön, diesen Anfang, weil da was mitschwingt, das ich heutzutage oft beobachte. Voll doof, wenn nix passiert, is doch alles langweilig, dieser Alltag, och nö. Aber wenn dann doch was passiert und aus den Fugen gerät, dann sehnt man sich plötzlich nach genau dieser Routine. Habe ich auch an mir selbst schon entdeckt und versuche, daraus zu lernen und viel bewusster zu schätzen, was ich eigentlich habe. Auch wenn das nicht immer das explodierende Feuerwerk am Himmel ist, sondern eben einfach auch mal Ruhe und Zufriedenheit.
Ja, lange Rede, kurzer Sinn: Fand ich einen schönen Einstieg.

Und dann der stürmische Sturm (mir gefällt sowas ja total!), die Zimtschnecken, die mit Zimt und Zucker gefüttert werden ... Ich überlege mir immer noch, ob es einfach lebende Gebäckstücke sind, die großgezogen werden oder glibbrige Schnecken, die süß schmecken ... Ich denke, ich entscheide mich für Variante 1, das is im Kopf schöner :) Sehr verspielt, diese Details und für Kinder sicher toll, dem Weg des Bürgermeisters zu folgen.

Anfangs habe ich seinen Wunsch nach der Kutsche nicht so recht verstanden. Also klar, er hat Bock, König zu sein, aber meine ersten Assoziationen mit "König sein" wären prunkvolles Schloss, Gold und Glitzer, famoses Essen, Macht und schillernde Feste ... Sowas. Aber im Laufe der Geschichte fand ich das dann doch charmant, weil der gute Bürgermeister einfach krass lauffaul ist - und da ist seine erste Assoziation mit "König sein" eben die des nicht-mehr-laufen-müssens :D

Inhaltlich find ich das echt interessant, da werde viele Dinge angeschnitten. Ich vermute, Kinder greifen das nicht alles auf und verstehen nicht überall die eigentliche Bedeutung, die dahinter liegt. Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass aus dieser Geschichte Fragen und lebhafte Gespräche entstehen über Themen, die in den vorhergegangenen Kommentaren schon erwähnt wurden. Und das gefällt mir sehr!

Habe ich gerne gelesen.
Liebe Grüße und zehn Korken, weil Freitag is
RinaWu
 
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Hi @Fliege

So, jetzt, wo die Einsendefrist fast erreicht ist, möchte ich sagen: Was für eine schöne Challenge! Vielen Dank dafür!

Ich scrolle mich meistens ein wenig durch die Kommentare, bevor ich eine Geschichte lese (schlechte Angewohnheit), und bei dieser hier ist mir eine Zeile aus dem ersten Kommentar total hängen geblieben und hallt seit einiger Zeit in meinem Kopf nach:

Hui, das ist vom Sound her schon fast biblisch.
Ich finde, @linktofink sagt hiermit praktisch schon alles. Danach hast Du hier ein buntes Kommentarfeuerwerk, das in meinen Augen vor allem herausarbeitet, wie vielschichtig und dicht diese Geschichte gewebt ist.

Das ist an allen Ecken und Enden raffiniert gemacht: die Motivation des Bürgermeisters, König zu werden, weil er so lauffaul ist; die Fremden, auf die sofort der Verdacht fällt, obwohl alle Beteiligten bereits denken oder ahnen, dass gar kein Verbrechen geschehen ist; die fortgesetzte Ausbeutung und Realitätsverleugnung, um das persönliche Ziel zu erreichen ... Vielleicht sollte ich nicht alles aufzählen, sonst fällt noch auf, was ich alles nicht herausarbeiten konnte. :lol: Sicherlich eine Geschichte, bei der es sich lohnt, sie mehrmals zu lesen.

Wie viel Sechsjährige davon mitbekommen, das finde ich mindestens eine interessante Frage ... Ich kenne keine Sechsjährigen und möchte mir nicht anmaßen, darüber zu urteilen. Allerdings denke ich, dass Du Vieles sehr deutlich machst und es zugleich ansprechend herausfordernd verpackst. Lustig ist die Geschichte auch, also sicher können Eltern und Kinder sie gleichermaßen genießen.

Wahnsinn!

Was mir aufgefallen ist, das sind die Frauen oder ihre Abwesenheit. Das Interessante ist, dass, so denke ich, es mir nicht so stark aufgefallen wäre und ich es nicht einmal erwähnenswert gefunden hätte, wenn das gesamte Personal der Geschichte männlich wäre. Aber so ist da ja eine Bäckerin, die eine seltsame Rolle einnimmt und mir wirklich Kopfzerbrechen bereitet hat. Warum? Auf mich wirkt ihre Abwesenheit total skurril, denn ...

Ob alles noch am rechten Platz stand und ob es allen Bewohnern gut ging.
Der Bürgermeister sieht angeblich nach allen Bewohnern, aber:

»Dem Schmied geht es gut. Wie immer«, murmelte der Bürgermeister und ging weiter in Richtung Süden.
... nach der Bäckerin sieht er nicht, er erwähnt sie auch nicht auf seiner mentalen Checkliste, die er da vor sich hinmurmelt.

Der Bürgermeister holte schnell den Jäger und den Schmied, um ihnen seinen seltsamen Fund zu zeigen.
Die Fremden muss sie auch nicht sehen, das klären die Herren untereinander.

