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Ein Haustier für Familie Schubert

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Ein Haustier für Familie Schubert

Familie Schubert sitzt am Küchentisch. Die Kinder Anna und Felix wünschen sich seit längerem ein Haustier. Die Auswahl ist groß und jeder hat so seine Vorstellungen: Die Kinder wollen auf jeden Fall etwas, womit sie sich beschäftigen können, Mama Susanne will keine hohen laufenden Kosten und Papa Michael möchte flexibel im Urlaub bleiben.

So kommen die unterschiedlichsten Tierarten auf den Tisch. Es werden Vor- und Nachteile diskutiert und elterliche Bedenken erläutert, welche von kindlicher Leichtigkeit wieder entschärft werden.

„Ein Hund wäre doch toll“, sagt Felix. Sein Freund Leon hat einen Hund. Die beiden Freunde gehen öfter zusammen mit Leons Hund Lucky spazieren oder spielen mit ihm im Garten. „Dem kann man so viele Tricks beibringen“, schwärmt er. „Ein Hund ist aber nicht gerade mit niedrigen Kosten in Sachen Anschaffung und Haltung verbunden. Ich denke da als erstes an die regelmäßigen Kosten wie Hundesteuer, Futter und Tierarzt. Zudem benötigt er eine zeitintensive Erziehung oder vielleicht sogar ein spezielles Training zu Auslastung“, gibt Mama zu bedenken. „Der Hund wäre mindestens einen halben Tag allein zuhause, wenn wir arbeiten sind und ihr in der Schule seid.“ Das stimmt, Leons Mama arbeitet zwar auch, aber von zuhause aus. Anna wirft ein, dass sie bei Regen mit dem Hund nicht rausmöchte und im Winter schon gar nicht. Auch Papa zeigt sich nicht begeistert von einem Hund. Die Urlaubspläne müssten ab sofort hundgerecht sein und eine Flugreise käme so ohne weiteres auch nicht in Frage. Dabei wollte Felix doch so gerne mal nach Amerika. Ein Hund ist also für Familie Schubert nicht das richtige.

„Vielleicht wäre ja eine Katze was, so wie Omas Simba. Der ist so verschmust“, schlägt Anna vor. Eine Katze bräuchte keine aufwendige Erziehung und rausgehen muss man mit ihr auch nicht. „Eine Katze ist langweilig, die schläft doch den ganzen Tag. Und Tricks kann man ihr auch nicht beibringen“, brummelt Felix. „Die Anschaffungs- und Haltungskosten sind auch nicht gerade niedrig“, sagt Mama. „Eine Rassekatze z.B. hat ihren Preis und regelmäßig zum Tierarzt muss sie auch. Und wer säubert täglich das Katzenklo?“ Die Kinder sehen sich an und schütteln ablehnend den Kopf. „Wenn wir in den Urlaub fahren, muss die Katze von jemandem versorgt werden“, gibt Papa zu bedenken. „Oma kann nicht jeden Tag herfahren, sie wohnt zu weit weg. Und die Katze während des Urlaubs in eine Pension geben? Ich weiß nicht… Sie denkt doch dann auch, dass wir vielleicht nicht wiederkommen. Nein, das möchte ich nicht!“ Eine Katze ist also auch nicht das richtige Haustier für die Familie.

„Ich hatte als Kind zwei Hasen“, sagt Mama jetzt. „Stupsi und Hoppel. Sie lebten im Gartenhaus und hatten ein großes Freigehege. Ich habe mich immer sehr an den beiden gefreut.“ Während Mama noch in Kindheitserinnerungen schwelgt, entsteht am Familientisch schon kräftiges Kopfschütteln. „Hasen gehören nach draußen in den Garten“, sagt Papa. „Die müssen buddeln und rumrennen können. Dafür ist unser Garten einfach nicht geeignet.“ „Wenn man sie in der Wohnung laufen lässt, müssen wir überall die Kabel und Möbel absichern, damit nichts angenagt wird“, sagt Anna. In der Wohnung möchte Mama die Hasen nicht haben. Ihr schwebte eher eine Außenhaltung vor. „Mit dem Hund würdet ihr nicht bei Wind und Wetter rausgehen, aber im Winter die Hasen misten ist ok?“, wirft Felix ein. Da muss Papa ihm recht geben. Die Familie stellt fest, dass auch Hasen bzw. Kaninchen keine Alternative sind.

