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Die blaue Tür

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09.12.2019
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Die blaue Tür

Durch die Scheibe war in der nebeligen Nacht nicht mehr zu erkennen als eine schwach leuchtende Straßenlaterne, und, nicht weit davon entfernt, ein Schild mit der Aufschrift „Ebene 1“.
Eben befand sich Ansgar noch in einem Club, um mit seinen Freunden in seinen Geburtstag zu feiern. Bis ihm schwindelig wurde und seine Sicht verschwamm, genauso wie seine Erinnerung. Nun saß er in einer verlassenen Straßenbahn und blickte aus dem Fenster, ohne zu wissen, wie er hierher gekommen war.
Er spürte die Müdigkeit und den Alkohol, konnte sich aber nicht vorstellen, dass er nur wegen des Biers einen Blackout hatte. Beim zweiten Versuch schaffte er es, aufzustehen und wartete bis sich das eintretende Schwindelgefühl etwas beruhigt hatte. Die Türen der Bahn waren bereits geöffnet, er trat nach draußen in die nebelige Nacht. Außer dem schwachen Schein der Laterne und dem Licht in der Bahn war es um ihn herum dunkel.
„Was ist das hier? Welche Station heißt denn Ebene 1?“, schimpfte Ansgar vor sich hin, als er zum vorderen Teil der Bahn ging, um mit dem Fahrer zu sprechen. Die Fahrerkabine war jedoch verlassen.
Vielleicht traf er ja jemanden, wenn er den Schienen in die andere Richtung folgte. Er ging zurück zum Ende der Bahn. Ungefähr an der Stelle, an der er zuvor aufgewacht war, saß jemand, den Kopf an die Scheibe gelehnt. Als er näher kam, glaubte Ansgar, sich selbst zu sehen. Das Gesicht war zwar nicht zu erkennen, da die Person mit dem Rücken zu ihm saß und in die andere Richtung blickte, jedoch hatte sie lange rötlich-blonde Haare, zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden, eine kräftige Statur und trug ein schwarzes T-Shirt. Genau wie er.
Die Bahn setzte sich in Bewegung. Ansgar blieb erschrocken stehen, begann dann aber neben der Bahn herzulaufen. Sie beschleunigte zügig, und er war in seinem Zustand nicht lange in der Lage, mitzuhalten.
Schließlich blieb er stehen, und sah der im Nebel verschwindenden Bahn hinterher.

Ansgar folgte den Schienen. Es war eine kühle Frühlingsnacht, er fing an in seinem T-Shirt zu frieren. Der Nebel hatte sich etwas gelichtet und es begann, leicht zu regnen. Für ungefähr eine Viertelstunde sah er nichts anderes außer den Schienen und ungefähr alle hundert Meter eine der Straßenlaternen. Er schien sich weit abseits der Stadt zu befinden, es waren auch weiter entfernt keine anderen Lichter zu sehen.
Als er weiterging, erschien links ein Gebäude aus dem Nebel. Vor dem Eingangsbereich stand eine der Laternen, in dem Gebäude war von außen kein Licht zu sehen. Er näherte sich der Eingangstür des fünfstöckigen, weißen Gebäudes. Darüber befand sich ein Schild mit der Aufschrift „Hotel Ebene 1“.
Ansgar hatte die Angewohnheit, seine Gedanken laut auszusprechen, und sagte: „Jetzt heißt auch noch das Hotel so. Auf was für nem Trip bin ich hier?“
Da der Regen stärker wurde und es bisher nicht danach aussah, dass noch andere Gebäude in der Nähe waren, ging er zur Eingangstür und versuchte sie zu öffnen. Sie war nicht verschlossen, und als er den dahinter liegenden Eingangsbereich betrat, ging die Deckenbeleuchtung an. Er kniff wegen des hellen Lichts für einige Sekunden die Augen zusammen, und sah sich um.
Neben der Rezeption, auf deren Theke ein großes aufgeschlagenes Buch lag, sah er einige Sessel und eine Couchecke, mit einem Glastisch davor. Außerdem eine Treppe, die nach oben führte, und eine Aufzugtür. Alles wirkte alt und verlassen.
Er ging zur Rezeption und betrachtete das aufgeschlagene Buch. Auf der großen Doppelseite stand lediglich links oben: „Ansi: Zimmer 407“. Ansi war sein Spitzname, den er mittlerweile sehr mochte. Gerade weil dieser eher niedlich klingende Name das Gegenteil von seinem Äußeren war: Er war fast zwei Meter groß, durch seine Arbeit als Kampfsporttrainer kräftig gebaut, und seine langen Haare und der Vollbart taten ihr übriges.
Er sah sich einige der vorherigen Seiten an, und auch dort stand jeweils nur ein Name und eine Zimmernummer, z.B. „Efie: 513“ oder „Tim: 208“.
Bisher hatte Ansgar die Situation, auch durch seine Betrunkenheit, nicht sonderlich ernst genommen. Doch nun konnte er, auch durch den vorherigen Spaziergang durch die Nacht, wieder etwas klarer denken.
Er bekam ein beklemmendes Gefühl in der Brust. Wo war er hier? Er glaubte nicht, dass es ein Traum war, aber sein Eindruck konnte natürlich falsch sein. Weiß ein Träumender, dass er träumt? Vielleicht befand er sich doch noch in dem Club und jemand hatte ihm etwas in sein Getränk geschüttet? Wie sollte er verstehen, dass er sich selbst in einer Bahn gesehen hatte, die ohne Fahrer weg fuhr? Und sich anscheinend fernab der Zivilisation befand, mit nur einem Gebäude weit und breit, in dem ein Buch mit seinem Namen und einer Zimmernummer lag? Er trug auch nichts bei sich, die Taschen seiner Jeans waren leer.
Anstatt in dem Hotel nach anderen Personen zu suchen, oder zum Zimmer 407 zu gehen, entschloss er sich, das Hotel wieder zu verlassen und weiter den Schienen zu folgen. Er glaubte nicht, dass er hier jemanden finden würde, und irgendwann musste die Bahnstrecke ja die Stadt erreichen.
Ansgar ging zur Eingangstür und wollte sie öffnen, die schwere Holztür war jedoch verschlossen. „Was ist das denn jetzt?“, fluchte er vor sich hin, und rüttelte noch einige Male an der Tür. Nachdem er vergeblich versucht hatte, eines der Fenster zu öffnen, suchte er nach einem geeigneten Gegenstand, um damit eine der Scheiben einzuschlagen.
„Komm mit, ich warte in deinem Zimmer auf dich“, sagte eine Stimme hinter ihm.
Ansgar drehte sich um, vor der Treppe stand ein Mädchen in einem weißen Kleid. Es hatte lange schwarze Haare, zu einem Zopf geflochten. Bevor er etwas antworten konnte, drehte das Mädchen sich um und rannte die Treppe hoch. Ansgar lief rot an und rannte dem Mädchen hinterher. „Bleib stehen!“, schrie er.