So ging es Tag um Tag, bis der Schmied zu stöhnen begann:
»Sie essen so viel. Wir backen und backen und nie haben sie genug! Uns wird schon das Mehl knapp.«
Gemeinsam liefen sie zum Schmied. »Sie brauchen noch 24 Brote«, sagte der Bürgermeister.
»Wenn wir weitere 24 Brote backen, haben wir selbst kein Mehl mehr«, jammerte der Schmied.
»Sie haben mein ganzes Mehl verbraucht«, sagte der Schmied.
Wieso spricht der Schmied für die Bäckerei und nicht die Bäckerin?

Am nächsten Tag bekam der König, der früher ein Bürgermeister war, Besuch vom Schmied: »Ich habe das Mehl für die Brote gegeben. Deshalb gehört die Kutsche mir«, forderte er.
Und sollte die Bäckerin nicht auch einen Anteil an der Kutsche haben?

Im Prinzip entsteht bei mir durch diese Abwesenheit der Bäckerin, obwohl sie ja existiert, der deutliche Eindruck eines Herrenclubs, in der ein Mann für das Geschäft seiner Frau spricht, in der die Männer alles miteinander besprechen und alles untereinander aufteilen, obwohl eine Frau auch etwas dafür getan hat.

Verstehst Du? Ich hätte diesen Leseeindruck gar nicht, wenn der Schmied ein Bäcker wäre und die Bäckerin nicht existieren würde (dann würden andere Teile der Geschichte nicht funktionieren, also lassen wir das mal aus). Ich bin ganz ehrlich neugierig: Warum hast Du Dich entschieden, die Bäckerin nicht auftreten zu lassen? Soll das ein Herrenclub sein? Oder sind vier Personen vielleicht zu viel?

Noch zwei Kleinigkeiten:

In seinem Garten wuchsen die 24 schönsten Weihnachtsbäume.
Ich persönlich fände es schöner, Du würdest "vierundzwanzig" ausschreiben. Ist aber Befindlichkeit.

Das tat der Bürgermeister natürlich nicht, schließlich waren die drei Fremdlinge gefährliche Diebe und Diebe gehörten eingesperrt.
"Diebe und Diebe", ich glaube, hier wäre es hilfreich, ein Komma ans "und" zu setzen. Damit signalisierst Du auch Vorleser:innen, dass ein neuer Hauptsatz folgt und die Betonung entsprechend passieren muss.

Eine sehr, sehr spannende Geschichte. Auch oder sogar vor allem auf der Metaebene. Hat mich zum Nachdenken gebracht. Danke dafür!

Cheers,
Teddy
 
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Hallo liebe @Fliege,
na, verträgst du noch einen? Klar, so ein Leseeindruck passt immer noch dazwischen.

Wenn man dein Märchen liest, dann purzeln einen zunächst die Attribute niedlich, allerliebst, witzig entgegen. Und dafür zeichnen natürlich der originelle Titel, der stürmende Sturm, die zuckersüßen Zimtschnecken, all die kindgerecht aufbereiteten Sächelchen, verantwortlich. Du wählst den Aufbau eines klassischen Märchens, es war einmal, die magischen Zahl drei kommt hinzu (drei Inselbewohner, Frauen zählen nicht, drei Fremde, drei Zimtschnecken), nur mit dem versöhnlichen Ende hast du es nicht so. Nichts ist gut.

Beim zweiten Lesen, als ich mich nicht mehr von dem gute-Onkel-Erzählsound einlullen ließ, war mir, als wäre die wahre Botschaft bisher mit einer Schicht aus Zucker und Zimt überdeckt gewesen. Nach Ausbeutung der Fremden und der eigenen Umwelt bleiben nur noch Zank und Zwietracht, Schuldzuweisungen und Hunger.

Entschuldige, wenn ich nicht alle Highligts der Geschichte kopiere, da würde ich ja nie fertig werden. ;)

Es war einmal ein Bürgermeister, der träumte davon, ein König zu sein.
Klassischer Einstieg, da weiß man, womit man es zu tun hat: Der kriegt den Hals nicht voll.

Der Schmied hatte nicht länger ein Schmied sein wollen, verliebte sich in die schöne Bäckerin und zog zu ihr in den Osten.
Noch jemand, der unzufrieden ist. Und in den Osten umsiedeln ist durchaus nicht klassisch, da sucht er wohl nach den blühenden Landschaften?

Dort, in einem kleinen Wäldchen lebte der Jäger. Der Jäger saß Tag und Nacht am Meer und angelte.
Der Jäger fischt? Identitätskrise? Warum nicht gleich ein Fischer? Hast du die Assoziation zum Fischer und seiner Frau umschiffen wollen? Nein, ich sehe: Du brauchst die Verbindung zu den Bäumen und den Tierarten, die aussterben. Betrifft ja auch die Meeresbewohner. Vielleicht sollte er trotzdem ab und an mal im Wald seiner Aufgabe nachkommen?

