Was ist neu

herr s. und der schwarze schäferhund

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Anmerkungen zum Text

Bin gebeten worden zu erklären, warum ich in "herr s." konsequent Kleinschreibung verwende. Gute Frage! Warum schreibt man Gedichte heute oft klein und reimlos? Warum laufen im Theater Videoclips? Ist das ein Ausbrechenwollen aus der Tradition, das Gefühl, dass hergebrachte Sprache nicht mehr funktioniert, wenn man bestimmte Sachverhalte der "modernen Wirklichkeit" darstellen möchte? Ich stelle diese Frage mir mindestens ebenso sehr wie den Leser*innen ... Natürlich erfinde ich hier auch das Rad nicht neu, das muss hinzugefügt werden ...
Viel Spaß beim Lesen ...

herr s. und der schwarze schäferhund

herr s. mäht den rasen mit seinem neuen rasentraktor rattert über das grün dass die köpfe der löwenzähne nur so fliegen. sst sst sst sst sst. s. geht methodisch vor zieht geraden wie mit dem maßband genommen nimmt sich jede beetkante vor als wärs der rasen von windsor castle. endlich fertig wischt er sich den schweiß von der stirn und begutachtet zufrieden sein werk. nur kurze gleichlange halme stehen noch in reih und glied die löwenzähne sind alle ratzekahl weggeputzt von der sense. alles wie es sein soll alles in bester ordnung. nun muss auch mal der nachbar an den zaun kommen gucken was der s. so treibt. wie gehts denn ja bestens habens einen neuen mäher nicht mäher traktor traktor aha rasentraktor modell mr. lawn. aha. erst vor paar tagen im internet bestellt und schon im einsatz. das internet ist ein segen sagt der nachbar ja das könnens laut sagen man muss sich nicht mehr die hacken wund laufen wegen jedem kram. und läuft gut ja großartig die klinge ist scharf wien rasiermesser könntense papier mit schneiden. na dann ist das vielleicht auch was für mich sagt der nachbar. mein mäher ist schon total hinüber. ja machense machense sagt herr s. kann ich nur empfehlen denkt der und seine grumperten sachen nix ist heil bei dem.

herr s. braucht jetzt dringend eine pause geht nach drinnen wo er sich die hände wäscht. seine hände sind von der arbeit ganz schmutzig. er wäscht sie aber es bleiben schlieren an den fingerkuppen übrig. herr s. so gründlich er beim rasenmähen ist ist nicht gründlich beim händewaschen. er geht hoch ins schlafzimmer wo seine frau ein blaues trägerloses kleid anprobiert herr s. bekommt plötzlich lust auf seine frau und seine hose spannt sich. er nähert sich leise und fasst seiner frau an den hintern. iiieh was machst du denn fragt frau s. i mog di sagt herr s. hast du dir eigentlich die finger gewaschen sagt frau s. igitt du hast ja ganz unreine finger. frau s. verschweigt dass sie gerade ganz doll an den herrn p. denken musste der sie auch manchmal anfasst im büro und den sie gern hat sie gibt den zorn auf herrn s. nur vor. herr s. lässt aber etwas verschämt ab von ihr.

hast du nachher lust auf eine spritztour fragt herr s. wohin nirgends hin einfach nur so rumfahren. du und dein herumgefahre sagt frau s. ach bitte mir zuliebe na gut aber dann gleich die heidi kommt um drei zum kaffee nämlich. s. öffnet die garage und fährt seinen mercedes raus. der mercedes ist so breit dass links und rechts nur wenige zentimeter spielraum bleiben und oben ist auch nicht viel luft. frau s. setzt sich auf den beifahrersitz und sie begeben sich auf die bundesstraße richtung naherholungsgebiet. die straße ist gut asphaltiert wie herr s. es gern hat.

weißt ich hab dich richtig lieb sagt herr s. ja freut mich antwortet sie eher kurzangebunden. du bist doch mein schatzerl die beste die allerbeste von der welt. ach du schwätzt wieder. nein das mein ich ganz ehrlich sagt s. und macht seiner gattin schöne augen kussmund. in seinem auto fühlt er sich mächtig und stark. seine hand wandert zu ihrem schoß was machst denn fragt frau s. lass das sein nicht im auto aber herr s. ist ganz begeistert von seinem tun. pass auf sagt frau s. was denn oh herr s. ist auf die andere fahrbahn geraten hat auch den schwarzen hund nicht gesehen weil er zu beschäftigt mit dem schoß von frau s. war. er versucht auszuweichen aber vergeblich es rumst ganz artig und herr s. hört ein ziemlich hässliches knacken jaulen und einen dumpfen aufprall. halt an schreit frau s. halt an du hältst sofort an du depperter warum gibst du nicht auf die straße acht. tut mir leid es tut mir leid ja tut mir leid so ein mist kannst nicht acht geben. sie kommen auf dem seitenstreifen zum stehen und sehen zurück ein schwarzes bündel liegt auf der anderen seite hinter der fahrbahn im gras. geh rüber du sie überqueren die fahrbahn und schauen sich das unglück aus der nähe an. ein schwarzer hund liegt bewegungslos im gras ein schäferhund ohne halsband also wohl herrenlos. oweh sagt frau s. sieh was du angerichtet hast mit deinem scharwenzeln deinem blöden er ist tot ganz tot. da ist nun überhaupt kein zweifel. das rückgrat muss gebrochen sein so seltsam verkrümmt wie der hund da liegt und blut läuft aus einer wunde am schädel. was sollen wir tun fragt frau s. nichts wie nichts liegen lassen sagt herr s. du kannst doch den armen hund nicht liegen lassen das arme hundchen ach was weißt du wieviel leute solche tiere einfach liegen lassen tot ist er doch ohnehin. du hast überhaupt kein pietätsgefühl sagt frau s. den wauwi einfach so da zu lassen wir müssen ihn begraben. muss das sein das muss. wenn deine mutter dich gesehen hätte lässt das hunderl da liegen in seinem blut. herr s. holt handschuhe aus dem auto gräbt mit den fingern eine kuhle in den weichen boden er schwitzt wie beim rasenmähen herr s. ist nicht so in form. als das loch groß genug ist wälzt er den kadaver um den schon die fliegen tanzen hinein und buddelt die stelle wieder zu. und nun noch ein kreuz was warum denn das wir sind doch wohl gute christen wir sollten ein würdiges grab errichten auch tiere haben eine würde. herr s. hat zum glück band im auto irgendwie tüdelt er zwei äste zusammen und platziert sie auf dem grab. so ist gut. die beiden gehen wieder ins auto begreiflicherweise aber nun ohne rechte lust die tour fortzusetzen. zu hause zurück bereitet frau s. das kaffeetrinken vor scheppert mit dem geschirr während herr s. irgendwas im keller wirtschaftet. heidi kommt um drei aber frau s. ist so einsilbig dass sie sich bald wieder verabschiedet unter fadenscheinigen entschuldigungen.

