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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Der Jude und sein Treffen mit Gott

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11.06.2020
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Der Jude und sein Treffen mit Gott

Kapitel 1: Die Reise beginnt
Alles begann an einem sehr warmen Sommertag im Juni 1943, ich saß, zusammen mit dutzenden anderen Juden jeden alters in einem Zug, es war sehr eng und wir hatten nicht viel zu Essen oder zu Trinken. Ich hatte nur das, was ich mir mitgenommen hatte und das war nicht wirklich viel. Die meisten von uns wussten nicht wohin wir fahren, darunter gehörte auch ich, doch was ich wusste war,dass sie uns zu einem schrecklichen Ort bringen, denn das erzählte man sich in Wagon sieben, in dem ich ebenfalls mit drin saß. Ich war damals elf, ein junger Bursche der viel ab konnte, doch immer wieder sah ich ,wie ältere Menschen um mich herum einfach nicht mehr konnten und zusammenbrachen, entweder sie starben wegen der anstauenden Hitze,die sich im kompletten Zug ausgebreitet hatte,oder sie verdursteten, weil es nicht genügend Wasser gab. Wir wussten auch nicht wie lange wir noch fahren würden, bis wir am Ziel ankommen.
Wie dem auch sei, ich saß mich ans Ende des Wagons und lehnte mich mit meinem Rücken an die Wand,als wir schließlich an
einem Weizenfeld vorbei fuhren, streckte
ich meine Hand nach draußen und riss ein Weizenhalm ab und steckte ihn mir in den Mund, so konnte ich mich beruhigen und auch wenn es sehr laut war, konnte und musste ich nachdenken, über die letzten Tage und alles was passiert war.
Ich lebte bis zu letzt in Dresden, zusammen mit meiner Schwester und meiner Mutter, die uns alleine groß gezogen hatte, weil mein Vater Hans im Krieg gefallen war. Es waren schon lange sehr unruhige Zeiten und wir waren längst nicht mehr sicher, also versteckten wir uns in unserem Haus, in der Hoffnung das man uns dort nicht finden würde.
Es ist jetzt genau sieben Tage her,als meine Schwester Lena und ich nachts von meiner Mutter geweckt wurden.
Sie zog uns die Bettdecken weg und nahm uns beide an die Hand, um uns ohne etwas zu sagen in einem Wandschrank zu verstecken, kurz bevor sie die Tür zu machen wollte und ich fragen wollte was los sei, hielt sie mir ihren Finger vor meinen Mund und sagte mir das ich ruhig sein soll.
,,Alles wird gut, macht euch keine Sorgen, ich hole euch gleich wieder raus, versprochen!"
Ich fragte nicht weiter nach und meine
Mutter schloss die Tür. Ich kniete mich in dem engen Wandschrank zu meiner kleinen Schwester runter und sagte ihr das alles gut werden würde, sie hatte Angst und ihr kamen die Tränen, weil sie nicht wusste was passierte. Schließlich nickte sie vorsichtig und sie schaute durch den Türschlitz nach draußen, um zu sehen was dort passierte.
Ich schaute mit ihr und ich sah zwei Männer, welche wohl Nazis zu sein schienen in hellbrauner Uniform direkt vor der Türe stehen, wie sie mit meiner Mutter redeten.
,,Frau Rüder, ich frage sie jetzt noch ein letztes mal,sind hier noch andere Juden im Haus, ich mag es nicht wenn man mich anlügt!"
Meine Mutter schüttelte mit dem Kopf und sagte mit zitternder Stimme,
,,Nein, ich sag es ihnen doch,ich bin alleine hier."
,,Okay,dann glauben wir ihnen mal..."
Sagte schließlich einer der Männer und
begab sich langsam an die Haustüre, auch der andere ging schließlich und meine Mutter schaute erleichtert nach oben, um Gott zu danken, dass es gut ging,sie war froh, dass sie mich und meine Schwester nicht gefunden hatten.
Lena öffnete plötzlich die Tür und lief schnell zu Mutter und nahm sie mit einem Freudenschrei in den Arm.
,,Nein!"
Rief ich laut, weil die Männer noch immer in der Nähe waren konnten und sie meine Schwester gehört haben könnten.
Plötzlich trat einer der Männer wieder zurück und zielte mit einer Pistole auf meine Mutter und meine Schwester.
,,Ich sagte ihnen doch, dass ich es nicht mag wenn man mich anlügt!“
,,Nein! Bitte nicht!“
Flehte meine Mutter, während sie sich noch immer fest im Arm hatten. Sie schauten erschrocken in den Lauf der Pistole und einer der Männer feuerte schließlich zwei Schüsse ab. Es gab einen lauten Knall und meine Mutter und meine Schwester fielen blut überströmt zu Boden. Nachdem der Mann abgedrückt hatte zielte er auch auf mich
und ich schloss meine Augen weil ich wusste das es jetzt zu Ende gehen würde.
,,Halt!"
Rief der andere Nazi laut und ich öffnete langsam meine Augen wieder,