Jetzt komme ich zu dem einzigen Teil der Geschichte, der mich stutzen lässt und unfroh macht. Kann sein, das ich übersensibel bin, ich versuche meine Befindlichkeit mal zu verdeutlichen.
… an seinem drölfzigsten Geburtstag nach einem Gänseblümchen bückte, fiel sein Blick auf drei Gestalten, die mitten auf der Wiese lagen.
Gestalten ist mir eindeutig zu negativ besetzt. Fremde, Unbekannte, Menschen, was auch immer. Und die sollten auch nicht nur liegen, das führt mich sofort in eine Richtung, in die du mich bestimmt nicht lenken willst. Denn ich lese da rumlümmeln. Die Fremden müssen sofort als Schlafende, Erschöpfte erkennbar sein.
(Wir haben einen Freund, der kam als Flüchtling aus Sierra Leone. Und da was mächtig faul im Königreich ist, kämpft er seit Jahren um eine Aufenthaltsgenehmigung. Ein junger Mann voller Ideen, kreativ und handwerklich begabt, dreht Däumchen, nur weil er mit seinem Status keiner geregelten Arbeit nachgehen darf. Welch Potential der Gesellschaft verloren geht, will ich mir nicht vorstellen, denn er ist kein Einzelfall. Sorry, genau ihn sah ich im Gras liegen.)

Und dann kann der Häuptling seine Erkenntnis ja trotzdem vertiefen:
»Ja, so was«, murmelte der Bürgermeister und schlich sich näher an sie heran. Die Kleidung der Fremden war zerrissen und ihre Körper sehr mager. Tief und fest schliefen sie, nicht einmal das Hummelgebrumm konnte sie wecken.
Das ist super! Weil ich mit den an Land gespülten Fremden mein Bild im Kopf korrigiere.

Und gleich noch mal meckern, in die gleiche Kerbe schlagen:
Der Bürgermeister holte schnell den Jäger und den Schmied, um ihnen seinen seltsamen Fund zu zeigen.
Bitte kein Fund, ist mir zu entmenschlicht, Fundsache eben. Vielleicht Entdeckung.

»Vielleicht ist ihr Schiff im stürmenden Sturm gekentert«, sagte der Bürgermeister.
»Wenn sie erwachen, brate ich ihnen den größten Fisch, den ich je gefangen habe«, sagte der Jäger.
»Sie können in der einsamen Schmiede wohnen«, sagte der Schmied.
»Und ich zeige ihnen die schönsten Weihnachtsbäume, die sie je gesehen haben«, sagte der Bürgermeister.
Na, das nenn ich dann mal einen Schwächeanfall von Gastfreundlichkeit.

Für mich die spannenste und bedeutungsvollste Stelle, die Wende!
Am nächsten Morgen verkündete der Bürgermeister: »Die Fremdlinge haben die drei Zimtschnecken vom Schmied aufgegessen!«
Der Schmied nickte, aber der Jäger dachte bei sich: Vielleicht sind sie ihm ausgerissen.
»Sie haben den ganzen Fisch allein aufgegessen!«
Da nickte der Jäger und der Schmied dachte bei sich: Sie werden Hunger gehabt haben.
»Sie haben mir eine Weihnachtskugel gestohlen!«
Der stürmende Sturm wird sie vom Baum gepflückt haben, dachten der Jäger und der Schmied.
»Zur Strafe sollen sie uns eine Kutsche bauen«, verkündete der Bürgermeister und dachte bei sich, dass weder der Schmied, noch der Jäger eigentlich eine Kutsche brauchten.
Schmied und Jäger erkennen im Ansatz, dass Verleumdung im Spiel sein könnte. Ich finde es wirklich wichtig, dass du ihre Zweifel ansprichst. Jeder schafft es, die Stimme des Gewissens zum Schweigen zu bringen. Beim Bürgermeister siegt die Raffgier, klar. Und was ist mit den Untertanen? Trauen sie sich keinen Widerspruch, ist es Hörigkeit, haben sie Angst, dass sie des BMs Gunst verlieren und damit ihr angenehmes Leben aufgeben müssen?

Als der König, der früher ein Bürgermeister war, am nächsten Tag mit seiner Kutsche um die Insel fuhr,
die Formulierung mag ich total gerne

Die drei gerieten in einen heftigen Streit und am Ende sägten sie die Kutsche in drei gleich große Teile. Und weil keiner von ihnen mit nur einem Teil der Kutsche fahren konnte, begannen sie wieder das Streiten. Und sicher streiten sie auch heute noch, wenn sie nicht bereits gestorben sind.
Keiner hat seine Lektion gelernt. Leider. Figuren und Handlung sind natürlich frei erfunden, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und katastrophalen Zuständen sind rein zufällig. Ein wunderschönes Märchen für die Kleinen und eine Dystopie zum Nachdenken für die Großen.

Danke für die Geschichte, liebe Fliege.
Herzliche Grüße von peregrina
 
Wortkrieger-Globals
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24.01.2009
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Hey @Manlio,

Und großes sorry für die späte Antwort. Irgendwie war immer was. Aber jetzt! Vielen, vielen Dank.

ich bin etwas geplättet von dem Eindruck, den dein Märchen hinterlässt. Du hast hier eine Menge mehr hineingepackt, als der bewusst altertümliche Schreibstil vermuten lässt.
Bin jetzt sehr gespannt, ob das mehr gut oder mehr schlecht ist.

schon an der Bedeutung dieses Wortes arbeitete ich mich die ganze Zeit beim Lesen ab und dachte, ...
Ach je, das musst Du nicht. Weil ...

Im Grunde ist ja auch völlig unwichtig, welcher Geburtstag genau es ist und vielleicht war das dein Hintergedanke.
Unbedingt und ganz genau.

