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Der Walhai

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Der Walhai

Julito spurtet zum Ufer. In der rechten Hand trägt er seinen Bambusstock, mit der linken umklammert er den Reiskuchen, den er am Abend zuvor vom Tisch stibitzt, eingewickelt und unter seinem Kissen versteckt hat. Am Ufer angekommen, atmet er tief durch. Er riecht das Meer, die Algen, das Salz. Kein Wind, nicht einmal ein Lüftchen, ist zu spüren; das Wasser liegt träge vor ihm und spiegelt die zarten Rosatöne der Morgendämmerung. Am Horizont macht Julito die Silhouetten der Fischerboote aus. Er setzt den ersten Fuß ins Wasser, seine Zehen versinken im glitschigen Sand, wirbeln eine kleine Wolke auf. Nach einigen Schritten reicht ihm das Wasser bis zu den Knien und er trifft auf die ersten Korallen. Direkt vor ihm erwachen sie aus ihrem Schlaf und heißen ihn willkommen. Er liebt die Korallen. Gute, treue Freunde sind sie ihm geworden. Er gibt ihnen Namen, besucht sie nach stürmischen Nächten, flüstert ihnen Geheimnisse zu. Dann spießt er den Reiskuchen auf den Bambusstock, taucht ihn ins Wasser und wedelt sanft damit herum. Winzige Fetzen lösen sich von dem Bissen und sinken tanzend zum Grund hinab. Nach wenigen Augenblicken wagen sich die ersten Fische aus ihren Verstecken und schnappen nach den weißen Stückchen. Julito lächelt. Alle sind sie da.
„Reiskuchen mögen sie ganz besonders.“
Julito fährt herum. Vor ihm steht ein Mann. Ein Riese. Nie zuvor hat er eine so große Gestalt gesehen. Doppelt so groß wie er selbst muss der Mann sein. Mindestens. Der Fremde trägt ein blaues T-Shirt mit weißen Punkten drauf und eine verwaschene, löchrige Jeans. Seine Augen sind dunkel, beinahe schwarz, und liegen weit auseinander unter buschigen Brauen. Am meisten erstaunt Julito jedoch, dass der Mann von oben bis unten nass ist.
„Soll ich dir verraten, was sie noch viel lieber mögen?“, fragt der Fremde. Julito traut sich nicht, etwas zu sagen, und zuckt bloß mit den Schultern. „Ob du’s glaubst oder nicht, aber die Fische sind ganz verrückt danach.“ Der Riese kramt eine Banane aus der Hosentasche hervor, schält sie, bricht die Spitze ab und streckt sie Julito hin. „Worauf wartest du?“
Julito streift den Reiskuchen vom Bambusstock. Dann macht er einen Schritt auf den Mann zu, ergreift das Stückchen und stellt verblüfft fest, dass die Hand des Riesen größer als sein eigener Kopf ist. Schnell spießt er das Bananenstück auf die Spitze des Bambus. Der Fremde tritt neben ihn. „Du musst den Stock ganz ruhig ins Wasser halten. Deine Hand darf sich nicht bewegen“, flüstert er. „Ja, genau so. Jetzt werden sie kommen.“
Die Fische flitzen nach oben. Einer nach dem anderen, von allen Seiten, kommen sie angeschwommen und machen sich über das Bananenstück her. Der Stock in Julitos Hand vibriert. Wasserringe bilden sich um das Fressgelage, dehnen sich immer weiter aus, überziehen einander. Unzählige Luftblasen steigen hoch und platzen an der Oberfläche. „Ich wusste nicht, dass Fische Bananen mögen“, sagt Julito und strahlt den Fremden an. „Gleich ist alles weg!“
„Sieh an, du kannst ja doch sprechen“, erwidert der Riese. „Und hast du auch einen Namen?“
„Julito.“
„Ich freue mich, deine Bekanntschaft zu machen, Julito.“
„Kann ich ein zweites Stück haben?“
„Hier“, erwidert der Mann und drückt ihm die ganze Frucht in die Hand. Eilig bricht Julito ein Stück von der Banane ab, steckt es auf den Bambus und hält den Stock zurück ins Wasser. Ganz ruhig, ohne die Hand zu bewegen. Die Fische schnellen nach oben.
„Hier ist ein Fisch, den ich noch nie gesehen habe. Da! Sehen Sie den?“
Doch Julito erhält keine Antwort.
Er schaut zur Seite, wendet sich um, sieht nach links, dann nach rechts, lässt den Blick über den Strand wandern. Er ist allein. Verwundert dreht er sich zurück. Die ersten Sonnenstrahlen des Tages dringen in seine Augen. Die Fische sind weg, die Fischerboote verschwunden, einzig die treuen Korallen sitzen an ihrem Platz. Ein mulmiges Gefühl breitet sich in Julitos Bauch aus. Er läuft zurück ans Ufer. Und dann sieht er es: Dort, wo das Wasser auf den Strand trifft, ist ein Fisch in den Sand gezeichnet.
Julito lässt den Bambus fallen und reibt sich die Augen. Noch einmal blickt er um sich, doch es ist niemand zu sehen. Nur seine eigenen Fußabdrücke werfen nebelhafte Schatten auf den Sand. Er kniet sich neben die Zeichnung. Einige Linien hat das Wasser bereits abgetragen, Julito kann sie bloß noch erahnen. Er beginnt damit, die Konturen des Fischs mit den Fingern nachzuzeichnen. Was wohl die Punkte zu bedeuten haben? Der Rücken des Fischs ist voll damit. Er tastet die Punkte einzeln ab, drückt jeden davon tiefer in den Sand. Dann lässt er die Finger an der Rückenflosse entlanggleiten, hoch und runter und weiter bis zum Kopf. Als er das Auge des Fischs berührt, stößt er auf etwas Festes. Ruckartig zieht er die Hand zurück. Julito beugt sich vornüber und entdeckt einen schwarzen, matten Gegenstand, der aus dem Sand hervorlugt. Von allen Seiten beäugt er das dunkle Etwas. Er schnappt sich den Bambusstock, stochert im Sand herum; mit der freien Hand schaufelt er Haufen nasser Sandkörner weg. Nach kurzer Zeit hat er den Gegenstand freigelegt. Ein Freudenschrei entweicht ihm: In dem Loch liegt eine Taucherbrille. Eine echte Taucherbrille. Sofort zieht er sich das Unterhemd über den Kopf und legt den Bambusstock darauf. Dann packt er die Taucherbrille, taucht sie ins Wasser und wäscht den Sand von seinem Fund. Glänzende Tropfen perlen von der Brille ab und lassen noch kleinere Tropfen auf dem schwarzen Plastik zurück. Er presst die Brille aufs Gesicht, zieht das Gummiband über den Kopf und zurrt die Riemen an den Seiten fest.

Augenblicke später bestaunt Julito seine Korallenfreunde. Zum ersten Mal in seinem Leben sieht er sie in ihrer ganzen Pracht. Er schwimmt zu jeder einzelnen Koralle, blubbert ihre Namen und schenkt ihnen ein Lächeln. Die Taucherbrille hält dicht, kein einziger Tropfen dringt ins Innere, und doch hat er feuchte Augen. Immer wieder taucht er auf, hebt den Kopf aus dem Wasser, um zügig aus- und gleich wieder einzuatmen. Nie wieder wird er die Brille ablegen oder aus dem Wasser steigen. Er entdeckt die Fische, die eben noch über das Bananenstück hergefallen sind. Verspielte Paare, grimmige Einzelgänger und in Formation dahinziehende Schwärme in allen Farben, Formen und Größen kreisen um ihn herum. Überall sind sie nun, tauchen vor, neben und unter ihm auf. Julito streckt die Arme nach ihnen aus, nie aber gelingt es ihm, einen Fisch zu berühren. Stets sind sie flinker als er. Nur eine Handvoll schwarzweiß gestreifter Fische wagt sich jetzt an ihn heran, zwickt ihn wieder und wieder in die Zehen. Er taucht auf, füllt seine Lungen mit Luft und macht sich bereit, den Zehenbeißern nachzujagen. Voller Vorfreude blickt er ins Wasser hinab.
Doch unter ihm ist nichts außer dem dunklen, unendlichen Blau.
Er ist allein. Julitos Blickfeld verengt sich. Sein Brustkorb zieht sich zusammen; Luftblasen perlen nach oben. Das Schwebegefühl weicht einem Zerren. Er schwebt über einem Abgrund, der darauf wartet, seinen Körper in die bodenlose Tiefe zu ziehen. Sonnenstrahlen schlagen wie Blitze auf die Wasseroberfläche, entfachen ein Gewitter unter Tage und verschwinden im Rachen der Finsternis. Ein Schatten zieht unter ihm hindurch. Julito durchbricht die Wasseroberfläche, wirft den Kopf in den Nacken, saugt gierig Luft ein. Wild schlägt er um sich, strampelt mit den Beinen, sinkt wieder unter Wasser. Mit Armen und Beinen rudernd, kämpft er sich nach oben. Der Strand zeichnet sich blass am Horizont ab, winzig, zu einer dünnen Linie geschrumpft. Das Knattern eines Motors dringt in seine Ohren. Er dreht sich um.
„Hier!“, schreit ein Mann auf einem Boot. Im nächsten Moment knallt ein rotweiß gestreifter Ring auf das Wasser. „Halt dich daran fest!“ Julito packt den Ring und umklammert ihn mit aller Kraft. Wellen schwappen über ihn herein. Seine Zähne klappern. Und obwohl sein Körper vor Angst zittert, blickt er durch das Loch in der Mitte des Rings: Dunkelheit. Im gleichen Moment packt ihn etwas an den Armen und zieht ihn aus dem Wasser.
„Willkommen an Bord“, sagt der Mann, der ihm den Ring zugeworfen hat, und lässt ihn auf den Boden plumpsen. „Bist wohl komplett verrückt, wie? Hättest ertrinken können!“ Der Mann hält sich ein Nasenloch zu und rotzt über die Reling. „Kannst echt froh sein, dass wir dich gesehen haben.“
Julito sitzt knöcheltief in rotem Wasser. Vom Dach über dem Steuerhaus hängen engmaschige Netze und fingerdicke Metallhaken herunter. Es riecht nach altem Fisch, Salz und Motoröl. Mit wackeligen Bewegungen richtet Julito sich auf.
„Bist der zweitgrößte Fang, den wir heute gemacht haben.“ Der Mann lacht auf und reißt ihm die Taucherbrille vom Kopf. Julito fährt herum. Vor ihm liegt ein Fisch. Ein Riese. „Walhai“, sagt der Mann. „Sieben Meter. Fängt man nicht jeden Tag, kannst du mir glauben!“
Zaghaft berührt Julito die blaue Haut des Fischs. Mit zittrigen Fingern fährt er über die weißen Punkte, blickt in die leblosen, schwarzen Augen. Dann heult plötzlich der Motor auf, brummt, reißt Julito aus seinen Gedanken. Das Boot vibriert. Der Mann watet durch das rote Wasser und kämpft sich zum Heck vor, stützt sich immer wieder an dem Walhai ab. „Verdammt!“, flucht er und stellt den Motor ab. Das Brummen stoppt. Der Mann zückt ein Messer und beugt sich über das Heck. Nach und nach schneidet er blaue Stofffetzen mit weißen Punkten von der Schiffsschraube und wirft sie ins Boot. Die Punkte färben sich augenblicklich rot.
 
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Hola @sevas,

Dein Profil hat mich angesprochen, auch neugierig gemacht. Allerdings muss ich nicht lange lesen, um Dich der Tiefstapelei zu bezichtigen:
sevas: schrieb:
Ich taste mich derzeit an die Grundlagen und Techniken des 'Kreativen Schreibens' heran und brüte über den ersten Texten.
Ja, aber hallo! Und wer hat diesen Deinen Text geschrieben? Deine ‚ersten Texte’ sind sicherlich schon vergilbt.
Die tags finde ich klug gewählt, so bleibt Dir massig Spielraum und keiner kann sagen: Nee, das kann nich.
Trotzdem kommen mir hier Bedenken:
Er liebt die Korallen, ... ... flüstert ihnen Geheimnisse zu.
Das ist vielleicht ein bisschen schablonenhaft; Geheimnisse flüstern ‚in der Regel’ Figuren mit Lebenserfahrung, besonders solche, die kauzig, eben anders als andere sind – aber der Knabe Julito?
Doppelt so groß wie er selbst, muss der Mann sein.
kein Komma

Auf der Glatze des Riesen glänzen die ersten Sonnenstrahlen des Tages.
Vorher lese ich:
... das Wasser liegt träge vor ihm, spiegelt die Farben des frühen Vormittags

Wasserringe bilden sich um das Fressgelage, dehnen sich immer weiter aus, überziehen einander. Unzählige Luftblasen steigen hoch und platzen an der Oberfläche.
Nicht schlecht für einen Anfänger :D ! Mir gefällt es – nur der nächste Satz ist merkwürdig:
Das Wasser raschelt.
Kenne nur Papiergeraschel.
Nur seine eigenen Fußabdrücke werfen lange Schatten auf den goldgelben Sand.
Möchte kein pingeliger Leser sein, aber dass Fußabdrücke Schatten, besonders ‚lange Schatten’ werfen, ist mir neu.
Rückenfloße
Wellen schwappen über ihn herein.
Wo oder wie ‚herein’?
»Bist der zweitgrößte Fang, den wir heute gemacht haben«. Der Mann grölt und reißt ihm die Taucherbrille vom Kopf.
Gelungen!

Schöne, fantasievolle Geschichte. Mit einem roten Faden aus Punkten:

Der Fremde trägt ein blaues T-Shirt mit weißen Punkten drauf.

... beginnt damit, die Konturen des Fischs mit den Fingern nachzuzeichnen. Was wohl die Punkte zu bedeuten haben?

Zwischen seinen Füßen treibt ein blaues T-Shirt mit roten Punkten.


Mir hat Deine Geschichte sehr gut gefallen. Das mit der Tiefstapelei hab ich ja schon gesagt.

Prima Einstand – herzlich willkommen an Bord!
José
 
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Hola @josefelipe,

vielen herzlichen Dank für dein Feedback, ich habe mich sehr darüber gefreut.