Ansgar erreichte die zweite Etage. Von weiter oben rief das Mädchen: „Beeil dich, wir haben nicht viel Zeit!“. Wie war sie so schnell oben angekommen? Er lief weiter die Treppen hinauf und erreichte schwer atmend die vierte Etage, wo er sich nach der Tür zu Zimmer 407 umsah. Er entdeckte sie rechts am Ende des Flurs. Die Tür war nur angelehnt und er ging hinein.
Der Raum war spartanisch eingerichtet, ein Doppelbett und ein alter Holzschrank. Ihm direkt gegenüber zwei weiße Sessel und ein kleiner Tisch. Auf einem der Sessel saß eine alte Frau, auch sie trug ein weißes Kleid. Ihre langen grauen Haare waren zu einem Zopf geflochten. Trotz des großen Altersunterschieds sah Ansgar die Ähnlichkeit in ihren Gesichtszügen.
„Komm rein, Ansi. Wir haben nicht viel Zeit!“, sagte die alte Frau, und deutete auf den anderen Sessel. Ansgar gingen mehrere Fragen gleichzeitig durch den Kopf, was erst mal dazu führte, dass er die alte Frau nur verwirrt ansah. Sie hob fragend die Augenbrauen und zeigte erneut auf den leeren Sessel. Er ging schließlich dorthin, setzte sich und fragte "Wer sind sie, und wo bin ich hier?“
Die Frau sah ihn für einige Sekunden mit ihren durchdringenden blauen Augen an. „Es ist nicht wichtig, wer ich bin. Genauso wenig, wo wir sind. Ich versuche dir zu helfen, deinen Weg zu finden. Bist du ein guter Mensch?“
„Ich…? Na klar, was soll die Frage? Sagen Sie mir doch einfach, wie ich wieder nach Hause komme“. Wieder dieser durchdringende Blick, sie ließ ihn keinen Moment aus den Augen. Er begann leicht zu schwitzen.
„Wie behandelst du deine Mitmenschen, wenn sie dir bei deinen Zielen im Weg sind? Oder wenn du der Meinung bist, dass sie schwächer sind als du?“
Ansgar hatte Schwierigkeiten, ihr zuzuhören, so sehr war er von ihrem Blick eingefangen. Als könnte sie direkt in seine Seele sehen und wüsste ohnehin schon alles über ihn. „Weiß nich was Sie meinen. Ich verfolg meine Ziele genauso wie alle anderen, und komm trotzdem gut mit allen klar. Ich glaub, alle halten mich für einen tollen Kumpel, auf den man sich immer verlassen kann“. Bevor er weiterreden konnte, kamen einige Erinnerungen hervor, die er jedoch direkt wieder beiseite schob. Als hätte er versehentlich eine Tür geöffnet, hinter der verborgene Erlebnisse lagen, und die er direkt wieder zudrückte. Er konnte die Tür in seinen Gedanken sehen, eine blaue Holztür
„Es wird dich nicht vor den Konsequenzen schützen, alles zu verstecken. Du wirst die Tür öffnen müssen, wenn du wieder nach Hause möchtest“, sprach die alte Frau mit leiser Stimme, und durchdrang ihn weiter mit ihrem Blick.
Er begann stärker zu schwitzen. Seine Hände zitterten. Er wollte nur noch weg, aus diesem Zimmer und dem Hotel. Alles hier machte ihm Angst. Die Frau hatte mit wenigen Worten seine heile Welt durcheinander gebracht. Wer war sie, und was machte sie mit ihm? Welche Erinnerungen verbargen sich hinter der blauen Tür?
„Geh nun. Du wirst Zeit haben, über alles nachzudenken. Ich warte unten auf dich“. Als Ansgar nur starr sitzen blieb, beugte sich die alte Frau nach vorne und schrie ihn an: „Mach schon! Hör auf, ein Feigling zu sein!“
Ansgar stolperte von dem Stuhl und wäre fast hingefallen, als er mit zitternden Beinen aus dem Zimmer flüchtete. Er lief den Flur entlang und die Treppen hinunter. Auf der zweiten Etage stand das Mädchen in dem weißen Kleid, in der Nähe der Treppen. „Beeil dich! Die Bahn fährt gleich ab!“, rief sie ihm zu. Auch sie hatte blaue Augen und diesen alles durchdringenden Blick. Er lief weiter, und wäre fast die Treppen runter gefallen. Als er im Eingangsbereich ankam, sah er erneut das Mädchen, es stand vor der Eingangstür. Ansgar hielt sich am Geländer fest, seine Beine knickten ein, und er stotterte: „Was macht ihr mit mir? Lasst mich hier raus und nach Hause!“
Das Mädchen kam zu ihm und nahm seine Hand. „Komm mit, ich zeige dir deinen weiteren Weg“. Ansgar hatte alle Willenskraft verloren und ließ sich von ihr nach draußen führen. Die Eingangstür war nicht mehr verschlossen.
Wenige Meter vor dem Hotel stand die Straßenbahn. Er nahm zumindest an, dass es die gleiche war, mit der er hierhin gekommen war. Sie führte ihn zu der Bahn, öffnete eine der Türen und sagte: „Steig ein, sie wird dich an deine nächste Station bringen. Während der Fahrt hast du Zeit, über deine Vergangenheit nachzudenken. Wir werden uns wiedersehen.“
Als er in die Bahn stieg, spürte Ansgar zum ersten mal etwas Erleichterung, seit er hier angekommen war. Er setzte sich hin, kurz danach fuhr die Bahn los. Aus einem der Fenster sah er das Mädchen, sie winkte ihm lächelnd hinterher.

