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Serie Die Macaronbäckerin - Die Bettler

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30.06.2020
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Die Macaronbäckerin - Die Bettler

Trier, Weihnachten 1797

Weihnachten, das Fest der Liebe. Für mich ist es eher das Fest der Einsamkeit, denn seit dem Tod meines Vaters lebe ich alleine in meinem Elternhaus und betreibe seine Bäckerei weiter. Ich habe gelernt wie man Macarons backt, die französischen Besatzer lieben die Dinger und zahlen dafür sehr gut, weswegen ich mir einen gewissen Lebensstandart leisten kann. Dank der gutgehenden Bäckerei könnte ich sicherlich auch noch trotz meiner 35 Jahre eine gute Partie machen, aber ich glaube nicht, dass ich jemanden finden würde, der mit meinen Gewohnheiten einverstanden ist.
Jedes Jahr am Heiligen Abend lud mein Vater einen Bettler oder eine Bettlerin an unsere Festtafel ein und ich führe diese Tradition fort. Vater sagte immer, dass es die heilige Pflicht von uns wohlhabenden Bürgern sei, den Armen ihr schweres Los etwas zu erleichtern, und ich sehe das genauso. Die arme Seele die ich heute an meine Tafel einladen werde soll ein schönes Fest haben und sich endlich einmal so richtig sattessen können. Vater wäre gewiss stolz auf mich, wenn er sehen könnte, wie ich jetzt in den Straßen von Trier nach einem dieser bedürftigen Menschen suche.

An diesem Nachmittag weht ein schneidend kalter Wind durch die belebten Straßen und Gassen der Stadt. Ich lenke meine Schritte zum großen Marktplatz vor dem Dom, wo verschiedene Händler ihre Buden aufgebaut haben und heißen Würzwein, Schmalzgebäck, Fleischpasteten, gebrannte Mandeln und ähnliche Köstlichkeiten feilbieten. Ein Bauer verkauft lebende Gänse, die dicht an dicht in Holzkisten gedrängt, laut schnattern. Ein kleiner magerer Junge, der viel zu große Schuhe und ein für ihn viel zu weites, mehrfach geflicktes Wams trägt, verkauft geschnitzte Krippenfiguren, die er in einer Lade mit sich herumträgt. Ein paar Schiffer trinken heißen Würzwein und werfen den vorübergehenden Mägden, die für ihre Herrschaft die letzten Weihnachtseinkäufe machen, begehrliche Blicke zu. Ein paar Kinder singen Weihnachtslieder, während eines von ihnen mit einem Hut in der Hand die Passanten um eine kleine Spende bittet. Als ich dem Kind eine Münze in den Hut werfe, schenkt es mir ein dankbares Lächeln.Ein Büttel jagt einem wieselflinken Straßenkind hinterher, das einen Honigkringel gestohlen hat.

Es ist so schneidend kalt, dass ich trotz des dicken Mantels friere und es hat wieder zu schneien begonnen. Der zwischen den Buden liegende Schneematsch verschwindet unter einer dünnen weißen Decke.Ohne den Verkaufsbuden weitere Beachtung zu schenken gehe ich über den Markt zum Dom, wo sich vor dem Portal die Bettler der Stadt drängen, lauter arme Seelen, um die sich niemand kümmert. Eine Schande ist das.Nur die Stärksten unter ihnen können sich einen Platz an einer der Feuerstellen sichern, die anderen werden einfach beiseite gedrängt.
Für die Feuer haben sie alles Holz verwendet, das sie stehlen oder erbetteln konnten. Frauen, Kinder und Männer aller Altersstufen hocken hier im Schatten des Domes und der direkt angrenzenden Liebffrauenkirche, alle abgemagert bis auf die Knochen und mit stumpfen, leeren Augen, in denen schon lange jede Hoffnung erloschen ist. Ach, wie weh es mir im Herzen tut, diese armen Geschöpfe so leiden zu sehen.Als ich meine Geldkatze heraushole und ihnen ein paar Münzen hinwerfe, stürzen sie sich sogleich darauf und balgen sich darum wie die wilden Tiere. Es erschüttert mich jedes Jahr aufs Neue, zu sehen, wie tief Hunger und Verzweiflung einen Menschen sinken lassen.Zwei Frauen, deren Körper nur noch Haut und Knochen sind, prügeln sich um die Münzen, und die eine reißt der anderen dabei ein Büschel Haare aus.
"Ihr braucht euch nicht darum zu prügeln, es ist genug für alle da!", rufe ich und verteile weitere Münzen unter den bedauernswerten Kreaturen.
Lächelnd denke ich an Vater, der früher zusammen mit mir Münzen verteilt hat. Mutter habe ich nie kennengelernt, sie starb bei meiner Geburt.

