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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Der vierte apokalyptische Reiter

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01.05.2009
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Hauptgeschichte: UK 1840er / frühes Viktorianisches Zeitalter
Historie in der Historie: Sclavonia und Suvalkija, Preußen um 1280-1420. Eine Region, die das heutige Litauen, Polen und Kaliningrad umfasst.

Hintergrund:
Schriftstücke von Angehörigen des Deutschen Ritterordens, die das Vorgehen ihrer eigenen Brüder kritisierten, wurden ebenso vernichtet wie sämtliche Schriftdokumente der Prußen selbst: 1416 ordnete Hochmeister Kuchmeister in Braunsburg z. B. eine solche Verbrennung an. Dies erinnert an die Zerstörung des Maya-Alphabets durch den Priester Diego de Landa in Yucatán 1699. (One Catholic Priest Destroyed the Entire Mayan Written Language). Als Folge davon sind beide Sprachen seit ca. 1700 erloschen. Prußisch ist lediglich in Rekonstruktionen und fragmentiert in Dialekten erhalten.

Die Figur des Landmeisters Magister Germaniae Eberhard von Heyn ist fiktiv, wie auch der Wortlaut – aber nicht die Existenz – der Klage gegen die Indizierung.

Heidnische Flagge, die noch im 13. Jahrhundert gegen den Orden geführt wurde, aber in der heute bekannten Form wahrscheinlich eine Rekonstruktion aus dem frühen 18. Jh. ist: Ihr Slogan in prußischer Schrift, angeblich von von Simon Grunau 1326 notiert, aber möglicherweise ebenfalls eine Rekonstruktion, bedeutet "Gott Korche! Zürne mit den Verheerern, tue ihnen Böses". Vgl. http://wiki-commons.genealogy.net/images/6/6d/Götterbild.jpg

1198–1422, Nordisch-Baltische Kreuzzüge bzw. Eroberungsfeldzüge v.a. des proto-faschistischen Deutschen und Livländischen Ordens. Der insgesamt 225 Jahre andauernde Krieg des Deutschen Ordens gegen das heidnische Litauen ist einer der längsten in der Europäischen Geschichte, er umfasst die 86 Jahre der ersten Konfrontationen (1197–1283), die 128 Jahre intensiver, großräumiger Schlachten (1283–1411) und 11 Jahre der letzten regionalen Kämpfe bis zum Friedensvertrag von Melno (1422). Bes. die Schlacht des Ordens 1385 gegen die drei der letzten prußischen Stämme (Nadrāuwa, Skālwa und Jotvingiai), die sich in einem 53 Jahre lang anhaltenden Krieg gegen Invasion und gewaltsame Konvertierung zur Wehr gesetzt hatten.

Die Siege des Deutschen Ordens bedeuteten: Zerstörung der ursprünglichen Sozialgefüge, Kultur & Kunsthandwerk, Handelswege, Sprache, Glaubenskonzepte; Besatzung, Vertreibung und Genozid; Leibeigenschaft und Ausbeutung bis zum Hungertod in ganzen Regionen. Der Ritterorden veranstaltete um 1377 sog. „Heidenjagden“ zur Belustigung des westlichen Adels, an denen z.B. auch Hochmeister Winrich von Kniprode und der österreichische Herzog Albrecht teilnahmen: so überfielen sie mit einem Reitertrupp ein Szameitisches Hochzeitsfest, ermordeten 60 Menschen und brannten das Dorf nieder. Überlebende wurden gefesselt und „abgeführt wie Hunde“. (Szillis-Kappelhoff: Prußen – Die ersten Preußen).

Der bis heute existierende Deutsche Orden diente Himmler ausdrücklich als Vorbild für die Waffen-SS. Auch Hitler glorifizierte die Baltischen Kreuzzüge als Vorbild für seine ‚Ostraumerweiterung‘, die „auf der Straße der einstigen Ordensritter“ der Linie ihrer Burgen folgte.

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Der erste Reiter (weiß): Sieg
Darüber hinaus extrem ambivalente Ikonografie: Die Identität des Reiters ist unklar, er wird mal als Messias gesehen (was unwahrscheinlich ist, da Jesus bereits das Lamm sein soll, das die Siegel öffnet) oder das mächtige Römische Reich; mal als Antichrist bzw. weltlich-tyrannische Obrigkeit, Pest oder ‚einfacher Krieg‘. Auf einigen wenigen Gemälden läuft das weiße – dort positiv interpretierte – Pferd in eine andere Richtung als die drei anderen. Vgl: Die Apokalyptischen Reiter im Vergleich

Der zweite Reiter (rot = Blutvergießen/Feuer): globaler Krieg und Zerstörung. Die einzige Figur mit eindeutiger, unumstrittener Zuordnung.

Der dritte Reiter (schwarz = Pest): Gerechtigkeit, aber auch Teuerung -> Hungersnot, soziale Ungerechtigkeit. Wie der erste wird er zudem assoziiert mit der Willkür der Herrschenden bzw. Unterdrückung/Verfolgung.

Der vierte Reiter (das fahle Pferd = Leichenblässe, Fäule): Tod, Krankheit und Furcht. Die Unterwelt folgt ihm als sein Diener. Er wird auch als der Verfall eines mächtigen Weltreiches interpretiert.

Der vierte apokalyptische Reiter

Und als es das zweite Siegel geöffnet, hörte ich das zweite Wesen sagen:
Komm und siehe! Und ein anderes Roß zog aus, feuerrot, und dem, der darauf
saß, wurde verliehen, den Frieden von der Erde wegzunehmen, und sie
einander morden zu lassen, und es ward ihm ein großes Schwert gegeben.


Wenn ich an jenen schicksalsbehafteten Tag zurückdenke, der mich für den Rest meines Lebens mit Reue erfüllen sollte, ist mir stets, als hätte ich das Unheil erahnen müssen, die Anzeichen nicht als Hirngespinste abtun dürfen. Jener Tag hatte mit Sonnenschein begonnen, doch gegen Mittag legte sich dichter Nebel über die weitläufigen Gartenanlagen. Mit ihm kam eine eigentümliche Kühle, sodass ich mich ins Arbeitszimmer zurückzog. Das Licht, das vom einzigen Fenster auf meinen Sekretär fiel, wurde immer schwächer, und so klingelte ich nach dem Butler, damit er die Kerzen entzünde. Obwohl ich für gewöhnlich dem Wetter keine Bedeutung zumaß, fand ich nur schwer die nötige Konzentration für meine Korrespondenz, ertappte mich mehrmals dabei, müßig aus dem Fenster zu blicken. Die Szenerie – ein alter Baumbestand durchbrochen von freien Grasflächen und halb verborgen hinter der fahlen Nebelwand – tat das Ihrige, meine Fantasie zu befeuern. Ich gedachte der verräterischen Sümpfe in jenem alten Land südwestlich der Memel, in deren Pestschwaden ganze Heereszüge untergegangen, von falschen Spähern in die Irre geleitet und in den Tod geführt. Nun gebar der Nebel dort draußen lebendig erscheinende Phantasmagorien, und bald meinte ich, ein Kampfesgeschehen zu beobachten, wobei sich die eine Seite durch das schwarze Kreuz des Deutschen Ritterordens auf der Brust der Reiter und den Flanken ihrer Pferde zu erkennen gab. Die Berittenen, gegen einen verborgenen Gegner kämpfend, traten für kurze Momente aus dem Nebel hervor, um gleich darauf wieder von ihm verschluckt zu werden.

Sobald ich mir meiner Säumigkeit bewusst ward, schalt ich mich einen Narren, solch überkommenen Bubenfantasien nachzugeben, doch war ich außerstande, mich mit dem üblichen Eifer meinen Aufgaben zu widmen. Schließlich riss mich Hufklappern aus dem Grübeln, und als ich mich noch ob des unmäßigen Tempos wunderte, in dem die Kutschpferde durch den Nebel getrieben wurden, erklang von unten die Türglocke. Kurz darauf klopfte mein treuer Butler Teitkins an die Türe und überreichte mir einen Brief aus Büttenpapier. Der Überbringer sei von seinem Herren angewiesen, unten auf meine Antwort zu warten. Ich gebot Teitkins, mich allein zu lassen, bevor ich das Siegel erbrach und die Zeilen las. Die Nachricht war von einem gewissen Augustinas Tereškinas, dessen Name litauische Herkunft verriet. Seine schwungvolle Handschrift war leicht nach rechts geneigt, was auf einen willensstarken, durchsetzungsfähigen Charakter schließen ließ.
„Verehrter Professor Islington“, las ich, „Ihr möget meine Dreistigkeit verzeihen, mit der ich Eure Hilfe ersuche, denn die unbotmäßig erscheinende Eile, mit der ich Euren Sachverstand erbitte, ist einer Dringlichkeit geschuldet, zu der ich mich nur unter vier Augen erklären kann.“ Mit wachsendem Interesse entnahm ich den Zeilen, dass Tereškinas die verfluchten Sumpfgebiete des alten Memellandes durchreist und in der Burg zu K. einen bedeutungsvollen Fund gemacht habe. Da ich mich für einige Jahre eingehend mit dieser Region beschäftigte, erhoffte er nun meine Hilfe bei der Authentifizierung eines geheimnisvollen historischen Schriftstückes. Von diesem Forschungsgebiet hatte ich mich schon lange abgewandt, da die Quellenlage extensive Rückschlüsse unmöglich machte. Auch zog ich es inzwischen vor, mich weniger aberglaubenbehafteten, blutrünstigen Epochen zu widmen. Doch mit der Erwähnung der Festung zu K., die nur allzu gut zu meinen morgendlichen Phantasmen passte, erwachte in mir der alte Entdeckergeist. Und es bedurfte nicht einmal einer Reise in die Düsternis des Baltikums, sondern der Gegenstand des Interesses befand sich keine Tagesreise entfernt!

Mit neu erwachter Tatkraft wies ich Teitkins an, das Nötigste zu packen, und trat kurz darauf auf den Vorplatz, auf dem die Kutsche wartete. Vor den altmodischen Zweispänner waren zwei schmucke Hackneys gespannt, deren rabenschwarzes Fell kaum durch den Nebel getrübt werden konnte. Der Kutscher öffnete mir mit einer Verbeugung den Wagenschlag. Beim Einsteigen wurde ich eines zerschlissenen Trauerflors gewahr, den er offenbar bereits vor Jahren versäumt hatte, vom Zylinder zu nehmen, und doch passte der Flor nur allzu gut zu seinem knielangen, doppelreihigen Gehrock, den er unter seiner Pelerine trug, und der mich wehmütig an die Londoner Gentlemen meiner Kindertage erinnerte. Der gute Teitkins verschnürte mein Gepäck hinten auf dem Wagen, dann knallte die Peitsche, worauf die beiden Pferde beherzt anzogen. Bald waren Teitkins und das Anwesen meinen Blicken entzogen.

