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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Der Schatten

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Anmerkungen zum Text
Bei dieser Geschichte handelt es sich um eine meiner ältesten Erzählungen. Inspiriert wurde sie von dem Spielfilm "Das Poseidon Inferno" und ist in den letzten 30 Jahren so oft korrigiert worden, dass damit endlich einmal Schluss sein muss. Darum stelle ich diese Story jetzt hier zur Diskussion und freue mich auf eure ehrliche und faire Kritik.

Der Schatten

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Wortkrieger-Team
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Hallo @Tharamir ,

und willkommen hierorts. Also, ich mag Science Fiction sehr und Dein Weltraumabenteuer sicher eine gute Idee, die sehr actionreich und spannend sein könnte, aber leider verfällst Du dem „Tell“, sodass es streckenweise sehr langweilig ist, Deinem vor sich hin sinnierenden Helden zu folgen. Ganz nach dem Grundsatz „Show, don‘t tell“ hätte ich mir daher mehr Szenen wie die Rettungsaktion durch den Leutnant oder die Kletterpartie gewünscht.

Im Detail:

Scheinbar ruhig glitt das Raumschiff zwischen den Asteroiden hindurch. Scheinbar nur, denn das Energiefeld, welches das Schiff schützen sollte, existierte nur noch sporadisch
Die Wiederholung und die Satzstellung im zweiten Satz (richtig wäre m. E. „Nur scheinbar“) haben mich gleich stolpern lassen.

Das reichte gerade noch(,) um kleine Asteroiden abzulenken und ganz kleine zu verdampfen.
Das machst Du durchgehend falsch: Vor „um“ steht immer ein Komma, wenn es den Nebensatz einleitet. Ich korrigiere es nur einmal.

Nichts war mehr geblieben von dem Schauspiel, wenn einer dieser Felsgiganten von dem Schirmfeld in einer grellen Entladung zu reiner Energie verdampft wurde
Hier sind die Zeiten verdreht: Nichts blieb mehr von dem Schauspiel, wenn einer ... zu reiner Energie verdampft war.

Nicht einmal die Tatsache, daß diese Energie den Speicherbänken der Schirmfeld-Projektoren zugeführt wurde(,) hatte die Katastrophe verhindern können
Du hängst noch an der alten Rechtschreibung. Also, ich kenne viele Leute, die das beharrlich tun. Als Autor sollte man sich anpassen, viele Verlage fordern das auch: „dass“. Schreib ich auch nur einmal.

Der Commander saß mit regungslosem Gesicht an seinem Platz auf der Brücke und beobachtete das verblassende Schirmfeld. Er bedauerte es, daß er sich jetzt nicht mehr rehabilitieren konnte, daß sein Verhalten dem Admiral gegenüber nun doch das letzte war, was in seiner Personalakte stand, gefolgt von einem kurzen Eintrag in seinem Personalkalender: 12. Mai 2743; Position: unbekannt; verschollen (wahrscheinlich tot).
Ich würde die Geschichte hier starten. Die Infos davor braucht man eigentlich nicht.

Er mußte total die Kontrolle über sich verloren haben.
Hier einmal ein anderes Wort: musste

„Wer glauben Sie denn wer Sie sind?“ hatte er gebrüllt
Die Zeichensetzung bei der wörtlichen Rede stimmt nicht ganz. Die Regel lautet so:

»Hallo«, sagte ich (also ohne Punkt)

aber:

»Hallo!«, rief ich.
»Hallo?«, fragte ich.

Das ist nicht ganz logisch, aber es ist so. Aufpassen muss man bei der Redebegleitung in der Mitte. Hier kommt es darauf an, ob der Satz nach der Redebegleitung weitergeführt wird.

»Hallo«, sagte ich, »ich bin hier.«
»Hallo?«, fragte ich. »Ist jemand hier?«

Ich korrigiere das jetzt nur einmal an dieser Stelle. Den Rest des Textes musst Du selbst nach diesen Regeln durchgehen.