,,Eh Junge, wie heißt du?!"
Der andere ging über die leblosen Körper von Lena und meiner Mutter drüber und schaute mir direkt in die Augen. Ich war völlig unter Schock und hatte nicht realisiert,was passiert war, ich konnte kein Wort sagen, ich blieb einfach dort stehen und bewegte mich nicht.
Der Nazi wandte sich von mir ab und schaute den anderen an,
,,Wir sollten ihn vielleicht mitnehmen, wir können so einen fitten Burschen mit Sicherheit noch gebrauchen."
Also nahmen sie mich mit...
Und dann saß ich dort, sieben Tage später und in diesem Zug, schon seit mehreren Stunden und die Hitze war kaum mehr aus zu halten. Ich musste immer wieder an Lena
und Mutter denken, ich konnte noch immer nicht glauben was ich gesehen hatte, aber ich musste damit klar kommen und plötzlich wurde mir klar, dass ich auf gar keinen Fall in diesem Zug bleiben darf, ich konnte nur erahnen was mit uns passieren wird und so stand ich schließlich auf und nahm meine Tasche, in der sich alte Fotos, etwas zu Trinken und was zu Essen befanden. Ich stellte mich an die
Schiebetür des Wagons und machte mich bereit zu springen,ich weiß nicht, was mich in diesem Moment antrieb,aber irgendetwas sagte mir das ich springen soll, doch plötzlich hielt mich ein anderer an meiner Schulter fest und ich drehte mich zu ihm um,
es war ein alter Mann, welcher mir mit traurigen Augen direkt in meine Augen sah.
es war ein Moment den ich niemals wieder vergessen würde,
,,Mach was aus deinem Leben Junge, für mich ist es jetzt zu spät..."
Ich wusste nicht was ich antworten soll, also nickte ich nur vorsichtig und wusste was ich zu tun hatte, ich warf also erst meine Tasche raus und sprang schließlich hinterher.
Kapitel 2: Das Treffen mit Greta
Der Zug war nicht sonderlich schnell, aber dennoch fiel ich mit voller Wucht zu Boden und rammte mir meinen Kopf an einem Stein, so das ich ohnmächtig geworden war.
Ich weiß nicht genau wie lange ich bewusstlos war, aber nach ein paar Stunden wachte ich schließlich wieder auf und die Sonne stand noch immer hoch am Himmel, so das sie mich blendete. Ich konnte kaum etwas sehen und es war sehr ruhig, ich stand schließlich auf und schaute mich um, weit und breit war nichts zu sehen, nur vertrocknete Felder und ein paar Bäume,ich nahm aus meiner Tasche die Wasserflasche um etwas zu trinken, denn ich hatte schon seit Stunden nichts mehr getrunken und es war noch immer sehr warm, ich klopfte mir schließlich den Dreck von meinen Klamotten und machte mich auf den Weg.
Ich wusste nicht wohin ich gehen würde, aber was ich wusste war, dass ich weg von den Schienen musste,bevor der nächste Zug kommt und die Nazis mich wieder einsammeln.
Es vergingen ein paar Minuten bis ich an ein Bach vorbei kam, fast das gesamte Wasser war ausgetrocknet doch ich konnte
mit meiner Flasche noch das letzte Wasser
aus dem Bach herausschöpfen, so dass ich erstmal wieder genug zu Trinken hatte. Ich aß allerdings nichts, weil ich wusste das ich noch viel Essen brauchen würde für die nächsten Tage und Nächte, und ich sowieso keinen wirklich großen Hunger hatte.
Es kam nun der Nachmittag und ich ging an einer alten, verlassenen Scheune vorbei,ich wusste das ich die Nacht irgendwo verbringen musste und war froh einen Unterschlupf gefunden zu haben,ich kam der Scheune immer näher und als ich schließlich vor der Scheune stand, sah ich erst einmal durch einen Schlitz durch die Bretter hindurch um zu sehen, ob wirklich niemand dort war. Ich sah niemanden, also öffnete ich vorsichtig die große, morsche Holztür und betrat die Scheune, dort drin war es angenehm kühl und ich saß mich auf einen großen Heuhaufen, welcher in der Mitte der Scheune lag. Ich legte meine Tasche neben mich und nahm ein paar Fotos heraus, es waren alte Fotos von Vater, Lena, meiner Mutter und mir, ich schaute sie mir an und fragte mich ob sie jetzt bei Gott im Himmel sind, ich schaute nach oben und die Sonne strahlte durch die Holzbalken hindurch, und traf direkt auf
mein Gesicht,es war irgendwie ein schönes Gefühl und ich schloss schließlich meine Augen und faltete meine Hände, weil ich das Gefühl hatte, dass es der richtige Zeitpunkt war zu beten.
,,Lieber Gott, pass auf Mutter und Vater auf, und auf Lena auch,ich will nicht das es ihnen schlecht geht, doch wenn sie bei dir sind, geht es ihnen gut, das weiß ich und daran glaube ich, bitte sag ihnen das ich sie ganz doll lieb habe und das ich sie sehr vermisse.
