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Einsame Weihnachten?

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Einsame Weihnachten?

Am Nordpol war die Hölle los. Es war einen Tag vor Heiligabend und die Elfen hatten alle Hände voll zu tun, die letzten Geschenke herzustellen. Überall wurde geschraubt, geklebt, bemalt und verpackt. Nele, eine Jungelfe, hatte die ehrenvolle Aufgabe, die Rehntiere zu füttern. Sie lief also in den Stall, um sie mit frischem Heu zu füttern. So kurz vor Weihnachten war es wichtig, dass sie genug zu fressen bekommen, damit sie die endlosen Kilometer rund um die Welt überstanden. Währenddessen saß der Weihnachtsmann auf seinem Sessel, der eigens für ihn angefertigt worden war, trank Kakao und ging die Route für den morgigen Tag durch. Er war so in Gedanken versunken, dass er nicht mitbekam, dass Lisa, eine seiner Hauptelfen, zur Tür hinein kam, um ihm wichtige Neuigkeiten zu berichten. Erst nach einigem Räuspern bemerkte er die kleine Elfe. Sie war schon sehr weihnachtlich gekleidet mit einem roten Kleid und dazu passenden Schuhen. Der Weihnachtsmann blickte auf und entschuldigte sich, dass er sie nicht sofort bemerkt hatte und bat, dass sie ihm die Neuigkeiten berichtete, weswegen sie zu ihm kam. „Weihnachtsmann, wir haben ein Problem. In Kanada lebt ein kleiner Junge. Er ist ganz allein auf dieser Welt und jetzt, so kurz vor den Feiertagen, ist er besonders traurig. Ich habe seinen Wunschzettel studiert und bemerkt, dass er sich nichts wünscht, außer jemanden, der ihn lieben könnte.“ Der Weihnachtsmann war erschrocken. So kurz vor den Feiertagen sollte wirklich niemand alleine sein. „Lisa, bringe mir bitte die Liste mit den Wünschen der Kinder. Vielleicht können wir da was tun.“ Lisa rannte den Gang hinunter und wäre beinahe mit den Bäckerelfen zusammengestoßen. Einen solchen Fall gab es auch am Nordpol nicht so häufig und man nahm das Problem sehr ernst. Sie blieb vor einer sonderbaren Maschine stehen. Überall waren Knöpfe, Lichter und Schlitze, aus denen Meterlange Papierrollen kamen. Der Weihnachtsdrucker. Lisa tippte in der Schaltkonsole einige Worte ein und die Maschine setzte sich in Bewegung. Es dauerte eine ganze Weile, bis die ganze Liste ausgedruckt war und dann lief Lisa zurück zum Weihnachtsmann, um ihm diese zu bringen. Eifrig studierten sie zusammen die Liste, kontrollierten sie wieder und wieder, doch egal wie oft sie nachschauten, nirgendwo war ein Wunsch dabei, der helfen konnte, dem kleinen Jungen aus Kanada eine fröhliche Weihnacht zu bescheren. Zur gleichen Zeit, viele Kilometer vom Nordpol entfernt, lag Simon in seinem Bett. Jeden Abend vor dem schlafen betete er dafür, dass jemand kommen würde, der ihm die Einsamkeit nahm und ihn in seiner Mitte aufnahm. Doch alles warten war umsonst. Er hatte nur wenig Geld für Essen und trinken, weshalb er jeden Morgen mit seiner Gitarre unterm Arm in der Fußgängerzone spielte, um etwas Geld zu verdienen. Viele Menschen beachteten ihn gar nicht, liefen einfach weiter, oder tuschelten über ihn. Manche gaben ihm etwas Geld, Andere gaben ihm Essen. Diese kleinen Gesten waren ihm so viel Wert und wichtig, damit er den Glauben an die Menschheit nicht verlor. Er schlief rasch ein und fand sich in einem wunderschönen Traum wieder. Da war eine Familie, die ihn herzlich empfingen, die kochten, sangen, spielten und sich um ihn kümmerten. Es war ein so schöner Traum gewesen, weshalb Simon sich