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Es war einmal ein Mensch

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Es war einmal ein Mensch

Dieser Mensch war der tollste Mensch, den die Welt je gesehen hat. Immer fröhlich, immer gut gelaunt. Er gab seinen letzten Groschen aus, um jemanden in Not zu helfen, auch wenn er selbst dann nichts mehr hatte. Das Lächeln des anderen war Lohn genug für ihn.

Er liebte die einfache, freie Natur, den Wald. Er sprach mit den Pflanzen, die Pflanzen tanzten jedes Mal im Wind, wenn er ihnen eine Geschichte erzählte. Er liebte das Meer und die Wellen kitzelten ihn an seinen Füßen, wenn er ihnen eine Geschichte erzählte. Er half, wo er konnte. Die Menschen liebten ihn für seine Großzügigkeit, seine Freilebigkeit. Sah er einen Menschen, der traurig dreinschaute, hatte er immer einen kleinen Witz auf Lager, um ein Mundwinkelzucken zu verursachen. Eines Tages wollte er mehr über die Welt erfahren, in der er lebte. Er kaufte sich jeden Tag das neueste Tageblatt, einen Fernseher und sogar einen Computer. Schnell merkte er, dass die Welt, in der er lebte, gar nicht so wunderschön und liebevoll ist, wie er sie bisher empfand.

Der Mensch wurde von Tag zu Tag trauriger, jeden Tag las er über Krieg, der Not der Menschen, Natur, die Hilfe braucht. Böse Menschen, die nur aus Lust anderen weh taten und die Natur einfach so kaputt machten. Jeden Tag neue noch schlechtere Nachrichten. Nirgends fand er mal eine gute oder lustige Geschichte.

Der Mensch wurde träge, streifte stumm durch den Wald, ging neben dem Meer, so dass die Wellen nicht mehr seine Füße kitzeln konnten. Nach einigen Wochen merkte man es, am Wald, am Meer, der allgemeinen Laune in seiner Umgebung, das aus dem fröhlichen Menschen, ein sehr trauriger Mensch geworden ist, der nur noch am Überlegen war, wie er die Welt besser machen könne.

Doch die Welt ist so groß und er verlor den Mut immer mehr, immer schwieriger wurde es für ihn, einem kleinen Kind einen Witz zu erzählen oder einen Baum einfach mal zu umarmen. er zog sich zurück, aus Wut nichts machen zu können, aus Traurigkeit nicht helfen zu können. Man sah ihn kaum noch auf der Straße, bis man sich nach Jahren auch kaum noch an den Menschen erinnern konnte, der immer gut gelaunt und alles liebend durch die Gegend spazierte.

Die älteste Frau im Ort erzählte den Kindern gerne und oft von dem Menschen, der immer alle zum Lachen gebracht hatte, der immer geteilt hatte und wenn man in seiner Nähe war, man immer irgendwie glücklicher war als kurz davor. Die Kinder fragten die alte Frau, wo dieser Mensch denn jetzt sei und warum er nicht mehr kommt.

„ach liebe Kinder“, fing sie an und eine Träne lief ihr übers Gesicht. „Ich weiß es nicht, KEINER weiß es, an den Orten im Wald, am Meer wo er immer spazieren gegangen ist, gibt es keine Spuren mehr von Ihm, Ich denke er ist weit weg.“

Die Kinder waren sehr neugierig und fragten die alte Frau, ob sie ihnen nicht die Stellen zeigen könnte, wo der Mensch gerne und oft war. Die alte Frau ging mit den Kindern in den Wald und zum Meer. An den Stellen, wo der Mensch jeden Tag mit der Natur sprach, war alles trüb, verwelkt, mehr kahle Erde als ein Wald. Das Meer, mehr ein See als ein freudig tanzendes Meer. Die alte Frau weinte und die Kinder versuchten sie zu trösten.