Ansgar beruhigte sich, je weiter er sich in der Bahn von dem Hotel entfernte. Draußen wurde der Nebel wieder dichter, Regen prasselte gegen die Scheiben. Er sah im Vorbeifahren nichts anderes als die Straßenlaternen.
Alles, was in dem Hotel passiert war, wurde unwirklich. Aber ihm gingen immer wieder die Worte der alten Frau durch den Kopf. In seinen Gedanken sah er die blaue geschlossene Tür, und erinnerte sich jetzt auch, woher er sie kannte. Es war die Tür zu seinem damaligen Kinderzimmer, in dem er sich immer sicher und beschützt gefühlt hatte.
Er stellte sich vor, wie er zu ihr ging und sie einen Spalt öffnete, und sah in seiner Erinnerung einen damaligen Schulfreund vor sich am Boden liegen. Es war kurz vor dem Ende seiner Schulzeit, und sein Freund hatte eine blutige, gebrochene Nase. Ansgar hatte ihm eine verpasst, da er glaubte, dass er sich an seine damalige Freundin ran machen wollte. Was sich im Nachhinein als falsch erwiesen hatte. Ansgar hatte sich nie dafür entschuldigt.
Ein weiteres kurzes Öffnen der Tür zeigte ihm eine weitere Erinnerung, nur kurze Zeit später. Er gab seiner Freundin eine kräftige Ohrfeige und beschuldigte sie, auf die Belästigungen seines Freundes einzugehen. Auch bei ihr hatte er sich nie entschuldigt. Kurze Zeit später trennte sie sich von ihm.
Ansgar war erschrocken über diese Erinnerungen, wusste aber auch, dass alles genauso geschehen war. Er hatte diese Momente verdrängt, sie passten nicht in sein Bild eines coolen Typen, auf den man sich immer verlassen konnte, und der in jeder Situation die Kontrolle behielt.
Er sah nach draußen in den Nebel und fragte sich, was er noch alles hinter der Tür versteckt hatte. Die Bahn wurde langsamer und hielt schließlich an. Er blickte aus dem Fenster, neben der Bahn befand sich ein blau beleuchteter Weg, der zu einem Zirkuszelt führte. Das Zelt war ebenfalls blau beleuchtet, er konnte jedoch nicht erkennen, wodurch. Zu Beginn des Weges stand das Mädchen in dem weißen Kleid, nass vom Regen.
„Und was erwartet mich hier?“, fragte sich Ansgar. Er wusste zwar noch immer nicht, was hier vor sich ging, wurde sich aber zumindest klar darüber, dass es ihm nicht helfen würde, sich zu verstecken. Was auch immer hier noch passierte, er würde sich dem stellen. Er verließ die Bahn und ging zu dem Mädchen. „Du schon wieder“, sagte er, bemüht, sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr ihn ihre Anwesenheit hier verunsicherte.
„Ich sagte dir doch, dass wir uns wiedersehen. Und es wird nicht das letzte mal sein. Komm mit, diesmal wird es etwas ruhiger“, erwiderte sie. Er folgte ihr zum Zirkuszelt, und konnte weiterhin nicht erkennen, woher das blaue Licht kam. Über dem Eingang hing ein Holzschild mit der Aufschrift „Übergang“.
„Ich frag gar nicht erst, wohin das hier ein Übergang ist“, murmelte Ansgar in seinen Bart, und ging hinein.

Auch der Innenraum des Zelts war blau beleuchtet, alles hier wirkte sehr beruhigend auf ihn.
„Such dir einen Platz, wir sehen uns später“, sagte das Mädchen, und verließ das Zelt. Er setzte sich auf einen der vorderen Plätze, und wartete was passieren würde. Bisher war niemand zu sehen, auch der Innenraum war verlassen.
Nach einigen Minuten öffnete sich in der Mitte des Innenraums eine Luke im Boden, kurz danach wurde dort eine auf einem Hocker sitzende Frau auf einer Plattform in die Manege gefahren. Sie trug als Kontrast zu dem blau ihrer Umgebung ein rotes, schulterfreies Kleid, und hatte dunkelrote, lange Haare, die sie offen trug. Sie hielt eine Gitarre in den Händen, sah zu Ansgar und lächelte ihn an. „Sei wie du bist, Ansgar. Du hast es bald geschafft.“
Als sie begann, auf der Gitarre zu spielen, erkannte Ansgar das Lied sofort. Es war „come as you are“ von Nirvana, als ruhige Akustikversion:
Come as you are, as you were
As I want you to be
As a friend, as a friend
As an known enemy ...

Während des Liedes sah sie Ansgar die ganze Zeit an. Auch ihr Blick hatte etwas Hypnotisches, aber ganz anders als bei der alten Frau. Er hatte sich schon lange nicht mehr so gut gefühlt, als wäre er hier in völliger Sicherheit. Es gab nur diesen Moment, in dieser beruhigenden blauen Umgebung.
Nachdem sie zu Ende gesungen hatte, war sie für einige Sekunden still, und sagte dann: „Komm zu mir, Ansgar. Ich werde dir den weiteren Weg zeigen.“
Er stand mit glasigem Blick auf und ging runter in die Manege. Als er bei der Frau in dem roten Kleid ankam, erkannte er, wie schön sie war. Sie war ungeschminkt, hatte eine helle Haut und grüne Augen. Sie erhob sich von dem Hocker und fragte: „Vertraust du mir?“
Ansgar antwortete „Ja“, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern. Die Frau deutete auf den Hocker, und er setzte sich hin. Sie legte die Gitarre ab, neben die Plattform, und ging hinter ihn. Mit einem schwarzen Tuch verband sie seine Augen. Er vertraute ihr und ließ es geschehen. Sie flüsterte ihm ins Ohr: „Alles Gute. Du wirst es schaffen“. Der Boden der Plattform begann leicht zu vibrieren und fuhr nach unten.

Schon kurze Zeit später endete die Bewegung. Er hörte, wie über ihm die Luke wieder geschlossen wurde. Ansgar blieb sitzen und wartete, was passieren würde. Um ihn herum herrschte für einige Minuten absolute Stille. Dann nahm ihm jemand die Augenbinde ab. Es blieb alles finster, er drehte dennoch den Kopf und versuchte zu erkennen, wer dort war. Aber in der Dunkelheit war niemand zu sehen.
An der Decke ging ein kleiner Scheinwerfer an. Ansgar sah nach oben und traute seinen Augen nicht. „Ist das eine Discokugel? Das kann nur der Moment sein, in dem ich aufwache“, flüsterte er vor sich hin. „Bitte!“
Er wollte gerade aufstehen und sich seine Umgebung ansehen, blieb dann jedoch wie versteinert sitzen. Um ihn herum stieg Nebel auf, und aus allen Richtungen gingen langsam Personen auf ihn zu. Sie trugen entweder ein weißes Kleid oder einen weißen Anzug. Als sie näher kamen, erkannte er, dass sie hölzerne Masken trugen. Darauf gemalt war sein Gesicht.
Sie blieben in einem Abstand von ungefähr drei Metern um ihn herum stehen. Sein Herzschlag beschleunigte sich, und er begann wieder zu schwitzen. Eine der Personen direkt vor ihm ging auf ihn zu und nahm die Maske ab. Es war die alte Frau aus dem Hotel. Sie blickte ihn wieder mit ihren blauen Augen an, ohne etwas zu sagen. Dann kam sie näher und flüsterte in sein Ohr:
„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Ansi!“
Es gingen weitere Scheinwerfer an der Decke an, in verschiedenen Farben, und nun begannen alle ihre Masken abzunehmen. Ansgar sah von einem zum anderen, und natürlich kannte er sie alle. Es war noch nicht lange her, soweit er das beurteilen konnte, dass er mit seinen Freunden zusammen in einem Club in seinen Geburtstag feiern wollte. Und nun waren sie hier, wo auch immer er war, und begannen „Happy Birthday“ zu singen.
Zum Glück wussten sie nicht, wie nahe er dran gewesen war, sich in die Hose zu machen.