wünschte, er wäre nie zu Ende gegangen. Als Simon dann wach wurde, weinte er bitterlich. Er musste feststellen, dass alles nur ein Traum war und er wieder ganz allein in seinem Bett lag. Er hoffte, dass heute, am heiligen Abend, jemand kommen würde, um ihm einige Stunden Gesellschaft zu leisten. Am Nordpol hatte Nele das ganze durch ihre Magische Kugel beobachtet. Simon tat ihr unendlich leid und sie beschloss, ihm zu helfen. Ein letztes Mal fütterte sie die Rehntiere, brachte das Gespann zum Schlitten und band sie dort an. Der Sack, der über und über mit Geschenken gefüllt war, lag schon auf der Rückbank. Nele überlegte nicht lange und kletterte in den Schlitten und legte sich unter die Bank, um nicht gesehen zu werden. Auch der Weihnachtsmann dachte weiter an den kleinen Simon und seinen Wunsch nach. Lisa und er hatten die ganze Nacht damit verbracht, einen Plan zu schmieden, um ihm ein schönes Fest zu ermöglichen. Aber nichts war ihnen eingefallen. Der Weihnachtsmann hatte die Idee gehabt, selbst bei ihm zu bleiben, aber was wäre dann aus all den anderen Kindern geworden, die sich auf ihn verließen? Resigniert stieg er in sein Kostüm, band sich die Stiefel fest und setzte seine Rote Mütze auf. Lisa hatte ihm extra für diesen Tag den Bart gekämmt und in Form gebracht. Susi, die Kakaoelfe, brachte dem Weihnachtsmann noch eine große Kanne und eine Dose, mit frisch gebackenen Keksen, für die lange Fahrt. Er dankte der kleinen Elfe und nahm beides mit zu seinem Schlitten. Er bewunderte, wie viel Mühe sich alle gegeben haben, um Weihnachten wieder zu etwas besonderem zu machen und er schämte sich so sehr, dass er für Simon offenbar nichts tun konnte. Er stieg in seinen Schlitten, gab den Rehntieren das Signal zum Abflug und der Schlitten setzte sich in Bewegung. Er stieg höher und höher, bis er schon fast die Sterne berühren konnte und flog dann los, zu seinem ersten Ziel. In Kanada lag Simon vor dem Weihnachtsbaum, den er von seinem letzten Geld gekauft hatte. Er schmückte ihn mit Kerzen und Lametta. Er war so schön anzusehen und Simon erfreute sich an dem Flackern der Lichter. Er schaute aus dem Fenster und flehte die Sterne an, dass bitte jemand kommen möge, der mit ihm den Abend verbringen möchte. Wieder fing er an zu weinen, weil er befürchtete, dass sein sehnlichster Wunsch nicht in Erfüllung gehen würde. Währenddessen hatte der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten die USA erreicht. Er wollte gerade eine kleine Pause einlegen und die Kekse kosten, die seine Elfen ihm mitgegeben hatten, doch die Dose war leer. Auch der Kakao war restlos getrunken worden. Der Weihnachtsmann wunderte sich, doch dann hörte er hinter sich ein Kichern. Er war sich sicher, dass er das schon mal gehört hatte. Er schaute sich in seinem Schlitten um und da fand er sie. Ganz klein gemacht unter seiner Rückbank lag Nele. „Nele, was machst du denn hier? Solltest du nicht mit den anderen Elfen die Feier vorbereiten?“ Nele schüttelte energisch den Kopf und antwortete:“ Ach Weihnachtsmann. Ich habe durch meine Kugel den kleinen Simon aus Kanada gesehen. Er tut mir so leid, ist ganz alleine und ich möchte gerne Weihnachten mit ihm verbringen. Bitte lieber Weihnachtsmann, lass mich für diese Nacht bei ihm bleiben.“ Ein lächeln spielte sich um seine Lippen. „Nele, du bist wirklich eine ganz besondere Elfe. Simon wird sich sicher sehr darüber freuen, wenn du ihm Gesellschaft leistest. Wenn du mir hilfst, die letzten Pakete zu den Kindern zu bringen, dann fliege ich dich danach zu ihm.