Da fällt mir ein Bettler auf, der sich als einziger nicht am verzweifelten Gerangel um die Münzen beteiligt. Mit apathischem Blick hockt er an der Mauer des Domes, sein abgemagerter Körper ist in einen zerschlissenen, verdreckten schwarzen Mantel gehüllt. Sein blondes Haar ist dreckig und verfilzt und hängt ihm in wirren Strähnen die Schultern herunter. Als ich näher herankomme, sehe ich dass er weint. Der arme Mann kann kaum älter als ich sein, und hier auf der Straße wird er höchstens noch ein, zwei oder drei Jahre überleben, jeder Tag davon eine einzige Hölle auf Erden.Ich beschließe, dass er es sein soll, der heute Abend ein Bad, ein gutes Essen und ein warmes weiches Bett bekommt. Als ich mich zu ihm herunterbeuge und ihn behutsam an der hageren Schulter berühre, blickt er erschrocken zu mir auf.

Er stinkt so entsetzlich dass sich mir beinahe der Magen umdreht. Wie kann Gott nur zulassen, dass es Menschen gibt, die so vor sich hinvegetieren müssen, warum hilft er ihnen nicht? Wenn ich dieses Elend hier sehe, Menschen die am Heiligen Abend Hunger leiden und frieren müssen, die nicht wissen ob sie den Frühling noch erleben werden, dann frage ich mich manchmal, warum es auf der Welt so ungerecht zugeht. Und selbst wenn diese Menschen den Frühling erleben, so wird auch dann ihr Leben nur von Hunger und Leid bestimmt sein.
"Alles wird gut!"; sage ich zu ihm, "ich werde dich mit in mein Haus nehmen und ab heute wirst du nie wieder hungern müssen. Du wirst auf einer weichen Matratze schlafen und die erlesensten Leckereien genießen dürfen."
Vater und ich haben immer für die Bettler gesorgt die wir zum Christfest an unsere Tafel luden, wir können uns das ja leisten. Keiner von ihnen muss jemals zurück auf die Straße.In den blassblauen Augen des jungen blonden Bettlers schimmert ein Funke von Hoffnung auf, vermischt mit Ungläubigkeit und Argwohn.
"Warum sollte eine Frau wie Ihr sich um das Wohl eines Bettlers sorgen? Ich kann Euch nichts für Eure Hilfe bieten!"
"Weil Jesus einst gesagt hat, was ihr dem geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr auch mir getan. Meine Wohltätigkeit wird mir irgendwann einmal einen Platz im Himmelreich sichern."
Der Bettler lacht, ein galliges, bitteres Lachen.
"Sagen die Priester nicht immer, dass das Himmelreich den Armen gehört?"

