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Hexengeschichte

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Hexengeschichte

Rosalia konnte auf alle Vier herunter sehen. Sie war so hoch oben, dass sie mit der Hand die Decke hätte berühren können; was ihr aber mit gefesselten Händen unmöglich war. Schon sauste sie wieder nach unten; zum fünften Mal an diesem Tag. Und sie wusste von den vier mal zuvor, wie schrecklich weh das tun würde, wenn sie unten ankam und die Arme erneut noch oben gerissen wurden. Die Gelenke waren inzwischen ausgekugelt und die Handgelenke hatten tiefe Schnitte bis ins Fleisch. Rosalia schrie aus Leibeskräften, als ihr volles Körpergewicht die nach hinten gefesselten Arme, mit brutaler Wucht nach oben riss. Der Henker packte sie unsanft an den Haaren und riss ihr den Kopf zurück. Langsam und bedächtig kam der Richter auf sie zu, betrachtete sie einen Moment und sagte:
„Wirst du uns jetzt etwas sagen?“
„Was denn?“, entgegnete Rosalia mit schmerzverzerrtem Gesicht.
„Willst also stur bleiben?“
Richter Meinrad gab dem Henker ein Zeichen. Der zog sie wieder nach oben. Aber nur so hoch, dass er Gewichte an ihren Füssen befestigen konnte. Danach zog er sie ganz nach oben und machte das Seil fest.
„Wenn du diesmal nach unten stürzt“, rief der Richter nach oben, „brechen dir die Gewichte beide Arme.“
Er wartete einen Moment und hoffte auf ein Einlenken.
„Es ist doch sinnlos, dass du dich weiter quälst. Dein Nachbar hat dich erkannt, als der Teufel nachts zu dir kam. Da“, er zeigte mit dem Finger auf ein Schriftstück, das auf dem Tisch lag, „hat er die Aussage unterschrieben.“
Rosalia blieb stumm.
Meinrad wollte dem Henker das Zeichen geben.
„Warte!“, rief Rosalia, „ich gebe es zu.“
Der Richter sah erstaunt nach oben. Er gab dem Henker Anweisung sie langsam runter zu lassen und die Gewichte abzunehmen.
„Du hast es also mit dem Teufel getrieben?“
„Das nicht – aber ich gebe zu, eine Hexe zu sein.“
„Aber Hexen treiben es doch mit dem Teufel.“
„Kann sein - ich kenne den Teufel nicht.“
Der Richter und die beiden Beisitzer lachten.
„Wenn du uns veräppeln willst, hat der Henker noch ein paar schöne Überraschungen parat.
Wir können dir die Finger und Fußnägel raus reißen, Daumenschrauben anlegen, Beinquetschen oder dich mit glühenden Eisen traktieren. Zum Schluss aufs Rad binden und dir mit einem Hammer Arme und Beine zerschlagen. Du wirst dir wünschen, nie geboren zu sein.“
„Also – hast du es mit dem Teufel getrieben in dieser Nacht?“
Rosalia schwieg.
Der Richter hieb mit aller Macht die Faust auf den Tisch.
„Verdammte Metze – müssen wir dich tatsächlich weiter traktieren?“
Rosalia blieb stumm.
In dem Moment hörte man die Turmuhr der Kirche, die ganz in der Nähe war, sechs Uhr schlagen. Richter Meinrad saß mit hochrotem Kopf da. Stunden hatten sie dieses Weib nun gequält und immer wieder befragt – aber kein Ergebnis. Er schlug noch einmal mit der Faust auf den Tisch, so dass dieser bedenklich wackelte. Für einen Moment herrschte danach bedrückende Stille im Raum.
Schließlich sagte Meinrad: „Also gut - machen wir morgen früh um neun weiter. Bring das Weibstück in die Zelle und fessle sie gut.“
Der Henker nickte und wollte sie mit sich ziehen. Richter Meinrad hielt ihn auf. Er kam Rosalias Gesicht für einen Moment ganz nahe und flüsterte: „Morgen wirst du gestehen, glaub es mir. Nur zu sagen, dass du eine Hexe bist, reicht nicht.“