Amen“
Ich öffnete meine Augen wieder und tat die Fotos, ohne sie mir weiter anzuschauen wieder zurück in die Tasche, plötzlich hörte ich ein leises Geräusch hinter mir, ich drehte mich um und sah kurz einen Schatten, ich erschrak, doch entschied mich dazu nach zu sehen was oder wer es ist. Ich schlich mich langsam ans andere Ende der Scheune und schaute hinter einen anderen, großen Heuhaufen.
Ich sah ein kleines herunter gekommenes Mädchen, welches sich hinter diesem Heuhaufen versteckte und langsam zu mir auf schaute, als sie bemerkte das ich sie entdeckt hatte. Ich kniete mich zu ihr runter und legte vorsichtig meine Hand auf
ihre Schulter.
,,Wie heißt du?“
Fragte ich das Mädchen...
,,Greta.“
Antwortete sie mit zitternder und leiser Stimme,
,,Und was machst du hier? Greta?“
,,Auf meinen Papa warten.“
Antwortete sie wieder,
,,Warte hier, ich komme gleich wieder.“
Ich stand auf um aus meiner Tasche etwas Essen zu holen.
,,Hier,du musst was Essen.“
Sagte ich ihr, als ich wider da war und die Hälfte von einem Brot abriss um es mit ihr zu teilen. Sie nahm es zögerlich und aß es schnell auf, sie hatte wohl lange nichts gegessen, so viel Hunger wie sie zu haben schien.
,,Wie alt bist du?“
Fragte ich sie schließlich,während sie das Brot aß,
,,Neun, und du?“
Fragte sie mich,
,,Elf“
Antwortete ich,
,,Wie lange bist du schon hier?“
Ergänzte ich und sie erzählte mir das sie schon seit vier Tagen in dieser Scheune war und ihr Vater eines Morgens plötzlich verschwand. Sie war ebenfalls Jüdin, so wie ich und als ihr Vater ging sagte er ihr, dass er sie bald abholen komme, doch dazu kam es nicht, Greta und ich haben nie erfahren was mit ihrem Vater passiert war.
Ich gab ihr schließlich noch etwas zu trinken und so verbrachten wir zusammen die Nacht in dieser Scheune, wir erzählten uns viel und lernten uns gut kennen,so das wir ziemlich gute Freunde wurden. Wir hatten zwar nur sehr wenig geschlafen, da wir sehr viel mit Erzählen beschäftigt waren, aber als ich am nächsten Morgen die Vögel zwitschern hörte und die ersten Sonnenstrahlen wieder meine Wange berührten, wachte ich auf, Greta lag neben mir und ich weckte sie,
,,Komm, wir müssen weiter.“
Sagte ich ihr, während sie langsam
aufwachte und schließlich auch aufstand. An einem nahe gelegenen Fluss wuschen wir unsere Gesichter und füllten ein letztes mal die Flasche mit Wasser auf, bevor wir uns dann auf den Weg machten. Auch an diesem Tag war es wieder sehr heiß und das Wasser hielt nicht sehr lange, so das wir bereits nach wenigen Stunden nichts mehr zu trinken hatten. Ich gab Greta das
letzte Wasser und wir hofften wieder ein Fluss, oder ein Bach zu finden, doch das geschah nicht.
Es kam schließlich wieder der Nachmittag und ich wurde immer schwächer, ich merkte das irgendetwas mit mir nicht stimmte und der Durst war unerträglich.
,,Hannes, was ist los?!“
Fragte Greta mich, als sie bemerkte das es mir sehr schlecht ging.
,,Ich kann nicht mehr.“
Erwiederte ich mit schwacher Stimme und kniete mich langsam auf den Boden, weil ich nicht mehr weiter laufen konnte.
,,Geh weiter, du darfst nich hier bei mir bleiben, such was zu Trinken, ich finde dich dann.“
Ich musste mich hinlegen und die
Schweißperlen flossen mir die Wangen hinunter. Ich konnte kaum mehr was sehen und das letzte was ich mitbekam war, dass sich Greta langsam zu mir hingekniet hatte und an meinem Körper rüttelte. Plötzlich wurde alles um mich herum still und ich schloss meine Augen, ich bemerkte das
Mein Herz zu pochen begann und das ich zu schwach war um wieder auf zu stehen, ich konnte nichts mehr sagen, ich dachte, ich müsse jetzt sterben und ich akzeptierte es schließlich, ich dachte
noch an Greta und wusste nicht was aus ihr werden würde,doch es war zu spät,ich war tot, mein Herz hatte aufgehört zu schlagen.
Kapitel 3: ,,Das Treffen mit Gott“
Ich merkte, wie sich meine Seele von meinem Körper löste und ich anfing aus meinem Körper aus zu treten. Es wurde plötzlich wieder hell und ich flog schnell auf den knallblauen Himmel zu,ich konnte nicht realisieren was gerade passiert und ich versuchte nach unten zu sehen, doch es gelang mir nicht,Es war als hätte ich tausende Schmetterlinge im Bauch gehabt und es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl von Freiheit, und Sorgenlosigkeit, alle Schmerzen und alle Sorgen waren plötzlich verwschwunden und als ich durch die Wolken hindurch flog wurde alles sehr hell, es war, als wenn ich in eine andere Dimension getreten wäre, ich stand schließlich wieder und konnte kaum das Gleichgewicht halten, als ich schließlich drohte hin zu fallen, fiel ich nicht, ich lag einfach da, als wenn ich schweben würde, es war ein Gefühl von Leichtigkeit und plötzlich blendete mich ein sehr helles Licht, ich konnte erst nicht erkennen was es war doch schließlich erkannte ich die Form eines Menschen, welcher nur aus Licht und Energie zu bestehen schien, diese Person war mir nicht fremd, ich habe mich sofort mit ihm vertraut gefühlt, er reichte mir seine