„Wie wäre es denn mit einem Hamster?“, fragt Papa nach einer Weile. „Der hat keine hohen Anschaffungs- und Haltungskosten, lebt drinnen und im Urlaub würde sich sicherlich jemand finden, der Platz für den Käfig hat. „Hamster sind nachtaktiv“, sagt Mama. „Da haben die Kinder wenig davon. Das Tier ist munter, wenn die Kinder schlafen sollen.“ „Zudem sind die meisten Hamster Einzelgänger. Wir könnten nur einen haben und wem gehört der dann?“, gibt Anna zu bedenken. Auch Mama hätte lieber Tiere, wo man etwas „Familiäres“ beobachten kann. Ein Hamster kommt also auch nicht in Frage.
„Nun bleiben nicht mehr viele Möglichkeiten“, sagt Mama. „Alles hat seine Vor- und Nachteile.“ „Wir werden niemals das richtige Haustier für uns finden“, jammert Felix. „Fische oder Vögel würden mir noch einfallen“, sagt Papa. „Fische und Vögel kann man nicht anfassen“, brummelt Felix. Für ihn scheint das Thema Haustier aussichtlos. „Ein Vogel braucht täglich Platz zum Fliegen“, sagt Mama. „Das kommt im Haus aber gar nicht in Frage.“ „Und das Aquarium müsste auch irgendwo Platz finden. Am besten dort, wo es genug Steckdosen für Filter und Licht gibt und es nicht schlimm ist, wenn mal ein bisschen Wasser auf den Boden tropft“, überlegt Papa. Bei Wasser auf dem Boden schüttelt Mama energisch den Kopf: “Kommt überhaupt nicht in Frage!“

„Ich hab’s!“, ruft Anna plötzlich, „Meerschweinchen!“ Ihre Freundin Lina hat vor ein paar Wochen zwei Meerschweinchen bekommen. „Sie sind nicht so teuer in der Anschaffung und Haltung wie Hund oder Katze. Sie leben drinnen, können im Sommer bei schönem Wetter aber auch in den Garten. Dort würde ihnen jedoch ein überschaubares Gehege reichen und buddeln tun sie auch nicht. Wenn wir in den Urlaub fahren, würde Lina sich bestimmt um die Tiere kümmern. Man kann sie an die Hand gewöhnen, sich mit in das Freigehege setzen und sich so mit den Tieren beschäftigen. Bei zwei Tieren wäre es auch nicht schlimm, wenn sie den halben Tag alleine zuhause sind.“ Mama ist begeistert. „Ich finde das eine wunderbare Möglichkeit, für unseren Einstieg als neue Haustierbesitzer“, sagt sie. „Mit dem Säubern des Geheges wird sich aber abgewechselt!“, mahnt sie. Beide Kinder nicken eifrig. „Denen kann man auch Tricks beibringen“, sagt Felix. Das hat er nämlich mal in einer Tierzeitschrift gelesen. Auch Papa ist einverstanden. „Die laufenden Kosten sind wirklich überschaubar im Vergleich zu anderen Tierarten. Wir finden bestimmt einen schönen Platz im Wohnzimmer für das Meerschweinchenheim.“

„Dann los, kaufen wir uns Meerschweinchen“, jubelt Felix und stürmt schon zur Tür. „Halt, halt!“, ruft Mama. „Wir wissen doch noch gar nicht, was die Tiere alles brauchen. Wie groß muss der Käfig sein, was fressen sie, was müssen wir beachten?“ Felix guggt ein bisschen ratlos. Darüber hat er sich wirklich noch keine Gedanken gemacht. „Erst informieren, dann handeln“, sagt Papa und zwinkert Mama zu. Die Kinder verbringen das Wochenende viel vor dem Computer, studieren diverse Internetseiten und schreiben sich viele Fragen auf. Diese wollen sie sich von einer Züchterin in der Nähe beantworten lassen, bei der Mama in der nächsten Woche einen Termin vereinbart.

Die Züchterin, Frau Jakob, ist sehr nett und nimmt sich viel Zeit für die Familie. Sie erklärt, was die Tiere alles brauchen und stellt Familie Schubert eine To-Do-Liste zusammen, was sie alles vorbereiten müssen. In 2 Tiere haben sich die Kinder sofort verliebt. „Bereitet alles in Ruhe vor und wenn ihr soweit seid, kommt ihr die beiden abholen“, sagt Frau Jakob.