„Soll ich dir direkt eine verpassen, oder lieber etwas später?“, fragte Ansgar seinen besten Freund Max. Max prostete ihm mit seinem Bierglas zu und antwortete lachend: „Wenn du schon wieder so anfängst, bekommst du irgendwann die nächste Abreibung.“
„Besser nicht, ich habe die Botschaft schon verstanden. Wer hat das ganze hier denn organisiert?“
„Wir haben eine Organisation gefunden, die sich ‚Light Mind‘ nennt. Sie organisiert Events für Leute, die wieder auf den richtigen Weg gebracht werden sollen. Also so Gestalten wie dir“, meinte Max, und trank von seinem Bier. „Wir können ein andermal ausführlich darüber sprechen. Ich geh mal zur Tanzfläche, bis später.“
Ansgar sah zur Bar und entdeckte dort die alte Frau und das Mädchen aus dem Hotel. Das Mädchen gab es jedoch offensichtlich zweimal, und nun wurde ihm auch klar, wie der Trick funktionierte, gleichzeitig auf der zweiten Etage und im Erdgeschoss zu sein. Und in kürzester Zeit die vierte Etage zu erreichen. Er ging zur Bar und wurde auf dem Weg dorthin leicht von jemandem im Vorbeigehen angerempelt. Er verschüttete etwas von seinem Bier.
Als er an der Bar ankam, sagte die alte Frau: „Hallo Ansi! Ich hoffe, du bist nicht sauer auf mich, wegen meinem Auftritt im Hotel. Ich spiele schon fast mein Leben lang Theater und vergesse manchmal, dass ich ziemlich einschüchternd sein kann. Aber ich hoffe, ich hab dich auch ein wenig zum Nachdenken gebracht. Und nicht wundern, ich duze jeden.“
„Machen Sie sich keine Sorgen, es ist schon alles in Ordnung. Ich habe einige Sachen gemacht, die nicht in Ordnung waren, und werde versuchen, davon so viel wie möglich wieder in Ordnung zu bringen. Wahrscheinlich verbergen sich hinter der Tür noch einige weitere Erinnerungen.“
„Ich denke, das solltest du machen, aber nun genieß erst mal deine Geburtstagsfeier! Ich glaube, du bist ein guter Mensch, wir alle machen Fehler. Das sind übrigens meine beiden Uhrenkelinnen. Wie du gemerkt hast, tragen auch sie das Schauspielgen in sich“, erzählte die Frau und legte ihre Hände auf die Schultern der Zwillinge.
„Allerdings!“, erwiderte Ansgar. „Sie sollten bei der Polizei arbeiten. Bei Ihnen gesteht jeder Verbrecher schon nach kurzer Zeit. Wer hat denn eigentlich meinen Doppelgänger gespielt, der als ich hier ankam in der wegfahrenden Bahn saß?“
Die alte Frau sah ihn verwirrt an. „Was meinst du? Wir haben uns einiges für dich einfallen lassen, aber ich erinnere mich nicht an einen Doppelgänger.“
„Na klar, er saß ungefähr dort, wo ich vorher gesessen hatte und ...“. Ansgar wurde schwindelig, er ging einen Schritt nach vorne und hielt sich an der Bar fest. Seine Sicht begann zu verschwimmen.

Ansgar öffnete die Augen, als er merkte, dass die Bahn sich in Bewegung setzte.
Wie war er hierher gekommen? Er hatte sich eben noch an der Bar festgehalten, und wollte nur für einen Moment die Augen schließen. Und nun saß er wieder in dieser Bahn. Er bemerkte draußen eine Bewegung, und wusste, bevor er hinsah, wen er sehen würde. Sich selbst, wie er neben der Bahn her lief, schon nach kurzer Zeit nicht mehr mit kam und im Nebel verschwand.
Die Bahn fuhr weiter, auf der linken Seite erschien das Hotel. Es war wie beim ersten mal innen kein Licht zu sehen. Etwas später fuhr er an dem Weg und dem Zirkus vorbei, die Beleuchtung war aus.
Ansgar fragte sich, ob er sich nun zeitlich nach seinem Aufenthalt im Zirkus und seiner anschließenden Geburtstagsfeier befand, oder zur selben Zeit wie zu seiner Ankunft? Er konnte die ganze Situation nicht mehr verarbeiten. Wie war es möglich, dass er den gleichen Moment erneut erlebte, nur diesmal in der Bahn?
Nach einigen Minuten hielt die Bahn an, die Türen öffneten sich automatisch. Ansgar überlegte nicht mehr, er folgte einfach dem Weg, der ihm hier vorgegeben wurde, und ging nach draußen. Der Nebel war hier sehr dicht. Auch an dieser Station stand wieder eine der Straßenlaternen, dahinter begann ein blau beleuchteter Weg, ähnlich dem bei dem Zirkus. Neben der Laterne stand ein Schild mit der Aufschrift „Ebene 2“.
Er folgte dem blau beleuchteten Weg in den Nebel. Nicht lange, und er erreichte die blaue Holztür, die er in seinen Gedanken seit dem Gespräch mit der alten Frau kannte. Niemand war hier, um ihm den weiteren Weg zu zeigen, aber das war auch nicht mehr nötig.
Ansgar ging zu der blauen Tür und öffnete sie. Dahinter sah er den oberen Teil eines Lenkrads, sowie hinter einer Windschutzscheibe eine nebelige Straße in der Dunkelheit. Er wusste, um welchen Moment seines Lebens es sich handelte, und warum er hier war. Er ging durch die Tür.

Er saß hinter dem Lenkrad seines ersten Wagens. In dieser Nacht war er nach seiner Spätschicht als Parkhauswächter auf dem Weg nach Hause. Es war nur wenige Monate nach seinem achtzehnten Geburtstag, noch während der Schulzeit, in der er sich durch diesen Job etwas Geld verdiente. Auch um den Wagen abzubezahlen.
Dichter Nebel zog durch die Straßen, trotzdem fuhr er zu schnell, er wollte nach Hause. Normalerweise war in den ruhigen Seitenstraßen um diese Zeit niemand unterwegs. Wegen des Nebels und seiner Geschwindigkeit sah er die alte Frau zu spät, sie war nur noch wenige Meter von seinem Wagen entfernt. Sie hatte sein Auto anscheinend nicht gehört und auch sie bemerkte die Situation erst, als der Unfall nicht mehr zu verhindern war. Ansgar trat mit aller Kraft auf die Bremse, traf die Frau dennoch mit voller Wucht und schleuderte sie nach vorne durch die Luft. Der Wagen kam kurz vor ihr zum stehen. Neben ihr auf dem Bürgersteig war eine nur schwach leuchtende Straßenlaterne, es hatte angefangen leicht zu regnen. Im Radio lief das Lied „dreaming while you sleep“ von Genesis:
I can never understand what went through my mind
I didn´t stop to see what I had done
I had to keep on driving deep into the night
The miles between would somehow put it right ...

Er hatte den Unfall nicht verhindern können, obwohl er wusste, was passieren würde, als der durch die blaue Tür gegangen war. Aber er wusste auch, was er damals danach getan hatte, und schämte sich dafür. So sehr, dass er Tränen in den Augen hatte.
Die Frau lebte noch, sie lag auf dem Rücken und drehte den Kopf in seine Richtung. Sah ihm in die Augen. Er hatte damals sein weiteres Leben und seine Pläne vor sich gesehen, und konnte einfach nicht zulassen, dass etwas dazwischen kam. Daher hatte er in wenigen Sekunden eine Entscheidung getroffen, die sein gesamtes weiteres Leben beeinflussen würde. Er blickte noch einmal zu der sterbenden Frau auf der Straße, und fuhr durch den stärker werdenden Regen an ihr vorbei. Aus Angst, dass man seinen Anruf zurückverfolgen würde, hatte er auch später keinen Krankenwagen gerufen.
Stattdessen war in seinem Verstand ein Versteck entstanden, mit Erinnerungen, die er wegschließen wollte. Vor allem dieser, seiner Fahrerflucht.
Er wusste nicht, ob er hier seine Vergangenheit ändern konnte, oder nur seine Erinnerung. Aber er würde er nun das Richtige tun. Er nahm sein Smartphone, das neben ihm auf dem Beifahrersitz lag, und rief einen Krankenwagen. Dann stieg er aus, holte seinen Erste-Hilfe-Koffer aus dem Kofferraum, und lief zu der verletzten Frau.

