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Der Zusammenhalt

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18.07.2021
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Der Zusammenhalt

Damals war alles besser... . Diesen Spruch höre ich oft. Und ich muss sagen: Irgendwie stimmt er ja. Ich bin 19 Jahre alt und beschäftige mich seit Längerem mit dem Thema des Älterwerdens und damit, warum so viele in meinem Alter an psychischen Krankheiten leiden. Der Grund dafür ist das Verschwinden meiner besten Freundin. Wir waren wirklich sehr gut befreundet. Wir haben uns so gut verstanden, dass wir uns mindestens fünf Mal in der Woche getroffen haben. Meine Mum kann sie nicht wirklich leiden. Sie meint sie sei ein schlechter Umgang für mich, doch uns macht das nichts aus. Wir halten immer zusammen und erzählen uns alles, was wir unseren Eltern nicht erzählen würden.
Als wir eines Tages, wie immer, gemeinsam zur Schule laufen wollten und ich auf dem Weg war, sie abzuholen, kamen auf einmal drei Streifenwagen mit Sirenen, die in die Richtung des Hauses von Mia, meiner besten Freundin fuhren. Ich war schon so nah an ihrem Haus, dass ich sah, wie sie an Mias Haus hielten und klingelten. Ich ging langsam an die Tür und fragte den Polizisten: "Entschuldigen Sie, dürfte ich fragen, was hier los ist?"
Doch der Polizist teilte mir mit, dass er mir darüber keine Auskunft geben konnte, da ich keine Angehörige war.
Was ich ihm aber sagen konnte, war, dass sie mich bitte auf dem Laufenden halten sollten. Ich ging zurück nach Hause und öffnete die Tür. Mein Hund kam mir entgegen und sprang mich an, weil wir sonst, wenn ich nach Hause komme, immer gemeinsam spielten. Doch heute war es anders. Ich scheuchte ihn herunter und sagte: "Nein Jack, heute nicht."
Ich legte mich auf mein Bett und holte mein Handy raus um Instagram zu öffnen, in der Hoffnung irgendeine Information über Mia zu bekommen. Ich ging auf ihr Profil und schaute auf den letzten Beitrag, den sie veröffentlicht hatte. 9. Juli 2021. Schon eine Woche ist vergangen. Normalerweise ist Mia immer eine sehr aktive Person in den Sozialen Medien. Sie geht mit den Trends mit und hat Internetfreunde, so viele, dass man sie nicht zählen kann. Das nehme ich ihr aber nicht übel, denn sie ist immer für mich da, wenn ich sie brauche.
Ich überlegte kurz ob ich rüber gehen sollte, zu den Eltern von Mia, doch dann überlegte ich es mir anders. Stattdessen versuchte ich es mit einer Nachricht an sie. Ich bezweifelte jedoch dass sie durchgehen würde. Doch tatsächlich, sie ging durch. Also ist ihr Handy an. Ich versuchte es mit der Nachricht: "Hey Mia, warum meldest du dich nicht? Ist alles in Ordnung? Ich mache mir Sorgen."
Zuletzt online: heute 9:30.
Mir wurde es schlecht. Sie war heute noch online? Wie kann das sein? Wir wollten doch heute morgen noch gemeinsam zur Schule laufen.
Oh Mist, die Schule! Ich muss zur Schule! Ich rannte an die Garage um mein Fahrrad zu holen, sprang auf und radelte los.
Das Radfahren entspannte mich, wie sonst immer. Der Wind und die Geräusche sind eine gute Erholung. Ich radelte weiter und kam an der Schule an. Ich ging an mein Klassenzimmer und klopfte an die Tür. Als der Lehrer "Herein" rief, trat ich ein.
"Hallo Lea."
"Guten Morgen.", sagte ich. Mehr brachte ich nicht heraus.
"Gibt es einen Grund für dein Zuspätkommen?"
"Ja!", dachte ich mir wütend. "Meine Freundin und Ihre Schülerin ist verschwunden."
Doch ich sprach die Worte ruhig und gelassen aus.
"Mia ist weg.", sagte ich.
"Das sehen wir. Weißt du, was mit ihr ist? Ist sie krank?"
"Nein, sie ist verschwunden."
Jetzt wird es mir erst richtig bewusst. Mia ist verschwunden. Ich setzte mich auf meinen Stuhl. Der Lehrer fuhr mit seinem Unterricht fort, doch ich hörte nicht zu. Ich überlegte wo Mia sein könnte und ging im Kopf alle Orte durch, an denen ich mit ihr gemeinsam häufiger war. Sie liebte den See, das Museum und das Kino. Doch das sind alles keine Orte an denen man untertauchen könnte. Ich überlegte weiter. Wir waren einmal in einem Hotel hier in der Nähe, wo der Wirt richtig komisch war. Er hatte uns damals über die verschiedensten Dinge ausgefragt und wollte uns, so vermute ich, verführen. Mia ist darauf eingegangen. Sie fand den Wirt sympathisch. Sie wurde von ihm sogar auf ein Getränk eingeladen. Ich überlegte, ob ich dort nach ihr suchen sollte. Ich fasste meinen Mut zusammen, denn normalerweise hatte ich mir geschworen, nie mehr dort hineinzugehen. Doch für meine beste Freundin tat ich es. Ich beschloss nach der Schule dort hinzufahren.
