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Leben für die Toten

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Leben für die Toten

Nomiia blickte zur Behausung der Skelette. Eine riesige Kuppel, erbaut aus Knochen aller Art. Früher hatte hier eine Stadt der Menschen gestanden.
Als sie gerade weitersprechen wollte, schlug ihr das Skelett ins Gesicht. Sie stolperte zurück und fiel. Spuckte Blut und einen Zahn auf den Boden. Auch auf ihren Weggefährten Ceeis schlugen sie ein, während zwei der knochigen Kreaturen ihn hielten und seine Arme auseinander zogen. Sein Kopf hing zur Brust, Blut lief das Hemd hinab.
Der Anführer, mit dem sie sprechen wollte, nahm sein Schwert von einem Untergebenen entgegen und ging hinter ihren Freund. Klapperte mit den Kieferknochen und machte eine Geste mit der freien Hand.
Nomiia verstand die Sprache der Skelette. „Noch eine Woche“, teilte ihr der Anführer mit. Er hob das Schwert und hielt es für einige Sekunden über dem Kopf, als würde er einen Triumph feiern. Dann ließ er die Klinge niedersausen und trennte Ceeis rechten Arm unterhalb der Schulter ab. Ihr Weggefährte schrie nicht, nur ein ohnmächtiges Wimmern entwich seiner Kehle. Bevor er nach vorne fiel, hob das Skelett erneut die Waffe und schlug auch seinen linken Arm vom Körper. Ceeis Augen schlossen sich, während er zu Boden ging in eine Lache seines Blutes.
„Verschwinde!“, deutete der Anführer. Nomiia sah ihn an. Er war über zwei Meter groß und hatte starke Knochen, zwischen denen kleine Käfer und Spinnen krabbelten. Durch die untergehende Sonne warf er einen langen Schatten. Die Augen waren schwarze Höhlen.
Die Gruppe der Knochenkrieger, wie sie von den Menschen genannt wurden, drehte sich um und ging zurück zu ihrer Behausung. Der Geruch von Verwesung wehte ihr entgegen.
Nomiia stand auf und nahm mit zitternden Händen Ceeis Schwert, das seitlich an der Satteltasche seines Pferdes befestigt war. Trotz ihrer Verfassung trennte sie mit einem gezielten Schlag seinen Kopf ab. Er würde nach seiner Verwesung nicht wieder auferstehen.
Bevor ihre Beine nachgeben konnten, stieg sie auf ihr Pferd und nahm die Zügel von Ceeis Wallach. Er würde ihr von alleine folgen, entlang des dunklen Flusses, aber zunächst musste sie ihn von seinem toten Freund wegführen.

Es dämmerte, als Nomiia sich vom Fluss entfernte und das Holztor der Stadt erreichte. Der Himmel färbte sich in sein übliches Orange, bevor die Nacht hereinbrach. Die Wachen auf der Umzäunung erkannten sie und öffneten das Tor.
Sie ritt hinein, Ceeis Walach folgte. Der Atem der Pferde und ihr eigener bildeten feinen Nebel in der kälter werdenden Luft. Ihr Vater, Voaan, lief zu ihr und blickte auf das reiterlose Pferd.
Nomiia schüttelte den Kopf. „Sie haben sich das Angebot nicht mal vollständig angehört. Ich habe sie noch nie so brutal erlebt. Sie haben …“ Ihre Stimme brach weg. Sie stieg ab und lehnte sich an ihren Vater, weinte an seiner Schulter.
„Tut mir leid“, sagte er und umarmte sie.
„Es ist nicht deine Schuld“, schluchzte sie. „Wir mussten es versuchen. Sie geben uns noch eine Woche, die Stadt zu verlassen.“

Nomiia saß in der Bibliothek. Das einzige Licht ging von den Kerzen auf dem Holztisch aus. Ihr Gesicht war geschwollen und schmerzte. Immer wieder fuhr sie mit der Zunge über die Stelle, an der ihr das Skelett den Zahn ausgeschlagen hatte. Beim Gedanken an Ceeis brutalen Tod zitterte sie und bekam eine Gänsehaut.
Sie blätterte in dem schweren Buch, dessen alte Schrift sie kaum verstand. Ihre Mutter war auf einem guten Weg gewesen, die Schriftzeichen zu entschlüsseln, konnte Nomiia jedoch durch ihren frühen Tod wenig vermitteln.
Erneut kehrte sie zu der Zeichnung in der Mitte des Schriftwerks zurück, sie belegte eine Doppelseite. Innerhalb einer Stadt befanden sich zahllose Skelette und reckten die Arme zum Himmel. Darüber schwebten wolkenähnliche Wesen, kaum sichtbar. Rechts neben der Stadt entfernten sich Menschen mit ihrem Hab und Gut.
Sie glaubte zu verstehen, was die Zeichnung bedeutete, auch wenn sie nur wenige der Schriftzeichen drumherum lesen konnte. Jedoch hatte sie keinen Beweis und wusste nicht, welchen Schluss sie daraus ziehen sollte. Als würde ihr jemand eine Lösung für die Bedrohung der Skelette vor die Nase halten, aber sie war einfach nicht in der Lage, danach zu greifen.
Frustriert schlug sie das Buch zu und ging zu ihrem Vater.