... und dem Ehrgeiz der Bewohner andererseits, die sich in andere Berufe träumen oder sie bereits angenommen haben. Wie bei dem Phantasiewort "drölfzig" hättest du das eigentlich nicht unbedingt gebraucht -
Weiß nicht. Also klar, ginge auch ohne, aber ich finde so hübsch, dass sie am Ende auch ihre "Wahlberufe" oder nennen wir es der Einfachheit "Glück" verlieren. Also ihr rundumsorglos Leben ist dahin.

Andererseits ist das auch ein bisschen schade, dass die Fremden fast vollkommen gesichtslos bleiben. Sie handeln nur als Gruppe, haben kaum individuellen Charakter.
Aber ist doch so da draußen! Ist doch gerade das Problem.

Das ist eine sehr überraschende Wendung, denn bisher war nicht unbedingt absehbar, dass die Bewohner so etwas wie moralisch verwerfliches Verhalten überhaupt kennen; und sie hatten die Fremden sehr freundlich, scheinbar ohne Vorbehalte aufgenommen. Erkennbar schlummert da wieder was unter der Oberfläche, was bisher nicht sichbar war. Auch das hätte man wiederum anders gestalten können.
Ja, ist immer alles gut, bis eine klitzekleine Nadel in den Heuhafen fällt. So jedenfalls mein Gedanke dahinter. Und wenn sie erst mal gefallen ist und sich daraus dann eigene Vorteile generieren lassen - da kommt bei 1+1 schon mal drei raus.

Mich wundert die Schlussfolgerung auch deshalb, weil die Fremden die Insel doch gar nicht kennen und ausgerechnet die am höchsten hängende Kugel fehlt, aber das nur am Rande ...
Natürlich nicht. Aber wenn die Kugel doch nie gefehlt hat und jetzt fehlt sie und was hat sich geändert? Wer könnt es gewesen sein? Die immer da waren ja wohl nicht oder so. Ganz fatales Denken!

Die Uneinigkeit, die sich hier auftut, hat mich ebenfalls verwundert. Von den vorangehenden Äußerungen her, hätte ich erwartet, dass sie sich in der Bewertung völlig einig sind.
Da steht sich jeder aber auch selbst am nächsten von den dreien., dass kann man ruhig mal laut aussprechen.

das ist ein klein bisschen viel, ich weiß nicht, ob man darauf nicht verzichten kann, genau wie auf die vorherigen Gedanken.
Die Gedanken finde ich total wichtig, weil die Inselbewohner wider besseren Wissens handeln. Und für die kleineren Leser ist es ganz wichtig, klar herauszustellen, dass es die Fremden auf keinen Fall waren und die drei Insulaner einfach total ungerecht handeln.

Er möchte die Fremden also als Diebe sehen? Wenn der Bürgermeister von Anfang an eine so negative Einstellung gegenüber Fremden hatte, frage ich mich, warum er sie zunächst so freundlich aufgenommen hat.
Aber da hat ihm ja noch keine Kugel gefehlt und die fehlende Kugel führt ja weiter dazu, dass er jetzt seine Kutsche bekommt. Und die will er, um jeden Preis. Ich sage mal, der Gedanke musste erst in ihm reifen, bevor er Besitz von ihm genommen hat.

Du hast hier eine unterhaltsame, aber auch unglaublich komplexe Szenerie geschaffen, die mir gedanklich alles abverlangt hat ;)
Komplex ist das auf jeden Fall. Und wenn Dir schon, wie gehts da erst den Kids? Ich mag das jetzt nicht zu Ende denken ...

Liebe Grüße auch an Dich. Man liest sich (und ich hoffe doch, recht bald. Also mich jetzt unter deinem Text).


@RinaWu,
Liebe!

wie schön, wie schön, wie schön. Merci!

... auf deine ganz eigene Art, die in jeder Geschichte durchschimmert, schön frech.
What? Ich? Nee, musst Du mich verwechseln.

Hier schon
Aber immer ging es allen gut und immer stand alles am rechten Fleck. Diese Rundgänge waren die reinste Zeitverschwendung.
hattest du mich, da musste ich echt schmunzeln. Das trifft den Nagel so auf den Kopf :lol: Is aber auch echt Mist, wenn nie was passiert!
Nicht wahr?

Voll doof, wenn nix passiert, is doch alles langweilig, dieser Alltag, och nö. Aber wenn dann doch was passiert und aus den Fugen gerät, dann sehnt man sich plötzlich nach genau dieser Routine.
Diese Sehnsucht nach Routine, ich sag dir, die wächst mit dem Alter. Zu jedem Geburtstag wünscht man sich 5 Kilo Routine. Ich schwöre. Die hat sowas beruhigendes, einlullendes. Die ist wie das Sofa und ne Tüte Chips dazu. Okay, Du bekommst noch nen Drink ans Sofa :D Man muss nur aufpassen, dass man auf dem Sofa nicht einpennt, sonst gibt es Rücken und Depressionen.

Habe ich auch an mir selbst schon entdeckt und versuche, daraus zu lernen und viel bewusster zu schätzen, was ich eigentlich habe. Auch wenn das nicht immer das explodierende Feuerwerk am Himmel ist, sondern eben einfach auch mal Ruhe und Zufriedenheit.
Ich glaub, eine gesunde Mischung von beidem und beides schätzen, dann geht sich das aus.

Ja, lange Rede, kurzer Sinn: Fand ich einen schönen Einstieg.
Hehe - ja, aber schön drüber zu reden.