Ansgar saß in einem Straßencafé. Es war ein schöner Sommertag, er trank einen Kaffee und las in einer Zeitung. Jemand setzte sich ihm gegenüber. Er blickte von der Zeitung auf und sah die rothaarige Frau, die in dem Zirkus das Lied „come as you are“ gesungen hatte. Sie trug eine rote Bluse und blickte ihn mit ihren wissenden und freundlichen grünen Augen an. Das Gefühl von Ruhe und Vertrauen war direkt wieder da.
„Hi Ansgar! Wie geht´s dir? Kannst du die Freiheit schon genießen, so kurz nach deiner Entlassung?“, fragte sie.
Er sah sich um, aber zum Glück waren zur Mittagszeit nur wenige Leute in dem Café, und keiner an einem Nachbartisch, der mithören konnte. „Klar, ich bin froh aus dem Gefängnis zu sein, aber auch erleichtert, dass ich meine Strafe abgesessen habe. Und zum Glück geht es der alten Frau wieder gut, die ich angefahren habe. Ich habe sie bereits besucht.“
„Du hast die richtige Entscheidung getroffen. Viele haben Angst davor, selbst wenn sie etwas für richtig halten, und bleiben lieber bei ihrem bisherigen Leben. Niemand möchte in eine ungewisse Zukunft steuern, aber manchmal ist es gut, genau das zu tun. Ich heiße übrigens Caro, du kannst mich gerne duzen. Das machen wir alle bei ‚Light Mind‘ so“. Sie hielt ihm ihre Hand hin.
„Freut mich, Caro. Nenn mich ruhig Ansi“, antwortete er und schüttelte ihre Hand. „Aber ich arbeite ja nicht bei euch, oder weiß ich etwas nicht?“
„Noch nicht, aber wir würden die gerne ein Angebot machen. Die meisten, die bei uns arbeiten, sind ehemalige Teilnehmer, die sich getraut haben, Verantwortung zu übernehmen und ihr Leben zu verändern. Selbst wenn ihnen dadurch erst mal eine unangenehme Zeit bevor steht. Wir brauchen Mitarbeiter, die mutig sind und auf die wir uns verlassen können, und haben daher auch an dich gedacht.“
„Danke, aber was würde ich denn bei euch machen? Ich bin dankbar für die Möglichkeit, die ihr mir gegeben habt, aber wie war das alles möglich? Die blaue Tür, und das erneute Erleben des Unfalls?“
„Jeder lebt in seiner eigenen veränderbaren Realität, aber du wirst noch erfahren, wie es funktioniert, wenn du erst mal eine Zeit lang bei uns bist. Wir finden schon was für dich, wir brauchen zum Beispiel immer Mitarbeiter, die den Ablauf eines solchen Events planen und kreative Ideen haben. Wie zum Beispiel das Hotel. Und natürlich Leute an der Front, du erinnerst dich ja bestimmt noch an die ältere Dame mit ihren beiden Uhrenkelinnen. Also was meinst du?“
„Ich würde mir zumindest alles mal gerne näher ansehen. Also wenn ich darf. Geht das?“, fragte er.
„Na klar, ich hole dich morgen früh um 9 Uhr ab. In Ordnung?“
„O.k. Ich wohne zur Zeit bei meinem Kumpel Max, er wohnt...“.
Bevor er fortfahren konnte, unterbrach sie ihn: „Aber das weiß ich doch alles. Dann bis morgen“. Sie stand auf, aber bevor sie gehen konnte, wollte Ansgar noch wissen: „Verrätst du mir dann auch, wie der Trick funktioniert, gleichzeitig in der Bahn zu sein, und neben ihr her zu laufen?“
„Ja, aber nur wenn du die Probezeit überstehst!“. Sie zwinkerte ihm zu und ging zu ihrem Wagen.
 
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22.03.2015
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Guten Abend Rob F,

Danke dir für die Geschichte. Bin als großer Mystery-Fan natürlich direkt drangeblieben um herauszufinden, in was deine Figur Ansi da geraten ist. Hat mich am Ende an den Film "THE GAME" erinnert, in der eine Organisation ebenfalls auf den Plan tritt, um Menschen zurück in die Spur zu helfen.
Es ist noch keine Minute her, seit ich aufgehört habe zu lesen, und muss sagen, dass ich nun am Ende jedoch verwirrt bin. Wo befindet sich Ansi im letzten Abschnitt zeitlich? Zuerst dachte ich, wir sind nun in einer Art Paralelldimension, in der sich Ansi gestellt hat, aber das passt nicht zur real existierenden Organisation "Light mind".

Du hast durch deine Beschreibungen ein paar sehr schöne Momente und Bilder in meinem Kopf entstehen lassen.
Was mich leider immer wieder rausgeworfen hat, waren die Stellen, an denen Ansi spricht:

Und was erwartet mich jetzt? Die alte Frau als fliegende Hexe?“, fragte sich Ansgar.

Solche Dialoge finden sich einige. Er redet sehr flapsig und dadurch hatte ich oft das Gefühl, dass er die Situation, in der er sich befindet, nicht wirklich ernst nimmt. Hat für mich beim Lesen die Stimmung getrübt.

Gruß
 
Wortkrieger-Team
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Monster-WG
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16.03.2015
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Hallo @Rob F ,

Ich habe den Titel geändert. "Durchgängige" Kleinbuchstaben sind in Texten und übrigens auch in Kommentaren nicht erlaubt. Egal, in welcher Sprache ;)

Gruß, GoMusic
 
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09.12.2019
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Hi @Cabal ,

freut mich, dass du die Geschichte gelesen hast, und danke für dein Feedback!

Ich wollte durch Ansis flapsige Art die Geschichte ab und zu etwas auflockern, aber du hast Recht, war wohl manchmal etwas zu viel des Guten. Habe es zumindest an zwei Stellen mal etwas geändert.

Ich hatte bei dieser Geschichte die Grundidee, dass eine Organisation den Menschen ihre verdrängten Erinnerungen vor Augen führt. Aber auch eine Möglichkeit gefunden hat, jemanden zu einem früheren Zeitpunkt seines Lebens zurück zu schicken, ohne dass er die Erinnerung verliert, was er danach schon alles erlebt hat. Und genau dadurch entscheiden kann, ob er sein Leben verändern möchte oder nicht.