„Wie kommst du darauf?“, fragte Voaan.
„Die Geschöpfe, die aussehen wie kleine Wolken. Irgendetwas müssen sie bedeuten. Auch in vorherigen Zeichnungen tauchen sie immer wieder auf, mal kleiner, mal größer.“
„Deine Mutter glaubte, es wären Dämonen, die die Skelette befehligen.“
„Ich weiß, das sagte sie mir kurz vor …“ Nomiia strich sich die schwarzen, schulterlangen Haare zurück und schloss kurz die Augen. „Aber das glaube ich nicht. Es könnten eine Art Lebensgeister sein, die an einem Ort entstehen, an dem Menschen wohnen. Die stärker werden, je länger sie dort leben. Die wenigen Schriftzeichen, die ich verstehe, würden hierzu passen.“
Ihr Vater blickte sie an, setzte sich an den Küchentisch und begann, Tabak in seine Pfeife zu stopfen. „Und wenn es so wäre? Macht es einen Unterschied?“
„Das könnte es, glaube ich, aber … ich weiß noch nicht, warum.“
Voaan nahm eine Kerze und zündete damit ein kleines Holzstück an. Bewegte es in kleinen Bewegungen über dem Tabak in der Pfeife, inhalierte und entzündete sie so. „Es ist spät, wir sprechen morgen früh weiter“, sprach er durch den Qualm. „Geh ins Bett, du hast heute schlimmes erlebt und brauchst deine Ruhe.“
„Aber wir haben nicht mehr viel Zeit und …“
Ihr Vater hob die Hand. „Ich weiß, dennoch müssen wir ausgeruht und besonnen handeln. Morgen spreche ich zu den Einwohnern. Wir reden beim Frühstück weiter.“ Er lehnte sich zurück, schloss die Augen und zog wieder an der Pfeife.
Nomiia blickte ihn noch einige Sekunden an und verließ dann den Raum. Sie wusste, das Gespräch war beendet.

Dünne Nebelschwaden zogen im ersten Tageslicht zwischen den Bäumen. Die Natur erwachte. Vögel zwitscherten und Nomiia bemerkte scheue Bewegungen hinter den Bäumen.
Sie war bereits tiefer in den Wald eingedrungen, als sie eins der Skelette entdeckte. Ein Späher. Sie durchstreiften das Land und suchten nach menschlichen Siedlungen, sofern ihr Volk das Verhalten dieser rätselhaften Wiedergänger verstand.
Noch hatte es sie nicht bemerkt, es bewegte sich von ihr weg. Nomiia nahm die Skizze, die sie angefertigt hatte, aus der Tasche ihres grünen Hemdes. Eine Kopie der Zeichnung aus dem Buch der Alten Sprache. Langsam schlich sie von Baum zu Baum, näherte sich dem Späher. Achtete darauf, mit dem Bogen, den sie in einer Schlaufe am Rücken trug, nirgendwo anzustoßen. Das Skelett hielt einen Speer in der Hand, sie wollte keine frühe Konfrontation riskieren. Als sie nur noch wenige Meter entfernt war, trat sie hervor und rief: „Halt!“
Das Skelett fuhr herum und blickte sie aus schwarzen Augenhöhlen an. Legte den Kopf etwas zur Seite und bewegte kaum erkennbar die Kiefer.
Sie hielt die Zeichnung vor sich und ging näher heran. Machte Gesten mit der freien Hand, in der Hoffnung, dass sie verständlich waren. „Braucht ihr die Lebensgeister? Von uns Menschen?“
Der Knochenspäher verharrte einige Sekunden regungslos, sah sie weiter an. Dann betrachtete er mit einer leichten Kopfbewegung die Skizze. Begann, zwischen ihr und dem Papier hin- und herzusehen. Zeigte sich so Unsicherheit bei diesen Kreaturen? Anstatt zu antworten, holte er mit dem Speer aus und ließ ihn nach vorne schnellen.
Nomiia hatte damit gerechnet und schritt ihm entgegen. Etwas zur Seite, weg von dem Speer, der ihre Hüfte streifte. Sie ließ das Papier fallen und umgriff den Hinterkopf des Skeletts. Griff mit der anderen Hand einen Pfeil aus ihrem Köcher und hielt ihn dem Angreifer vors Auge. Er wusste um seine Verletzlichkeit und blieb ruhig.
Sie vollführte erneut die Gesten für das Wort "Lebensgeister", mehrmals nacheinander mit der Hand, in der sie den Pfeil hielt. Erst als sie erneut die Spitze vor seine Augenhöhle hielt, nickte es kurz. "Ja?", fragte Nomiia durch eine kurze Bewegung nach. Wieder eine Bestätigung.
Zufrieden zog sie den Pfeil etwas zurück, wartete kurz ... und stach ihm damit in die Augenhöhle. Sie spürte einen Widerstand, drückte fester. Die Schwärze im Inneren des Schädels zerplatzte wie eine Seifenblase. Das Skelett stürzte in sich zusammen. Welche Kraft auch immer sie antrieb, bei dieser Kreatur war sie zerstört.
Sie betrachtete die Überreste, die nach Verwesung stinkenden Knochen. Schon jetzt kaum noch vorstellbar, dass diese vor Kurzem noch eine Bedrohung waren. Einige Meter hinter sich hörte sie Schritte und das Rascheln von Pflanzen. Drehte sich um, ein weiteres Skelett lief auf sie zu, ein Kurzschwert in der Hand. Nomiia griff instinktiv nach dem Bogen und gleichzeitig nach einem Pfeil. In einer fließenden Bewegung legte sie an, der Knochenkrieger war nur noch wenige Meter entfernt. Versuchte gar nicht erst, in Deckung zu gehen. Sie zielte, hielt die Luft an und ließ die Bogensehne los. Der Pfeil zischte davon und traf die rechte Augenhöhle, die Schwärze darin verschwand. Die Knochen trennten sich voneinander, fielen ihr vor die Füße und gegen die Beine.
Erst nach einigen Sekunden bemerkte sie, dass sie noch immer die Luft anhielt und stieß den Atem aus. „Das war knapp“, flüsterte sie und machte sich auf den Heimweg.