Ich überlege mir immer noch, ob es einfach lebende Gebäckstücke sind, die großgezogen werden oder glibbrige Schnecken, die süß schmecken ... Ich denke, ich entscheide mich für Variante 1, ...
Unbedingt! Was denn das für eine Phantasie bei Variante 2 ? Wir sind hier im Märchen verdammt. Da werden Häuser aus Pfefferkuchen gebaut. Meno! ;)

Anfangs habe ich seinen Wunsch nach der Kutsche nicht so recht verstanden. Also klar, er hat Bock, König zu sein, aber meine ersten Assoziationen mit "König sein" wären prunkvolles Schloss, Gold und Glitzer, famoses Essen, Macht und schillernde Feste ...
So so, kleine Prinzessin Wu :D.

Aber im Laufe der Geschichte fand ich das dann doch charmant, weil der gute Bürgermeister einfach krass lauffaul ist - und da ist seine erste Assoziation mit "König sein" eben die des nicht-mehr-laufen-müssens :D
Yeah! Genau so ist der nämlich. Ich glaub, ich habe zu viele Illustrationen von kleinen, kugelrunden Königen gesehen.

Ich vermute, Kinder greifen das nicht alles auf und verstehen nicht überall die eigentliche Bedeutung, die dahinter liegt.
Nein, sicher nicht. Ich hoffe, hoffe, hoffe einfach darauf, dass die zumindest bemerken, das hier ein Unrecht geschieht, das am Ende bestraft wird. Dann wäre schon viel gewonnen.

Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass aus dieser Geschichte Fragen und lebhafte Gespräche entstehen über Themen, die in den vorhergegangenen Kommentaren schon erwähnt wurden.
Und auch das ist eine Hoffnung, die ich zu 100% teile.

... und zehn Korken, weil Freitag is
Ich hab sie ins Freibad geworfen. Langsam könnt die Poolparty steigen.

Vielen lieben Dank auch Dir für deine Gedanken!

Liebe @TeddyMaria und liebe @peregrina - auch Euch beiden ganz viel Dankeschön! Jetzt klingelt leider in zwei Minuten der Besuch. Morgen. Versprochen.

Euch allen liebe Sommerabendgrüße,
Fliege
 
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01.01.2015
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Moin, moin Du liebes Gesumme (oder soll ich doch lieber Ivette zu DIr sagen?)
Hier ist definitiv schon alle sgesagt, ich kann noch nicht mal mehr konstruktiv sein und insgesamt steht mir als Drückebergerin auch kein Komm zu, aber wer abstimmen will, muss lesen und wer Lieblingsgeschichten hat, muss dazu stehen. Also musst Du da jetzt durch ...

Der drölfzigste Geburtstag des Bürgermeisters
Was für ein schöner Titel (wenn es auch nur aus "reißerischen Gründen so sein sollte, er ist trotzdem toll)

Es war einmal ein Bürgermeister, der träumte davon, ein König zu sein.
Warum? Nagut, die Begründung kommt zeitnah, solange kann die vorlesende Oma sich gerade noch gedulden (dem Enkelkind wars egal - jeder will lieber König sein!)

Und deshalb träumte der Bürgermeister davon, ein König zu sein. Denn Könige mussten keine albernen Spaziergänge machen. Könige fuhren mit einer Kutsche!
ich hatte es bei Linktofink schon alas "Lernprozess" meinerseits bezeichnet, in diesemMärchenhaften Settings finde ich die Wiederholungen auch endlich gut.

so ein stürmender Sturm kann viel Unheil anrichten
zu schön! Merkst Du meinen konstruktiven Ansatz?

»Heute Nacht sind drei kleine Zimtschnecken geschlüpft«, rief er begeistert dem Bürgermeister zu.
da ich für mein Leben gerne Zimtschnecken esse, habe ich jetzt garnatiert immer Deine Inselbewohner im Kopf und halte Ausschau nach den Babyschnecken - toll gemacht.

Der Jäger saß Tag und Nacht am Meer und angelte.
He? Warum ist er dann der Jäger? Hier hatten Enkeltochter und Oma ein Fragezeichen, was eigentlich überflüssig ist, oder?

fiel sein Blick auf drei Gestalten, die mitten auf der Wiese lagen.
Irgendwer hat es schon erwähnt - klingt negativ und entspricht somit irgendwie noch nicht dem "Herangehen" - Anfangs ist ja alles gut, oder?

»Die drei Fremden haben mir eine Kugel gestohlen!«, rief er.
»Und mir die drei kleinen Zimtschnecken. Sicher haben sie sie aufgegessen«, rief der Schmied.
Auch der Jäger saß unglücklich am Strand. »Sie haben den ganzen Fisch allein aufgegessen. Wie kann man nur so viel auf einmal essen?«
Tja, willkommen in der wahren Welt! Es purzeln einem als Erwachsener ganz viele Bilder und andere Beispiele in den Kopf, beim "Erklären" bzw. beantworten der Fragen tat ich mich aber schwer.

Der stürmende Sturm wird sie vom Baum gepflückt haben, dachten der Jäger und der Schmied.
schön, wie jeder sich etwas denkt, keiner drüber spricht und alles falsch ausgelegt wird - naja, nicht wirklich schön!

Damit war das Urteil gesprochen und alle nickten zufrieden. Nur die drei Fremdlinge nicht.
Auch hier gab es energischen Protest vom Enkelkind - das ist total ungerecht. Un dnun kommst Du. Ich hatte echt zu tun, hier prallen ja dann schon drei "Meinungen" aufeinander - Deine Inselbewohner, Kinderfahrungen und Elternhaus und Omas altmodische Lebenseinstellung - hui!