Anna und Felix fahren mit ihren Eltern in den Zooladen und kaufen einen großen Käfig, zwei Häuschen, eine Flasche und einen Futternapf für die Tiere, sowie Einstreu und Heu. Zuhause bekommt der Käfig einen Platz im Wohnzimmer, damit die Tiere auch gleich Familienanschluss bekommen. Drei Tage später, fahren sie wieder zu Frau Jakob und holen Frieda und Socke, so sollen die beiden heißen, ab. So wohnen also ab heute 2 Meerschweinchen bei Familie Schubert, mit denen sie bestimmt noch viel erleben werden.
 
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Hallo @Steffi87 ,
willkommen bei den Wortkriegern.

Zu meinem allgemeinen Eindruck:
Ich bin schon mal hoch erfreut, dass ich nur wenige Korrekturen gefunden habe, und das sind nur Kleinigkeiten:

ein spezielles Training zu Auslastung
zur Auslastung
bei Regen mit dem Hund nicht rausmöchte
raus möchte getrennt
wunderbare Möglichkeit, für unseren Einstieg als neue Haustierbesitzer
ohne Komma, da kein Nebensatz folgt
Felix guggt ein bisschen ratlos
guckt
Dann sachlich:
„Ich hatte als Kind zwei Hasen“, sagt Mama jetzt.
Hasen und Kaninchen sind zwei verschiedene Arten, die sich wesentlich unterscheiden, ich denke, hier sind es Kaninchen.
„Ein Hund wäre doch toll“, sagt Felix. Sein Freund Leon hat einen Hund. Die beiden Freunde gehen öfter zusammen mit Leons Hund Lucky spazieren oder spielen mit ihm im Garten. „Dem kann man so viele Tricks beibringen“, schwärmt er.
Es erhöht die Lesbarkeit wesentlich, wenn man bei Dialogwechseln jeweils einen Absatz beginnt, durchgehend durch den ganzen Text. Beispiel:
„Ein Hund wäre doch toll“, sagt Felix. Sein Freund Leon hat einen Hund. Die beiden Freunde gehen öfter zusammen mit Leons Hund Lucky spazieren oder spielen mit ihm im Garten.
„Dem kann man so viele Tricks beibringen“, schwärmt er.


Insgesamt kann ich der Geschichte nicht so sehr viel abgewinnen, weil sie lediglich Vor- und Nachteile der verschiedenen Haustiere auflistet, was wenig Spannung bietet.
Auch sollten Kurzgeschichten am Ende eine überraschende Wendung aufweisen, eine Pointe, irgendetwas, was der Geschichte einen gewissen Pfiff verleiht.
Mit "wir kaufen zwei Meerschweinchen und am Ende haben wir zwei Meerschweinchen" ist es da nicht getan.

Lustig hätte ich zum Beispiel gefunden, wenn sie wild durcheinander diskutieren, sich am Ende für Meerschweinchen entscheiden, ins Tierheim fahren und mit zwei ausgewachsenen Doggen zurückkommen, nur so als Beispiel.

Aber mal abwarten, was andere Leser so meinen.

Liebe Grüße
S.
 
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Hallo @sveit ,
vielen lieben Dank für dein schnelles Feedback. In erster Linie wollte ich für mich heraus finden, ob ich überhaupt das Potenzial zum Schreiben habe - Spaß macht es nämlich :-)

Das inhaltliche Problem liegt wohl darin, dass die Basis dieser Geschichte ein Sachtext aus meinem Blog war.

Ich schreibe ja eigentlich Blogartikel über Meerschweinchenhaltung und -ernährung. Nur ist das für die Kinder meist viel zu langweilig zu lesen und daher kam mir die Idee, das ganze als kurze Geschichten für Kinder verständlicher zu machen.

Mein Text war praktisch der erste Blogbeitrag "Warum ein Meerschweinchen". Vielleicht wäre es besser gewesen, die nächsten Blogbeiträge "Grundausstattung" und "Woher bekommt man ein Meerschweinchen" noch mit rein zu nehmen?
Dass die Familie sich informiert und alles vorbereitet (damit die Kinder quasi lernen, was ein Meerschweinchen alles braucht und welche Möglichkeiten es gibt, ein Meerschweinchen zu kaufen).

Man könnte diese Serie unendlich fortsetzen: Kommen ein oder zwei neue Sachbeiträge im Blog, wird wieder eine kurze Geschichte für die Kinder daraus.