Obwohl ich nicht ausmachen konnte, wie die Landschaft an uns vorüberzog, meinte ich, wir bewegten uns in einem halsbrecherischen Tempo voran, was mir Anlass zur Sorge gab, das Gespann könnte unsere Kutsche in einen Graben reißen. Während meine Augen einen Anhaltspunkt in den wabernden Schwaden suchten, meinte ich, das Geräusch eines dritten Hufpaares zu hören – schon wollte ich den Kutscher durch ein Klopfzeichen auf die Gefahr aufmerksam machen, als es mir schien, dass das andere Pferd nicht hinter, sondern parallel zu uns dahinstürmte. Und wie, um meinen Eindruck zu bestätigen, war linkerhand eine undeutliche Bewegung zu erahnen. Trotz des Polterns der Wagenräder auf dem unebenen Weg war nun untrüglich dröhnender Hufschlag zu vernehmen, der sich mal entfernte, mal dicht hinter uns zu folgen schien; ab und zu meinte ich, in dem Nebel eine Silhouette zu erkennen. Von dem übermächtigen Wunsch beseelt, einen Blick auf unseren seltsamen Begleiter zu erhaschen, presste ich mein Gesicht an die Scheibe. In ebendiesem Moment erklang ein grausiges Geräusch, als ob das fremde Pferd einem Sprung auf uns zu getan hätte, und als mir vor Schreck das Herz in der Brust pochte, zerriss die Nebelwand und offenbarte ein dürres, fahles Pferd, das mit gebleckten Zähnen und rollenden Augen vorwärts sprang. Sein Reiter war fast gänzlich von einem bleichen Gewand verdeckt, das um ihn flatterte wie ein Leichentuch. Die Schindmähre machte einen Satz nach vorn und im letzten Moment, bevor der Nebel sich wieder schloss, wandte mir die Gestalt ihr Gesicht zu – totenblasse Haut spannte sich wie Pergament über seinen Schädel, aus dem bösartig ein glühendes Augenpaar stierte. Seine hämische Fratze war in diesem Moment nur wenige Ellen vom Fenster entfernt. Mit einem Aufschrei warf ich mich zurück, prallte an die gegenüberliegende Tür. Draußen schloss sich der Nebel wieder zu einer undurchdringlichen Wand, kein Geräusch außer dem Hufschlag unserer Hackneys und den dahinpolternden Rädern drang ins Wageninnere.

Mit einem Ruck zog ich die Vorhänge zu, tastete in meiner Brusttasche nach dem Reisefläschchen Brandy, nahm einige hastige Schlucke und schalt mich bald einen weibsköpfischen Narren, der sich von Ammenmärchen ins Bockshorn jagen ließ. Meinem Mantel entnahm ich Rauchwerk und Zündhölzer, bald erfüllte der Wohlgeruch meines Zigarillos den Wagen und ich kam zu der Überzeugung, dass mir meine überreizten Nerven einen Streich gespielt hatten, und das fahle Pferd mit seinem unmenschlichen Reiter – wie die Ordensritter am heutigen Morgen – einer überspannten Fantasie geschuldet waren. Der aromatische Tabak und die gute Portion Brandy konnten bald meine Anspannung vertreiben und ich musste kurz darauf eingenickt sein.

Im Wageninneren hing noch der erkaltete Rauch. Doch als ich die Vorhänge aufzog, brach draußen bereits die Nacht an. Heller klang nun der muntere Hufschlag unseres Gespanns, das zum Trab verlangsamt hatte; so konnte ich auch erste Häuser und Gaslaternen ausmachen. Hier in der Stadt hatte sich der Nebel verzogen. Wir hielten vor einer Villa, die ein ganzes Stück von der Straße zurückgesetzt und von mächtigen Bäumen umstanden in der Dämmerung lag. Auf den ersten Blick schien das Anwesen verlassen zu sein, nachdem ich ausgestiegen war, erkannte ich jedoch den flackernden Schein von Lampen hinter einigen Fenstern des Obergeschosses. Der schweigsame Kutscher trug mein Gepäck ins Haus und wies mir ein Zimmer zu, das nach Norden auf eine kleine Parkanlage wies. Meine Unterkunft mutete wie ein Studienzimmer an, in das man ein ausladendes Doppelbett geräumt hatte; neben dem Fenster standen ein Sekretär und ein lederbezogener Stuhl, über dem Türrahmen hing ein Bild des Herrn und über der Bettstatt ein Bärenfell, das alt und mottenzerfressen wirkte. Dennoch muss der Raum frisch gelüftet worden sein, er hatte den angenehmen Geruch einer gut betreuten Bibliothek: Leder, altes Papier und Bohnerwachs – etwas, das ich seit Knabenzeit mit Wohlbefinden verbinde. Ein Butler klopfte und ließ mich wissen, dass der Hausherr mich in einer halben Stunde zum Abendessen erwarte. Ich zog meine Taschenuhr hervor und war überrascht zu sehen, dass es lediglich die achte Stunde zählte.

Der Gastgeber begrüßte mich im Salon. Seine Stimme war tief, vermittelte unforcierte Eloquenz, und ich war mit sofort sicher, dass er einen exzellenten Gesprächspartner abgäbe, mit dem ich gerne Zeit verbringen würde. Eine gewisse Ähnlichkeit mit seinem Personal war unverkennbar: Gehrock, Weste und Hose waren aus schwarzem Wollstoff gefertigt, sein Halstuch zierte eine Spange aus Jett. Sein Haar war silberweiß, das strenge Gesicht mit der aristokratischen Nase und der hohen Stirn eigentümlich blass. Die hellblauen Augen und die Uhrkette aus Gold waren die einzigen Farbakzente an seiner Erscheinung und ergaben einen reizvollen Gegensatz. Er mochte Anfang oder Mitte sechzig sein.
„Seid willkommen, werter Reverend“, begrüßte er mich. Sein Händedruck war fest, die Finger von ungewöhnlicher Kälte. „Ich weiß Eure Bereitschaft, meinem Ruf unverzüglich gefolgt zu sein, außerordentlich zu schätzen. Eine Stärkung wird Euch nach der beschwerlichen Reise guttun – die Hausdame hat Kaninchenbraten mit Pflaumen und Kartoffelklößen aufgetragen. Ein Gericht aus dem Kurischen, wie Ihr unschwer erraten hättet.“ Diese Aufmerksamkeit und die Tatsache, dass er offenbar ein gutes Essen zu genießen wusste, nahmen mich sofort für ihn ein.

Die Mahlzeit war vorzüglich und ließ bald die Eindrücke der Fahrt verblassen. Schon war ich überzeugt, dass die unheilvolle Gestalt ein Traum gewesen sein musste. Um keinen Preis würde ich dem Hausherren gegenüber diese kurzzeitige Geistesschwäche eingestehen. Das Abendessen war bald beendet, und wir zogen uns ins dunkelgetäfelte Rauchzimmer zurück, in dem Tereškinas mir einen guten Starka einschenkte. Ich musste ihn nicht lange bitten, auf den Grund seiner dringlichen Einladung zu sprechen zu kommen.
„Selbstverständlich las ich sämtliche Eurer Abhandlungen, besonders die Über die Feldzüge der Baltischen Mission und den Triumph des Deutschen Ritterordens auf dem Höhepunkt seiner Wirkungszeit ist zweifellos als wegweisend anzusehen.“
Meine Einwände, mich von diesem Forschungsgebiet längst abgewandt zu haben, unterbrach er mit einer ungeduldigen Handbewegung.
„Ich verstehe, Eure Demut ehrt Euch. Der Grund, aus dem ich Euch – und nur Euch – als Autorität in diesen Fragen, die ich Euch im Folgenden darlegen werde, betrachte, findet sich in einer Fußnote Eures Abschlussbandes Die Bedeutung der Festung Raudondvario für die Machtkonsolidierung des Deutschen Ordens unter seinen verschiedenen Großmeistern bis in das Jahr des Herrn 1430." Er nahm einen Schluck und zog genussvoll den Rauch seiner Meerschaumpfeife ein. „Diese Randbemerkung“, fuhr er fort, als ahnte ich nicht längst, wohin er das Gespräch zu lenken gedachte, „lässt Rückschlüsse auf einen Zwist unter den Großmeistern und Rittern zu, eine Auseinandersetzung, die man beinahe als ketzerisch bezeichnen könnte.“
Nun war es an mir, eine abwehrende Geste zu machen. „Wie ich damals schrieb, handelte es sich um interne Machtkämpfe, die keinesfalls ihren Ursprung in einem Abfall vom Glauben hatten. Nach der ruhmreichen Zerschlagung des letzten Prußenaufstandes und der Vertreibung der Ungläubigen war ein Machtvakuum nur folgerichtig. Papst Martin V. war zu weit entfernt, das durch die Gnade unseres Erlösers gewonnene Land tabula rasa. Man darf hier nicht die Großmeister des Deutschen Ordens mit denen der Templer gleichsetzen!“

Tereškinas‘ vormals bleiches Gesicht hatte während unseres Austausches Farbe angenommen, sein Lächeln erschien geradezu spitzbübisch. Als er zum Sprechen ansetzte, klopfte es, das Dienstmädchen brachte Mocca und Gebäck herein. Tereškinas nahm ein Stück und sprach weiter: „In meinem Besitz befinden sich Dokumente, an deren Echtheit ich keinen Zweifel hege. Ihr könntet geneigt sein, Euch umstimmen zu lassen.“ Er erhob sich und öffnete ein Fach seines Bücherschrankes mit einem kleinen Schlüssel, den er an seiner Uhrkette trug. Heraus nahm er eine Kiste aus edlem Holz, die er auf den Tisch stellte. Er ließ das Schloss aufspringen und entnahm ihr ein Dutzend Pergamentblätter, die eine altertümliche Handschrift aufwiesen.
„Im Zuge meiner letzten Reise durch Polen und Litauen bemühte ich mich, die Festungen des Ritterordens ausfindig zu machen und zu kartografieren. Leider sind diese lediglich als Ruinen erhalten geblieben. In K. gelang es mir nun, das Vertrauen einiger Ortskundiger zu gewinnen, die über einem guten Schluck Wein von den halb eingestürzten Mauern einer Ordensburg berichteten, sowie von unterirdischen Geheimgängen, die – der Legende nach – abtrünnige Großmeister in das Gestein hatten schlagen lassen. Dieses Labyrinth existiert tatsächlich, wenn auch weitgehend eingestürzt. Die Einheimischen waren bereit, unserer Expedition den Weg zu zeigen, doch weigerten sie sich standhaft, die Anlage oder die Gänge selbst zu betreten. Meine Männer und ich gaben nichts auf solches Geschwätz, und nach einem Monat unermüdlichen Suchens gelangten wir in etwas, das an eine Krypta gemahnte, obgleich von einer Kirche keine Spur zu finden war. Alle bis auf einen der Sarkophage waren mit Steinplatten abgedeckt, die sich mit vereinter Kraft zur Seite schieben ließen – jedoch waren alle leer. Nur den Deckstein des einen Grabes mussten wir aufsprengen, und dort fanden wir eben dieses Kästchen. Der Wert, den sein Inhalt für die Forschung haben wird, schätzten wir auf so unermesslich höher, als den er je für die Dorfbewohner haben könnte. So brachen wir unser Versprechen, keinen Stein und kein Ding aus dieser Festung zu entfernen, und nahmen die Schatulle unbemerkt an uns. Auf der Reise zurück in die Heimat verließ uns jedoch das Glück, das unserer Expedition bis dahin hold gewesen war. Inzwischen war der Sommer angebrochen, und zwei von uns starben am Fieber, während wir noch die Sümpfe des wilden Memellandes durchquerten. Auf deutschem Boden geriet einer in ein Handgemenge mit einer Bande Taschendiebe und stürzte so unglücklich, dass er mit zerschmettertem Schädel liegen blieb. Auf der Überfahrt nach Dover ging der nächste über Bord, obwohl die See ruhig und der Himmel klar war. Wenige Monate später verschied der betagteste Kollege an einem Herzstillstand, bevor er das siebzigste Jahr erreichte. Das letzte Expeditionsmitglied fand im vergangenen Jahr den Tod durch die eigene Hand.“

Tief getroffen von seinen Worten schlug ich das Kreuz. Als er schwieg, breitete ich die Dokumente auf dem Tisch aus. Einige hatten angesengte Ecken, eines der Schriftstücke war beinahe zur Gänze verbrannt. Das Latein war trotz der stark geschwungenen Federschrift recht gut zu entziffern. Die ersten Seiten schienen einem Codex entnommen zu sein, sie enthielten – an Rechtfertigungen gemahnende – Erwähnungen von abscheulichen Götzendiensten, wie sie bereits in Kromers De origine et rebus gestis Polonorum aufs Trefflichste dargelegt worden waren, und die ich rasch zur Seite schob. Eine andere Handschrift wies noch Fragmente eines Titels oder einer Kapitelüberschrift auf, ich las unter Idolatrie in den alten Ländern entlan… :
…nd wies an, dass die Götzenbilder niedergerissen und dass einige in Stücke zerschlagen und andere im Feuer verbrannt werden sollten. Er wies daraufhin an, dass ein Idol des Perkūnas an den Schweif eines Pferdes gebunden und von dem Hügel geschleift werde, auf den die Sclavonier ihm eine Opferstätte errichtet hatten. Zwölf Männer wies er an, die Statue mit Stöcken zu schlagen, und sie dann dem Fluss anheimzugeben, wora…
…arüber weinten die Ungläubigen, denn sie hatten noch nicht die heilige Taufe empfangen.


