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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Die Raffinesse des Bösen

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08.07.2020
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Die Raffinesse des Bösen

Ein kleines Kirschbaumblatt peitschte gegen das Straßenschild, was die Kirchgasse in einer angenehmen kühlen Sommernacht kurz aus der Stille brachte.

Isabel wusste bereits das Sie schlecht geträumt hatte, bevor Sie Ihre Augen öffnete.
Sofort zieht Sie Ihre dünne Decke bis zu Ihrem Hals nach oben und hob leicht Ihren Kopf, um sich einen Überblick in Ihrem Schlafzimmer zu verschaffen.
Das weiche Mondlicht, dass die spalten der nicht komplett heruntergelassen Jalousien Ihres Schlafzimmers durchdrang, erleuchtete den ganzen Raum.
Alles ist gut dachte Sie, bevor Sie sich beruhigte und Ihren Kopf wieder in Ihr warmes Kopfkissen legte.
Sie nahm einen tiefen Atemzug, drehte sich nach rechts in Richtung Fenster und kullerte mit Ihrem Körper in die leichte Kuhle die sich in der Matratze befand, wo Ihr Mann Matthias immer lag.
Nach der Geschäftsreise würden Sie endlich in den lang ersehnten Urlaub fliegen dachte Sie,
während Sie den dünnen weißen Vorhang beobachtete, der durch den sanften Wind aus dem offenen Fenster Wellenartig in der Luft schwebte. Ihre Atmung wurde dabei immer ruhiger und gleichmäßiger, mit dem Gefühl von Geborgenheit schloss Sie langsam Ihre Augen.
Das knacken der siebten Treppenstufe Ihres Treppenhauses ließ Ihr nur kurze zeit zu erahnen, was gleich auf Sie zukam.

Isabel riss Ihre Augen auf, ein kurzes Panisches Kribbeln durchdrang Kopf abwärts Ihren ganzen Körper.
Mit einem mal war Sie hellwach, Sie richtete Ihren Oberkörper nach Links Richtung der Schlafzimmertür, beugte Ihre Arme nach vorne und blickte gespannt auf die offene Tür.
Durch das Mondlicht war der Flur leicht aufgehellt, gefolgt von einem immer schwächerem Lichtkegel, der sich langsam aber stetig ins tiefe dunkle Treppenhaus zog.
Mit jedem leisen doch klar zu hörendem Schritt aus dem Treppenhaus, schoss Adrenalin durch Ihren ganzen Körper.
Erst jetzt realisierte Sie die Situation in der Sie sich befand, doch Sie hatte keine Zeit sich darüber einen klaren Gedanken zu machen. Instinktiv wandte Sie sich der Schlafzimmertür ab und schaute auf die Baseballtasche von Matthias, die rechts von der Kommode auf dem Boden lag, direkt gegenüber vom Bett auf der anderen Seite des Raumes.
Entschlossen stieg Isabel vom Bett und lief mit schnellen Schritten auf den Baseballschläger zu, der nur mit dem Griff aus der Baseballtasche hinausschaute. Als Sie die offene Schlafzimmertür passierte, die sich in der Mitte des Raumes auf der Linken Seite befand, überfiel Sie ein kurzes schauriges Gefühl, dabei hörte Sie wie die Schritte aus dem Treppenhaus immer Lauter wurden.
Als Sie den mit schwarz getappten Griff des Baseballschlägers in die Hand nahm, spürte Sie eine fremdartige Anwesenheit hinter Ihrem Rücken auftreten, im gleichen Moment wurde es ganz still, die zuvor Angst einflößenden Geräusche der Schritte waren auf einmal verschwunden.
Sie richtete sich langsam auf, schloss die Augen und bündelte all Ihren Mut zusammen, mit der rechten Hand drückte Sie Ihre ganze kraft in den Griff des Baseballschlägers, dabei öffnete Sie die Augen und drehte sich um.

Isabel zitterte innerlich im ganzen Körper, als Sie in die dunklen Augen blickte, die Sie hinter einer schwarzen Sturmmaske anstarrten. Der Fremde war riesig, seine eng Sitzende dunkle Lederjacke betonten seine Muske lösen breiten Schulter, in seiner rechten Hand hielt er ein Messer, was die lange Klinge im Mondlicht bedrohlich schimmern ließ.
Ohne lange zu zögern, klammerte Sie mit beiden Hände den Baseballschläger und stürmte auf den Fremden zu.
Während der explosionsartigen Vorwärtsbewegung holte Sie kopfüber zum schlag aus, Sie fixierte sich auf den Kopf des fremden und schlug mit voller Wucht zu. Der Fremde reagierte nicht, siegessicher schleuderte Sie den Baseballschläger weiter mit voller Kraft in Richtung Kopf des Fremden.
Plötzlich spürte Sie einen widerstand, als hätte sich der Baseballschläger in etwas verfangen, das ruckartige Stoppen der Vorwärtsbewegung brachte Sie fast aus dem Gleichgewicht.
Völlig überrascht schaute Sie nach oben und sah, wie der Fremde mit seiner Linken Hand das Ende des Baseballschlägers festhielt. Panisch versuchte Sie den Baseballschläger aus den Griffen des Fremden zu befreien, doch der Baseballschläger bewegte sich kein Stück, mit einem schnellen Ruck riss der Fremde Ihr den Baseballschläger aus der Hand und ließ in neben sich fallen.
Ein schrilles klimpern tönte durch das Schlafzimmer, als der Baseballschläger auf den Boden aufkam.
In diesem Augenblick wurde Ihr Ihre Chancenlosigkeit bewusst, die niemals da gewesen war, all Ihr positives Dasein zerbrach in diesem Moment, dabei verspürte Sie Hilflosigkeit mit der all Ihr Mut verschwand.
Hoffnungslos löste Sie Ihre Körperspannung und lies sich mit den Knien nach vorne auf den Boden fallen.
Ihr Mund wurde trocken und aus Ihren Augen kamen dicke Tränen die langsam über Ihre Wangen kullerten. Sie sank Ihren Kopf nach unten und beobachtete Ihre Tränen die auf den hellen Parkettboden dunkle runde Umrisse abbildeten.
Ohne besinnen starrte Sie weiterhin auf den Boden, ohne zu merken das der Fremde bereits verschwunden war.
Nichts wird mehr so sein wie es war, Sie war gebrochen!