Hand.
,,Steh auf mein Sohn.“
Sagte er mir und ich gab ihm meine Hand so das er mich hochzog.
,,Vater, bist du`s?“
Fragte ich ihn intuitiv und er nickte mit dem Kopf.
,,Ja mein Sohn, komm mit mir, ich muss dir wichtiges etwas zeigen.“
Er ging voraus und ich folgte ihm schließlich, mit jedem Schritt konnte ich links und rechts meinen Vater sehen, immer etwas unterschiedliches, erst sah ich, wie mein Vater als Baby in den Armen meiner Großmutter lag, dann sah ich wie er mit seinem Bruder auf dem Hof meiner Großeltern spielte und schließlich konnte ich sehen, wie er meine Mutter heiratete. Alles was ich sah war von positiver Energie und Emotion, kein Krieg, kein Streit und kein Leid.
,,Das was du hier siehst Hannes,ist mein Lebensplan,die Bestimmung, die mir zuteil wurde, all die schönen Dinge die ich erlebt habe, bevor ich schließlich hierher zurückgekehrt bin.“
Erzählte mir Vater, als er zu mir runterschaute und meine Hand hielt.
,,Sieh nur, das bist du mit deiner Schwester und deiner Mutter, als ihr zusammen gespielt habt, und da, da bist du, als ich dich das erste mal in meinen Armen hielt.“
Ich sah mir diese Bilder an und es kam mir alles so realistisch vor, nur das ich diese Erlebnisse noch einmal mit viel mehr Gefühl und Emotionen durchlebt habe. Plötzlich blieb mein Vater stehen, wir standen vor einer großen, weiß goldenen Tür,
,,Von hier an, musst du alleine weiter,nur du mein Sohn kannst diese Tür öffnen und sie betreten.“
Er ließ meine Hand los und ich begab mich zu dieser Tür, ich zögerte ein wenig doch öffnete sie schließlich, ich schaute noch ein letztes mal zu meinem Vater,
,,Werden wir uns wieder sehen?“
Fragte ich ihn,
,,Ja, das werden wir, versprochen.“
Er lächelte mich an und ich lächelte
zurück, bevor ich dann schließlich diesen Raum betrat.
Die Tür hinter mir ging zu und ich stand auf einer großen, grünen Wiese, links sah ich ein großes Haus und etwas weiter unten stand ein großer Baum mit einem Baumhaus, ich sah zwei Kinder, ein Jungen und ein Mädchen um diesem Baum herum laufen, während sie Fangen spielten. Ich ging ein paar Schritte näher, doch ich konnte nicht erkennen wer diese Kinder waren. Plötzlich hörte ich eine Stimme und ich drehte mich zum Haus.
,,Kinder, kommt rein, es gibt Essen!“
Rief eine Frau, während sie den zwei Kindern winkte. Diese Frau kam mir irgendwie bekannt vor,ich erkannte Mutter darin, als die zwei Kinder dann ins Haus hinein rannten erkannte ich Lena und mich, es kam mir alles so realistisch vor, als wenn ich das selber erleben würde, doch ich wusste das ich das niemals erlebt hatte, als die beiden Kinder dann schließlich im Haus waren und die Türe schlossen, ging ich langsam hinterher und öffnete neugierig die Türe, doch als ich die Tür öffnete sah ich einen langen Flur,am Ende dieses Flures stand ein Mann,
ich konnte nicht erkennen wer es war, doch er strahlte eine unbeschreibliche, bedingungslose Liebe aus, je näher ich
Ihm kam, desto schöner und durchdringender wurde das Gefühl und ich fühlte mich wie zu Hause, es war als wenn ich schon einmal dort gewesen wäre und mir kam alles so vertraut und bekannt vor. Ich blieb schließlich wenige Meter vor diesem Mann stehen und ich erkannte noch immer nicht wer es war.
,,Hierher hast du dich also verirrt, auf deinem Weg durch´s Leben.“
Sagte er mir mit ruhiger und vertrauter Stimme und ich wusste nicht was genau er damit meinte.
,,Wer bist du?“
Fragte ich ihn,
,,Eines Tages wirst du erkennen, wer ich bin, wenn die Zeit gekommen ist und ich verspreche dir, sie wird kommen, du musst nur noch geduldig sein.“
,,Wie meinst du das?“
,,Mach dir keine Sorgen, alles was passiert, passiert aus einem bestimmten Grund, nichts ist sinnlos, egal wie schlimm es auch sein mag. Wenn du das
erkennst, mein geliebtes Kind, wirst du auch wissen wer ich bin, und die Worte verstehen, die ich dir mit auf den Weg gebe, auch wenn du sie jetzt noch nicht verstehen magst.“