"Komm mit, ich kann dafür sorgen, dass deine Zukunft rosiger aussieht. So bekomme ich meinen Platz im Himmel und du ein gutes Leben. Ein gerechter Tausch, meinst du nicht auch?"Wer völlig ausgehungert und durchgefroren ist wie er, der kann es sich nicht leisten, misstrauisch zu sein. Die Aussicht auf Nahrung und ein Obdach bewegt ihn zu einem schwachen Nicken.
Er folgt mir durch die engen Gassen zu meinem Haus, das im Südteil der Stadt nahe der Mauer liegt. Dort angekommen befehle ich meiner Magd, ein Bad für den Mann vorzubereiten und ihm danach etwas von den alten Sachen meines Vaters zum Anziehen zu geben.Als Celeste ihn eine halbe Stunde später in den Salon bringt, ist er kaum wiederzuerkennen. Sein vorher fettiges, glanzloses Haar schimmert jetzt golden im Schein des Kaminfeuers, und das weiße Seidenhemd und Hose und Wams aus schwarzem Samt lassen ihn, obwohl die Sachen für seinen abgemagerten Körper etwas zu weit sind, wie einen Edelmann erscheinen.
Er ist nicht unbedingt ein schöner Mann, sein Gesicht wirkt verkniffen, seine Haltung etwas steif.
Mein Diener Nicolas legt neue Holzscheite ins Feuer, während seine Frau, die Magd Celeste, das Festmahl aufträgt. Gänsebraten mit einer Farce aus Kastanien und Pflaumen, Klöße die aus diesen neuartigen Knollen aus der neuen Welt gemacht werden, mit Zimt gesüßter gekochter Reis, Fleischpasteten, eine Platte mit verschiedenen Käsesorten, Wildragout, das in Blätterteigpasteten serviert wird, und noch so einige andere Köstlichkeiten stehen nun auf dem mit Mistelzweigen festlich geschmückten Tisch. Ein verführerischer Duft erfüllt nun den Raum, Nicolas schenkt uns Wein ein.Die Augen des Bettlers leuchten beim Anblick der erlesenen Speisen und ich sehe ihm deutlich an, dass er sich jetzt am liebsten sofort darauf stürzen möchte.

Mit sichtlichem Behagen leert er gleich drei gut gefüllte Teller und ich wundere mich darüber, dass ein Mensch der so lange hungern musste, jetzt so viel essen kann ohne sich übergeben zu müssen.Als die Kerzen heruntergebrannt sind kommt Nicolas an den Tisch und ersetzt sie durch neue.
"Wie wird es nach dem Heiligen Abend mit mir weitergehen, gute Frau?", will er wissen und blickt mich mit seinen großen blassblauen Augen fragend an, "muss ich wieder zurück auf die Straße?"
Ich nehme seine Hand und drücke sie sanft, schenke ihm ein aufmunterndes Lächeln.
"Was hätte es für einen Sinn, einem armen Menschen wie Euch für eine Nacht gutes Essen und ein Obdach zu geben, wenn man ihn hinterher wieder in Not und Elend zurückstoßen würde?"
Danach würde ihm seine Lage doch nur noch umso hoffnungsloser erscheinen.
"Ich werde dafür sorgen, dass Ihr nie wieder hungern und frieren müsst."
Er atmet erleichtert auf und erwidert meinen Händedruck.
"Ihr seid ein guter Mensch, was Ihr für mich tut, das würde nicht jeder machen. Bis ich Euch traf hätte ich niemals zu hoffen gewagt, dass es für mich wieder aufwärts gehen könnte, ich dachte ich wäre ein Mann ohne Vergangenheit und Zukunft."