...und merken Sie sich eines gut: Sollten Sie auch nur fünf Sekunden zu spät erscheinen, dann sorge ich persönlich dafür, daß Ihre Karriere ein schnelles Ende findet.

Und hier die Punkte:

Folgt oder endet der Satz(-Teil) mit einem vollständigen Wort, kommt ein Leerzeichen zu den Punkten. Richtig: ... und merken Sie.

Ich hoffe, Du siehst ... den Unterschied. Anders bei angefangenen Wör... 🙂
Mit diesen Worten hatte der Admiral die Verbindung gelöscht.
getrennt?

Ein schwerer Stoß erschütterte das havarierte Schiff und riß ihn aus seinen Gedanken. Ein
Riss

Eine weitere Explosion lies ihn sich wieder auf die Vorgänge im Schiff konzentrieren
Hier aber „ließ“. Machst Du auch durchgehend falsch. Er lässt los. Er ließ los.
Aber man kann Bücher lesen, also lies!

Der Lähmstrahler(,) mit dem er niedergeschossen worden war, mußte auf volle Energie eingestellt gewesen sein. Damit hätte man einen Elefanten schlafen legen können.
Uiuiui, das hat jetzt lange gedauert, bis man seine Situation versteht. Warum das ganze Sinnieren? Fang an, wo es spannend wird!

Trotzdem hatte er Mühe sich auf den Beinen zu halten(,) denn an seinem linken Oberschenkel klaffte eine tiefe Wunde und Teile seiner linken Hand waren vom Streifschuß einer Strahlwaffe verkohlt worden.
Trotzdem schaffte er es(,) seinen Kommandanten zu befreien und machte ihm den Vorschlag, das Boot mit den Meuterern abzuschießen, sobald es den Hangar verlassen würde.
Auch hier: Show! Das kommt so zusammengefasst. Nur so als Gedankenanregung: Der Leutnant fummelte mit blutigen Händen an den Fesseln. Sein rechter Mittelfinger hing unnatürlich an der Hand. „Ich habe es gleich, Kommandant“, sagte er, während er sich abmühte. Aus dem Flur waren Explosionen zu hören, die immer näher kamen. Er müsste die Luftschächte schließen. „Beeil dich!“, entfuhr es dem Kommandanten. Er spürte wie die Fesseln sich lösten.

Bitte bringen (Sie) mich zur Erde zurück. Ich will nicht hier draußen bleiben. Auch nicht(,) wenn ich tot bin ...“
Noch bevor er bei dem Leutnant ankam(,) war dieser gestorben.
Langsam trieben Myriaden von kleinen Kunststoff- und (Metallfragmenten) auseinander(,) während im Mittelpunkt der Zerstörung langsam die künstlich geschaffene Sonne erlosch.
Das Atmen fiel ihm schwer(,) als er sich aufrichtete und die Instrumente kontrollierte. Er kümmerte sich nicht darum.
Einige Minuten später erhob er sich wieder und schleppte sich ins Observatorium(,) wo er sich in einen Sessel fallen lie(ß)
Es dauerte einige Stunden(,) bis er sich wieder beruhigt hatte, aber das lag eher am Hunger als an der Einsicht, daß Verzweiflung ihm nicht weiterhelfen konnte
So machte er sich auf den Weg. Sein Kopf schmerzte, aber er hatte keine (Zeit,) sich darum zu kümmern.
Durchhalten! Für viele eine tödliche Parole. Es gab keine härtere Ausbildung in der Geschichte der Erde. Und man rechnete von Beginn an mit drei bis vier Todesfällen pro Jahrgang.
Schon wieder „Tell“. Das kannst Du getrost weglassen.

Ich hoffe, ich konnte Dir einen ersten Überblick geben. Gerade in Science Fiction neigt man dazu, viel über die Welt zu erzählen, in der man sich befindet. Häufig ist das aber überflüssig und in keinem Fall sollte die Handlung darunter leiden.


