Was ist neu

Ein verdammt großes Eis

(Vor)lese-Alter
(Vor)lesealter: Ab 10
Mitglied
Beitritt
10.02.2021
Beiträge
37
Zuletzt bearbeitet:

Ein verdammt großes Eis

Mit einem schiefen Grinsen, das seine Zahnspange in der Sonne aufblitzen lässt, schiebt Jonas seinen Kumpel Axel das steile Stück hoch zum Bolzplatz. Seinen ganzen Körper stemmt er gegen den Rollstuhl und endlich oben angekommen, schaut Jonas sich um. Der Platz ist leer und sieht heute ganz brauchbar aus. Die Sonne scheint ungetrübt vom blauen Himmel herab und es sind keine größeren schlammigen Stellen mehr auf der Wiese zu erkennen. Jonas zieht den Duft ein und genießt für einen Moment die spätsommerlichen Sonnenstrahlen auf seinem Gesicht. Axel stellt die Bremse an seinem Rollstuhl fest und Jonas wechselt in seine Fußballschuhe. Er zieht einen blau schillernden Stein aus seiner Hosentasche und reibt ihn zwischen den Händen.
„Schön, dass du heute mitgekommen bist“, sagt Jonas.
„Mpf, passt schon“, sagt Axel und fügt sarkastisch hinzu, „ich spiele doch gerne den Zeugen für deine Show.“
Er wirft Axel einen skeptischen Blick zu und sie müssen beide unwillkürlich grinsen.

Von der anderen Seite des Platzes schallen die Geräusche angeregter Gespräche zu ihnen herüber und Jonas schaut auf. Vier Jugendliche kommen langsam auf den Platz geschlendert. Emma, Lars, Boris und Tristan bleiben unweit des Tores stehen und scherzen offensichtlich miteinander. Als Jonas sieht, dass Emma dabei ist und sich von Lars im Arm halten lässt, schnellen seine Augenbrauen nach oben. Er richtete sich auf und sieht mit einem fragenden Blick Axel an. Der zuckt nur mit den Schultern. Die beiden tauschen noch einen letzten Blick und dann verabschiedet sich Jonas mit einem knappen Winken von Axel.
„Ciao, bis später!“ Axel holt ein Buch aus der Tasche und schüttelt unmerklich den Kopf. Wenn das mal gut geht.

Jonas trabt auf die Gruppe zu und schaut ihnen mit einem gequälten Lächeln entgegen. Als er sieht, wie Lars ihn herausfordernd ansieht und Emma sich wegdreht, verfinstert sich seine Miene. Während die Jungs damit beginnen um den Platz zu joggen, schlendert Emma zum Parkplatz. Lässig trägt sie die Sporttaschen der Jungs und wirft sie neben dem Rollstuhl ab. Freundschaftlich drückt sie Axel zwei Küsschen auf die Wangen.
„Was machst du hier?“, fragt Axel. Unbehaglich verschränkt Emma die Arme vor der Brust.
„So halt.“
Axel schaut auf den Platz rüber und fragt sie: „Also bist du noch sauer auf Jonas?“
Da er als Antwort bloß ein Achselzucken erhält, verkneift er sich jede weitere Frage und vertieft sich in sein Buch.

Auf dem Platz beginnen die Jungs kurze Zeit später abwechselnd auf das Tor zu schießen. Jonas steht im Tor und man kann ihm ansehen, wie sehr ihm das stinkt.
„Mann, Lars!“, ruft er gepresst aus, „Lass‘ mich jetzt auch mal schießen.“
„Warum sollt‘ ich? Du kannst doch nix vor dem Tor.“
Grinsend schaut Lars zu seinen Kumpels während Jonas sich mit festen Schritten vom Tor löst und auf ihn zuhält.
„Und wenn ich dich dafür bezahle?“
Stirnrunzelnd guckt Lars auf den Stein, der ihm entgegengehalten wird.
„Was‘n das?“
„Ein Lapislazuli!“ sagt Jonas laut, „der ist mindestens 20 Euro wert!“
„Schon gut, Alter! Mach‘ nicht so nen Aufriss. Geh‘ du ins Tor!“, ruft Lars Boris zu.
Bereitwillig stellt dieser sich ins Tor, Jonas positioniert den Ball und die anderen beiden grinsen sich an.
„Na los! Zeig uns, was du kannst!“, brüllt Lars.

Mit hochrotem Kopf fokussiert Jonas sich auf den Schuss, setzt zum Sprint an und schießt. Er trifft den Ball gekonnt und dieser fliegt in einem hohen Bogen unhaltbar in die obere linke Ecke des Tors. Boris springt dem Ball entgegen, doch verfehlt ihn und landet unsanft wie ein flügellahmer Vogel auf der Seite im Matsch.
„Krasser Move!“ johlt Lars und schaut mit einem schelmisch fragenden Blick zu seinen Jungs.
„Da sind wir ja Zeugen eines großen Augenblicks geworden“, ruft Tristan und nickt Lars zu.
Da rennt Lars plötzlich auf zu Jonas und zieht ihm gekonnt die Beine weg. Johlend lachen die drei und klatschen sich ab.

Emma kommt auf die Wiese gelaufen.
„Alles ok bei euch, Jungs?“, fragt sie besorgt und mit einem Blick auf Jonas ergänzt sie im bemüht coolen Tonfall, „Axel schickt mich.“
Mit roten Wangen blickt sie zu Lars. Alle schauen zu ihr und Jonas rappelt sich auf.
„Was ist nur los mit dir?“ brüllt Jonas ihr heftig entgegen, „seit wann bist du so dicke mit Lars?“
Ohne ihnen noch eines Blickes zu würdigen, stapft er wütend zum Parkplatz.
„Komm‘ wir gehen!“
Vorsichtig linst Jonas noch einmal zu Emma und sieht, wie sie ihm verdattert hinterher sieht. Das erste Mal seit langem, dass sie mich mal wieder anguckt! Er spürt wie seine Knie weich werden. Hastig springt Lars neben sie und drückt ihr einen Kuss auf die Wange. Stolz hält er ihr den Lapislazuli unter die Nase und Emma lächelt ihn an: „Echt schönes Ding. Danke!“

Auf dem Nachhauseweg fragt Axel: „Was ist‘n vorhin passiert?“
„Ich bin hingefallen! Haste du etwa keine Augen im Kopf?“ Ruckartig stoppt er seinen Rollstuhl und zieht scharf die Luft ein. Für einen Moment sieht Jonas wie sein Kumpel die Augen schließt.
„Wenn du frustriert bist,“ presst Axel um Ruhe bemüht hervor, „dann lass‘ das nicht an mir aus!“
Das kaum hörbare „n‘tschuldige“ genügt offenbar, um Axel zu beschwichtigen und sie setzen schweigend ihren Weg fort. Bevor sie sich verabschieden, blickt Axel noch einmal prüfend auf.
„Weißt du,“ seufzt Jonas und sagt, „letztes Jahr waren Emma, du und ich noch unzertrennlich! Ich kapier‘ das einfach nicht.“
Tränen steigen Jonas in die Augen und er wischt sie hastig beiseite.
„Hast du denn gar keine Idee, warum das so sein könnte?“, fragt Axel.
Während Jonas nachdenklich seinen Blick abwendet, fangen seine Wangen an zu glühen und er sackt in sich zusammen.
„Na, siehst du!“, Axel legt ihm seine Hand auf den Arm, „du hast sie bloßgestellt mit diesem blöden Strand-Selfie! Warum musstest du das auch herumschicken?“
Ein hilfloses Schulterzucken war alles, was Jonas in diesem Moment noch zustande brachte.