Am nächsten Morgen waren die beiden Schöffen als Erste im Malefizhaus. Einer hatte vom Pförtner im Rathaus den Schlüssel geholt und aufgeschlossen. Rosalia aus ihrer Zelle holen, durften sie nicht. Das musste Richter Meinrad anordnen und der Henker ausführen. Zwanzig nach acht kam Meinrad herein. Er schien schlecht geschlafen zu haben. Er war blass im Gesicht, seine Züge wirkten zerknittert und die Haare waren nicht ordentlich gekämmt. Ohne einen Morgengruß, fragte er: „Wo ist Siebeneisen?“
Die beiden Schöffen zuckten mit den Schultern. Sie wussten, dass der Henker vermutlich im Nachbardorf bei einem Kollegen gesoffen hatte; ins Wirtshaus ließ man ihn ja nicht. Sie sagten aber nichts dergleichen. Als Siebeneisen um neun Uhr immer noch nicht da war, ging Richter Meinrad rüber zu Rosalias Zelle. Die beiden Schöffen mussten ihm folgen. Als sie die Tür öffneten, saß Rosalia im Schneidersitz auf dem Boden. Genauer gesagt auf einem riesigen Drudenfuß, dem fünfzackigen Kreuz der Hexen und Zauberer. Es war in roter Farbe auf den Boden gemalt. Oder in Blut?
Meinrad sah sie einen Moment an, bevor er sie packen und hochreißen wollte. Doch er kam nicht zu ihr durch, da war ein Widerstand. Seine Hand wurde durch etwas gestoppt, das sich hart wie Stein anfühlte, aber nicht zu sehen war.
„Gib dir keine Mühe", spottete Rosalia, "du kriegst mich nicht mehr zu fassen.“
Meinrad versuchte es von der anderen Seite, dann von oben, von hinten, begleitet vom Gelächter der Hexe. Er bekam sie nicht zu fassen. Jedes mal berührte seine Hand lediglich diesen unsichtbaren Gegenstand, der sich wie gummierter Stein anfühlte.
„Du kannst heute mein Geständnis bekommen“, sagte Rosalia, „wenn du willst.“
„Vorher kommst du aus diesem Ding da raus, das dich umgibt.“
Rosalia lachte. „Damit du mich drüben weiter quälen lassen kannst?“
Meinrad wandte sich an einen der beiden Schöffen. „Geh´ rüber und hol´ einen Vorschlaghammer.“
Der nickte und verschwand. Der Henker hatte drüben einen in der Ecke stehen, um wirksam Knochen zu brechen.
Meinrad zog sich die Jacke aus und krempelte die Ärmel hoch. „Gib schon her!“, herrschte er den Schöffen an, der gerade mit dem Werkzeug herein kam. Der Richter nahm den riesigen Hammer, stellte sich breitbeinig vor Rosalia auf, holte aus und schlug mit aller Kraft zu. Einmal, zweimal, dreimal. Es tat jedes mal einen dumpfen Schlag, als der Hammer aufschlug und federnd ein Stück zurück sprang.
„Zum Teufel!“
Meinrad hatte einen hochroten Kopf und wollte zu einem vierten Schlag ansetzen. In dem Moment erschien Siebeneisen in der Tür. „Was ist denn hier los?“
Als der Henker bescheid wusste, befühlte er selbst den mysteriösen Gegenstand um Rosalia von allen Seiten. Dann sah er Meinrad an: „Wir könnten es mit einer großen Säge probieren.“
Rosalia kicherte: „Das nützt euch auch nichts“, versicherte sie.
Meinrad nickte und der Henker ging die Säge holen. Es war eine mit zwei Griffen, damit zwei Mann sägen konnten. Sie legten die Säge über Rosalia, besser gesagt über den Quader der sie unsichtbarerweise schützte. Siebeneisen auf der einen Seite, Meinrad auf der anderen. Sie sahen sich kurz entschlossen an, nahmen die Griffe fest in die Hand und sägten los. Ein furchtbar quietschendes und nervenaufreibendes Geräusch entstand und hielt an, so lange sie sägten. Die Schöffen hielten sich die Ohren zu. Weiter tat sich aber nichts, das Material wurde in keinster Weise durchdrungen, die Säge war genauso wirkungslos wie der Hammer zuvor.
„Lasst den Unsinn“, rief Rosalia. „Die Schöffen sollten jetzt besser Papier, Tinte und Feder von drüben holen. Ich werde hier gleich mein Geständnis machen.“
Meinrad sah sie verwundert an. Er hatte schon diverse Hexenprozesse hinter sich gebracht; aber noch keinen, in dem eine vermeintliche Hexe bestimmt hat, wie verfahren wird.
„Wir könnten es noch mit glühenden Eisen versuchen“, schlug der Henker vor.
Rosalia lachte. „Spart euch die Mühe, das wird noch weniger funktionieren.“
Meinrad gab Anweisung den Tisch, die Stühle und das Schreibzeug vor die Zelle zu holen.
Minuten später war alles bereit, es konnte losgehen.