Liebe Grüße und viel Spaß beim Überarbeiten
Mae
 
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177
Hi @Tharamir und willkommen im Forum!
Ich mag SciFi und kann mich manchmal nicht zurückhalten, selbst dieses Genre zu bedienen.
Mit deiner Geschichte habe ich das eine und andere Problem.
Gehen wir mal einige davon an:
Scheinbar ruhig glitt das Raumschiff zwischen den Asteroiden hindurch.
Gleich zu Beginn stiehlst du dir selbst den ersten Knaller. Warum lässt du es nicht einfach gleiten und dann ... rumms ...?
Scheinbar nur, denn das Energiefeld, welches das Schiff schützen sollte, existierte nur noch sporadisch.
Das lasse ich gelten, vermute aber, dass du eher partiell meinst. Nebensächlich.
Die meisten Projektoren waren in diesem teuflischen Asteroidenhagel entweder Überspannungen oder Volltreffern von durchgeschlagenen Trümmern zum Opfer gefallen.
Vielleicht besser "durchschlagenden", einfach, weil es etwas aktiver wirkt?
Nicht einmal die Tatsache, daß diese Energie
dass (durchsuche mal deinen Text diesbezüglich)
Das neueste und geheimste Raumschiff der kaiserlichen Raumwaffe war dem Untergang geweiht. Es gab nicht die geringste Chance jemals einen rettenden Planeten des Imperiums zu erreichen.
Hier könnte ich also eigentlich aufhören zu lesen. Ist ja klar, was passiert. Hm, Spannung baust du anders auf.
Es war an jenem Abend gewesen, als er mit Isabel aus dem Zirkus kam und mit ihr essen gehen wollte.
Achte hier und in den nachfolgenden Absätzen mal auf die Zeiten und verweile etwas länger in jeder davon. Das erleichert den Lesenden die Orientierung-
aber das totenbleiche Gesicht von Isabel, die mit weit aufgerissenen Augen dagestanden hatte und versucht hatte ihn zu beruhigen
Das kannst du auch zeigen - indem sie sein Gesicht in ihre Hände nimmt, seine Wange streichelt, was auch immer
Er mußte
musste
Doch schon nach wenigen Sekunden später
wenige Sekunden später oder nach wenigen Sekunden
Melden Sie sich morgen früh Punkt 0500 Uhr
Sagt man das so? Nicht einfach Nullfünfhundert? Ohne Uhr? :confused:
Mit diesen Worten hatte der Admiral die Verbindung gelöscht.
Die Verbindung zu beenden hätte doch gereicht, wieso gleich löschen?
Isabel, seine Freundin
Hab ich mir längst gedacht, ist also überflüssig und auch etwas ... plump.
„Mach dir nichts daraus,“ hatte sie gesagt.
Das Komma gehört nicht in die Anführungszeichen.
Ein schwerer Stoß erschütterte das havarierte Schiff und riß
riss
Eine weitere Explosion lies ihn sich wieder auf die Vorgänge im Schiff konzentrieren.
ließ von lassen - lies von lesen
Der letzte Asteroid hatte eine schlimmere Wunde gerissen als er gedacht hatte.
Auch wenn ich unterstelle, dass der Astorid nicht gedacht hatte, frage ich mich, woher "er" das weiß oder warum er das gedacht hatte. Wieder eine Chance auf Spannung vertan. Dumpfer Einschlag, kaum Erschütterung, Instrumente kontrollieren, "Scheiße, schlimmer als ich dachte" oder so.
Er schüttelte seine düsteren Gedanken ab und tastete den Code für den Hangar in den Intercom.
Tippte? Oder gleich: Diktierte? Wir sind gut 700 Jahre in der Zukunft ...
„Leutnant Yan zur Stelle,“ meldete sich der zuständige Offizier. Der Commander zögerte, aber er sah keine andere Möglichkeit. Zu deutlich erinnerte er sich an den Befehl des Admirals.
Ab hier wird es für mich zu verwirrend. Es ist auch einfach zu wenig Spannung vorhanden, um dem Text weiter zu folgen. Und die vielen Fehler machen es mir zusätzlich schwer.