„Es ist so schade, dass die Welt diesen Menschen langsam, aber sicher vergisst“

Die Kinder schauten sich an und tuschelten, dann hüpften sie zur alten Frau und gaben ihre Idee preis. Überall wo der glücklichste, fröhlichste Mensch spazieren gegangen ist und gute Laune und Mundwinkelzuckungen verursacht hat, sollen Blumen wachsen und bunt und fröhlich im Wind tanzen. Die Augen der alten Frau leuchteten und sie verabredete sich am nächsten Tag mit den Kindern und mit frischen Blumensamen.

Doch als sie wieder an die Stellen kam, wo der fröhlichste Mensch der Welt gewesen war, waren dort schon Blümchen, sogar am Meer wuchsen sie und überall lagen Samen herum, so viele Samen, dass die Kinder diese gar nicht tragen konnten und immer, wenn sie ein Samen aufhoben, plötzlich zwei neue da lagen.

Die alte Frau fing an zu tanzen und zu singen.

"Lasst uns die Samen auf der ganzen Welt verbreiten, überall dort, wo ein fröhlicher, glücklicher oder lachender Mensch ist, soll ein Blümchen wachsen. Lasst uns überall auf der Welt, wo die Menschen ein Mundwinkelzucken bekommen haben, einen Samen pflanzen, lasst uns gegen schlechte Nachrichten sein, lasst uns gute Nachrichten in der Welt verbreiten. Lasst die Samen der Hoffnung überall erblühen!“.

Und die Kinder kamen jeden Tag und sammelten die Samen des glücklichen Menschen und verteilen diese auf der ganzen Welt.

 
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„Es war einmal …“ beginnen viele Märchen,

liebe Liesel,

wie auch Dein Erstling hierorts und was im gesprochenen Wort manierlich, weil flüchtig daherkommt – kaum hat’s die Zunge verlassen, flieht es ins Ohr (und gelegentlich durchs andere wieder hinaus).

Anders in der Schriftform, die auf eine längere Dauer abzielt und doch zugleich jede Schwäche offenbart - und da vermute ich, dass Du die Geschichte des „tollsten Menschen“ unbedingt – man könnte auch sagen: bedingungslos auf längere Zeit festhalten willst und „eigentlich“ grammatische Schwächen aufzeigst - und bevor Du erschrickst, es gibt arg viel Schlimmeres, als ein paar grammatische Regeln nicht zu kennen oder gelegentlich zu vergessen - und - vielleicht beruhigt es ein wenig - würde Kleist hier veröffentlichen, der würde von mir gefoltert werden allein schon wegen seiner Zeichensetzung ... Dass ich ihn trotzdessen mag, beweisen schon meine Ausführungen zum Kohlhaas und eine Parodie auf die Marquise von O -

und damit erst einmal

herzlich willkommen hierorts!

Dieser Mensch war der tollste MenschKOMMA den die Welt je gesehen hat.
(Relativsatz, den man schon auf der harten Schulbank kennenlernt)

Er liebte die einfacheKOMMA freie Natur, den Wald.
Da kann man sogar übers Komma streiten, denn das erste Attribut/Adjektiv kann auch als Verstärkung des zweiten („freie“) angesehen werden, wobei mein Vorschlag davon ausgeht, dass „Natur“ des Fressen und gefressen werden nicht besonders nach „Freiheit“ klingt …, sondern eher nach Zwang, sich Essen zu besorgen, ohne selbst Opfer zu werden.

Er liebte das Meer und die Wellen kitzelten ihn an seinen Füßen, wenn er Ihnen eine Geschichte erzählte.
Warum die Höflichkeitsform, die ja im Unnatürlichsten überhaupt entwickelt wurde an den adeligen Höfen des Absolutismus und in Schillers „Ihro Gnaden Dero Sohn“ für mich einen kabarettreifen Höhepunkt findet

Die Menschen liebten ihn für seine Großzügigkeit, seine Freilebigkeit.
Da verwechselstu m. E. Freilebigkeit mit Freigiebigkeit ... Aber auch ich kann mich irren und bin nicht unfehlbar ...