Dein Profil hat mich angesprochen, auch neugierig gemacht. Allerdings muss ich nicht lange lesen, um Dich der Tiefstapelei zu bezichtigen:
Ich taste mich derzeit an die Grundlagen und Techniken des 'Kreativen Schreibens' heran und brüte über den ersten Texten.
Ja, aber hallo! Und wer hat diesen Deinen Text geschrieben? Deine ‚ersten Texte’ sind sicherlich schon vergilbt.
Ich habe soeben „ersten Texte“ durch „ersten Kurzgeschichten“ ersetzt. Tiefstapelei war nicht mein Ziel. Ich habe einen Grundlagenkurs absolviert, nehme derzeit an einem Schreibkurs teil und kann elf Szenen in meiner Schreibmappe vorweisen. Bei „Der Walhai“ handelt es sich aber tatsächlich um die erste komplette Geschichte mit Anfang, Mittelteil und Ende (wobei mir das Ende am meisten Schwierigkeiten bereitet hat). Apropos Ende: Heute Abend habe ich zum ersten Mal das Wörtchen „Ende“ unter einen Text gesetzt (fand‘s aber übertrieben und hab‘s gleich wieder gelöscht). Und ich war echt nervös, als ich den Text hier eingestellt hatte :sconf:

Die tags finde ich klug gewählt, so bleibt Dir massig Spielraum und keiner kann sagen: Nee, das kann nich.
Erwischt ;) Da habe ich mir in der Tat sehr viel Spielraum gewährt.

Trotzdem kommen mir hier Bedenken:
Er liebt die Korallen, ... ... flüstert ihnen Geheimnisse zu.
Das ist vielleicht ein bisschen schablonenhaft; Geheimnisse flüstern ‚in der Regel’ Figuren mit Lebenserfahrung, besonders solche, die kauzig, eben anders als andere sind – aber der Knabe Julito?
Das hat was … Da werde ich mir eine Alternative überlegen. "Sorgen" können es aber auch nicht sein. Ich werde mir da etwas einfallen lassen, danke für den Hinweis!

Doppelt so groß wie er selbst, muss der Mann sein.
kein Komma
Das Komma kommt weg, danke dir.

Auf der Glatze des Riesen glänzen die ersten Sonnenstrahlen des Tages.
Vorher lese ich:
... das Wasser liegt träge vor ihm, spiegelt die Farben des frühen Vormittags
Ups, das ergibt tatsächlich keinen Sinn. Statt "frühen Vormittags" hatte ich zuerst "frühen Morgenhimmels" geschrieben, da hätte es wohl noch gepasst. Wird überarbeitet.

nur der nächste Satz ist merkwürdig:
Das Wasser raschelt.
Kenne nur Papiergeraschel.
Lange habe ich mir überlegt, ob ich das so schreiben soll. Ich fand's irgendwie witzig. Aber es stimmt, man gerät ins Stocken. Ich werde versuchen, ein treffenderes Verb zu finden.

Nur seine eigenen Fußabdrücke werfen lange Schatten auf den goldgelben Sand.
Möchte kein pingeliger Leser sein, aber dass Fußabdrücke Schatten, besonders ‚lange Schatten’ werfen, ist mir neu.
Meine Idee war es, dass Julito um sich blickt und nur die eigenen Fußabdrücke im Sand sieht. Da bleiben ja immer Vertiefungen und darum herum kleine Erhebungen stehen. Und die Strahlen der aufgehenden Sonne werfen dann Schatten an diesen Stellen (und da die Sonne noch tief steht, sind die Schatten entsprechend länger). Vielleicht stelle ich mir das zu einfach vor?

Ich habe das Wort eben nachgeschlagen, finde aber nur die Schreibweise mit Doppel-S.

Wellen schwappen über ihn herein.
Wo oder wie ‚herein’?
Der Duden schreibt hierzu "sich schwappend in, über etwas ergießen". Dieses Bild wollte ich erzeugen. Liest aber wohl etwas sperrig oder unglücklich? Ich werde mir diese Stelle nochmals vornehmen.

Schöne, fantasievolle Geschichte. Mit einem roten Faden aus Punkten:
Das freut mich. Ich war mir echt nicht sicher, ob die Punkte u.U. zu viel des Guten sein könnten.

Mir hat Deine Geschichte sehr gut gefallen. Das mit der Tiefstapelei hab ich ja schon gesagt.
Bitte entschuldige, ich wollte kein falsches Bild von mir zeichnen.

Prima Einstand – herzlich willkommen an Bord!
Aye, capitán! Ich freue mich, mit den Wortkriegern in See zu stechen.

Nochmals vielen herzlichen Dank für die Lektüre und Analyse des Texts. Ich habe deine Kurzgeschichte "Ein herrlicher Marlin" bereits gelesen und mich gefreut, einen weiteren Text mit dem (Sub-)Thema "Meer" vorzufinden. Feedback bzw. Kommentare folgen.

Ich wünsche dir einen wunderbaren Abend.

Liebe Grüße,

sevas
 
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Hola @sevas und Frohe Ostern!

Da Wortkrieger auch an Feiertagen nicht ohne ihr geliebtes Forum auskommen können, noch Kleinstkram:
José: schrieb:
Allerdings muss ich nicht lange lesen, um Dich der Tiefstapelei zu bezichtigen: ...
... habe ich Dir geschrieben – Deine Antwort darauf schien mir etwas bierernst (Pardon):
Tiefstapelei war nicht mein Ziel.
Bitte entschuldige, ich wollte kein falsches Bild von mir zeichnen.

Sei versichert, das war als Scherz gemeint. Bin kein Bezichtiger:).

sevas: schrieb:
Wellen schwappen über ihn herein.
José: schrieb:
Wo oder wie ‚herein’?
sevas: schrieb:
Der Duden schreibt hierzu "sich schwappend in, über etwas ergießen".
Warum nicht ‚schwappten über ihn’?

Rückenfloße
sevas: schrieb:
Ich habe das Wort eben nachgeschlagen, finde aber nur die Schreibweise mit Doppel-S.
Du sagst es – Doppel-S wäre richtig. Doch im Text steht Rückenflosse mit ß.

Das war’s schon. Schöne Feiertage!
José

off topic
Zum Thema Corona:
Eine Freundin schreibt mir gerade: "Mir wurde gesagt, Gesichtsmaske und Handschuhe reichten beim Einkaufen - aber alle anderen hatten auch noch Schuhe, Hosen und Pullover an."
 
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Buenos días @josefelipe,

ich wünsche dir ebenfalls ganz frohe Ostern!

Da Wortkrieger auch an Feiertagen nicht ohne ihr geliebtes Forum auskommen können, noch Kleinstkram:
Der Suchtfaktor ist in der Tat ziemlich hoch … Auch ich verspüre bereits dann und wann Entzugserscheinungen und klicke jedes Mal gespannt auf den "Was ist neu"-Button :)

Allerdings muss ich nicht lange lesen, um Dich der Tiefstapelei zu bezichtigen: ...
... habe ich Dir geschrieben – Deine Antwort darauf schien mir etwas bierernst (Pardon):
Haha, ja, da ist gestern wohl etwas mit mir durchgegangen. Wie gesagt, ich war ziemlich nervös und gespannt auf den ersten Kommentar, und habe ich mir den Scherz dann zu sehr zu Herzen genommen :sealed:

Sei versichert, das war als Scherz gemeint. Bin kein Bezichtiger:).
Alles gut :thumbsup:

Wellen schwappen über ihn herein.
Wo oder wie ‚herein’?
Der Duden schreibt hierzu "sich schwappend in, über etwas ergießen".
Warum nicht ‚schwappten über ihn’?
Ich finde, dass das "herein" irgendwie noch einen Tick bedrohlicher wirkt, werde es mir aber nochmals durch den Kopf gehen lassen.

Rückenfloße
Ich habe das Wort eben nachgeschlagen, finde aber nur die Schreibweise mit Doppel-S.
Du sagst es – Doppel-S wäre richtig. Doch im Text steht Rückenflosse mit ß.
Ach herrje … Peinlich. Nevermind :sealed:

Das war’s schon. Schöne Feiertage!
Die wünsche ich dir ebenfalls lieber José!

off topic
Zum Thema Corona:
Eine Freundin schreibt mir gerade: "Mir wurde gesagt, Gesichtsmaske und Handschuhe reichten beim Einkaufen - aber alle anderen hatten auch noch Schuhe, Hosen und Pullover an."
Haha :D Herrlich … Das probiere ich heute auch gleich mal aus ;)

Zuerst gehe ich jetzt aber auf Marlin-Fang und freue mich auf das zweite Durchlesen (und Kommentieren) deiner Geschichte.

Herzliche Grüße,

sevas

PS: Klingt der Name "Julito" für dich eher spanisch (also wie Chulito) oder doch eher englisch (also wie Tschulito)?
 

AWM

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Hallo @sevas
Auch mich hätte es gewundert, wenn das dein erster Text gewesen wäre. Dazu ist er zu gut. Auch wenn ich ihn ehrlich gesagt nicht komplett verstanden habe und mir die Verortung deines Protas schwerfällt. Hier meine Anmerkungen:
das Wasser liegt träge vor ihm, spiegelt die Farben der Dämmerung und am Horizont macht er die Silhouetten der Fischerboote aus.
Würde ich konkreter werden und schreiben, was das für Farben sind.
Sein Blick wandert zu den Korallen hinab. Direkt vor ihm erwachen sie aus ihrem Schlaf und heißen ihn willkommen. In sämtlichen Farben leuchten sie ihn an.
Ich habe ein Problem mit deiner Geschichte und das liegt vielleicht an mir. Aber für mich ist der Protagonist jetzt gerade am Meeresufer, wo die Wellen so ganz seicht auslaufen. Und in deiner Geschichte ist es so, als wäre es da sofort tief und man kann Korallen sehen und Fische fangen. Dann fischt er und ich stelle mir vor, er steht bis zu den Waden im Wasser, aber du schreibst er steht im Sand. Ich kann mir das nicht vorstellen, wie das am Meer gehen soll, mit einem Stock zu fischen, bei einem Sandstrand und dabei nicht ins Wasser zu gehen. Bei so einer Felsenküste wäre es etwas anderes.
Winzige Fetzen lösen sich von dem Bissen und schweben tanzend zum Grund hinab. Nach wenigen Augenblicken wagen sich die ersten Fische aus ihren Verstecken und schnappen nach den weißen Teilchen. Julito lächelt. Alle sind sie da.
Schweben wäre für mich, wenn was unbeweglich schwebt. Hier fände ich sinken tanzend besser.
„Reiskuchen mögen sie ganz besonders“, ertönt es hinter ihm.
Julito fährt herum.
würde "ertönt es hinter ihm" streichen. Das hast du ja in der Bewegung von Julito.
Der Fremde trägt ein blaues T-Shirt mit weißen Punkten drauf sowie eine verwaschene, löchrige Jeans.
persönlich finde ich sowie unschön und würde einfach und schreiben.
Auf der Glatze des Riesen glänzen die ersten Sonnenstrahlen des Tages.
Das stimmt ja eigentlich nicht. Es sind nicht die Sonnenstrahlen, die glänzen, sondern die Haut der Glatze wegen den Sonnenstrahlen. Nicht dass du es so fomulieren sollst, aber ich denke, du weißt was ich meine.
Auf der Glatze des Riesen glänzen die ersten Sonnenstrahlen des Tages.
Ich habe mich hier gewundert, weil ich dachte, wir wären beim Abend. Du schreibst am Anfang Dämmerung. Klar, gibt es auch eine Morgendämmerung, aber ich assoziiere das eher mit dem Abend und ich denke es wäre nicht schlecht, wenn du Morgendämmerung schreiben würdest.
Und tatsächlich: Die Fische flitzen nach oben! Einer nach dem anderen, von allen Seiten, kommen sie angeschwommen und machen sich über das Bananenstück her.
Würde das "und tatsächlich" streichen. Ebenso das Rufzeichen.
Die Fische haben alles aufgefressen.“
Finde nicht, dass es das braucht. Das ergibt sich aus dem Satz davor. Ich würde nicht so reden. Beide haben es mitbekommen, dass die Fische das erste Stück gefressen haben.
mit einem Lächeln auf dem breiten Mund und
würde ich streichen.
Er tastet die Punkte einzeln ab, drückt jeden davon tiefer in den Sand.
Fand ich schön
Er tastet die Punkte einzeln ab, drückt jeden davon tiefer in den Sand. Seine Finger gleiten weiter, die Rückenflosse hoch und runter bis hin zum flachen Kopf.
gleiten weiter" finde ich hier unpassend, weil sie davor ja nicht geglitten sind, sondern gedrückt haben.
Schon immer wollte er so eine haben, und jetzt liegt eine vor ihm, hier, im Sand!
FInde den Satz überflüssig. Das ist übererklärend. Finde du hast das gut ausgedrückt mit "eine echte Taucherbrille", dass das was ganz Besonderes für ihn ist.
Wie wunderschön sie alle sind!
Würde ich auch streichen. Das zeigst du den Lesern ja.
Hätte er doch bloß auch einen Schnorchel gefunden, denkt Julito bei sich. Doch das stört ihn nicht weiter, er ist viel zu sehr damit beschäftigt, neue Freundschaften zu schließen.
Ich finde das überflüssig. Der Prota hat sich so gefreut und da würde er nicht daran denken, dass er noch mehr Glück haben will. Zumindest bei dem Bild, das ich von ihm habe.
Noch schöner und bunter als die Korallen sind sie.
Finde ich überflüssig.
Julito schlägt um sich, strampelt mit den Beinen, sinkt wieder unter Wasser. Er schwebt über einem Abgrund, der darauf wartet, seinen Körper in die Tiefe zu ziehen.
Der erste Satz beißt sich mit dem zweiten. Er bewegt sich viel und gleichzeitg schwebt er.

Gruß!
AWM
 
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04.04.2020
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Lieber @AWM,

ich danke dir ganz herzlich für die Mühe und die Zeit, die du in die Analyse meines Texts investiert hast. Deine Anmerkungen sind klasse und ich habe alles, was sich sofort umsetzen ließ, eingearbeitet und auch Streichungen an den von dir vorgeschlagenen Stellen vorgenommen. Das waren wertvolle und lehrreiche Inputs, vielen lieben Dank dafür. Gerne gehe ich noch auf die einzelnen Punkte ein:

Auch mich hätte es gewundert, wenn das dein erster Text gewesen wäre.
Haha, ja, da habe ich für ein wenig Verwirrung gesorgt mit den "ersten Texten". Ich hab's korrigiert und "Der Walhai" ist jetzt meine erste Kurzgeschichte, nicht mein erster Text.