frau und herr s. sitzen am abendbrottisch und starren vor sich hin. was denkst du fragt herr s. ich mein wir sollten einen hund kaufen sagt sie. wieso das jetzt was hast du denn naja der tod von dem wauwi hängt mir nach immer noch. aber wir haben ihn doch begraben ja aber ich weiß nicht es ist als hätten wir die tat noch nicht richtig gesühnt und jetzt willst du einen hund kaufen ja oder einen aus dem tierheim holen und ihm ein zuhause geben das ist noch besser. herr s. stützt das kinn auf die hand und grübelt vor sich hin er findet die idee nicht besonders gut aber auch nicht komplett abwegig.

am nächsten tag suchen herr und frau s. tatsächlich ein tierheim auf. die angestellte ist erfreut alle tage kommen nicht herrschaften um tiere anzugucken das tierheim ist wie immer notorisch überfüllt. nach was suchen sie denn nach einem schwarzen schäferhund sagt frau s. herr s. sieht seine frau von der seite an. na wollen schauen da sollten wir doch was finden können hier gehts zu den hunden. als das ehepaar zu den käfigen geht kläffen die köter wie verrückt rennen ans gitter und blecken die zähne. herr s. bemüht sich schnell vorbeizugehen und zerrt seine frau am arm. hier sagt die angestellte rex ist ganz lieb und noch jung ein dreijähriger er wird ihnen gefallen. der schäferhund ist der einzige der ganz ruhig bleibt beim anblick von herrn und frau s. er schaut nur aus seinen gelben augen herüber. ja der ist fein sagt frau s. den nehmen wir und herr s. nickt nur er weiß die würfel sind gefallen. die formalitäten sind fixer erledigt als gedacht dann können die s. den rex schon mitnehmen. hat doch super geklappt sagt frau s. und herr s. nickt wieder bloß dir ist schon klar dass wir jetzt paar mal am tag gassi gehen müssen und zum tierarzt und futter kaufen von der steuer nicht zu reden ja aber mir geht es jetzt viel besser sagt frau s. na wenn das so ist. rex ist ein sehr ruhiger hund und wie es sich herausstellt anspruchslos sogar herr s. gewöhnt sich bald an das tier er findet es sogar gut ein tier im haus zu haben auf einmal.

ein paar tage später sitzt herr s. auf der terrasse frau s. ist zu einer freundin gefahren. rex streunt im garten schnuppert mal hier mal dort in der ferne kündigt sich ein gewitter an ein grummeln ist zu hören. plötzlich wird der schäferhund unruhig dreht den kopf bellt was das zeug hält und sonst nicht seine art ist. was ist rex fragt herr s. denkt der hund hat hunger hier rex dein fresschen aber rex will sich nicht beruhigen. plötzlich springt er zum gartenzaun und auf die straße. herr s. in sorge den hund zu verlieren läuft hinterher ist aber gleich aus der puste gerade sieht er den hund noch dahinrennen. herr s. stürzt in seinen mercedes und rast hinterher um rex aufzugabeln. blödes vieh denkt er jetzt zeigt sich deine wahre natur dumme idee dich aus dem heim zu holen jeder köter aus dem tierheim hat doch einen knacks. bald hat er rex glücklich eingeholt aber der hund läuft geschwind an der bundesstraße lang richtung naherholungsgebiet während blitze durch die wolken im osten fahren. heute ist viel verkehr und herr s. fürchtet dass rex jeden moment von einem auto erfasst wird aber der hund verhält sich klug weicht der gefahr aus. plötzlich bleibt er stehen und herr s. muss so plötzlich bremsen dass er fast die kontrolle über seinen schweren wagen verliert. erschüttert und außer atem sieht er dass rex genau an der stelle angehalten hat wo herr s. den anderen hund angefahren hat. rex was tust du ruft er guter rex lieber rex komm ins auto hier hast du nichts verloren aber rex will nicht hören. herr s. läuft über die straße gerade noch vor einem herannahenden lastwagen der hupt und sieht wie rex wie wild anfängt zu wühlen mit den tatzen wühlt er das grab auf das kreuz ist schon umgefallen. was machst du schreit herr s. komm zur besinnung verdammtes mistvieh töle aber rex hechelt wie verrückt bellt und schnüffelt. da kommt schon das schwarze fell zum vorschein es hat zu stinken begonnen und maden winden sich um den erdigen kadaver. rex starrt vom kadaver zu herrn s. und von herrn s. zum kadaver und bellt wie ein wahnsinniger. wenn du nicht aufhörst dann schreit herr s. und weiß auch nicht was dann er möchte nur hier weg und dass rex aufhört zu bellen und zu schnüffeln und zu wühlen aber rex tut den teufel und legt immer mehr von dem leichnam des hundes frei seine gelben augen stieren wirr. herr s. reißt rex am halsring um ihn von seinem irrsinn abzubringen da wendet sich der schäferhund um mit seinen scharfen zähnen sucht er herrn s. an die gurgel zu gehen. herr s. geschockt tritt nach dem tier und trifft es es schüttelt sich kurz um wieder anzugreifen. herr s. weicht zurück gerät ins stolpern fällt und schlägt sich den kopf hart an einem stein an. blut läuft aus der wunde in dem moment ist herr s. schon tot das leben ist von ihm gewichen er ist nur noch ein leib fett und schwitzend. rex starrt das herrchen regungslos an als erwarte er dass herr s. wieder aufsteht. dann verschwindet er in den büschen. auf der anderen seite steht immer noch der mercedes mit offener tür und laufendem motor so wird ihn später ein passant finden. plötzlich gleichzeitig mit einem gewaltigen donner prasselt der regen.

 
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herr s. mäht den rasen mit seinem neuen rasentraktor rattert über das grün dass die köpfe der löwenzähne nur so fliegen. sst sst

hallo manlio

geht doch aber warum der erste punkt (nicht der allererste, aber am satzende) vor den paarigen sst fragzeichenpunkt ach ich seh schon am ende des zwoten satzes ist auch einer ...

Ich glaub, die Form wird den Leser ganz schön ablenken. Aber gesetzt den Fall, die Sprachwissenschaft hätte sich gegen die Ministerialbürokratie in der m. . misslungenen, zumindest nicht gelungenen Rechtschreibreform durchgesetzt mit der gemäßigten Kleinschreibung (heißt: Majuskel am Satzanfang und bei Namen incl. des Lutherschen Herrgotts), Dein nächster Satz sähe etwa so aus (könnte schon jedes Kind) "S. geht methodisch vor, zieht geraden wie mit dem maßband genommen, nimmt sich jede beetkante vor, als wärs der rasen von windsor castle.
Und wer gäbe da vor, ihn nicht zu verstehen - gar misszuverstehen? Ich sicherlich nicht und es gibt eine viel radikalere, die sogar einen Saudi teutsche töne aussprechen ließe - die internationale lautschrift, die jeder beherrscht, wenn er eine fremde sprache lernt.

Aber das wäre jetzt eine ganz andere Geschichte.

