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Lasset, Pippinide!

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Lasset, Pippinide!

Lasset, Pippinide!

oder

Calau, Dymmten, Gendersküchen und -kirchen, Oche,
Jupp- und Heinzberg, Schilda und Wirrselen ist überall -
nur nicht das Kanzleramt

für Herbert Feuerstein​

»Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, in dessen Amtszimmer
eine Statue von Karl dem Großen steht, stammt von eben diesem ab, wie Laschets
Bruder Patrick herausgefunden haben will. Adel verpflichtet. Im Jahr 787 zwang Karl
den gegnerischen Bayernherzog Tassilo zum Treueeid und wurde 800 zum Kaiser gekrönt.
Lieber Herr Söder, passen Sie auf«, heißt es gedrängt bei GRN, unter »Karl de[m] Große[n]«
hieß es auf der Titelseite der »Zeit« Nr. 40 vom 24. September 2020 ... und‘s ist, als wäre es erst gestern gewesen, da Studierende zu Oche der Ergebnisse einer abschließenden Seminararbeit zum Thema »Europapolitik« seit einer gefühlten Ewigkeit harren mussten. Ihrem Lehrbeauftragten, der zugleich und wie nebenbei Landesvater vieler Völkerschaften wie ost- und westfälischen Sachsen, Sauerländern, Lippern und ripuarischer Franken ist, seit er gleich dem Cherusker die roten Legionen dezimierte, zwischen Rhein, Ruhr und Lippe drängte zur Mischpoke aller Herren Länder und zugleich Grenzen aufzeigte. Hinzu kommt, dass dieser vielbeschäftigte Mann nach wohlhinformierten Kreisen am Kanzleramt zu Berlin interessiert ist. Schließlich heißt das Gebäude „Kanzleramt“ und nicht „Kanzlerämtin“, was ja vergleichbar seine Vorgängerin zu D‘dorf erfahren musste. Aber:

Da, wo es wichtigeres gibt, darf das Fußvolk schon mal etwas länger auf einfache Ergebnisse warten.

Heute soll es endlich so weit sein und die Studierenden im Saal, die mehr oder weniger maskiert Abstand halten, werden schlagartig ruhig, als der kleine Mann den Saal durch einen gerade gebildeten, vielleicht drei Meter breiten Gang zwischen den Studierenden betritt.

Applaus braust auf.

Freundlich lächelnd, den Kopf gelegentlich zum Gruße beugend, wenn er eine/n Studierende/n wahrscheinlich hinter dessen/deren Maske erkennt, schreitet der Mann nach vorn und stellt sich vor der großen Tafel aufs Podest, drückt seine Maske unters Kinn und wendet sich der Menge zu und wir lauschen seinen Worten.

Pst!, nicht so laut – ich will‘s nicht, aber muss doch auch hören!

„Der 3. Oktober berührt mich immer wieder aufs Neue,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

er führt uns allen vor Augen, dass die von Menschen errichteten Mauern auch wieder von Menschen überwunden werden können, wenn der Mut zur Freiheit so groß ist wie im Jahre der Wende 1989, eine Wende, die uns alle auch für die Idee eines einheitlichen Europas zu inspirieren vermag.

Ich begrüße Sie recht herzlich,

meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen,
Gäste und Gästinnen in unserem schönen Lande,
in meiner schönen Heimatstadt,
geneigte Studierende und Zuhörende und vor allem
Teilhabende meiner Lehrverunstaltung „die Europapolitik der Berliner Republik“, um die wir vor mehr als einem Jahr eine gemeinsame Arbeitsgemeinschaft bildeten mit Höhepunkten in unseren Besuchen zu Berlin und in Brüssel und vor allem hier in der Stadt des Mannes, der den Grundstein Europens nach der Düsternis und den Wirren der Völkerwanderung legte und mit seinen Reformen in Sprache und Schrift, Wohnungsbau, Wirtschaft, Ackerbau und Viehzucht ein leuchtendes Vorbild heute noch ist für Europa. Nicht umsonst wird seine Epoche als Renaissance gefeiert.

Mehr als ein halbes Jahr, also lange genug haben Sie auf das Ergebnis der Abschlussarbeit warten müssen, aber wir haben nun die Bewährungsprobe überstanden – knapp ein viertel Jahr vor Weihnachten und mehr als ein halbes Jahr nach diesem erschreckend schrecklichen Aschermittwoch.

In diesem Jahr fehlen uns die gemeinsamen Feiern, was für jeden guten Christenmenschen und andere lebenslustige Bürger und Bürgerinnen sehr bedauerlich ist. War Ostern schon bedrückend, so wird Weihnachten trotz froher Botschaft noch bedrückender werden und ich entsinne mich eines Bildes von Herrn Memmlich, dessen Kunst die frohe Botschaft der Weihnacht und Osterns miteinander verknüpft, wenn die bescheidene Geburtsstätte unseres Heilandes und die Heiligen drei Könige direkt unter dem Burgberge des Herodes positioniert werden und um das weltgeschichtliche Ereignis herum die armen Kindlein von einer mordhungrigen Soldatesca abgeschlachtet werden ...
...
Sie haben eine Wortmeldung ...“
...
„Memling?“
...
„Hans Memling?
...
Ach ja!
...
Sehr aufmerksam von Ihnen!, ich danke Ihnen sehr von ganzem Herzen. -
Es ist immer schön, ein aufmerksames Publikum zu haben!
Aber lassen Sie mich fortfahren!
Wo war ich? -

Ach ja, Herr Hans Memling, sein Bild und seine Kunst, darinnen Weihnachtsbotschaft mit Ostern zu verknüpfen, wenn die bescheidne Geburtsstätte des Heilandes und die drei Weisen aus dem Morgenlande direkt unter dem Burgberge des Herodes gezeichnet werden und um das weltgeschichtliche Ereignis herum die armen Kindlein von einer Soldatesca abgeschlachtet werden ...
Nun, selbst wenn ich aus einer bewahrenden Haltung heraus die Haltung Herodes gegenüber einem möglichen Konkurrenten aus dem Hause Davids verstehe, so kann ich sie nicht gutheißen und will sie schon gar nicht mit einem Thronfolgestreit wie im Hause Pippin unter den Söhnen des Ludovicus Pii vergleichen, wenngleich im Vertrag zu Verdun vor über tausend Jahren ein erstes schriftliches Zeugnis unserer schönen Sprache geschaffen wurde. All die Ränkespiele der Enkel des großen Karls taugen nichts gegen die Osterbotschaft, die Botschaft des Lebens. -
So weit darf es niemals mehr kommen!, dass eine Völkergemeinschaft unter Erben verteilt oder gar gemordet wird!