Nach der Stunde war aber erst einmal Pause. Ich stellte mich in eine ruhige Ecke des Hofes um eine Idee zu entwickeln. Auf einmal trat Lisa zu mir. Ein Mädchen mit dem ich sonst eher weniger zu tun hatte.
"Hey.", sagte sie. "Das mit Mia tut mir leid. Ich kann dir suchen helfen wenn du das magst. Zu zweit ist man immer besser als alleine."
Ich überlegte kurz, doch sie hatte Recht. Alleine kann ich in der Suche nach Mia nicht viel erreichen. Also stimmte ich zu. Ich gab ihr die notwendigen Daten und wir verabredeten uns um gemeinsam nach der Schule in dieses komische Hotel zu fahren. Ein paar Stunden später war es dann soweit. Ich stieg auf mein Fahrrad und gemeinsam mit Lisa fuhr ich zu dem Hotel und wir traten ein. Das Licht war gedimmt und die Rezeption war nicht besetzt. Die Atmosphäre war seltsam gedrückt. An der Theke stand eine Klingel und ich überlegte sie zu drücken. Ich schaute rüber zu Lisa und sie zu mir. Sie nickte als ich sie mit einem fragenden und gleichzeitig hilflosen Gesicht anschaute. Ich drückte auf die Klingel und ein paar Sekunden später stand der Wirt vor uns.
"Ach hallo.", sagte er in einem verführerischen Ton. Ich war angewidert. Doch ich riss mich zusammen.
"Hallo.", sagte ich als ich mich beruhigt hatte. Ich richtete mich auf und fasste meinen Mut zusammen.
"Wir waren schon einmal hier. eine Freundin Mia ist verschwunden. Sie haben sie ja kennengelernt."
"Ja.", sagte er mit einem nachdenkenden Blick auf dem Gesicht.
"Ja, ich glaube, ich kann mich an sie erinnern. Ein schönes Mädchen."
"Ehm ja.", sagte ich. "Sie ist verschwunden. Haben Sie sie vielleicht gesehen?"
"Hmm, ja sie war noch einmal hier und wir haben danach noch ein bisschen geschrieben."
"Wann war das letzte Mal als sie Ihnen geschrieben hat?"
"Das ist schon eine Weile her."
Meine Hoffnung sank. Ich bedankte mich bei dem Wirt und wir verabschiedeten uns mit dem Apell sich bei uns zu melden, falls er etwas mitbekomme. Wir stiegen wieder auf unsere Räder und fuhren auf dem Feldweg zurück. Wir hielten Ausschau nach Mia in der Hoffnung, sie irgendwo zu finden. Auf einmal hörte ich wie Mia scharf bremste und nach mir rief: "Hey Lea, schau mal hier!"
Ich fuhr zurück und sah ein Armband, dass ich sonst nur an Mia gesehen habe.
"Das ist Mia’s Armband. Vielleicht ist sie hier in der Nähe."
Ein Funken Hoffnung kam in mir auf. Wir fuhren weiter und als wir an einer Gabelung vorbeikamen, teilten wir uns auf. Wir suchten den Feldweg ab und liefen ein Stück in die Felder hinein. Ein wenig später rief Lea: "Lisa, ich habe sie gefunden. Aber sie ist bewusstlos."
Ich rannte zu Lea und sah sie. Mia lag da. Ich berührte ihre Finger und spürte die Kälte, die sie durchzog. Ich kramte mein Handy raus. Jetzt blieb mir nichts anderes übrig als den Krankenwagen zu rufen. Ich wählte 112 und direkt kam eine Antwort eines Feuerwehrmanns. Ich gab meine Daten durch und erzählte alles was passiert war. Als der Krankenwagen eine halbe Stunde später ankam sah ich nur noch das Blaulicht vor mir. Ich erstarrte. Ich hatte Angst um Mia und um ihr Leben. Als der Krankenwagen gerüstet war, Mia darinlag und die Sanitäter losfuhren, fiel eine Riesenlast von mir. Ich merkte wie verspannt ich die ganze Zeit war und wie mich die ganze Situation belastet hat. Ich löste mich aus meiner Schockstarre als Lisa mich in den Arm nahm und mir sagte: "Komm, ich bringe dich nach Hause."
Wir fuhren nach Hause und redeten während der Fahrt noch einmal über das was heute passiert ist.
"Es ist nicht deine Schuld. Wir haben sie gefunden und das ist alles was zählt", beruhigte Lisa mich.
"Ja, ich hatte nur eine riesengroße Angst."
"Es ist vorbei."
"Danke, dass du mich dabei unterstützt hast, Mia zu finden."
"Dafür bin ich doch da.", sagte Lisa.
Wir fuhren den Rest der Fahrt schweigend nach Hause