Eine Woche darauf wartet Jonas wieder auf die Fußball-Clique und lässt sich kopfüber vom Tor baumeln. Hoffentlich ist Emma heute auch wieder dabei. Als die Clique eintrifft, rollt Jonas sich schnell ab und kommt wacklig auf die Füße.
„Hast du eine Minute für mich?“, spricht er sie sofort an.
„Was willst du?“
Aus dem Augenwinkel sieht er, wie die anderen Jungs sich angeregt über irgendetwas unterhalten und ihnen keines Blickes würdigen. Mit trockenem Mund und wild pochendem Herzen richtet er sich auf und blickt Emma geradewegs in die Augen.
„Es tut mir leid“, sagt er mit fester Stimme, „bitte entschuldige, ich habe Mist gebaut! Darf ich dich nachher auf ein Eis einladen?“
Emma guckt ihn unschlüssig an.
„Ok“, sagt sie unsicher, „das muss aber ein verdammt großes Eis sein!“ Jonas lacht und sie zwinkert ihm verschmitzt zu.
Lars grölt vom Platz zu ihnen rüber: „Jetzt komm‘ endlich, du Superstar! Wir schlagen hier schon Wurzeln.“
Mit einem letzten Blick auf Emma und einer gehörigen Portion Aufregung in seinem Bauch, rennt Jonas los.

 
Mitglied
Beitritt
10.02.2021
Beiträge
37
Zuletzt bearbeitet:

Hallo in die Runde,

vielen Dank für diese Challenge und die bereits geposteten Geschichten. Ich bin neu in diesem Forum, sodass dies meine erste eigene Kurzgeschichte für euch ist. Jedes Feedback ist mir willkommen und ich freue mich auf den Austausch.

Liebe Grüße
Die Chrio

 
Monster-WG
Seniors
Beitritt
04.03.2018
Beiträge
1.228
Zuletzt bearbeitet:

Hey @Chrio,
herzlich Willkommen hier bei den Wortkriegern, schön dass Du hergefunden hast und dich direkt mit einem Challenge-Beitrag ins Getümmel stürzt.

Mit einem leicht schiefen Grinsen, das seine Zahnspange in der Sonne aufblitzen lässt, schiebt Jonas wie immer seinen besten Kumpel Axel das letzte steile Stück auf ihrem Weg (hoch) zum Bolzplatz.
Für mich zu viele Infos in einem Satz, das bremst. MMn könntest Du das Durchgestrichene alles einsparen. Gerade der erste Satz soll den Leser in die Geschichte ziehen und darf deshalb nicht zu sperrig sein.

„Mensch, Axel! Das ist dämlicher Aberglaube…“
Leerzeichen vor dem Dreipunkt.

(Doch) Er kommt jedoch nicht mehr dazu, seinem besten Kumpel zuvorzukommen und ihm die vielen Stunden vorzurechnen, die er mit Kicken verbracht hat.
Könnte weg, begradigt den Satz.

Jonas setzt zum Spurt in Richtung der Clique an und in letzter Sekunde ruft er Axel noch ein schnelles „Ciao, bis später!“ zu.
Könntest Du zwei draus machen und die Clique hast Du noch nicht vorgestellt. Das hängt so in der Luft. Vorschlag: Jonas setzt zum Spurt an zu der Gruppe auf der anderen Seite vom Bolzplatz. (Da standen sie. Lars, Name 2, Name 3 und Emma.) In letzter Sekunde ruft er Axel noch ein schnelles „Ciao, bis später!“ zu.

Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch holt er sich sein ein Buch aus der Tasche und vertieft sich in seine (die) Lektüre.
Wenn möglich, Possessivpronomen sparen, es ist klar, dass das sein Buch ist.

Als Jonas sich der Clique nähert, hört er Lars rufen: „Ey, Emma!“, und zieht das hübsche Mädchen dabei in seinen Arm,
Hier ist der Bezug unklar, nach meiner Lesart, zieht Jonas Emma in den Arm, was sich erst im nächsten Satz als falsch herausstellt.

Lässt du mich jetzt endlich Stürmer sein, oder was?“ Die Hitze, die er jetzt in seinem Gesicht spürt, ärgert ihn.
Doppelung.

„Deal?“ Vorsichtig linst er zu Emma und reißt die Augen auf.
Das bräuchte ich nicht, weil linsen und reißen auch zu dicht aufeinander pappen.

Da biste ja endlich!“ sagt Lars und klopft ihm so kräftig auf die Schulter
Komma vor dem Redebegleitsatz.

wie toll er Tore schießen kann“, sagt Lars und grinst Jonas frech an.
wie toll er Tore schießen kann“. Lars grinst Jonas frech an.
Da klar ist, wer spricht, könntest du den Redebegleitsatz einsparen.

Als Jonas kurz darauf wie ein flügellahmer Vogel bäuchlings auf der matschigen Wiese liegt, schaut Axel von seinem Buch auf.
Das Bild bräuchte ich nicht, zeig uns doch lieber, was passiert ist. Hat ihm jemand ein Bein gestellt? Womöglich der Lars?

Bei aller Liebe, Emma, warum bist du neuerdings nur so gemein?
Das "bei aller Liebe" ist eine Floskel, die es nicht braucht.

Seine Bauchmuskeln melden sich und er kann nicht anders als zu Lachen.
lachen klein.

während sie das sagt, entgeht Jonas nicht, dass sie dabei entschuldigend zu Lars rüber schaut.
Während groß. Könntest du knapper schreiben. Während sie das sagt, schaut sie entschuldigend zu Lars. Es ist klar, dass das Jonas nicht entgeht, weil sie zu dritt dort stehen und er sie anschaut, da sie gerade redet.

Sie überlegt kurz und schüttelt dann entschieden den Kopf „das geht dich nichts an, Jonas.“
Punkt hinter Kopf. Das groß.

Ruckartig stoppt Axel seinen Rollstuhl und zieht scharf die Luft ein „Wenn du frustriert bist, lass‘ das bitte nicht an mir aus.“
Punkt hinter ein.

Hast du denn gar keine Idee (Komma) warum das so sein könnte?

Jonas überlegt und denkt an Emma, wie sie ihn letztes Jahr angeschaut hat, nachdem sie offenbar mit angehört, wie er cool vor Lars stand und mit ihrer Freundschaft geprahlt hat.
Bandwurmsatzverdacht. Würde ich etwas auflösen: Jonas denkt an Emma, wie sie ihn letztes Jahr angeschaut hat. Damals hatte sie mit angehört, wie er vor Lars mit ihrer Freundschaft geprahlt hatte. Er wollte so cool sein und (als Ergänzung) war doch so ein Idiot gewesen.
Dann macht auch das Wangenglühen Sinn, weil er sich schämt.

Als die Clique eintrifft(Komma) rollt Jonas sich schnell ab und kommt wacklig auf seinen (die) Füßen zum Stehen.

Aus dem Augenwinkel sieht er(Komma) wie Axel sich an Lars wendet und ihn offenbar in eine Fachsimpelei verwickelt.

Mit einem letzten Blick auf Emma und einer gehörigen Portion Aufruhe in seinem Bauch, rennt Jonas los.
Wenn, dann: Aufruhr im Bauch. Aber Aufruhr passt nicht gut, das ist sowas wie eine Revolution. Was passiert genau? Wird ihm schlecht, oder flau im Magen? Bekommt er wackelige Knie?