Bis bald

Friedel

 
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Hi @Manlio,

schön, dass der Text wieder da ist, den ich gestern schon (gleichwohl etwas flüchtig) gelesen habe und der mir gut gefallen hat.
Dass du mit diesem Text Probleme kriegst, habe ich allerdings gleich befürchtet und finde es sogar auch verständlich. Es gibt halt bestimmte Regeln. Auf der anderen Seite hätten wir die Kleinschreibung und fehlenden Kommas auch in der Rubrik "Kurzgeschichten" mit dir diskutieren können. Denn was nun, wenn du dich überzeugen lassen solltest, auf konventionelle Rechtschreibung umzuschwenken? Dann müsstest du ja auch aus der Rubrik "Experimente" wieder vertrieben werden. Oder anders gesagt: Ein Experiment ist das aus meiner Sicht nur bedingt (verständlich also, dass du es nicht gleich bei den Experimenten untergebracht hast), und dann eher noch die fehlende Kommasetzung als die Kleinschreibung. Die fehlenden Kommas haben es mir denn auch an der einen oder anderen Stelle erschwert, die unmittelbare Sinneinheit zu finden. Trotzdem fand ich das im ganzen intuitiv plausibel, dass der Text so als Block daherkommt. Ein paar Gedankenstriche könnten vielleicht helfen, also nicht für jedes Komma einen, aber an den Stellen, wo es am meisten hakelt. Oder auch mal ein zusätzlicher Punkt.

Sonst sag ich mal - aufgrund fehlender Zeit - nur summarisch: Stilistisch fand ich das alles ziemlich sauber gegossen.

Eine Detailanmerkung lass ich dir noch da:
"am nächsten tag suchen herr und frau s. tatsächlich ein tierheim auf."
Solche Zeitangaben finde aus teils unklaren Gründen oft nicht so gelungen. Sicher hat es damit zu tun, dass es so etwas Aufzählendes hat: Zuerst das, dann am nächsten Tag das, usw. Es könnte gut auch einfach heißen: "herr und frau s. suchen tatsächlich ein tierheim auf."

Besten Gruß
erdbeerschorsch

 
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Hallo Manlio,

ich habe mich tatsächlich durch die Geschichte gearbeitet, damit ich das potenzielle Experiment nicht verpasse. Ich habe keines gefunden, aber mir hat gefallen, dass die Story gegen Ende doch recht dramatisch wurde. Das finde ich dann aber doch zu flapsig beschrieben:

er ist nur noch ein leib fett und schwitzend

Übrigens empfehle ich sehr, "schockiert" statt "geschockt" zu schreiben, das ist ein unschöner und überflüssiger Anglizismus. "schockiert" kommt vom französischen "choquer" und war zuerst da.

Hast du den Text eigentlich erst mit Satzzeichen geschrieben und diese dann gelöscht?
Solche Stellen sind garstig zu lesen:

geh rüber du sie überqueren die fahrbahn
muss das sein das muss.
und nun noch ein kreuz was warum denn das wir sind doch wohl gute christen

Kannst du uns beziehentlich des Experimentes erleuchten?

Gruß
Leif

 
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Lieber @Manlio

Ich muss in die gleiche Kerbe hauen, wie meine Vorredner. Der Text hat durchaus eine Sogwirkung, die aber nicht das Ergebnis konsequenter Kleinschreibung und Vermeidung fast aller Satzzeichen ist, sondern ganz einfach das eines gedrängten Erzählflusses, der mich atemlos der Story folgen lässt. Doppelt ärgerlich, wenn ich dann jeweils aufgrund deines bewusst satzzeichenvermeidenden Stils mehrfach zurückrudern muss, um die Aussage einzelner Textstellen überhaupt richtig erfassen zu können.

Es gibt Beispiele, da ist zurückrudern ein Stilmittel, z.B.:
"ich bin willkommen bin ich." (Fassadenspruch am Flüchtlingsheim um die Ecke)

Das liest man zwei-, dreimal, bis man den (Doppel-)Sinn erkennt.
Hier aber ist der Text als SOC angelegt, das muss fliessen, auch - und gerade beim Lesen.

Leider erkenne ich daneben ebenfalls kein richtiges Experiment, denn wie bereits im Intro zu dieser Rubrik zu lesen, gilt allein die Wirkung des Textes auf den Leser nicht als Experiment.

Fazit: Dein Text zeigt mir in seiner Unvollkommenheit ganz klar auf , wie wichtig klug gesetzte Satzzeichen den Lesefluss begünstigen.

Gruss dot

 
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Hallo

Wenn ich diesen interessanten Text richtig verfolgt habe, dann ist er in der Rubrik Kurzgeschichten erstellt und dort sofort blockiert worden, vermutlich wegen der Kleinschreibung und der fehlenden Satzzeichen. Dann war er kurze Zeit später in der Rubrik Experimente auffindbar. Nun vertreten einige der Kommentare hier die Auffassung, er sei auch in dieser Rubrik falsch. Das ist so absurd, dass es schon fast wieder lustig ist.

Ein Experiment ist das aus meiner Sicht nur bedingt
Kannst du uns beziehentlich des Experimentes erleuchten?
Leider erkenne ich daneben ebenfalls kein richtiges Experiment,

Ich zitiere:

"Experimente: Was passt in diese Rubrik?
... Der Autor kann sich zum Beispiel in gewissem Rahmen selber eingrenzen (z. B. mit Einschränkungen der Worte oder Buchstaben) ..."

Genau das hat der Autor hier getan.

Leute, nur keine Panik. Das Abendland und die deutsche Sprache werden nicht untergehen, wenn ein Autor sich dazu entschliesst, mit der Formatierung seiner Geschichten ein paar Grenzen auszutesten.

Beste Grüße
VVK

 
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Genau das hat der Autor hier getan.
Du meinst, dass die Kleinschreibung eine Einschränkung ist? Ich dachte, es versteht sich von selbst, dass dies nur in einem Rahmen geschehen sollte, der die Einschränkung zu einer Herausforderung macht. Das würde übrigens automatisch passieren, wenn man sich nicht dazu entschlösse, ebenfalls die Regeln der deutschen Sprache wegfallen zu lassen. Ein Satz, der nur E als Vokal benutzt, ist ja schnell geschrieben: "Een Setz, der ner E els Vekel benetzt, es je schnell geschreeben."
genauso ein satz der keine satzzeichen verwendet und nur kleinschreibung kennt.

Gegenbeispiel: "Der verwegene Hexer belebte den Rest der verwesenden Skelette."

wenn ein Autor sich dazu entschliesst, mit der Formatierung seiner Geschichten ein paar Grenzen auszutesten.
Das Verrückte ist ja: Aus Sicht des Autoren ist die Verwendung korrekter Schreibweise und Interpunktion eher eine Grenze als deren bloße Auslassung ohne sonstige Bedingungen. Aus Sicht des Lesers sind die hier ausgetesteten Grenzen andere. :drool:

 
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Hallo @Friedrichard,

Ich glaub, die Form wird den Leser ganz schön ablenken.