Das tat der Bürgermeister natürlich nicht, schließlich waren die drei Fremdlinge gefährliche Diebe und Diebe gehörten eingesperrt.
Aber hier hatten wir endlich Einigkeit! So geht das nicht, dass muss man ganz anders machen! Alleine die tollen Gespröchsansätze mit meiner Enkelin haben mir die Geschichte ans Herz wachsen lassen. bequem kann ja jeder!

»Öffne die Tür und die Fenster und schau selbst. Es fehlen nur noch 24 Bäume und 24 Brote und in 24 Tagen ist die Kutsche fertig«, antworteten die drei Fremdlinge.
ach wie schön Märchenmäßig

»Es ist gut, dass wir sie los sind. Sollen sie nie wieder kommen!«, sagten alle drei.
und wir zu Hause waren uns einig, das die drei im Boot auch etwas dazu zu sagen hätten ...

am nächsten Tag mit seiner Kutsche um die Insel fuhr, um nachzuschauen, ob noch alles am rechten Platz stand und ob es allen gut ging, traf er den Schmied in der einsamen Schmiede an.
Jäger.
»Ich kann keinen Fisch mehr sehen.
ja, und hier entlarfst Du die Inselbewohner so richtig. Allerdings braucht es wohl wirklich die begleitende Unterhaltung, als Gute Nachtgeschichte fällt siedurch, macht aber ja nix.

Die drei gerieten in einen heftigen Streit und am Ende sägten sie die Kutsche in drei gleich große Teile. Und weil keiner von ihnen mit nur einem Teil der Kutsche fahren konnte, begannen sie wieder das Streiten. Und sicher streiten sie auch heute noch, wenn sie nicht bereits gestorben sind.
Also irgendwie mag ich die Geschichte doch nicht, denn sie hält uns verdammt stark den Spiegel vor und wer mag das schon. Aber sie hat super viele tolle Gesprächsansätze, wir werden sie bestimmt nochmal lesen und darüber reden, denn es gibt ganz viele Möglichkeiten, hab Dank dafür.
Liebe Fliege, das ist ein mächtig anderer Text von Dir, als er sonst in meinem Wohlfühlbereich ankommt und ich habe es sehr genossen. Dankeschön!
Beste Wünsche
witch
 
Wortkrieger-Globals
Beitritt
24.01.2009
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Hey @TeddyMaria,

heute ganz ohne Besuch bei mir und deswegen kann ich Dir auch in aller Ruhe ganz herzlich danken. Dankeschön! Schön, dass Du auf deine Art doch irgendwie an der Challenge teilnimmst.

So, jetzt, wo die Einsendefrist fast erreicht ist, möchte ich sagen: Was für eine schöne Challenge!
Nicht wahr? Ich fand es wirklich noch viel toller, als ich so gedacht hatte. Krümeltexte sind schon was feines. So leicht und fluffig in der Hitze ...

... und bei dieser hier ist mir eine Zeile aus dem ersten Kommentar total hängen geblieben und hallt seit einiger Zeit in meinem Kopf nach:
Hehe, bei mir auch. Ich bin so stolz auf diesen Satz von @linktofink.

Danach hast Du hier ein buntes Kommentarfeuerwerk, das in meinen Augen vor allem herausarbeitet, wie vielschichtig und dicht diese Geschichte gewebt ist.
Ja, ist komisch irgendwie. Ich mein, beim Schreiben denkt man dies und das so an, aber wenn es dann schwarz auf weiß in den Kommentaren steht, d.h. all die Halbgedanken tatsächlich sichtbar sind, ist schon ein ziemlich cooles Gefühl. Hätte ich so nicht mit gerechnet.

Das ist an allen Ecken und Enden raffiniert gemacht: ... Sicherlich eine Geschichte, bei der es sich lohnt, sie mehrmals zu lesen.
Ist soo schön zu lesen. Klar. Alles andere wäre maßlos erlogen.

Wie viel Sechsjährige davon mitbekommen, das finde ich mindestens eine interessante Frage ...
Ich auch, kannst glauben. Ich hoffe, sie fühlen (und wenn auch im Unterbewusstsein) dass hier ein großes Unrecht passiert und am Ende alle verlieren. Das wäre viel und gut.

Aber so ist da ja eine Bäckerin, die eine seltsame Rolle einnimmt und mir wirklich Kopfzerbrechen bereitet hat. Warum? Auf mich wirkt ihre Abwesenheit total skurril, denn ...

... nach der Bäckerin sieht er nicht, er erwähnt sie auch nicht auf seiner mentalen Checkliste, die er da vor sich hinmurmelt.
Stimmt. Habe ich nicht erwähnt, weil sie im weiteren ja eigentlich keine große Rolle mehr spielt und ich einen ganz klaren Focus haben wollte, um die Kinder nicht noch mehr zu verwirren.

Die Fremden muss sie auch nicht sehen, das klären die Herren untereinander.
Ja, das macht das Trio hübsch unter sich aus, auch aus den oben erwähnten Gründen.

Wieso spricht der Schmied für die Bäckerei und nicht die Bäckerin?
Weil ich drei Taugenichtse brauchte. Und die Frau Bäckerin sollte es eben nicht sein. Über die wird einfach entschieden. Na ja, kommt einen auch irgendwoher bekannt vor.