Lieber Chrio,
dieses Hin-und-her-Titschen zwischen Gruppen, die sich immer wieder neu formieren, inkl. enttäuschter Liebe und Unsicherheit ist als Thema für Jugendliche gut gewählt.
Du schilderst das Ganze als Ablauf, mir persönlich ist der Spannungsbogen etwas zu flach, dabei könntest Du da einiges mehr rausholen.
Sie treffen sich zum Fußballspielen, was eine super Gelegenheit wäre, den Konflikt greifbar zu machen. Das Spiel als Standortbestimmung. Der eine will gefallen, der andere will bestrafen, der nächste will nur dazugehören, etc. Davon lese ich aber nichts. Abgesehen davon, dass der Prota im Dreck landet und ich nicht weiß warum, spielen sie gar nicht. So bleibt die Handlung eher Beiwerk, statt Konflikt und Entwicklung aufzuzeigen.
Zweiter Punkt wäre die Figurenzeichnung: Axel zum Beispiel verstehe ich nicht, was ist seine Motivation? Warum ist er dort, wenn er nicht mitspielen kann? Um Jonas zu lenken? Lass ihn doch Schiri sein, dann wäre das alles klarer und Du weist ihm auch damit einen Habitus zu, der dieses Einlenkende, Korrigierende erklärt, dass er als Figur hat.
Du schreibst, vor einem Jahr waren sie ein unzertrennliches Trio, ich spüre aber seinen persönlichen Verlust nicht. Und Axel nimmt nichts übel, Emma nicht und Jonas auch nicht wirklich. Was Jonas zu ihm sagt, dieses "Haste du etwa auch deine Augen verloren?" das ist schon echt richtig fies. Warum ist Axel nicht sauer und sagt nur (ganz vernünftig): Lass deinen Frust nicht an mir aus?
Und was Jonas damals gesagt hat, war ein kleiner Fehler, eine Prahlerei, die nicht wirklich verletzt haben kann. Da würde ich mal überlegen, ob da nicht was Massiveres vorgefallen sein kann. Er hat eine Freundin von Emma beleidigt, oder sie selbst vor der Clique schlecht gemacht oder mit einem anderen Mädchen geprahlt und sie hat es gehört, weißt? Und jetzt muss er richtig was dafür tun, dass Emma bereit ist, ihm zu verzeihen.
Da könnte der Lapislazuli ins Spiel kommen, als wirkliches Opfer, das Jonas bringt, ein Opfer das richtig weh tut. Warum? Weil er tatsächlich eine Kraft hat (Think what!) und diese Kraft weggibt, um Emma zurückzugewinnen. Momentan läuft es so, dass er Lars den Stein gibt, damit er Stürmer spielen darf und Lars den Stein weiterschenkt. Meh! Hat der keine Eier? :Pfeif:

Also soweit meine Gedanken zu deinem Text. Nichts davon (bis auf die Fehler-Korrekturen :D) musst du annehmen, das sind nur Anregungen für den Fall, dass Du Bock hast, am Text zu arbeiten.

Peace und schönen Abend noch, ltf.

 
Mitglied
Beitritt
10.02.2021
Beiträge
37
Zuletzt bearbeitet:

Hallo @linktofink,

ganz herzlichen Dank für Dein Feedback! :)

Die Rechtschreibfehler korrigiere ich gleich, danke, dass Du den Text so durchgearbeitet hast. Und auch mit deinen Anmerkungen kann ich viel anfangen. Mit der Fallhöhe der Charactere war ich auch noch unzufrieden und hatte aber dann nur Ideen, bei denen ich kaum eine Möglichkeit sah sie in der kürze der Geschichte wieder einzufangen bzw. aufzulösen. Da denke ich auf jeden Fall noch drüber nach.

Und ja, Axel ist in jedem Fall ein Charakter, der mir a) enorm am Herzen liegt, von dem ich aber b) bei meinem Figuren-Interview bisher wenig Antworten erhalten habe, warum er dort ist, was ihn bewegt. Nur bei der Beleidigung, die er erfährt, habe ich noch ein Bild vor Augen, dessen ich mir nur am Rande bewusst war und das ich jetzt ergänzen möchte.

Lieber Chrio,
Die Online-Kommunikation birgt Hürden, die ich nicht bedacht habe: Ich bin weiblich. Bitte entschuldige, das sollte ich irgendwo in meinem Profil ergänzen. Ideen?

Liebe Grüße
Die Chrio

 
Mitglied
Beitritt
24.03.2019
Beiträge
123

Hallo @Chrio

willkommen bei der Challenge und bei den Wortkriegern.

dann leg ich mal los.

Seinen ganzen Körper stemmt er gegen den Rollstuhl und endlich oben angekommen, sagt Axel:

Satzbau würde ich hier ändern:

Er stemmt seinen Körper gegen den Rollstuhl. Endlich oben angekommen, sagt Axel:"

Jonas setzt zum Spurt an zu der Gruppe auf der anderen Seite vom Bolzplatz.

M.E. auch ein wenig ungelenk im Satzbau.

(Da standen sie. Lars, Boris, Tristan und Emma.

Eine Klammer, die sich öffnet, aber nicht schließt und ein Tempuswechsel, der den Lesefluß stört.

Axel sieht ihm kopfschüttelnd nach. So ein Mist, dass ich hier Zeuge spielen muss, wie du Honk dich diesen Idioten anbiederst. Übertrieben hektisch schließt Jonas zu der Clique auf und Axel schüttelt unmerklich den Kopf.

Zweimaliges Kopfschütteln kurz hintereinander. Einmal reicht.

So ein Mist, dass ich hier Zeuge spielen muss, wie du Honk dich diesen Idioten anbiederst. Übertrieben hektisch schließt Jonas zu der Clique auf und Axel schüttelt unmerklich den Kopf. Wenn das mal gut geht. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch holt er ein Buch aus der Tasche und vertieft sich in die Lektüre. Als Jonas sich der Clique nähert, sieht er wie Lars Emma in seinen Arm zieht.

Die Erzählperspektive ist bisher nicht eindeutig. Sie springt von Axel zu Jonas über, aber warum?
Dazu die vielen Namen, obwohl wir erst im zweiten Paragraphen sind.

Als Jonas die Clique endlich erreicht, stellt er Lars wütend zur Rede: „Lässt du mich endlich Stürmer sein, oder was?“

Axel beschreibt Jonas als anbiedernd. Als erste Handlung aber stellt er Jonas zur Rede. Kein sehr anbiederndes Verhalten, in meinen Augen.

Die Clique fängt an zu lachen. Jonas hält Lars seinen Lapislazuli unter die Nase: „Deal?“ Vorsichtig linst er zu Emma. Das erste Mal seit langem schaut sie ihn wieder an und mustert neugierig seinen Stein. Ihm sinkt das Herz in die Hose und er spürt wie seine Knie weich werden. Lars grabscht nach dem Stein und brummt: „Na, meinetwegen.“

Geht mir zu schnell. Erst lachen sie ihn aus, jetzt wollen sie den Stein und lassen ihn mitmachen. Zunächst würde ich von Lars ein 'Was soll ich mit 'nem ollen Stein?' erwarten.

Wie immer Aufwärmen und dann zeigt Jonas uns mal, wie toll er Tore schießen kann“

Doppelpunkt nach dem immer.

Als Jonas kurz darauf wie ein flügellahmer Vogel bäuchlings auf der matschigen Wiese liegt, schaut Axel von seinem Buch auf. Emma steht lachend am Feldrand und ihm steigt die Galle hoch. Bei aller Liebe, Emma, warum bist du neuerdings nur so gemein?

Hier wechselst du wieder zu Axel. Ich fände es sinnvoller und nachvollziehbarer, wenn du entweder bei Axel oder bei Jonas bleibst.

Scheiße, ich sehe ja aus wie ein mariniertes Hühnchen! Jonas rappelt sich auf und sieht an sich hinab. Seine Bauchmuskeln melden sich und er kann nicht anders als zu lachen. Lars mustert ihn. „Alter, voll krasser Move, ey! Bist ja n‘ richtiger Bulldozer vorm Tor.“ Breit grinsend genießt Jonas das Gefühl, dass sich sein Einsatz heute gelohnt hat. Emma stürmt aufs Feld. „Alles in Ordnung, Jonas? Axel schickt mich.“ Während sie das sagt, schaut sie entschuldigend zu Lars.

Hier komme ich endgültig ins Schleudern. Eben noch der Loser, plötzlich der Held. Warum? Wird nicht erklärt. Genausowenig Emmas plötzliche Empathie.