Auch wenn ich ihn ehrlich gesagt nicht komplett verstanden habe und mir die Verortung deines Protas schwerfällt.
Irgendwo im Forum habe ich gelesen, dass der Autor den eigenen Text nicht interpretieren oder – besser gesagt – erklären sollte. Ich versuche dem Drang, diese Regel zu brechen, vorerst zu widerstehen :) Dein Hinweis ist auf jeden Fall sehr wertvoll für mich, ich werde mir überlegen, wie ich die unausgesprochenen Dinge noch "klarer" einarbeiten kann. Zur Verortung kann ich Folgendes sagen: Die Idee zur Geschichte kam mir im Januar auf den Philippinen. Julito (ausgesprochen wie Tschulito) war unser Fahrer und ein wunderbarer Mensch. Er machte uns mit den lokalen Spezialitäten vertraut, hielt mitten auf den Straßen an, um uns bei den Straßenhändlern Coconut Pies und Reiskuchen zu kaufen ;) "Everybody loves them", meinte er. Das war das erste mehrerer Erlebnisse, die zu dieser Geschichte geführt haben.

das Wasser liegt träge vor ihm, spiegelt die Farben der Dämmerung und am Horizont macht er die Silhouetten der Fischerboote aus.
Würde ich konkreter werden und schreiben, was das für Farben sind.
Ich habe mal versucht, ein wenig Farbe reinzubringen.

Sein Blick wandert zu den Korallen hinab. Direkt vor ihm erwachen sie aus ihrem Schlaf und heißen ihn willkommen. In sämtlichen Farben leuchten sie ihn an.
Ich habe ein Problem mit deiner Geschichte und das liegt vielleicht an mir. Aber für mich ist der Protagonist jetzt gerade am Meeresufer, wo die Wellen so ganz seicht auslaufen. Und in deiner Geschichte ist es so, als wäre es da sofort tief und man kann Korallen sehen und Fische fangen. Dann fischt er und ich stelle mir vor, er steht bis zu den Waden im Wasser, aber du schreibst er steht im Sand. Ich kann mir das nicht vorstellen, wie das am Meer gehen soll, mit einem Stock zu fischen, bei einem Sandstrand und dabei nicht ins Wasser zu gehen. Bei so einer Felsenküste wäre es etwas anderes.
Nein nein, da hast du schon recht. Das passt noch nicht so ganz. Es gab dort Strände, an denen man die Korallen schon vom Ufer aus sehen konnte (die meisten davon leider von Schnorchlern kaputtgetreten), aber dass man hierzu zumindest ein paar Schritte ins Wasser gehen muss, ist absolut richtig. Da muss ich nochmals ran … Die Felsenküste möchte ich natürlich umgehen, ansonsten habe ich dann Schwierigkeiten mit der Zeichnung im Sand :D Ah, und Julito füttert die Fische übrigens nur, weil sie ihm so gefallen, nicht, um sie aus dem Wasser zu ziehen. Vielleicht muss ich diesen Umstand auch noch treffender umschreiben …

Winzige Fetzen lösen sich von dem Bissen und schweben tanzend zum Grund hinab. Nach wenigen Augenblicken wagen sich die ersten Fische aus ihren Verstecken und schnappen nach den weißen Teilchen. Julito lächelt. Alle sind sie da.
Schweben wäre für mich, wenn was unbeweglich schwebt. Hier fände ich sinken tanzend besser.
Viel besser, habe ich eins zu eins so übernommen. Danke!

„Reiskuchen mögen sie ganz besonders“, ertönt es hinter ihm.
Julito fährt herum.
würde "ertönt es hinter ihm" streichen. Das hast du ja in der Bewegung von Julito.
Auch hier (und ein super Hinweis darauf, dass die nachfolgende Bewegung den "Job" erledigt).

Der Fremde trägt ein blaues T-Shirt mit weißen Punkten drauf sowie eine verwaschene, löchrige Jeans.
persönlich finde ich sowie unschön und würde einfach und schreiben.
Stimmt, das "und" liest sich einiges besser und angenehmer. Ist angepasst.

Auf der Glatze des Riesen glänzen die ersten Sonnenstrahlen des Tages.
Das stimmt ja eigentlich nicht. Es sind nicht die Sonnenstrahlen, die glänzen, sondern die Haut der Glatze wegen den Sonnenstrahlen. Nicht dass du es so fomulieren sollst, aber ich denke, du weißt was ich meine.
Absolut richtig. Ich habe den Satz gestrichen und die ersten Sonnenstrahlen weiter unten eingebaut. Eine Glatze ist ja auch nichts Außergewöhnliches, immerhin beginne ich den nächsten Satz mit "Am meisten erstaunte Julito jedoch …".

Auf der Glatze des Riesen glänzen die ersten Sonnenstrahlen des Tages.
Ich habe mich hier gewundert, weil ich dachte, wir wären beim Abend. Du schreibst am Anfang Dämmerung. Klar, gibt es auch eine Morgendämmerung, aber ich assoziiere das eher mit dem Abend und ich denke es wäre nicht schlecht, wenn du Morgendämmerung schreiben würdest.
Auch diesen Vorschlag habe ich eins zu eins übernommen, vielen Dank!

Und tatsächlich: Die Fische flitzen nach oben! Einer nach dem anderen, von allen Seiten, kommen sie angeschwommen und machen sich über das Bananenstück her.
Würde das "und tatsächlich" streichen. Ebenso das Rufzeichen.
Ich fange an, mich zu wiederholen :) Auch hier gilt: eins zu eins übernommen :thumbsup:

Die Fische haben alles aufgefressen.“
Finde nicht, dass es das braucht. Das ergibt sich aus dem Satz davor. Ich würde nicht so reden. Beide haben es mitbekommen, dass die Fische das erste Stück gefressen haben.
Same here. Die Wiederholung braucht's wirklich nicht.

mit einem Lächeln auf dem breiten Mund und
würde ich streichen.
Hat nie existiert ;)

Er tastet die Punkte einzeln ab, drückt jeden davon tiefer in den Sand.
Fand ich schön
Super, das freut mich!

Er tastet die Punkte einzeln ab, drückt jeden davon tiefer in den Sand. Seine Finger gleiten weiter, die Rückenflosse hoch und runter bis hin zum flachen Kopf.
gleiten weiter" finde ich hier unpassend, weil sie davor ja nicht geglitten sind, sondern gedrückt haben.
Stimmt, das ergab so keinen Sinn. Ich habe diese Stelle jetzt umformuliert und hoffe, dass die Abfolge jetzt logischer ist.

Schon immer wollte er so eine haben, und jetzt liegt eine vor ihm, hier, im Sand!
FInde den Satz überflüssig. Das ist übererklärend. Finde du hast das gut ausgedrückt mit "eine echte Taucherbrille", dass das was ganz Besonderes für ihn ist.
Ja, da wollte ich in der Tat zu viel erklären. Ist raus.

Wie wunderschön sie alle sind!
Würde ich auch streichen. Das zeigst du den Lesern ja.
Auch hier stimme ich dir zu und habe die entsprechende Stelle gestrichen.

Hätte er doch bloß auch einen Schnorchel gefunden, denkt Julito bei sich. Doch das stört ihn nicht weiter, er ist viel zu sehr damit beschäftigt, neue Freundschaften zu schließen.
Ich finde das überflüssig. Der Prota hat sich so gefreut und da würde er nicht daran denken, dass er noch mehr Glück haben will. Zumindest bei dem Bild, das ich von ihm habe.
Dito.

Noch schöner und bunter als die Korallen sind sie.
Finde ich überflüssig.
Und noch ein letztes Mal: Völlig korrekt, das braucht's nicht :thumbsup:

Julito schlägt um sich, strampelt mit den Beinen, sinkt wieder unter Wasser. Er schwebt über einem Abgrund, der darauf wartet, seinen Körper in die Tiefe zu ziehen.
Der erste Satz beißt sich mit dem zweiten. Er bewegt sich viel und gleichzeitg schwebt er.
Ups, ja, das Bild stimmt so überhaupt nicht. Ich habe den ganzen Teil ein wenig umstrukturiert in der Hoffnung, dass die Geschehnisse jetzt realistischer daherkommen.

Lieber @AWM, ich bedanke mich einmal mehr für deine wertvollen Hinweise und freue mich schon, bald wieder etwas aus deiner Feder lesen zu dürfen (der Herostratos klingt jetzt noch nach).

Herzliche Grüße,

sevas
 
Wortkrieger-Globals
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Hey @sevas,

was mir an diesem Text ausgesprochen gut gefällt, ist die Atmosphäre. Ich habe stellenweise tatsächlich das Meer gerochen, mich in der Weite verloren und den Sand an meinen Füßen gespürt. War schön, so ein kleiner Ausflug ans Meer, gerade in dieser Zeit ;).

..., mit der linken umklammert er den Reiskuchen, den er am Abend zuvor vom Tisch stibitzt, eingewickelt und unter seinem Kissen versteckt hat.
sweet

Gute, treue Freunde sind sie ihm geworden. Er gibt ihnen Namen, besucht sie nach stürmischen Nächten, flüstert ihnen Geheimnisse zu.
Das auch.

Vor ihm steht ein Mann.
Ein Riese.
Und das auch.

Am meisten erstaunt Julito jedoch, dass der Mann von oben bis unten nass ist.
Mich aber auch! Okay, wir nähern uns dem Setsam-tag. Ich mag den ganz besonders gern.

Julito streift den Reiskuchen, der sich mit Wasser vollgesogen hat und unablässig tropft, vom Bambusstock und legt ihn neben sich in den Sand.
Das ist zwar ein nettes Detail, hat Dir aber die Satzmelodie kaputt. Ist zwar hübsch, aber auch entbehrlich. Jedenfalls für mein Empfinden.

Der Stock in Julitos Hand vibriert. Wasserringe bilden sich um das Fressgelage, dehnen sich immer weiter aus, überziehen einander. Unzählige Luftblasen steigen hoch und platzen an der Oberfläche.
Schön.

„Hier“, erwidert der Mann und drückt ihm die ganze Frucht in die Hand.
Will mir auch nicht so recht gefallen, kann Dir aber nicht genau sagen warum. Mein Bauch will sich da nicht weiter hinterfragen lassen. Ein: "Nimm alles." würde diese angehängt Erklärung überflüssig werden lassen.

Er ist allein.
Nur seine eigenen Fußabdrücke werfen nebelhafte Schatten auf den Sand.
...
Und dann sieht er es: Dort, wo der Fremde gestanden hat, ist ein Fisch in den nassen Sand gezeichnet.
Und jetzt kommt auch das Märchen zum Zug. Ich bin gespannt.

In dem Loch liegt eine Taucherbrille.
Wie nett von dem großen Fremden.

Er entdeckt die Fische, die eben noch über das Bananenstück hergefallen sind. Verspielte Paare, grimmige Einzelgänger und ...
Nice.

... nie aber gelingt es ihm, einen Fisch zu berühren. Stets sind sie flinker als er. Eine Handvoll schwarzweiß gestreifter Fische wagt sich jetzt an ihn heran, zwickt ihn wieder und wieder in die Zehen.
Ist jetzt aber irgendwie ein Widerspruch. Klar, er selbst berührt sie nicht, aber sie berühren ihn und in sofern berühren sie sich doch. Weiß nicht, wie ich das jetzt finde.

Er ist allein.
Schon wieder? Mal schauen, was sich diesmal verändert.

Julitos Blickfeld verengt sich. Sein Brustkorb zieht sich zusammen; Luftblasen perlen nach oben. Das Schwebegefühl weicht einem Zerren. Er schwebt über einem Abgrund, der darauf wartet, seinen Körper in die bodenlose Tiefe zu ziehen. Sonnenstrahlen schlagen wie Blitze auf die Wasseroberfläche, entfachen ein Gewitter unter Tage und verschwinden im Rachen der Finsternis.
Oh!

Donner und Grollen.
Ist mir zu dicke aufgetragen.

Wild schlägt er um sich, strampelt mit den Beinen, sinkt wieder unter Wasser. Mit Armen und Beinen rudernd, kämpft er sich nach oben.
Was denn da los bei ihm? Warum denn auf einmal?

Julito fährt herum.
Vor ihm liegt ein Fisch.
Ein Riese.
... Mit zittrigen Fingern fährt er über die weißen Punkte, blickt in die leblosen, schwarzen Augen.
:cry:

Zwischen seinen Füßen treibt ein blaues T-Shirt mit roten Punkten.
Hätte ich jetzt nicht gebraucht.

Hat mir gut gefallen, habe mich sehr wohl zwischen dienen Zeilen gefühlt. Und so traurig! Aber ja, Fischer fischen, so ist das nun mal.
Schöner Einstand. Bin sehr gespannt, wohin die Reise Dich mit dem Forum noch führt. Auf jeden Fall weiterschreiben!

Beste Grüße, Fliege
 
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Liebe @Fliege,

wie schön, dass du mich hier besuchst! Ich habe mich sehr gefreut, deinen Nick unter diesem Thread zu entdecken. Vielen herzlichen Dank für die lieben Kommentare und die wertvollen Inputs :thumbsup:

was mir an diesem Text ausgesprochen gut gefällt, ist die Atmosphäre. Ich habe stellenweise tatsächlich das Meer gerochen, mich in der Weite verloren und den Sand an meinen Füßen gespürt. War schön, so ein kleiner Ausflug ans Meer, gerade in dieser Zeit ;).
Stimmt, ist fast ein wenig gemein, in dieser Zeit solche Bilder zu erzeugen. Aber vielleicht braucht es sie jetzt mehr denn je? Ich freue mich sehr, dass du in die Atmosphäre eintauchen konntest.