Glauben Sie mir, denn dafür stehen wir in der Pflicht, die Ideen meines Urahnen Carolus magnus und seines Großvaters Karl Martell wie die unserer Gründungsväter der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl nebst ihren Nachfolgeorganisationen zu bewahren und zu erweitern und zu erfüllen,
ist unsere Pflicht und Aufgabe.

Bevor ich Ihnen nun die Noten verlese, lassen Sie uns gemeinsam einige Minuten schweigen und der modernen Helden unserer Zeit gedenken, wie sie eigenhändig die Mauer niederrangen und sich mit den Brüdern und Schwestern auf der anderen Seite verschwisterten.

Von Herzen danken möchte ich auch allen, die in dieser Zeit, selbst an Sonn- und Feiertagen, hart und unermüdlich arbeiten wie Ärztinnen und Ärzten, Pflegern und Schwestern, Rettungskräften und Hilfskräften, Polizistinnen und Polizisten, den Verkaufenden und Verkauften in und auf den Märkten und den vielen anderen, die dafür sorgen, dass unser Leben, unser Alltag, so gut es geht weiterlaufen kann.

Wir werden diese Bewährungsprobe bestehen.

Oder,
wenn ich ein geflügeltes Wort verwenden darf:
Wir schaffen das!

Und,
meine Damen und Herren,

das Bundesland in meiner Hand schafft es, wie es auch unser schönes Heimatland, wenn ich es einmal in der Hand halten darf. -
Unsere schöne Republik kann das.
Europa kann das, und am Ende gewinnt das Leben.“

(Der Landesvater und Lehrbeauftragte nebst Kandidat schweigt für drei Minuten, wobei er ein kleines, rotes Notizbüchlein aus der Innentasche seines Jacketts holt, aufschlägt und in die linke Hand nimmt.
Er nennt vorsichtig Namen und Noten, schaut immer wieder auf und wieder ins Büchlein, bis einer der Studierenden dazwischenruft, was im aufkommenden Tumult untergeht.

Der lehrbeauftragte Landesvater ist nur kurz verblüfft und macht beschwichtigende Armbewegungen und ist nach Schrecksekunden wieder Herr der Lage und wendet sich an den Rufenden.

Dessen Antwort hört keineswegs jeder und der Landesvater stutzt nur einen Augenblick und fragt dann ruhig und – zumindest scheinbar gelassen:

„Wie – Sie haben nicht an der Seminararbeit teilgenommen?
Das ist nicht möglich, mein lieber junger Freund!
...
Verraten Sie mir mal, wie soll ich sonst an eine Note für Sie gekommen sein?“
 
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Lieber @Friedrichard , okay, ich gestehe gleich, ich hab nicht wirklich alles verstanden, aber das reizt mich jetzt umso mehr. Außerdem verdienst Du jeden Kommentar, den man Dir schreiben kann, so treu, wie Du Dich immer durch unsere Geschichten quälst, meist mehrfach. Also lass uns schauen, was bei mir ankommt, den Rest richtet die Zeit ...

Lasset, Pippinide!
Mein Grundgedanke - Lass es piepen!
Edit: Google hilft auch beim Titel verstehen - dann liege ich mit meiner Deutung der Geschichte ja gar nicht so falsch, hab halt ein, zwei Hänger ...

Calau, Dymmten, Gendersküchen und -kirchen, Oche,
Jupp- und Heinzberg, Schilda und Wirrselen ist überall -
nur nicht das Kanzleramt
Calau - Kalauer?
Genders .. - Gender?
Heinzberg - jo, das sagt mir was
Schilda - ja, das sind wir wohl alle regelmäßig, wenn man den Medien glaubt

für Herbert Feuerstein​
Mann, was bist Du schnell, das Ableben war ja erst gestern in den Medien.

»Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, in dessen Amtszimmer
eine Statue von Karl dem Großen steht, stammt von eben diesem ab,
Okay, das erklärt natürlich einiges, ich persönlich würde auch eine Verwandtschaft mit dem kleinen Franzosen und der einen versteckten Hand sofort glauben.

Lieber Herr Söder, passen Sie auf«, heißt es gedrängt bei GRN
Ja, gute Warnung, aber was heißt GRN?

Schließlich heißt das Gebäude „Kanzleramt“ und nicht „Kanzlerämtin“,
Oh, unterstellst DU jetzt auch noch Frauenfeindlichkeit? Nett!

als der kleine Mann den Saal
sag ich doch!

Freundlich lächelnd, den Kopf gelegentlich zum Gruße beugend,
jetzt hab ich Kopfkino, mit Dreispitz

Pst!, nicht so laut – ich will‘s nicht, aber muss doch auch hören!
Also der Betonung würde ich das Ausrufezeichen gönnen ...

„Der 3. Oktober berührt mich immer wieder aufs Neue,

meine sehr geehrten Damen und Herren,
sind die vielen Freiräume auch Absicht! Ich sag mal ja!

Sie haben eine Wortmeldung ...“
reine Formfrage? Ist das wörtliche Rede? Aber wer sagt das? Die Stimme aus dem Off?

Ach ja, Herr Hans Memling, sein Bild und seine Kunst,
Sehr schön, wie er die Namen tausch oder weiterführt ...

All die Ränkespiele derEnkel

So weit darf es niemals mehr kommen!,
Okay, Die Ausrufezeichen-Komma Kombi ist Absicht, ich nehme meine Frag zurück

arbeiten wie Ärztinnen und Ärzten, Pflegern und Schwestern, Rettungskräften und Hilfskräften, Polizistinnen und Polizisten, den Verkaufenden und Verkauften
Hab ich schon erwähnt, das ich Gender doof finde - Gleichberechtigung und selbstbewusste Frauen sind Klasse - aber sowas ist doch echt Müll. Aber die Verkauften gefallen mir!