Diese Worte durchdrangen mich wie eine Energie und ich schien auf einmal zu verstehen, was er mir damit sagen wollte,
,,Eines Tages wirst auch den Sinn hinter unserer Begegnung verstehen, dem bin ich gewiss, doch noch ist es nicht so weit, noch ist das hier nicht dein zu Hause, dein Platz ist da, wo du deine Bestimmung zu erfüllen hast, also geh zurück und denke an die Worte, die ich dir mit auf den Weg gebe.“
Ich fragte nicht weiter nach, es war, als wenn ich alles wissen würde, was ich wissen sollte, es gab keine offenen Fragen mehr, denn die Antworten kannte ich bereits, schließlich öffnete sich die Haustür wieder und ich drehte mich um, ich wusste das ich dort hingehen musste und so tat ich es auch, kurz bevor ich durch die Türe ging spürte ich, wie der Mann mir seine Hand auf die Schultern legte.
,,Mach dir keine Sorgen, du wirst geliebt, egal was auch passiert.“
Mit diesen Worten, und dem Gefühl von bedingungsloser Liebe ging ich schließlich durch die Tür und fiel nach unten, durch die Wolken hindurch und kurz bevor ich unten aufkam wurde es wieder still, ich war wieder da, in meinem Körper.
Kapitel 4: ,,Ein neues Leben“
Ich öffnete meine Augen und sah den klaren Sternenhimmel über mir,es war kühler geworden und ich hatte plötzlich keinen Durst mehr, ich fühlte mich sehr gut, was ich erlebt hatte war wie ein Traum gewesen, nur das es viel realistischer war. Ich konnte es mir nicht erklären und dachte nicht weiter darüber nach, auch wenn das, was ich erlebt habe für immer in meinen Erinnerungen bleiben würde und mich in meinem Leben sehr geprägt hatte.
Plötzlich kam mir Greta in den Sinn und als ich aufstand schaute ich mich sofort um,doch konnte sie nirgendswo sehen, ich rief nach ihr doch ich bekam keine Antwort. Ich nahm schließlich meine Tasche und sah vor mir die Flasche liegen,als ich sie aufhob fiel mir auf, dass sie voller Wasser war, wobei Greta und ich weit und breit keinen Fluss oder Bach gefunden hatten,auch das konnte ich mir nicht erklären,also begab mich schließlich weiter auf den Weg in eine Stadt oder in ein Dorf, hauptsache irgendwo hin wo Menschen waren. Ich ging also ein paar Stunden über die vielen Felder und fing an die Sterne zu zählen, als ich bei 1001 Sternen ankam, bemerkte ich, das sich ein
paar hundert Meter vor mir ein großes Haus befand.
Vor dem Haus brannte Licht und ich sah einen Mann auf der Veranda sitzen, es war ein älterer Mann und als ich dem Haus immer näher kam bemerkte er mich schließlich und schaute mich an. Ich hatte einen Haufen Hunger und es war der erste fremde Mensch, den ich seit Tagen gesehen hatte, also begab ich mich auf die Veranda zu ihm.
,,Na sowas, da kam doch heute Mittag erst ein kleines, nettes Mädchen zu mir und erzählte mir von einem Jungen, welcher Wasser braucht, es würde mich wundern wenn du nicht dieser Junge bist.“
,,Greta war hier?!“
Fragte ich ihn, als er mir von diesem Mädchen erzählte,
,,Ahh, Greta hieß sie, jetzt fällt´s mir wieder ein.“
,,Was sagte sie?“
,,Sie war für nur für etwa eine Stunde hier, erzählte mir von dir und von eurer Reise,sie war sehr erschöpft und ich gab ihr was zu Essen, ich bot ihr Unterschlupf
an, doch sie ging wieder los, Wasser holen sagte sie mir.“
,,Sie hat mir also das Wasser dorthin gelegt.“
Sagte ich leise zu mir selbst,
,,Sie war ein sehr nettes Mädchen, du hast wirklich Glück mit ihr mein Junge.“
,,Wo ist sie hin?“
Fragte ich ihn, in der Hoffnung das ich sie wieder finden würde,
,,Ich kann es dir nicht sagen, sie ist bereits seit mehreren Stunden fort, ich weiß aber nicht wohin.“
,,Ich werde sie suchen gehen, sie muss noch in der Nähe sein.“
Ich entschied mich dazu wieder los zu gehen und sie zu suchen, denn irgendwie musste ich sie wiedersehen, das kann nicht alles gewesen sein, Greta wuchs mir innerhalb von nur einem Tag sehr ans Herz und ich konnte sie nicht verlieren. Nicht hier und nicht heute.
,,Ich danke ihnen.“
Sagte ich dem Mann und wollte gerade los gehen.
,,Du heißt Hannes, nicht wahr?“
Rief der alte Mann, als ich schon einige Meter weit gegangen war.
Ich drehte mich wieder um,
,,Ja,das stimmt.“
Antwortete ich und ging ein paar Schritte zurück zur Veranda, als ich bemerkte, dass er mir noch etwas sagen wollte,
,,Greta sagte mir, dass wenn du auf deinem Weg auf mich triffst, ich dir sagen soll, dass du sie nicht suchen sollst, sie wird dich wieder finden, sagte sie mir.“
Ich wusste nicht was ich darauf antworten soll und schaute nachdenklich auf den Boden.