Er ringt um Fassung und dann platzt es aus heraus: „Was ist das mit euch beiden? Seit wann seid ihr so dicke?“

Das frage ich mich auch. Nichts, aber auch gar nichts, deutet auf eine Verbundenheit zwischen Emma und Jonas hin.

Jonas schaut Lars ins Gesicht und sucht darin nach einer Antwort. Doch Lars zuckt nur mit dem Schultern und rennt zurück zu seinen Kumpels. „Emma, nun sag‘ schon, was findest du plötzlich so toll an Lars?“

Ah, okay. Jonas stellt Lars zur Rede. ich dachte es wäre andersrum.

Enttäuscht geht Jonas ins Spiel zurück, doch sein Glück hat ihn offenbar verlassen.

Wann hatte er denn Glück in diesem Spiel. Die einzige Szene, die du beschreibst, ist die, wo er hinfällt. Der Kontext einer Spielsituation fehlt. Hat er einen Ball gehalten, einen Angriff abgewehrt?

„Na, siehst du“, Axel legt Jonas seine Hand auf den Arm.

Versteh ich nicht.

Eine Woche darauf warten Axel und Jonas wieder auf die Fußball-Clique und Jonas lässt sich kopfüber vom Geländer baumeln.

Auch ein ungelenker Satz. Abgesehen davon ist ein Geländer selten so hoch, dass Jugendliche sich problemlos kopfüber hängen lassen können.

Aus dem Augenwinkel sieht er, wie Axel sich an Lars wendet und ihn offenbar in eine Fachsimpelei verwickelt.

Fachsimpelei? Worüber?

Fazit: Da ist noch gehörig Luft nach oben. Ich empfinde die Geschichte als unausgegoren. Es geht zu viel durcheinander, Gefühle und Situationen wechseln schlagartig, die Gründe sind für mich als Leser nicht ersichtlich.

Ich würde an deiner Stelle den Text nochmal neu schreiben, aber bei einer Perspektive bleiben. Frage dich, was du eigentlich erzählen willst. M.E. geht es um Jonas und Emma. Dann erzähle die Geschichte aus Jonas' Perspektive. Axel kann als Helfer ruhig dazukommen, aber Jonas sollte sein Verhalten sehen, beschreiben und werten.

LG,

HL

 
Mitglied
Beitritt
10.02.2021
Beiträge
37

Hallo @HerrLehrer,

vielen Dank für deine Nachricht und die Anmerkungen.

Wenn ich Dich richtig verstehe, dann irritieren Dich hauptsächlich Unklarheiten in der Erzählperspektive. Das ist ein sehr guter Hinweis. Danke Dir.

Andere Anmerkungen (z.B. die geöffnete Klammer), führen mir vor Augen, dass sich Fehler eingeschlichen haben. Und das obwohl ich die Korrekturen, die ich nach @linktofink s Rückmeldung vorgenommen habe, noch einmal überprüft habe ...

@HerrLehrer schrieb:
Fazit: Da ist noch gehörig Luft nach oben. Ich empfinde die Geschichte als unausgegoren. Es geht zu viel durcheinander, Gefühle und Situationen wechseln schlagartig, die Gründe sind für mich als Leser nicht ersichtlich.
Dein Fazit ist für mich schwer nachzuvollziehen. Daraus nehme ich mit, dass die Geschichte Dich als Leser unzufrieden zurückgelassen hat. Unklar ist für mich, ob eine Überarbeitung der Erzählperspektive allein ausreichen würde, um das zu ändern. Aber gut, an der Erzählperspektive muss ich auf jeden Fall noch arbeiten, das leuchtet mir ein.

Ich freue mich, wenn Du dann Lust hast, Dir auch eine überarbeitete Version noch einmal anzusehen.

Liebe Grüße
Die chrio

PS: Happy Birthday wortkrieger! 😀

 
Mitglied
Beitritt
24.03.2019
Beiträge
123

Hallo @Chrio

ich bin's wieder :-)

Dein Fazit ist für mich schwer nachzuvollziehen. Daraus nehme ich mit, dass die Geschichte Dich als Leser unzufrieden zurückgelassen hat. Unklar ist für mich, ob eine Überarbeitung der Erzählperspektive allein ausreichen würde, um das zu ändern.

Für mich persönlich reicht die Erzählperspektive womöglich nicht aus. Ich möchte ein Beispiel nennen, das mein Problem mit der Geschichte vielleicht nachvollziehbarer macht:

Es wird Fußball gespielt. Aber das Geschehen auf dem Fußballplatz wird für den Leser nicht nachvollziehbar.


Wie immer Aufwärmen und dann zeigt Jonas uns mal, wie toll er Tore schießen kann“. Lars grinst Jonas frech an.
Als Jonas kurz darauf wie ein flügellahmer Vogel bäuchlings auf der matschigen Wiese liegt, schaut Axel von seinem Buch auf.

Hier wärmen sich die Jungs auf und Lars grinst Jonas frech an. Dann kommt ein Sprung und Jonas liegt auf der matschigen Wiese. Wie kommt er da hin? Wurde er gefoult? Stand er kurz davor, ein Tor zu machen? Ist er einfach nur ausgerutscht? Ich als Leser frage mich, was ist da passiert und bekomme nur kryptische Aussagen in Bezug auf das Geschehen auf dem Spielfeld.

„Alter, voll krasser Move, ey! Bist ja n‘ richtiger Bulldozer vorm Tor.“ Breit grinsend genießt Jonas das Gefühl, dass sich sein Einsatz heute gelohnt hat.

Das ist eine dieser kryptischen Aussagen. Der Leser wird allein gelassen, er muss raten, was die Aussage von Lars bedeutet. Udn wieso hat sich der Einsatz gelohnt, was genau ist gut gelaufen in dem Spiel, dass sich der Einsatz gelohnt hat?

Es ist häufig schwer, den eigenen Text nochmal mit den Augen eines Fremden zu lesen, weil man beim Schreiben ein klares Bild im Kopf hat und sich dieses Bild im eigenen Text wiederfindet. Mir kann es helfen, einen Text länger liegen zu lassen und ihn dann nochmal anzuschauen. Im Rahmen einer Challenge ist diese Zeit allerdings knapp bemessen.

LG,

HL

 
Mitglied
Beitritt
10.02.2021
Beiträge
37

Hallo @HerrLehrer ,

vielen herzlichen Dank für die Klärung und Deine Hinweise. Ok, jetzt verstehe ich, was Du meinst und was da noch schief läuft. Klasse, ich danke dir.

Liebe Grüße
Die chrio

 
Mitglied
Beitritt
09.12.2019
Beiträge
623

Hallo @Chrio ,

eine kürzere Geschichte, bei der du verschiedene Themen streifst.

Zum einen das zuvor unzertrennliche Trio mit Jonas, Axel und Emma. Und die sich anbahnende Beziehung zwischen Jonas und Emma. Dann der Lapislazuli-Stein, der ja durchaus auch noch einen Hintergrund haben könnte.

Und die Geschehnisse auf dem Bolzplatz, auch innerhalb der Clique scheint es ja Konflikte zu geben. Jonas möchte eine andere Position innerhalb der Mannschaft und Emma hängt nun mit Lars ab.

Und so liest es sich halt wie eine Erzählung aus dem Leben der Protagonisten, über das ein oder andere. Dann ist die Geschichte vorbei und es bleibt kaum etwas hängen. Da fehlt mir also ein Schwerpunkt, bei dem mich die weitere Handlung auch interessiert. Und ich fände eine einheitlichere Perspektive ebenfalls besser, so wie bisher weiß ich halt nicht so recht, worauf ich mich einstellen soll und was ich vom weiteren Text noch erwarten kann.

Aus den genannten Gründen ist es für mich eher ein ziemliches Themendurcheinander. Auch der Titel hat ja kaum etwas mit der Handlung zu tun, eher speziell mit dem Ende.