Oder,
wenn ich ein geflügeltes Wort verwenden darf:
Wir schaffen das!
Echt, nimmt er Wörter von der Kanzlerin in den Mund?

(Der Landesvater und Lehrbeauftragte nebst Kandidat schweigt für drei Minuten, wobei er ein kleines, rotes Notizbüchlein aus der Innentasche seines Jacketts holt, aufschlägt und in die linke Hand nimmt.
Er nennt vorsichtig Namen
Hier hake ich! Die Klammer ist für mich über, oder ich erkenne die Bedeutung noch nicht. Holt er das Büchlein noch während der Schweigeminuten heraus?

„Verraten Sie mir mal, wie soll ich sonst an eine Note für Sie gekommen sein?“
Ja, ich hab die Geschichte im Netz gefunden, aber noch hab ich den Zusammenhang nicht raus - ich bleib am Ball, versprochen.
Ach, Friedel! Ich will es verstehen, wirklich. Gib mir noch etwas Zeit - dann wird das was!
Hab Dank für die Geschichte, ich durfte Denkenund Zusammenhänge finden. Und ein bisschen lästern - alles gut
Liebe Grüße witch
 
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Ach, Friedel! Ich will es verstehen, wirklich. Gib mir noch etwas Zeit - dann wird das was!

Tu ich doch glatt,

liebe witch!,

aber mich doch nicht gleich zu Tränen rühren, wenn es heißt
Außerdem verdienst Du jeden Kommentar, den man Dir schreiben kann, so treu, wie Du Dich immer durch unsere Geschichten quälst, meist mehrfach.
Wo ist das Handtuch?

Schön, dass Du dich traust und den Anfang machst bei diesem Monolog, dessen gelegentliche Gegenrede verschwiegen in den Leerräumen steht, aber ich neig an sich nicht zu „Heautontimorumenie“ (so der olle Joethe) und selbst ich versteh nicht alles von dem, was meinen Landesvater da geritten hat, nicht schlicht die Verbaselung, pardon, ich will ja nicht noch ne Stadt (die muss ich nicht noch aufführen, oder?) reinreißen auf Kalauer oder Schildbürger-Niveau. Und:
Der Vergleich mit Buonaparte hat was – aber ich weiß nicht, ob es gut wäre, in die RWTH zu Aachen per Pferd einzureiten in Räumlichkeiten ... (Kennstu - wo wir von buchstäblich "kleinen" Leuten sprechen, den Film "Time Bandids"? Ist dem Leben des Brian m. E. ebenbürtig. Wenns geht, schau mal rein!

Dass die "reale" Veranstaltung ein einziger Schwindel war kann für einen Landesvater so wenig gut sein wie für jeden Parteivorsitzenden oder Kanzlerkandidaten.
Gut, Bismarck hat auch geschwindelt (nicht nur mit der Emser Depesche), und der erste Kanzler auf teutschem Boden, Hagen von Tronje, eben der mit dem Fletschauge, hat gar gemordet (das hat selbst unser letzter Reichskanzler nur an sich selbst geübt – für alles andere fand der Feigling Handlanger und brave Befehlsempfänger).

Aber eins nach‘m andern

Lasset, Pippinide!
Mein Grundgedanke - Lass es piepen!
Edit: Google hilft auch beim Titel verstehen - dann liege ich mit meiner Deutung der Geschichte ja gar nicht so falsch, hab halt ein, zwei Hänger ...
Da warn ich immer vor googlen, denn die Karolinger und Pippiniden sind zwei Begriffe für die Nachkommen Karl „des Hammers“, Martell, Hausmei[st]er der Merowinger und Vater des Vaters des großen Karl. Eine Familie, die aus den Namen Karl, Karlmann, Pippin („kleines Kind“, kein Scherz). Erst der große Karl ließ wieder merowingische Namen zu (zB Chlodwig, wohl der bekannteste = Ludwig).

Calau - Kalauer?
Genders .. - Gender?
Jo, „Calau“ ist für den Osten, was „Schilda“ für den Westen (genauer SW).

Ja, gute Warnung, aber was heißt GRN?
Kürzel des Redakteurs und Verfassers - ich neige zu Quellenangaben ...

Schließlich heißt das Gebäude „Kanzleramt“ und nicht „Kanzlerämtin“,
nix Gender, "das Gebäude" Kanzleramt, wie auch "das Amt", sächlich.
Der ganze Genderquatsch erledigte sich, wenn näherungsweise die niederländisch Regelung der zwo Artikel eingeführt würde - muss ja nicht gleich die angelsächsische sein)

Sie haben eine Wortmeldung ...“
reine Formfrage? Ist das wörtliche Rede? Aber wer sagt das? Die Stimme aus dem Off?
Aufgezeichnet ist nur die (mehr oder weniger fiktive, siehe Osteransprache) Rede des Leerbeauftragten.

Echt, nimmt er Wörter von der Kanzlerin in den Mund?
Äählich, , geflügelte kann man sogar gefahrlos von Toten übernehmen ...

Hier hake ich! Die Klammer ist für mich über, oder ich erkenne die Bedeutung noch nicht. Holt er das Büchlein noch während der Schweigeminuten heraus?
Regieanweisung und ein Büchlein kann man nur nicht beim Händefalten, aber doch während Rede oder Schweigens aus der Innentasche holen ...

Hab Dank für die Geschichte, ich durfte Denkenund Zusammenhänge finden. Und ein bisschen lästern - alles gut

Dank Dear fürs Reinschauen und vor allem für die Anmerkungen!

Schönes Wochenende ausm Pott vonnet

Dante FRiedchen
(schon wieder die internationale Abk. am Anfang. Welcher Finger drängelt sich denn im vier-Finger-System (Zeige- und MIttelfinger) vor? Kann doch nur die Linke sein ...

PS: Der Enkel ist entbunden!
 
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Hallo @Friedrichard ,

nun habe ich den Text zweimal gelesen und lasse dir natürlich auch einen Kommentar da. Der jedoch leider recht inhaltslos ist, was wohl an meinem fehlenden Grundverständnis hierfür liegt.

Zwar erwarte ich immer eher eine "klassische" Geschichte, aber dennoch bin ich auch an Texten interessiert, bei denen der Autor mal etwas anderes versucht. Ich war also gespannt, was du "zusammengebastelt" hast.