So war mein Plan. Aber ich habe natürlich vom Schreiben überhaupt keine Ahnung und weiß nicht, ob sich mein Vorhaben mit Kurzgeschichten so überhaupt umsetzen lässt oder ob ich besser einen Themenbereich z.B. die Planung und Anschaffung in eine Erzählung packe. Wie lang darf so eine Kurzgeschichte sein? Und wie beende ich sie dann richtig. Mit dem jetzigen Schlussteil bin ich gar nicht zufrieden - das war für mich so zwanghaft zum Schluss kommen, bevor es zu lang wird. Da fehlt mir noch ein bisschen die Klarheit.

Liebe Grüße
Steffi
 
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Hallo @Steffi87 ,

so etwas in der Art hatte ich mir gedacht.
Für eine Kurzgeschichte muss es auf jeden Fall unterhaltsamer werden.
Wenn es auf die Meerschweinchen abzielt, würde ich die Geschichte vielleicht umgekehrt aufbauen, nicht vom Meerschweinchen auf den Hund, sondern vom Hund auf Meerschweinchen.
Wir hatten als Kind auch eines, mit dem schönen Namen Igor. Wenn wir es nicht finden konnten, haben wir den Kühlschrank geöffnet, dann kam es angerannt.
Solche liebenswerten Details machen eine Geschichte nett.

Also als Beispiel:
Die Familie beschließt ohne großes Nachdenken, sich einen Hund anzuschaffen, damit die Kinder was zum Spielen haben. Sie haben sich schon den Namen Rocky ausgedacht.
Sie fahren ins Tierheim und lassen sich dort in einem lebhaften Dialog mit einem der Pfleger beraten, dann kommt das auch nicht so altklug daher. Sie bekommen Zweifel und sehen sich lieber das Katzenhaus an und so weiter.
Und dann verfallen sie auf die Meerschweinchen, die ich dann aber auch genau beschreiben würde, damit man merkt, warum sie sich für die beiden entscheiden. Nicht nur, dass sie praktikabler sind als ein Hund, sondern so etwas wie die Namen oben, dass das eine eine Kerbe im Ohr hat und das andere ein wenig schüchterner ist und so weiter.
Und als Pointe mault der Kleine, dass er doch lieber einen Rocky gehabt hätte, und man beschließt, eines der Meerschweinchen Rocky zu taufen, dann hat man noch eine schöne Pointe.

Bringt dich das auf genügend Ideen?
 
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Hallo @sveit ,
jaaaa vielen lieben Dank. Ich glaube, ich habe mich am "Kurz" der Kurzgeschichte ein bisschen verbissen und dachte, ich muss schnell zum Ende kommen, damit es nicht zu lang wird. Ich werde das ganze nochmal überarbeiten und euch wieder zeigen :-)

Liebe Grüße
Steffi
 
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Hallo @Steffi87,

herzlich Willkommen bei uns!

Ich finde die Idee super. Kindern spielerisch etwas beibringen ist immer eine gute Sache.

Das wird mit diesem Text nur leider nichts. Du nennst es zwar Geschichte, meiner Meinung nach ist es aber nicht wirklich eine. Denn was passiert in deiner Geschichte? So gut wie nichts, es gibt ein langes Gespräch und erst ganz am Ende geht’s in den Tierladen. Das wäre spannend, aber du handelst das nur kurz ab.

Stell dir vor deine Geschichte wird verfilmt und du sitzt mit Fünfjährigen vor dem Fernseher. Die ersten zwanzig Minuten sitzen Leute am Tisch und unterhalten sich. Gähn.

Da wird kein Kind lange zuhören. Da muss Aktion her.

Hinzu kommt, dass deine Sprache leider gar nicht kindgerecht ist. Diese Sätze zum Beispiel:

Es werden Vor- und Nachteile diskutiert und elterliche Bedenken erläutert, welche von kindlicher Leichtigkeit wieder entschärft werden.
Ich denke da als erstes an die regelmäßigen Kosten wie Hundesteuer, Futter und Tierarzt. Zudem benötigt er eine zeitintensive Erziehung oder vielleicht sogar ein spezielles Training zu Auslastung.

Das sollen Fünfjährige verstehen und interessant finden? Ich befürchte nicht.

Wie wäre es, wenn du dich auf nur eine Tierart konzentrierst, diese wirklich einziehen lässt und uns dann die ganzen Probleme miterleben lässt, die dann auftauchen. Dann können wir auch mitfiebern und rätseln, ob die Familie das hinbekommt und das Tier behält.