Soweit inhaltlich, hier noch einige Details:

Mit einem schiefen Grinsen, das seine Zahnspange in der Sonne aufblitzen lässt, schiebt Jonas seinen Kumpel Axel das steile Stück hoch zum Bolzplatz.
Vorschlag (ein Komma weniger):
Ein schiefes Grinsen lässt seine Zahnspange in der Sonne aufblitzen, als Jonas seinen Kumpel Axel das steile Stück zum Bolzplatz schiebt.

Lautstark pfeift Lars von der anderen Seite des Bolzplatzes zu ihnen herüber.
Hier würde ich nur "Platz" schreiben. "Bolzplatz" hattest du ja kurz zuvor schon.

Jonas setzt zum Spurt an zu der Gruppe auf der anderen Seite vom Bolzplatz.
Hier würde ich es ganz streichen.

Was meinst‘n dazu, he?“ er dreht sich zu seinen Jungs um und Emma sagt lachend: „Brauchen wir nicht noch einen Platzwart?“
"Er" groß geschrieben

Das laute Gelächter lässt Jonas zusammenzucken.
Diesen Satz könntest du im Aktiv schreiben.

Die Hitze, die er jetzt in seinem Gesicht spürt, ärgert ihn.
im Gesicht

Die Clique fängt an zu lachen.
Das klingt etwas seltsam, die Clique ist ja eher ein abstrakter Begriff. Also vielleicht eher in die Richtung: "Alle fangen an zu lachen."

Die Jungs der Clique setzten ihre Taschen ab, Lars kramt den Fußball hervor und sie rennen los auf den Platz.
setzen (in der Gegenwart bleiben) ;
"der Clique" könntest du hier m.E. streichen

„Da biste ja endlich!“, Lars klopft ihm so kräftig auf die Schulter, dass Jonas beinahe das Gleichgewicht verliert.
Kein Komma

„So, Jungs! Wie immer Aufwärmen und dann zeigt Jonas uns mal, wie toll er Tore schießen kann“.
Der Punkt kommt vor die abschließenden Anführungszeichen.

Doch Lars zuckt nur mit dem Schultern und rennt zurück zu seinen Kumpels.
den

Emma, nun sag‘ schon, was findest du plötzlich so toll an Lars?“
Sie benutzen häufig die Vornamen, wenn sie sich ansprechen.
m.E. geschieht das jedoch grundsätzlich eher selten, wenn man jemanden ansieht und direkt anspricht. Derjenige weiß ja dann, das er gemeint ist, zumindest ich sage dann selten nochmal den Vornamen.

„Das geht dich nichts an, Jonas.“
Emma, hast du eine Minute für mich?“ „Was willst du, Jonas?“
auch hier ("für mich" könntest du streichen)

Warum musstest du das auch herum schicken?“, Axel legt Jonas ...
Kein Komma

Mit einem letzten Blick auf Emma und einer gehörigen Portion Aufregung in seinem Bauch, rennt Jonas los.
im ; kein Komma nach "Bauch"

Soweit meine Eindrücke, viele Grüße!
Rob

 
Wortkrieger-Team
Seniors
Beitritt
21.04.2015
Beiträge
1.377

Hallo @Chrio und herzlich Willkommen bei uns im Forum :shy:

Vorab ein kurzer Tipp, denn ich hatte ähnliche Probleme mit dem Text, wie sie bereits angesprochen wurden. Das ist ein kleines Durcheinander ;) Du würdest deinem Text und den Lesern einen Gefallen tun, wenn du die wörtliche Rede nicht im Text mitfließen lässt, sondern sie abgrenzt mit jeweils einem Absatz immer wenn der Sprecher wechselt.

Also zum Beispiel:
Seinen ganzen Körper stemmt er gegen den Rollstuhl.
Als sie endlich oben angekommen sind, sagt Axel: „Danke, Jonas. Hast du deinen Lapislazuli-Stein dabei? Ich hatte den Eindruck, dass er dir das letzte Mal Glück gebracht hat.“
„Mensch, Axel! Das ist dämlicher Aberglaube …“, erwidert Jonas genervt.
Axels Mund klappt auf und in seinen Augen erkennt Jonas, dass ihm eine patzige Antwort droht.

Das würde ich im gesamten Text anpassen.
Außerdem vielleicht noch einmal genau über den Stil der Dialoge gehen, die wirken zum Teil sehr gekünstelt. Sagt ein Heranwachsender zu seinem Kumpel Ich hatte den Eindruck, dass ...? Vielleicht eher sowas wie Hast du den Stein dabei? Hat dir beim letzten Mal ganz schön den Arsch gerettet. Oder so in der Art. Das Wort Lapislazuli könntest du auch erst weiter unten erwähnen, als er den Stein dem Mädchen übergibt.

Generell wirkt das zum Teil noch sehr gehetzt, unfokussiert. Irgendwie hat das einen gewissen Charme, weil Heranwachsende ja in der Tat oft völlig durch den Wind sind aufgrund der ganzen wilden Hormone in ihrem Körper, aber gleichzeitig fragt man sich dadurch eben, wo genau du eigentlich hin willst.

Ja, also ich würde versuchen, sowohl äußerlich, als auch inhaltlich mehr Struktur reinzubringen. Hoffe, das hilft dir ein bisschen weiter.

Viele Grüße
RinaWu

 
Wortkrieger-Team
Monster-WG
Seniors
Beitritt
19.05.2015
Beiträge
2.278

Hi @Chrio

viel Personal auf wenig Raum, Dialoge, die mMn teils unnatürlich bzw. unbeholfen klingen, ein Handlung, die, na ja, überschaubar ist, kann, glaube ich nur funktionieren, wenn du sehr präzise bleibst, einiges dran arbeitest.
Viel Erfolg und Spaß dabei!

Paar Stellen:

So ein Mist, dass ich hier Zeuge spielen muss, wie du Honk dich diesen Idioten anbiederst und dabei einfach nicht verstehst, dass du Scheiße gebaut hast.
mm, okay, Honk, aber dann so ein biederes Wort wie anbiedern, passt das?
„haste schon gehört? Jonas will nicht länger unser Torwart sein. Was meinst‘n dazu, he?“ er dreht sich zu seinen Jungs um und Emma sagt lachend: „Brauchen wir nicht noch einen Platzwart?“
ist ja ganz lustig, wenngleich der Witz erwartbar ist, aber auch hier nicht gerade ein flüssiger Dialog
Erschrocken dreht Jonas sich zu den Jungs um und gibt Fersengeld.
Fersengeld, klingt ziemlich alt, überhaupt nicht frisch, das Wort
Scheiße, ich sehe ja aus wie ein mariniertes Hühnchen!
lustiiges, wirklich lustiges Bild, aber sagt das jemand so?

Tja und dein Profil habe ich mir auch angeschaut, klingt ein bisschen wie An-Textarbeit-bin-ich-nicht-so-richtig-interessiert-zu-mühsam-weil-ich-ja-eigentlich-gerade-wichtigeres-mache, stimmt das? Wenn ja, schade eigentlich

viele Grüße
Isegrims

 
Mitglied
Beitritt
05.09.2020
Beiträge
189

Hey @Chrio,

ich werde mal keine Flusen lesen, da du den Text seit längerem nicht bearbeitet und mehrere Kommentare noch nicht berücksichtigt hast, da würde sich sicher einiges doppeln. Also nur mein Gesamteindruck.

Cool bleiben, lass‘ dich nicht wieder für nix und wieder nix von ihm provozieren.
Formulierungen wie diese finde ich unrealistisch, das sagt und denkt doch keiner. Kann ich mir zumindest nicht vorstellen.

„das muss aber ein verdammt großes Eis sein.“
Für mich wohl die beste Stelle im Text, und passend dazu der Titel: das gefällt mir.