Ja, hat sie dich denn abgelenkt oder nicht? Dein persönlicher Eindruck würde mich schon interessieren!

Dein nächster Satz sähe etwa so aus (könnte schon jedes Kind) "S. geht methodisch vor, zieht geraden wie mit dem maßband genommen, nimmt sich jede beetkante vor, als wärs der rasen von windsor castle.

Und findest du, das wäre noch derselbe Text? Hat die Form für dich keine Bedeutung?

Danke für deine Rückmeldung!

Hallo @erdbeerschorsch!

Denn was nun, wenn du dich überzeugen lassen solltest, auf konventionelle Rechtschreibung umzuschwenken?

Nein, unter keinen Umständen. Aus diesem Grund wurde der Text von Mods gelöscht.

Ein Experiment ist das aus meiner Sicht nur bedingt

Leider habe ich mich vor dem Veröffentlichen zu wenig mit der Frage auseinandergesetzt, wo der Text hinpassen könnte.
Hierzu steht in der Einleitung zur Rubrik:

Die experimentellen Aspekte einer Geschichte können sich über die Form und den Inhalt, vielleicht sogar darüber hinaus erstrecken.

Tja, mit der Form weiche ich schon stark ab von der gängigen Rechtschreibung (konsequente Kleinschreibung, Fehlen von Kommata, aber auch Satzbau).

Der Autor kann sich zum Beispiel in gewissem Rahmen selber eingrenzen

Was ich tue

Also sprechen einige Aspekte dafür, dass der Text hier eher am Platz ist.

Stilistisch fand ich das alles ziemlich sauber gegossen.

Freut mich!

"herr und frau s. suchen tatsächlich ein tierheim auf."

Danke für den Hinweis, ich denke darüber nach.

Hi @Leif,

Übrigens empfehle ich sehr, "schockiert" statt "geschockt" zu schreiben, das ist ein unschöner und überflüssiger Anglizismus.

Irgendwie fühlt sich "schockiert" unpassend an, da schwingt etwas von Empörung mit, und Herr s. ist ja nicht empört, nur erschrocken

Hast du den Text eigentlich erst mit Satzzeichen geschrieben und diese dann gelöscht?

Nein, Satzzeichen gab es von Anfang an nicht.

Kannst du uns beziehentlich des Experimentes erleuchten?

Es ist für mich nicht so viel leichter als für dich, Sinn und Wirkung der gewählten Form zu erklären, glaub mir ;)
Die Form versucht, Distanz zum Inhalt aufzubauen, vielleicht könnte man das einen Typus literarischer Ironie nennen. Daneben interessiert mich auch, wie wirkt Text, wenn man die Gestalt so von der Norm entfernt, was für Eigenschaften des Inhalts treten stärker hervor, und überdies: kommt der Leser damit noch klar? Insofern scheint die Bezeichnung "Experiment" hier schon nicht ganz unpassend ...

LG Manlio

 
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Irgendwie fühlt sich "schockiert" unpassend an, da schwingt etwas von Empörung mit, und Herr s. ist ja nicht empört, nur erschrocken
Hier musste ich schmunzeln, denn wenn in schockiert Empörung mitschwingt, dann auch in "geschockt". Geschockt/schockiert hat so was lämendes, erschrocken fände ich hingegen ganz passend, da ist man noch handlungsfähig. :D

Aber eben, es geht ja hier um die Frage, ist der Text ein Experiment im Sinne der Rubrik oder nicht.
Und dabiegst du dir meiner Meinung die Regeln ziemlich zurecht, bzw. lässt einfach einzelne Punkte weg und schon passt es, gell?

Aber mit diesem Argument:

Daneben interessiert mich auch, wie wirkt Text, wenn man die Gestalt so von der Norm entfernt, was für Eigenschaften des Inhalts treten stärker hervor, und überdies: kommt der Leser damit noch klar? Insofern scheint die Bezeichnung "Experiment" hier schon nicht ganz unpassend ...
wird klar, dass du mit dem Text primär die Reaktion des Lesers ausloten wolltest und den Text selber nicht als Experiment siehst, der damit leider nur Mittel zum Zweck ist. Denn in der Einleitung "Was passt in diese Rubrik..." findet sich eben auch dieser wichtige Satz:
Experimente müssen "werkimmanent" sein, d. h. sie sollten nicht nur aus der Reaktion des Lesers bestehen, sondern im Text liegen.

Dein Experiment, einen Text von der Form her zu verfremden, die Grammatikregeln ausser Kraft setzten und den Leser entscheiden lassen, ob es noch lesbar ist, ist an dieser Stelle somit beendet.
Der Text selber ist in meinen Augen kein Experiment.

 
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Hi @Manlio (und all die anderen Interessierten),

ganz abgesehen von der Diskussion über die Form, möchte ich einen inhaltlichen Aspekt ansprechen,. der mich überzeugt hat. (Wenngleich das Konzept noch unausgereift.) Durch die Verwendung der Kleinschreibung lässt sich mMn an einigen Stellen der Gedankenfluss des Erzählers genauer wiedergeben als bei Verwendung korrekter Regeln.

Zum Beispiel hier:

wie gehts denn ja bestens habens einen neuen mäher nicht mäher traktor traktor aha rasentraktor modell mr. lawn. aha. erst vor paar tagen im internet bestellt und schon im einsatz. das internet ist ein segen sagt der nachbar ja das könnens laut sagen man muss sich nicht mehr die hacken wund laufen wegen jedem kram. und läuft gut ja großartig die klinge ist scharf wien rasiermesser könntense papier mit schneiden. na dann ist das vielleicht auch was für mich sagt der nachbar. mein mäher ist schon total hinüber. ja machense machense sagt herr s. kann ich nur empfehlen denkt: der und seine grumperten sachen nix ist heil bei dem.
Die direkte Rede fügt sich nahtlos ein, der Sprachfluss, der Tonfall wird, so wie ich es lese, intensiver.

Andere Stellen würden besser oder genauso gut funktionieren, wenn Satzzeichen, Großschreibung berücksichtigt würde-

Zum Beispiel hier:

geht methodisch vor zieht geraden wie mit dem maßband genommen nimmt sich jede beetkante vor als wärs der rasen von windsor castle. endlich fertig wischt er sich den schweiß von der stirn und begutachtet zufrieden lächelnd sein werk. nur kurze gleichlange halme stehen noch in reih und glied die löwenzähne sind alle ratzekahl weggeputzt von der sense. alles wie es sein soll alles in bester ordnung. nun muss auch mal der nachbar an den zaun kommen gucken was der s. so treibt.

Inhaltlich transportiert das Experiment, der Versuch, so wie ich den Text lese, eine einigermaßen trivialtriefende Geschichte von einem Kerl, der einen Hund überfährt, liegen lässt und von seinem Geistklon in den Tod getrieben wird, etwas Tiefschürfender durch die ungewöhnliche Form.