Schau dich hier im Forum um und zögere nicht, Kommentare zu schreiben. Hier kann man viel lernen. :)

Viel Spaß noch und liebe Grüße,

Nichtgeburtstagskind
 
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Hallo @Steffi87 ,
Man könnte auch in Fantasy gegen und die Familie kommt "aus Versehen" an einen sprechenden Formwandler, der bei ihnen einzieht und die vor und Nachteile des jeweiligen Tieres aufzeigt/erlebbar macht.
Dann zum Schluss entscheidet sich die Familie für ein Tier (im übrigen fände ich es wichtig, nicht zu predigen, dass das eine Tier besser ist als das andere, sondern eben nicht in diese spezielle Familie passt). Ende könnte sein dass der Formwandler dem Tierheimbesitzer gehört, der so dafür sorgt, dass jeder "sein" Tier bekommt.

Man liest sich
Huxley
 
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Hallo @Nichtgeburtstagskind und @Huxley ,
vielen Dank für euer Feedback.
@Nichtgeburtstagskind: Ich wollte unbedingt vermitteln, dass man sich vorher informiert, bevor man sich ein Tier anschafft. So als "Moral von der Geschicht". Ich könnte die Meerschweinchen vielleicht einziehen lassen und dann die Probleme aufzeigen, die entstehen, weil sich die Familie nicht ordentlich informiert hat. Vielleicht eine liebe Züchterin auftauchen lassen, die der Familie dann hilft. Oder die Kinder machen ein Praktikum im Tierheim und lernen so die einzelnen Tiere kennen. Meinst du, sowas würde besser ankommen?

@Huxley : Coole Idee, nur Fantasy ist so gar nicht meins. Ich glaube, dafür hänge ich noch zu tief in meinen Sachtexten :lol:
 
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@Steffi87 ,
Das mit dem Praktikum finde ich auch nicht schlecht. Oder die Familie besucht jeweils einen Besitzer eines Lieblingstiers wie Detektive und vergleichen dann ihre Befunde.
Wichtig ist es, dass du eben nicht klingst wie in einem Sachtext. Also nicht Anschaffungskosten, sondern "Mario hat für seine Perser angeblich tausend Euro bezahlt."
Nicht "spezielles Training zu Auslastung.", sondern "Frau Schmidt geht mit ihrem Schäferhund immer zu so einem Feld, wo sie sich hinter Fässern versteckt. Sie meinte, sonst kaut er vor Langeweile auf dem Sofa rum."
Grad wenn der Text für Kinder gedacht ist, brauchst du eine gute Geschichte und relativ leichte Sprache.

Gruß
huxley
 
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01.02.2016
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Familie Schubert sitzt am Küchentisch. Die Kinder Anna und Felix wünschen sich seit längerem ein Haustier. Die Auswahl ist groß und jeder hat so seine Vorstellungen: Die Kinder wollen auf jeden Fall etwas, womit sie sich beschäftigen können, Mama Susanne will keine hohen laufenden Kosten und Papa Michael möchte flexibel im Urlaub bleiben.

So kommen die unterschiedlichsten Tierarten auf den Tisch. Es werden Vor- und Nachteile diskutiert und elterliche Bedenken erläutert, welche von kindlicher Leichtigkeit wieder entschärft werden.

Das würde ich ersatzlos streichen. Wen interessiert das? Ganz bestimmt keine Kinder zwischen fünf und zehn Jahren. Unabhängig davon haben fünfjährige Kinder keinerlei Vorstellung davon, was "Vor- und Nachteile diskutieren" bedeuten soll. Was sollen laufende Kosten sein, was heißt flexibilität im Urlaub? Du schreibst eine Geschichte für Kinder ab fünf Jahren. Achte auf deine Wortwahl.


„Ein Hund wäre doch toll“, sagt Felix. Sein Freund Leon hat einen Hund. Die beiden Freunde gehen öfter zusammen mit Leons Hund Lucky spazieren oder spielen mit ihm im Garten. „Dem kann man so viele Tricks beibringen“, schwärmt er.
Das wollen wir! Beginn deine Geschichte mit etwas interessantem. Etwas, das Lust darauf macht, weiterzulesen.
Vorschlag : Beim Abendessen erklärt Felix: "Ich möchte einen Hund!" Er schaut seine Eltern an. "Genau so einen wie Leon." ....