..., mit der linken umklammert er den Reiskuchen, den er am Abend zuvor vom Tisch stibitzt, eingewickelt und unter seinem Kissen versteckt hat.
sweet
Der kleine Langfinger ;)

Gute, treue Freunde sind sie ihm geworden. Er gibt ihnen Namen, besucht sie nach stürmischen Nächten, flüstert ihnen Geheimnisse zu.
Das auch.
Ich mag die Stelle ebenfalls. Die Geheimnisse sind noch ein wenig umstritten, aber bis jetzt ist mir da nichts Besseres eingefallen …

Am meisten erstaunt Julito jedoch, dass der Mann von oben bis unten nass ist.
Mich aber auch! Okay, wir nähern uns dem Setsam-tag. Ich mag den ganz besonders gern.
Ich fand es spannend, die Geschichte ganz "normal" zu beginnen und das Seltsame/Märchenhafte erst nach und nach einzuführen. Aber ich gebe zu: Ohne die Tags wäre die Verwirrung bestimmt vorprogrammiert :)

Julito streift den Reiskuchen, der sich mit Wasser vollgesogen hat und unablässig tropft, vom Bambusstock und legt ihn neben sich in den Sand.
Das ist zwar ein nettes Detail, hat Dir aber die Satzmelodie kaputt. Ist zwar hübsch, aber auch entbehrlich. Jedenfalls für mein Empfinden.
Die Melodie leidet, da muss ich dir recht geben. Ich fand einfach das Bild witzig: Hier Julito, mit dem kleinen, tropfenden Reiskuchen, dort der nasse, ebenfalls tropfende Riese. Aber es ist schon so, der tropfende Reiskuchen ist eigentlich überflüssig, und die ich habe den Satz jetzt entschlackt. Danke für den Hinweis!

„Hier“, erwidert der Mann und drückt ihm die ganze Frucht in die Hand.
Will mir auch nicht so recht gefallen, kann Dir aber nicht genau sagen warum. Mein Bauch will sich da nicht weiter hinterfragen lassen. Ein: "Nimm alles." würde diese angehängt Erklärung überflüssig werden lassen.
Ich verstehe, was du meinst. Die Pranke des Riesen, die eine Banane in Julitos kleine Hand drückt … Ich werde mir diese Stelle nochmals anschauen :thumbsup:

Er ist allein.
Nur seine eigenen Fußabdrücke werfen nebelhafte Schatten auf den Sand.
...
Und dann sieht er es: Dort, wo der Fremde gestanden hat, ist ein Fisch in den nassen Sand gezeichnet.
Und jetzt kommt auch das Märchen zum Zug. Ich bin gespannt.
Ja, jetzt geht's los :) Ich hoffe bloß, dass die vergrabene Taucherbrille den Erwartungen plus/minus gerecht wird?

In dem Loch liegt eine Taucherbrille.
Wie nett von dem großen Fremden.
Ein durch und durch sanftmütiger Riese :)

... nie aber gelingt es ihm, einen Fisch zu berühren. Stets sind sie flinker als er. Eine Handvoll schwarzweiß gestreifter Fische wagt sich jetzt an ihn heran, zwickt ihn wieder und wieder in die Zehen.
Ist jetzt aber irgendwie ein Widerspruch. Klar, er selbst berührt sie nicht, aber sie berühren ihn und in sofern berühren sie sich doch. Weiß nicht, wie ich das jetzt finde.
Hmm, das hat was. Vielleicht würde es mehr Sinn ergeben, wenn ich den dritten Satz mit einem "Nur" beginne?

"... nie aber gelingt es ihm, einen Fisch zu berühren. Stets sind sie flinker als er. Nur eine Handvoll schwarzweiß gestreifter Fische wagt sich jetzt an ihn heran, zwickt ihn wieder und wieder in die Zehen."

Julitos Blickfeld verengt sich. Sein Brustkorb zieht sich zusammen; Luftblasen perlen nach oben. Das Schwebegefühl weicht einem Zerren. Er schwebt über einem Abgrund, der darauf wartet, seinen Körper in die bodenlose Tiefe zu ziehen. Sonnenstrahlen schlagen wie Blitze auf die Wasseroberfläche, entfachen ein Gewitter unter Tage und verschwinden im Rachen der Finsternis.
Oh!
Ich war mir lange nicht sicher, ob dieser Übergang etwas gar plötzlich geschieht. Aber ja, es sollte eben überraschend, unerwartet, angsteinflössend sein. Weiter unten schreibe ich hierzu noch etwas mehr.

Donner und Grollen.
Ist mir zu dicke aufgetragen.
In einer früheren Fassung hatte ich "Donner und Grollen" direkt vor dem Moment, in dem das Knattern des Motors in Julitos Ohren dringt. Das Lichtgewitter unter Wasser, dazu Donner und Grollen, die aber von dem herannahenden Motor stammten. War damals wohl schon übertrieben und jetzt, nach einigen Umstellungen, passt es noch weniger. Ich hab's jetzt gestrichen, danke für den Hinweis!

Wild schlägt er um sich, strampelt mit den Beinen, sinkt wieder unter Wasser. Mit Armen und Beinen rudernd, kämpft er sich nach oben.
Was denn da los bei ihm? Warum denn auf einmal?
Ein Anflug von Angst und Panik :) Ist ja doch das erste Mal, dass er quasi den Boden unter den Füßen verliert. Hier wollte ich mit der (allzu menschlichen) Angst vor der Tiefe des Meeres spielen. Ich sehe das auch bei mir: Wenn ich im Meer schwimme (oder schnorchle) und plötzlich den Boden nicht mehr sehe … Da stellt sich dann und wann ein mulmiges Gefühl ein. Beim Tauchen ist es anders, da fühle ich mich immer "sicher", aber wenn ich quasi "nackt" über einem Abgrund schwebe … Und das, obwohl ich das Meer wirklich liebe und ich weiß, dass diese Angst völlig irrational ist.

Julito fährt herum.
Vor ihm liegt ein Fisch.
Ein Riese.
... Mit zittrigen Fingern fährt er über die weißen Punkte, blickt in die leblosen, schwarzen Augen.
:cry:
Weiter oben im Thread habe ich mir vorgenommen, die Geschichte nicht selbst zu interpretieren oder zu erklären. Aber vielleicht ist ein Hinweis an dieser Stelle doch interessant für die zukünftigen Leser: Mit dieser Geschichte wollte ich eigentlich den Verlust der kindlichen "Magie" thematisieren. Wenn man noch ein Kind ist, ist irgendwie alles magisch. Man ist fasziniert, kann stundenlang Ameisenstraßen beobachten, im Sand spielen, Fischen hinterherjagen und sich an kleinen Dingen erfreuen. Die ganze Welt wartet darauf, entdeckt zu werden. Doch man wird älter und die Magie geht Stück um Stück verloren, man wird mit den unschönen Dingen im Leben konfrontiert. Man landet auf dem harten Boden der Tatsachen (oder plumpst auf das harte Deck des Fischerboots und die magische Taucherbrille wird vom Kopf gerissen ;) ). Die Welt kann gefährlich und brutal sein. Ameisenstraßen sind höchstens noch "nett", aber wann setzt man sich als Erwachsener noch hin und beobachtet die Tierchen bei ihrer faszinierenden Arbeit? Und der Riese/Walhai hat in der Geschichte die traurige Aufgabe, Julito die Augen zu öffnen. Und bevor ich mich jetzt um Kopf und Kragen schreibe: Diese Entwicklung wollte ich in dieser Geschichte aufzeigen. Und dazu anregen, die kindliche Magie nicht ganz zu verlieren, sich hinzusetzen und die Ameisen zu beobachten. Es lohnt sich nach wie vor. Ich weiß nicht, ob es mir gelungen ist, den Subtext wunschgemäß oder verständlich zwischen den Zeilen unterzubringen. Ich befürchte, dass nicht :) Aber Subtext ist ja auch ein schwieriges Thema und vielleicht gelingt es mir bei der nächsten Geschichte dann besser.

Zwischen seinen Füßen treibt ein blaues T-Shirt mit roten Punkten.
Hätte ich jetzt nicht gebraucht.
Mir gefällt das Bild … Und es schließt auch einen Kreis: Beim ersten Mal senkt Julito den Kopf und entdeckt die Zeichnung. Magie! Und jetzt, beim zweiten Mal, sieht er die "harte Realität". Aber doch mit einem Hauch Restmagie und wer weiß, was Julito daraus macht ;) Darum würde ich den Satz nur ungern streichen.

Hat mir gut gefallen, habe mich sehr wohl zwischen dienen Zeilen gefühlt. Und so traurig! Aber ja, Fischer fischen, so ist das nun mal.
Genau :)

Schöner Einstand. Bin sehr gespannt, wohin die Reise Dich mit dem Forum noch führt. Auf jeden Fall weiterschreiben!
Vielen herzlichen Dank liebste @Fliege für deine tollen und motivierenden Kommentare! Ich werde auf jeden Fall dranbleiben :thumbsup:

Man liest sich!

Herzliche Grüße

sevas
 
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Wortkrieger-Globals
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Hey sevas,

ich nochmal :)

Ein Anflug von Angst und Panik :) Ist ja doch das erste Mal, dass er quasi den Boden unter den Füßen verliert. Hier wollte ich mit der (allzu menschlichen) Angst vor der Tiefe des Meeres spielen.
Okay. Ja. Das kann natürlich passieren. Ist mir so aber nicht in den Sinn gekommen. Kann jetzt aber auch an mir liegen. Da wären andere Lesermeinungen interessant.

Aber vielleicht ist ein Hinweis an dieser Stelle doch interessant für die zukünftigen Leser: Mit dieser Geschichte wollte ich eigentlich den Verlust der kindlichen "Magie" thematisieren. Wenn man noch ein Kind ist, ist irgendwie alles magisch.
Oha. Ich hatte überlegt, ob es da irgendwo noch einen Subtext gibt. Irgendwie legt der Text den Verdacht ja nahe. Aber ich hätte alles und nix reininterpretieren können, will sagen, kein Ansatz ließ sich wirklich stringent am Text belegen. Damit wurde es für mich beliebig und na ja, das ist irgendwie nicht der Sinn. Deshalb habe ich auf einen Interpretationsansatz auch vollkommen verzichtet. Verlust der kindlichen "Magie" - tja, weiß nicht. Jetzt wo ich weiß, passt das natürlich irgendwie. Was mir nur nicht aufgeht, warum dein Prot. sie gerade in einem Moment höchster "Magie" verlieren soll. Klar, die Panikattacke, aber gerade ist er noch so voll damit und zack - zu Ende. Und da ich ja nicht mal die Panik als solche gelesen habe, ich war noch auf dem magischen Pfad und dachte, da zieht ihn was unter Wasser, nur eben diesmal nix schönes, sondern etwas Böses, nur was? Sprci, selbst den dunklen Moment habe ich der Magie zugesprochen. Und damit bin ich natürlich ganz weit ab von deinem Ansatz. Das mal als Feedback. Aber wie gesagt, ich bin nur eine Leserin mit einer Lesart, auch da wären andere Lesarten hilfreich.

Aber doch mit einem Hauch Restmagie und wer weiß, was Julito daraus macht ;)
Aber der Satz hilft Dir unter der neuen Erkenntnis ja noch weniger. Magie weg, Magie wieder da. Wenn Du Dich schon nicht entscheiden kannst, wie soll es dann der Leser tun :D

Hoffe ich konnte irgendwie deutlich machen, warum der Text auf mich so anders wirkte wie beabsichtigt.
Liebe Grüße, Fliege
 
Mitglied
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Liebe @Fliege,

ich nochmal :)
Wie schön! Danke, dass du noch einmal vorbeigeschaut hast :kuss:

Ein Anflug von Angst und Panik :) Ist ja doch das erste Mal, dass er quasi den Boden unter den Füßen verliert. Hier wollte ich mit der (allzu menschlichen) Angst vor der Tiefe des Meeres spielen.
Okay. Ja. Das kann natürlich passieren. Ist mir so aber nicht in den Sinn gekommen. Kann jetzt aber auch an mir liegen. Da wären andere Lesermeinungen interessant.
Vielen Dank für deine Einschätzung, diese Infos sind sehr wertvoll für mich. Hmm, ja, ein paar Extra-Eindrücke wären bestimmt nicht schlecht, aber ich werde mir ohnehin Gedanken machen, ob ich diese Stelle ausbauen und die Angst besser aufzeigen werde.

Aber vielleicht ist ein Hinweis an dieser Stelle doch interessant für die zukünftigen Leser: Mit dieser Geschichte wollte ich eigentlich den Verlust der kindlichen "Magie" thematisieren. Wenn man noch ein Kind ist, ist irgendwie alles magisch.
Oha. Ich hatte überlegt, ob es da irgendwo noch einen Subtext gibt. Irgendwie legt der Text den Verdacht ja nahe. Aber ich hätte alles und nix reininterpretieren können, will sagen, kein Ansatz ließ sich wirklich stringent am Text belegen. Damit wurde es für mich beliebig und na ja, das ist irgendwie nicht der Sinn. Deshalb habe ich auf einen Interpretationsansatz auch vollkommen verzichtet. Verlust der kindlichen "Magie" - tja, weiß nicht. Jetzt wo ich weiß, passt das natürlich irgendwie. Was mir nur nicht aufgeht, warum dein Prot. sie gerade in einem Moment höchster "Magie" verlieren soll. Klar, die Panikattacke, aber gerade ist er noch so voll damit und zack - zu Ende. Und da ich ja nicht mal die Panik als solche gelesen habe, ich war noch auf dem magischen Pfad und dachte, da zieht ihn was unter Wasser, nur eben diesmal nix schönes, sondern etwas Böses, nur was? Sprci, selbst den dunklen Moment habe ich der Magie zugesprochen. Und damit bin ich natürlich ganz weit ab von deinem Ansatz. Das mal als Feedback. Aber wie gesagt, ich bin nur eine Leserin mit einer Lesart, auch da wären andere Lesarten hilfreich.
Haha, ja, wahrscheinlich kann man die Geschichte auf viele Arten deuten … Von "WTF?" bis zum anderen Ende des Spektrums ;) In meinem Kopf hatte ich ein (mehr oder weniger) klares Bild vor Augen, aber ich sehe jetzt, wie schwierig es ist, so ein Bild auch tatsächlich zu vermitteln. Und ich sehe jetzt ebenfalls, dass ich nicht alles zu Ende gedacht habe. Das Entreißen der Magie auf deren Höhepunkt … Da hast du mir viele Inputs gegeben, über die ich in den kommenden Tagen nachdenken werde, vielen lieben Dank! :thumbsup:

Aber doch mit einem Hauch Restmagie und wer weiß, was Julito daraus macht ;)
Aber der Satz hilft Dir unter der neuen Erkenntnis ja noch weniger. Magie weg, Magie wieder da. Wenn Du Dich schon nicht entscheiden kannst, wie soll es dann der Leser tun :D
Stimmt, das ist nicht stringent … Ich habe den Schlusssatz jetzt mal durchgestrichen und rot eingefärbt (im Schreibprogramm) :D Und hoffe, dass mir eine gute und vor allem magiefreie Alternative einfallen wird.