Allerdings würde ich empfehlen die Stärken eines solchen Konzeptes zu überprüfen und nur dann zu verwenden, wenn sie auch inhaltlich etwas beitragen.

Die Diskussion hier im Thread finde ich wichtig, weil sie Grenzen und Möglichkeiten abweichender Regeln aufzeigt.

viele Grüße
Isegrims

 
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Hi @ViertelVorKebap,

ich finde es ja sympathisch, dass du den Text verteidigst. Ich für meinen Teil meine allerdings nicht, dass die Geschichte auch unter der Rubrik Experimente falsch eingeordnet sei, sondern vielmehr, dass er aus meiner Sicht auch gerne bei den Kurzgeschichten hätte bleiben können.

Die Geschichte mag sich aber meinetwegen ebenso gerne unter den Experimenten zu Hause fühlen, wenn es die Regeln so vorsehen. Geht ja nichts kaputt dabei. Hauptsache, der Text ist wieder da.

Und,
lieber @Manlio,

damit es nicht ganz bei einem Meta-Kommentar bleibt: Ich finde ja, wie du weißt, die Geschichte in sich völlig stimmig. Es regt sich bei mir allenfalls ein ganz sachter Verdacht - den ich aber erst mal aufs Ganze noch überprüfen müsste - dass mich die nicht gewöhnliche Form dazu anregt, über einzelne Stellen, die ich womöglich doch als Stolpersteinchen ansehen könnte, großzügiger hinwegzulesen, weil der Block bereits so deftig seine Einheit behauptet. (Verstehst du ungefähr, was ich meine?)
Der Effekt dürfte aber nicht allzu groß sein, denn auch jetzt finde ich im ersten Absatz nichts zu kritisieren und im zweiten - eigentlich auch nicht. Allenfalls
"seine Hose spannt sich"
finde ich etwas zweifelhaft, klingt mir eine Spur zu pubertär.

A propos Einheit: Eine Frage wäre natürlich, ob du, wenn du Doppelpunkte setzt, nicht auch konsequenterweise Fragezeichen setzen müsstest (auch ist der Doppelpunkt ja sogar näher am Komma als das Fragezeichen).

Besten Gruß
erdbeerschorsch

 
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Hola @Manlio,

Deine KG / Dein Experiment spanne ich gern vor meinen Karren: Anschaulicher kann ein Text gar nicht sein (allerdings mit Interpunktionen), wenn es um die Lesbarkeit bei totaler Kleinschreibung geht. Bedenkt man, wie schnell man sich schon an andere Veränderungen gewöhnt hat, dann ist das ein Klacks.
Kein Klacks ist es, wie viele Tausend (tausend:hmm: )Stunden jährlich an Ttausenden Schulen verplempert
werden, um die Köppe mit Groß- u. Kleinschreibung zu verkleistern, statt Lebensnotwendiges zu lehren - im Computerzeitalter, bei Millionen Fremden, die bitteschön unser jetziges Deutsch lernen sollen.
Wie lange wollen wir diesen Schwachsinn noch beibehalten (Plötzlich wird ein Verb großgeschrieben etc.)?
Ist das utopisch, wenn ich mir wünsche, dass neben der bislang gewohnten Rechtschreibung auch
ein kleingeschriebener Text im Forum akzeptiert wird - sozusagen als Bürgerinitiative?

Vielen Dank für Deine Arbeit und beste Grüße!

José

 
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„...

Nun, heiß, fürwahr, als sollt' er Ernten reifen,
War dieser Tag des Mais, und Blumen gleich
Fühlt jedes Glied des Menschen sich erschlafft. –

[...]

Fern im Gebirge steht der Fritz und lauert
Dem Hirsch auf, der uns jüngst den Mais zerwühlte:
Doch hätt' ich nicht die Büchs' ihn greifen sehen,
Ich hätte schwören mögen, daß er's war.

...“ Heinrich von Kleist: Der Schrecken im Bade. Ein Idylle​


ich:

Ich glaub, die Form wird den Leser ganz schön ablenken.


Manlio:

Ja, hat sie dich denn abgelenkt oder nicht? Dein persönlicher Eindruck würde mich schon interessieren!


Vorweg, lieber Manlio,

ob Du‘s glaubst oder nicht – ich steh auf Deiner Seite (da ruf ich nicht so sehr Gott und Luther, sondern langgediente Moderatoren nebst dem Master of web an), aber auch Kleist, über den ich wegen grammatischen Schluders (darum steht der olle Kleist da oben, gleiches könnte auch den Olympiern zu Weimar widerfahren, wenn sie denn noch lebten und hierorts die Feder zückten - alle drei), mich lenkt so schnell nix ab trotz oder gerade wegen der Gnade des tauben Ohrs. Kurzsichtigkeit im Verbund mit aufkommender Altersweitsicht (bei verweigerter und damit mangelnder Altersweisheit und -gelassenheit).

Vielleicht findestu ja selbst raus, warum der Kleist da oben steht.

Ich:

Dein nächster Satz sähe etwa so aus (könnte schon jedes Kind) "S. geht methodisch vor, zieht geraden wie mit dem maßband genommen, nimmt sich jede beetkante vor, als wärs der rasen von windsor castle.


Du:

Und findest du, das wäre noch derselbe Text? Hat die Form für dich keine Bedeutung?

Manchmal mehr, als man - glauben mag. Auch unter meinen Zeichnungen wird man selten abstrakte finden und elektronisches Gepiepse auf der Gitarre kommt bestenfalls als Parodie oder Rückkopplung i. S. eines Pete Townshed ode NY vor. Beim Song of Joyce gestatte ich mir auch mal Hendrixsche Stürme.

Womit wir bei den Anmerkungen sind

Anmerkungen zum Text

Warum schreibt man Gedichte heute oft klein und reimlos?
Womit wir in der mündlichen Tradition sind. Das gesprochene Wort kennt wie die Lautschrift keine Majuskel – die übrigens in der karolingischen Renaissance im Übergang vom 8. zum 9. Jh. auch für die rechtsrheinischen, nicht welsch, sondern tiudisc sprechenden Volksstämme eingeführt und durchgesetzt wurde. Der Vertrag von Verdun zwischen den drei Enkeln des großen Karls ist da der erste schriftliche Beleg zu.
Der Reim wurde erfunden, um die mündliche Überlieferung in nichtschriftlichen Kulturen sich leichter merken zu können. Ich hab vor kurzem die Biografie des Crazy Horse – dem jüngeren Kollegen Sitting Bulls, der ja gerade im Kino als Kartoffelmeister Urständ feiert - aus den Erzählungen seiner Nachkommen (Lakota it weitestgehend immer noch schriftlos, alle Wörterbücher, die darüber entstanden sind, kranken an vor allem unterschiedlichen Schreibweisen, in denen dann auch mal ein Hörfehler verewigt wird - umso höher sind unsere Vorfahren anzusehen, die die mündl. Tradition verschriftlichten - angefangen bei Homer - ein früherer Name fällt mir nicht ein, das Alte Testament ist ja erst in babylonischer Gefangenschaft niedergeschrieben worden und zum Gilgamesch kennt man keinen Autor).