Zeige (nicht erzählen) auch, was der Hund für tolle Tricks kann. Zeige uns, wie sehr Felix das Spiel mit dem Hund geniesst, wie Lustig er ist. Das Wort schwärmen kennt kein fünf Jähriges Kind, aber das Gefühl des schwärmens - ja. Spätestens nach dem ersten Absatz deiner Geschichte müssten deine kleinen Zuhörer eines wollen - einen Hund. Und wieso? Weil du die Motivation von Felix so rüberbringst, dass es alle nachvollziehen - und sich darin wiederfinden.


„Ein Hund ist aber nicht gerade mit niedrigen Kosten in Sachen Anschaffung und Haltung verbunden. Ich denke da als erstes an die regelmäßigen Kosten wie Hundesteuer, Futter und Tierarzt. Zudem benötigt er eine zeitintensive Erziehung oder vielleicht sogar ein spezielles Training zu Auslastung“, gibt Mama zu bedenken. „Der Hund wäre mindestens einen halben Tag allein zuhause, wenn wir arbeiten sind und ihr in der Schule seid.“

Mach das kurz. Über Kosten mit fünfjährigen Kindern zu diskutieren erachte ich ganz nebenbei als Quatsch. Warum sollten fünfjährige Kinder erfassen können, was teuer und was günstig ist? Bzw., was überhaupt leistbar ist? Die kennen doch weder das Einkommen der Eltern, noch die Lebensunterhaltungskosten. Passen wären Vergleiche. "Wenn wir uns einen Hund kaufen, hätten wir kein Geld mehr für zwei Urlaube im Jahr." Das würde den Kindern auch erlauben, sich eine eigene Meinung zu bilden. Vielleicht ziehen sie ein Hund dem Jahresurlaub vor? Vielleicht verzichten sie auf den Klavierunterricht, wenn sie einen Hund bekommen?

Das stimmt, Leons Mama arbeitet zwar auch, aber von zuhause aus. Anna wirft ein, dass sie bei Regen mit dem Hund nicht rausmöchte und im Winter schon gar nicht. Auch Papa zeigt sich nicht begeistert von einem Hund. Die Urlaubspläne müssten ab sofort hundgerecht sein und eine Flugreise käme so ohne weiteres auch nicht in Frage. Dabei wollte Felix doch so gerne mal nach Amerika. Ein Hund ist also für Familie Schubert nicht das richtige.

Lass deine Charaktere Dinge tun. Du erzählst hier einfach, wieso ein Hund nicht das richtige für die Familie ist. Für fünfjährige Kinder ist es nicht nachvollziehbar. Und außerdem ist es stinklangweilig. Lass uns an den Emotionen von Felix teilhaben. Wie er sich über die Antworten ärgert, bis er selbst entscheidet, dass er keinen Hund mehr möchte - weil er eben lieber nach Amerika fliegen möchte. (Wieso überhaupt? Was gibt es dort?

„Vielleicht wäre ja eine Katze was, so wie Omas Simba. Der ist so verschmust“, schlägt Anna vor. Eine Katze bräuchte keine aufwendige Erziehung und rausgehen muss man mit ihr auch nicht. „Eine Katze ist langweilig, die schläft doch den ganzen Tag. Und Tricks kann man ihr auch nicht beibringen“, brummelt Felix.

Schon viel besser! So muss es sein!

„Die Anschaffungs- und Haltungskosten sind auch nicht gerade niedrig“, sagt Mama. „Eine Rassekatze z.B. hat ihren Preis und regelmäßig zum Tierarzt muss sie auch.

Hä?

Und wer säubert täglich das Katzenklo?“ Die Kinder sehen sich an und schütteln ablehnend den Kopf. „Wenn wir in den Urlaub fahren, muss die Katze von jemandem versorgt werden“, gibt Papa zu bedenken. „Oma kann nicht jeden Tag herfahren, sie wohnt zu weit weg. Und die Katze während des Urlaubs in eine Pension geben? Ich weiß nicht… Sie denkt doch dann auch, dass wir vielleicht nicht wiederkommen. Nein, das möchte ich nicht!“ Eine Katze ist also auch nicht das richtige Haustier für die Familie.

Sehr gut!

„Ich hatte als Kind zwei Hasen“, sagt Mama jetzt. „Stupsi und Hoppel. Sie lebten im Gartenhaus und hatten ein großes Freigehege. Ich habe mich immer sehr an den beiden gefreut.“ Während Mama noch in Kindheitserinnerungen schwelgt, entsteht am Familientisch schon kräftiges Kopfschütteln.