Mir ist jedoch nicht klar, was mir der Text vermitteln soll, außer der dargestellten Rede. Welche Inhalte möchtest du zusätzlich und insgesamt rüberbringen, und warum? Du hast die Tags "Historik" und "Satire" vergeben, beide Gebiete sind zwar erkennbar, aber insgesamt finde ich es nicht unbedingt einen satirischen Text.

Demnach stelle ich also eher Fragen, als dass ich dir ein Feedback geben kann ...

Zusammengefasst: Was ist deine Intention hierbei, über den Inhalt der Rede hinaus?

Viele Grüße, freue mich auf einen Kommentar zum Kommentar!

Rob
 
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Wa lakota,

@Rob F,

was immer Du unter einer "klassischen" Geschichte verstehst, die Verwendung des Wortes "Klasse/klasse" ist derartig vieldeutig, dass ich vom zweimaligen Lesen zutiefst beeindruckt bin. Ich hoffe, dass Du die Geschichten des Kollegen H. v. Münchhausen mit gleichem Eifer studierst und herausfindest, wer da wohlwissentlicht lügt - ohne Kreter zu sein.

Ich empfehle, entweder den Text ein 3. x zu lesen

oder

der Gemeinschaft der Evangelika(h)len beizutreten. Warum ich was gegen Lüge hab, weiß ich allerdings selbst nicht so recht, wenn ein beScheuer... Milliarden in den Sand setzen darf und ein Landeshäuptling allgemein menschliche Schwächen sich selber nicht einzugestehen weiß..

Mir ist jedoch nicht klar, was mir der Text vermitteln soll,... außer der dargestellten Rede.

Selber denken - wäre das nicht ein wunderbares Ziel?

Friedel ist mit Dir!
 
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Hallo Friedel,

"klassisch" war vielleicht nicht das passende Wort, aber ich denke, du weißt schon, was ich meine.

Ich empfehle, entweder den Text ein 3. x zu lesen
oder
der Gemeinschaft der Evangelika(h)len beizutreten
Ich nehme Antwort C, gestehe mir mein Scheitern ein und lese etwas anderes ;)

Mir ist jedoch nicht klar, was mir der Text vermitteln soll,... außer der dargestellten Rede.
Selber denken - wäre das nicht ein wunderbares Ziel?
Sag du es mir. Lenkst du mit deiner Antwort davon ab, dass du nur auf die Schnelle etwas zusammengestellt hast und für die eigentliche Aussage der Titel des Textes reicht? Bei der ich dir, wenn ich sie richtig deute, übrigens recht gebe.
Ich befürchte nur, er wird es in seiner Selbstüberschätzung nicht lassen ...

Wenig nachdenkliche Grüße,
Rob
 
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Ich war also gespannt, was du "zusammengebastelt" hast.

Lieber RobF,

zunächst mal hastu Recht – handwerklich nicht sonderlich begabt (hab halt vier „linke“ Extremitäten), beschränken sich meine Bastelarbeiten auf Zahlenwerke angewandter Mathematik und Buchstabenfolgen in mancherlei Textform und gelegentliche Zeichnungen. Seit Jahren weiß ich von dem Ereignis zu Aachen an der RWTH und kann sie nicht als eine „Jugendsünde“ des Landesherren abtun, der nun nach „höherem“ lechzt. Zugegeben, die grobe Vorlage, eine erste Fassung war nach einer halben Stunde fertig und ich hätte mich – ich übertreib mal – um Versform kümmern können. Aber hätte dann noch Inhalt und Form (schmucklos, sag ich mal) zueinander gepasst?

Ich bezweifel es.

Und jetzt ist es an mir mir fragen: Was vestehstu unter „Satire“?
Ich halt mich da an Schillers ästhetische Schriften und Jean Paul bis hin zu Tucho und seinen Nachfolgern wie u. a, Schmidt & Feuerstein.

Wie dem auch wird, ich wünsch Dir einen schönen Restsonntag!

Tschüss - und danke fürs Lesen & Nachfragen

Friedel
 
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Hallo Friedel,

ich finde deine Kommentare grundsätzlich sehr unterhaltsam, daher hatte ich gehofft, hierbei mehr von dir frei Formuliertes zu finden. Also weniger Fakten oder die Worte von Armin Laschet.

Als Einwohner des schönen Bundeslandes NRW bekomme ich natürlich regelmäßig seine offensichtliche Überforderung mit, beim gleichzeitigen Versuch, ruhig und kontrolliert zu wirken. Wie er das halt so macht. Oder versucht.

Für mich jemand, der so gerade einen 10 km-Lauf schafft, aber dennoch überzeugt ist, auch problemlos einen Marathon laufen zu können. Wenn nötig auch mehrere.

Was vestehstu unter „Satire“?
Bei politischen Themen denke ich direkt an den Kabarettisten Volker Pispers, dessen Programme ich vor einigen Jahren gerne gehört und gelesen habe. Jetzt muss ich natürlich hoffen, dass das auch in den Bereich Satire fällt ... aber bei seinen Programmen stand es schon mal dabei, also wird es wohl stimmen.
Insgesamt also zum einen zwar die Nennung von Fakten und Zitaten, aber auch einen eigenen Stil/Ton des Autoren. Dazu gehört für mich, wie zu Beginn erwähnt, deutlich mehr Text des Autoren selbst, z.B. das Hervorheben unsinniger Aussagen, auf Zusammenhänge hinweisen und sie erklären, auch bei ernsten Themen die Leser/Zuhörer zum Lachen bringen.
Bei umfangreicheren Programmen kommt auch immer mal durch, wie unsinnig und unnötig das tägliche Geschehen insgesamt so ist. Da werden von Politikern Entscheidungen getroffen, die sachlich überhaupt nicht nachvollziehbar sind, aber noch nicht mal deren Vorteil dienen.
Oder die Menschen bespucken den Bundesgesundheitsminister, weil sie eine Maske tragen und Abstand halten müssen. Dazu gehörten auch Personen, die hierdurch beruflich noch nicht mal deutlich eingeschränkt sind.

Also zusammengefasst: Fakten und Zitate nur unterstützend, aber nicht als Schwerpunkt eines Textes. Den Satireschreibenden möchte ich möglichst früh erkennen, seine individuelle Art, die Themen zu präsentieren.