 
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Hallo @Ringelblume123 ,

willkommen hier im Forum!

Ich nehme einfach mal an, dass du noch sehr jung bist und nun anfängst, Geschichten zu schreiben.

Formal würde ich dir schon mal den Tipp geben, mehr beim Satzbeginn zu variieren. Du beginnst z.B. einige Sätze mit "Ich".

Inhaltlich hat die Geschichte zwar ein Thema, die verschwundene Freundin, das zunächst Spannung verspricht, jedoch nimmt die Handlung für mich keine Fahrt auf. Die Protagonistin verhält sich doch recht entspannt, nachdem sie von Mias Verschwinden erfahren hat. Sie bleibt sogar noch bis zum Unterrichtsende in der Schule, auch der Lehrer scheint sich nicht wirklich Sorgen zu machen. Und es gibt ja im Prinzip keine Auflösung, Mia wird gefunden und in ein Krankenhaus gefahren. Was genau passiert ist, erfahre ich als Leser nicht.

m.E. müsste die Protagonistin deutlich schneller aktiv werden und die ein oder andere überraschende Wendung wäre z.B. ganz gut. Und den Schluss finde ich eher unglücklich, wenn ich überhaupt nicht erfahre, was genau der Verschwundenen eigentlich passiert ist.

Noch ein paar Details aus den ersten Sätzen:

Damals war alles besser... . Diesen Spruch höre ich oft.
Ein Leerzeichen vor den "..." ; den einzelnen Punkt dahinter entfernen

... und beschäftige mich seit Längerem mit dem Thema des Älterwerdens und damit, warum so viele in meinem Alter an psychischen Krankheiten leiden.
Diese Informationen sind m.E. nicht wichtig für die Handlung, würde ich entfernen.

Sie meint sie sei ein schlechter Umgang für mich, doch uns macht das nichts aus.
Komma nach "meint"

... kamen auf einmal drei Streifenwagen mit Sirenen, die in die Richtung des Hauses von Mia, meiner besten Freundin fuhren.
Komma nach "Freundin"

Ich bezweifelte jedoch dass sie durchgehen würde.
Komma nach "jedoch"

Mir wurde es schlecht.
"es" streichen

"Guten Morgen.", sagte ich. Mehr brachte ich nicht heraus.
Kein Punkt vor die abschließenden Anführungszeichen, da der Satz danach noch weiter geht.

Wir hielten Ausschau nach Mia in der Hoffnung, sie irgendwo zu finden. Auf einmal hörte ich wie Mia scharf bremste und nach mir rief: "Hey Lea, schau mal hier!"
"Lisa" statt dem zweite "Mia"

Soweit meine Eindrücke, viele Grüße,
Rob

 
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20.02.2021
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Also, tatsächlich mag ich, wie du den Text geschrieben hast. Nicht inhaltlich, aber von der Geschwindigkeit her. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben kann. Irgendwie ist es nicht zu hastig und auch nicht zu langsam geschrieben. Vielleicht passt es durch die Vergangenheitsform.

Damals war alles besser...
Jetzt zum Inhalt: Das ist ein schwerer erster Satz, finde ich. Irgendwie bist du gar nicht darauf eingegangen, außer bei den psychischen Problemen. Wie Rob F aber schon meinte, ist nicht klar, was mit Mia los ist. Deswegen hängt dieser Satz für mich in der Schwebe.

Mein Hund kam mir entgegen und sprang mich an, weil wir sonst, wenn ich nach Hause komme, immer gemeinsam spielten. Doch heute war es anders. Ich scheuchte ihn herunter und sagte: "Nein Jack, heute nicht."
Nur eine Kleinigkeit, auf die du achten könntest. Ich sehe es auch, wenn du zum Beispiel beschreibst, dass sie ihr Handy herausholt, auf eine Seite geht, sich etwas anguckt und dann eine Entdeckung macht. Mir kam es komisch vor, zu schreiben, dass ein Hund einen bei der Begrüßung entgegen springt, weil er spielen möchte. Es kann einen anderen Grund geben, aber irgendwie zweifle ich daran, dass es bei einem freudigen Hund oder dem Öffnen einer Internetseite so viele tiefgründige Details geben kann.