Hoffe ich konnte irgendwie deutlich machen, warum der Text auf mich so anders wirkte wie beabsichtigt.
Das hast du auf jeden Fall und ich habe jetzt massig Anhaltspunkte, über die ich nachdenken kann. Vielen lieben Dank für den zweiten Besuch und das wertvolle Feedback liebe @Fliege!

Herzliche Grüße

sevas
 
Senior
Beitritt
01.05.2009
Beiträge
1.913
Hallo sevas,

herzlich willkommen hier! Haie und Oktopoden sind meine Lieblingsmeerestiere, was kann da schiefgehen? ;)
Mir gefällt deine kleine Geschichte gut, und ich denke, mit ein klein bisschen Übung könntest du wirklich richtig gute Texte schreiben (Übung betrifft mehr das Plotten und die Struktur, weniger deine Sprache / Stil und Charakterisierungen). Dein Stil passt sehr gut in ein modernes Märchen, das Ganze erinnert mich stark an den südamerikanischen Magischen Realismus (mit dem ich mich allerdings weitaus weniger auskenne als mit dem nordischen), und zwar durch die sehr dezente Melancholie und das harsche Ende. Nicht alle Märchen sind Moralparabeln und nicht alle haben ein Happy End - als Kind hab ich jedenfalls von Hans Falladas düster-grausamen Geschichten aus der Murkelei fast die Krise gekriegt. :D Von daher passt das alles schon recht gut.

Ich habe nur ein paar Komms überflogen, und beim Thema Phantastik im Alltag bzw. Nachvollziehbarkeit sehe ich absolut keine Probleme - vllt. hattest du seit Einstellen aber auch gefrickelt, ich kenne nur die aktuelle Version. Da kann ich nur raten, nix weiter zu erklären / aufzuklären, sonst zerstörst du die Atmosphäre und das gesamte Genre.

den er am Abend zuvor vom Tisch stibitzt
Schönes Wort, nicht so 08/15, aber auch nicht krampfhaft innovativ. Sowas macht viel aus.
Sein Blick wandert zu den Korallen hinab
Hier hab ich ein Problem: Selbst wenn das Meer unbewegt ist, spiegelt sich dort der Himmel oder wenn hügelig die Küste, aber wenn man auf fast gleicher Höhe mit dem Wasserspiegel ist, kann man keine Dinge unter Wasser erkennen, so die einem nicht direkt vor den Füßen liegen, und manchmal ist das selbst schwer. Ich hab (durch den Fehler des navigierenden Skippers *gn*) mal eine Klassikjacht beim Kreuzen auf Grund gesetzt, da lag das Riff eine Handbreit unter der Oberfläche und das war tatsächlich nur zu sehen, als wir direkt draufsaßen. Schon einen Meter weiter geschaut, konnten wir nicht mehr ausmachen, ob da Felsen oder tieferes Wasser war. Für deine Beschreibung brauchte man eine 90° Aufsicht von oben, was aus seiner Position unmöglich ist. Gibt es Korallen direkt am Ufer? Das kommt mir komisch vor.
Er gibt ihnen Namen, besucht sie nach stürmischen Nächten, flüstert ihnen Geheimnisse zu.
Niedlich, und gibt deinem Prot auch subtil eine Tiefe, die der Text gut gebrauchen kann. Zu der Diskussion mit Kindern & Geheimnissen: Das würde ich auf jeden Fall so lassen. Selbstverständlich haben Kinder Geheimnisse. Die können tragisch sein: mehr als die Hälfte aller Kinder erfahren sexuelle oder andere Gewalt in der Familie und / oder werden Zeuge häuslicher Gewalt, dann gibt es erstaunlich viele Kinder, die selbst Tiere quälen oder töten und das verschweigen, Kinder stehlen, zündeln oder werden in der Schule gemobbt / erpresst, wovon sie nichts erzählen 'dürfen' ... Anderseits können das Geheimnisse sein, die für Erwachsene lächerlich klingen, ein Versteck in der Natur oder im Haus, ein verbotener Ausflug, etwas Gefundenes, das für sie eine 'magische' Bedeutung hat etc. Das würde ich keinesfalls entschärfen, denn das genau macht deine Figur spannend. Wäre das mit den Geheimnissen nicht gekommen, hätte ich evt. rausgeclickt, weil sich kein Konflikt abzeichnete, sondern nur ein Kind am Strand beschrieben wurde, und das ist auch bei hübschen Beschreibungen nicht so arg interessant.
Julito fährt herum.
Vor ihm steht ein Mann.
Ein Riese.
Traust du deiner Schreibe nicht, dass du solche Zeilenumbrüche forcieren musst? Das wirkt unreif oder auch comic-artig auf mich. Wenn du meinst, da ist nicht genug Spannung oder Überraschung drin, solltest du eher was am Text machen. (Was ich nicht für nötig halte, übrigens.)
freigelegt.
Ein Freudenschrei entweicht ihm.
In dem Loch liegt eine Taucherbrille.
Eine echte Taucherbrille.
Dito
Zehenbeißern nachzujagen. Voller Vorfreude blickt er ins Wasser hinab.
Doch unter ihm ist nichts außer dem dunklen, unendlichen Blau.
Er ist allein.
Julitos Blickfeld verengt sich.
Dito
geschrumpft.
Das Knattern eines Motors dringt in seine Ohren.
Er dreht sich um.
Dito - Grad hier besonders unschön, da hier Tempo drin ist, was in der ruhigen Geschichte selten ist. Gerade da solltest du nicht den Lesefluß mit künstlichen Zeilenschaltungen verlangsamen.
„Bist der zweitgrößte Fang, den wir heute gemacht haben.“ Der Mann grölt und reißt ihm die Taucherbrille vom Kopf.
Julito fährt herum.
Vor ihm liegt ein Fisch.
Ein Riese.
„Walhai“, sagt der Mann
Ich sag mal nix ... :D
Das 'grölt' fand ich überzogen. Verstehe, was du ausdrücken willst, aber das passt eher zu einem besoffenen Fight in einer Kneipe, da findet sich sicher etwas, das eine laute, vllt. aggressive oder grobe Sprechweise besser beschreibt, ohne in den Slapstick zu kippen.

Das Ende hat mich absolut positiv überrscht. Der Junge und seine Korallen und Fische, diese 'magischen' Momente (oder Einbildung, gut, dass das so weit offen bleibt) sind ja durchaus sehr niedlich, und mit einem Happy End wäre mir der Kitschfaktor zu hoch gewesen. Super gelöst, echt ein Kompliment an dich. Wäre auch typisch für den Mag. Realismus, falls das überhaupt deine Intention war.

Zum Shirt: Ist klar, dass du das so brauchst. Könnte sich das eher an der Schwanzflosse verfangen haben? Der Riese hat sich ja schon im Wasser verwandelt, nicht erst im Boot. Die Sache mit der Kleidung ist oft ein Problem bei Werwolf-Filmen, da wird sich die Kleidung vom Leib gerissen und durch den Wald gerannt und plötzlich sind die als Mensch wieder angezogen. Warum hatte der Riese keine Zeit, sich auszuziehen, bevor er zurück ins Wasser ging? Wie oft am Tag verwandelt er sich, und wie viele Klamotten muss er kaufen, wenn die dann immer im Meer enden? Ich meine, das ließe sich mit einem kleinen Kniff schnell beheben.
Vllt. könnte der Fischer auch erwähnen, dass das ein Jungtier ist, ich hab mich nämlich irgendwann gefragt, wie groß das Boot ist, damit es einen Walhai aufnehmen kann. Meine Idee war eigentlich so ein Familienfischerboot, max. 20-25 m Länge, nix auf industriellem Level.
Toll übrigens die Sache mit den Punkten Hai / Shirt! Und das Gleiche auch bei der Sandszene, sowas sind tolle Ideen, die zeigen, dass du deine magische Welt im Griff hast, auch alles frisch und individuell.

Zu meiner Anregung oben: Selbst für einen kurzen Text und ein Märchen hast du recht wenig Plot. Dein Rückgrat ist die Begegnung, die in sich keine Handlung oder Konflikt beeinhaltet (?), sondern für den Dreh am Ende notwendig ist. Also ziemlich perfekt den Abschluß überlegt, aber dann ist der Text lediglich eine Hinführung darauf, so als aha-Effekt. Wenn du bei deinem näxten Text eine Prämisse überlegen würdest, ein Thema und nicht nur eine Charakterisierung, und ganz vor allem auch einen Konflikt, und dann so ein Ende nimmst, hättest du eine noch bessere Geschichte, die auch ohne den Abschluß einen Sinn hat. (Falls ich was überlesen / übersehen haben sollte, klär mich bitte auf!) Sowas wie hier funktioniert auch nur auf sehr knappen Raum, ich jedenfalls war kurz davor, rauszuclicken, als dann zum Glück der Junge ins Wasser 'gezogen' wurde, das machte wieder neugierig. Dann ist der Text aber schon fast vorbei. So lebt er nur über die 'Schönheit' deiner Landschaft und den niedlichen Jungen, den du sehr intensiv, sympathisch und nah beschreibst; und den kleinen (positiv) seltsamen Dialog.

Ich bin gespannt auf einen neuen Text, und finde auch klasse, dass du selbst hier kommentierst.
Sonnige Grüße, Katla
 
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Liebe @Katla,

ich danke dir ganz herzlich für deine äußerst hilfreichen und gleichzeitig motivierenden Kommentare. Da stecken so viele gute Sachen drin, dass ich gar nicht weiß, wo ich mit der Überarbeitung loslegen soll :) Ich schätze es wirklich sehr, dass du dir so viel Mühe gemacht und so viel Zeit für meinen Text genommen hast.

Am besten lege ich einfach direkt los:

herzlich willkommen hier!
Vielen lieben Dank! Ich bin echt froh, dass ich dieses tolle Forum gefunden habe. Schwer beeindruckt hat mich, dass wirklich jeder Text kommentiert wird, auch die von den Neulingen. Und oft sind es die "alten Hasen" des Forums, die sich zuerst zu Wort melden. Das ist alles andere als selbstverständlich.

Haie und Oktopoden sind meine Lieblingsmeerestiere, was kann da schiefgehen? ;)
Da haben wir wirklich etwas gemeinsam! ;) Ich habe mir natürlich auch dein Profil und einige Einträge angesehen (meine Neugier war geweckt) und dabei entdeckt, dass du segelst, ja sogar eine Matrosenausbildung durchlaufen hast. Wow! Ich hab ja nur den SBF See, am SKS bin ich noch dran … Aber ja, noch eine Gemeinsamkeit :)

Mir gefällt deine kleine Geschichte gut, und ich denke, mit ein klein bisschen Übung könntest du wirklich richtig gute Texte schreiben (Übung betrifft mehr das Plotten und die Struktur, weniger deine Sprache / Stil und Charakterisierungen).
Deine Worte motivieren ungemein, vielen herzlichen Dank dafür. Da braucht's auf jeden Fall noch viel Übung und ich werde die von dir angeführten Themen dabei besonders beachten. Den Konflikt habe ich tatsächlich sträflich vernachlässigt (hierzu weiter unten noch mehr).

Dein Stil passt sehr gut in ein modernes Märchen, das Ganze erinnert mich stark an den südamerikanischen Magischen Realismus (mit dem ich mich allerdings weitaus weniger auskenne als mit dem nordischen), und zwar durch die sehr dezente Melancholie und das harsche Ende.
Gerne würde ich behaupten, dass ich die Geschichte an den Magischen Realismus anlehnen wollte, aber das wäre gelogen ;) Etwaige Gemeinsamkeiten waren von mir nicht beabsichtigt … Ein Genre, in dem ich mich nicht auskenne, welches jetzt aber meine Neugier gewonnen hat :) Hundert Jahre Einsamkeit ist auf jeden Fall vorgemerkt :thumbsup:

als Kind hab ich jedenfalls von Hans Falladas düster-grausamen Geschichten aus der Murkelei fast die Krise gekriegt. :D
Auch dieses Werk kommt auf die Merkliste :thumbsup:

Ich habe nur ein paar Komms überflogen, und beim Thema Phantastik im Alltag bzw. Nachvollziehbarkeit sehe ich absolut keine Probleme - vllt. hattest du seit Einstellen aber auch gefrickelt, ich kenne nur die aktuelle Version. Da kann ich nur raten, nix weiter zu erklären / aufzuklären, sonst zerstörst du die Atmosphäre und das gesamte Genre.
Die Phantastik blieb, so meine ich, bislang mehr oder weniger unberührt. Von daher freue ich mich natürlich sehr, dass dir diese gefällt. Die Tags helfen mir hierbei sehr und wecken (hoffentlich) keine falschen Erwartungen.

den er am Abend zuvor vom Tisch stibitzt
Schönes Wort, nicht so 08/15, aber auch nicht krampfhaft innovativ. Sowas macht viel aus.
Super, das freut mich sehr :) Ich denke, ich hatte sie alle (stehlen, klauen, krallen, mopsen), aber stibitzen passt zu einem Jungen wie Julito einfach besonders gut. Zumal es sich auch nur um ein Stück Reiskuchen vom elterlichen Esstisch handelt ;)

Sein Blick wandert zu den Korallen hinab
Hier hab ich ein Problem: Selbst wenn das Meer unbewegt ist, spiegelt sich dort der Himmel oder wenn hügelig die Küste, aber wenn man auf fast gleicher Höhe mit dem Wasserspiegel ist, kann man keine Dinge unter Wasser erkennen, so die einem nicht direkt vor den Füßen liegen, und manchmal ist das selbst schwer. Ich hab (durch den Fehler des navigierenden Skippers *gn*) mal eine Klassikjacht beim Kreuzen auf Grund gesetzt, da lag das Riff eine Handbreit unter der Oberfläche und das war tatsächlich nur zu sehen, als wir direkt draufsaßen. Schon einen Meter weiter geschaut, konnten wir nicht mehr ausmachen, ob da Felsen oder tieferes Wasser war. Für deine Beschreibung brauchte man eine 90° Aufsicht von oben, was aus seiner Position unmöglich ist. Gibt es Korallen direkt am Ufer? Das kommt mir komisch vor.
Ja, da gebe ich dir voll und ganz recht. Das passt nicht. AWM hat die "schiefe" Situation weiter oben auch schon angesprochen. Diese Stelle werde ich mir nochmals vornehmen und Julito einige Schritte ins Wasser gehen lassen. Die Zeichnung im Sand kann ja dann am Strand auf ihn warten. Und der nasse Riese wirkt vielleicht noch merkwürdiger, wenn er plötzlich neben Julito im Wasser steht. Kurz zusammengezuckt bin ich bei deiner Anekdote mit der Jacht :eek: Oh je … Der Albtraum eines jeden Seglers :sconf: Konntet ihr da "gemütlich" den Motor anwerfen und wegtuckern oder sass die Jacht komplett fest? Gut auf jeden Fall, dass es die Schuld des Skippers war :D

