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Drakulas Braut

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03.05.2019
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Drakulas Braut

Eren lief gebückt, den Pflock in der Hand, durch die finsteren Flure des Verlieses. Den Schreien folgend. Ihren Schreien. Sie wurden lauter und lauter, schriller und schriller, schraubten sich in ungeahnte Höhen. So, als wollte sie mit ihnen ihr Schicksal verneinen. Alles ungeschehen machen. Er glitt durch die Flure. Schneller und schneller, sich nicht mehr um seine Deckung kümmernd. Er war an der Quelle. Offen, von lauschigem Kaminfeuer hing eine Frau an der Wand.
Über sie gebeugt, eine kahle Gestalt. Mit bleicher Haut und spitzen Zähnen. Bereit, diese in sie zu schlagen.
Seine Vorsicht völlig aufgebend, sprintete er los, und versenkte das Holz im Rücken des Blutsaugers. Dort wo das Herz war. Er kippte um.
Drakula, Herr der Nacht, Moskito.
Eren jedoch hatte nur Augen für Sie. Drakulas Beinahe-Braut. Seine Sonne, seine Sterne, seine Sophie. Gerettet.
Als er die Ketten löste, fiel sie ihm schluchzend in die Arme. Ihr Gesicht an seine Wange gepresst. Mit Tränen der Angst und unbändiger Freude zog sie ihn fester an sich. Versicherte sich, dass er real war. Weinte sich an ihm aus.

"Besser als erwartet", meinte Emma und schloss die Tür. Nach 300 Seiten voller Spannung und Drama war ihre Geschichte zu einem Ende gekommen. Einem glücklichen Ende. Wohlwollend dachte sie an ihre Lieblingspassagen zurück. Eren auf der Brücke, die niederen Lakaien des Vampirs in den geweihten Fluss stürzend. Sein Versteckspiel im Schloss. Vor allem aber dachte sie an ihren unglaublich gelungenen Schluss.
Trotz aller Nostalgie (und ja, auch all dem Stolz) die sie bei dem Gedanken an die Geschichte empfand, war es nicht Ihre Geschichte. Den Lesern und Kritikern, denen sie davon erzählt hatte, mochte es vielleicht wie Exzentrik vorkommen, aber die Geschichten kamen nicht von Ihr.
Sie kamen von hinter der Tür. Soweit sie wusste, überwand sie Zeit und Raum, sogar Realität, nur um ihre Fantasie zu beflügeln. Für andere mochte es ein Spalt in der Wand sein, ein Schlüsselloch. Für sie war es aber eine Tür. Sie lächelte. Die Figuren aber, waren real, sehr real. Irgendwann, irgendwo standen sie Händchen haltend, oder Rücken an Rücken. Lebten, wurden alt, starben. Eigentlich war sie fertig. Müsste ihr Werk nur noch einmal durchsehen und an den Verlag schicken.
Aber sie war von Natur aus neugierig.

Sie tauchte tief in ihren Verstand ein. Legte die Hand auf den Messingknauf und drehte ihn um. Sie öffnete das Tor in die andere Welt. Das andere Wo. Das andere Wann.
Anstelle des eben noch so mächtigen Kaminfeuers loderte nur noch eine schwache Glut im Kamin. Überzog den Raum mit flackernden Schatten. Der größte von ihnen leckte sich das Blut von den Lippen. Hinter ihm ein unförmiger Hügel.
"Nein.", anstelle der Neugier trat Entsetzen. "Du warst doch erledigt! Tot! Zerquetscht!" Verfehlt. Er hatte verdammt nochmal verfehlt. Ein kalter Schauer lief ihr den Rücken hinunter. Oder hinauf? Ihr Hals war ganz trocken. Er sah ihr direkt in die Augen. Panik. Eine Tür ist in beide Richtungen offen. Von wem war das nochmal? "SCHLIEß SIE!", schrie es in ihrem Kopf. "SCHLIEß DIE GOTTVERDAMMTE TÜR!" Sie schob und zerrte, an der eben noch so leichten Tür. Der Schatten aber hielt sie fest. Zog sie zu sich. Seine neue Braut.
Drakula, Herr der Nacht, Vampir.
Real. Nur zu real.

 

Hey Eomin,

weiß nicht, was ich sagen soll. Kriegt man in zwanzig Minuten hingeschrieben. So viel ist da also nicht drin, als dass Du jetzt große Kommentare erwarten könntest. Für mich steckt da weder Horror, noch Romantik, noch Spannung drin. Eher so eine 2 Minuten Ferienlagergeschichte, mit dem obligatorischen Ende: Jetzt kommt die schwarze Hand ... Das ist einfach platt in jeder Hinsicht. Sorry für den Totalverriss, vielleicht können andere ja mehr damit anfangen und ich bin lediglich nur nicht die Zielgruppe. Mag sein.

Ich habe deine Bitte um Kommentare gelöscht. Dafür stellt man hier Geschichten ein, das ist der Sinn des Forums schlechthin. Wenn Du mehr Feedback haben möchtest, solltest Du selbst auch Kommentare schreiben, je weniger Leute Komms schreiben, je weniger gibt es am Ende auch.

In diesem Sinne,
beste Grüße Fliege

 

Moin,

ich schließe mich meinem Vorredner an. Die Handlung ist mehr Anekdote als Geschichte, nur das der Pointe irgendwas fehlt. Deine Protagonistin hat kein Problem, kein Thema auf das das Ende der Geschichte abzielen könnte.
Als Metakommentar über das Erzählen selbst (es geht ja explizit ums Phantasieren) taugt diese Was-wäre-wenn-es-real-wäre-Nummer auch nicht. Aber in diesem ausgeliefert-Sein gegenüber den eigenen Ideen steckt konzeptionell wahrscheinlich das meiste Potential. Von wegen: "Meine Texte fallen mir nicht ein. Sie fallen mich an." - Prezident

Ich versuch' trotzdem mal bezüglich der Sprache irgendwie konstruktiv zu sein.

Bereit, diese in sie zu schlagen.

Und wie sieht diese Bereitschaft aus? Leckte der sich die Lippen? Läuft Speichel aus seinem Mundwinkel. Mit einer genaueren und abwechslungsreichen Beschreibungen könntest du auch unangenehme Anaphern wie "diese" vermeiden, die immer den Eindruck eines Sachtextes vermitteln.

Seine Vorsicht völlig aufgebend

Ebenso kühl und unpassend können unnötig komplizierte Partizip 1 Konstruktionen wirken. Vor allem, wenn die Sätze sonst eher parataktisch sind.

Er kippte um.

Das ist so unspektakulär, dass es lustig ist. Allerdings liest man den Satz im ersten Moment so als bezöge sich "Er" auf den Protagonisten. Das Problem könnte man mit einem "dieser" lösen, was ich aber, wie gesagt, vermeiden würde. Kannst ihn ja einfach beim Namen nennen.

Sie tauchte tief in ihren Verstand ein. Legte die Hand auf den Messingknauf und drehte ihn um. Sie öffnete das Tor in die andere Welt. Das andere Wo. Das andere Wann.

Generell ist mir das alles zu prätentiös und pathetisch. Und wo du den Vornamen Eren her hast, will ich gar nichts erst wissen ...
Ich hoffe ich war trotzdem eine Hilfe.

MfG
P. Enis

 

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