Warum laufen im Theater Videoclips?
Weil es für Sophokles, Shakespeare, Schiller usw. die technischen Möglichkeiten nicht gab und ich beim Walenstein durch das Bildschirmpublikum eigentlich auf die Kasperbühne und die Augsburger Puppenkiste zurückgreif.

Ist das ein Ausbrechenwollen aus der Tradition, das Gefühl, dass hergebrachte Sprache nicht mehr funktioniert, wenn man bestimmte Sachverhalte der "modernen Wirklichkeit" darstellen möchte?
Was mag das für eine Jugend sein, die nicht gegen die Zwänge der Tradition rebelliert und lieber Karrieren plant mittels Casting show unterm Neoliberalismus, dem Rio Reisers Macht kaputt, was euch kaputt macht, schon wie die Revolution unanständiger Kleinkinder gilt, die ihr Legohäuschen zerdeppern.

Schon der scheinbar menschenfreundliche Ansatz der Trennung von Leser und Leserin hier

Ich stelle diese Frage mir mindestens ebenso sehr wie den Leser*innen ...
zeigt, wohin der Zug geht – denn verdient dadurch eine Frau einen Groschen mehr durch ehrliche Arbeit, wenn Mensch und Menschin auftreten (wo bleibt das dritte, amtlich beglaubigte unbestimmte Geschlecht?) Geht es einem Flüchtling, der wegen der verniedlichenden Endung ling zum neutralen Geflüchteten mutiert, besser?

Bloße Kleinschreibung ohne Zeichensetzung – und wären es nur Gedankenstriche, die ja nicht grundlos so genannt werden. Und die Satzenden zeigstu ja vernünftigerweise an. Aber warum hier der Doppelpukt

kann ich nur empfehlen denkt: der und seine grumperten sachen nix ist heil bei dem.

Und gleich noch‘n Beispiel, wie hier, wenn ein gedankliches Komma eher hinterm „aber“, aber auch vorm „aber“ gesetzt werden kann, weil S. sich an sich nicht die Hände wäscht (was der Nachbar natürlich besser weiß, als der Leser.) Auch nach dem Waschen bleiben Spuren der Tätigkeit übrig.
seine hände sind von der arbeit ganz schmutzig. er wäscht sie aber es bleiben schlieren an den fingerkuppen übrig.
Was Du ja dann bestätigst. Und was ist mit diesem Übergang
und fasst seiner frau an den hintern. Iiieh was machst du denn fragt frau s.
Muss ein lauter Ausruf gewesen sein - oder?

Und wie verfährt man mit Leihgütern – wie hier

Offiziell, natürlich mit Majuskel und Punkt zwischen den Buchstaben, so aber eine Abkürzung von Oklahoma …

weißt du wieviel leute solche tiere einfach liegen lassen
Hier liegt ein besonderes Problem: Wie viel wird amtlich und beglaubigt auseinandergeschrieben, liegen lassen darf auch zusammengeschrieben werden, empfohlen wird aber die gerade verwendete Version.

Hier hastu m. Ee sogar ein Satzende verpasst

muss das sein das muss. wenn meine mutter ...
zwischen sein und das. So was wäre natürlich nun schwieriger zu erkennen, wenn man's ohne Gegenprobe macht. "Muss das sein?" "Das Muss!" - alle anderen Varianten landen im bloßen Unsinn.

erschüttert und außer atem sieht er dass rex genau an der stelle angehalten hat wo herr s. den anderen hund angefahren hat.
Und auch unter geänderten Bedingungen gilt, zwoma‘ „hat“ ist unschön. Vllt. „steht der Hund“ einfach nur da , wo herr s. …
Es zeigt sich im folgenden, dass Herr S. nicht mit Hunden umgehen kann – und da würd meine Kritik dann zu weit gehen – vor allem ohne Zeichensetzung (kämstu da ohne Punkt und Komma mit klar in weniger als anderthalb Minuten?)

Vom Wort her ist das allemal einen Versuch (= Experiment, als Nichtlateiner verlass ich mich da auf den Duden) wert und im niederländischen proef schwingt die Probe mit. Aber ich bin mir sicher, dass die Zeichen nicht nutzlos sind – womit ich wieder beim Schrecken im Bade bin, denn der Monat Mai gerät in der nackten deutschen Regel zum Genitiv – wie ihn Kleist gesetzt hat -

identisch mit dem Mais als Schweinefutter. Wer den engl. Genitiv mit Apostroph setzt (eine Möglichkeit halt) zeigt zugleich an, dass mindestens ein Buchstabe fehle. Der korrekte Genitv ist „des Maien“.

Wenn nun alle auf einmal die gemäßigte Kleinschreibung verwendeten, stünden die Ämter mit ihrer Wortakrobatik (etwa der Lichtzeichenanlage oder des Ankerzentrums – letztgenanntes eine Ausgeburt der hirnrissigen amtlichen AküSpra) ließe sich vielleicht die gemäßigte Kleinschreibung durchsetzen. Wäre ja fast in der Tradition der karolingischen Renaissance.

Warum also nicht Lautschrift? Die paar "Buchstaben" mehr sollten keine Belastung sein, und Laute wie ch und sch wären wie das alte "sz" ein Buchstabe - übrigens stand das bis zum Ende der Reform auf der Abschussliste (wurde statistisch zu wenig genutzt. Der Kompromiss war dann auch eine der guten Leistungen, die ich gerne am Unterschied von Fuß und Fluss darstelle, was aber nicht verhindert, dass nicht jeder das und dass untescheiden kann - die übrigens beide vom "das" abstammen. Wo wäre das Problem, dem Artikel und Pronomen auch die Konjunktion zuzuschlagen?

Jetzt ist aber gut für heute.

Bis bald

Friedel

 
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Hi @dotslash

Hier musste ich schmunzeln, denn wenn in schockiert Empörung mitschwingt, dann auch in "geschockt".

Ich lese oft Formulierungen wie "ich bin schockiert über die politische Entwicklung in den USA". Da gehe ich einfach nach meinem Sprachgefühl und dem mir bekannten Usus ... "Geschockt" ist für mich zumindest freier von dieser Bedeutung "das regt mich auf/das nervt mich".

Andererseits ist mir "erschrocken" zu schwach, obwohl es auch gut passen würde ... Den Herrn s. trifft ja fast der Schlag ...

Und dabiegst du dir meiner Meinung die Regeln ziemlich zurecht, bzw. lässt einfach einzelne Punkte weg und schon passt es, gell?

Ich geb ja offen zu, dass mich die Frage der Einordung in ein bestimmtes Unterforum eher periphär interessiert. Für dich als Moderator sieht das wahrscheinlich anders aus ... Du musst auch sehen, dass mir von der Moderation erlaubt wurde, den Text hier einzustellen ...

wird klar, dass du mit dem Text primär die Reaktion des Lesers ausloten wolltest und den Text selber nicht als Experiment siehst, der damit leider nur Mittel zum Zweck ist.