Er gibt ihnen Namen, besucht sie nach stürmischen Nächten, flüstert ihnen Geheimnisse zu.
Niedlich, und gibt deinem Prot auch subtil eine Tiefe, die der Text gut gebrauchen kann. Zu der Diskussion mit Kindern & Geheimnissen: Das würde ich auf jeden Fall so lassen. Selbstverständlich haben Kinder Geheimnisse. Die können tragisch sein: mehr als die Hälfte aller Kinder erfahren sexuelle oder andere Gewalt in der Familie und / oder werden Zeuge häuslicher Gewalt, dann gibt es erstaunlich viele Kinder, die selbst Tiere quälen oder töten und das verschweigen, Kinder stehlen, zündeln oder werden in der Schule gemobbt / erpresst, wovon sie nichts erzählen 'dürfen' ... Anderseits können das Geheimnisse sein, die für Erwachsene lächerlich klingen, ein Versteck in der Natur oder im Haus, ein verbotener Ausflug, etwas Gefundenes, das für sie eine 'magische' Bedeutung hat etc. Das würde ich keinesfalls entschärfen, denn das genau macht deine Figur spannend. Wäre das mit den Geheimnissen nicht gekommen, hätte ich evt. rausgeclickt, weil sich kein Konflikt abzeichnete, sondern nur ein Kind am Strand beschrieben wurde, und das ist auch bei hübschen Beschreibungen nicht so arg interessant.
Uff, da bin ich echt froh, dass dich die Geheimnisse in der Geschichte gehalten haben :sconf: Der fehlende Konflikt ist wirklich ärgerlich, da hab ich gepatzt (ist ja doch so ziemlich das Erste, das man lernt). Aber wie gesagt, hierzu schreibe ich weiter unten noch mehr. Und mit den Geheimnissen hast du natürlich recht, auch kleinere Geheimnisse sind und bleiben eben Geheimnisse. Das sehe ich jetzt klarer. Die bleiben auf jeden Fall drin :thumbsup: Danke!

Julito fährt herum.
Vor ihm steht ein Mann.
Ein Riese.
Traust du deiner Schreibe nicht, dass du solche Zeilenumbrüche forcieren musst? Das wirkt unreif oder auch comic-artig auf mich. Wenn du meinst, da ist nicht genug Spannung oder Überraschung drin, solltest du eher was am Text machen. (Was ich nicht für nötig halte, übrigens.)
Das fehlende Vertrauen ist bestimmt mit ein Grund. Plus Unwissenheit … Ich dachte nämlich, dass die Zeilenumbrüche das Ganze beschleunigen würden. Aber jetzt habe ich die Stellen angepasst und ja, was soll ich sagen, sie lesen sich jetzt viel besser! Und ich wollte die Stellen auch zusätzlich betonen bzw. hervorheben, was aber gar nicht nötig ist (da war wieder das fehlende Vertrauen die treibende Kraft). Ich danke dir für den Hinweis!

freigelegt.
Ein Freudenschrei entweicht ihm.
In dem Loch liegt eine Taucherbrille.
Eine echte Taucherbrille.
Dito
Ist angepasst :thumbsup:

Zehenbeißern nachzujagen. Voller Vorfreude blickt er ins Wasser hinab.
Doch unter ihm ist nichts außer dem dunklen, unendlichen Blau.
Er ist allein.
Julitos Blickfeld verengt sich.
Dito
Hier ebenfalls.

geschrumpft.
Das Knattern eines Motors dringt in seine Ohren.
Er dreht sich um.
Dito - Grad hier besonders unschön, da hier Tempo drin ist, was in der ruhigen Geschichte selten ist. Gerade da solltest du nicht den Lesefluß mit künstlichen Zeilenschaltungen verlangsamen.
Hier ebenfalls.

„Bist der zweitgrößte Fang, den wir heute gemacht haben.“ Der Mann grölt und reißt ihm die Taucherbrille vom Kopf.
Julito fährt herum.
Vor ihm liegt ein Fisch.
Ein Riese.
„Walhai“, sagt der Mann
Ich sag mal nix ... :D
Das 'grölt' fand ich überzogen. Verstehe, was du ausdrücken willst, aber das passt eher zu einem besoffenen Fight in einer Kneipe, da findet sich sicher etwas, das eine laute, vllt. aggressive oder grobe Sprechweise besser beschreibt, ohne in den Slapstick zu kippen.
Haha :D Jap, auch hier sind die Leerzeilen weg :) Danke auch für den Hinweis mit dem "grölt" … Hier muss ich gestehen, dass ich nicht nur das falsche Wort gewählt, sondern dieses bislang falsch interpretiert/verwendet haben :( Bisher war "grölen" für mich ausschließlich ein lautes Lachen, ohne Worte. Oh je …

Das Ende hat mich absolut positiv überrscht. Der Junge und seine Korallen und Fische, diese 'magischen' Momente (oder Einbildung, gut, dass das so weit offen bleibt) sind ja durchaus sehr niedlich, und mit einem Happy End wäre mir der Kitschfaktor zu hoch gewesen. Super gelöst, echt ein Kompliment an dich. Wäre auch typisch für den Mag. Realismus, falls das überhaupt deine Intention war.
Hierüber habe ich mich ganz besonders gefreut (das Ende bereitete mir doch einige Mühe). Aber auch hier muss ich (leider) noch einmal hervorheben, dass der Bezug zum Magischen Realismus nicht beabsichtigt war … Ich fand's so einfach stimmig (hoffentlich "enttäuscht" dich diese Antwort jetzt nicht).

Zum Shirt: Ist klar, dass du das so brauchst. Könnte sich das eher an der Schwanzflosse verfangen haben? Der Riese hat sich ja schon im Wasser verwandelt, nicht erst im Boot. Die Sache mit der Kleidung ist oft ein Problem bei Werwolf-Filmen, da wird sich die Kleidung vom Leib gerissen und durch den Wald gerannt und plötzlich sind die als Mensch wieder angezogen. Warum hatte der Riese keine Zeit, sich auszuziehen, bevor er zurück ins Wasser ging? Wie oft am Tag verwandelt er sich, und wie viele Klamotten muss er kaufen, wenn die dann immer im Meer enden? Ich meine, das ließe sich mit einem kleinen Kniff schnell beheben.
Auch hier will ich ehrlich sein: Ich hatte unzählige Versionen für das Shirt … Gar kein Shirt, Julito trägt am Ende das Shirt selbst (was sehr verwirrend wäre), Julito sieht das Shirt wenn er ein letztes Mal unter Wasser blickt, das Shirt wird an den Strand gespült, das Shirt löst sich von der Haut des Hais, wenn Julito darüber streift … Ich denke am Schluss habe ich einfach einen Mittelweg genommen (was bequem, aber nicht unbedingt gut war). Die Werwolf-Problematik wirft zudem ein ganz anderes Licht auf das Ganze … Puh, da muss ich mir nochmals Gedanken machen :) Vielen Dank für die Hinweise und Ansatzpunkte!

Vllt. könnte der Fischer auch erwähnen, dass das ein Jungtier ist, ich hab mich nämlich irgendwann gefragt, wie groß das Boot ist, damit es einen Walhai aufnehmen kann. Meine Idee war eigentlich so ein Familienfischerboot, max. 20-25 m Länge, nix auf industriellem Level.
Ja, das ist auf jeden Fall ein kleineres Boot, ein ausgewachsener Walhai hätte dort keinen Platz. Ich hatte in einer früheren Version tatsächlich mal "Sieben Meter, mittleres Alter" stehen, hab's aber gelöscht. "Jungtier" gefällt mir aber sehr und habe das gleich mal so übernommen. Ich meine, dass das Bild so noch stärker wird (und das Ende der jungen, magischen Jahre noch zusätzlich betont). Herzlichen Dank!

Toll übrigens die Sache mit den Punkten Hai / Shirt! Und das Gleiche auch bei der Sandszene, sowas sind tolle Ideen, die zeigen, dass du deine magische Welt im Griff hast, auch alles frisch und individuell.
Das beruhigt :) Hier war ich nämlich echt unsicher, ob die Punkte gut funktionieren werden …

Zu meiner Anregung oben: Selbst für einen kurzen Text und ein Märchen hast du recht wenig Plot. Dein Rückgrat ist die Begegnung, die in sich keine Handlung oder Konflikt beeinhaltet (?), sondern für den Dreh am Ende notwendig ist. Also ziemlich perfekt den Abschluß überlegt, aber dann ist der Text lediglich eine Hinführung darauf, so als aha-Effekt. Wenn du bei deinem näxten Text eine Prämisse überlegen würdest, ein Thema und nicht nur eine Charakterisierung, und ganz vor allem auch einen Konflikt, und dann so ein Ende nimmst, hättest du eine noch bessere Geschichte, die auch ohne den Abschluß einen Sinn hat. (Falls ich was überlesen / übersehen haben sollte, klär mich bitte auf!) Sowas wie hier funktioniert auch nur auf sehr knappen Raum, ich jedenfalls war kurz davor, rauszuclicken, als dann zum Glück der Junge ins Wasser 'gezogen' wurde, das machte wieder neugierig. Dann ist der Text aber schon fast vorbei. So lebt er nur über die 'Schönheit' deiner Landschaft und den niedlichen Jungen, den du sehr intensiv, sympathisch und nah beschreibst; und den kleinen (positiv) seltsamen Dialog.
Der unvollständige Plot bzw. der fehlende Konflikt ist wirklich ärgerlich. Jetzt sehe ich das klar und deutlich. Da bleiben wohl wirklich nur meer-affine Leser im Text. Sehr wahrscheinlich gibt es keine schlechtere Herangehensweise als nachträglich noch einen Konflikt einzubauen … Aber vielleicht wage ich diese Dummheit :) Bei den nächsten Texten werde ich auf jeden Fall das Wort "Konflikt" auf ein Post-It schreiben und dieses neben den Bildschirm hängen. Auch hierfür, für den wahrscheinlich wertvollsten Hinweis von allen, möchte ich mich bei dir bedanken.

Ich bin gespannt auf einen neuen Text, und finde auch klasse, dass du selbst hier kommentierst.
Zuerst werde ich versuchen, den Walhai irgendwie zu retten und dann die nächste Geschichte in Angriff nehmen :) Ich habe hier schon so viel gelernt und möchte mich bei allen Kommentatoren für die wertvolle Hilfe bedanken. Wahnsinn … Dass sich fremde Menschen so viel Zeit nehmen, um die Texte anderer zu lesen und zu verbessern. Ich werde natürlich mein Möglichstes tun, um mich zu revanchieren. Derzeit traue ich mich noch nicht an alle Texte heran, aber auch hier wird das Vertrauen mit konstanter Übung wachsen (und vielleicht ist der Blickwinkel eines Novizenauges manchmal gar nicht so schlecht).

Nochmals vielen lieben Dank für alles, liebe @Katla! Heute wollte ich unbedingt "Schwarzer Schnee in Norilsk" lesen, aber da war ich wohl zu spät (die Kommentare versprechen ein ganz besonderes Leseerlebnis).

Herzliche Grüße,

sevas
 
Senior
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Hallo servas nochmal,

ich freue mich sehr über deine detaillierte Rückmeldung und Eindrücke.
Hierüber habe ich mich ganz besonders gefreut (das Ende bereitete mir doch einige Mühe). Aber auch hier muss ich (leider) noch einmal hervorheben, dass der Bezug zum Magischen Realismus nicht beabsichtigt war … Ich fand's so einfach stimmig (hoffentlich "enttäuscht" dich diese Antwort jetzt nicht).
Nein, gar nicht, mir gefällt diese Ambivalenz sehr gut. Nicht aller MR ist auch wirklich "magisch", manchmal ist die Grenze zwischen Realismus und Spekulativem so dünn, dass man gar nicht den Finger draufhalten kann, warum einem das seltsam vorkommt.
Auch hier will ich ehrlich sein: Ich hatte unzählige Versionen für das Shirt …
Ich finde, man liest aus dem Text raus, dass du Zeit damit verbracht hast, und zu sowas gehört auch, verschiedene Versionen / Szenen zu probieren, das ist sicher nix Schlechtes.
Sehr wahrscheinlich gibt es keine schlechtere Herangehensweise als nachträglich noch einen Konflikt einzubauen …
Das sehe ich auch so, aber auf die Kürze hier finde ich das nicht so arg tragisch. Gut, wenn du dich ärgerst (dann hat man eine bessere Chance, nicht den gleichen Fehler nochmal zu machen), aber hier könntest du schnell was verschlimmbessern, dann wäre die Stimmung hin.

Ein Thema oder Plot ist jedenfalls in einer neuen Geschichte einfacher zu lösen, als wenn du Wortfindungsprobleme hättest, oder nur Klischeefiguren ohne Charakterisierung entwerfen würdest etc. Viele Probleme in Texten sind gar nicht nur dem Handwerk, sondern dem Blick des Autors auf die Welt geschuldet - dann könnte er schwer etwas Interessantes schreiben, weil er eben nichts auf interessante Weise sieht. Da sehe ich bei dir aber keine Probleme.

Mit den Klassikern des südamerikanischen MR werde ich nicht so ganz warm, Hundert Jahre hab ich abgebrochen, aber ein Tipp wäre Hernán Rivera Letelier: Die Filmerzählerin. Nicht von dem grauenhaft romantischen Cover abschrecken lassen, das ist absolut irreführend. Auch da kann man gar nicht genau sagen, was (oder ob) seltsam ist oder nicht; auch hier geht es um den Abschied von der Kindheit und auch von einer vergehenden Ära. Könnte was für dich sein.