Ansonsten hat die Geschichte keine besonders große Wirkung auf mich, es wird keine Nähe zu den Figuren aufgebaut, auch nicht zum Protagonisten. Alles bleibt oberflächlich, die Beziehungen zwischen den Figuren und auch die Handlung, viel passiert ja auch nicht. Da könntest du sicherlich noch mehr draus machen.

Viele Grüße,
rainsen

 
Mitglied
Beitritt
10.02.2021
Beiträge
37
Zuletzt bearbeitet:

Huhu,

herzlichen Dank noch einmal für alle Eure hilfreichen Kommentare! Ich habe im Stillen noch einmal kräftig an der Geschichte gearbeitet und viele Tipps einbezogen. #freue mich, dass ich so viel dazu lernen durfte!

@RinaWu: Vielen lieben Dank für deine hilfreichen Ideen und Anregungen! Mit den Dialogen und der Formatierung bin ich tatsächlich noch etwas unsicher. Ich habe sie jetzt im Fließtext gelassen, werde diese Frage aber für meinen nächsten Text noch einmal überdenken. Als Leserin habe ich manchmal den Eindruck, es zerfleddert die Texte, wenn Dialoge untereinander stehen und als Wissenschaftlerin bin ich an Blocksatz extrem gewohnt. Aber Du hast schon recht, das löst sicherlich das Problem, dass es an manchen Stellen etwas wirr wird. Ich dank' Dir, auch für die Aufmunterung =)

@Isegrims: Ich danke Dir sehr für Dein Feedback zu den Dialogen im Text. In der Überarbeitung habe ich mich nun auf die Hauptstory und die Perspektive fokussiert. Dabei habe ich "kill-your-darlings" praktiziert und so sind leider alle diese Stellen rausgestrichen. Für zukünftige Texte nehme ich Deine Kritik dennoch sehr gerne mit.
Schade, dass ich mit meinem Profil diesen Eindruck bei dir erweckt habe. Ich schaue mir noch einmal an, was ich geschrieben habe, denn ich habe definitiv Interesse an Textarbeit! Deswegen bin ich ja unter Anderem hier ...

da du den Text seit längerem nicht bearbeitet und mehrere Kommentare noch nicht berücksichtigt hast, da würde sich sicher einiges doppeln. Also nur mein Gesamteindruck.
Sorry, ja, bei mir war leider einiges los und ich war plötzlich sehr eingespannt. Bitte entschuldigt, dass ich so lange gebraucht habe, die Kritik umzusetzen.
„das muss aber ein verdammt großes Eis sein.“
Für mich wohl die beste Stelle im Text, und passend dazu der Titel: das gefällt mir.
Danke =), dieses Feedback freut mich sehr!

Viele liebe Grüße & allseits einen schönen Abend
Die Chrio

 
Mitglied
Beitritt
16.01.2021
Beiträge
22

Hey @Chiro,
wenn ich es richtig verstanden habe, ist diese Version der Geschicht völlig neu überarbeitet. Ich kannte die vorherige nicht, jedoch habe ich mir bereits die anderen Kommentare durchgelesen. Mal sehen, was es jetzt noch dazu zu sagen gibt.

Er zieht einen blau schillernden Stein aus seiner Hosentasche und reibt ihn zwischen den Händen. „Schön, dass du heute mitgekommen bist“, sagt Jonas. „Mpf, passt schon“, sagt Axel und fügt sarkastisch hinzu, „ich spiele doch gerne den Zeugen für deine Show.“ Er wirft Axel einen skeptischen Blick zu und sie müssen beide unwillkürlich grinsen.
Der blau schillernde Stein den Jonas aus der Hosentasche zieht wirkt für mich etwas willkürlich an dieser Stelle. Wenn er den Stein zum Beispiel unmittelbar bevor er auf den Platz läuft reiben würde, ließe sich ein Zusammenhang leichter erkennen.

Mir gefällt jedoch das Gefühl, dass du hier vermittelst ziemlich gut. Axel begleitet seinen Freund Jonas, obwohl er selbst nicht mitspielen kann. Durch diese Szene lässt sich die Freundschaft der Beiden richtig spüren.

Jonas trabt auf die Gruppe zu und schaut ihnen mit einem gequälten Lächeln entgegen. Als er sieht wie Lars ihn herausfordernd ansieht und Emma sich wegdreht, verfinstert sich seine Mine.* Während die Jungs damit beginnen um den Platz zu joggen, schlendert Emma zum Parkplatz. Lässig trägt sie die Sporttaschen der Jungs und wirft sie neben dem Rollstuhl ab. Freundschaftlich drückt sie Axel zwei Küsschen auf die Wangen. **„Was machst du hier?“, fragt Axel. Unbehaglich verschränkt Emma die Arme vor der Brust. „So halt.“
Gefällt mir wie du die Geschichte zu den Jungs trägst und, ohne sie zu verkomplizieren, wieder zurück zu Axel bringst.
*Ich würde hier entweder eine neu Zeile beginnen oder eine kurze Konfersation einbauen, da es so wirkt, als würden die Jungs schweigend und mit bösen blicken, ohne Weiters zu laufen beginnen.
**"Warum bist du hier?" oder eine andere Antwort. Die von dir gewählten Aussagen ergeben meines erachtens keinen Zusammenhang.

Ansonsten ist mir nichts Gravierendes aufgefallen.

Dieser Typ von Geschichte gehört leider nicht zu denen die mich begeister, da mir etwas an Spannung fehlt, jedoch hat sie mir trotzdem gut gefallen. Ich finde deinen Schreibstil sehr angenehm und die Geschichte lief in meinem Kopf runter wie ein Film. Wirklich Toll! Das schafft nicht jeder. Du hast sehr realitätsnahe geschrieben und ich konnte viele parallelen zu echten Erlebnissen von mir herstellen.

Grüße
YWKM

 
Mitglied
Beitritt
10.02.2021
Beiträge
37

Hi @YouWillKnowMe ,

vielen Dank!! Es freut mich, dass Dir meine Geschichte gefallen hat, obwohl sie nicht Deinen Geschmack trifft.

Ich finde deinen Schreibstil sehr angenehm und die Geschichte lief in meinem Kopf runter wie ein Film. Wirklich Toll!
Juchuh! Danke Dir. Darauf habe ich hingearbeitet.
wenn ich es richtig verstanden habe, ist diese Version der Geschicht völlig neu überarbeitet. Ich kannte die vorherige nicht, jedoch habe ich mir bereits die anderen Kommentare durchgelesen. Mal sehen, was es jetzt noch dazu zu sagen gibt.
Ja, die Version der Geschichte, die jetzt da steht ist grundlegend überarbeitet. Dem Plot bin ich trotz seiner Schwächen treu geblieben, da ich mich selbst von ihm durch die kleine Story getragen gefühlt habe.

Dieser Typ von Geschichte gehört leider nicht zu denen die mich begeister, da mir etwas an Spannung fehlt, jedoch hat sie mir trotzdem gut gefallen.
Die Kritik an der Spannung ist total berechtigt! Mir fehlte für diesen first trial noch der Mut zum Springen in mehr Höhen und Tiefen... strebe an, beim nächsten Mal mehr zu wagen.

Viele liebe Grüße & many thanks
Die Chrio

 
Beitritt
18.11.2020
Beiträge
54

Hallo @Chrio,

herzlich Willkommen bei den Wortkriegern.

Von mir heute nur ein ganz kurzes Feedback:

Ich mag deinen Schreibstil. Er lässt sich sehr angenehm lesen.
Die Handlung finde ich noch ausbaufähig. Da liese sich sicherlich noch einiges herausholen und die Konflikte zwischen den Charakteren könntest du noch stärker ausarbeiten. Ich muss ehrlich sagen, dass es mir schwer gefallen ist die Charaktere auseinanderzuhalten. Wie oben bereits vorgeschlagen, wäre das Fußballspiel die perfekte Gelegenheit die Charaktere weiter auszuarbeiten und voneinander zu differenzieren.
Den interessantesten Charakter fand ich bisher Axel, aber seine Rolle in der Geschichte ist relativ unbedeutend. Das fand ich sehr schade.