Auch "Doch heute war es anders" brauchst du meiner Meinung nach nicht schreiben, weil du schon "sonst", "immer" und "heute nicht" als Erklärung drin hast.

zu den Eltern von Mia
Das hat mich stutzig gemacht. Soll es heißen, dass die Eltern woanders wohnen oder ist das gleiche Gebäude gemeint, wo Mia wohnt?

Oh Mist, die Schule! Ich muss zur Schule! Ich rannte an die Garage um mein Fahrrad zu holen, sprang auf und radelte los.
Ich glaube, die ersten beiden Sätze sind Gedanken, oder?

"Nein, sie ist verschwunden."
Jetzt wird es mir erst richtig bewusst. Mia ist verschwunden. Ich setzte mich auf meinen Stuhl. Der Lehrer fuhr mit seinem Unterricht fort, doch ich hörte nicht zu.
Ja, das ist eine sehr merkwürdige Situation, wie es Rob F schon beschrieben hat. Verschwinden ist ein Alarmwort für einen Lehrer. Die meisten Lehrer würden sicherlich überrascht sein und nachfragen, was mit "verschwunden" gemeint ist.


"Wir waren schon einmal hier. eine Freundin Mia ist verschwunden. Sie haben sie ja kennengelernt."
"Ja.", sagte er mit einem nachdenkenden Blick auf dem Gesicht.
"Ja, ich glaube, ich kann mich an sie erinnern. Ein schönes Mädchen."
"Ehm ja.", sagte ich. "Sie ist verschwunden. Haben Sie sie vielleicht gesehen?"
"Hmm, ja sie war noch einmal hier und wir haben danach noch ein bisschen geschrieben."
"Wann war das letzte Mal als sie Ihnen geschrieben hat?"
"Das ist schon eine Weile her."
Hier finde ich den Dialog unrealistisch. Ich habe schon einige schmierige Typen kennen lernen müssen, aber würde der Wirt (passt die Bezeichnung?) sich sofort an Mia erinnern, so ruhig bleiben bei dieser Info und würde er vor den Mädchen einfach zugeben, dass er sie hübsch findet und weiteren Kontakt hatte? Ich würde davon ausgehen, dass Männer diese Fragerei sofort als ein Verhör wahrnehmen würden.

Ich bedankte mich bei dem Wirt und wir verabschiedeten uns mit dem Apell sich bei uns zu melden, falls er etwas mitbekomme.
Apell? Das ist ein quasi ein Kommando.

kamen auf einmal drei Streifenwagen mit Sirenen
Ich wählte 112 und direkt kam eine Antwort eines Feuerwehrmanns.
Als der Krankenwagen eine halbe Stunde später ankam sah ich nur noch das Blaulicht vor mir.
Hier weiß ich nicht, ob es so passt. Mir kam es etwas zu sehr wie im Film vor. Ich kenne es so:
  • Rettungsfahrzeuge verzichten auf Sirenen, außer es steht etwas oder jemand im Weg
  • Drei Polizeiautos sind kostbar und würden vermutlich nur bei vielen Personen oder extrem gefährlichen Einsätzen (z.B. Schießerei) eingesetzt werden
  • Bei einem Notruf spricht man mit der Einsatzzentrale, nicht mit Rettungskräften, d.h. die Leute haben nicht direkt die Funktion des Feuerwehrmanns oder Polizisten

 
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24.01.2009
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Liebe @Ringelblume123

als Profilbeitrag schreibst Du:

Vielen Dank für euer Feedback.
Die Geschichte war meine erste längere Geschichte die ich geschrieben habe und deshalb auch noch ein bisschen Potenzial nach oben hat. Ich versuche die Tipps in Zukunft umzusetzen.

... nur lesen es da wohl die wenigsten. Und die Antwort gehört doch auch zu den Kommentaren, also schreib sie auch hier hin.
Und warum erst in Zukunft? Warum nicht hier und jetzt und an diesem Text? Da sieht man dann schön, wie sich ein Text verändert und was die RS-Fehler betrifft, so schön sind die nun auch nicht, dass die hier für alle Ewigkeiten bleiben müssen. Das wäre jedenfalls im Sinne dieses Forums, im Sinne von Textarbeit und nicht im Sinne von Textmüllhalde, wo jeder sein Zeug einfach abstellt. Kannste natürlich machen, wie Du magst, bringt Dich und dein Schreiben aber kein Stück weiter. Schlaf mal drüber ;)

Liebe Grüße, Fliege

 

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