Ihr Vater saß schon am Frühstückstisch, der Duft von frischem Kaffee kam ihr entgegen. „Wo warst du?“, fragte er.
„Frische Luft schnappen und … ich wollte sehen, wie ein Skelett hierauf reagiert.“ Sie legte die Zeichnung auf den Tisch.
„Du hast … bist du …“
„Warte!“ Nomiia hob beschwichtigend die Hand. „Wenn meine Theorie stimmt, dann werden sie uns nicht töten. Sie brauchen uns, die Lebensenergie, die wir abgeben. An Orten, an denen wir verweilen.“
„Sie töten immer wieder! Was redest du denn?“, fragte Voaan.
„Ja, aber immer nur vereinzelt. Um uns Angst zu machen. Deswegen haben sie Ceeis vor meinen Augen so brutal zugerichtet. Siehst du das nicht? Ohne uns können sie nicht existieren!“
„Nomiia, bitte. Selbst wenn das stimmt, warum sollten wir den Kreislauf unterbrechen? Es wird viel Arbeit, aber wir werden woanders eine neue Stadt gründen und dort leben. Zumindest einige Jahre, so war es immer.“
„Aber vielleicht können wir es stoppen! Wir leben in ständiger Angst und wenn wir so weiter machen, wird es nie enden.“
Ihr Vater blickte sie an, atmete tief durch und schloss die Augen. „Und was schlägst du vor?“
„Wir bleiben hier, versammeln alle Einwohner auf dem großen Platz im Zentrum. Die Skelette werden keinen Kampf beginnen, es wird Zeit, ihnen entgegenzutreten. Eine friedliche Lösung finden.“
Voaan öffnete die Lider und nahm seine Tasse „Wenn du falsch liegst, gibt es ein Blutvergießen.“

„Denkt darüber nach. Wir werden in zwei Tagen abstimmen“, sagte Voaan zu den Einwohnern in der Stadthalle, nachdem er Nomiias Theorie und Vorschlag erklärt hatte.
Er wollte sich schon umdrehen und das Podest verlassen, als jemand rief: „Ich bin dafür!“ Einige Sekunden war es still, dann folgten weitere Zustimmungen: „Ich auch!“ „Ja!“ „Zu viele sind gestorben!“
Voaan sah zu seiner Tochter, die zu ihm aufs Podest kam „Wer dafür ist, hebe die Hand!“, rief sie in die Menge.
Nach und nach meldeten sich weitere Einwohner. Nomiia überblickte die Halle und ging von ungefähr zwei Drittel Meldungen aus. Alle anderen blieben ruhig, keiner sprach dagegen.
Voaan strich sich über den Bart. „Seid ihr euch sicher?“ Niemand senkte die Hand. „In Ordnung, ich … muss darüber nachdenken. Wir treffen uns hier in zwei Tagen wieder. Nun geht nach Hause.“

„Das ist alles zu überstürzt“, sagte Voaan und ging in der Küche auf und ab. Gestikulierte dabei mit seiner angezündeten Pfeife, der Qualm verteilte sich im Raum. „Du riskierst das Leben aller Einwohner!“
„Ich? Es war eine faire Abstimmung! Es würde ohnehin irgendwann dazu kommen, also können wir es auch jetzt riskieren.“
„Und hast du einen Plan?“
Nomiia lächelte. „Ja.“

Sie saß auf der Umzäunung in der Nähe des Stadttors und blickte auf die Gebäude ihrer Heimat. Die meisten waren bunt bemalt. Wie viel Freude und Zuversicht hier herrschte, trotz der ständigen Bedrohung, dachte sie.
Die Dämmerung begann, als sie die Skelette am Horizont sah. Etwa dreihundert, schätzte sie. Die bisher davon ausgingen, dass die Stadt verlassen war. Instinktiv berührte Nomiia mit ihrer Zunge die Zahnlücke. Und gab den anderen auf dem Zaun einen Hinweis per Handzeichen, ihre Posten zu verlassen und sich zum Stadtzentrum zu begeben. Auch sie selbst kletterte eine Leiter hinunter.
„Nun wird es ernst“, sagte jemand in ihrer Nähe.
„Ja“, flüsterte Nomiia und atmete tief durch. Die Kälte der bevorstehenden Nacht war schon zu spüren. Das Tor war nur angelehnt, die Skelette würden sich bald in der Stadt umsehen. Und eine Überraschung erleben.