Nein, ich erwähnte doch, dass dieser Aspekt für mich eher nebenrangig ist. Gewiss ist es immer spannend zu sehen, funktioniert dies oder jenes noch beim Leser. Hauptsächlich möchte ich aber aus gewohnten Sprachmustern ausbrechen. Der Text ist einfach mit gewöhnlicher Syntax, in der Normalform dargeboten, nicht mehr derselbe. Die Form will ja auch etwas sagen, arbeitet daran mit, die inhaltliche Ebene zu verzerren.

Ich klebe mich aber nicht daran, wenn der Text kein Experiment ist, dann nehme ich ihn hier wieder raus. Bitte diesbezüglich einmal um PN.

Manlio

 
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Lieber @Manlio
Lass mal so stehen, im Moment wird gerade engagiert diskutiert, die Ansichten gehen zum Teil auseinander, das Moderationsteam ist auf der Suche nach einer konstruktiven Lösung und dass mit deinem Text, bzw. bei den Vorschlägen der Moderation nicht alles rund gelaufen ist, das tut mir leid. Aber ich bin zuversichtlich, wir schaffen das. :D

Ich schick dir später noch ne PM.
Gruss dot

 
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Ich lese oft Formulierungen wie "ich bin schockiert über die politische Entwicklung in den USA". Da gehe ich einfach nach meinem Sprachgefühl und dem mir bekannten Usus ... "Geschockt" ist für mich zumindest freier von dieser Bedeutung "das regt mich auf/das nervt mich".

Andererseits ist mir "erschrocken" zu schwach, obwohl es auch gut passen würde ... Den Herrn s. trifft ja fast der Schlag ...


Da bin ich denn nochma‘, wenn ich darf, will ja nicht auf die Nerven gehen,

lieber Manlio,

a) „geschockt“, Partizip II von „schocken“, einem Verb, das dem engl. to shock nachgebildet ist, beliebte Formel in der Medizin, Schocktherapie und so

b) „schockiert“, Partizip II von „schockieren“, einem Verb, das aus dem frz. choquer entstand,
und mit den Normannen kam der Einbruch der frz. Sprache ins Angelsächsische vor allem im Adel …

Im Grunde nur die Frage – was ist älter?

Den Grimmbrüdern leitet sich „schocken“ noch von dem alten Maß „Schock“ ab, dass noch vom duodezimalen Zahlensystem übriggeblieben ist wie das Dutzend. Wer wüsste das heute noch?

Könnte "schocken" ein Anglizismus des "schockieren" sein?

Im übrigen schließe ich mich den ersten Worten dots an ...

Tschüss

Friedel

 
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Zuletzt bearbeitet:

Hej @Manlio ,

ich lass mal jetzt die Formalitäten außer Acht, weil mir deine Geschichte gut gefällt. Ob sie mir besser gefallen würde, wenn sie innerhalb meines Sprachmusters geschrieben worden wäre ... möglich. Ich lasse dir aber mal meinen Eindruck da, weil du es ja offenbar genau darauf anlegst (das klingt jetzt irgendwie negativ :hmm:, soll es aber nicht, liegt vermutlich am Verb :shy:). Da ich aber so beeindruckt bin, in erster Linie von mir selbst, weil es nach einer Weile kaum noch Mühe machte, der Geschichte zu folgen, :D will ich dir sagen: Es funktioniert bedingt. Ich bleibe im Fluss beim Lesen, weil du es damit vorlegst. Lediglich bei der wörtlichen Rede muss ich zwischendurch neu ansetzen. Ich lese und lese und kann quasi gar nicht aufhören. Das ist wohl mehr eine psychologische Komponente. Spaß macht es nicht, aber es funktioniert.

Dein Text würde mir aber auch im gängigen Sprachmuster gut gefallen. Es ist dieser einfache Ton, der das einfache Leben der beiden einfachen Protagonisten spiegelt, die leichte Mundart, die sich wiederholenden Muster. Vor allem aber, dass du am Ende mit der Einfachheit brichst und mir ein denkwürdiges Ende lieferst, macht diese Geschichte unterhaltsam.
Ich bin an eine Studie einer englischen Universität erinnert. Man gab Probanden einen beliebigen Text zu lesen, bei dem in jedem einzelnen Wort nur der erste und der letzte Buchstabe richtig lagen, die restlichen waren willkürlich verteilt. Bereits nach der ersten Zeile war jeder derartige Text mühelos lesbar. Hirn sei Dank, es liest nicht Buchstabe für Buchstabe, sondern Wort für Wort.
In diesem Fall macht es aber doch Mühe, am meisten während der Dialoge.

Die Protagonisten sind wunderbar gezeichnet, sowohl der pedantische Herr S., als auch seine abgeneigten Gattin. Du bleibst sauber und straight in einer Spur, das gefällt mir gut.

Falls du jetzt orthographische Unstimmigkeiten in meinem Kommentar entdecken solltest ... das ist keine Absicht.

Lieber Gruß, Kanji

 
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26.12.2014
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Zuletzt bearbeitet:

Hallo @Isegrims

Inhaltlich transportiert das Experiment, der Versuch, so wie ich den Text lese, eine einigermaßen trivialtriefende Geschichte

Ja, der Text ist sicher trivial insofern, als er ganz alltägliche Dinge und Verhaltensweisen in den Vordergrund stellt. Andererseits halte ich den Text - natürlich möchte ich ihn verteidigen - für nicht ganz trivial, auch auf der inhaltlichen Ebene nicht. Ich kann mir allerdings vorstellen, wie du zu der Einschätzung kommst.

Deine formalen Ausführungen finde ich sehr interessant und hilfreich.

Andere Stellen würden besser oder genauso gut funktionieren, wenn Satzzeichen, Großschreibung berücksichtigt würde-

Das stelle ich mir schwierig vor, müsste ich doch mit dem eigenen Konzept brechen, nur um bestimmte Textpassagen "besser lesbar" zu machen.

Hallo @erdbeerschorsch

Die Geschichte mag sich aber meinetwegen ebenso gerne unter den Experimenten zu Hause fühlen, wenn es die Regeln so vorsehen. Geht ja nichts kaputt dabei. Hauptsache, der Text ist wieder da.

Kann ich nur so was von unterschreiben!

Es regt sich bei mir allenfalls ein ganz sachter Verdacht - den ich aber erst mal aufs Ganze noch überprüfen müsste - dass mich die nicht gewöhnliche Form dazu anregt, über einzelne Stellen, die ich womöglich doch als Stolpersteinchen ansehen könnte, großzügiger hinwegzulesen, weil der Block bereits so deftig seine Einheit behauptet.

Du beobachtest korrekt, dass ich den Text wie einen "Brei" aussehen lassen will, wie eine Textsuppe, die sich so dahin schleppt, langweilig und träge und gewöhnlich und unangenehm. Muss man das stärker aufbrechen? Hm.
Ich danke dir jedenfalls für den Hinweis.