Ich hab ja nur den SBF See, am SKS bin ich noch dran …
Ich wünsche viel Glück (und viel Spaß)! Die Fragen für die Theorieprüfung kann man ja auch online üben, sehr praktisch.
Konntet ihr da "gemütlich" den Motor anwerfen und wegtuckern oder sass die Jacht komplett fest? Gut auf jeden Fall, dass es die Schuld des Skippers war
Nope, wir versuchten es mit (Ruder)Beibötchen und Notanker, aber ein netter Segler hatte die Sea Scouts gerufen, die uns in Null Komma Nix runterzogen. Der Skipper ist auch der Eigner, wir sind inzw. gut befreundet. Das war mein erstes Segeln mit ihm, und mir gingen nur die Zahlen durch den Kopf, was ein Kielschaden an einem 1938er Schärenkreuzer kosten könnte und dass meine Versicherung nix davon zahlen würde ... letztlich sind die aber stabiler als ich dachte. :lol: Und natürlich ist immer der Bootsführer verantwortlich, selbst wenn er es - wie damals - gar nicht unmittelbar selbst war. Nur zum Spaß: das hier ist die hübsche Jacht.

Ja, sorry, hier steht grad nur ein Text von mir, aber falls du magst: über Eindrücke würde ich mich auch freuen, obwohl der nicht ganz neu ist. Wenn wir nicht lernen wollten, wäre wohl keiner von uns hier. ;-)

Dir eine schöne Woche, ganz liebe Grüße,
Katla
 
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Liebe @Katla,

vielen lieben Dank, dass du noch einmal vorbeigeschaut hast.

ich freue mich sehr über deine detaillierte Rückmeldung und Eindrücke.
Das kann ich nur zurückgeben!

Hierüber habe ich mich ganz besonders gefreut (das Ende bereitete mir doch einige Mühe). Aber auch hier muss ich (leider) noch einmal hervorheben, dass der Bezug zum Magischen Realismus nicht beabsichtigt war … Ich fand's so einfach stimmig (hoffentlich "enttäuscht" dich diese Antwort jetzt nicht).
Nein, gar nicht, mir gefällt diese Ambivalenz sehr gut. Nicht aller MR ist auch wirklich "magisch", manchmal ist die Grenze zwischen Realismus und Spekulativem so dünn, dass man gar nicht den Finger draufhalten kann, warum einem das seltsam vorkommt.
Das Genre war mir bisher wirklich total unbekannt, aber erste, kurze Recherchen zeigen mir, dass ich mich mit dem Genre doch einmal genauer auseinandersetzen sollte. Witzig fand ich folgende Aussage: Laut Terry Pratchett ist es „eine höfliche Art zu sagen, man schriebe Fantasy“ :D Aber wahrscheinlich übertreibt der gute Terry da ein wenig, denn wie du schon sagst, kann die Grenze zwischen Realismus und Spekulativem sehr dünn sein.

Auch hier will ich ehrlich sein: Ich hatte unzählige Versionen für das Shirt …
Ich finde, man liest aus dem Text raus, dass du Zeit damit verbracht hast, und zu sowas gehört auch, verschiedene Versionen / Szenen zu probieren, das ist sicher nix Schlechtes.
Ich habe jetzt mal ein alternatives Ende eingebaut, das vielleicht ein bisschen schlüssiger ist und die Werwolf-Problematik ein wenig entschärft. Ob das neue Ende aber besser funktioniert, weiß ich noch nicht …

Sehr wahrscheinlich gibt es keine schlechtere Herangehensweise als nachträglich noch einen Konflikt einzubauen …
Das sehe ich auch so, aber auf die Kürze hier finde ich das nicht so arg tragisch. Gut, wenn du dich ärgerst (dann hat man eine bessere Chance, nicht den gleichen Fehler nochmal zu machen), aber hier könntest du schnell was verschlimmbessern, dann wäre die Stimmung hin.
Mir fällt da echt nichts Schlaues ein. Und Julito jetzt im Nachhinein zum Nichtschwimmer zu machen, der mit der magischen Taucherbrille aber auf einmal doch schwimmen kann … So etwas würde in der Tat alles bloß verschlimmbessern. Ich habe einzig noch zwei Sätze hinzugefügt (bevor Julito ins Wasser steigt), dass das Wasser ihn jetzt zu sich heranzieht. Aber ob das ein gelungener Kniff ist … Auch hier muss ich in ein paar Tagen nochmals drüber lesen und schauen, wie es auf mich wirkt. Auf jeden Fall habe ich noch die Strand-/Wasser-Problematik bearbeitet und Julito füttert die Fische nicht mehr länger vom Ufer aus, sondern steigt ins Wasser und läuft so weit nach draußen, dass er die Korallen auch tatsächlich sehen kann.

Ein Thema oder Plot ist jedenfalls in einer neuen Geschichte einfacher zu lösen, als wenn du Wortfindungsprobleme hättest, oder nur Klischeefiguren ohne Charakterisierung entwerfen würdest etc. Viele Probleme in Texten sind gar nicht nur dem Handwerk, sondern dem Blick des Autors auf die Welt geschuldet - dann könnte er schwer etwas Interessantes schreiben, weil er eben nichts auf interessante Weise sieht. Da sehe ich bei dir aber keine Probleme.
Jap, bei der nächsten Geschichte werde ich besonders auf diese Themen achten. Ich habe da schon eine Idee im Kopf, die täglich wächst. Und ich freue mich schon, die Idee auf Papier zu bringen :)

Mit den Klassikern des südamerikanischen MR werde ich nicht so ganz warm, Hundert Jahre hab ich abgebrochen, aber ein Tipp wäre Hernán Rivera Letelier: Die Filmerzählerin. Nicht von dem grauenhaft romantischen Cover abschrecken lassen, das ist absolut irreführend. Auch da kann man gar nicht genau sagen, was (oder ob) seltsam ist oder nicht; auch hier geht es um den Abschied von der Kindheit und auch von einer vergehenden Ära. Könnte was für dich sein.
Das Buch klingt sehr spannend, vielen Dank für den Tipp! Ich habe mir die Leseprobe heruntergeladen und muss sagen, dass ich den Stil des Autors sehr mag. Auch die kurzen, knappen Kapitel finde ich spannend, das sieht man so nicht allzu oft. Ich denke, da wird die Sammlung auf dem Kindle bald um ein Buch reicher sein ;)

Ich hab ja nur den SBF See, am SKS bin ich noch dran …
Ich wünsche viel Glück (und viel Spaß)! Die Fragen für die Theorieprüfung kann man ja auch online üben, sehr praktisch.
Die Theorieprüfung habe ich zum Glück schon hinter mir. Dafür habe ich aber die Karten-/Navigationsaufgabe versemmelt :) Und das Ganze ist jetzt auch schon zwei Jahre her … Da muss ich mich nochmals mächtig reinknien :confused:

Konntet ihr da "gemütlich" den Motor anwerfen und wegtuckern oder sass die Jacht komplett fest? Gut auf jeden Fall, dass es die Schuld des Skippers war
Nope, wir versuchten es mit (Ruder)Beibötchen und Notanker, aber ein netter Segler hatte die Sea Scouts gerufen, die uns in Null Komma Nix runterzogen. Der Skipper ist auch der Eigner, wir sind inzw. gut befreundet. Das war mein erstes Segeln mit ihm, und mir gingen nur die Zahlen durch den Kopf, was ein Kielschaden an einem 1938er Schärenkreuzer kosten könnte und dass meine Versicherung nix davon zahlen würde ... letztlich sind die aber stabiler als ich dachte. :lol: Und natürlich ist immer der Bootsführer verantwortlich, selbst wenn er es - wie damals - gar nicht unmittelbar selbst war. Nur zum Spaß: das hier ist die hübsche Jacht.
Uff, dann bin aber froh, dass da ein netter Segler in der Nähe war. Die Vorstellung ist ja schon heftig … Vor allem, wenn dann noch Wasser rein sickert :eek: Da bin ich gleich doppelt froh, dass die Finnen ihre Schärenkreuzer so stabil bauen bzw. gebaut haben. Gut auch zu wissen, dass der Bootsführer stets verantwortlich ist. So eine Reparatur kann bestimmt rasch das Ersparte auffressen :sconf:

Ja, sorry, hier steht grad nur ein Text von mir, aber falls du magst: über Eindrücke würde ich mich auch freuen, obwohl der nicht ganz neu ist. Wenn wir nicht lernen wollten, wäre wohl keiner von uns hier. ;-)
"Die schrecklichen Landschaften" werde ich sehr gerne lesen und dir natürlich auch meine Eindrücke schildern. Ich bin schon sehr gespannt darauf!

Dir eine schöne Woche, ganz liebe Grüße,
Katla
Die wünsche ich dir ebenfalls, liebe @Katla!

Herzliche Grüße in den Norden

sevas
 
Wortkrieger-Team
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03.07.2017
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1.105
Hallo @sevas,

so ich nochmal. Diesmal in nett ….

Die Geschichte hatte ich relativ schnell nach der Erstellung gelesen Walhaie sind einfach toll, da musste ich reinschauen. Du hat ja mittlerweile einiges dran geschraubt. Mal schauen.

Den Einstieg finde ich schön. Sanft aber bestimmt schickst du den Leser an diesen Ort, man steht direkt mit Julito im Wasser.

Manches ist mir zu kitschig. Ist wahrscheinlich Geschmackssache. Sowas hier z.B.:
. Er liebt die Korallen. Gute, treue Freunde sind sie ihm geworden. Er gibt ihnen Namen, besucht sie nach stürmischen Nächten, flüstert ihnen Geheimnisse zu.
Alle sind sie da.

Vor ihm steht ein Mann. Ein Riese. Nie zuvor hat er eine so große Gestalt gesehen. Doppelt so groß wie er selbst muss der Mann sein. Mindestens.
Also für mich sieht der genauso aus wie der Halbgott Maui aus dem Film Vaiana!

Schnell spießt er das Bananenstück auf die Spitze des Bambus’.
Des Bambus oder Bambusses.

Die Fische flitzen nach oben. Einer nach dem anderen, von allen Seiten, kommen sie angeschwommen und machen sich über das Bananenstück her.
Ich finde es schade, dass dort einfach nur Fische schwimmen. Wie heißen die denn? Wie sehen sie aus? Zauber ein Bild in den Kopf des Lesers!

Nach kurzer Zeit hat er den Gegenstand freigelegt. Ein Freudenschrei entweicht ihm: In dem Loch liegt eine Taucherbrille. Eine echte Taucherbrille.
Irgendwie reißt einen dieser weltliche Gegenstand aus der Szenerie. Bis eben wusste ich ja noch nicht einmal in welcher Zeit das alles spielt und ich fand es gut so! Das spielt überall und nirgendwo. Ich hätte einen Stein erwartet, eine Muschel oder so …

Zum ersten Mal in seinem Leben sieht er sie in ihrer ganzen Pracht.
Auch hier fände ich es schön, wenn du den Leser an dieser Pracht teilhaben lassen würdest.

Das Knattern eines Motors dringt in seine Ohren.
Auch hier fände ich ein Boot ohne Motor passender.

„Walhai“, sagt der Mann. „Jungtier, sieben Meter.
Wieso verwandelt sich der erwachsene Mann eigentlich in einen jungen Walhai?

Zaghaft berührt Julito die blaue Haut des Fischs. Mit zittrigen Fingern fährt er über die weißen Punkte, blickt in die leblosen, schwarzen Augen.
:cry:

Mir hat diese Geschichte gefallen. Manchmal wurde es mir zu kitschig. Stellenweise würde ich mir bildhaftere Beschreibungen wünschen. Trotzdem bin ich Julito gerne gefolgt, auch wenn ich das Ende natürlich gar nicht mochte!

Liebe Grüße,
NGK
 
Mitglied
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04.04.2020
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33
Liebes @Nichtgeburtstagskind,

ich freue mich, dich auch hier zu treffen. Vielen Dank für den Besuch!

so ich nochmal. Diesmal in nett ….
Du bist doch immer willkommen, gerade auch in böse ;)

Die Geschichte hatte ich relativ schnell nach der Erstellung gelesen Walhaie sind einfach toll, da musste ich reinschauen. Du hat ja mittlerweile einiges dran geschraubt. Mal schauen.
Ja, da ging bereits einiges (gab ja doch das eine oder andere Stück Treibholz, das vom Strand weggeräumt werden musste).

Den Einstieg finde ich schön. Sanft aber bestimmt schickst du den Leser an diesen Ort, man steht direkt mit Julito im Wasser.
Das erste Kompliment :herz: Ich freue mich.

Manches ist mir zu kitschig. Ist wahrscheinlich Geschmackssache. Sowas hier z.B.:
. Er liebt die Korallen. Gute, treue Freunde sind sie ihm geworden. Er gibt ihnen Namen, besucht sie nach stürmischen Nächten, flüstert ihnen Geheimnisse zu.
Alle sind sie da.
Die "Beziehung" ist ziemlich intensiv, das stimmt. Aber ja, als Kind hatte ich doch den einen oder anderen nichtmenschlichen Freund, und fand die Vorstellung irgendwie schön, dass Julito so an den Korallen und den Fischen hängt.

Vor ihm steht ein Mann. Ein Riese. Nie zuvor hat er eine so große Gestalt gesehen. Doppelt so groß wie er selbst muss der Mann sein. Mindestens.
Also für mich sieht der genauso aus wie der Halbgott Maui aus dem Film Vaiana!
Oh, den Film habe ich nicht gesehen, habe aber rasch gegooglet … Das kommt hin! :thumbsup:

Schnell spießt er das Bananenstück auf die Spitze des Bambus’.
Des Bambus oder Bambusses.
Stimmt, ist korrigiert, danke!

Die Fische flitzen nach oben. Einer nach dem anderen, von allen Seiten, kommen sie angeschwommen und machen sich über das Bananenstück her.
Ich finde es schade, dass dort einfach nur Fische schwimmen. Wie heißen die denn? Wie sehen sie aus? Zauber ein Bild in den Kopf des Lesers!
Ich war mir unsicher, ob exotische Namen hier sinnvoll wären. Aber vielleicht würde es klappen, wenn ich ein, zwei "bekannte" Fischarten und dann ein, zwei "unbekannte" ran hänge?

Nach kurzer Zeit hat er den Gegenstand freigelegt. Ein Freudenschrei entweicht ihm: In dem Loch liegt eine Taucherbrille. Eine echte Taucherbrille.
Irgendwie reißt einen dieser weltliche Gegenstand aus der Szenerie. Bis eben wusste ich ja noch nicht einmal in welcher Zeit das alles spielt und ich fand es gut so! Das spielt überall und nirgendwo. Ich hätte einen Stein erwartet, eine Muschel oder so …
Ich weiß, was du meinst. Aber ich finde es irgendwie auch okay, dass die Geschichte bzw. das "Märchen" in einer nahen Zeit spielt. Und einen Stein oder eine Muschel hätte ich dann wiederum zu offensichtlich, zu vorhersehbar gefunden. Und Julito soll ja ins Wasser, da hätte ich die Taucherbrille früher oder später doch gebraucht.