„Ich gebe zu, ich bin eine Hexe“, begann Rosalia.
Ein Schöffe führte Protokoll.
„Heute Nacht habe ich die Oberhexe gerufen. Sie kam zu mir, hat mir die Arme eingerenkt und die Wunden verbunden. Sie hat mir einen Trank zur Kräftigung verabreicht und mich in einen Zauber gehüllt, der mich schützt.“
„Wie ist der Name dieser Oberhexe?“
Rosalia lachte. „Den werde ich für mich behalten. Er würde euch nichts nützen – ihr würdet nie an sie heran kommen, ihr menschlichen Wichte.“
„Willst du damit sagen, dass sie übermenschlich ist?“
Rosalia nickte. „Sie hat so viel Macht, das könnt´ ihr euch nicht mal in eurer kühnsten Fantasie vorstellen.“
„Vielleicht kannst du uns sagen, wo wir sie finden.“
„Könnte ich – aber das nützt euch nichts. Sie würde sich nicht von euch finden lassen.“
Siebeneisen, Meinrad und die beiden Schöffen sahen sich entgeistert an.
„Ihr seid es gewohnt“, fuhr Rosalia fort, „unschuldige Frauen so lange zu foltern, bis sie zugeben, eine Hexe zu sein und mit dem Teufel kopuliert zu haben.“
Sie ließ eine Pause verstreichen, um ihrer Rede Nachdruck zu verleihen.
„Ich aber, bin eine echte Hexe. Ich habe tatsächlich Zauberkräfte und ich bin mit Mächten verbunden, die euch mit einem Federstreich vernichten könnten.“
Eine gute Weile war es still im Raum vor der Zelle. Nur das Kratzen der Feder auf Papier war zu hören, womit der Schöffe das Protokoll vervollständigte. Dann sah Meinrad auf und sagte: „Der Zauber wird nicht ewig halten. Wir brauchen also nur zu warten, dann können wir dich packen und rüber schleppen.“
„Ihr habt doch jetzt mein Geständnis – was wollt´ ihr noch.“
„Euer Nachbar hat euch mit dem Teufel Unzucht treiben sehen – was ist damit?“
Rosalia lachte. „Da könnte ich mir einen besseren Liebhaber vorstellen, als diesen nach Schwefel stinkenden Bocksfuß.“
Richter Meinrad befahl dem Henker, die Zelle zu schließen. Die Schöffen räumten Tisch und Stühle zurück in den anderen Raum. „Wir gehen jetzt alle rüber ins Wirtshaus zum Essen“, sagte Meinrad, „hier können wir erst mal nichts weiter tun.“
Der Henker verabschiedete sich. Ihn würden sie nicht da rein lassen; er wollte Zuhause essen und später wieder kommen. Meinrad nickte.
Die beiden Schöffen folgten ihm ins Wirtshaus.
Obwohl es noch nicht Mittag war, servierte der Wirt Ochsenbraten mit Knödeln und Soße.
Für die Hexenvernichter war ihm keine Mühe zu groß. Dazu gab es ein kräftiges Starkbier und zum Nachtisch Früchte mit Schlagsahne. Meinrad hatte die Schöffen eingeladen; das war es ihm wert. Er freute sich insgeheim auf die Rückkehr ins Malefizhaus. Bis dahin war der Zauber verflogen, da war er sich sicher, und die Hexe konnte erneut ergriffen werden.