In Kindheitserinnerungen schwelgen wird niemand verstehen. Wieso das schon kräftiges Kopfschütteln hervorruft, weiß ich auch nicht. Lass das einfach weg und las direkt den Vater antworten, das wirkt mehr.


„Hasen gehören nach draußen in den Garten“, sagt Papa. „Die müssen buddeln und rumrennen können. Dafür ist unser Garten einfach nicht geeignet.“ „Wenn man sie in der Wohnung laufen lässt, müssen wir überall die Kabel und Möbel absichern, damit nichts angenagt wird“, sagt Anna.
Wirklich? Die Schwester erklärt jetzt, dass Kabel und Möbel abgesichert werden müssten?!

In der Wohnung möchte Mama die Hasen nicht haben. Ihr schwebte eher eine Außenhaltung vor. „Mit dem Hund würdet ihr nicht bei Wind und Wetter rausgehen, aber im Winter die Hasen misten ist ok?“, wirft Felix ein. Da muss Papa ihm recht geben. Die Familie stellt fest, dass auch Hasen bzw. Kaninchen keine Alternative sind.

Da sind wieder gute Ansätze drinnen, aber das wird mir viel zu schnell behandelt alles. Wieso stellt die Familie immer übereintreffend fest, dass ein Tier nach dem anderen nichts für sie ist? Das ist doch nicht realistisch.

„Wie wäre es denn mit einem Hamster?“, fragt Papa nach einer Weile. „Der hat keine hohen Anschaffungs- und Haltungskosten, lebt drinnen und im Urlaub würde sich sicherlich jemand finden, der Platz für den Käfig hat. „Hamster sind nachtaktiv“, sagt Mama. „Da haben die Kinder wenig davon. Das Tier ist munter, wenn die Kinder schlafen sollen.“ „Zudem sind die meisten Hamster Einzelgänger. Wir könnten nur einen haben und wem gehört der dann?“, gibt Anna zu bedenken. Auch Mama hätte lieber Tiere, wo man etwas „Familiäres“ beobachten kann. Ein Hamster kommt also auch nicht in Frage.

Was macht eigentlich unser Hauptprotagonist? Ist er noch da?


„Nun bleiben nicht mehr viele Möglichkeiten“, sagt Mama. „Alles hat seine Vor- und Nachteile.“ „Wir werden niemals das richtige Haustier für uns finden“, jammert Felix. „Fische oder Vögel würden mir noch einfallen“, sagt Papa. „Fische und Vögel kann man nicht anfassen“, brummelt Felix. Für ihn scheint das Thema Haustier aussichtlos. „Ein Vogel braucht täglich Platz zum Fliegen“, sagt Mama. „Das kommt im Haus aber gar nicht in Frage.“ „Und das Aquarium müsste auch irgendwo Platz finden. Am besten dort, wo es genug Steckdosen für Filter und Licht gibt und es nicht schlimm ist, wenn mal ein bisschen Wasser auf den Boden tropft“, überlegt Papa. Bei Wasser auf dem Boden schüttelt Mama energisch den Kopf: “Kommt überhaupt nicht in Frage!“

Hey, da sind sie ja, die Emotionen! Soll solls sein! Wieso redet der Papa im Konjunktiv? Fallen ihm jetzt Fische und Vögel ein oder nicht?

Ich hab’s!“, ruft Anna plötzlich, „Meerschweinchen!“ Ihre Freundin Lina hat vor ein paar Wochen zwei Meerschweinchen bekommen. „Sie sind nicht so teuer in der Anschaffung und Haltung wie Hund oder Katze. Sie leben drinnen, können im Sommer bei schönem Wetter aber auch in den Garten. Dort würde ihnen jedoch ein überschaubares Gehege reichen und buddeln tun sie auch nicht. Wenn wir in den Urlaub fahren, würde Lina sich bestimmt um die Tiere kümmern. Man kann sie an die Hand gewöhnen, sich mit in das Freigehege setzen und sich so mit den Tieren beschäftigen. Bei zwei Tieren wäre es auch nicht schlimm, wenn sie den halben Tag alleine zuhause sind.“
Hört sich so an, als hätte Anna sich im Vorfeld vorbereitet für diese Familiendiskussion ;)


Mama ist begeistert. „Ich finde das eine wunderbare Möglichkeit, für unseren Einstieg als neue Haustierbesitzer“, sagt sie.
Wie soll ich als Vorleser so einen Satz begeisternd vorlesen?!