,,Komm mit hinein Junge,du musst was Essen, du siehst hungrig aus und du hast mit Sicherheit schon lange nicht mehr in einem anständigen Bett geschlafen hab ich recht?“
Ich schaute ihn an und nickte mit einem Lächeln, dieser Mann wusste anscheinend das es Greta gut ging und das war die Hauptsache,
Ich folgte ihm also ins Haus und er brachte mir etwas zu Essen und zu Trinken. Ich hatte seit Tagen nichts mehr ordentliches gegessen, also haute ich richtig rein, schließlich konnte ich dann auch die Nacht dort verbringen und auch die nächsten Tage bot mir der alte Mann, welcher Johann hieß einen Unterschlupf. Mit den Tagen und Wochen wurde er wie ein Großvater für mich, den ich niemals hatte und er brachte mir viel bei, wie das Lesen und Schreiben, oder auch das Rechnen. Ich dachte zwar noch immer jeden Tag an Greta, doch auch an ihre Worte, dass sie mich wieder finden würde.
Kapitel 5: ,,Das Wiedersehen“
Ich verbrachte die nächsten sechs Jahre bei Johann und mit Kriegsende wurde es auch in den nahegelegenen Städten immer ruhiger. Ich hatte aber auch in diesen sechs Jahren nichts von Greta gehört, ich dachte jeden Tag an sie doch ich gab die Hoffnung bereits auf sie jemals wieder zu sehen. Es kam schließlich der Tag an dem ich 17 wurde und ich entschied mich den Hof von Johann zu verlassen und weiter zu ziehen. Ich war ihm sehr dankbar für alles was er für mich getan hatte und ich versprach ihm, ihn eines Tages besuchen zu kommen. Auch wenn der Abschied sehr schwer für mich war freute ich mich, besonders nach Kriegsende in die Welt hinausziehen zu können, zuvor war es einfach zu gefährlich und ich entschied mich dazu nach Dänemark zu gehen. Ich hatte gehört das man von dort aus nach Amerika kommen soll, Johann erzählte mir viel über Amerika, er selbst wollte als Junge dorthin gehen und sagte mir wie schön es dort sein muss. Auf dem langen Weg nach Dänemark hatte ich mich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten und es dauerte zwei Monate bis ich in Kopenhagen ankam. Ich sparte auf meiner Reise sehr viel und konnte mir so
schließlich das Ticket nach Amerika kaufen. Anfang 1950 kam ich dann in Minnesota an, ich zog in eine kleine Stadt namens Burnsville und arbeitete dort für einige Jahre auf einem Hof. Ich genoss jeden Tag das Leben in Amerika und war Gott dankbar dafür hier sein zu dürfen, nach allem was in den letzten Jahren geschehen ist.
Ich freundete mich in den nächsten Jahren mit dem Landwirt Frederic an, welcher dem Hof gehörte und 1953 starb er schließlich,ich erbte den Hof von ihm mit gerade mal 21 Jahren und hatte von da an sehr viel zu tun, aber es machte mir Spaß dort zu Arbeiten und mich um die Tiere zu kümmern. Es vergingen nun weitere vier Jahre und es kam mein 25.Geburtstag, ich war an dem Tag alleine und saß auf der Veranda des großen Holzhauses, ich genoss die Abendstunden während ich der Sonne dabei zuschaute, wie sie langsam unterging. Zu dem Zeitpunkt war einfach alles perfekt und plötzlich hörte ich eine leise Stimme, welche immer lauter wurde, ich wunderte mich und stand auf um zu sehen wer es ist. Aus der Ferne sah ich eine junge Frau auf mein Haus zu rennen und schon bald erkannte ich, das es Greta war, welche auf mich zurannte. Sie winkte mir mit beiden Händen und ich konnte es kaum glauben.
Ich wusste nicht wie das möglich war,ich lief schließlich auch auf Greta zu und wir schlossen uns nach 14 Jahren wieder in die Arme. Ich war überglücklich sie endlich wieder zu sehen und ihr alles erzählen zu können. Wir gingen schließlich ins Haus und erzählten uns die ganze Nacht alles was passiert war.
Sie erzählte mir das sie 1953 nach New Albany in Indiana gezogen war und sie intuitiv wusste, dass ich in Burnsville lebe. Dennoch hat es vier Jahre gedauert bis sie mich gefunden hat, doch das hat sie, und das ist die Hauptsache, von diesem Tag an waren wir niemals getrennt und schworen uns, für immer zusammen zu sein. Dieser Schwur führte 1961 zu unserer Hochzeit und zu unserer kleinen Familie, die wir uns aufgebaut hatten, Greta und ich bekam einen Sohn, den wir Paul nannten und eine Tochter, die wir Liberty genannt haben. Es dauerte nicht lange bis wir uns schließlich ein kleines Häuschen in New Albany gekauft hatten, ich baute meinen Kindern ein Baumhaus wo sie spielen konnten und da stand ich schließlich, vor dem Haus, schaute meinen Kindern zu, wie sie um den Baum liefen und hörte Greta unsere Kinder rufen, da es Essen gab.
ENDE
 