Als sie zwei Stunden später die Zelle aufschlossen, war Rosalia fort. Auf dem Boden war immer noch der Drudenfuß zu sehen. Meinrad tippte auf die rote Farbe und steckte den Finger in den Mund, um zu schmecken. „Blut – er ist in Blut gemalt.“ Die erschrockenen Schöffen machten einen Schritt zurück.
„Wir durchsuchen das ganze Haus und fangen mit sämtlichen Zellen an.“

Am nächsten Tag saß Meinrad in der Kutsche, die ihn drei Orte weiter bringen sollte, zu einem anderen Hexenprozess. Rosalia war am Vortag unauffindbar gewesen; es schien als hätte sie sich in Luft aufgelöst. Das Protokoll hatte Meinrad in der Tasche. Aber das konnte er unmöglich so dem Groß-Inquisitor vorlegen. Eine echte Hexe und dann ist sie noch verschwunden.
Einen Moment dachte er daran, das Protokoll einfach zu vernichten und den Vorfall nicht zu erwähnen.
Aber die beiden Schöffen waren aus dem Ort, wenn der Groß-Inquisitor nachfragen ließ; würde es ernsthafte Schwierigkeiten geben. Er legte das Schriftstück neben sich auf die Sitzbank und sah aus dem Fenster auf die vorbei fliegende Landschaft. Es musste ihm etwas einfallen, was die Sache ins rechte Licht rückt. Etwas, das schlüssig klingen würde, in den Ohren seines Vorgesetzten.
Aber da war noch etwas, was ihn beschäftigte. Ein Frösteln lief ihm über den Rücken bei dem Gedanken. Wenn Rosalia tatsächlich eine Hexe war, also eine mit Zauberkräften, dann könnte sie auf die Idee kommen, sich an ihm zu rächen.

 
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29.12.2020
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Hallo @Ronnie,

ich mag deine Geschichte. Den Anfang finde ich besonders gut, weil du genau richtig dem Leser wichtige Informationen gibst, sodass er genug hat um mitfiebern zu können, aber nicht genug, dass er alles versteht und deswegen weiter liest. So fragt man sich schon nach den ersten Sätzen schon so viele Fragen, das man garnicht anders kann als weiterlesen. Werden die Fragen nach und nach beantwortet, vergeht für mich ein wenig die Spannung des Einstiegs, da die einzig verbliebene Frage ist, ob sie da noch rauskommt. Ich weiß nicht ob du beabsichtigt hast, dass man sich auch fragen soll, ob sie vielleicht tatsächlich eine echte Hexe ist, für mich war das nicht so wichtig und so auch die Antwort nicht überraschend, aber keine Ahnung ob sie das überhaupt sein sollte.

Deinen Schreibstil finde ich angenehm zu lesen und eher unauffällig. Da geht bestimmt noch mehr, aber beklagen will ich mich wirklich nicht, denn vielen würde es schon etwas bedeuten so unauffällig schreiben zu können.

Das einzige was mich wirklich etwas verwirrt hat, war das Ende. Im ganzen letzten Absatz passiert nicht wirklich etwas besonders oder relevantes meiner Meinung nach, es zieht das Ende nur etwas länger und erzählt, was man sich schon hätte denken können was passiert. Da fehlt für mich so bissl der Schock, die Auflösung oder ein Twist oder Ausblick in die Zukunft. So finde ich es etwas abgrubt, fast als fehlte noch ein entscheidender Absatz. Fand ich jedenfalls beim Lesen.

Dazu gabe es ein kräftiges Stark-Bier
gab ;) Und ich denke man lässt bei Starkbier den Kurzstrich weg, ist aber bestimmt nicht falsch. Ist die Wiederholung von kräftig und stark Absicht?

Hoffentlich kannst du mit meinem Kommentar etwas anfangen.