Ich hoffe, dies erklärt meine Kritik im ersten Kommentar etwas besser. Hauptsächlich die Worte von Armin Laschet fand ich etwas wenig.

Auch dir noch einen schönen Sonntagabend! und viele Grüße,
Rob
 
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»In der Satire wird die Wirklichkeit als Mangel dem Ideal
als der höchsten Realität gegenüber gestellt.« Fritz Schiller​

Na, ich hoff doch, dass ich nicht nur kommentierend recht unterhaltsam sein kann,

lieber RobF,

und da sind wir ja näher beisammen (schau andere Texte von mir an), Pispers ist ‘ne gute Wahl, schade, dass er schon einige Zeit pausiert, denn er ist auch einer, der wirtschaftliche Zusammenhänge erklären kann – ein Muss in neoliberalen Zeiten unterm Mythos der sich selbst regulierenden Märkte durch eine unsichtbare Hand … Religionsersatz halt.

Die Wortwahl hab ich bewusst (eigentlich ein entbehrliches Adjektiv bei Satire) gewählt, wobei ich bedaure, nicht gleichzeitig die potentiell feuchte Aussprache darstellen zu können.

Schmickler – sicherlich auch ein Begriff – ist gestern in den Mitternachtsspitzen (diesmal aus Dortmund) als Karl der Große aufgetreten … Mit der veröffentlichten Herkunftsforschung haben sich die Laschet-Brüder eher keinen Gefallen getan. Eine besondere Art von Größenwahn durch Zwerge (nunja, für seinen Wuchs kann er nix) und gar nicht so weit weg vom freiwilligen Ariernachweis.

Was wäre geschehen, wenn der Bruder den tausend Jahre jüngeren Zwerg Nase (würd ja von der Statur her passen) als Ahnherrn ausgemacht hätte ...

Bis bald und gute Nacht aus'm Pott

Friedel
 
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29.12.2013
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Außerdem verdienst Du jeden Kommentar, den man Dir schreiben kann, so treu, wie Du Dich immer durch unsere Geschichten quälst, meist mehrfach.
Da muss ich mich anschließen :)

lieber Friedel,
Lasset, Pippinide!
Mein Sohn lernt gerade lesen und hätte seine Freude am Pippi, aber das ist ja hier was ganz anderes - wieder was dazugelernt (also ich!) ;)
Calau, Dymmten, Gendersküchen und -kirchen, Oche,
Jupp- und Heinzberg, Schilda und Wirrselen ist überall -
nur nicht das Kanzleramt
"IM" schreit es in mir, aber das wäre inhaltlich ja völlig vorbei :D Sehr schöne Einleitung, das Kanzleramt mit Schilda und Konsorten nicht gleich zu setzen :)
für Herbert Feuerstein
R.I.P.
- ich harre einen Moment aus -

..., da Studierende zu Oche der Ergebnisse einer abschließenden Seminararbeit zum Thema »Europapolitik« seit einer gefühlten Ewigkeit harren mussten.
ok, dank dem Text habe ich mich gaaaanz wenig mit der Affäre beschätigt. Wo liegt "Oche"? Ist das ein Synonym für Aachen?
(Der Landesvater und Lehrbeauftragte nebst Kandidat schweigt für drei Minuten, ...
Die aufgehende Klammer kann weg - oder es müsste irgendwo eine zugehende Klammer mal kommen.
„Wie – Sie haben nicht an der Seminararbeit teilgenommen?
Das ist nicht möglich, mein lieber junger Freund!“
...
„Verraten Sie mir mal, wie soll ich sonst an eine Note für Sie gekommen sein?“
Mein Vorschlag, die drei Punkte innerhalb der wörtlichen Rede zu lassen. So gibt es meiner Meinung nach zu viel Interpretationsspielraum, dass den Schlusssatz jemand anders sagen kann, was meiner Meinung nach aber inhaltlich unsinnig wäre. So passt es - hey, ich hab mist gebaut, aber damit es nicht rauskommt, wirst Du für Deinen Mist einfach mit belohnt und wir beide gehen "gut" dabei raus - also halt die Klappe. :)

gern gelesen
pantoholli
 
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12.04.2007
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Ach, was bin ich gerührt,

bester pantoholli in allen sechs Himmelsrichtungen (oder sinds acht?) - muss gleich erst mal den Teich süßer Tränen wegwischen,

Mein Sohn lernt gerade lesen und hätte seine Freude am Pippi, aber das ist ja hier was ganz anderes - wieder was dazugelernt (also ich!)
Früher - also nicht ganz so früh mehr, aber doch so ziemlich, hatte man ein natürlicheres Verhältnis zu menschlichen Ausscheidungen ... Ja gut, Pippi/n ist auch Kindersprache wie der einfachste Selbstlaut paarweise ausgesprochen ja auch. Aber als Name wäre er selbst den Merowingern zu kurz, es sei denn, sie hätten schon die erste Sätze des Grimmschen Wörterbuches gekannt

"A , der edelste, ursprünglichste aller laute, aus brust und kehle voll erschallend, den das kind zuerst und am leichtesten hervor bringen lernt, den mit recht die alphabete der meisten sprachen an ihre spitze stellen. a hält die mitte zwischen i und u, in welche beide es geschwächt werden kann, welchen beiden vielfach es sich annähert. ..."
Aber ich schwofe ab ...

"Oche"? Ist das ein Synonym für Aachen?
richtig, Oche ist innerhalb des ripuarischen Fränkisch der westlichste Dialekt, Flamen und Niederländer sprechen eher Salfränkische Dialekte - wie die meisten Merowinger ihrerzeit.

Der Vorschlag mit den drei Punkten in der vorletzten Zeile ist natürlich mehr als berechtigt.

Dank Dear fürs Lesen und KOmmentieren und

bis bald!

Friedel
 
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26.12.2014
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Moin Friedel,

RobF merkt zum Text an

Der jedoch leider recht inhaltslos ist, was wohl an meinem fehlenden Grundverständnis hierfür liegt.