“ Nele willigte ein und gemeinsam brachten sie die Pakete von Haus zu Haus. Spielzeugautos, Puppen, Eisenbahnen, Bauklötze, alles was die Kinder sich gewünscht hatten, legten die beiden unter die hübsch geschmückten Bäume. Die beiden hatten nun alle Geschenke ausgeliefert und der Weihnachtsmann hielt sein Versprechen. Die beiden flogen zu Simon´s Haus und der Weihnachtsmann sagte:“ Pass gut auf dich auf. Ich komme dich morgen früh wieder holen. Hab eine schöne Zeit und mache dem kleinen Simon eine Freude. Mit diesen Worten wies er seine Rehntiere an, sich wieder in Bewegung zu setzen und mit einem erfreuten HO-HO-HO flog er zurück in Richtung Nordpol. Nele kletterte vom Dach. Sie war sehr aufgeregt, denn sie hatte den Nordpol noch nie verlassen, geschweige denn, mit einem Menschenkind gesprochen. Deswegen brauchte sie einige Zeit, bis sie den Mut aufbrachte, an der Türe zu klopfen. Simon´s Herz klopfte wie wild, als er die Geräusche vor der Türe hörte und war sich erst nicht sicher, ob er die Türe öffnen sollte. Doch dann dachte er sich „Was hab ich denn schon zu verlieren?“ und öffnete die Tür. Vor ihm stand ein kleines Mädchen mit spitzen Ohren und lächelte ihn an. „Wer bist du?“ Fragte Simon und das Lächeln auf ihrem Gesicht wurde breiter. „Mein Name ist Nele und ich bin gekommen, um mit dir Weihnachten zu feiern.“ Simon war sehr gerührt. Er bat Nele herein und zusammen hatten sie einen wunderschönen Abend. Sie backten Plätzchen zusammen, spielten mit seinen Autos, sangen und lachten. In der ganzen Nachbarschaft konnte man die beiden hören. Zum ersten mal seit langer Zeit fühlte sich Simon nicht allein. Am nächsten Morgen wagte sich Simon zu fragen:“ Sag mal, woher wusstest du eigentlich, dass ich alleine bin? Und noch viel wichtiger ist die Frage: Vermissen dich deine Eltern nicht, wenn du Weihnachten nicht bei ihnen bist?“ Nele lächelte ihn wieder an:“ Mach dir mal keine Sorgen um mich. Ich werde gleich abgeholt.“ In diesem Moment hörten die beiden Geräusche auf dem Dach und wenige Sekunden später stand der Weihnachtsmann im Wohnzimmer des Hauses. Simon rieb sich verblüfft die Augen und war sich sicher, er würde träumen. Der Weihnachtsmann sah ihm lange in die Augen und dann endlich sagte er:“ Hallo Simon, wie du siehst, hat mich dein Wunschzettel erreicht. Nele ist eine meiner Jungelfen und wollte so gerne Weihnachten mit dir verbringen.“ Simon kamen die Tränen. Er stolperte auf den Weihnachtsmann zu und umarmte ihn. Plötzlich hatte Nele eine zündende Idee:“ Weihnachtsmann? Ich weiß, es ist eigentlich nicht erlaubt, aber der arme Simon ist das ganze Jahr so alleine und wir können doch immer jede helfende Hand gebrauchen. Bitte Weihnachtsmann, nimm Simon mit auf den Nordpol. Er ist ein guter Junge und ich werde ganz bestimmt gut auf ihn achten.“ Der Weihnachtsmann ging mehrere Minuten auf und ab, dachte über ihre Worte nach und dann sagte er:“ Simon, du hast Nele´s Vorschlag gehört. Bist du bereit mit uns zum Nordpol zu kommen, bei uns zu leben, uns zu helfen, den Kindern in der Welt eine Freude zu machen und ein Teil unserer Familie zu werden?“ Simon wusste gar nicht was er sagen sollte. Er war so gerührt von den Worten, dass er nur ein zögerliches „JA“ hervorbrachte. Nele lächelte ihn an, versprach, dass er keine Angst zu haben brauche und gemeinsam gingen sie aufs Dach und flogen zum Nordpol.