Viele Grüße!
Max

 
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30.12.2020
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Hi @Ronnie,
deine Geschichte kann man gut runterlesen, du beschreibst bildhaft und unterhaltsam. Ich würde den Text jedoch mit dem Tag Jugend versehen, denn (zumindest für mich) passt dein Erzählstil eher zu einer jüngeren Zielgruppe. Auch den Tag Gesellschaft finde ich nicht passend, da du nicht auf gesellschaftliche Konflikte oder Probleme eingehst (es handelt eher von der Situation zwischen Rosalia und den Folter-Leuten) und es zudem nicht sonderlich emotional ist (aber dennoch lebhaft). :)

Hier noch ein paar Anmerkungen:

„Gib dir keine Mühe, spottete Rosalia, du kriegst mich nicht mehr zu fassen.“
da fehlen ein paar "
„Morgen wirst du gestehen, glaub es mir. Nur zu sagen, dass du eine Hexe bist, reicht nicht.“
Warum reicht das nicht? Früher wurde da (denke ich) nicht lange rumlamentiert, sondern direkt gehängt.
„Das nicht – aber ich gebe zu, eine Hexe zu sein.“
Komma
Meinrad versuchte es von der anderen Seite, dann von oben, von hinten, begleitet vom Gelächter der vermeintlichen Hexe.
Warum vermeintlich? Sie ist doch eine Hexe.
Ein mal, zwei mal, drei mal.
Einmal, zweimal, dreimal?
es konnte los gehen.
losgehen
bin eine Echte Hexe.
echt klein schreiben
„Da könnte ich mir einen besseren Liebhaber vorstellen, als diesen nach Schwefel stinkenden Bocksfuß“
Punkt am Ende.
Unter anderem hier finde ich den Erzählstil eher jugendhaft.
Richter Meinrad befahl dem Henker, die Zelle zu schließen.
Komma
er wollte zuhause essen
Zuhause?
Hexen-Prozess
Hexenprozess
Aber die beiden Schöffen waren aus dem Ort; wenn der Groß-Inquisitor nachfragen ließ; würde es ernsthafte Schwierigkeiten geben.
kein ; sondern ein normales Komma


Liebe Grüße,
Waldläufer

 
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07.03.2016
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Hallo Max88,

ich mag deine Geschichte. Den Anfang finde ich besonders gut, weil du genau richtig dem Leser wichtige Informationen gibst, sodass er genug hat um mitfiebern zu können, aber nicht genug, dass er alles versteht und deswegen weiter liest. So fragt man sich schon nach den ersten Sätzen schon so viele Fragen, das man garnicht anders kann als weiterlesen. Werden die Fragen nach und nach beantwortet, vergeht für mich ein wenig die Spannung des Einstiegs, da die einzig verbliebene Frage ist, ob sie da noch rauskommt. Ich weiß nicht ob du beabsichtigt hast, dass man sich auch fragen soll, ob sie vielleicht tatsächlich eine echte Hexe ist, für mich war das nicht so wichtig und so auch die Antwort nicht überraschend, aber keine Ahnung ob sie das überhaupt sein sollte.
Freut mich erst mal, dass dir die Geschichte gefallen hat und dass du angeregt warst, weiter zu lesen. Der Grundgedanke für diese KG war: Was wäre, wenn einem Hexengericht eine echte Hexe unter käme? Wie man weiß, waren das damals einfach nur Frauen, die gefoltert wurden, bis sie unterschrieben, dass sie Hexen seien.

Deinen Schreibstil finde ich angenehm zu lesen und eher unauffällig. Da geht bestimmt noch mehr, aber beklagen will ich mich wirklich nicht, denn vielen würde es schon etwas bedeuten so unauffällig schreiben zu können.
Danke für das Kompliment. "Unauffällig" - ist damit gemeint, dass sie den Sinn transportiert ohne irgendwelche Schnörkel und sprachlichen Kapriolen?

Das einzige was mich wirklich etwas verwirrt hat, war das Ende. Im ganzen letzten Absatz passiert nicht wirklich etwas besonders oder relevantes meiner Meinung nach, es zieht das Ende nur etwas länger und erzählt, was man sich schon hätte denken können was passiert. Da fehlt für mich so bissl der Schock, die Auflösung oder ein Twist oder Ausblick in die Zukunft. So finde ich es etwas abgrubt, fast als fehlte noch ein entscheidender Absatz. Fand ich jedenfalls beim Lesen.
Da ist was dran. Ich habe schon überlegt, Rosalia nochmal auftauchen zu lassen. Sie will sich an Meinrad rächen - aber das wäre dann ja ziemlich vorhersehbar. Ich habe noch einen Absatz hinzu gefügt, der das eher andeutet. Ob es dadurch ein besseres Ende ist, weiß ich nicht.
Dazu gabe es ein kräftiges Stark-Bier
gab ;) Und ich denke man lässt bei Starkbier den Kurzstrich weg, ist aber bestimmt nicht falsch. Ist die Wiederholung von kräftig und stark Absicht?
Habe ich verbessert, danke.