Die meisten Bewohner befanden sich auf dem großen Platz im Stadtzentrum. Einige in den anliegenden Häusern an geöffneten Fenstern. Alle hatten Messer in der Hand.
Es herrschte eine gespenstische Stille, niemand sprach. Dann hörten sie das leise Klappern der Knochenfüße auf dem harten Boden. Es kam stetig näher, als würde etwas seine Fühler nach ihnen ausstrecken.
Nach wenigen Minuten erreichten die Knochenkrieger den Platz. Blieben stehen und beobachteten die unerwartete Menschenmenge. Blickten von einem zum anderen. Nomiia wusste nicht, was sie erwartet hatte. Irgendetwas wie Überraschung vielleicht, statt nur diese kalten Blicke. Aber wer wusste schon, wie diese Kreaturen dachten und fühlten.
Die Skelette begannen, sich um die Menschenmenge zu verteilen. Ohne dabei den Blick von ihnen abzuwenden. Als sie den Platz fast umstellt hatten, hoben die Einwohner die Messer und hielten sie sich an die Kehle.
Nomiia trat hervor und machte die ihr bekannte Geste für „Anführer“. Immer wieder, bis ihr ein großes Skelett mit einem Schwert in der knochigen Hand gegenübertrat. Sie glaubte, den Krieger zu erkennen, der Ceeis verstümmelt hatte. Versuchte, das Zittern zu unterdrücken, als sie ihn vor ihrem inneren Auge tödlich verletzt fallen sah. Die angefertigte Skizze vor sich haltend deutete sie mehrmals das Wort „Lebensgeister“ und zeigte auf die Einwohner.
Der Anführer blickte auf die Zeichnung und zeigte nach einigen Sekunden auf die Menschen und dann Richtung Stadttor. Nomiia schüttelte den Kopf. Darauf klapperte das Skelett mit dem Kiefer und deutete auf Voaan, der nicht weit entfernt stand. Zwei Knochenkrieger holten ihn aus der Menge und zogen seine Arme auseinander.
Der Anführer ging in seine Richtung. Eine alte Frau schritt in gebeugter Haltung hervor und blockierte den Weg. Ihre langen, grauen Haare hingen ihr ins Gesicht. Nomiia kannte nicht ihren Namen, erinnerte sich aber, dass ihr Mann vor einigen Wochen beerdigt wurde.
„Ihr tötet niemanden mehr“, sagte die Frau und strich sich mit der freien Hand die Haare zurück. Zeigte das Messer, das sie sich an die Kehle hielt. Das Skelett neigte den Kopf etwas zur Seite und hob sein Schwert seitlich vor sich.
„Niemanden“, wiederholte die Frau und trennte sich mit einem tiefen Schnitt die Kehle durch. Schloss die Augen und sank in die Knie.
Nomiia hielt sich die Hand vor den Mund, unterdrückte einen Schrei. Der Anführer betrachtete die Frau, wie sie vor seine Füße fiel. Bevor er weiter zu Voaan gehen konnte, kam ein junger Mann mit nur einem Arm aus der Menge. Auch er hielt sich ein Messer an die Kehle.
„Wartet!“, rief Nomiia. Sie deutete dem Anführer: „Ich braucht uns, wir wissen es. Das Sterben muss enden.“
Der große Knochenkrieger trat ihr entgegen, berührte mit seinem Schädel fast ihren Kopf. Nomiia hielt ihm stand. „Was wollt ihr?“, fragte er schließlich durch seine Gestik.
Sie zeigte es ihm.

***

Wieder näherte sich der Anführer, berührte fast ihren Kopf. Für einen Moment war kein Geräusch auf dem Platz zu hören. Dann begann es. Die Einwohner nahmen die Messer von ihren Kehlen und stachen auf die Skelette ein. Versuchten, die Augenhöhlen zu treffen. Nomiia sah zu ihrem Vater, gerade als ihm einer der Knochenkrieger den rechten Arm abschlug. Er fiel zur Seite, versuchte trotz der stark blutenden Wunde davon zu kriechen. Sie lief zu ihm, wollte ihm helfen, als ihr Oberkörper in Schmerzen aufflammte. Die blutige Spitze eines Speers ragte aus ihrer Brust.

Schweißgebadet wachte sie auf und blickte sich hektisch um. Durch das Licht des Halbmondes konnte sie nur Umrisse erkennen. Niemand war zu sehen, bis ihr Vater zu ihr lief und sie in den Arm nahm.
„Es ist in Ordnung, nichts ist passiert.“ Er wiegte sie hin und her, als wäre sie noch ein Kind. Sie ließ es zu, klammerte sich an ihn.
„Ich hoffe, dass unser Pakt hält. Das Töten aufhört“, sagte Nomiia, nachdem sie sich etwas beruhigt hatte.
„Ich glaube daran, sie wissen nun von unserer Kenntnis. Und unserem Mut, zu handeln.“
Sie löste sich von ihm. „Viele andere wissen es nicht.“