© Kevin Apweiler
 
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Lieber kevperados

Mir hat die Weihnachtsgeschichte sehr gefallen, obwohl ich schon wusste wie sie endet. Aber das muss bei Weihnachtsgeschichten so sein. Vielen Dank für die runde und gemütliche Geschichte mit Happy End. Ich kann mir gut vorstellen, diese Geschichte meinem Enkel vorzulesen.
Rehntier=Rentier :-)

Griessli Simone
 
Wortkrieger-Team
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31.01.2016
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Hej @kevperados

und herzlich willkommen hier bei Wortkrieger.
Du hast völlig recht, Weihnachten steht vor der Tür. Bisher bin ich achtlos an den typischen Naschereien im Supermarkt vorbeigegangen, aber deine Geschichte setzt sich ja nicht auf meine Hüfte und deswegen brachte ich mich mit ihrer Hilfe langsam auf den Weg zur Vorfreude auf das Fest. ;)

Als Erstes fiel mir dieser lange Block auf. Du gönnst mir keinen Absatz und ich muss mich an den Zeilen entlang hangeln, was mir etwas schwerfiel. Außerdem fielen mir einige Nominalisierungsfehler auf und weil ich die jetzt auf die Schnelle nicht mehr finde, hoffe ich, jemand wird sie für dich aufspüren (oder du guckst selbst noch einmal drüber).
Dein Protagonist, der Simon hat mich leicht irritiert, denn ich hatte mit seinem Alter so meine Schwierigkeiten. Immerhin spielt der Kleine alleine in der Fußgängerzone Gitarre, lebt allein und kauft einen Weihnachtsbaum. :hmm:
Die Auflösung ist putzig. Ich stelle mir die Zukunft des Weihnachtsmannes am Nordpol äußerst lebendig vor. Es gibt leider sehr viele einsame Kinder und auch Erwachsene, die dort gut aufgehoben sein könnten.

Viel Spaß beim Bearbeiten deiner Geschichte und überhaupt hier im Forum.;)

Freundlicher Gruß, Kanji
 
Senior
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12.04.2007
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5.749
Hallo und herzlich willkommen hierorts,

lieber kevperados -
was immer die Vorsilbe "kev" bedeuten mag - ich hoffe inständig, nicht Kevin!

Wie dem auch sei - es ist eine Rarität gegenüber meinen Gewohnheiten eingetroffen, an der ich nicht vorbei kann und komm nach allen schriftlichen Schnitzern in zwo Zeilen zuvor wie
Re...ntiere ... bek[a]men ...
, die beim Hören unbedeutend sind, wenn es für einen Sechsjährigen vom Weihnachtsmann (übrigens eine Erfindung von Coca-Cola und Konsorten) heißt
..., trank Kakao und ging die Route für den morgigen Tag durch.
MIch hätte es als Erstklässler geschüttelt!

Warum?

Ich hätte selbst in dem Klassiker "Route 66" an dieser Statt - wenn schon nicht den Namen Ruths - eine "Rute", die Utensilie des schwarzen Mannes, des Knecht Ruprechts gefürchtet und erst recht, von ihm abgeholt zu werden erwartet.

Nun gut, nach 62 Jahren und ein bissken Rebellion hat sich das gelegt.Aber auch bei jedem anderen Knirps zwo Generationen später?

Schönen Abend noch vom

Friedel
 

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