Mir geht richtig das Herz auf als ich sehe wie glücklich er gerade ist, wie ein Lächeln sein vorher so verkniffenes, verhärmtes Gesicht erhellt. Eine ganze Weile sitzen wir gemütlich beisammen und ich erzähle ihm von meiner Kindheit und Jugend. Nicolas schenkt uns Wein nach, diesmal ist es Portwein.
Draußen ist es mittlerweile längst dunkel und es hat wieder zu schneien begonnen. Mir ist gerade richtig feierlich zumute.
"Komm, wir setzen uns an den Kamin. Nicolas wird uns Eierpunsch und Maccarons bringen."
Schon als Kind habe ich diesen abschließenden Teil des Festes, wenn ich unserem jeweiligen Gast den Teller mit dem bunten Gebäck reichen durfte, geliebt. Zwei Farben, grüne mit Pistaziengeschmack und rote, die nach Himbeeren schmecken. Kein Bettler, der sich von Ratten und trockenen Brotrinden ernähren musste, kann einer solchen Köstlichkeit widerstehen.
Ich habe sie selbst gebacken, allerdings sind es nicht die gleichen, die wir in der Bäckerei anbieten. Wir sitzen gemütlich in den mit rotem Samt gepolsterten Sesseln am Kamin, als Nicolas uns zwei dampfende Becher mit Eierpunsch bringt, und Celeste folgt ihm mit dem Teller mit den Maccarons
."In unserer Familie ist es immer schon Tradition gewesen, dass es nach dem Fest Maccarons und Eierpunsch gibt. Lass es dir schmecken..und danach wartet ein schönes weiches Bett auf dich."
Wir stoßen mit dem Eierpunsch an, und dann halte ich ihm den Teller mit dem Gebäck hin.

"Die roten schmecken am besten. Maccarons sind mein Lieblingsgebäck, probier doch mal und sag mir dann, wie du sie findest. Ich habe sie selbst gebacken."
Er blickt mich lächelnd an.
"Ihr seid wirklich eine außergewöhnliche Frau. Wisst Ihr...ich finde Euch sehr sympathisch und es ist mir eine Ehre Euer Gast zu sein."
Er nimmt einen roten Maccaron, während ich mir einen grünen aussuche.
"Die sind köstlich", schwärmt er, nachdem das Gebäckstück in seinem Mund verschwunden ist und er genüsslich kaut, "ich darf mir doch noch einen nehmen?"
"Nimm ruhig soviel du möchtest, es ist genug da."
Er nimmt sich noch einen roten und meint dann:"Die grünen werde ich gleich auch noch probieren. Wonach schmecken die denn?"
"Nach Apfel!"; antworte ich ihm, während ich ihn wie gebannt anblicke.
Während er den zweiten Maccaron kaut, meint er lächelnd:
"Irgendwie erscheint mir das alles hier zu schön um wahr zu sein..so viel Glück kann ich doch gar nicht haben. Gewiss werde ich gleich in eisiger Kälte aufwachen und feststellen, dass das alles hier nur ein schöner Traum war. So gut kann es das Schicksal doch gar nicht mit mir meinen."

Bevor ich ihm antworten kann, beginnt er plötzlich zu röcheln und fällt vom Sessel, windet sich in Krämpfen am Boden, seine Lippen laufen blau an.
"Was..was ist mit mir? Ich sehe nichts mehr und ich kann meine Beine nicht spüren....was zum Teufel habt Ihr mit mir gemacht?"
Als ich mit drei Jahren zum ersten Mal dabei war, als ein Gast uns verließ, da habe ich geweint, weil es mir Angst gemacht hat, aber Vater sagte mir damals, dass die arme Kreatur nun im Himmel bei Gott wäre und es besser haben würde, und dass wir ein gutes Werk täten.
Beim nächsten Weihnachtsfest fand ich es dann schon gar nicht mehr so schlimm und beim vierten oder fünften Mal begann ich mich für die arme Seele, die nun ins Himmelreich durfte, zu freuen.Die grünen Maccarons sind nicht vergiftet, in den roten ist ein aus getrockneten, hochgiftigen Fingerhutblüten gemahlenes Pulver, das man einfach dem Mandelmehl beimengt.
"Ich will nicht sterben!"; ruft er mit schwächer werdender Stimme aus und ringt ein letztes Mal verzweifelt nach Luft.
Dann bleibt er reglos liegen. Nachher werden Nicolas und Celeste ihn im großen Garten hinter dem Haus begraben, noch bevor die Nachbarn aus der Christmette zurückkehren.
Nicolas und Celeste sind gute, schweigsame Diener, die schon für meinen Vater gearbeitet haben, Nicolas ist Vaters Bastard und bei uns im Haus aufgewachsen, auch er kennt unsere Tradition von klein auf und seine Frau liebt ihn so sehr, dass auch sie keinem was sagt.
Ich habe mein Versprechen gehalten, der arme Mann ist nun von seinem elenden Dasein auf der Straße erlöst und im Himmel wird es für ihn ein warmes weiches Bett und immer genug zu essen geben.Vater sagte immer, dass wir diesen Menschen helfen und damit ein gottgefälliges Werk tun, und genauso sehe ich das auch. An diesem Heiligen Abend habe ich einer weiteren armen Seele geholfen zu Gott zu gelangen und sie von Hunger und Kälte erlöst. Dafür wird mir ein Platz im Himmelreich sicher sein, wenn eines Tages meine Zeit gekommen ist.Aber bis dahin werde ich noch viele arme Kreaturen von ihrem Leid erlösen können. Ja, vielleicht sollte ich nicht nur an Weihnachten, sondern auch an Ostern jemanden hierher einladen.
 