„Bist du sicher?“, fragte Voaan.
Nomiia verstaute die Skizzen in der ledernen Satteltasche und stieg auf ihr Pferd. „Ja. Es wird verloren gehen, wenn wir unser Wissen nicht verbreiten.“ Sie blickte zu den ersten Häusern der neuen Stadt. Und lächelte, als sie einen Jungen sah, der bereits eine der Wände bunt bemalte.
„Wann wirst du wiederkommen?“
„Ich … weiß es nicht. Tut mir leid. Aber ich werde wiederkommen.“ Sie musste die Reise beginnen, bevor sie es sich anders überlegte und setzte ihr Pferd in Bewegung.
„Nomiia?“
Sie drehte sich zu ihm, ohne anzuhalten.
„Pass auf dich auf. Ich bin stolz auf dich.“
„Danke, ich auch auf dich. Halte die Stellung.“
Ihr Pferd begann zu traben, ging in einen Galopp über. Entfernt am Horizont sah sie ihr altes zu Hause. Die Skelette hatten bereits begonnen, ihre Kuppel aus Knochen zu bauen. Zukünftig würden sie sich hoffentlich ohne Gewalt mit den Menschen verständigen.
Nach einer guten Stunde erreichte sie eine hölzerne Brücke und überquerte den dunklen Fluss.
 
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Hi @Rob F,
sooo, grundsätzlich mochte ich deine Geschichte gerne :) Sie war spannend, voller Action und deine Schreibweise war angenehm und verständlich.

Jetzt kommt ein kleines ABER :D
Denn je mehr ich gelesen habe, desto mehr inhaltliche Fragen kamen hoch. Es kann natürlich sein, dass es an mir lag und ich es einfach nicht gecheckt habe, aber ich werde dir mal ein paar Stellen zeigen, an denen ich verwirrt war oder die ich ggf. anders formuliert hätte:

Das Skelett fuhr herum und blickte sie aus schwarzen Augenhöhlen an. Legte den Kopf etwas zur Seite und bewegte kaum erkennbar die Kiefer.
Sie hielt die Zeichnung vor sich und ging näher heran. Machte Gesten mit der freien Hand, in der Hoffnung, dass sie verständlich waren. „Braucht ihr die Lebensgeister? Von uns Menschen?“
Bisschen merkwürdig, ich hätte gedacht, dass das Skelett direkt aggressiv reagiert. Ggf. schöner, wenn sie das Skelett überrumpelt, fixiert und dann ausfragt.

Dann zerplatzte die Schwärze im Inneren des Schädels wie eine Seifenblase.
Da war ich verwirrt. Du hattest am Anfang gesagt, dass man nicht das Innere des Schädels sehen kann, aber nicht, dass da was drin ist.

Ich habe es so verstanden, dass die Skelette auferstanden sind aus verstorbenen Menschen (deshalb schlägt N. ihrem Freund auch den Kopf ab). Aber sie tötet emotionslos diese Wesen, ohne darüber nachzudenken, dass es mal Menschen waren. Vielleicht sogar Bekannte von ihr.

„Wenn meine Theorie stimmt, dann werden sie uns nicht töten. Sie brauchen uns, die Lebensenergie, die wir abgeben. An Orten, an denen wir verweilen.“
Also sie hat dem Skelett die Skizze gezeigt und schließt aus der Reaktion, dass ihre Theorie stimmt. Aber das habe ich aus der Reaktion des Skelettes gar nicht so verstanden. Es hat ja nur die Skizze angeguckt und sie dann angegriffen.

Ab diesem Moment wurde es für mich immer verwirrender und zwischendrin hatte ich total den Knoten im Hirn. :) ALSO: Die Skelette haben ihnen 1 Woche gegeben, um die Stadt zu verlassen. Aber eigentlich sind die abhängig von der Lebensenergie der Einwohner. Das verstehe ich nicht. Und später drohen die Menschen mit Selbstmord, aber am Ende nehmen die Skelette irgendwie doch die Stadt ein?

Schweißgebadet wachte sie auf und blickte sich hektisch um.
Wovon wacht sie auf? Davon, dass sie dem Anführer ihre Forderungen zeigt?
Die kursive Szene zeigt sie doch dem Anführer der Skelette oder? Aber in der kursiven Szene ist doch eine Schlacht zwischen Menschen und Skeletten, ich dachte, dass sie dem Anführer Forderungen zeigt und es so zu einem Waffenstillstand kommen kann.

„Viele andere wissen es nicht.“
Du meinst bestimmt andere Menschen-Gruppen. Hätten aber auch andere Skelett-Gruppierungen sein können.

Entfernt am Horizont sah sie ihr altes zu Hause. Die Skelette hatten bereits begonnen, ihre Kuppel aus Knochen zu bauen.
Jetzt haben N. und ihr Volk doch die Stadt verlassen?
Ich hatte ein paar Zitate vorher schon mal versucht zu zeigen, dass ich das nicht ganz verstanden habe. Vielleicht kannst du deinen Text dahingehend etwas eindeutiger gestalten?