An einer Stelle im Text ist mir noch eine Dopplung aufgefallen.

grinsend schaut Lars zu seinen Kumpels während Jonas sich mit festen Schritten vom Tor löst und hält auf ihn zuhält

Ich bin schon gespannt auf deine weiteren Texte.

Grüße,
Nele

 
Mitglied
Beitritt
10.02.2021
Beiträge
37

Hi @Nele Marie Scambalo ,

vielen Dank für Dein Feedback!

herzlich Willkommen bei den Wortkriegern.
Danke =D, auch für alle anderen Willkommensgrüße! Finde Euer Forum mega! Toll, was ihr hier schon alles auf die Beine gestellt habt.

An einer Stelle im Text ist mir noch eine Dopplung aufgefallen.
Geändert, danke.

Die Handlung finde ich noch ausbaufähig. Da liese sich sicherlich noch einiges herausholen und die Konflikte zwischen den Charakteren könntest du noch stärker ausarbeiten. Ich muss ehrlich sagen, dass es mir schwer gefallen ist die Charaktere auseinanderzuhalten. Wie oben bereits vorgeschlagen, wäre das Fußballspiel die perfekte Gelegenheit die Charaktere weiter auszuarbeiten und voneinander zu differenzieren.
Den interessantesten Charakter fand ich bisher Axel, aber seine Rolle in der Geschichte ist relativ unbedeutend. Das fand ich sehr schade.
Ja, den Hinweis bzw. diese Hinweise fand ich auch sehr gut und hilfreich. Auf der Autorenmesse von Jurenka Jurk gab es dazu ein gutes Zitat von Lea Korte: "Man muss entweder vorher planen oder später stopfen." Das mit dem Stopfen hat sich für mich als ausgesprochen schwieriges Unterfangen herausgestellt, daher probiere ich es und bei meinem nächsten Projekt beginne ich gerade mit etwas mehr Planung vorab :lol:.

Ich bin schon gespannt auf deine weiteren Texte.
Freu, freu =)

Liebe Grüße
Die chrio

 
Mitglied
Monster-WG
Beitritt
20.01.2018
Beiträge
596

Liebe @Chrio ,

wir kennen uns noch nicht. Herzlich Willkommen hier! Wir beide sind bei dieser Challenge also mit Eis am Start, da musste ich doch vorbeischauen.

Seinen ganzen Körper stemmt er gegen den Rollstuhl und endlich oben angekommen, schaut Jonas sich um. Der Platz ist leer und sieht heute ganz brauchbar aus. Die Sonne scheint ungetrübt vom blauen Himmel herab und es sind keine größeren schlammigen Stellen mehr auf der Wiese zu erkennen. Jonas zieht den Duft ein und genießt für einen Moment die spätsommerlichen Sonnenstrahlen auf seinem Gesicht. Axel stellt die Bremse an seinem Rollstuhl fest und Jonas wechselt in seine Fußballschuhe. Er zieht einen blau schillernden Stein aus seiner Hosentasche und reibt ihn zwischen den Händen. „Schön, dass du heute mitgekommen bist“, sagt Jonas. „Mpf, passt schon“, sagt Axel und fügt sarkastisch hinzu, „ich spiele doch gerne den Zeugen für deine Show.“ Er wirft Axel einen skeptischen Blick zu und sie müssen beide unwillkürlich grinsen.

Ich würde dir stark empfehlen, jeden Satz deiner Geschichte durchzugehen und zu prüfen, ob das und nötig. Sehr, sehr oft verbindest du einfach zwei ganz unterschiedliche Sätze mit einem Und. Ich hab hier nicht einmal alle unds im ersten Absatz markiert. Probier mal aus, alle markierten Unds zu löschen und die Sätze aufzuteilen, und ließ den Absatz nochmal. Ich verwette ne Quetscheente, dass er dann besser klingt. Ich markiere dir nochmal mehr Sätze, bei denen ich das Löschen wiederholen würde.

Von der anderen Seite des Platzes schallen die Geräusche angeregter Gespräche zu ihnen herüber und Jonas schaut auf.

Die beiden tauschen noch einen letzten Blick und dann verabschiedet sich Jonas mit einem knappen Winken von Axel.

Er trifft den Ball gekonnt und dieser fliegt in einem hohen Bogen unhaltbar in die obere linke Ecke des Tors

tolz hält er ihr den Lapislazuli unter die Nase und Emma lächelt ihn an:

Alle schauen zu ihr und Jonas rappelt sich auf.

Tränen steigen Jonas in die Augen und er wischt sie hastig beiseite.

fangen seine Wangen an zu glühen und er sackt in sich zusammen.

Das sind alles Unds, die raus können. Wie gesagt, probiers mal aus, lass den Text für einen Tag liegen und lies dann nochmal drüber.

Als er sieht wie Lars ihn herausfordernd ansieht und Emma sich wegdreht, verfinstert sich seine Mine.

Komma nach sieht.

Lässig trägt sie die Sporttaschen der Jungs und wirft sie neben dem Rollstuhl ab. Freundschaftlich drückt sie Axel zwei Küsschen auf die Wangen

Unbehaglich verschränkt Emma die Arme vor der Brust.

Du beschreibst die Art und Weise, wie sie miteinander interagieren, mit Adjektiven. Das geht, ist aber nicht so schön, wie es auf die Adjektive zu verzichten und Interaktionen richtig auszuschreiben. Davon bekommt dein Text leben. Überleg mal selbst: Was ist lässig? Wie lässt sich lässig als Beschreibung ausdrücken, so, dass du das Wort umschiffen kannst? Wie geht dasselbe mit Freundschaftlich und Unbehaglich?

Da er als Antwort bloß ein Achselzucken erhält, verkneift er sich jede weitere Frage und vertieft sich in seine Lektüre.

Würde Buch anstatt Lektüre wählen, das klingt mehr nach Schülern.

„Warum sollt‘ ich? Du kannst doch nix vor dem Tor“, grinsend schaut Lars zu seinen Kumpels während Jonas sich mit festen Schritten vom Tor löst und auf ihn zuhält.

Wenn du es so schreibst, muss es "Tor." Grinsend ...
Außerdem Komma nach Kumpels. Auch hier: feste Schritte? Beschreib doch besser seine Wut, die Anspannung, wie sich die Schuhstollen in den weichen Rasen bohren, die Abdrücke, die er hinterlässt. Das schafft ein anderes Bild als nur "fest".

„Weißt du,“ seufzt Jonas und sagt,

Es reicht, wenn du seufzt Jonas schreibst.

Es tut mir leid“, sagt er mit fester Stimme, „bitte entschuldige, ich habe Mist gebaut! Darf ich dich nachher auf ein Eis einladen?“ Emma guckt ihn unschlüssig an. „Ok“, sagt sie unsicher, „das muss aber ein verdammt großes Eis sein!“ Jonas lacht und sie zwinkert ihm verschmitzt zu.

Inhaltlich liegt für mich das Problem hier. Die Geschichte geht, mal grob runtergebrochen, so:

A) Alex und Jonas kommen zum Sportplatz, treffen die andere Gruppe
B) Jonas muss sich vor Emma behaupten, wird gehänselt, sie hauen ab
C) Jonas wird mit dem Strandselfie konfrontiert
D) Er kauft Emma am nächsten Tag ein Eis und alles ist paletti.