Und sollte die Bäckerin nicht auch einen Anteil an der Kutsche haben?
Ja, da hab ich auch so drüber nachgedacht, dass es ja eigentlich ihr Mehl ist. Von daher bin ich auch ganz bei dir, aber ich wollt keine Frau in eine der drei Rolle stecken. Die (gierige Frau) gibt es schon beim Fischer und seiner Frau. Ich hatte anfangs auch noch eine Urgroßmutter des Bürgermeisters drin, so als Kontrafigur - die hatte erst die Gedanken, ob die Beschuldigungen denn wirklich so stimmen - bis ich merkte, ich brauch die nicht, ist viel stärker, wenn die Männer selber zweifeln, weil es dann wider besseren Wissens ist.

Im Prinzip entsteht bei mir durch diese Abwesenheit der Bäckerin, obwohl sie ja existiert, der deutliche Eindruck eines Herrenclubs, in der ein Mann für das Geschäft seiner Frau spricht, in der die Männer alles miteinander besprechen und alles untereinander aufteilen, obwohl eine Frau auch etwas dafür getan hat.
Ja.

Ich bin ganz ehrlich neugierig: Warum hast Du Dich entschieden, die Bäckerin nicht auftreten zu lassen? Soll das ein Herrenclub sein? Oder sind vier Personen vielleicht zu viel?
Ich weiß nicht, ob Dir das bisher Geschriebene dazu schon reicht. Keine Figuren, die nicht tragend sind, um es für die kleinen Zuhörer möglichst überschaubar bleibt. Und um kein Frauenbild á la Fischer und seiner Frau zu zeichnen und das hätte die Bäckerin bei der Entwicklung des Textes sein müssen, damit die Spirale sich schön weiter abwärts dreht. Und weil das ist schon wichtig ist, habe ich sie einfach unsichtbar werden lassen.

Eine sehr, sehr spannende Geschichte. Auch oder sogar vor allem auf der Metaebene. Hat mich zum Nachdenken gebracht. Danke dafür!
Ich danke Dir fürs Nachdenken und Mitteilen. Habe sehr gern deinen Kommentar gelesen!


Liebe @peregrina,

wie schön, dass Du mit in der Runde bist. Was habe ich mich gefreut. Mein Kommentar zu deiner süßen Geschichte folgt auch demnächst. Und natürlich Danke für den Kommentar!

na, verträgst du noch einen? Klar, so ein Leseeindruck passt immer noch dazwischen.
Genau!

... nur mit dem versöhnlichen Ende hast du es nicht so. Nichts ist gut.
Aber, aber der Herr Anderson! Der hat's doch vorgemacht! :D

Beim zweiten Lesen, als ich mich nicht mehr von dem gute-Onkel-Erzählsound einlullen ließ, war mir, als wäre die wahre Botschaft bisher mit einer Schicht aus Zucker und Zimt überdeckt gewesen.
Ja, der Zucker ist ein übler Gesell. Ich sag es immer wieder. Bisschen Zucker, bisschen Glitzer oder ähnliches Zeugs wirkt immer. Und leider auch viel zu oft.

Entschuldige, wenn ich nicht alle Highligts der Geschichte kopiere, da würde ich ja nie fertig werden. ;)
Niemals! :D Nein, Du hast so viel feine Sache geschrieben, ich war/bin ganz selig.

Und in den Osten umsiedeln ist durchaus nicht klassisch, da sucht er wohl nach den blühenden Landschaften?
:lol:

Der Jäger fischt? Identitätskrise? Warum nicht gleich ein Fischer?
Nee, der ist eben auch unzufrieden mit dem Jägerjob und hat auch den Luxus, dass er nicht muss, wenn er nicht will.

Vielleicht sollte er trotzdem ab und an mal im Wald seiner Aufgabe nachkommen?
Nein. Die müssen es am Anfang alle nur gut haben. Zu gut geradezu. Und wen er nicht mehr jagen will, dann tut er es auch nicht. Nicht mal ein bisschen.

Jetzt komme ich zu dem einzigen Teil der Geschichte, der mich stutzen lässt und unfroh macht. Kann sein, das ich übersensibel bin, ich versuche meine Befindlichkeit mal zu verdeutlichen.
Nein, tust Du nicht, ich ändere das. Wo Du recht hast ...

... Welch Potential der Gesellschaft verloren geht, will ich mir nicht vorstellen, denn er ist kein Einzelfall. Sorry, genau ihn sah ich im Gras liegen.)
Ja. Ärztemangel aber geflüchtete Ärzte nicht arbeiten lassen usw. und so fort. Ich könnt mich so aufregen.

Na, das nenn ich dann mal einen Schwächeanfall von Gastfreundlichkeit.
Das ist sehr nett formuliert von Dir.

Schmied und Jäger erkennen im Ansatz, dass Verleumdung im Spiel sein könnte. Ich finde es wirklich wichtig, dass du ihre Zweifel ansprichst. Jeder schafft es, die Stimme des Gewissens zum Schweigen zu bringen.
Ist mir total wichtig. Hatte da erst die Urgroßmutter, die die Zweifel denkt, aber die musste leider gestrichen werden, weil es viel stärker ist, wenn die Männer das selbst denken.

Trauen sie sich keinen Widerspruch, ist es Hörigkeit, haben sie Angst, dass sie des BMs Gunst verlieren und damit ihr angenehmes Leben aufgeben müssen?
Entweder das oder sie wollen auch Kutschenspaß haben oder es ist ihnen ein bisschen egal, weil ist ja ihr nicht ihr Leid ... Gründe dafür finden sich auf jeden Fall.