Um es aber nochmal klarzustellen: Ich habe den Text wirklich gerne gelesen. :) :) (nur war eben an manchen Stellen verwirrt - bringe gerne Licht ins Dunkel)

Liebe Grüße,
Waldläufer
 

CoK

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24.08.2020
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Hallo @Rob F

ich habe deine Geschichte gerne gelesen. Mir gefällt deine Porta Nomiia. Sie handelt, reagiert und vor allem sie wehrt sich.
Wir bleiben hier, versammeln alle Einwohner auf dem großen Platz im Zentrum. Die Skelette werden keinen Kampf beginnen, es wird Zeit, ihnen entgegenzutreten. Eine Lösung finden.“
Was für eine Lösung ?
. Sie brauchen uns, die Lebensenergie, die wir abgeben. An Orten, an denen wir verweilen.“
Wenn ich das richtig verstanden habe, sind die Menschen gezwungen immer wieder eine neue Stadt aufzubauen und sie nach einer Weile wieder zu verlassen, damit die Skelette sich von der vorhandenen zurückgebliebenen Lebensenergie ernähren können.
ier hin- und herzusehen. Zeigte sich so Unsicherheit bei diesen Kreaturen? Anstatt zu antworten, bewegte es die Hand, die den Speer hielt. Holte damit leicht aus und ließ ihn nach vorne schnellen.
Nomiia hatte damit gerechnet und schritt ihm entgegen. Etwas zur Seite, weg von dem Speer. Und stach ihm den Pfeil, den sie in der anderen Hand hielt, ins Auge.
Diese Szene kann ich mir nicht vorstellen, denn das Skelett wird sich doch nicht so einfach in die Augen stechen lassen.

Ich denke du lässt mit Absicht manche Fragen offen, so kann man ja auf eine Fortsetzung hoffen.

Lieber Gruß
CoK
 
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09.12.2019
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Hallo @Waldläufer ,

freut mich, doch noch einen fantasyinteressierten Leser zu haben, danke für deinen Kommentar!

Bisschen merkwürdig, ich hätte gedacht, dass das Skelett direkt aggressiv reagiert. Ggf. schöner, wenn sie das Skelett überrumpelt, fixiert und dann ausfragt.
Guter Hinweis, gerade dies ist ja eine Schlüsselszene. Und so, wie ich es bisher geschrieben habe, ist es wohl noch nicht so verständlich, weshalb Nomiia danach noch überzeugter von ihrer "Lebensgeister-Theorie" ist. Ich habe es nun etwas erweitert, sie ringt dem Skelett eine eindeutige Antwort ab.
Das Skelett greift nicht direkt an, da es ein Späher ist. Außerdem ist es ja eher nicht das Ziel dieser Kreaturen, die Menschen zu töten, sie brauchen sie ja lebend. Sie machen dies nur gelegentlich und vereinzelt, um sie einzuschüchtern. Und damit die Menschen nichts von dieser Abhängigkeit erfahren, die Nomiia nun aufgedeckt hat.

Da war ich verwirrt. Du hattest am Anfang gesagt, dass man nicht das Innere des Schädels sehen kann, aber nicht, dass da was drin ist.
Stimmt, ich habe den entsprechenden Satz zu Beginn entfernt, das war nicht ganz konsistent.

Ich habe es so verstanden, dass die Skelette auferstanden sind aus verstorbenen Menschen (deshalb schlägt N. ihrem Freund auch den Kopf ab). Aber sie tötet emotionslos diese Wesen, ohne darüber nachzudenken, dass es mal Menschen waren. Vielleicht sogar Bekannte von ihr.
Ja, so war es gedacht. An diesen Punkt hatte ich bei dieser Geschichte nicht gedacht. Ich könnte es inhaltlich eher bei einer Zombiegeschichte nachvollziehen, wenn das Menschliche ja zumindest teilweise noch erkennbar ist. Aber bei Skeletten ... sehe ich es eher nicht so.

Also sie hat dem Skelett die Skizze gezeigt und schließt aus der Reaktion, dass ihre Theorie stimmt. Aber das habe ich aus der Reaktion des Skelettes gar nicht so verstanden. Es hat ja nur die Skizze angeguckt und sie dann angegriffen.
Ich habe die Szene dementsprechend angepasst, siehe oben.

Die Skelette haben ihnen 1 Woche gegeben, um die Stadt zu verlassen. Aber eigentlich sind die abhängig von der Lebensenergie der Einwohner. Das verstehe ich nicht. Und später drohen die Menschen mit Selbstmord, aber am Ende nehmen die Skelette irgendwie doch die Stadt ein?
Die Skelette vertreiben die Menschen aus den Städten, wenn sie dort einige Jahre gelebt haben, wegen der Lebensenergie, die sich dadurch dort sammelt. Die Skelette wollen aber nicht, dass die Menschen dies wissen, sonst könnte es ihnen ja Macht über sie geben.
Und genau das passiert, als Nomiia dies herausfindet.
Indem die Menschen androhen, sich selbst das Leben zu nehmen, bringen sie die Skelette zum ersten Mal zum Zuhören.
Die abschließenden Szenen sollen zeigen, dass sie nun - hoffentlich - eine friedliche Lösung gefunden haben. Die Menschen verlassen weiterhin in Abständen von Jahren ihre Stadt, damit die Skelette dort existieren können. Jedoch geschieht dies nun entsprechend abgestimmt und nicht mehr durch die Drohungen und Morde der Knochenkrieger. Ihre Macht ist ja im Prinzip gebrochen durch die von Nomiia aufgedeckte Abhängigkeit.

Wovon wacht sie auf? Davon, dass sie dem Anführer ihre Forderungen zeigt?
Die kursive Szene zeigt sie doch dem Anführer der Skelette oder? Aber in der kursiven Szene ist doch eine Schlacht zwischen Menschen und Skeletten, ich dachte, dass sie dem Anführer Forderungen zeigt und es so zu einem Waffenstillstand kommen kann.
Die kursive Szene ist ein Albtraum von Nomiia, der einige Zeit später stattfindet. Sie wacht ja schon in einem Haus in der Stadt auf, die neu errichtet wird.
Ich habe nun vor diesem Teil einen deutlicheren Absatz gesetzt und hoffe, es wird hierdurch etwas deutlicher.