Das folgende Blatt war augenscheinlich kein Teil der Codices, sondern ähnlich einem offiziellen Bericht verfasst:
hernach ist die Kunde ergangen, dass Landmeister Magister Germaniae Eberhard von Heyn und der Ritterfürst Konrad von Rotenstein Petitionen bei seiner Heiligkeit Papst Johannes XXIII. eingereicht und Beschwerde geleistet hätten,
- item dass bei der Verbrennung der Schriften der Prußen in ihrer eigenen Sprache ohne jedes Maß verfahren worden sei
- item dass die genannten Edlen, Großmeister und Fürsten ihrer Hoheitsrechte enthoben worden seien, mit allem Schriftgut zu verfahren, wie sie es für notwendig erachten
- item dass ihre Klageschriften ebenfalls den Flammen anheimgegeben worden seien
- item dass die Geschädigten auf Wiedereinsetzung in ihre Ämter und auf Garantie ihrer Souveränität klagten


Ich legte das Pergament zurück auf den Tisch, meine Hand zitterte leicht. „Es gilt als gesichert, dass die heidnischen Prußen nicht des Lesens und Schreibens mächtig waren.“
Tereškinas, dessen Gesicht wieder seine vormalige Leichenblässe angenommen hatte, lächelte. Ich meinte, mitleidige Güte in seinen Zügen erkennen zu können. "Wie ich sagte, an der Authentizität dieser Schriftstücke besteht kein Zweifel. Das Pergament ist von Experten extensiven Prüfungen unterzogen worden. Es gibt keine Methode, Tinte auf Alter und Herkunft zu untersuchen, doch hielten es sämtliche Kollegen für ausgeschlossen, dass einer der Dorfbewohner zu einer solchen sachkundigen Fälschung fähig gewesen wäre. Den meisten von ihnen ist es versagt, sogar in ihrer eigenen Sprache zu schreiben, des Lateinischen ist dort keiner mächtig. Außerdem …“ mit größter Vorsicht hob er ein zerschlissenes Stück Tuch aus dem Kistchen. „... fanden wir auch dieses.“
Der Stoff war allem Anschein nach eine Flagge oder Standarte, jedoch mit keiner mir bekannten Heraldik. Einem Holzschnitt gleich waren drei Halbfiguren dargestellt, von denen der erste mit einer schwarzen Robe, der Mittelstehende als Amtsträger mit wildem Haarschopf und schließlich der dritte als laubbekränzter Jüngling dargestellt waren. Über den linken und den oberen Saum zog sich eine fremdartige Schrift.
„Wer sind diese Männer?“, fragte ich. „Und die Schrift … sie gemahnt an das Griechische, jedoch sind mir viele Zeichen sonderbar und ihre Bedeutung bleibt mir verborgen.“
„Der Legende nach“, entgegnete Tereškinas, ist dies die Fahne des Widewud, geführt von den Prußen gegen die Ordensritter. Jene drei Figuren stellen ihre höchsten Götter dar.“
„Mich schaudert!“, rief ich aufgebracht. „Wenn Ihr die Wahrheit sprecht, ist dies ein blasphemisches Zeugnis derer, die sich der Gnade Gottes verweigerten!“
„Aber es ist ein Dokument von hohem Wert und großer Bedeutung. Etwas, das selbst einige Großmeister des Ordens als erhaltenswert ansahen. Gottesfürchtige, Gelehrte wie Ihr selbst. Gedenkt Eurer eigenen Schlussfolgerungen in Eurem letzten Buch – der Zwist zwischen den Ordensbrüdern, der schließlich ihren Untergang bedeutete. Wir sollten mit diesem Erbe nicht leichtfertig umgehen, meine ich.“
Ich versprach ihm, dass sein Appell bei mir nicht auf taube Ohren stoßen würde, doch hatten mich die Reise und unsere Diskussion erschöpft und so empfahl ich mich alsbald zur Nacht.

Nachdem ich zu Bett gegangen und die Kerze gelöscht hatte, lag das Zimmer in undurchdringlicher Finsternis und ich wunderte mich, dass keines der üblichen Geräusche einer Stadt durch die Fenster hereindrang. So fiel ich schnell in einen unruhigen Schlaf. Bald zogen schreckliche Traumbilder vor meinem Geiste herauf – gleichsam als Zuschauer am Rande des Geschehens wurde ich Zeuge einer entsetzlichen, ungleichen Schlacht, in der die eine Seite mit Messern und Knüppeln bewaffnet war, die andere jedoch mit Lanzen und Schwertern alles niedermachte, was vor die Hufe ihrer Streitrösser geriet. Diese Seite war geharnischt, ihre Gesichter vom Visier der Rüstungen verborgen, so glich einer dem anderen. Wie die Ritter in meiner morgendlichen Vision trugen Ross und Reiter weiße Gewänder mit schwarzem Kreuz – die Insignien des Deutschen Ritterordens. Lanzen stießen in Eingeweide, Schädel barsten unter Knüppeln, Schwerter trennten Gliedmaßen und Köpfe ab, bis das weiße Tuch mit dem Blut der Aufständischen getränkt war. Das Schlachtfeld wurde zum Grab für Tier und Mensch, wo der Angriff geführt wurde über den Gestrauchelten und Sterbenden, deren Knochen zermalmt und deren Eingeweide zerstampft wurden, die Schreie der Krieger nicht von denen ihrer Tiere zu unterscheiden waren, wo der Gestank von Blut, Exkrementen und Verwesung in der Luft hing wie feuchter Nebel. Ich wachte schweißnass und nach Atem ringend von einem Schrei auf, der nicht der meine war.
Ich sprang aus dem Bett, tastete mich im dünnen Licht des Morgens zur Tür und lief hinaus auf den Gang. Dort kam mir das Dienstmädchen entgegen, mit aufgelöstem Haar und Tränen in den Augen. „Der Herr, der Herr …!“
Sie zog mich mit, zum Schlafgemach meines Gastgebers. Dort stand die Türe offen. Schon bevor ich eintrat, meinte ich, das Schlachtfeld meiner Träume sei mir in die Wirklichkeit gefolgt – scharfer Ammoniakgeruch, der Gestank der Verwesung, schlug mir entgegen. Tereškinas lag in seinem Blut wie ein Schlafender, doch war die Haut ledrig und fahl über die Knochen gespannt, als sei er bereits vor Wochen oder Monaten dahingeschieden. In den Nasenöffnungen und dem aufgesperrten Mund klebten die Hüllen unzähliger Larven; auf Bettdecke und Fensterbank lagen Hunderte toter Fliegen, als hätten sich Generationen von ihnen von dem Leichnam genährt, wären geschlüpft und wieder verendet. Ein Stilett lag auf dem Boden, sicherlich seiner Hand entglitten.

Erschüttert von dieser Szenerie, dem grausigen Anblick und dieser blasphemischen Tat, stürzte ich aus dem Zimmer und fand erst nach Irrwegen mein eigenes wieder, in dem ich mir in kopfloser Eile Hemd, Hosen und Gehrock überwarf. Bald stand ich ohne Hut und Mantel vor dem Haus. Getrieben von dem Drang, dem unnatürlichen Leichnam und meinen Albträumen zu entfliehen, lief ich durch die noch schlafende Stadt, verlor mich zwischen dunklen Mauern und schmiedeeisernen Zäunen, die ihre Spitzen wie Speere in den Himmel reckten, bis ich mich an einer Bahnstation wiederfand. Obwohl auch hier niemand zu sehen war, kroch ich in eine Ecke an der Rückseite des Gebäudes, aus Angst, dass mein aufgelöster Zustand und meine unordentliche Kleidung eine geistige Verwirrung nahelegten, mich die Häscher des Bethlem Hospital aufgreifen könnten, auf dass ich die nächsten Jahre ohne Beistand an eine kalte Steinwand gekettet würde. Ich schlug mir den Kragen meines Gehrockes vor das Gesicht, damit mein keuchender, angestrengter Atem niemandem mein Versteck verriete.
So verbrachte ich Minuten oder Stunden, bis rege Geschäftigkeit auf dem Bahnsteig einen Zug ankündigte. Nachdem ich mich etwas gefasst, meine Kleidung notdürftig in Ordnung gebracht und mich meiner Geldbörse versichert hatte, betrat ich wie einer der unbescholtenen Reisenden die Plattform, von wo mich der erste Morgenzug zurück nach Ipswich brachte. Der getreue Teitkins, dessen Loyalität und Diskretion ich nie mehr zu schätzen wusste als an diesem unheilvollen Tag, ließ sich nur unter Aufbietung aller Überredungskunst davon abbringen, nach dem Arzt zu schicken und half mir ohne weitere Fragen ins Schlafzimmer. Ich erwachte – wie ich später erfuhr, erst am Nachmittag des folgenden Tages – vom Läuten der Türglocke. Rasch warf ich mir einen Hausmantel über und öffnete die Schlafzimmertür in der Annahme, die Gendarmerie stünde unten im Eingang. Ich hörte meinen Butler mit einem älteren Herren sprechen. Dann schlug die Tür wieder ins Schloss. Leise zog ich mich in mein Zimmer zurück, schalt mich ob der absurden Vorsicht in meinem eigenen Haus, aber war unfähig, mich so frei wie sonst zu bewegen.

Nachdem ich mich angekleidet hatte, läutete ich nach dem Butler, mir eine kleine Mahlzeit zu bringen. Ich war überzeugt, dass sich meine Erinnerung und die Eindrücke der vergangenen Tage in anderem Licht zeigen und sich Illusion von tatsächlich Erlebtem trennen würden, sobald ich etwas zu mir genommen und frische Luft geschnappt hätte. Teitkins servierte mir den Snack im Studienzimmer und klärte mich alsbald über den Besucher auf: Der Zweispänner des Augustinas Tereškinas sei vorgefahren, ihm, Teitkins, sei meine Reisetasche überreicht worden, die ich bei der Abreise versäumt haben musste, mitzunehmen. Als er sie auspacken wollte, sei ihm eine unbekannte Holzkiste aufgefallen. Auf ihr lag eine goldene Uhrkette mit einem kleinen Schlüssel.