Das sehe ich nicht so hart, ich sehe schon die Richtung, in die du willst, dennoch hat Rob das richtige Gefühl, dass zu einer gelungenen Satire was fehlt. Ja, das viele eingeflochtene Hintergrundwissen ist sehr nett, aber für wirklich beißenden Spott reicht mir das nicht aus. Wenn man's mal nüchtern betrachtet, hast du nur diesen Vergleich Karl der Große/Armin Laschet mit derselben Geburtsstadt und die schöne Anekdote, dass Laschet irgendwelche Noten von Studenten verschuselt hat. Ja, was leiten wir daraus ab, wieder ein Politiker, der Dreck am Stecken hat, aber welcher Politiker hat den nicht und das ist doch noch nicht besonders spannend. Statt einer zwar amüsanten, aber doch ellenlangen Rede wäre hier was Originelles schöner, wodurch du Laschets Missetaten pointierter aufspießt. Du erschöpfst dich hier zu sehr in wörtlicher Rede und in Anspielungen, wie ich finde ...

als der kleine Mann den Saal durch einen gerade gebildeten, vielleicht drei Meter breiten Gang zwischen den Studierenden betritt

Anspielung vielleicht auf Bonaparte und darauf, dass Karl deutlich größer war als Laschet, dennoch ist das sehr platte Satire, finde ich.

RobF schreibt

Mir ist jedoch nicht klar, was mir der Text vermitteln soll, außer der dargestellten Rede.

Ja, mir auch nicht, außer der genannten Tatsache, dass Laschet in ein Fettnäpchen getreten ist, sehe nicht, worauf der Spott zielt. Das ist nur leidlich unterhaltsam, leider, Friedel.

Manlio
 
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09.12.2019
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Hallo @Manlio ,

es ist nicht tragisch, aber dennoch um es richtigzustellen:

RobF merkt zum Text an
Der jedoch leider recht inhaltslos ist, was wohl an meinem fehlenden Grundverständnis hierfür liegt.
Ich hatte in meinem ersten Kommentar eher Fragen gestellt, mit "inhaltslos" meinte ich daher mein Feedback, an dieser Stelle also nicht den Text. Das geht aus dem, was ich geschrieben habe, auch hervor:

... und lasse dir natürlich auch einen Kommentar da. Der jedoch leider recht inhaltslos ist, was wohl an meinem fehlenden Grundverständnis hierfür liegt.

Viele Grüße,
Rob
 
Senior
Beitritt
12.04.2007
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Dank Dir,

lieber @Rob F,

für die Hilfestellung und Korrektur!

Grüß Dich,

@Manlio -

schön, dass Du mal wieder vorbeischaust und den Bezug zu Rob legen wir mal zur Seite –

ja, der richtige Biss (muss ja nicht bei dem armen Kerl [nix anderes bedeutet der Name „Karl“] sein),
fehlt noch und momentan überlege ich in einiger Anlehnung an den Spielfim "Time Bandits" einen abgehalfterten potentiellen Kanzlerkanditen auf einem Schimmel durch den Saal reiten zu lassen gleich Sean Connery als Held vor Troja im Film - das "Troja" läge dann am Rhein, hieße heute Xanten (immerhin mit einer Südsee!) und in lateinischen Zeiten "Colonia Ulpia Traiana", worinnen Franken nicht den Kaisernamen, sondern "Trojana" zu erkennen glaubten und ihre Herkunft - gleich den Römern - auf Troja zurückführten. So entstehen Gründungsmythen und der Mann mit dem Schimmel unterm A…llerwertesten hieße Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg. Würde mich sogar anbieten, seinen neuesten Versuch durchzulesen - wozu hat man ein Paar Semester Marketing erlitten und nebenbei in Wirtschaftswissenschaften diplomiert.

Mein Problem ist die Maskenpflicht - würde da nicht Karl-Theodor von und zu und auf und davon nicht eher unters Maskenverbot fallen?

Aber ich überlege und komm drauf zurück. Bis dahin dank Dear,

Het windje
 
Wortkrieger-Team
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19.05.2015
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Lieber Friedel,

geht man davon aus, dass wir etwa 40 Generationen nach Kalt dem Großen leben, ergeben sich rechnerisch etwa 2hoch40 Nachkommen, mithin also 500 Milliarden Vorfahren.
Vorausgesetzt die eigene Familie hat in Europa gesiedelt, sollte also ein jeder Carolus Magnus in seiner Vorfahrenlinie haben.
Aber: wie direkt das nachvollziehbar ist, hängt auch vom sozialen Stand ab. Denn Adel verpflichtet vor allem zur Undurchlässigkeit und Abgrenzung hinsichtlich anderer Stände. Insofern lässt sich vermutlich nicht jede Linie, die zwar statistisch gesehen möglich ist, auch realistisch verifizieren.
Kurzum: Lass et, Laschet.
Paar Beispiele: Friedrich Merz hat vermutlich Mohammed oder Jesus unter seinen Vorfahren. Sarah Wagenknecht Sappho, Habeck Habeck, Röttgen müsste schauen, ob die Vorfahrenlinie George Clooneys bereits erforscht ist, Söder war ein Medici oder Fugen, stammt aber sicher von Cäsar ab.
Na ja, und Friedel? Von einem der Minnesänger: Hartmann von Aue? Gottfried von Straßburg? Friedel vom?

viele Grüße und einen angenehm genealogischen Tag
Isegrims
 
Senior
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12.04.2007
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Schön, dass Du vorbeischaust,

lieber Isegrims,

vergiss bitte nicht die Einbrüche in die Genealogie - vom Schwarzen Tod bis zur Spanischen Grippe, vom Hundertjährigen über die zwo Dreißigjährigen Kriege (1618/48, 1914/45) usw. usf., bei denen man unterstellen kann, dass jeweils auch ein Drittel der je aktuellen Nachgeborenen abhanden kam.

Und ja, exakt werde ich bei Walther unter den Linden erwähnt. Nun kam der Name zu Bärlin erst zu Zeiten des großen Kurfürsten im 17. Jh. auf, aber der von der Vogelweide hatte eine Vision ein halbes Jahrtausend zuvor, wenn es heißt „ich kam gegangen / zuo der ouwe, / dô was mîn friedel komen“ – und das war zweifelsfrei ich im Rahmen einer gelungenen Seelenwanderung.

Ja, die Welt ist bekloppt ...

Tschüss und danke für den Komm!