Jetzt haben N. und ihr Volk doch die Stadt verlassen?
Ich hatte ein paar Zitate vorher schon mal versucht zu zeigen, dass ich das nicht ganz verstanden habe. Vielleicht kannst du deinen Text dahingehend etwas eindeutiger gestalten?
Im Detail habe ich es zuvor erklärt, ich hoffe, dass es durch den o.g. deutlicheren Absatz ersichtlich wird, dass seit der "Verhandlungsszene" mit den Skeletten entsprechend Zeit vergangen ist.

Um es aber nochmal klarzustellen: Ich habe den Text wirklich gerne gelesen. :) :) (nur war eben an manchen Stellen verwirrt - bringe gerne Licht ins Dunkel)
Vielen Dank, das freut mich!
Ich hoffe, ich konnte die Handlung, auch durch entsprechende Textänderungen, etwas verständlicher machen!

Viele Grüße,
Rob


Hallo @CoK ,

auch dir vielen Dank für deine Eindrücke!

ich habe deine Geschichte gerne gelesen. Mir gefällt deine Porta Nomiia. Sie handelt, reagiert und vor allem sie wehrt sich.
Danke! Ja, Nomiia ist den "Skelett-Terror" leid und sucht nach einer Lösung.

Wenn ich das richtig verstanden habe, sind die Menschen gezwungen immer wieder eine neue Stadt aufzubauen und sie nach einer Weile wieder zu verlassen, damit die Skelette sich von der vorhandenen zurückgebliebenen Lebensenergie ernähren können.
Genau, so war es gedacht!

Was für eine Lösung ?
Ich habe den entsprechenden Satz um das Wort "friedliche" ergänzt.

Diese Szene kann ich mir nicht vorstellen, denn das Skelett wird sich doch nicht so einfach in die Augen stechen lassen.
Es ist ja hier ein Späher, kein Krieger, aber stimmt schon, so wie bisher war die Szene etwas kurz. Ich habe sie nun erweitert, auch um deutlicher zu machen, warum Nomiia von der Existenz der Lebensgeister/Lebensenergie überzeugt ist.

Danke fürs Lesen und den Kommentar!

Viele Grüße,
Rob
 
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06.01.2021
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Hey @Rob F,
Eine wirklich interessante Geschichte und eine spannende Idee. Der Tod braucht das Leben, zumindest versteh ich es so. Ich finde es gut, dass du die Stadt und die Landschaft nicht weiter beschreibst, das lässt ein wenig Spielraum.
An der klassischen mitteleuropäischen Fantasy hab ich mich überfressen, deswegen hab ich das ganze in ein eher indisches Setting verpflanzt. Danke dafür!
Leider bin ich einige Male über dein Erzähltempo gestolpert, es ging für mich alles etwas zu schnell. Ich hab auch nicht verstanden, worin der Pakt besteht. Die Menschen wurden aus ihrer Stadt vertrieben oder?

Er war über zwei Meter groß und hatte starke Knochen.

Die Augen waren schwarze Höhlen.

Für meinen Geschmack fehlt da das "Fleisch auf den Knochen". Die Szene ist natürlich grausig, aber mein von Horrorfilmen verwöhntes Hirn wünscht sich da mehr Details.

Die stärker werden, je länger sie dort leben. Die wenigen Schriftzeichen, die ich verstehe, passen hierzu.“

Ich fände "würden dazu passen.", angenehmer zu lesen. Der Konjunktiv würde auch noch mal unterstreichen, dass sie es selber nicht sicher weiß.

Voaan nahm eine Kerze und bewegte sie in kleinen Bewegungen über dem Tabak in der Pfeife, inhalierte und entzündete sie so.

Nein, bitte nicht! :)
Streichholz, Holzspan oder Fidibus oder je nach Szenario ein Feuerzeug. Die Kerze würde Wachs auf den Tabak tropfen und vorbei wäre das Rauchvergnügen.
Tut mir leid, ich rauche Pfeife und arbeite in der Branche, da sticht so ein Detail leider ins Auge.

Nomiia griff instinktiv nach dem Bogen und gleichzeitig nach einem Pfeil. In einer fließenden Bewegung legte sie an, der Knochenkrieger war nur noch wenige Meter entfernt. Versuchte gar nicht erst, in Deckung zu gehen. Sie zielte, hielt die Luft an und ließ die Bogensehne los. Der Pfeil traf die rechte Augenhöhle, die Schwärze darin verschwand. Die Knochen trennten sich voneinander, fielen ihr vor die Füße und gegen die Beine.

Wobei ich mir das schon anstrengend vorstelle, wenn wirklich nur die Augenhöhlen die Schwachstellen sind. Irgendwie geht mir der Gedanke: "Mädel, nimm halt einen Hammer" nicht aus dem Kopf.

Ihr tötet niemanden mehr“, sagte die Frau und strich sich mit der freien Hand die Haare zurück. Entblößte das Messer, das sie sich an die Kehle hielt. Das Skelett neigte den Kopf etwas zur Seite und hob sein Schwert seitlich vor sich.