Nun ist die Schatulle im Bücherschrank verschlossen, versteckt hinter einer Reihe Folianten. Ich fühle mich so erschöpft, als hätte ich keinen Moment lang geschlafen, meine Haut ist trocken, die Hände eiskalt und ich zittere wie im Fieber. Zurück im Schlafzimmer nehme ich die Heilige Schrift vom Nachttisch, für mein allabendliches Ritual: Ich setze mich ans Fenster, schlage das Buch auf und lasse die Fingerspitze über die Seite streichen, suche blind ein Zitat heraus, das mir als Sinnspruch für die kommenden Tage dienen soll. Die untergehende Sonne wirft ihr rotes Licht auf das Papier, lässt es flammend erstrahlen. Und ich las die Worte Jesu im heiligen Evangelium nach Matthäus 10:34. Glaubet nicht, dass ich gekommen bin, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
 
Quellenangaben
Zitate:
- Biblia Sacra NT, Vulgata: Apocalypsis beati Joannis Apostoli / Die Offenbarung des heiligen Johannes 6:3–4.
- Die Zitate aus den Codices zur Zerstörung der Statue, deren Name ich an Litauen angepasst habe: George Fowler (ed.): Slavica 50th Anniversary Reissue: The Gods of the Ancient Slavs. Tatishchev and the Beginnings of Slavic Mythology. Slavica Publ, Columbus Ohio 2016, S. 15. Dort zitiert aus: Primary Chronicle (Lauretian) aus dem 12. Jahrhundert, in dem es allerdings um den ostslawischen Gott Perun und den Fluss Dnieper geht.
- Biblia Sacra NT, Vulgatæ Editionis nach Augustin Arndt: Sanctum Jesu Christi Evangelium secundum Mattæum 10:34.

Quellen:
- Beate Szillis-Kappelhoff: Prußen – Die ersten Preußen. Geschichte und Kultur eines untergegangenen Volkes. Lindenbaum Verlag, Beltheim 2014.
- Karl Baumann: Die Prußen. Ein sympathisches Volk zwischen Weichsel und Memel. Rautenberg Verlag, Leer 1991.
- Carroll P. Kakel: The Holocaust as Colonial Genocide: Hitler's 'Indian Wars' in the 'Wild East'. Palgrave / Macmillan, Basingstoke 2013.
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01.01.2015
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Moin, moin @Katla ,
das ist endlich mal eine Version von Horror, mit der ich gut klar komme. Okay, mein Geschichtswissen hat auch gleich noch Zuwachs bekommen - nicht schlecht. Ich hangle mich mal an Zitaten durch den Text, aber als Zusammenfassung will ich gerne hier schon sagen, ich mag den Schreibstil (wie hieß das?) richtig gerne, so schön antiquiert. Okay, nicht mehr für ein ganzes Buch, aber so - hast Du für meinen Lesegeschmack richtig gut getroffen, die paar Kleinigkeiten (aus meiner Sicht) kriegst Du jetzt.

Wenn ich an jenen schicksalsbehafteten Tag zurückdenke, der mich für den Rest meines Lebens mit Reue erfüllen sollte, ist mir stets, als hätte ich das Unheil erahnen müssen, die Anzeichen nicht als Hirngespinste abtun dürfen.
Das Eingangszitat versetzt mich gut in die richtige Stimmung, aber über den ersten Satz würde ich streiten wollen. Ja, passt super zu dem Stil, aber eigentlich ist er eher ein "Rauswerfer" - zu lang, zu umständlich, zu ... Ich würde sagen, positiv bewertet, zeigst Du mir als Leserin gleich an, auf was ich mich einlasse. Negativ betrachtet, verlierst Du an dieser Stelle Leser, die vielleicht über einen allmählicheren Einstieg in diese Schreibart noch dranblieben. Okay, wenn ich es mir so überlege, ist es aus einem Guss, und wer den Stil nicht mag, ist gleich sauber gewarnt und raus. Also ehrlich und direkt, gekauft.

Das Licht, das vom einzigen Fenster auf meinen
Kriegst Du die Dopplung nicht mit etwas Möbelrücken weg, ist ein Stolperer

ein alter Baumbestand durchbrochen von freien Grasflächen
Gras ist für mich Wildnis. Aber er sprach von Garten, also würde ich Rasen vorschlagen.

Ich gedachte der verräterischen Sümpfe im alten Land südwestlich der Memel, in deren Pestschwaden ganze Heereszüge untergegangen waren, von falschen Spähern in die Irre geleitet und in den Tod geführt.
Wenn das in diesem Stil so muss, dann darfst Du mich natürlich sowieso ignorieren, aber an einigen Stellen ist es mir zu "detailiert", zu sehr Step by Step. Hier würde ich z. B. vorschlagen: geleitet, in den Tod geführt. Mag aber einfach nicht zeitgerecht sein.

Nun gebar der Nebel dort draußen lebendig erscheinende Phantasmagorien, und bald meinte ich, ein Kampfesgeschehen zu beobachten,
Cooles Wort, gibt es das wirklich?

Sobald ich mir meiner Säumigkeit bewusst wurde, schalt ich mich einen Narren, solch überkommenen Bubenfantasien nachzugeben, doch war ich außerstande, mich mit dem üblichen Eifer meiner Aufgaben zu widmen.
Hier finde ich den Tonfall super ...

Schließlich riss mich Hufklappern aus meinem Grübeln, und als ich mich
ein StreichKandidat?

Kurz darauf klopfte mein treuer Butler Teitkins an die Türe
Mist, ich hab vor kurzem in einem Komm die "Türe" als negativ bewertet, hier passt es perfekt und damit auch in bekrittelten Zusammenhang, sorry @Elbenkönigin , ich hab den Zeitzusammenhang ignoriert.
Der ganze Text erinnert mich total positiv an Jules Verne, mag ich ...

Der Kutscher öffnete mir mit einer Verbeugung den Wagenschlag.
Das ist so eine Stelle, wo ich unbewusst die Reihenfolge ändern würde, mir aber nicht sicher bin, ob ich ins "moderne" umschwenke - Mit einer Verbeugung öffnet mir der Kutscher den Wagenschlag?

und doch passte der Flor nur allzu gut zu seinem knielangen, doppelreihigen Gehrock, den er unter seiner Pelerine trug, und der mich wehmütig an die Londoner Gentlemen meiner Kindertage erinnerte.
Streichkanditat? Vielleicht habe ich dieses Sprachprinzip auch einfach noch nicht kapiert ....

Während meine Augen einen Anhaltspunkt in den wabernden Schwaden suchten, meinte ich, das Geräusch eines eines dritten Hufpaares zu hören
nun werd mal nicht unbescheiden, eines reicht :D

war linkerhand eine undeutliche Bewegung zu erahnen. Trotz des Polterns der Wagenräder auf dem unebenen Weg war nun eindeutig dröhnender
Keine wirkliche Dopplung, aber mir zu nahe, ich hakelte.

Sein Reiter war fast gänzlich von einem bleichen Gewand verdeckt, das um ihn flatterte wie ein Leichentuch.
Ich glaube, ich neige einfach in letzter zeit zu Verkürzungen, hier würde ich das "war" rausnehmen.

schalt mich bald einen weibsköpfischen Narren
Was für eine schöne und auch absolut in die Zeit passende Beschreibung.

über dem Türrahmen hing ein Bild des Herrn
Was stelle ich mir hier vor? Freundlicher alter Herr auf Wolke? Meinst Du ein Kruzifix oder was gab es da?

Eine gewisse Ähnlichkeit mit seinem Personal war unverkennbar:
Das verstehe ich nicht! Also wozu will der Herr Ähnlichkeit mit seinem Gefolge, "absetzen" ist doch das normale Vorgehen oder?

Die Einheimischen waren bereit, uns den Weg zu zeigen,
Nicht falsch, aber hier sprichst Du zum ersten Mal (meiner Meinung nach) von "uns". Ließ mich stutzen ...

So brachen wir unser Versprechen, keinen Stein und kein Ding aus dieser Festung zu entfernen,
Finde ich ein tolle Detail, macht es sehr lebendig und meine Fantasie malt eine Szene mehr.

Das letzte Expeditionsmitglied außer mir fand
Ja, irgendwie logisch und deutlich, aber eine doofe Formulierung "außer mir"
Ansonsten gefällt mir dieser klare Hinweis auf den "Fluch", ohne es auszusprechen sehr gut. Hat mal wieder Lernpotentiall für mich :-)

„Aber es ist ein Dokument von hohem Wert und großer Bedeutung. Etwas, das selbst einige Großmeister des Ordens als erhaltenswert ansahen.
Auch hier, ohne mir als Leserin nochmal vorzukauen, da Geschichte in ihrem Zusammenhang betrachtet und damit auch meist erhaltenswert ist, ziemlich aktueller Bezug, wenn ich an Umbenennungen und Bismarks Denkmal denke.

Ein Stilett lag auf dem Boden, sicherlich seiner Hand entglitten.
da sicher stört mich, reine Vermutung!

Erschüttert von dieser Szenerie, dem grausigen Anblick und dieser blasphemischen Tat, stürzte ich aus dem Zimmer
Ne, komm schon, der muss sich wenigstens noch übergeben ...

Dann schlug die Tür wieder ins Schloss. Leise zog ich mich in mein Zimmer zurück, schalt mich ob der absurden Vorsicht in meinem eigenen Haus, aber unfähig, mich so frei wie sonst zu bewegen.
Hab ich schon mal erwähnt, ich empfinde "Dann" als Satzanfang wirklich superdoof. Hat sowas von Schulaufsätzen und Beschreibungen ...

Teitkins servierte mir den Snack im Studienzimmer
Mir erscheint das Wort zu modern, es spielt ja nicht in England, der Prof ist nur Engländer, oder?

Den Schluss mochte ich sehr, da geht dann sofort die eigene Fantasie an und schwups kann ich mich herrlich gruseln.
Also mir gefiel die Geschichte sehr gut, schönes Sprachexperiment. Für meine privaten Geschmack hätten ein bisschen mehr Charakterzeichnung in die Prots gedurft, so erlebbare. Aber weißt ja, alles kriegt man nie.
Viel Spaß bei Schreiben der anderen Themen, ob ich mich auch so freiwillig ekeln mag sei noch dahin gestellt.
Liebe Grüße
witch
 
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Ist es Zufall, dass ich in zwei meiner letzten Kommentare an Tannenberg erinnerte, einmal wusste der Kollege nur um den Hindenburg und war überrascht, dass fast ein halbes Jahrtausend zuvor dort ein Gemetzel stattfand, und einem neuen Kollegen hierorts (ja, @Khrononaut, schau Dir ruhig an, wie "Historik" kurzgeschichtlich gelingen kann) darlegte, dass „Deutsche“ nicht erst mit dem größenwahnsinnigen braunen Pack sich im europäischen Osten unbeliebt machten, sondern seit Heinrich der Löwe östlich der Elbe siedeln und missionieren ließ, und zwischen den Wörtern „Slave“ und „Sklave“ schon seit dem Römischen Reich nebst seiner Wiederauferstehung mit den Karolingern eine innige Beziehung besteht.

Wobei Prußen/Pruzzen eher Balten denn Slaven waren und das Haus Hohezollern den Namen wieder aufleben hieß, weil der Kurfürst von Brandenburg - Friedrich III. - nicht zugleich König von B. sein konnte und also sich 1701 zum König von Preußen als Friedrich I. erhob usw. usf., (Einschub um ca 14 Uhr: Wer ein bisschen historisches Bewussteseun hat, dem sollte einfallen, dass Staufer und Zollern ihre Stammsitze im Schwabenlad haben und durch die Firmierung des 3. Fritz - wie der "eingewanderte" Preuße so trefflich sagt - zum I. der Bezug zu Barbarossas vermeintlicher Größe hergestellt werden kann)

liebe Katla -

und egal, was jetzt folgt, Dir ist m. E. dreierlei gelungen:

a) sich in einen Kerl hineinzuversetzen, der
b) im 19. Jh. - mutmaßlich Mitte, spätestens aber im dritten Viertel lebt(e) und – vor allem
c) den Sound, also das sprachl. Gebaren der Vor-Duden-Zeit triffst, wobei auch gelegentlich statt (nur als Beispiel, kein Fehler).