Freatle
 
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Lieber @Friedrichard,

tja, der Laschet - ich wundere mich ja immer wieder, wie unsere Oberhäupter mit den billigsten Tricks davonkommen. Sollte Geld vielleicht doch wichtiger sein als Menschenleben? :sealed:

Immerhin war er ja mal während einer Talkshow (war es Anne Will? Oder Lanz oder wer auch immer…?) so ehrlich bzw. gerade heraus, zuzugeben, dass es ihm nur ums Geld geht, nachdem über die Hälfte der Sendezeit darüber diskutiert wurde, ob es Sinn machte, unserer Nationalelf wieder Arbeit zu geben. Auf die Anmerkung, dass es momentan Wichtigeres zu diskutieren gäbe, Menschen ihre Jobs verloren haben und um ihre Existenz bangen, antwortete er: "Das bringt aber kein Geld." Mich hat es damals glatt vom Sofa gehauen bei so viel Ehrlichkeit. Denn

Da, wo es wichtigeres gibt, darf das Fußvolk schon mal etwas länger auf einfache Ergebnisse warten.
Ganz genau.

Zu dem Rest des Textes kann ich leider nur meinen halben Senf abgeben, da geht es mir ähnlich wie greenwitch. Ich bewundere ja immer wieder dein Wissen auf sämtlichen Gebieten, das weißt du ja. Leider weiß ich nicht mal halb so viel, von daher kann ich mir nur zusammenreimen wie der Text grundsätzlich auf mich wirkt, wobei mir Bismarck, Bonaparte und Laschet natürlich eingängige Begriffe sind.

Anhand deiner Quellen habe ich mir so einiges erschlossen und konzentriere mich jetzt mal ganz auf deine Deutung. Oder meine. Ganz wie du willst.

Heute soll es endlich so weit sein und die Studierenden im Saal, die mehr oder weniger maskiert Abstand halten, werden schlagartig ruhig, als der kleine Mann den Saal durch einen gerade gebildeten, vielleicht drei Meter breiten Gang zwischen den Studierenden betritt.
Das sagt schon recht viel über die Uneinigkeit der Maßnahmen aus.

Freundlich lächelnd, den Kopf gelegentlich zum Gruße beugend, wenn er eine/n Studierende/n wahrscheinlich hinter dessen Maske erkennt, schreitet der Mann nach vorn und stellt sich vor der großen Tafel aufs Podest, drückt seine Maske unters Kinn und wendet sich der Menge zu und wir lauschen seinen Worten.
Jaja, die Kinnatmer. Das Virus weiß natürlich ganz genau, wen es anzustecken hat und wen nicht.

ich will‘s nicht, aber muss doch auch hören!
;)

„Der 3. Oktober berührt mich immer wieder aufs Neue,
Mich auch. Aber das ist eine andere Geschichte ...


Sehr aufmerksam von Ihnen!, ich danke Ihnen sehr von ganzem Herzen. -
Es ist immer schön, ein aufmerksames Publikum zu haben!
Ja, ne. Immer gut, wenn eh schon klar ist, wo es lang geht, einem aber das Gefühl gegeben wird, man könne mitreden.

Europa kann das, und am Ende gewinnt das Leben.
Jo.

„Wie – Sie haben nicht an der Seminararbeit teilgenommen?
Das ist nicht möglich, mein lieber junger Freund!
...
Verraten Sie mir mal, wie soll ich sonst an eine Note für Sie gekommen sein?“
:lol:

Nun ist das ja schon alles Satire, Realsatire halt. Schwer, da noch einen draufzusetzen. Ähnlich wie einige meiner Vorgänger, denke ich, um von der Realsatire wegzukommen, bräuchte es eine noch bissigere Interpretation des Ganzen. Momentan kommt der Text für mich sehr augenzwinkernd daher. Bringt mich zum Schmunzeln hier und da, aber haut noch nicht so richtig auf die Glocke. Ich denke, da gingen noch mehr klare Worte.

War auf alle Fälle schön, mal wieder was von dir zu lesen!

Einen schönen Restmittwoch wünscht

Chai
 
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Hallo Chai,

schön, von Dir zu lesen.

Ich mach (Enkel/KInd sind gerade mal raus) es kurz: Gälte der Mensch was, wäre er nicht nach dem Humus oder dem Manne benannt.

Ja, das mit „dem Biss“ entwickelt sich zu einer Besonderheit- denn mit der Bissigkeit geht der „Laschet“ Sound verloren, den ich mir gerade (etwa über die Osteransprache) „angeeignet“ hab, denn wie die Notenvergabe real vor sich ging – wer weiß das schon, der eine will‘s verdrängen, der nächste ihn darauf festnageln und ein anderer überhöhen. Wenn ich nun – nur so als Beispiel – wie nebenbei ihn als Retter des Hambacher Forstes (das böte sich nach der Nachrichtenlage an, auch da spielt „Geld“ eine Rolle, nicht nur in den Aktienkursen RWEs) während der Notenvergaben sich selbst preisen ließe, lachte ihm zumindest das Fegefeuer und die Studentenschaft.

Es ist ja kein Zufall, dass es kurz und bündig heißt: „Geld gilt“, „Geld“ kommt vom Verb „gelten“ und wer was gilt, ist es wert und, dass es stimmt, wird am sichtbarsten im Überleben der kaufm. Zwangsvereinigung der „Gilde“, die sich heute Industrie- und Handelskammer nennt. Und wäre es der Mensch, der was „gilt“, wäre er und nicht ein Stücke Papier schon während der Renaissance von Norditalien (von dem das Papier dann auch den Namen trägt) bis Flandern „gleichwertig“ zu behandeln gewesen als Lombardkredit.

Ja, da muss mehr Biss rein - aber Laschets Sprache muss seine bleiben. Vllt. taucht ja doch mal der Schimmelreiter von Guttenberg auf, wie schon angedacht. Bei dem braucht es keiner Rücksichtnahme auf Art und Weise der Sprache.

Ich muss mal schauen, ob ich seinen Sound wo auch immer finde ...

Dank Dear für den Besuch!

Bis bald,

Friedel,
der noch ein schönes Wochenende wünscht !
 