Zum ersten Mal in seinem Leben sieht er sie in ihrer ganzen Pracht.
Auch hier fände ich es schön, wenn du den Leser an dieser Pracht teilhaben lassen würdest.
Ja, da geht bestimmt noch mehr, da gebe ich dir recht.

Das Knattern eines Motors dringt in seine Ohren.
Auch hier fände ich ein Boot ohne Motor passender.
Ein Boot ohne Motor würde bestimmt auch funktionieren (okay, jetzt nicht mehr, das neue Ende braucht den Motor). Aber ich finde den Kontrast zum doch sehr ruhigen Anfang eben noch spannend, und hier ist ja auch ein Wendepunkt, die schönen, ruhigen, sorglosen Jahre sind vorbei. Und da finde ich den knatternden Motor irgendwie passend.

„Walhai“, sagt der Mann. „Jungtier, sieben Meter.
Wieso verwandelt sich der erwachsene Mann eigentlich in einen jungen Walhai?
Das ergibt tatsächlich keinen Sinn :sealed: Da gehe ich nochmals ran, vielen Dank für den Hinweis :thumbsup:

Mir hat diese Geschichte gefallen. Manchmal wurde es mir zu kitschig. Stellenweise würde ich mir bildhaftere Beschreibungen wünschen. Trotzdem bin ich Julito gerne gefolgt, auch wenn ich das Ende natürlich gar nicht mochte!
Das freut mich sehr, vielen lieben Dank @Nichtgeburtstagskind für deine Eindrücke. Ich werde mir den Text auf jeden Fall nochmals anschauen und mir überlegen, wo ich noch mehr zeigen und Bilder erzeugen kann.

Herzlichen Dank für alles und liebe Grüße

sevas
 
Beitritt
17.03.2020
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57
Hallo @sevas

Deine Geschichte lies sich wirklich gut lesen. Das Thema finde ich gut gewählt, also wenn ich es richtig verstanden habe, dass es das Kopfkino eines ertrinkenden Jungen beschreibt.

An sich gibt es für mich nicht viel zu sagen, außer dass ich an manchen Stellen die Wortwahl etwas ungünstig finde. Ich gehe mal auf einige Stellen ein.

seine Zehen versinken im glitschigen Sand, wirbeln eine kleine Staubwolke auf
Da würde ich nur eine "Wolke" aufwirbeln lassen. Staub ist für mich auch immer staubtrocken.

und schnappen nach den weißen Teilchen.
Bei Teilchen denke ich an Quarks und co. Bröckchen oder Stückchen würden da meiner Meinung nach besser passen.

Deine Hand darf sich nicht bewegen“, flüstert er. „Ja, genau so. Jetzt werden sie kommen.“
Die Fische flitzen nach oben.
Also nach der wenigen Erfahrung, die ich mit dem Angeln habe, muss man sehr lange warten, bis Fische "anbeißen". Also müsste er schon ein paar Minuten ruhig im Wasser stehen. Das wirkt aber auf mich eher so, als ob sich die Fische direkt auf das Futter stürzen. Es ist ja eine Fantasie von ihm, aber dennoch wirkt das beim ersten Mal lesen komisch.

„Und hast du auch einen Namen, mein kleiner Fischfreund?“
Das "mein kleiner Fischfreund" wirkt, jedenfalls auf mich, eher störend und komisch. Aber das ist wohl Geschmackssache.

Nur seine eigenen Fußabdrücke werfen nebelhafte Schatten auf den Sand.
Fußabdrücke sind ja eher tiefer als der Boden und werfen dann keinen Schatten. Und ich denke mal dunkler sind diese auch nicht unbedingt. Außer der Stand ist trocken und seine Füße nass. Aber wenn das Fischbild schon vom Wasser abgetragen ist, dann muss der Boden auch nass sein.

Er schnappt sich den Bambusstock, stochert im Sand herum; mit der freien Hand schaufelt er Haufen nasser Sandkörner weg.
Kommt mir komsich vor, gleichzeitig zu stochern uns zu schaufeln. Jedenfalls so wie ich mir das vorstelle.

Das Wasser erwartet ihn, zieht ihn zu sich heran. Er kann es spüren.
Beim ersten Durchlesen fand ich die Stelle nicht so gut. Beim zweiten Durchlesen hat sie dann gepasst. Aber du musst bedenken, dass viele Leser sich den Text nur einmal gönnen.

Nie wieder wird er die Brille ablegen oder aus dem Wasser steigen, schwört er sich.
Das "schwört er sich." kann man auch steichen. Dann wäre der Satz viel näher an der Figur.

Nur eine Handvoll schwarzweiß gestreifter Fische wagt sich jetzt an ihn heran, zwickt ihn wieder und wieder in die Zehen.
Zwickten.

Voller Vorfreude blickt er ins Wasser hinab.
Doch unter ihm ist nichts außer dem dunklen, unendlichen Blau.
Da würde ich eine Leerzeile einfügen. Bin eher der Meinung mit Leerzeilen sparsam umzugehen, aber ich finde da gehört eine hin.

Der Strand zeichnet sich blass am Horizont ab, winzig, zu einem Sandkorn geschrumpft.
Ein Strand in der Ferne ist eher eine lange, dünne Linie, als ein kleines, rundes Korn.

mit weißen Punkten von der Motorschraube und wirft sie ins Boot.
Ein Motor hat viele Schrauben. Aber ein Schiff meistens nur eine "Schiffsschraube" oder einen "Propeller".

Die Punkte färben sich augenblicklich rot.
Das mit dem letzten Satz einer Geschichte ist immer so eine Sache. Ich will ihn dir nicht ausreden. Aber nach meinem Geschmack, hat dein vorletzter Satz mehr Aussage, als dein letzter.

Vor allem der letzte Absatz, wenn er dann auf dem Boot ist, hat mir sehr gut gefallen. Also inhaltlich natürlich derb, aber passend und überzeugend geschrieben.

Viele Grüße
Murph
 
Mitglied
Beitritt
04.04.2020
Beiträge
33
Lieber @murphy_does_his_best,

vielen lieben Dank für deinen Besuch und für die tollen Tipps und Kommentare (von denen ich einen Großteil auch direkt umgesetzt habe). Da waren super Anmerkungen dabei! Gerne gehe ich auf die einzelnen Punkte ein:

Deine Geschichte lies sich wirklich gut lesen. Das Thema finde ich gut gewählt, also wenn ich es richtig verstanden habe, dass es das Kopfkino eines ertrinkenden Jungen beschreibt.
Die Ereignisse finden – zumindest in meiner Vorstellung – schon so statt, sind also nicht nur Kopfkino. Aber ich finde es sehr spannend, dass der Text auf diese Weise auf dich gewirkt hat. Mit dem Tag/Schlagwort "Märchen" habe ich mir da natürlich ziemlich viele Freiheiten genommen ;)

seine Zehen versinken im glitschigen Sand, wirbeln eine kleine Staubwolke auf
Da würde ich nur eine "Wolke" aufwirbeln lassen. Staub ist für mich auch immer staubtrocken.
Da stimme ich dir voll und ganz zu und habe den Staub gestrichen :thumbsup: Vielen Dank!

und schnappen nach den weißen Teilchen.
Bei Teilchen denke ich an Quarks und co. Bröckchen oder Stückchen würden da meiner Meinung nach besser passen.
Das hat was … Und wenn man sich die Synonyme zu "Teilchen" so ansieht, kommen da in der Tat sehr viele Begriffe aus dem wissenschaftlichen Bereich. Ich habe jetzt mal die Stückchen gewählt, an die Bröckchen konnte ich mich nicht gewöhnen :)

Deine Hand darf sich nicht bewegen“, flüstert er. „Ja, genau so. Jetzt werden sie kommen.“
Die Fische flitzen nach oben.
Also nach der wenigen Erfahrung, die ich mit dem Angeln habe, muss man sehr lange warten, bis Fische "anbeißen". Also müsste er schon ein paar Minuten ruhig im Wasser stehen. Das wirkt aber auf mich eher so, als ob sich die Fische direkt auf das Futter stürzen. Es ist ja eine Fantasie von ihm, aber dennoch wirkt das beim ersten Mal lesen komisch.
Beim Angeln kenne ich mich leider gar nicht aus … Aber bestimmt ist es so, dass Fische sehr vorsichtig an ein unbekanntes Objekt heran gehen. Mir ging es hier mehr darum, dass die Präsenz des Mannes (der ja quasi zu den Fischen gehört), dafür sorgt, dass die Fische keine Scheu haben. Und der "Geheimtipp" des Mannes, dass Fische ganz verrückt nach Bananen sind, sollte so auch gleich veranschaulicht werden (wobei die Vorliebe von Fischen für Bananen natürlich eine Übertreibung darstellt).

„Und hast du auch einen Namen, mein kleiner Fischfreund?“
Das "mein kleiner Fischfreund" wirkt, jedenfalls auf mich, eher störend und komisch. Aber das ist wohl Geschmackssache.
Ich habe den Fischfreund-Teil mal gestrichen und muss sagen: Das geht gut ohne. Ich werde den Text in ein paar Tagen nochmals durchlesen und schauen, ob ich den Teil dann vermisse (wobei ich aber ziemlich sicher bin, dass dies nicht der Fall sein wird :))

Nur seine eigenen Fußabdrücke werfen nebelhafte Schatten auf den Sand.
Fußabdrücke sind ja eher tiefer als der Boden und werfen dann keinen Schatten. Und ich denke mal dunkler sind diese auch nicht unbedingt. Außer der Stand ist trocken und seine Füße nass. Aber wenn das Fischbild schon vom Wasser abgetragen ist, dann muss der Boden auch nass sein.
Die schattenwerfenden Fußabdrücke sind noch nicht ganz rund und wurden auch von anderen Kommentatoren schon angesprochen. Eigentlich wollte ich aussagen, dass Julito nur die Fußabdrücke sieht, die er zu Beginn der Szene in den Sand getreten hat (als er zum Ufer gespurtet war). Aber ja, mit den Schatten wird es so oder so schwierig, da werde ich mir noch eine andere Lösung einfallen lassen müssen.

Er schnappt sich den Bambusstock, stochert im Sand herum; mit der freien Hand schaufelt er Haufen nasser Sandkörner weg.
Kommt mir komsich vor, gleichzeitig zu stochern uns zu schaufeln. Jedenfalls so wie ich mir das vorstelle.
In meiner Vorstellung macht er das nicht unbedingt gleichzeitig, sondern eher im Wechsel. Stochern – wegschaufeln – stochern – wegschaufeln. Aber auch hier schaue ich noch einmal genau hin :thumbsup:

Das Wasser erwartet ihn, zieht ihn zu sich heran. Er kann es spüren.
Beim ersten Durchlesen fand ich die Stelle nicht so gut. Beim zweiten Durchlesen hat sie dann gepasst. Aber du musst bedenken, dass viele Leser sich den Text nur einmal gönnen.
Diese beiden Sätze habe ich nachträglich hinzugefügt und jetzt – mit einigem Abstand zum Text – finde ich sie auch nicht ganz überzeugend. Ich habe sie jetzt mal gestrichen und werde mir die Stelle demnächst noch einmal vornehmen.

Nie wieder wird er die Brille ablegen oder aus dem Wasser steigen, schwört er sich.
Das "schwört er sich." kann man auch steichen. Dann wäre der Satz viel näher an der Figur.
Finde ich super! Der Schwören-Teil ist raus …

Nur eine Handvoll schwarzweiß gestreifter Fische wagt sich jetzt an ihn heran, zwickt ihn wieder und wieder in die Zehen.
Zwickten.
Hier war und bin ich sehr unsicher, welche Form korrekt ist … Ich fasse die Fische zu einer Handvoll zusammen, wodurch sich die Konjugation des Verbs dann an ebendieser Handvoll orientieren muss? Und wenn ich "zwicken" schreibe, müsste ich dann nicht auch "wagen" schreiben? Da stehe ich echt auf dem Schlauch :)

Voller Vorfreude blickt er ins Wasser hinab.
Doch unter ihm ist nichts außer dem dunklen, unendlichen Blau.
Da würde ich eine Leerzeile einfügen. Bin eher der Meinung mit Leerzeilen sparsam umzugehen, aber ich finde da gehört eine hin.
Auch hier bin ich unsicher … Würde eine Leerzeile nicht einen zu großen Abstand bewirken? Das eine folgt ja direkt auf das andere, und eine Leerzeile würde sich dann eher wie ein Szenenwechsel lesen. Ich hab‘s dann so gelöst, indem ich dem zweiten Satz einen eigenen Absatz gebe.

Der Strand zeichnet sich blass am Horizont ab, winzig, zu einem Sandkorn geschrumpft.
Ein Strand in der Ferne ist eher eine lange, dünne Linie, als ein kleines, rundes Korn.
Absolut richtig, die dünne Linie habe ich eins zu eins übernommen, vielen Dank! :thumbsup:

mit weißen Punkten von der Motorschraube und wirft sie ins Boot.
Ein Motor hat viele Schrauben. Aber ein Schiff meistens nur eine "Schiffsschraube" oder einen "Propeller".
Auch hier volle Zustimmung ;) Ich habe die Schiffsschraube übernommen.

Die Punkte färben sich augenblicklich rot.
Das mit dem letzten Satz einer Geschichte ist immer so eine Sache. Ich will ihn dir nicht ausreden. Aber nach meinem Geschmack, hat dein vorletzter Satz mehr Aussage, als dein letzter.
Ich muss zugeben, dass ich am letzten Satz hänge … Mir persönlich gefällt es auch, dass er sich mit dem Satz davor reimt :) Aber ich verstehe natürlich, was du meinst, lasse den letzten Satz aber mal so stehen.

Vor allem der letzte Absatz, wenn er dann auf dem Boot ist, hat mir sehr gut gefallen. Also inhaltlich natürlich derb, aber passend und überzeugend geschrieben.
Das freut mich wirklich sehr, lieber @murphy_does_his_best und ich bedanke mich nochmals für die Zeit, die du dem Text gewidmet hast und für die hilfreichen Vorschläge und Kommentare.

Herzliche Grüße

sevas
 

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