…., hatte er immer einen kleinen Witz auf Lager, um ein Mundwinkelzucken zu verursachen.
K. A., ob das eine Neuschöpfung deutscher Wortzusammenfügung ist, die schon Mark Twain kritisierte.

Schnell merkte er, dass die Welt, in der er lebte, gar nicht so wunderschön und liebevoll istKOMMA wie er sie bisher empfand.
Die Konjunktion wie leitet einen vollständigen Satz ein!

Nach einigen Wochen merkte man es, am Wald, am Meer, der allgemeinen Laune in seiner Umgebung, das aus dem fröhlichen Menschen[…] ein sehr trauriger Mensch geworden ist, der nur noch am Überlegen war, wie er die Welt besser machen könne.

(„das“ ist vielgestaltig vom Artikel bis zu div. Pronomen. Einfache Regel, wo Du statt des „dasein anderes Wort (i. d. R.Pronomen) einsetzen kannst, ist nur ein s angesagt.

Doch die Welt ist so groß und er verlor den Mut immer mehr, immer schwieriger wurde es für ihnKOMMA einem kleinen Kind einen Witz zu erzählen oder einen Baum einfach mal zu umarmen. Er zog sich zurück, aus Wut nichts machen zu können, aus Traurigkeit nicht helfen zu können.

Die älteste Frau im Ort erzählte den Kindern gerne und oft von dem Menschen, der immer alle zum Lachen gebracht hat, der immer geteilt hat und wenn man in seiner Nähe war, man immer irgendwie glücklicher war als kurz davor.
Einheit der Zeitenfolge – in dem Fall Vergangenheit – ist einzuhalten, also statt hat „hatte“

Hier

Die Kinder fragten die alte Frau, wo dieser Mensch denn jetzt sei und warum er nicht mehr kommt.
besser „komme“, weil indirekte Rede ...

Da kommstu selber drauf

ach liebe Kinder“KOMMA fing sie an und eine Träne lief ihr übers Gesicht.

An den Stellen, wo der Mensch jeden Tag mit der Natur sprach, war alles trüb, verwelktKOMMA oder Gedankenstrich mehr kahle Erde als ein Wald.

es ist so schade, dass die Welt diesen Menschen langsam, aber sicher vergisst“
wie hier Satzzeichen und wie zuvor den Satzanfang mit Großbuchstaben … Dafür hier wiederum eine entbehrliche Höflichkeitsform

Die Kinder schauten sich an und tuschelten, dann hüpften sie zur alten Frau und gaben Ihre Idee preis.

Lasst die Samen der Hoffnung überall erblühen[!]
und Auslassungspunkte nach dem auslaufenden Gänsefüßchen weg!

Wie dem auch wird,
es ist noch kein/e Meister/in vom Himmel gefallen - was hätte sie/er auch davon - außer einem gebrochenen Genick.

Friedel

 
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@Friedel, Deine Kritik hab ich mir natürlich zu herzen genommen, Danke, dass Du diese Geschichte überhaupt gelesen hast^^. Es ist meine erste und ich hab garnicht so auf die Kommas geachtet, wollte die Geschichte nur schnell hochladen.
Ich gelobe Besserung

 
Wortkrieger-Globals
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Hallo @Liesel,

und auch von mir ein Herzliches Willkommen!

Ich gelobe Besserung

Ach, viel besser wäre es, den Text zu korrigieren, wo Dir der Friedel schon so schön vorgesagt hat. Hat ihm sicher einiges an Zeit gekostet, das alles aufzuschreiben. Und wenn Du Dir jetzt auch die Zeit nimmst, dann war die seine nicht umsonst ;). Seine Mühe wird dadurch viel mehr belohnt, als durch ein schnell getipptes Danke. Und im Augenblick ist ja auch so, dass die Leser denken, da guck mal, die Liesel kann ja nicht mal richtig schreiben. Und Dank dem Friedel, müssten sie das gar nicht denken.
Drück auf den Bearbeitung-Button und mach den Text mal schick für deine Leser. Und natürlich auch und ganz besonders für Dich :thumbsup:.

Beste Grüße, Fliege

 

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