Eine Frage wäre natürlich, ob du, wenn du Doppelpunkte setzt, nicht auch konsequenterweise Fragezeichen setzen müsstest

Guter Punkt. Ich habe einige wenige Doppelpunkte verwendet. Geb zu, das war mehr aus dem Gefühl heraus, Punkte und Doppelpunkte stünden in einer Verwandtschaftsbeziehung ... Ich werde das überdenken.

Hallo @Friedrichard

ob Du‘s glaubst oder nicht – ich steh auf Deiner Seite

Weiß ich doch - alles gut!

Vielleicht findestu ja selbst raus, warum der Kleist da oben steht.

Ne, ich sehe es nicht, wo liegt der Schluder?

Womit wir in der mündlichen Tradition sind.

Aber das hier ist geschriebener Text ...

Weil es für Sophokles, Shakespeare, Schiller usw. die technischen Möglichkeiten nicht gab

Fein gekontert :)

Schon der scheinbar menschenfreundliche Ansatz der Trennung von Leser und Leserin hier

Habe bisher immer gegen PC rebelliert und fröhlich ökonomisch geschrieben. Das dritte Geschlecht gälte es allerdings noch zu berücksichtigen.

Aber warum hier der Doppelpukt

eigentlich nur: weil er mir gefällt!

Muss ein lauter Ausruf gewesen sein - oder?

Jo - hier war der große Anfangsbuchstabe zu tilgen (korrigiert).

Wie viel wird amtlich und beglaubigt auseinandergeschrieben, liegen lassen darf auch zusammengeschrieben werden, empfohlen wird aber die gerade verwendete Version.

Sei mir nicht böse, aber diese Empfehlungen ...

Hier hastu m. Ee sogar ein Satzende verpasst

Nein, der Eindruck trügt dich, ich will hier kein Satzende markieren. Das Satzende steht nach dem zweiten "muss"! Satzzeichen dienen hier wie im Text überhaupt mehr dazu, den inhaltlichen "Flow" zu unterstützen. "Muss das sein?", diese Frage hat eben gar keine Kraft, wird hingenuschelt, schon von Anfang ohne rechte Überzeugung, sich in der Diskussion durchsetzen zu können.

Und auch unter geänderten Bedingungen gilt, zwoma‘ „hat“ ist unschön.

ich mag's!

Hallo auch liebe @Kanji

ich lass mal jetzt die Formalitäten außer Acht, weil mir deine Geschichte gut gefällt.

Na, das freut mich aber!

Ich lese und lese und kann quasi gar nicht aufhören. Das ist wohl mehr eine psychologische Komponente. Spaß macht es nicht, aber es funktioniert.

Nicht? Schade!

Es ist dieser einfache Ton, der das einfache Leben der beiden einfachen Protagonisten spiegelt, die leichte Mundart, die sich wiederholenden Muster.

Vielleicht hat der Text das Problem, dass er inhaltlich weder weit noch tief genug reicht. Zeitkritik zu üben, war eigentlich mein Anliegen; inwiefern das angekommen ist, vermag ich nicht ausreichend zu beurteilen.

Die Protagonisten sind wunderbar gezeichnet, sowohl der pedantische Herr S., als auch seine abgeneigten Gattin. Du bleibst sauber und straight in einer Spur, das gefällt mir gut.

Ich denke auch, dass eine Linie recht solide durchgezogen wird. Pedanterie: ja; dort, wo es um Äußerlichkeiten geht. Statussymbole müssen gepflegt werden; aber wie ist es bei der Sorge um den anderen, die Natur?

Ganz lieben Dank für deine Rückmeldung!

LG Manlio

 
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14.08.2012
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Zuletzt bearbeitet:

Selbst Elfriede Jelinek, die in ihrem Frühwerk nicht nur die konsequente Kleinschreibung präferierte, sondern mit der Intention, „einen achtlosen Konsum des Textes erschweren zu wollen“, auch konsequent auf die einen Satz strukturierenden Kommas verzichtete, sagt heute:

"Ich hab das damals gemacht, um die Hierarchie der Wörter aufzuheben – diese Idee, dass ein Substantiv mehr wert sein soll als ein Verb. Das stand natürlich in der Tradition der Wiener Gruppe, und die war wiederum vom Dadaismus geprägt. Ich bin davon aber wieder abgekommen, weil ich der Meinung bin, dass es nichts bringt und schon gar nicht die Lesbarkeit erleichtert."

Angesichts dieser Erkenntnis (aus wahrlich berufenem Munde) kann man sich natürlich die Frage stellen, Manlio, ob du mit deinem „Experiment“ nicht einfach um ein paar Jahrzehnte zu spät kommst, um damit noch irgendeinen Mehrwert generieren zu können.

Bin gebeten worden zu erklären, warum ich in "herr s." konsequent Kleinschreibung verwende. Gute Frage! […] Ist das ein Ausbrechenwollen aus der Tradition, das Gefühl, dass hergebrachte Sprache nicht mehr funktioniert, wenn man bestimmte Sachverhalte der "modernen Wirklichkeit" darstellen möchte?

Und welche Sachverhalte in deiner Story nun so unbeschreibbar modern sein sollen, dass du ihnen mit der herkömmlichen Schriftsprache nicht gerecht werden könntest, musst du mir auch erst mal erklären.

Oder bist du in Wahrheit ohnehin nur einer derjenigen, die sich durch das Ignorieren der Shift- und der Komma-Taste ein paar Nanosekunden ihrer kostbaren Lebenszeit einsparen wollen? Und die dabei aber übersehen, dass ihre eingesparte Zeit einen zeitlichen Mehraufwand für den Leser bei der Dechiffrierung des Textes bedeutet? Was wiederum nichts anderes hieße, als dass dir deine eigene Zeit wertvoller erscheint als die des Lesers.

Gelesen? Ja.
Gern? Nicht wirklich.

offshore

 
Wortkrieger-Team
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31.01.2016
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1.950

Hach @Manlio ,

irgendwie ist es ja auch schade um ... die Verbreitung deiner Botschaft (soll jetzt gar nicht so pathetisch klingen, wie es sich liest). Ich mag Texte, die nicht belanglos sind, gern.

Ich denke auch, dass eine Linie recht solide durchgezogen wird. Pedanterie: ja; dort, wo es um Äußerlichkeiten geht. Statussymbole müssen gepflegt werden; aber wie ist es bei der Sorge um den anderen, die Natur?

Und hier hast du mehr Ideen, als im Text wirklich durchdringen oder mich eben ablenken durch diese verwirrende Schreibweise. Denn der Schäferhund symbolisiert jetzt nicht unbedingt die Natur. Mir erschien es eher wie ein weiteres Statussymbol, um das man sich kümmern müsste aber nicht wollte.

Ich guck mal sporadisch, ob du noch mal rangehst an den Text.

Freundlicher Gruß, Kanji

 

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