Die letzte Szene spielte also in der gleichen Realität, zeitlich nach dem "Event", in dem er durch die blaue Tür zurück zu dem Unfall geschickt wurde. Er war ja einige Jahre im Gefängnis... hierdurch entsteht wahrscheinlich der Widerspruch, dass ohne den Unfall das Event von light mind gar nicht so stattgefunden hätte, aber ich glaube dieser Widerspruch findet sich in vielen Zeitreisegeschichten.

Das ist zumindest meine Version ;-)

Du scheinst ja auch in diese Richtung zu schreiben, bestimmt schaue ich auch mal bei deinen Geschichten vorbei.

Viele Grüße
Rob
 
Mitglied
Beitritt
09.12.2019
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Hi @GoMusic ,
ich würde den Titel der Geschichte gerne noch ändern in "Die blaue Tür". Geht das noch?
Gruß, Rob
 
Wortkrieger-Team
Senior
Monster-WG
Beitritt
04.03.2018
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Hey @Rob F,

SciFi lese ich gerne und so bin ich über deinen Text gestolpert.

Eigentlich war er beim trinken ganz gut was gewöhnt.
das substantivierte Verb wird groß geschrieben. Was ist "ganz gut was gewöhnt"? Unschöner Satz.

Beim zweiten Versuch schaffte er es, aufzustehen, und wartete bis sich das eintretende Schwindelgefühl etwas beruhigt hatte.
Wofür das Komma vor dem und?

Es war zum Glück eine warme Sommernacht, so dass er in seinem T-Shirt nicht fror. Der Nebel hatte sich etwas gelichtet und es begann, leicht zu regnen.
Gibt es das, warme Sommernächte mit Nebel? Im Normalfall braucht es dazu eine deutliche Abkühlung. Das "zum Glück" würde ich streichen, das passt nicht zur Perspektive.

Ansgar hatte die Angewohnheit, seine Gedanken laut auszusprechen, und sagte:
Tell

Er kniff wegen dem hellen Licht für einige Sekunden die Augen zusammen
Genitiv: wegen des hellen Lichts

Alles hier wirkte alt und verlassen.
wo sonst?

und seine langen Haare und der Vollbart taten ihr übriges.
Würde ein nehmen.

Wusste ein Träumender, dass er träumt?
Weiß ein Träumender, dass er träumt?

und jemand hatte ihm etwas in sein Getränk getan
tun kannst du leicht ersetzen durch ein stärkeres Verb, zB. geschüttet.

Wie sollte er sich erklären, dass er sich selbst in einer Bahn gesehen hatte, die ohne Fahrer weg fuhr?
das zweifache sich hakelt, vllt. wie sollte er verstehen …?

Und sich anscheinend fernab der Zivilisation befand, mit nur einem Gebäude weit und breit, in dem ein Buch mit seinem Namen und einer Zimmernummer lag?
so was hast du oft, eine Doppelung oder ein Ausbau, der keine weiteren wichtigen Infos bringt. Das bläht den Text nur unnötig auf. Auch hier:
Er hatte auch keine persönlichen Sachen dabei, weder seine Brieftasche, noch sein Smartphone oder seinen Schlüssel.
Du schreibst, er hatte nichts dabei und schreibst dann nochmal, was genau er alles nicht dabeihatte. Das ist redundant. Du könntest einfach schreiben: Er griff in die Taschen seine Jeans, sie waren leer.

Nachdem er erfolglos versucht hatte, eines der Fenster zu öffnen,
Ist er auf der Suche nach Erfolg? Hinterfrage die Wortbedeutung. In dem Fall wäre vergeblich besser.

und rüttelte noch einige male feste an der Tür
Male

Ansgar lief rot an und rannte dem Mädchen hinterher. Was für ein Spiel wurde hier gespielt? „Bleib stehen!“, schrie er.
Könntest du verlustfrei streichen. Überlass solche Fragen dem Leser, der stellt die sich schon.

„Was ist das denn jetzt?“, fluchte er vor sich hin, und rüttelte noch einige male feste an der Tür. Nachdem er erfolglos versucht hatte, eines der Fenster zu öffnen, suchte er nach einem geeigneten Gegenstand, um damit eine der Scheiben einzuschlagen.
Mal grundsätzlich: versuche alles Unnötige, zB. auch Adverbien aus dem Rext zu streichen.

Ansgar erreichte die zweite Etage. Von weiter oben rief das Mädchen: „Beeil dich, wir haben nicht viel Zeit!“. Wie war sie so schnell oben angekommen? Er lief weiter die Treppen hinauf und erreichte schwer atmend die vierte Etage, wo er sich nach der Tür zu Zimmer 407 umsah.
Er entdeckte sie rechts am Ende des Flurs und ging in diese Richtung. Die Tür (von Zimmer 407) war nur angelehnt und er betrat das Zimmer (alt. ging hinein).
Kannst du alles streichen, macht den Text langatmig.

Auch sie trug ein weißes Kleid, das dem des Mädchens sehr ähnlich sah
unnötig

Trotz des großen Altersunterschieds, Ansgar schätzte die alte Frau auf über achtzig Jahre, und das Mädchen auf ungefähr zehn Jahre, sah er die Ähnlichkeit in ihren Gesichtszügen.
braucht es nicht.

Ansgar gingen mehrere Fragen gleichzeitig durch den Kopf, was erst mal dazu führte, dass er die alte Frau nur verwirrt ansah.
Den kannst du komplett streichen.

Als er seine Gedanken einigermaßen sortiert hatte, fragte er:
Auch den. Das „Wer sind sie, und wo bin ich hier?“ sagt alles.

„Ich… na klar! Was soll die Frage?
Ich ...? Na klar, was soll die Frage?

Ich glaub(Komma) alle halten mich für einen tollen Kumpel, auf den man sich immer verlassen kann

Ansgar war Nahe an einem Nervenzusammenbruch
So ist das nur eine Behauptung, zeig es mir, hat er einen irren Blick oder heult und zittert er oder was?

Wir werden uns wieder sehen
wiedersehen.

Er sah im vorbeifahren nichts anderes als die Straßenlaternen.
Vorbeifahren.

Alles, was in dem Hotel passiert war, fing an unwirklich zu werden.
Ohne Schnörkel: Alles, was in dem Hotel passiert war wurde unwirklich.

Es war die Tür zu seinem damaligen Kinderzimmer, in dem er sich immer sicher und beschützt gefühlt hatte, im Haus seiner Eltern.
Wo sonst sollte es sein?

Es war kurz vor dem Ende seiner Schulzeit, und sein Freund (lag auf dem Teppich und) hatte eine blutige, gebrochene Nase. Ansgar hatte ihm eine verpasst, da er glaubte, dass er sich an seine damalige Freundin ran machen wollte. Was sich im Nachhinein als falsch erwiesen hatte. Ansgar hatte sich nie dafür entschuldigt.
Das Drumherum wer, warum, weshalb muss ich nicht wissen, unwichtig.

Ein weiteres kurzes öffnen der Tür
das Öffnen

Kurze Zeit später trennte sie sich von ihm.
PQP. Kurze Zeit später hatte sie sich von ihm getrennt.