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Hallo, Ihr Lieben (in alfabetischer Reihenfolge)

@Chai, @greenwitch, @Isegrims, @Manlio, @pantoholli, so first, not last @Rob F

so viele (oder eher wenige) Satiriker (nicht zu verwechseln mit den Parodisten) es im deutschen Sprachraum gibt, so viele unterschiedliche Definitionen gibt es zur Satire. Und-

es ist ein Unterschied, ob man wie Wolfgang Neuss, Kurt Tucholsky oder Werner Finck in einem totalitären und autoritärem System lebt und arbeitet, in der noch „autoritär“ angehauchten Adenauer/Erhardt-Ära oder der Ära Sozialliberalen Koalition Brandts „mehr Demokratie wagen“ aufgewachsen ist, oder in der Rot-Grünen-Ära, die weniger dem politischen, als dem wirtschaftlichen Liberalismus Tor und Tür öffnete (der ja im Slogan „frei Fahrt für freie Bürger“ seine höchste Maxime erreicht).

Nahe liegt, dass ich der Neuen Frankfurter Schule (nur Robert Gernhardt sei da genannt, „lieber Gott, nimm es hin …“) zuneige, aber ich bin mir sicher, dass Schillers Definition immer noch gültig ist, dass ich mal seine Definition von „Satire“ (und wie nebenbei gleich von „Parodie (gekennzeichnet mit * hier einstelle – und komme mir da keiner, er verstände einen Klassiker nicht!)
»Satirisch ist der Dichter, wenn er die Entfernung von der Natur und den Widerspruch der Wirklichkeit mit dem Ideale (in der Wirkung auf das Gemüt kommt beides auf eins hinaus) zu seinem Gegenstande macht. Dies kann er aber sowohl ernsthaft und mit Affekt, als scherzhaft und mit Heiterkeit ausführen*, je nachdem er entweder im Gebiete des Willens oder im Gebiete des Verstandes verweilt. Jenes geschieht durch die strafende oder pathetische, dieses durch die scherzhafte Satire. Streng genommen verträgt zwar der Zweck des Dichters weder den Ton der Strafe, noch den der Belustigung. Jener ist zu ernst für das Spiel, was die Poesie immer sein soll; dieser ist zu frivol für den Ernst, der allem poetischen Spiele zum Grunde liegen soll.«
(https://www.lernhelfer.de/sites/default/files/lexicon/pdf/BWS-DEU1-0556-03.pdf) zitiert gerade eben

Ich will dem Herrn pippiniden Lügenböldchen ja gar nix und menschliche Schwächen hat selbst der Götterhimmel (oder glaubt jemand, der „Messias“ hätte nicht von dem Wasser getrunken, das er zu Wein verwandelte?) Ich jedenfalls fürchte momentan seine feuchte Aussprache mehr als eine mehr oder weniger starke Notlüge. Und um auf den Hinweis des zitierten Abschnitts aus der ZEIT zurückzukommen: Die Schwäche in ihr besteht in der Verwechselung vom bairischen Stamme mit der Besatzungsmacht der ripuarisch-salischen Franken, die um Nürnberg ihre Besatzungsmacht installierten und „Oberfranken“ gründeten, um die Baiern in Schach zu halten.

Selbst Satire kommt nicht um Grundwissen herum.

Da sieht man mal wieder, was das „Treffen“ und der bloße Fußgang mit einem 6-jährigen so alles ausmacht.

Bleibt gesund und lasst Euch nicht verblöden!

Het Dante Friedchen



* Worin ich den Unterschied von Satire und Parodie sehe
 
Wortkrieger-Globals
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24.01.2009
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Lieber @Friedrichard,

auch ich hatte mir gleich nach Erscheinen ein Lesezeichen gesetzt, weil ich Dir doch auf jeden Fall einen Kommentar hinterlassen wollte. Ich nehme es gleich vorweg, viel Kritik habe ich nicht, da ich (aus Mangel an Wissen) so manchen Querbezug erst gar nicht raffe. Was aber auch egal ist, weil ich schon wieder mal (wie so oft bei deinen Texten) dümmer hineinging, als ich herauskam. Die Notenaffaire ist an mir komplett vorbeigegangen, ich habe es nicht so mit der Tagespolitik, Politik im Allgemeinen, da kann man sich so schön drüber aufregen oder den Kopf schütteln, da reichts, wenn man die Themen des Interesses beschränkt, da schüttelt man schon genug, das einem davon schwindlig werden kann.

Zum Schreiben von Satire im Allgemeinen habe ich auch nicht allzuviel beizutragen, ich habe Respekt vor jeder und jedem, der es damit auf sich nimmt.

Da, wo es wichtigeres gibt, darf das Fußvolk schon mal etwas länger auf einfache Ergebnisse warten.

Das war schon immer so, das ist so und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben.


..., als der kleine Mann den Saal durch einen gerade gebildeten, vielleicht drei Meter breiten Gang zwischen den Studierenden betritt.
Applaus braust auf.

So träumt es sich so manch kleiner Mann ;).

Pst!, nicht so laut – ich will‘s nicht, aber muss doch auch hören!
Hehe. Da gehts den Menschen wie den Leuten.

... so kann ich sie nicht gutheißen und will sie schon gar nicht mit einem Thronfolgestreit wie im Hause Pippin
Ach hier dank google: :idee: was gelernt.

Von Herzen danken möchte ich auch allen, die in dieser Zeit, ..., den Verkaufenden und Verkauften ...
Hier habe ich sehr gern und sehr schön gelacht.

Oder,
wenn ich ein geflügeltes Wort verwenden darf:
Wir schaffen das!
Nur wie ist die Frage, die dem geflügelten Wort nachfolgt.

... Europa kann das, und am Ende gewinnt das Leben.“
Na ja, das Tote ist auch tot, das kann per se nicht mehr gewinnen. Diese Floskeln sind manchmal wirklich schwer nur auszuhalten. Da steckt auch so viel Ignoranz drin, zuhören darf man wirklich manchmal nicht, wie eingangs von Dir bereits geschrieben.

Verraten Sie mir mal, wie soll ich sonst an eine Note für Sie gekommen sein?“
Und Schuld haben die Unschuldigen. Natürlich. Alles wie immer. Erbringen Sie den Unschuldbeweis :xxlmad:

Lieber Friedel, hab Dank für diesen Exkurs
liebe Grüße, Fliege
 

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