Die gesamte erste Hälfte dreht sich nur darum, dass Jonas was von Emma will. Dass er Mist gebaut hat, kommt viel zu spät und wird dann schnell abgehandelt. Da ist ein Konlikt; Jonas hat was verrissen, jetzt muss er dafür gerade stehen, aber es kostet ihn nicht mehr als ein Eis, dann ist die Sache geregelt. Da ist für mich keine Fallhöhe, keine Anstrengung, die er leisten muss. Jonas kommt zu schnell an sein Ziel, er leistet doch gar nichts. Anders wäre z.B. wenn Emma fodert, dass Jonas und Lars Fußball spielen und der Sieger entscheidet. Dann wäre Emma zwar eine dumme Bitch, weil sie beide auf nicht mehr als ihr Talent zum Fußballspielen, eine sehr männliche Eigenschaft, reduziert. ABER dafür wäre da eine Anspannung, die dein Text jetzt nicht besitzt; schafft Jonas das? Schafft er es nicht? Ich will weiterlesen, weil ich wissen will, wie es ausgeht. Diesen Spannungsbogen bekommt dein Text nicht, weil in dem Moment, wo du den Konflikt um das Selfie öffnest, du Jonas ein Eis kaufen lässt und alles wieder abwürgst.

So viel von mir. Ich hoffe, ich hab dich damit nicht erschlagen. Ich hab das am Anfang auch alles erstmal lernen müssen. Das kostet Zeit. Meistens wirst du den Fortschritt nicht bemerken und denkst, du kämpst gegen Mühlen, dann macht es irgendwann PUFF und du siehst, dass du auf einmal was gelernt hast. Allein für das Gefühl lohnt es sich, am Ball zu bleiben. Übrigens mutig, mit dem erste Text direkt bei einer Challenge einzusteigen. Das hätte ich mich nicht getraut.

Btw. würde ich den Rat von Rina stark beherzigen und die Dialoge untereinander parken. Nichts für ungut, aber es macht selbst einen recht kurzen Text wie deinen so unglaublich schwer zu lesen. Einfach auf Bearbeiten klicken, Zeilen verrücken und fertig. Keine große Arbeit, die deinen Text direkt freundlicher macht.

Liebe Grüße
Meuvind

 
Mitglied
Beitritt
10.02.2021
Beiträge
37

Hey @Meuvind ,

ganz herzlichen Dank für die vielen tollen Ideen und Gedanken zu meinem Text. Rechtschreibfehler ist korrigiert.

Ich würde dir stark empfehlen, jeden Satz deiner Geschichte durchzugehen und zu prüfen, ob das und nötig.

Stimmt, jetzt wo Du es sagst, sind das wirklich ganz schön UNDs - zu viel. Danke für den Tipp und die Anregung das nach dem Überarbeiten erst noch einmal eine Nacht liegen zu lassen. Das klingt nach einer guten Idee.

Btw. würde ich den Rat von Rina stark beherzigen und die Dialoge untereinander parken. Nichts für ungut, aber es macht selbst einen recht kurzen Text wie deinen so unglaublich schwer zu lesen. Einfach auf Bearbeiten klicken, Zeilen verrücken und fertig. Keine große Arbeit, die deinen Text direkt freundlicher macht.
Ok, überredet. Erledige ich gleich nachher.

Inhaltlich liegt für mich das Problem hier. Die Geschichte geht, mal grob runtergebrochen, so:

A) Alex und Jonas kommen zum Sportplatz, treffen die andere Gruppe
B) Jonas muss sich vor Emma behaupten, wird gehänselt, sie hauen ab
C) Jonas wird mit dem Strandselfie konfrontiert
D) Er kauft Emma am nächsten Tag ein Eis und alles ist paletti.

:lol: So true! Am Anfang trieb mich die Idee einer Heldenreise, die ist mir offenbar leider irgendwo während der Konzentration auf innergeschichtliche Logik abhanden gekommen. Ich nehme daraus mit, was ich schon @Nele Marie Scambalo geschrieben habe: Mehr Planung vorab, z.B. mit einer so hübschen Plot-Zusammenfassung, die Du mir hier geschenkt hast.

Diesen Spannungsbogen bekommt dein Text nicht, weil in dem Moment, wo du den Konflikt um das Selfie öffnest, du Jonas ein Eis kaufen lässt und alles wieder abwürgst.
Im Nachhinein gesehen kann ich Dir da nur zustimmen und es ärgert mich a weng, dass ich meinen eigenen kleinen Spannungsbogen verkannt und so mies behandelt habe. Bei den Geschichten anderer fällt mir so etwas schneller auf. Als Leserin ärgert mich das verschenkte Potential dann. Nun erfahre ich gerade, wie es dazu kommt und hoffe die Plot-Vorbereitung schafft hier zukünftig Abhilfe.

So viel von mir. Ich hoffe, ich hab dich damit nicht erschlagen. Ich hab das am Anfang auch alles erstmal lernen müssen. Das kostet Zeit. Meistens wirst du den Fortschritt nicht bemerken und denkst, du kämpst gegen Mühlen, dann macht es irgendwann PUFF und du siehst, dass du auf einmal was gelernt hast. Allein für das Gefühl lohnt es sich, am Ball zu bleiben. Übrigens mutig, mit dem erste Text direkt bei einer Challenge einzusteigen. Das hätte ich mich nicht getraut.
Damit beherzige ich zudem einen Tipp von Jurenka Jurks OAM. Der Tipp war die eigenen Fähigkeiten zunächst an Kurzgeschichten zu trainieren. Anfangs habe ich dennoch gezögert an der Challenge teilzunehmen, aber sie mir gefiel so gut! Daher dachte ich mir, dass ich es einfach auf einen Versuch ankommen lasse.
Ein großes Kompliment an das Wortkrieger-Forum: Die Kritik, die ich allein für diese Geschichte erhalten habe, hat mir schon so viel gezeigt. Ich durfte so viel lernen! Mega! Das hat mir einen regelrechten Motivationsschub verpasst, endlich an einer Idee zu einer Fantasy-Geschichte weiterzuarbeiten.

Many thanks!
LG, die Chrio

 
Mitglied
Monster-WG
Beitritt
20.01.2018
Beiträge
596

Hey @Chrio ,

ich nochmal. Das mit den Absätzen sieht eigentlich gut aus, ich hab mir aber nochmal ein paar Flusen.

Unbehaglich verschränkt Emma die Arme vor der Brust.
„So halt.“

Würde es ändern zu ... Brust. "So halt"... und den Umbruch rausnehmen. Es geht ja auch im Satz davor Um Emma.

„Warum sollt‘ ich? Du kannst doch nix vor dem Tor.“
Grinsend schaut Lars zu seinen Kumpels während Jonas sich mit festen Schritten vom Tor löst und auf ihn zuhält.

Hier dasselbe Spiel, nur anders herum. Lars sagt den Satz, danach grinst er. Da brauchst du keinen Umbruch.

Stirnrunzelnd guckt Lars auf den Stein, der ihm entgegengehalten wird.
„Was‘n das?“

Hier auch. Lars starrt auf den Stein und sagt was. Nen Umbruch würdest du machen, wenn jemand anders etwas sagt.

„Da sind wir ja Zeugen eines großen Augenblicks geworden“, ruft Tristan und nickt Lars zu.
Da rennt Lars plötzlich auf zu Jonas und zieht ihm gekonnt die Beine weg. Johlend lachen die drei und klatschen sich ab.

Hier auch.

„Was ist nur los mit dir?“ brüllt Jonas ihr heftig entgegen, „seit wann bist du so dicke mit Lars?“
Ohne ihnen noch eines Blickes zu würdigen, stapft er wütend zum Parkplatz.
„Komm‘ wir gehen!"

Hier können gleich zwei Umbrüche raus. Du kannst das alles um Absatz schreiben. Jonas spricht, macht dann was, dann spricht er wieder. Da ist kein Personalwechsel.

Für einen Moment sieht Jonas wie sein Kumpel die Augen schließt.

Hier ein Komma nach Jonas.


Siehst du, was ich mit den Umbrüchen meine? Ich hoffe, das wird klar.

Liebe Grüße
Meuvind

 

Letzte Empfehlungen

Neue Texte

Neue Beiträge

Anfang Bottom