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Moin, moin @Elbenkönigin ,

nun habe ich Feierabend und anstatt an meinen Texten zu arbeiten, will ich gerne einmal schauen, was Dich so ungeduldig werden lässt. Ja, die erste Geschichte hier ist immer etwas besonderes, auch die Ungeduld kennen wir alle (selbst nach Jahren), ich verstehe nur einfach nie, warum man sich nicht in einem neuen Bereich erstmal umschaut ...
Ich gehe jetzt trotzdem mal davon aus, das Du ein wenig weißt, was Dich erwartet. Es ist nur mein ganz subjektiver Leseeindruck, Du entscheidest, was für Dich nachvollziehbar ist.

Insgesamt empfinde ich Deinen Einstieg durchaus als gute Geschichte, da stimmt schon einiges, gute Ausgangsbasis, ich bin gespannt, was Du draus machst. Ich habe beim zweiten Lesen mal die Stellen rauszitiert, an denen mir etwas auffiel.

Weihnachten, das Fest der Liebe. Für mich ist es eher das Fest der Einsamkeit, denn seit dem Tod meines Vaters lebe ich alleine in meinem Elternhaus und betreibe seine Bäckerei weiter.
Dir ist schon klar, das der Tag "Weihnachten" hier eigentlich eine Irreführung ist? Aber "Alltag" dazu ist auch doof, mal schauen, ob da jemand einen vernünftigen Vorschlag macht, mir fällt nichts gutes ein.

Lebensstandart
nutzt Du kein Schreibprogramm. in Word und auch hier wird das Wort doch sofort moniert. Lebensstandard

Dank der gutgehenden Bäckerei könnte ich sicherlich auch noch trotz meiner 35 Jahre eine gute Partie machen, aber ich glaube nicht, dass ich jemanden finden würde, der mit meinen Gewohnheiten einverstanden ist.
Gerade am Anfang empfinde ich Deine Sprache als unnötig aufgebläht. Nicht falsch verstehen, der Stil von 17hundert Knack ist gefühlt gut getroffen, aber es sind so viele Füllwörter, so umständliche Sätze. Aber vielleicht auch einfach nur nicht mein Lesebereich.
Gefühlt sind mir die Hinweise zu dick, ich habe ab hier drauf gewartet, dass genau das passiert, was dann eintritt.

Jedes Jahr am Heiligen Abend lud mein Vater einen Bettler oder eine Bettlerin an unsere Festtafel ein und ich führe diese Tradition fort.
Den Satz würde ich etwas umstellen. Du hast davor die Ich-Erzählerin und fängst den nächsten Satz mit dem Vater an, irritiert mich.