Mitglied
Beitritt
15.09.2008
Beiträge
141
Hallo @Danny ,
bombastisch und brisant die Überschrift deines Erstlingswerkes hier im Forum.
Was du dann schreibst und nach fünf Kapiteln mit dem Schlusswort „Ende“ besiegelst, wird aber der Überschrift kaum gerecht.
Sag an!
Lag dir wirklich daran, das Schicksal eines jüdischen Elfjährigen bis hin zur glücklichen, ja wohl hier göttlichen Fügung im Erwachsenenalter aufzurollen?
Der Elfjährige verkraftet heldenhaft die traumatischen Erlebnisse, wie die Erschießung von Mutter und Schwester. Er entkommt der gnädigen Gestapo, die eben noch zwei Menschen - so mir nichts, dir nichts – und um der Wahrheit Willen (,,Ich sagte ihnen doch, dass ich es nicht mag Komma wenn man mich anlügt!“) ermordet haben.
Er kann auch noch vor der Deportation ins KZ tatsächlich Fotos mitnehmen, die Schiebetür des Waggons öffnen und aus dem Waggon springen. Die anderen Eingeschlossenen bleiben gehorsam im Waggon.
Glaubst du tatsächlich, dass die Menschen in den Deportationszügen so brav ins Verderben gefahren wären, wenn sich da eine Schiebetür hätte öffnen lassen?
Vereinzelt ist es Kindern damals zwar gelungen, sich bis Kriegsende zu verstecken, aber in deinem Falle ist die Story zu dick aufgetragen mit der glücklichen Fügung, als 21-Jähriger einen Hof/ eine Farm in Amerika zu erben und gleich das Mädchen Greta aus seiner Kindheit auch just dort vorzufinden und zu ehelichen.
Mensch, da muss Jahwe einen guten Tag gehabt haben!