Vielleicht würde er professionelle Hilfe suchen, anstatt zu versuchen, alleine damit fertig zu werden.
Geht mir viel zu schnell, bräuchte es nicht für mich.

„Und was erwartet mich hier?“, fragte sich Ansgar. Er wusste zwar noch immer nicht, was hier vor sich ging, wurde sich aber zumindest klar darüber, dass es ihm nicht helfen würde, sich zu verstecken. Was auch immer hier noch passierte, er würde sich dem stellen.
Durch diese Einschübe verschleppst du das Tempo. Ich hab Mühe, am Ball zu bleiben, weil ich es als langatmig empfinde.

Komm mit, diesmal wird es etwas ruhiger“, erwiderte sie mit einem schelmischen Grinsen.
Das "schelmische Grinsen" ist out of character.

„Ich frag gar nicht erst, wohin das hier ein Übergang ist“, murmelte Ansgar in seinen Bart, und ging hinein.
Ich habe hier gelernt, dass es manchmal bis meistens besser ist, einfach nur "sagte er" im Redebegleitsatz zu schreiben, weil das Gesagte wirken soll, nicht das Drumherum.

Auch der Innenraum des Zelts war blau beleuchtet, alles hier wirkte sehr beruhigend auf ihn.
Was hat es mit diesem ständigen Blau-Dings auf sich? Ist das eine Andeutung Richtung Himmel?

Als sie begann(Komma) auf der Gitarre zu spielen,

Auch ihr Blick hatte etwas hypnotisches
finde ich ungenau, Hypnotisches groß.

Er hatte sich schon lange nicht mehr so gut gefühlt, als wäre er hier in völliger Sicherheit. Es gab nur diesen Moment, in dieser beruhigenden blauen Umgebung. Das Lied und der Blick der unbekannten Frau ließen ihn alle Ängste vergessen.
Streichpotential: dreimal fast das gleiche gesagt.

Als er bei der Frau in dem roten Kleid ankam, erkannte er, wie schön sie war. Sie war ungeschminkt, hatte eine helle Haut und grüne Augen.
Da linst der Kitsch um die Ecke.

Stattdessen war in seinen Gedanken ein Versteck entstanden, mit Erinnerungen, die er wegschließen wollte. Vor allem dieser, seiner Fahrerflucht. Es fiel seit diesem Unfall anderen immer mehr auf, dass Ansgar in manchen Situationen sehr aggressiv wurde. Ihm selber war es bis heute nicht bewusst, er versteckte alles, was er verdrängen wollte, hinter der blauen Tür.
Für mein Empfinden erklärst du zu viel, ich muss selbst keine Schlüsse mehr ziehen, weil du mir alles vorkaust.

Er wusste nicht, ob er hier seine Vergangenheit ändern konnte, oder nur seine Erinnerung. Aber er würde er nun das Richtige tun. Er nahm sein Smartphone, das neben ihm auf dem Beifahrersitz lag, und rief einen Krankenwagen. Dann stieg er aus, holte seinen Erste-Hilfe-Koffer aus dem Kofferraum, und lief zu der verletzten Frau.
Eine Korrektur der Vergangenheit, das ist ein schöner Twist. Auch die Folgen für die Gegenwart des Prota sind nachvollziehbar, wenn auch etwas dick, denn wegen eines überhöhter Geschwindigkeit landet niemand im Knast. Selbst Raser, die es in Kauf nehmen, bei ihren Rennen Unbeteiligte zu töten (und dies auch tun), kommen oft mit einer Bewährungsstrafe davon.

Du packst gleich mehrere Geschichten in eine, erst die Fahrt in der Bahn ohne Fahrer, das einsame Hotel mit dem Mädchen und der alten Frau und gerade, als ich meine, ich hab es kapiert, kommt das nächste Register: die Bahnfahrt mit der Freundin-Ohrfeige, und das nächste: der Zirkus, und das nächste: die Luke mit dem Kreis der Maskenträger, und das nächste: die Fa. Light Mind mit Party in der Bar, und das nächste: die erneute Bahnfahrt zu Ebene 2, und das nächste: der erneut erlebte Unfall, und das nächste: die geänderte Vergangenheit mit Folgen für die Gegenwart, und das nächste: das Angebot der Mitarbeit in der Firma.
Mir ist das zu viel, einfach aus dem Grund, weil jede neue Idee die vorherige erschlägt und quasi egalisiert, bis final übrigbleibt: alles nur ein organisiertes Spiel, wie in "The Game", alles nur inszeniert. Im Film jedoch dient jeder Twist dazu, das Erleben noch weiter auf die Spitze zu treiben, zu steigern, es greift alles logisch ineinander und erklärt sich im Nachhinein. Das vermisse ich hier, weil ich mich frage: Warum ist das alles so? Warum dieses Übersinnliche mit dem Prota in und vor der Bahn? Warum die verschiedenen Locations mit extravagantem Personal, warum gibt es sie, was haben sie für einen Sinn? Wie geht das mit der geänderten Vergangenheit und wie soll das eine Firma organisieren können? Und warum will er da im Verein gleich mitmachen? Ist er so abgezockt, dass ihm das alles nichts ausmacht?
Da gibst du mMn zu viel Input, mit dem du mich als Leser alleine lässt. Ich weiß am Ende nicht, wie ich die Fäden zusammenbringen soll und was du mir eigentlich erzählen willst. Was ist der Schwerpunkt, die Prämisse deiner Geschichte? Das würde ich herausschälen und viel von dem Rest, den ich für die Geschichte eher als Ballast empfinde, streichen oder der einen Prämisse unterordnen.
Noch eine Anmerkung zur Länge: Ich denke, dieses Ausufernde, Ausschweifende trägt dazu bei, beim Leser Ungeduld zu wecken, die so weit gehen kann, das Lesen abzubrechen. Ich selbst war kurz davor. Vieles davon kannst du allein durch das Straffen des Textes und das Herausstellen des Schwerpunkts beheben. Ich denke, die Arbeit an dem Text würde sich lohnen, denn der Umgang mit Schuld kann herausfordernd und ergiebig sein, wenn die Auflösung sich dem Thema wirklich stellt.

Zu den Tags. "Science Fiction" trifft es mMn nicht (melde dich, wenn streichen), "Seltsam" schon.

Peace, linktofink
 
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Hi @linktofink ,

danke, dass du dir die Zeit genommen hast für eine ausführliche Rückmeldung!

Ich hab die Rechtschreibfehler soweit korrigiert, und einige der Redundanzen entfernt. Es ist erst meine dritte Geschichte, ich bin mir oft unsicher, ob alles so ankommt wie ich es meine, und beschreibe dann wahrscheinlich oft zu ausführlich...

Und Nebel in einer warmen Sommernacht gibt es wohl eher nicht, es ist nun eine kühle Frühlingsnacht, und Ansgar friert ;-)

Deine Rückmeldung zur Gesamthandlung kann ich nicht ganz nachvollziehen, wenn du schreibst, dass jede neue Idee (das Hotel, der Zirkus...) die vorherige "erschlägt und egalisiert", denn:

Ich hatte bei dieser Geschichte die Grundidee, dass eine Organisation den Menschen ihre verdrängten Erinnerungen vor Augen führt. Aber auch eine Möglichkeit gefunden hat (daher Science Fiction), jemanden zu einem früheren Zeitpunkt seines Lebens zurückzuschicken, ohne dass er die Erinnerung verliert, was er danach schon alles erlebt hat. Und genau dadurch entscheiden kann, ob er sein Leben verändern möchte oder nicht.