Vater wäre gewiss stolz auf mich, wenn er sehen könnte, wie ich jetzt in den Straßen von Trier nach einem dieser bedürftigen Menschen suche.
musste man die echt suchen? Ist es nicht eher eine Auswahl, es soll ein bestimmter Typ sein? Warum, würde mich allerdings interessieren.

Ein kleiner magerer Junge, der viel zu große Schuhe und ein für ihn viel zu weites, mehrfach geflicktes Wams trägt, verkauft geschnitzte Krippenfiguren, die er in einer Lade mit sich herumträgt. Ein paar Schiffer trinken heißen Würzwein und werfen den vorübergehenden Mägden, die für ihre Herrschaft die letzten Weihnachtseinkäufe machen, begehrliche Blicke zu.
Generell finde ich schon, dass Du Stimmung erzeugst, wenn auch auf eine recht anstrengende Art. Das ist ein Wald an Adjektiven. Als Leserin versuche ich ja mit Deinen Worten Bilder zu sehen, hier schalte ich ab, es ist einfach zuviel.

Lächeln.Ein
Auch so ein Textverarbeitungsprogramm-Fehlerchen? Oder hast Du die Geschichte nach dem Schreiben nicht mehr gelesen?. Von diesen fehlenden Leerstellen gibt es Unmengen. Kannst Du sicherlich schnell beheben.

Lächeln.Ein Büttel jagt
schön, das alte Wort "Büttel"

Decke.Ohne den Verkaufsbuden weitere Beachtung zu schenken (Komma) gehe ich über den Markt zum Dom, wo sich vor dem Portal die Bettler der Stadt drängen, lauter arme Seelen, um die sich niemand kümmert.
Ich bin eindeutig eine totale Niete bei Rechtschreibung und Grammatik, aber hier bin ich mir sicher. Wenn zwei Verben aufeinanderfolgen, kann man sich sehr sicher sein, dass es voneinander zu trennende Satzteile sind. Ihr dickes Auftragen "arme Seelen" war auch ein Hinweis ...

Liebffrauenkirche
da warst Du zu schnell

Ach, wie weh es mir im Herzen tut, diese armen Geschöpfe so leiden zu sehen.Als ich meine Geldkatze heraushole und ihnen ein paar Münzen hinwerfe, stürzen sie sich sogleich darauf und balgen sich darum wie die wilden Tiere. Es erschüttert mich jedes Jahr aufs Neue, zu sehen, wie tief Hunger und Verzweiflung einen Menschen sinken lassen.
das ist schon sehr verächtlich gedacht, mir zu deutlich

Er stinkt so entsetzlich (Komma) dass sich mir beinahe der Magen umdreht.
Passiert Dir selten, bei der großen Anzahl an "dass" sind mir wenige fehlende Kommas aufgefallen, aber hier muss wohl eines hin.

"Alles wird gut!"; sage ich zu ihm, "ich werde dich mit in mein Haus nehmen und ab heute wirst du nie wieder hungern müssen. Du wirst auf einer weichen Matratze schlafen und die erlesensten Leckereien genießen dürfen."
Warum ein Semikolon?
Habe ich etwas überlesen? Bisher war nie von dem danach die Rede, kommt aber ja wohl auch nicht drauf an ...

Fleischpasteten, eine Platte mit verschiedenen Käsesorten, Wildragout, das in Blätterteigpasteten serviert wird, und noch so einige andere Köstlichkeiten stehen nun auf dem mit Mistelzweigen festlich geschmückten Tisch. Ein verführerischer Duft erfüllt nun den Raum,
Ich würde wirklich noch einmal nach unnötigen Füllwörtern suchen, vor allem wenn sie nahe beieinander stehen.

Mit sichtlichem Behagen leert er gleich drei gut gefüllte Teller und ich wundere mich darüber, dass ein Mensch der so lange hungern musste, jetzt so viel essen kann (komma) ohne sich übergeben zu müssen.
Bin mir ziemlich sicher. Im Zweifelsfall sind manchmal kürzere Sätze auch nicht verkehrt.