Ich habe übrgens die Wetterdaten von Juni 1943 recherchiert, von „einem sehr warmen Sommertag im Juni 1943“, mit … ausgetrockneten Bächen, trockenen Feldern und Bäumen … konnte ich da nichts entdecken. Es hat sogar reichlich im Juni 1943 in Dresden und anderen Orten Deutschlands geregnet.

Für mich ist die Story nicht glaubwürdig. Das Thema, anders aufbereitet, wäre mir eher unter die Haut gegangen.

Außerdem:
Es befinden sich derartig viele Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler darin, dass ich es zu mühsam finde, dir die Korrektur aufzuzeigen, stattdessen rate ich dringend zu einer Überarbeitung mit Duden.

Gruß
kathso60
 
Wortkrieger-Team
Beitritt
07.01.2018
Beiträge
1.213
Hi @Danny

Und willkommen bei den Wortkriegern! :herz: Leider auch willkommen im Korrektur-Center, denn hierhin muss ich Deinen Text leider verschieben. Wie @kathso60 und @Ojinaa bereits angemerkt haben, finden sich leider sehr viele Fehler darin. Nur als Beispiel einmal der durchkorrigierte erste Absatz (Korrekturen fett markiert; Zeichensetzungskorrekturen ausgeschrieben, damit sie gut zu sehen bleiben):

Alles begann an einem sehr warmen Sommertag im Juni 1943, ich saß, zusammen mit dutzenden anderen Juden jeden Alters[Komma] in einem Zug, es war sehr eng und wir hatten nicht viel zu essen oder zu trinken. Ich hatte nur das, was ich mir mitgenommen hatte[Komma] und das war nicht wirklich viel. Die meisten von uns wussten nicht[Komma] wohin wir fuhren, dazu gehörte auch ich, doch was ich wusste[Komma] war,[Leerzeichen]dass sie uns zu einem schrecklichen Ort brachten, denn das erzählte man sich in Wagon Sieben, in dem ich ebenfalls mit drin saß. Ich war damals elf, ein junger Bursche[Komma] der viel ab[kein Leerzeichen]konnte, doch immer wieder sah ich[kein Leerzeichen],[Leerzeichen]wie ältere Menschen um mich herum einfach nicht mehr konnten und zusammenbrachen, entweder sie starben wegen der anstauenden Hitze,[Leerzeichen]die sich im kompletten Zug ausgebreitet hatte,[Leerzeichen]oder sie verdursteten, weil es nicht genügend Wasser gab. Wir wussten auch nicht[Komma] wie lange wir noch fahren würden, bis wir am Ziel ankämen(?).
Spontan sehe ich vier Baustellen, auf die Du Dich konzentrieren kannst:

1. Leerzeichen, vor allem an Kommata. Nach einem Komma kommt immer ein Leerzeichen, vor einem Komma nie. Das sollte Dir leichtfallen, zumal die meisten automatischen Rechtschreibkorrekturprogramme solche Fehler anzeigen.
2. Groß- und Kleinschreibung
3. Zeiten: Du wechselst immer mal wieder vom Präteritum ins Präsens. Schau Dir das unbedingt noch einmal an.
4. Zeichensetzung allgemein. Hier hilft es vielleicht auch, die Bandwurmsätze etwas zu entzerren. Im ersten Absatz hast Du z.B. einen Satz, der sich über fünfzig Wörter erstreckt. So etwas ist doch nicht nötig. ;) Setz hin und wieder einmal einen Punkt, dann musst Du Dich auch weniger mit Kommata herumärgern.

Während der Zeit im Korrektur-Center erhältst Du nur Kommentare zu Rechtschreibung und Zeichensetzung, sodass Du Dich darauf konzentrieren kannst. Sobald Du den Text fertig korrigiert hast, schickst Du eine PN an Tserk; der schiebt ihn dann zurück ins Kurzgeschichten-Forum. Wenn der Text nach vier Wochen im Korrektur-Center nicht korrigiert ist, wird er gelöscht. Einem Re-Upload zu einem späteren Zeitpunkt steht jedoch nichts im Wege.

Wenn Du Fragen hast, wende Dich gerne an mich.

Cheers,
Teddy
 

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