Das Licht, das vom einzigen Fenster auf meinen Sekretär fiel, wurde immer schwächer, und so …
[...]
Sobald ich mir meiner Säumigkeit bewusst wurde, schalt ich mich …
[...]
Beim Einsteigen wurde ich eines zerschlissenen Trauerflors gewahr, ...
um nur ein paar Beispiele zu nennen, „wurde“ auch mal ein „ward“ sein darf

Hier nun
Die Szenerie – ein alter Baumbestand durchbrochen von freien Grasflächen und halb verborgen hinter der fahlen Nebelwand – tat das Ihrige, meine Fantasie zu befeuern.
Kann durchaus sein, dass etwas Natürliches als gottgewollt in der Höflichkeitsform geehrt wird.

Mit wachsendem Interesse entnahm ich den Zeilen, dass Tereškinas die verfluchten Sumpfgebiete des alten Memellandes durchreist und in der Burg zu K. einen bedeutungsvollen Fund gemacht hatte. Da ich mich für einige Jahre sehr intensiv mit dieser Region beschäftigt hatte, erhoffte er nun meine Hilfe bei der Authentifizierung eines geheimnisvollen historischen Schriftstückes. Von diesem Forschungsgebiet hatte ich mich schon lange abgewandt, da die Quellenlage extensive Rückschlüsse unmöglich machte.
Ein Hilfsverb lässt sich m. E. Mitte des 19, Jh. (es gibt zwar schon die grimmsche Grammatik des Deutschen und das Wörterbuch ist schon kräftig gediehen, aber ich mein in alten Texten war dergleichen möglich [und find, dass es immer noch ist, ohne das der Leser und selbst der Homo grammaticus verwirrt tun müsste] einsparen – da, wo das Partizip auch für den Laien erkenntlich ist.

In ebendiesem Moment erklang ein grausiges Geräusch, als ob das fremde Pferd eine[n] Sprung auf uns zugetan hätte, und …
Kann natürlich sein, dass das Pferd Sympathie mit ihnen findet, also ihnen „zugetan“ ist, aber hier „tut“ es einen Sprung „zu“ ihnen, also besser „zu getan“

„Ich weiß Eure Bereitschaft, meinem Ruf […] unverzüglich gefolgt zu sein, außerordentlich zu schätzen.
(gedoppeltes zu halbieren!)

Und dann freu ich mich, dass mich dank der Grimm-Brüder "Rauch[er]zimmer" verlangte.

So weit, so gut für vorm Frühstück, bis bald und einen schönen Sonntag (hier weht es gerade im Dämmer...

und - natürlich - gern gelesen vom

Friedel
 
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Liebe Witch,

ich freue mich total, und was für ein beruhigender erster Kommentar. Zudem wir ja nicht vorher drüber geschrieben hatten. :)

Setting ist tatsächlich erst Ipswich, dann London. Tereškinas ist Litauer, aber wohnt in England. Zeit so um 1840.

das ist endlich mal eine Version von Horror, mit der ich gut klar komme.
Ach, klasse. Ich möchte ja immer, dass meine Texte auch außerhalb ihrer Genregrenzen funktionieren, schön, wenn das für dich geklappt hat.
Okay, wenn ich es mir so überlege, ist es aus einem Guss, und wer den Stil nicht mag, ist gleich sauber gewarnt und raus. Also ehrlich und direkt, gekauft.
Witzig, ich hab mit dem ersten Satz auch mit wirklich identischen Gedanken gehadert, und war dann zum gleichen Schluß gekommen. Ich hatte versucht, die letzten beiden Nebensätze in einem zu kombinieren, das klang aber krampfig. Dann lieber lang.
Kriegst Du die Dopplung nicht mit etwas Möbelrücken weg, ist ein Stolperer
Urgh, stimmt. Auf die Schnelle nicht, ich hab's aber markiert.
Gras ist für mich Wildnis. Aber er sprach von Garten, also würde ich Rasen vorschlagen.
Jein. Es gab in der Romantik die Gegenbewegung zum Barockgarten, und da wurden die Gärten und Parks künstlich verwildert gelassen - also genauso designt, nur mit anderer Optik. Die bauten sich sogar fake-Ruinen darein, kleine Gothic-Kapellen, die erstaunlich echt alt aussehen. Der Begründer der Gothic Novel, Horace Walpole, (100 Jahre vor meinem Setting) hatte einen solchen Garten - und ein echtes Neogothic Minischlößchen. Das war meine Idee beim 'Gras'. Mein Prot ist ja auch etwas altmodisch, also im 17. Jh verhaftet.
an einigen Stellen ist es mir zu "detailiert", zu sehr Step by Step. Hier würde ich z. B. vorschlagen: geleitet, in den Tod geführt. Mag aber einfach nicht zeitgerecht sein.
Ja, die Befürchtung hatte ich an ein paar Stellen. Mag echt sehr gut sein, dass ich es hier überziehe, aber selbst für mich Ellipsenfan klingt das ohne irgendwie nicht. Ich behalt ein Auge drauf.
Cooles Wort, gibt es das wirklich?
Jup, cool ne? :-) Im Englischen vllt heute noch geläufiger als im Deutschen: Marilyn Manson hat sein Lewis Carroll Biopic Phantasmagoria genannt (ein nettes Wortspiel mit gore = Blut/Gedärme), aber irgendwie steckt das in develpment hell und wird wohl leider nie gedreht.
ein StreichKandidat?
Ja, gekillt.
Mist, ich hab vor kurzem in einem Komm die "Türe" als negativ bewertet,
Türe ist eben veraltet (und ich meine, auch Schweizerisch), das kommt dann auf den Tonfall und das Setting des Textes an, bei dem du das angemerkt hast.
Der ganze Text erinnert mich total positiv an Jules Verne, mag ich ...
Super, Verne liegt genau in der richtigen Zeit. Ich hatte schon Schiß, ich sei mehr bei 1780 als bei 1840 gelandet.
Mit einer Verbeugung öffnet mir der Kutscher den Wagenschlag?
Könnte man machen, beim Drübernachdenken meine ich aber, dass der Kutscher als wichtigstes Wort am Anfang besser ist, denn der wird ja weiter beschrieben, nicht der Prozeß des Einsteigens. Macht das Sinn?
Streichkanditat? Vielleicht habe ich dieses Sprachprinzip auch einfach noch nicht kapiert ....
Ich habe da selbst schon gestrichen und wieder reingesetzt. Ich kann den Finger nicht drauflegen, aber ohne klingt das fuzzy logic-mässig nach falschem Bezug später. Dann lieber länger.
nun werd mal nicht unbescheiden, eines reicht
Mennö, auch wenn es ein Hufpaar ist? :lol:
Blöder, nicht mehr unterstützter Dudenkorrektor, hat das übersehen (mir aber sowohl Hufpaar wie auch Hufgeklapper angestrichen, Frechheit). Ich werde wohl auch bald die Online-Stückelversion nutzen müssen.
Keine wirkliche Dopplung, aber mir zu nahe, ich hakelte.
Urgh, absolut, ist geändert.
Ich glaube, ich neige einfach in letzter zeit zu Verkürzungen, hier würde ich das "war" rausnehmen.
Dann fehlt dem Satz aber das Verb, und er kann an nix vorher anschließen.
Was stelle ich mir hier vor? Freundlicher alter Herr auf Wolke? Meinst Du ein Kruzifix oder was gab es da?
Hätte ich das beschreiben sollen? Die viktorianische Sakralkunst war super kitschig - Sacred Heart, Jesus oder Maria mit Mantel auf und Herz freilegen, Strahlen drumrum, blauer Himmel & Wölkchen. So ähnlich wie heute noch in Lateinamerika und in Tattoo Shops. :D Passt zu: röhrender Hirsch + Gelsenkirchner Barock. Da ich einen Icherzähler habe und der das gewohnt ist, wird der das aber nicht beschreiben ... Wir sagen ja auch: 'Der hat einen typischen Ikea-Stil', und nicht, 'Ikea-Einrichtungsstil, kühl-skandinavisch mit viel Weiß'. Vielleicht kicke ich das ganz? Das ist da nur drin, um Tereškinas nicht als zu dämonisch hinzustellen, sondern auch ein bissl konventionell, auch wenn er 'auf der anderen Seite' steht.
Das verstehe ich nicht! Also wozu will der Herr Ähnlichkeit mit seinem Gefolge, "absetzen" ist doch das normale Vorgehen oder?
Grundsätzlich hast du mit der Abgrenzung natürlich recht.
Hm, ist das zu dezent? Hatte ich befürchtet, lasse ich aber erstmal so. Beide haben (zu) altmodische Kleidung an, und beide tragen (unerklärt) Trauer: Der Flor am Zylinder des Kutschers und die Jettspange, die eben extrem typisch ist und - anders als Haarschmuck, der auch Freundschaftsschmuck war - zu keinem anderen Anlaß getragen wurde. (Ich hab auch so eine Brosche, total schön, aus London mitgebracht, die sind einfach super markant.)
Nicht falsch, aber hier sprichst Du zum ersten Mal (meiner Meinung nach) von "uns". Ließ mich stutzen ...
Oha, stimmt. Geändert in 'unsere Expedition'.
Ja, irgendwie logisch und deutlich, aber eine doofe Formulierung "außer mir"
Ja, ich hatte das auch ein paar Mal draußen und wieder drinnen. Ich habs gekickt, setze aber vllt ein 'Ich bin der letzte' dazu, das war mir eigentlich zu viel Drama, aber 'außer mir' ist echt total dusselig.
Auch hier, ohne mir als Leserin nochmal vorzukauen, da Geschichte in ihrem Zusammenhang betrachtet und damit auch meist erhaltenswert ist, ziemlich aktueller Bezug, wenn ich an Umbenennungen und Bismarks Denkmal denke.
Interessanter Punkt! 90% des Textes hab ich im Oktober geschrieben, den Schriftstück / Historik-Detailkram zum Jahreswechsel und beim Abtippen der handschriftlichen Version diese Woche nur ein paar persönliche Details und zwei kleine Szenen zugesetzt. Lustig, dann entwickelt das plötzlich andere Bezüge.
das sicher stört mich, reine Vermutung!
Hm, das ist doof ... klar, Vermutung, aber nach der Erzählung um die Expeditionsteilnehmer und dem Suizid da würde ich es schräger finden, wenn er plötzlich ohne Anlaß den Butler des Mordes verdächtigte. Oder?
Ne, komm schon, der muss sich wenigstens noch übergeben ...
Lustigerweise wird sich in Gothic Tales nie (so gut wie nie? Ich erinnere mich an keine) im Schock oder aus Ekel erbrochen, das klingt für mich zu modern - weil man das auch eher in TV Krimis sieht: Immer gibt es einen Pathologen, der neben Leichen ißt oder raucht, und immer einen Detective-Neuling, der bei Toten kotzt ...
Hab ich schon mal erwähnt, ich empfinde "Dann" als Satzanfang wirklich superdoof. Hat sowas von Schulaufsätzen und Beschreibungen ...
Normalerweise mag ich das auch nicht, ich hoffte hier, dass es mehr einen Abschluß anzeigt (die zufallende Tür), als eine Aufzählung. Ich behalte den Blick drauf, vllt ist das ein Wald/Baum-Problem grad.
Mir erscheint das Wort zu modern, es spielt ja nicht in England, der Prof ist nur Engländer, oder?
Doch, es spielt in England. Ich hab mal 'jene' zu den Ländern am Anfang gesetzt.
Snack: Reicht dir das 13. Jahrhundert? (Das deutsche Imbiß stammt sogar aus dem 9., klang mir aber zu sehr nach Pommesbude). Ich bin ehrlich - da hatte ich mich auf mein (evt. zweifelhaftes) Sprachgefühl verlassen, und war sicher, ich kannte das aus älteren Texten. Die Etymologie hab ich erst nach deimem Komm bemüht und war selbst erstaunt, ich hatte das Ende 1700 mit den Picnics als Ursprung gedacht.
Also mir gefiel die Geschichte sehr gut, schönes Sprachexperiment. Für meine privaten Geschmack hätten ein bisschen mehr Charakterzeichnung in die Prots gedurft, so erlebbare.
Das ist nicht nur dein Geschmack, das gehört auch eigentlich rein. Ich habe mir auch schon vorgenommen, da dezent nachzulegen. Obwohl ich echt seit Kinderzeit Gothic Tales lese, dazu ein Dutzend Seminare an der Anglistik gemacht habe, und ab davon auch mittelalterliche Protokolle und 17.-Jh.-Pornos lese, und mit dem Vokabular / dem Kontext keine Probleme habe, war es überhaupt nicht so einfach, in dem Tonfall eine Geschichte zu erzählen. Also im Sinne form follows function, typische Charaktere, Konflikte (Suizid z.B. war ganz anders besetzt als heute und ein echter Schocker) und Plots zu verwenden; und nicht eine moderne Geschichte zu schreiben, die ein paar 'alte' Wörter hat. Lustigerweise klingt Le Fanu, nach dem ich ein bissl geschielt habe, sehr viel psychologischer und moderner, ich schramme schon ein bissl am Ende des 17. Jahrhunderts lang. Aber ich dachte, ich probiere erstmal, einen in sich stimmigen Text hinzubekommen, checke erstmal hier im Forum, ob das überhaupt funktioniert und setze dann etwas zu.
Viel Spaß bei Schreiben der anderen Themen, ob ich mich auch so freiwillig ekeln mag sei noch dahin gestellt.
Da habe ich jetzt aber keinen Zweifel mehr, schließlich wolltest du, dass man Prot kotzt! :shy:

Liebe Witch, danke mal wieder für deinen guten Blick und den tollen Komm!

@Friedrichard
Lieber Friedel,

oh, was bin ich beruhigt, ich habe deinen Segen deine Zustimmung! Uff, deine Meinung war bei diesem Text schon sowas wie ein Lackmustest für mich. Ich antworte dir heute Abend, leider muss ich aus dem Haus - aber ich hab mich irre gefreut!

Herzlichst,
Katla
 
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Lieber Friedl,

irgendwie kann ich keine Zitate in alte Komms einfügen, daher nochmal extra ...

darlegte, dass „Deutsche“ nicht erst mit dem größenwahnsinnigen braunen Pack sich im europäischen Osten unbeliebt machten
Schön gesagt!
Wobei Prußen/Pruzzen eher Balten denn Slaven waren
Stimmt. Allerdings wird die Religion der Balten als westslawisch eingestuft. u.a. in dem zitierten Magazin Slavica. Dort gab es auch Passagen zum Baltikum, aber die passten nicht so gut, und wie in Russland/ der Ukraine mit heidnischen Symbolen/Statuen umgegangen wurde, entspricht dem Vorgehen der Christen im Baltikum (und in Norddeutschland 1050-1168 => Elbslaven).
Dir ist m. E. dreierlei gelungen:
a) sich in einen Kerl hineinzuversetzen, der
b) im 19. Jh. - mutmaßlich Mitte, spätestens aber im dritten Viertel lebt(e) und – vor allem
c) den Sound, also das sprachl. Gebaren der Vor-Duden-Zeit triffst,
Wow, tausend Dank, ich freue mich sehr!
um nur ein paar Beispiele zu nennen, „wurde“ auch mal ein „ward“ sein darf
Danke, ja, ich meine ich hätte schon ein paar wards ... einmal übernommen. Zusammen mit 'gewahr' wäre selbst mir das ein bissl dicke.
Ein Hilfsverb lässt sich m. E. Mitte des 19, Jh. (es gibt zwar schon die grimmsche Grammatik des Deutschen und das Wörterbuch ist schon kräftig gediehen, aber ich mein in alten Texten war dergleichen möglich [und find, dass es immer noch ist, ohne das der Leser und selbst der Homo grammaticus verwirrt tun müsste] einsparen – da, wo das Partizip auch für den Laien erkenntlich ist.
Absolut, ich hole da was raus.
Kann natürlich sein, dass das Pferd Sympathie mit ihnen findet, also ihnen „zugetan“ ist, aber hier „tut“ es einen Sprung „zu“ ihnen, also besser „zu getan“
Meine Fresse, das ist mir absolut nicht aufgefallen. :lol: Danke.
(gedoppeltes zu halbieren!)
Done!

Ich habe mich wirklich über deinen Kommentar gefreut, Friedl, beruhigt mich sehr.
Herzlichst, Katla
 
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oh, was bin ich beruhigt, ich habe deinen Segen deine Zustimmung!
[...]
Ich habe mich wirklich über deinen Kommentar gefreut, ...
so ist besser, als beunruhigt zu sein, koch in der Regel auch nur mit Wasser ...

Tschüss und bis bald

Friedel
 
Senior
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01.05.2009
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koch in der Regel auch nur mit Wasser
Wie wir alle, werter Friedl.
(Ich koche ja auch ab & zu mit etwas Kinderblut, aber in den Zeiten von Corona wird das nicht empfohlen ... :D)

Sonnige Grüße aus dem Norden,
Katla
 
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Ein wunderbares Stück Literatur ist dir da gelungen, @Katla. Ich war so gefangen, dass ich das Notieren über dies und jenes fast vergaß.

Dennoch hab ich mir einiges notiert – Zitate aus deiner Geschichte sind kursiv geschrieben:

„Sobald ich mir meiner Säumigkeit bewusst ward, schalt ich mich einen Narren“ – wunderbar altertümlich! Ähnliches gibt es in der Geschichte mehrmals.

Da ich mich für einige Jahre intensiv mit dieser Region beschäftigte, erhoffte er nun meine Hilfe bei der Authentifizierung eines geheimnisvollen historischen Schriftstückes. – an dieser Stelle dachte ich an Dan Brown und sein Da Vinci Code, weil auch da die Geschichte damit anfängt, dass ein Professor (Langdon) um Hilfe gebeten wird; bei dir heißt der Professor auch ähnlich: Islington.

aristokratischen Nase – warum nicht „schmal, spitz oder adlerhaft“ sagen?

meinem Ruf zu unverzüglich gefolgt zu sein – da ist ein zu zuviel.

Mahlzeit – da fehlt ein e.

Meerschaumpfeife – muss man das sagen? Ich meine, solche Pfeifen waren damals eine Selbstverständlichkeit. Oder sollte sie ein Hinweis auf das 17. Jahrhundert sein, aus dem vielleicht schon lange tote Tereškinas stammte, weil diese Legende erst zu dem Zeitpunkt aufgeschrieben wurde?

Auf der Reise zurück in die Heimat verließ uns jedoch das Glück, das unserer Expedition bis dahin hold gewesen war. – dass die alle nacheinander sterben, erinnert mich an das Roman „Das Parfüm“, in dem auch alle sterben, die irgendwie mit dem Prot im engeren Kontakt standen.

Papst Johannes XXIII. – war zwar „nur“ ein Gegenpapst, dennoch ist damit das damalige Geschehen in die Zeit von 1410 bis 1415 eindeutig zuzuordnen.

Widewud – damit hast du einen wunderbaren Hintergrund für deine Geschichte ausgewählt.

klebten die Hüllen unzähliger Larven – gut beobachtet!

Bahnstation und Bethlem Hospital – das alte Bethlem Hospital, in dem die irre Menschen angekettet wurden, gab es in der Zeit der Eisenbahnen wohl nicht mehr.

Zu dieser Geschichte gehört unbedingt eine Fortsetzung – vielleicht kannst du aus dem damaligen Geschehen (15. und 19. Jhdt.) auch einen ganzen Roman entstehen lassen.

Habe die Geschichte gern gelesen und verbleibe in Erwartung weiterer Werke

sincerely yours

Dion
 
Senior
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01.05.2009
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Hallo Dion,

wow, ich habe mich wahnsinnig über deine Rückmeldung (und dein Lob!) gefreut. Herzlichen Dank für deinen Besuch.
an dieser Stelle dachte ich an Dan Brown und sein Da Vinci Code, weil auch da die Geschichte damit anfängt, dass ein Professor (Langdon) um Hilfe gebeten wird; bei dir heißt der Professor auch ähnlich: Islington.
Ah, stimmt, Langdon, an Details kann ich mich nicht mehr so erinnern (ich habe das Buch damals im Quickread für ein Marktforschungsprojekt gelesen, weil wir zum Film & den Trailern eine Studie hatten). Aber das ist durchaus ein klassisches Motiv auch aus der späten Gothic KG, das - fand ich - immer ganz gut und straightforward erklärt, wie ein Erzähler in den Plot verwickelt werden kann.

Das kam durch Zufall: Als ich im Copy of the Register of the Electors of the Borough of Finsbury for the Year 1833-34 nach einem Namen für den Butler suchte, war da auch eine Liste für den Bezirk Islington, und ich mag den Klang.
warum nicht „schmal, spitz oder adlerhaft“ sagen?
Ich mag 'aristokratisch' :shy:, und es macht Spaß, in diesem Untergenre Erzähler zu haben, die einfach mal dreist werten /annehmen können (wie vorher mit der Handschrift). Finde das durchaus typisch für die Zeit.
meinem Ruf zu unverzüglich gefolgt zu sein – da ist ein zu zuviel.
Mahlzeit – da fehlt ein e.
Damn, danke! Mein Dudenkorrektor machts wohl echt nicht mehr, und die Mahlzeit kam später, weil mir auffiel, wie viele 'Essens' drumrum waren.
(Ich schreibe mit dem Notebook auf den Beinen, und seit einem Jahr steckt unter dem e ein Kekskrümel fest ... manchmal braucht es da extra Druck. :lol:)
Meerschaumpfeife – muss man das sagen? Ich meine, solche Pfeifen waren damals eine Selbstverständlichkeit. Oder sollte sie ein Hinweis auf das 17. Jahrhundert sein, aus dem vielleicht schon lange tote Tereškinas stammte, weil diese Legende erst zu dem Zeitpunkt aufgeschrieben wurde?
Vielleicht muss ich das nochmal recherchieren, aber ich denke, dass Meerschaumpfeifen schon damals eine wertvolle, teure Angelegenheit waren, und nicht jeder - auch nicht jeder Gentleman - eine besaß.
Falls es aber eh unterstützt, dass man annimmt / erkennt, dass Tereškinas das Kistchen bereits 50-100 Jahre länger hütet, als seine Lebenszeit es zulassen sollte, ist das eigentlich sehr günstig.
dass die alle nacheinander sterben, erinnert mich an das Roman „Das Parfüm“, in dem auch alle sterben, die irgendwie mit dem Prot im engeren Kontakt standen.
Ah, interessant, das wußte ich nicht. Den Roman hatte ich damals abgebrochen, weil ich mich echt geekelt habe (vor den Beschreibungen auf dem Markt, aber auch vor dem Erzähler selbst). Wie das um-Hilfe-bitten war und ist das auch ein genretypisches Motiv. (Genau wie der bleiche, leichenkalte Gastgeber.)
Papst Johannes XXIII. – war zwar „nur“ ein Gegenpapst, dennoch ist damit das damalige Geschehen in die Zeit von 1410 bis 1415 eindeutig zuzuordnen.
Ja, das ist in dieser Besonderheit ein bissl ungünstig, aber es geht nur der: zu der einzig anderen passenden Zeit war der Stuhl für zwei Jahre vakant.
Bahnstation und Bethlem Hospital – das alte Bethlem Hospital, in dem die irre Menschen angekettet wurden, gab es in der Zeit der Eisenbahnen wohl nicht mehr.
Du wirst lachen (naja ...), aber auch nur ganz, ganz knapp. Die erste Reformierung von 'Bedlam' war nahezu im gleichen Jahr, in dem die Eisenbahn in UK gebaut wurde. Das brachte aber nicht so viel: die Insassen (muss man einfach sagen) waren nicht mehr nackt in Ketten und für zahlende Teegesellschaften zur Schau gestellt. Stattdessen gab es stundenlange Eisbäder, exzessiven Aderlass, forciertes Erbrechen etc. und tatsächlich ein Schließen in den 'Stock', eine Eisenkonstruktion, die aus Halsband, Handfesseln und einem Stab bestand, der den Rücken gerade hielt - was heute als Folter gesehen würde (hier im Artikel ein alter Stich davon, ich nehme aber an, du kennst das bereits selbst).
Durch diese Behandlungen gab es nicht wenige Tote, und zwar genau zu der Zeit, in der meine Geschichte spielt, und zu der andere Anstalten auf viel sanftere, modernere Methoden gewechselt hatten. Bethlem blieb immer weit hinter der Zeit zurück. Und es gab eben diese bezahlten 'Häscher', die 'Irre' einfingen und verschleppten. Entgegen dem klassischen Motiv der Madwoman in the Attic waren das größtenteils Männer - weil es auch um die Konfiszierung des Besitzes, Scheidung und v.a. Enterbung ging. Zu dem ganzen Thema gibt es ein tolles Buch, das dich auch interessieren könnte, tatsächlich eines der besten Sachbücher, das ich je gelesen habe (zudem mit Literaturbezug - Wuthering Heights, Charles Dickens' Ehefrau ...): Sarah Wise: Inconvenient People. Lunacy, Liberty and the Mad-Doctors in Victorian England. Bodley Head, London 2012.
Ich dachte mir, dass jemandem, der im Schock und in Panik ist, durchaus solche Bilder & Ängste durch den Kopf gehen können, auch wenn das Szenario in Teilen seit 10-20 Jahren inaktuell ist. (Ich hoffe, das klingt nicht wie die Mutter aller Ausreden! :lol:)
Zu dieser Geschichte gehört unbedingt eine Fortsetzung – vielleicht kannst du aus dem damaligen Geschehen (15. und 19. Jhdt.) auch einen ganzen Roman entstehen lassen.
Nach einem Rekordtief an Reaktionen hätte ich nicht unbedingt an eine Fortsetzung gedacht, aber irre Lust darauf hätte ich absolut. Schön, wenn es auch Leser wie dich gibt, für die es so gut funktioniert. Man könnte auch 80 Jahre skippen, und Islington zur Zeit der Finanzkrise oder des 1. Weltkrieges nach einem geeignten Nachfolgehüter für sein Kistchen suchen lassen ... :-)