Als die Kerzen heruntergebrannt sind (Komma) kommt Nicolas an den Tisch und ersetzt sie durch neue.
"Wie wird es nach dem Heiligen Abend mit mir weitergehen, gute Frau?", will er wissen und blickt mich mit seinen großen blassblauen Augen fragend an, "muss ich wieder zurück auf die Straße?"
Ich würde auch hier für ein Komma plädieren (hoffentlich haut mir später keiner der Grammatikgurus hier die Ohren vom Stamm, wenn doch, sorry, fürs verwirren)
Was mich aber viel mehr irritierte: Der erste Satz bezieht sich auf den Diener Nicolas. Dann spricht ein er und ich muss erst sortieren, das nun der Bettler dran ist. (auch wenn der Zeilenwechsel richtig gesetzt ist)

Ich habe sie selbst gebacken, allerdings sind es nicht die gleichen, die wir in der Bäckerei anbieten.
wiedermal ein Hinweis

."In unserer Familie ist es immer schon Tradition gewesen, dass es nach dem Fest Maccarons und Eierpunsch gibt. Lass es dir schmecken..und danach wartet ein schönes weiches Bett auf dich."
Der erste Punkt ist ausgebüchst und bei den Auslassungspunkten gibt es eine ganz einfache Regel. Wenn Du ein ganzes Wort oder Satzteile weglässt gehört ein Leerzeichen vor die drei ... Wenn Du eine Wortteil auslässt, schließen die Auslassungs... direkt an.

"Ihr seid wirklich eine außergewöhnliche Frau. Wisst Ihr...ich finde Euch sehr sympathisch und es ist mir eine Ehre Euer Gast zu sein."
kriegst Du sicherlich aufgeräumt

"Nach Apfel!"; antworte ich ihm, während ich ihn wie gebannt anblicke.
Warum nicht wie vorher Pistazie?

Bevor ich ihm antworten kann, beginnt er plötzlich zu röcheln und fällt vom Sessel, windet sich in Krämpfen am Boden, seine Lippen laufen blau an.
na siehste, läuft, wie gedacht!

Beim nächsten Weihnachtsfest fand ich es dann schon gar nicht mehr so schlimm und beim vierten oder fünften Mal begann ich mich für die arme Seele, die nun ins Himmelreich durfte, zu freuen.
Das gefällt mir, so trocken die böse Entwicklung beschrieben. Aber mich hätte schon mehr zu ihrem psychologischen Hintergrund, sonstigem Verhalten interessiert, aber das war halt nicht die Geschichte, die Du erzählen wolltest.

in den roten ist ein aus getrockneten, hochgiftigen Fingerhutblüten gemahlenes Pulver, das man einfach dem Mandelmehl beimengt.
Okay! Digitalis tötet eindeutig durch Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand. Da gibt es nichts dran zu drehen, also fehlende Recherche. Kann man aber ändern ...

An diesem Heiligen Abend habe ich einer weiteren armen Seele geholfen (komma)? zu Gott zu gelangen und sie von Hunger und Kälte erlöst. Dafür wird mir ein Platz im Himmelreich sicher sein, wenn eines Tages meine Zeit gekommen ist.Aber bis dahin werde ich noch viele arme Kreaturen von ihrem Leid erlösen können. Ja, vielleicht sollte ich nicht nur an Weihnachten, sondern auch an Ostern jemanden hierher einladen.
Der Schluss gefällt mir, ich persönlich würde ihn knackiger machen, noch einmal ihre sonstige Normalität zeigen? Der fette Teil ist für mich redundant.