Keiner hat seine Lektion gelernt. Leider. Figuren und Handlung sind natürlich frei erfunden, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und katastrophalen Zuständen sind rein zufällig.
Hehe

Ein wunderschönes Märchen für die Kleinen ...
Ich kann es nur hoffen.

Ich danke Dir sehr für den tollen Kommentar!


Liebe @greenwitch,

und während ich an den Antworten tippen kommt dein Kommentar herein. Wie schön! Und auch noch mit Testleserin, jippi.

Moin, moin Du liebes Gesumme (oder soll ich doch lieber Ivette zu DIr sagen?)
Ach, da bin ich leidenschaftslos.

... und insgesamt steht mir als Drückebergerin auch kein Komm zu,
Was? Wieso? Aber natürlich steht er Dir zu! Mir wäre doch sonst was entgangen ... All die Freude. Nicht auszudenken. Habe ganz viel, lieben Dank.

aber wer abstimmen will, muss lesen und wer Lieblingsgeschichten hat, muss dazu stehen. Also musst Du da jetzt durch ...
Genau! :D

Was für ein schöner Titel (wenn es auch nur aus "reißerischen Gründen so sein sollte, er ist trotzdem toll)
Merci.

Warum? Nagut, die Begründung kommt zeitnah, solange kann die vorlesende Oma sich gerade noch gedulden (dem Enkelkind wars egal - jeder will lieber König sein!)
Da habe ich ja zweimal Glück gehabt.

ich hatte es bei Linktofink schon alas "Lernprozess" meinerseits bezeichnet, in diesemMärchenhaften Settings finde ich die Wiederholungen auch endlich gut.
Gerade in Kindergeschichten sind Wiederholungen ein tolles stilistisches Mittel. Und manchmal auch in den Texten für die Großen.

Merkst Du meinen konstruktiven Ansatz?
Total!

He? Warum ist er dann der Jäger? Hier hatten Enkeltochter und Oma ein Fragezeichen, was eigentlich überflüssig ist, oder?
Weil die doch alle nicht mehr das sein wollen, was sie eigentlich sind. Und es ist doch Luxus, wenn man nur noch den Hobbies nachgehen kann. Aber das ist natürlich schon sehr um die Ecke gedacht. Bist jetzt auch nicht die Erste, die sich diese Frage stellt. Das scheint nicht so deutlich zu sein. Hmm.

Irgendwer hat es schon erwähnt - klingt negativ und entspricht somit irgendwie noch nicht dem "Herangehen" - Anfangs ist ja alles gut, oder?
Habe ich schon geändert. Sehr richtig dieser Einwand.

Tja, willkommen in der wahren Welt! Es purzeln einem als Erwachsener ganz viele Bilder und andere Beispiele in den Kopf, beim "Erklären" bzw. beantworten der Fragen tat ich mich aber schwer.

Okay, das nehme ich jetzt mal mit.

Auch hier gab es energischen Protest vom Enkelkind - das ist total ungerecht. Und nun kommst Du. Ich hatte echt zu tun, hier prallen ja dann schon drei "Meinungen" aufeinander - Deine Inselbewohner, Kinderfahrungen und Elternhaus und Omas altmodische Lebenseinstellung - hui!
Das ist gut! Ich mein der Protest. Ungerecht! Ich hoffte doch immer, die Minis haben dafür ein Gespür. Und dein Mini hat es. Das freut mich total. Das Oma da allerdings am sortieren war ... ach, da muss Oma jetzt durch :D. Okay, aber ich sehe, das Vorlesen hat seine Tücken. Ich muss noch drüber nachdenken, ob ich das gut oder schlecht finde.

Aber hier hatten wir endlich Einigkeit! So geht das nicht, dass muss man ganz anders machen! Alleine die tollen Gespröchsansätze mit meiner Enkelin haben mir die Geschichte ans Herz wachsen lassen. bequem kann ja jeder!
Okay, ich finde das gut.

Allerdings braucht es wohl wirklich die begleitende Unterhaltung, als Gute Nachtgeschichte fällt siedurch, macht aber ja nix.
Gute Nacht habe ich schon. Sogar einen ganzen Gute-Nacht-Roman. Damit bin ich bereits durch - jetzt probiere ich andere Dinge aus.

Also irgendwie mag ich die Geschichte doch nicht, ...
:cry:

... denn sie hält uns verdammt stark den Spiegel vor und wer mag das schon. Aber sie hat super viele tolle Gesprächsansätze, wir werden sie bestimmt nochmal lesen und darüber reden, denn es gibt ganz viele Möglichkeiten, hab Dank dafür.
Puhh. Das ist super schön, wenn der Text das leisten kann. Ich freue, freue, freue mich total.

Liebe Fliege, das ist ein mächtig anderer Text von Dir, als er sonst in meinem Wohlfühlbereich ankommt und ich habe es sehr genossen.
War für mich auch mal ganz was anderes. Gut, dass ich Dich als Leserin damit nicht verloren hab. Dein Kommentar hätte mir echt gefehlt. Ich bin so froh drum, egal aus welcher Motivation heraus Du ihn geschrieben hast.

Ihr Drei, es war mir eine Freude!
Habt einen schönen Abend und seid lieb gegrüßt,
Fliege
 
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