Lieben Dank nochmal, Dion, es war eine Freude!

Sonnige Grüße,
Katla :kaffee:
 
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01.09.2005
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Hallo @Katla,

ich fand's beeindruckend, wie du den Stil durchgezogen hast. Habe ich so hier noch nicht gelesen, und gerade in Horror probiert sich ja regelmäßig jemand daran und fällt auf die Nase. Am Anfang bin ich ein bisschen durch die Jahrhunderte gestolpert, bei "Pest" war ich sofort im Mittelalter, bei Butler dachte ich an irgendwas um 1900. Fühlte mich an Klassiker erinnert, mit der Kutsche unterwegs zum Schloss war so ein bisschen Dracula, bei den Templern musste ich immer an die Titelhelden der famosen, spanischen Trashgranate Die Nacht der reitenden Leichen denken. Hervorragend beschrieben war sicher der Leichenfund, Maden in allen Körperöffnungen ist ja eigentlich voll dick, aber es wird sehr stilvoll inszeniert, von der Wortwahl.

Aus Horrorsicht sind da schon echt bemerkenswerte Szenen drin, den Verlauf der Geschichte insgesamt fand ich etwas überraschungsfrei, wenn ich's denn richtig verstanden habe: Der Typ, der Angst hat, der Fluch könnte ihn als nächsten holen, den holt zum Schluss der Fluch.

Trotz Geschichte im Nebenfach bin ich nicht der größte Historik-Leser, ein bisschen Harris, ein bisschen Follett, diese Quellenangaben am Ende, wie bei einer Seminararbeit, gibt es da viele Autoren, die das machen? Mir schien die Geschichte hier die zweite Geige zu spielen hinter dem Nachweis, dass das alles ausgiebig recherchiert ist. Gehört ja eigentlich immer dazu, aber gerade bei Historik kann ich mir schon vorstellen, dass das eine übergeordnete Rolle spielt. Wobei du sicherlich patzen und trotzdem dein Publikum finden kannst (Ben Hur/Galeerensklaven im alten Rom). Wahrscheinlich gibt's auch hard und soft Historik, wie bei Science Fiction.

Die Story erweitert auf jeden Fall das Angebot hier in Horror, finde ich gut.

Da ich mich für einige Jahre intensiv mit dieser Region beschäftigte
hatte? Bin mir nicht sicher, wegen dieser 19.-Jh.-Sprache.

mich weniger aberglaubenbehafteten, blutrünstigen Epochen
Ich glaube ja, das sind beides Konstanten, aber gut, muss der Professor wissen.

Viele Grüße
JC
 
Senior
Beitritt
10.11.2003
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2.285
Den Roman hatte ich damals abgebrochen, weil ich mich echt geekelt habe (vor den Beschreibungen auf dem Markt, aber auch vor dem Erzähler selbst).
Geekelt? Du? Ich kann dir den Roman „Das Parfum“ nur empfehlen. Weil er in einer lakonischen Sprache Irrsinniges erzählt, das vielleicht gerade deswegen total glaubwürdig wirkt. Die Sozialkritik darin kann man eins zu eins auf heute übertragen. Okay, Süskind hat das Monate wenn nicht Jahre dafür recherchiert, besonders die südfranzösische Stadt Grasse hat er meisterhaft in die Szene gesetzt: Die Stadt ist tatsächlich voller Gerüche. Ich weiß das, weil ich hinterher dort mal war.

Bethlem blieb immer weit hinter der Zeit zurück. Und es gab eben diese bezahlten 'Häscher', die 'Irre' einfingen und verschleppten. Entgegen dem klassischen Motiv der Madwoman in the Attic waren das größtenteils Männer - weil es auch um die Konfiszierung des Besitzes, Scheidung und v.a. Enterbung ging.
Was es alles gibt bzw. gegeben hat!

Nach einem Rekordtief an Reaktionen hätte ich nicht unbedingt an eine Fortsetzung gedacht, aber irre Lust darauf hätte ich absolut.
Dass so wenige Reaktionen kamen, ist sicher der Länge des Textes zuzuschreiben. Ich habe auch gezögert, weil man dafür schon mehr als eine halbe Stunde Zeit braucht – und natürlich noch mehr, wenn man dazu was sagen will. Aber wenn man einmal zu lesen angefangen hat, dann geht das wie von selbst.
 
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Moi dear Proof,

mensch, was freue ich mich! Ganz herzlichen Dank für die Eindrücke, die Kritik und das Lob. :-)
Habe ich so hier noch nicht gelesen, und gerade in Horror probiert sich ja regelmäßig jemand daran und fällt auf die Nase.
*gn* Ja , und ich schreibe oft darunter "Wenn du den Ton nicht halten kannst, lass es lieber" - daher war ich auch hier umso nervöser ... wenn man sich erst meilenweit aus dem Fenster lehnt und so. :D
Die Wörter / Redewendungen waren kein Problem, ich hab es total genossen, sowas mal verwenden zu können, aber damit eine Geschichte zu erzählen, einen passenden Konflikt, war echt nicht so einfach.

Kennst du noch Anakreon? Der konnte das perfekt (wenn auch etwas spröde), auch seine Komms klangen so - das war wohl sein natürlicher Sprachduktus.
Fühlte mich an Klassiker erinnert, mit der Kutsche unterwegs zum Schloss war so ein bisschen Dracula, bei den Templern musste ich immer an die Titelhelden der famosen, spanischen Trashgranate Die Nacht der reitenden Leichen denken.
:anstoss: Der Film ist genial! Daran hatte ich gar nicht gedacht (wegen meines 'gediegenen' Settings), aber auf seine Art passt der super. Muss ich mal wieder ansehen.
Jau, ich hab nach Dracula geschielt (der leichige Gastgeber) und Kutschfahrten durch den Nebel gibt es auch, eine gruselige meine ich war in The Woman in Black ... einer KG? Jedenfalls Retro-Gothic.
Aus Horrorsicht sind da schon echt bemerkenswerte Szenen drin
Oh danke sehr, das freut mich ehrlich - ich dachte schon, das sei vielleicht aus heutiger Sicht zu 'pedestrian' ...
den Verlauf der Geschichte insgesamt fand ich etwas überraschungsfrei, wenn ich's denn richtig verstanden habe: Der Typ, der Angst hat, der Fluch könnte ihn als nächsten holen, den holt zum Schluss der Fluch.
Ja, meine Plots & Themen sind ja öfter auf einer Meta-Ebene, und fast bei jeder Geschichte hatte ich Rückmeldungen, dass man den Verlauf oder das Thema nicht ganz zu fassen bekäme. Das finde ich ansonsten okay, sogar positiv, aber mit einem vllt. anstrengenden oder zumindest ungewohnten Stil wollte ich nicht noch eine weitere Hürde aufbauen. Daher hatte ich tatsächlich mit einiger Symbolik und der Historie-in-der-Historie recht konventionell geplottet.
Das mit dem Fluch hast du in meinem Sinne gelesen - ich hatte noch die Idee, dass die Artefakte/Dokumente sich selbst einen freiwilligen oder eher unfreiwilligen Hüter suchen, dann ihn und seine direkte Umgebung - wie den Kutscher - übermässig lange leben lassen, vielleicht 'unendlich lange'. Wird der Hüter quasi 'lebensmüde', sucht er einen Nachfolger und mein Erzähler stand schon am Anfang (so dachte ich ihn mir) unbewusst am Rande einer Glaubenskrise, die sich dann am Ende manifestiert: Er erkennt, dass seine Religion auch nicht immer Gutes bewirkt, selbst gewalttätig ist. Damit wird er zum passenden Hüter, ohne es zu dem Zeitpunkt selbst zu erkennen.
Und der vierte Reiter steht ja auch für den Zerfall eines Weltreiches - mit der Industrialisierung und dem Durchbruch der Wissenschaften gegen den Aber/Glauben begann ja auch das Christentum ab 1820-50 zunehmend irrelevant zu werden. Ob man das aber so sieht, oder eben über einen reinen Fluch: beides ist gleichermaßen möglich.
diese Quellenangaben am Ende, wie bei einer Seminararbeit, gibt es da viele Autoren, die das machen?
Profis oder Hobbyautoren? Friedl macht das ab & zu.
Gute Frage, das hab ich nie überlegt. Ich recherchiere zu jeder KG 4 Wochen bis 3 Monate. Weil diese Thematik extrem unbekannt ist, und auf Wiki dazu nur Unsinn steht, hab ich einfach ein paar Infos zugefügt. Die sind aber nicht nötig, um die Geschichte zu lesen, und wenn es sie erschlagen sollte, wäre das nicht in meinem Sinne.
Auf der anderen Seite lese ich selbst gern Anmerkungen. Im Profibereich kenne ich das von Carl Jenssen (We, the Drowned, Wahnsinnsbuch, leider richtig scheiße übersetzt: Wir, die Ertrunkenen), und von Follett habe ich auch ellenlange Notizen auf seiner Homepage zu Pillars of the Earth gelesen, die sehr amüsant sind. Ich denke, das kann man mögen oder hassen, aber die Infos sind ja hinter dem sehr dezenten i versteckt, ich hoffe, es stört nicht zu sehr.
Mir schien die Geschichte hier die zweite Geige zu spielen hinter dem Nachweis, dass das alles ausgiebig recherchiert ist.
So war sie nicht konzipiert, das wäre ungünstig, wie gesagt.
Ich lese über Litauen unanbhängig von dieser KG, seit ich vor 3 Jahren mit den Tall Ships' Races Klaipeda besucht und mich in die Stadt total verliebt habe. Einige Bekanntschaften haben sich seitdem erhalten, und ich plane näxten Sommer einen zweiten Besuch.
Wobei du sicherlich patzen und trotzdem dein Publikum finden kannst (Ben Hur/Galeerensklaven im alten Rom). Wahrscheinlich gibt's auch hard und soft Historik, wie bei Science Fiction.
Hahaha, stimmt! Den Vergleich zur SF finde ich absolut stimmig, hab ich so noch nie gehört. Die soft (oder auch Trash-) Historik-Variante lese und schaue ich auch super gern, manchmal rege ich mich aber auf. :D Das macht bestimmt Spaß, zu schreiben.
hatte? Bin mir nicht sicher, wegen dieser 19.-Jh.-Sprache.
Stimmt, hatte ich erst so, das editierte Friedl mir aber raus, worüber ich ganz froh bin. Hm ...
Ich glaube ja, das sind beides Konstanten, aber gut, muss der Professor wissen.
Hrhr. Man könnte auch Die Handelsbeziehungen zwischen ... nehmen - keine Ahnung. Gibt es konfliktfreie Historie? ;)