So, Elbenkönigin! Ein ordentlicher Einstand mit Luft nach oben. Erfahrungsgemäß ist man hier mit einer Geschichte zum Bearbeiten und beantworten und selbst kommentieren gut ausgelastet. Du hast ja sicherlich schon gemerkt, das es auch Zeit braucht. Also wünsche ich viel Kraft und Elan für Deine Geschichten, mal schauen, was draus wird.
Beste Wünsche
witch
 
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30.06.2020
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@greenwitch

Danke für dein ausführliches Feedback. Word habe ich noch nicht, hab meinen Computer erst Ende Januar gekauft und muss 100 Euro extra bezahlen, wenn ich Word auf meinem Computer nutzen will, darauf spare ich noch...bei Windows 10 ists leider nicht im Preis inbegriffen, ich tippe meine Texte im Moment meistens direkt in Schreibforen ab.
100 Euro sind für mich als Frührentnerin viel Geld, aber sobald ich das zusammen hab, hole ich mir Word...das Programm ist zwar drauf auf dem Rechner, aber erst nutzbar, wenn man die 100 Euro bezahlt.
Ich hab schon überlegt, mir Open Office auf den Rechner zu laden, da es aber ein sehr günstiger Rechner ist, weiß ich nicht, ob das noch mit draufpasst.
Und danke für deine Verbesserungsvorschläge damit kann ich sehr viel anfangen. Du hast Recht, ich habe zu viele unnötige Füllwörter verwendet, die kann ich auch rausnehmen.
Und du hast Recht, vielleicht sollte ich wirklich noch mehr zu ihrem psychologischen Hintergrund und sonstigen Verhalten schreiben, aber ich muss dann auch aufpassen, dass es nicht zu ausführlich wird, da es ja eine Kurzgeschichte bleiben soll.
Und deinen Verschlag am Schluss, vielleicht noch am Ende der Geschichte ihre sonstige Normalität zu zeigen, finde ich sehr gut. Meinst du damit, dass ich beispielsweise schreiben könnte, wie sie am nächsten Morgen freundlich lächelnd Weihnachtsgebäck an aus der Kirche kommende Passanten verkauft oder so etwas in der Art?
Ich werde die Geschichte nochmal überarbeiten, dein Feedback ist mir da sehr hilfreich.
Und ja, man braucht wohl Zeit, aber das ist ja nicht schlimm, die Zeit zum Verbessern seiner Geschichten sollte man sich nehmen, und genau dafür, um Verbesserungsvorschläge zu bekommen, habe ich mich ja auch in diesem Forum angemeldet.
 
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01.01.2015
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Moin @Elbenkönigin ,

Meinst du damit, dass ich beispielsweise schreiben könnte, wie sie am nächsten Morgen freundlich lächelnd Weihnachtsgebäck an aus der Kirche kommende Passanten verkauft oder so etwas in der Art?
Ja, in die Richtung ging mein Gedanke, aber warte ruhig ein paar Tage, auch hier gehen die Meinungen auseinander und wenn man selbst zu schnell am Text herumfriemelt, erkennt man ihn manchmal nicht unbedingt als seinen eigenen wieder, wie gesagt, immer alles sehr subjektiv.
Generell lassen sich Änderungen über den "Bearbeitungsbutton" unten rechts vornehmen, hast Du aber sicherlich schon entdeckt.

Zur Rechtschreibprüfung nutze ich die kostenlose Version Duden-Mentor im Internet, ist natürlich etwas aufwendig, mit dem hin und herkopieren, aber vielleicht hilft es ja bei speziellen Problemchen. Generell war Dein Text ja sauber, nur Kommastellung schien ein wenig wackelig.
Das mit dem kommentieren anderer Texte ist hier keine nervige Erziehungssache oder so. Es bringt unheimlich viel fachlichen Input, denn dummerweise ist man bei eigenen Texten oft betriebsblind, aber kann es an fremden super sehen und begründen. Mir hilft auch oft die Frage, "Wie hat der Autor das gemacht, das es so wirkt? Warum gefällt mir der Text/Schreibstil/Prot ..?
Viel Spaß hier
witch
 

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