„Bitte folgen Sie mir in den Zweiten Stock, ich zeige Ihnen nun das Schlafzimmer“ sagte die Maklerin freundlich, dabei richtete Sie Ihre Brille erneut nach hoben die Ihr im Laufe der Besichtigung immer wieder zur Nasenspitze hinunterrutschte.
Das Ehepärchen folgte Ihr die Treppen hoch, dabei knarrte die Siebte Treppenstufe als die Maklerin sie überquerte, ohne langsamer zu werden drehte die Maklerin Ihren Kopf nach unten in Richtung des Pärchens, „die Stufe können wir reparieren lassen, darum werde ich mich kümmern“ sagte Sie und ging dabei weiter die Treppen hoch.
Oben angekommen hielt die Maklerin kurz inne und drehte sich in Richtung des Ehepärchens, mit beiden Händen zog Sie am Unterteil Ihres Roten Blazers und entfernte die Falten die bei dem Treppen aufstieg entstanden waren. Sie wartete kurz bis das Pärchen oben ankam und sagte, „das Schlafzimmer finden Sie am ende des langen Flurs auf der linken Seite, bitte folgen Sie mir“.
Der Flur war Lang und Breit, das kleine Fenster am Ende des Flurs, sorgte für ein angenehmes Licht.
Die Maklerin öffnete die Tür, „kommen Sie rein und schauen Sie sich in Ruhe um“, dabei stand Sie halb im Zimmer mit der Rechten Hand immer noch am Türknauf.
Das Ehepärchen lächelte Sie freundlich an und richteten Ihren Blick in das Zimmer.
Die Tür befand sich in der Mitte des Raumes, gegenüber waren drei Große Doppel Fenster die den kompletten Raum mit Licht erfüllten.
Das Ehepärchen nahm sich Zeit währenddessen Sie durch den Raum liefen und sich alles anschauten, wieder in der Mitte angekommen, stellte sich die Frau direkt gegenüber Ihres Mannes, nahm seine beiden Hände in die Hand, hob Ihren Kopf nach oben und schaute Ihm mit einem zufriedenen lächeln Tief in die Augen.
Sie trete sich zur Maklerin um, die immer noch mit dem Türknauf in der Hand an der Tür stand, „wäre es Ok für Sie wenn Sie uns kurz alleine lassen würden ?“ fragte Sie freundlich.
Die Maklerin richtete erneut Ihre Brille, dabei sagte Sie „Ja Natürlich, ich lasse Sie alleine, nehmen Sie sich soviel Zeit wie Sie brauchen, ich werde an der Treppe auf Sie warten“. Die Frau beobachtete die Maklerin bis Sie Rechts hinter der Tür verschwand und trete sich wieder zu Ihrem Mann um. Charmant lächelte Sie Ihn an, „Ich kann es immer noch nicht so richtig glauben“, Sie legte Ihre Rechte Hand auf die Stirn und strich sich Langsam durchs Haar, mit einer kleinen Fassungslosigkeit in der Stimme sagte Sie, „Ich meine, es war so daher gesagt das ich das Haus unbedingt haben wollte, und jetzt stehen wir hier und es ist noch viel schöner als ich es mir vorstellen konnte“.
Der Mann legte Sanft Seine beiden Großen Hände an Ihre Wangen, dabei richtete er sich nach vorne zu Ihr, bis sich Ihre beiden Nasenspitzen fast berührten. Er schaute Ihr Tief in die Augen und Küsste Sie leidenschaftlich. Als er sich wieder von Ihr Löste, schaute Sie Ihn mit einem Verlegenen lächeln an, „ich geh mal Zur Maklerin und lasse mir das Badezimmer zeigen“.
Sie ging ein paar schritte rückwärts, trete sich um und löste verführerisch den Blickkontakt mit einer langsamen Drehung nach vorne und verschwand aus dem Raum.
Der Mann trete sich um und lief zum Mittleren Fenster bis er direkt davor stand, er steckte seine beiden Hände in die Hosentasche, nahm bewusst einen Atemzug und schaute aus dem Fenster.
Seine Mundwinkel hoben sich zu einem leichten Selbstsüchtigen Grinsen, dabei beobachtete Er den Schatten eines gegenüberstehenden Kirchbaums, was auf das daneben stehende Straßenschild der Kirchgasse fiel.
-THE END-
 
Zuletzt bearbeitet:
Wortkrieger-Team
Beitritt
16.03.2015
Beiträge
3.026
Hallo @MADANA

willkommen bei den Wortkriegern und im Korrektur-Center, wo dein Text wegen der relativ hohen Fehlerdichte landet.
Bitte siehe dir diese Infos an.

Viel Erfolg bei der Überarbeitung.

Liebe Grüße, GoMusic
 

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