Alles was passiert (das Hotel, der Zirkus...), sind ja nicht nur einzelne Episoden, die nichts miteinander zu tun haben. Der Aufbau und Zusammenhang, wie ich ihn beim Schreiben vor Augen hatte:

Ansgar wird zunächst in dem Hotel durch die alte Frau dazu gebracht, an seine verdrängten Erinnerungen zu kommen. Außerdem soll ihm zu Beginn des Events ein Schrecken eingejagt werden, daher auch das Hotel aus dem er nicht rauskommt, das Mädchen das scheinbar überall ist usw... So hat es ja eine ganz andere Wirkung, als wenn nur jemand ruhig mit ihm spricht.

In der anschließenden Bahnfahrt hat er Zeit, über seine verdrängten Erinnerungen nachzudenken, das Mädchen in dem weißen Kleid gibt ihm dies ja auch mit auf den Weg. Und das tut er ja dann auch, in dem er in Gedanken die blaue Tür öffnet.

Nach der Aufregung in dem Hotel und seinen Erkenntnissen sollte die Szene im Zirkus als "cool down" wirken, bevor es weitergeht. Durch das (beruhigende) blaue Licht und die Frau in dem roten Kleid wollte ich einfach eine hierzu passende Umgebung schaffen, die der Leser vielleicht auch als schönes Bild vor Augen hat (s.o. der Kommentar von Cabal).

Die anschließende Feier ist die eigentliche Auslösung der Geschichte, natürlich etwas theatralisch in Szene gesetzt mit dem Nebel und den Holzmasken, aber Ansgars Freunde wollte ihm ja auch "einen mitgeben" (wer Freunde hat braucht keine Feinde... :-)

Und nun beginnt, nachdem Ansgar sich noch etwas erholen und amüsieren konnte in dem Zirkus und auf seiner Geburtstagsfeier, der übersinnliche Teil der Geschichte, Ansgar beginnt die nächste Ebene wieder von dem gleichen Ort aus, nur fährt er diesmal in der Bahn, bis zu der blauen Tür, wo er die Möglichkeit bekommt, seine Vergangenheit zu ändern. Es ist wahrscheinlich zu versteckt, aber dieser "Doppelgänger-Trick" wäre ja auch ohne etwas Übersinnliches möglich, wie (hoffentlich) während seiner kurzen Geburtstagsfeier durch einen kleinen Hinweis zu erkennen ist. Es ist aber für die Geschichte nicht unbedingt wichtig, ich wollte hierdurch auch zu Beginn der Handlung den Leser neugierig machen, dass nicht alles mit rechten Dingen zu geht. Und der abschließende Dialog zwischen Caro und Ansgar deutet ja an, dass es vielleicht auch eher eine "Spielerei" von Light Mind ist.

Zu der Organsisation "Light Mind" und ihren Möglichkeiten und Motiven habe ich nicht mehr geschrieben, da ich nicht so richtig wusste, ob es wichtig ist. Für diese Handlung m.E. nicht, aber vielleicht lasse ich ja diese Organisation später in einer anderen Geschichte nochmal auftauchen, so dass hierzu etwas mehr bekannt wird, bin mir aber noch nicht sicher.

Und noch zum Ende: Ansi entscheidet sich, die Organisation zumindest mal näher kennenzulernen, und warum sollte er das nicht tun? Sie hat ihm ja, wenn auch auf eine sehr "besondere" Art, die Möglichkeit gegeben, seine schlimme Tat ungeschehen zu machen. Außerdem hat er nach seinem Gefängnisaufenthalt keinen Job, und er mag Caro ;-)

Der eigentliche Handlungsschwerpunkt ist die Geschichte von Ansgar, der die Möglichkeit bekommen hat, sich über seine Vergangenheit klar zu werden, und eine wichtige Entscheidung erneut zu treffen. Und ab diesem Zeitpunkt sein Leben nochmal leben kann.

Ich verstehe dein Feedback auch so, dass du alles noch mehr auf die hauptsächliche Handlung reduzieren würdest, das habe ich auch teilweise schon zu meinen beiden vorherigen Geschichten geschrieben bekommen, und werde es für die nächste auch auf jeden Fall mitnehmen. Auch im Nachhinein finde es dennoch schwierig, zu einer Geschichte gehört ja nicht nur die Handlung, sondern auch ein Eindruck der Umgebung, der Personen, der Stimmung...

Also ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen, was meine Gedanken hinter dem Ablauf der Geschichte sind, so dass sie nun (hoffentlich) nicht mehr ganz so unzusammenhängend wirkt.

Danke nochmal für´s Feedback und viele Grüße,
Rob
 
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Hallo @Rob F,

mir hat deine Geschichte gut gefallen. Anfangs hatte es sich für mich etwas gezogen, wahrscheinlich aber einfach, weil ich nicht so der riesen Mystery-Fan bin. Trotzdem bin ich dran geblieben und hätte ab einem bestimmten Punkt auch nicht mehr aufhören wollen.
Ansgar lief rot an und rannte dem Mädchen hinterher. „Bleib stehen!“, schrie er.
Das habe ich nicht verstanden. Warum lief er rot an?

An manchen Stellen war ich etwas verwirrt und ich glaube auch nicht alles verstanden zu haben. Vielleicht habe ich auch nicht genau genug gelesen. Letztlich wurde ich aber unterhalten.

Hat mir gut gefallen, danke für die Geschichte.

Gruß aufdemWeg
 
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09.12.2019
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Hi @aufdemWeg ,

freut mich sehr, dass dir die Geschichte gefallen hat! Danke für dein Feedback!

Noch zu deiner Frage:

"Ansgar lief rot an und rannte dem Mädchen hinterher..."
Das habe ich nicht verstanden. Warum lief er rot an?

Ich hatte an dieser Stelle ursprünglich geschrieben: "Ansgar wurde wütend...", habe mich dann aber daran erinnert, dass ich hier schon mehrfach den Tipp des "show, don´t tell" bekommen habe. Also habe ich stattdessen geschrieben, dass er rot anlief, als Hinweis auf seine beginnende Wut. Mir fiel nichts anderes ein, aber wahrscheinlich gibt es bessere Verdeutlichungen, dass jemand sich aufregt.

Viele Grüße,
Rob
 
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23.11.2019
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Also habe ich stattdessen geschrieben, dass er rot anlief, als Hinweis auf seine beginnende Wut.
Dann habe ich das falsch verstanden. Ich dachte, dass er rot anläuft, weil er peinlich berührt ist oder das Mädchen toll findet. Das fand ich wiederum komisch, weil da ja noch keine große Interaktion zwischen den Beiden stattfand. Das hat mich verwirrt.
 

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