„Mit dem Säubern des Geheges wird sich aber abgewechselt!“, mahnt sie.
Und hier kann ich mir die Mutter bildlich vorstellen. Sehr guter Satz!

Beide Kinder nicken eifrig. „Denen kann man auch Tricks beibringen“, sagt Felix. Das hat er nämlich mal in einer Tierzeitschrift gelesen. Auch Papa ist einverstanden. „Die laufenden Kosten sind wirklich überschaubar im Vergleich zu anderen Tierarten. Wir finden bestimmt einen schönen Platz im Wohnzimmer für das Meerschweinchenheim.“

„Dann los, kaufen wir uns Meerschweinchen“, jubelt Felix und stürmt schon zur Tür. „Halt, halt!“, ruft Mama. „Wir wissen doch noch gar nicht, was die Tiere alles brauchen. Wie groß muss der Käfig sein, was fressen sie, was müssen wir beachten?“ Felix guggt ein bisschen ratlos. Darüber hat er sich wirklich noch keine Gedanken gemacht. „Erst informieren, dann handeln“, sagt Papa und zwinkert Mama zu.

Sehr schön! Nur das mit dem "ratlos guggen" finde ich unpassend.

Die Kinder verbringen das Wochenende viel vor dem Computer, studieren diverse Internetseiten und schreiben sich viele Fragen auf. Diese wollen sie sich von einer Züchterin in der Nähe beantworten lassen, bei der Mama in der nächsten Woche einen Termin vereinbart.


Die Züchterin, Frau Jakob, ist sehr nett und nimmt sich viel Zeit für die Familie. Sie erklärt, was die Tiere alles brauchen und stellt Familie Schubert eine To-Do-Liste zusammen, was sie alles vorbereiten müssen. In 2 Tiere haben sich die Kinder sofort verliebt. „Bereitet alles in Ruhe vor und wenn ihr soweit seid, kommt ihr die beiden abholen“, sagt Frau Jakob.

Anna und Felix fahren mit ihren Eltern in den Zooladen und kaufen einen großen Käfig, zwei Häuschen, eine Flasche und einen Futternapf für die Tiere, sowie Einstreu und Heu. Zuhause bekommt der Käfig einen Platz im Wohnzimmer, damit die Tiere auch gleich Familienanschluss bekommen. Drei Tage später, fahren sie wieder zu Frau Jakob und holen Frieda und Socke, so sollen die beiden heißen, ab. So wohnen also ab heute 2 Meerschweinchen bei Familie Schubert, mit denen sie bestimmt noch viel erleben werden.

Na endlich haben sie nun ihre Haustiere.

Ich würde an deiner Stelle das ganze entweder in zwei Geschichten aufteilen, quasi in zwei kleinere Kapitel. Einmal die lebhafte Diskussion welches Haustier in frage kommt. Und im zweiten Kapitel die Vorbereitungen, Planungen und letztendlich den ersten Kontakt mit den neuen Haustieren behandeln.

Pepp die Geschichte auf! Lass die Protagonisten leben! Kinder wollen Action in einer Kurzgeschichte!

Beste Grüße,

Sonne[/QUOTE]
 
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Hallo @schwarze sonne ,
wow, danke für dieses detaillierte Feedback - klasse :)
Und ich freue mich total, dass du doch das ein oder andere mal ein sehr gut oder sehr schön schreiben konntest. Das gibt mir das Gefühl, dass ich auf einem guten Weg bin.

Ursprünglich wollte ich es so machen: Geschichte 1 die Diskussion, Geschichte 2 Planung, Vorbereitung und Kauf der Tiere, Geschichte 3, 4 etc. weitere Alltagssituationen aus der Meerschweinchenhaltung. Also wie eine ganze Serie, es kommen immer wieder neue Geschichten dazu. Nur habe ich nach dieser Familiendiskussion keinen Abschluss gefunden, wo ich hätte aufhören können. Ich war an dem Punkt "Ok es sollen Meerschweinchen sein. Und jetzt? Kaufen sie jetzt welche oder nicht?"

Deshalb hab ich die Geschichte 2 gleich darangehängt. Die habe ich dann aber nicht mehr ausgeführt, weil ich Angst hatte, dass es für eine Kurzgeschichte zu lang wird. Wie ich oben schon geschrieben habe, habe ich mich wohl an dem "Kurz" etwas festgefahren. Ich überarbeite das nochmal, jetzt macht es gleich noch mehr Spaß :thumbsup:

Liebe Grüße
Steffi
 

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