Da geht mehr! Wenn dir der Text so viel bedeutet, wie dein Anfang nahelegt, dann solltest du ihm eine gründliche Überarbeitung gönnen. Wie gesagt, ich mag SciFi und im Film reicht ein Raumschiff, um meine Aufmerksamkeit zu gewinnen, allerdings nur kurzfristig. Den Rest müssen dann Handlung, Spannung und Hintergrund richten. Da geht hier noch was.

Ran ans Werk!

Liebe Grüße
Joyce
 
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12.05.2020
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Hi @Maedy, @joycec

Da habe ich ja nun erhalten, was ich verdient habe. Aber ich wollte es ja nicht anders. Ich habe meine älteste Geschichte ausgegraben und ohne weitere Kontrolle hier eingestellt. Asche über mein Haupt - soll nicht wieder vorkommen.
Ich denke, auf die ganzen Rechtschreib- und Grammatik- und Zeitfehler muss ich nicht mehr eingehen. Die werde ich selbstverständlich schnellstmöglich korrigieren. Was die anderen Kritikpunkte angeht, werde ich nicht auf alle eingehen. Habe beim Durchlesen schon eingesehen, dass eigentlich die ganze Geschichte noch ein weiteres Mal gründlich überarbeitet werden muss.

Scheinbar ruhig glitt das Raumschiff zwischen den Asteroiden hindurch. Scheinbar nur, denn das Energiefeld, welches das Schiff schützen sollte, existierte nur noch sporadisch.
Die Wiederholung und die Satzstellung im zweiten Satz (richtig wäre m. E. „Nur scheinbar“) haben mich gleich stolpern lassen.
Gleich zu Beginn stiehlst du dir selbst den ersten Knaller. Warum lässt du es nicht einfach gleiten und dann ... rumms ...?
Der Commander saß mit regungslosem Gesicht an seinem Platz auf der Brücke und beobachtete das verblassende Schirmfeld. Er bedauerte es, daß er sich jetzt nicht mehr rehabilitieren konnte, daß sein Verhalten dem Admiral gegenüber nun doch das letzte war, was in seiner Personalakte stand, gefolgt von einem kurzen Eintrag in seinem Personalkalender: 12. Mai 2743; Position: unbekannt; verschollen (wahrscheinlich tot).
Ich würde die Geschichte hier starten. Die Infos davor braucht man eigentlich nicht.
Hier muss ich euch beiden recht geben. Der Anfang ist wohl tatsächlich ein wenig holprig.

Da geht mehr! Wenn dir der Text so viel bedeutet, wie dein Anfang nahelegt, dann solltest du ihm eine gründliche Überarbeitung gönnen. Wie gesagt, ich mag SciFi und im Film reicht ein Raumschiff, um meine Aufmerksamkeit zu gewinnen, allerdings nur kurzfristig. Den Rest müssen dann Handlung, Spannung und Hintergrund richten. Da geht hier noch was.
Ihr habt mir hier sehr viele Schwachstellen aufgezeigt und mich damit mal eben wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Dafür danke ich euch natürlich. Ich werde mich also mit der Geschichte noch einmal intensiv auseinander setzen und sie überarbeiten. Mal sehen, ob es mir gelingt sie so zu verbessern, dass sie hier bestehen kann.

Liebe Grüße
Tharamir
 
Wortkrieger-Team
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02.09.2015
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736
Hallo @Tharamir ,

Dafür danke ich euch natürlich. Ich werde mich also mit der Geschichte noch einmal intensiv auseinander setzen und sie überarbeiten.
Dann ran ans Werk. Vielleicht beschäftigst Du Dich davor mit dem Thema „Heldenreise“ als eines der bekannten Motive in der fiktiven Erzählung. Das könnte Dir evt. noch etwas Inspiration geben, was Du aus Deiner Idee alles machen könntest. Ansätze zur Heldenreise hat Deine Geschichte.

Liebe Grüße
Mae
 

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