Hoffentlich kannst du mit meinem Kommentar etwas anfangen.
Klar, kann ich. Danke, dass du dir meinen Text durchgelesen und kommentiert hast.

Gruß, Ronnie


Hallo Waldläufer,

... deine Geschichte kann man gut runterlesen, du beschreibst bildhaft und unterhaltsam. Ich würde den Text jedoch mit dem Tag Jugend versehen, denn (zumindest für mich) passt dein Erzählstil eher zu einer jüngeren Zielgruppe. Auch den Tag Gesellschaft finde ich nicht passend, da du nicht auf gesellschaftliche Konflikte oder Probleme eingehst (es handelt eher von der Situation zwischen Rosalia und den Folter-Leuten) und es zudem nicht sonderlich emotional ist (aber dennoch lebhaft). :)
Danke für dein Lob. "Mit eher für Jugend" meinst du bestimmt die flapsigen Ausdrücke, die ich hier und da den Protagonisten in den Mund lege. Das war aber nicht in der Absicht, die Jugend für mich zu gewinnen.


Hier noch ein paar Anmerkungen:

„Gib dir keine Mühe, spottete Rosalia, du kriegst mich nicht mehr zu fassen.“
da fehlen ein paar "
„Morgen wirst du gestehen, glaub es mir. Nur zu sagen, dass du eine Hexe bist, reicht nicht.“
Warum reicht das nicht? Früher wurde da (denke ich) nicht lange rumlamentiert, sondern direkt gehängt.
„Das nicht – aber ich gebe zu, eine Hexe zu sein.“
Komma
Meinrad versuchte es von der anderen Seite, dann von oben, von hinten, begleitet vom Gelächter der vermeintlichen Hexe.
Warum vermeintlich? Sie ist doch eine Hexe.
Ein mal, zwei mal, drei mal.
Einmal, zweimal, dreimal?
es konnte los gehen.
losgehen
bin eine Echte Hexe.
echt klein schreiben
„Da könnte ich mir einen besseren Liebhaber vorstellen, als diesen nach Schwefel stinkenden Bocksfuß“
Punkt am Ende.
Unter anderem hier finde ich den Erzählstil eher jugendhaft.
Richter Meinrad befahl dem Henker, die Zelle zu schließen.
Komma
er wollte zuhause essen
Zuhause?
Hexen-Prozess
Hexenprozess
Aber die beiden Schöffen waren aus dem Ort; wenn der Groß-Inquisitor nachfragen ließ; würde es ernsthafte Schwierigkeiten geben.
kein ; sondern ein normales Komma
Danke für die Fehlerliste - ist schon alles verbessert. Man sieht den Text als Autor nochmal durch und übersieht dann doch einiges ... ;)

Danke, dass du meine Geschichte kommentiert hast.

Gruß, Ronnie

 
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Hi @Ronnie,

Danke für das Kompliment. "Unauffällig" - ist damit gemeint, dass sie den Sinn transportiert ohne irgendwelche Schnörkel und sprachlichen Kapriolen?
Genau, ich finde deinen Schreibstil flüssig und effektiv und er fällt halt nicht auf. Ich denke das ist erst mal etwas sehr Gutes, denn das bedeutet ja er ist nicht schlecht. So wie man sagt, dass im Film der beste Schnitt der ist, den man nicht merkt. Stimmt natürlich auch nicht ganz, aber wenn man schon so weit ist, ist das ja schon echt gut und viele würden gerne so schreiben können. Aber ich denke eben auch, dass du an Stellen vielleicht mit deinem Schreibstil noch mehr rausholen kannst, sodass er als besonders gut auffällt ;)
Aber ich bin jetzt natürlich wirklich kein Experte, das ist nur meine Meinung als ich deinen Text gelesen habe.

Liebe Grüße!
Max

 

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