Dein Besuch hat mich außerordentlich gefreut, Proof! *blumenreichsmiley*

Hallo Dion, wie schön, dass du dich nochmal meldest!
Geekelt? Du?
Oh ja. Bei mir geht viel über die Nase. Wenn ich die knapp 100 ungelesenen Bücher durch habe, die sich Dank booklooker & dem versandkostenfreien Bookdepository seit Neujahr in meiner winzigen Bude angesammelt haben, hole ich mir das wirklich mal aus der Bibliothek, danke für die Eindrücke.
Okay, Süskind hat das Monate wenn nicht Jahre dafür recherchiert, besonders die südfranzösische Stadt Grasse hat er meisterhaft in die Szene gesetzt: Die Stadt ist tatsächlich voller Gerüche. Ich weiß das, weil ich hinterher dort mal war.
In Grasse war ich auch, aber vor fast genau 40 Jahren. Extremer Duft, mehr als einen Tag könnte ich dort nicht verbringen (wir waren auf einen Stop-Over nach La Napoule), aber wunderschön, wie die ganze Ecke da unten.
Dass so wenige Reaktionen kamen, ist sicher der Länge des Textes zuzuschreiben. Ich habe auch gezögert, weil man dafür schon mehr als eine halbe Stunde Zeit braucht – und natürlich noch mehr, wenn man dazu was sagen will. Aber wenn man einmal zu lesen angefangen hat, dann geht das wie von selbst.
Ohje, ich rege mich schon ab. Ich will ja echt nicht kindisch sein, aber dies war nicht nur ein Experiment, sondern die erste KG, die ich seit 8 Jahren / seit ich mit dem Segeln angefangen hatte, geschrieben habe; die erste, die ich nach dem Plotten in einem Zug geschrieben anstatt in Segmenten in einen Strukturplan zu setzen (9 Stunden straight in Handschrift, Recherchedetails kamen später dazu). Und weil eben so viel für mich neu war, war ich so irre gespannt auf Rückmeldungen.
Allerdings sind meine meisten KGs (auch die hier standen / stehen), circa doppelt so lang ... Möglich nur, dass der Zeitgeist immer mehr zur Flash Fiction tendiert. Diese ist jedenfalls beinahe ein Drittel Zeichenanzahl unter regulären Ausschreibungslimits.

Lieben Dank, Dion, für deine Anmerkungen und den nachdrücklichen Buchtipp; liebsten Dank euch beiden - meinen Nerven geht es jedenfalls viel besser, und ich kann aufhören, in mein Kissen zu weinen ... :lol:

Cheers, Katla
 
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Ich nochmal, wenn ich darf, denn jede Änderung birgt auch Stolperstellen,

liebe Katla,
wie hier

Doch mit der Erwähnung der Festung zu K[.], die nur allzu gut zu einen morgendlichen Phantasmen passte, …
relativ unauffällig durchs Komma überdeckt

Mit neu erwachter Tatkraft wies ich Teitkins an, das Nötigste zu packen[,] und trat kurz darauf auf den Vorplatz, auf dem die Kutsche wartete.
Relativsatz zu Ende und das „und“ vebindet gleichrangige Satzteile des Hauptsatzes

Während meine Augen einen Anhaltspunkt in den wabernden Schwaden suchten, meinte ich, das Geräusch eines dritten Hufpaares zu hören – schon wollte ich den Kutscher durch ein Klopfzeichen auf die Gefahr aufmerksam machen, als es mir schien, dass das andere Pferd nicht hinter, sondern parallel zu uns dahinstürmte.
Besser „mir zu sein schien“ oder – ganz zum Schluss der Erzählung verwendestu die Möglichkeit – das halbmodale „scheinen“ mit der Vorsilbe „er“ zum Vollverb zu adeln. Dass Du um die Bildung mit „zu“ weißt, zeigt schon der übernächste Satz kleist‘schen Formats (von mir ist das keine Kritik am Format – hätt ich sonst hierorts den Michael Kohlhaas rezensiert, an der sich Generationen von Schülern abarbeiten dürfen, oder auch nur daran gedacht, die Geschichte der O. in die Nachkriegszeit zu verlegen?), hier nämlich klappt's mit dem Infinitiv
Trotz des Polterns der Wagenräder auf dem unebenen Weg war nun untrüglich dröhnender Hufschlag zu vernehmen, der sich mal entfernte, mal dicht hinter uns zu folgen schien; ab und zu meinte ich, …
Der Dativ ist bekanntlich des Genitivs Tod, aber Du doch nicht!
Meinem Mantel entnahm ich Rauchwerk und Zündhölzer, bald erfüllte der Wohlgeruch meines Zigarillo den Wagen und ich kam zu der Überzeugung, dass …
Diese Seite war geharnischt, ihre Gesichter vom Visier der Rüstungen verborgen, so glich einer dem anderen. Wie die Ritter in meiner morgendlichen Vision trugen Roß und Reiter weiße Gewänder mit schwarzem Kreuz – …
Nach der Lautung neuerer Rechtschreibung steht dort [‘ro:s].

Hier nun
… auf Bettdecke und Fensterbank lagen Hunderte toter Fliegen, als hätten sich Generationen von ihnen von dem Leichnam genährt, seien geschlüpft und wieder verendet.
gilt:
Als-ob-Situationen schrein an sich eindeutig nach Konj. irrealis, „wären geschlüpft“
Ähnlich hier
Obwohl auch hier niemand zu sehen war, kroch ich in eine Ecke an der Rückseite des Gebäudes, aus Angst, dass mein aufgelöster Zustand und meine unordentliche Kleidung eine geistige Verwirrung naheleg[t]en, mich die Häscher des Bethlem Hospital aufgreifen könnten, auf dass ich die nächsten Jahre ohne Beistand an eine kalte Steinwand gekettet würde.
Bis bald

Friedel
 
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Dear Friedl,

oh weia - das stand da alles schon, da hatte ich nix verändert ...
relativ unauffällig durchs Komma überdeckt
Ich habe gelernt, dass es nicht zwei Satzzeichen hintereinander gibt, und hier der Punkt durch das Komma erstezt wird, genau wie bei z. B:
Daher war das Absicht ... rückblickend kann das ein englisches Buch gewesen sein - ist das im Deutschen nicht so? K., sieht super komisch aus - ich werde das mal ergoogeln bzw. erduden.
EDIT 1: Okay, im Duden habe ich nix gefunden, aber Wiki sagt:
Am Ende eines Satzes - Der letzte Punkt einer Abkürzung wird mit dem Punkt am Ende eines Satzes verschmolzen. Der letzte Punkt einer Abkürzung verschmilzt jedoch nicht mit anderen Satzzeichen als dem Punkt.
Korrigiere ich also nach deinem Vorschlag, obwohl ich die engl. Variante schicker finde. Gut gesehen, danke!
Der Dativ ist bekanntlich des Genitivs Tod, aber Du doch nicht!
Äh ... was meinst du denn? Das ist doch nicht falsch. Dein Vorschlag kann nicht sein: "Ich entnehme meines Mantels." Weil: Entnehme wem oder was? Dem Mantel. :confused:
Und warum hast du mir den anderen Satzteil gestrichen? Sorry, lieber Friedl, hier komme ich nicht mit. Was übersehe ich?
Nach der Lautung neuerer Rechtschreibung steht dort [‘ro:s].
:sconf: Good grief! Ich werde noch zur Legasthenikerin mit dieser blöden Reform! Nicht nur, dass ich ständig beim Abtippen im Duden nachschlagen muss, sobald auseinander/zusammen, ß/ss und ... überhaupt. :heul:
Als-ob-Situationen schrein an sich eindeutig nach Konj. irrealis
Absolut! Dies wie die Kommata und das Pferdchen übernommen.
EDIT 2: Grad frage ich mich, ob der korrekte Konj. Irrealis auch angebracht ist, wenn das Beobachtete eine nahezu zweifelsfreie Deduktion ist. Wenn da Larven und tote Fliegen sind, ist die Schlußfolgerung, dass die geschlüpft und gestorben sind, schon eher eine korrekte, realistische Beobachtung. Müsste man das im Konj. I haben, wie die Wiedergabe einer Beobachtung ...? Hm.
Tausend Dank für die Flusensuche.

Liebe Grüße,
Katla
 
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Hoppela, da muss ich erst mal selber nachgucken - aber Du bist doch gar nicht sonderlich schreckhaft. Ich meld mich gleich wieder!

19:51 MESZ Nachtrag

Der Dativ ist bekanntlich des Genitivs Tod, aber Du doch nicht!,

liebe @Katla

Meinem Mantel entnahm ich Rauchwerk und Zündhölzer, bald erfüllte der Wohlgeruch meines Zigarillo den Wagen und ich kam zu der Überzeugung, dass …
Nicht der Mantel, sonder das Zigarillo steht im Genitiv ("des Zigarillos!")


Die Streichung irritiert mich auch ein wenig – aber ich fürchte, dass ein Klammerausdruck, vielleicht das lautschriftliche Roß [‘ro:s] oder ein einzelner Buchstabe in Klammern [] anschließend eine durchgängige Streichung der Art

anschließend eine durchgängige Streichung der Art ...

ausgelöst haben und ich nach der Löschung nicht mehr auf Vollstänigkeit (des gestrichenen Strichs) ausreichend kontrollierte.


In der Regel hätte ich ansonsten auch die Streichung - besser deren Vorschlag - begründet.

Nach den Schrecken wünsch ich noch einen ruhigen Abend und bis bald

Friedel
 
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Moikka dear Friedl,

na, das war ja ein ziemlicher Schlauch, auf dem ich da stand ...
Nicht der Mantel, sonder das Zigarillo steht im Genitiv ("des Zigarillos!")
:idee: Aber klar doch, keine Ahnung, warum ich das nicht gesehen hab.
Nach den Schrecken wünsch ich noch einen ruhigen Abend und bis bald
So schlimm war's nicht, keine Sorge (nur das Roß ... echt ... nee, und dann zeigt der Duden nix an, weil es das Wort gibt, nur heißt es eben was ganz anderes).

Ganz herzlichen Dank nochmal, Friedl, ich gelobe Besserung!
:-) Katla
 

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