Ich bin mir da nicht sicher, aber heißt "ein Messer entblößen" nicht, es aus einem Versteck oder einer Scheide zu ziehen? Falls das so ist, gibt es für mich in dem Zusammenhang keinen Sinn.

Grüße
The Dead Frog
 
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Monster-WG
Beitritt
02.05.2020
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Hallo @Rob F ,

dein Arbeitstempo hängt mich etwas ab, aber bei einer Fantasy-Geschichte bin ich natürlich neugierig.

Mir gefällt die Idee deiner Welt und deine Protagonisten und Nebendarsteller gut. Ich finde, du hast genug Details eingebaut, die es einem ermöglichen deine Welt und die Auswirkungen dieser auf ihre Bewohner zu spüren.

Aber natürlich habe ich ein krittelndes Fantasy-Herz ;)

So bin ich mir bei deinem Anfang nicht sicher, ob er geschickt gewählt ist. Ich habe grundsätzlich kein Problem damit mitten in die Action hineingeworfen zu werden, doch leider verortest du den Aufeinanderprall erst nach der Szene. Das macht es einem schwer, sich die Szene wirklich vorzustellen und damit taucht man eigentlich auch schwer in die Welt ein.

Klapperte mit den Kieferknochen und machte eine Geste mit der freien Hand. Nomiia verstand die Sprache der Skelette, deswegen hatte sie den Auftrag erhalten.
„Noch eine Woche“, teilte ihr der Anführer mit.
Dass du Background mitten in der Action einbaust spricht ebenfalls dafür, dass du den Anfang vielleicht besser etwas früher ansetzen solltest. Vielleicht, als Nomiia mit ihrem Weggefährten zu den Skeletten hinreiten.

Dann ließ er die Klinge niedersausen und trennte Ceeis rechten Arm unterhalb der Schulter ab. Ihr Weggefährte schrie nicht, nur ein leises Wimmern entwich seinem Mund.
Mut, geistige Stärke hin oder her. Das halte ich für überzogen. Vor allem, weil wir Ceeis überhaupt noch gar nicht kennen. Wenn ein Nebendarsteller in der ersten Szene bereits willensstark ist, wie willensstark muss dann die Protagonistin erst sein?

Die Gruppe der Knochenkrieger, wie sie von den Menschen genannt wurden, drehte sich um und ging zurück zu ihrer Behausung.
Der Geruch von Verwesung wehte ihr entgegen.
Hier verortest du die Szene zum ersten Mal und bringst auch sinnliche Erfahrungen mit. Damit steige ich als Leser aber eigentlich auch erst hier wirklich in die Welt ein, was schade ist.

Sie machte sich nicht die Mühe, seinen Puls zu fühlen. Mit einem gezielten Schlag trennte sie seinen Kopf ab. Er würde nach seiner Verwesung nicht auferstehen.
Wir kennen zu diesem Zeitpunkt die Tiefe der Beziehung zwischen den beiden Charakteren nicht. Wahlweise ist sie total extrem willensstark, oder sie kennt ihn gar nicht wirklich gut, oder ist ein total emotionsloser Typ. Als Leser kann ich hier wohlwollend Option 1 wählen, aber wirklich sympathisch wird mir der Charakter damit nicht.

Der Himmel bekam sein übliches Orange, bevor die Nacht hereinbrach.
vielleicht eher "färbte" als "bekam"?

Der Atem der Pferde und ihr eigener bildeten feinen Nebel in der kälter werdenden Luft.
Diesen Satz mag ich sehr.

Sie haben …“ Ihre Stimme zitterte. Sie stieg ab und lehnte sich an ihren Vater, weinte an seiner Schulter.
Hier zeigt sie zum ersten Mal Emotionen, davor bleibt der Charakter daher leider eben sehr blass.

Wenigstens blutete die Wunde nicht mehr.
Ich finde den Satz eigentlich unnötig.

Ihre Mutter war auf einem guten Weg, die Schriftzeichen zu entschlüsseln, konnte Nomiia jedoch durch ihren frühen Tod wenig vermitteln.
Hier bist du komplett in der Gegenwart, aber ihre Mutter bringt ihr, denke ich mal, aktuell nicht mehr bei die Schriftzeichen zu entschlüsseln.

Sie glaubte zu verstehen, was die Zeichnung bedeutete, auch wenn sie nur wenige der Schriftzeichen drumherum lesen konnte. Jedoch hatte sie keinen Beweis und wusste nicht, welchen Schluss sie daraus ziehen sollte.
Das mit dem "Schluss sie daraus ziehen sollte" verstehe ich nicht ganz. Sie scheint ja ihrem Vater dann schon sehr genau vorzuschlagen, was sie machen will und das bedeutet ja schon, dass sie Schlüsse gezogen hat.

„Wie kommst du darauf?“, fragte Voaan.
Wie bei der ersten Szene bin ich mir hier nicht sicher, ob der Beginn der Szene für mich funktioniert. Sie beginnt schon sehr mittendrin.

Geh ins Bett, du hast heute schlimmes erlebt und brauchst deine Ruhe.
Das ist mir irgendwie zu nüchtern. Im Kontext und vom empathischen her.

Sie war noch nicht weit von der Stadt entfernt, als sie eins der Skelette entdeckte. Ein Späher. Sie durchstreiften das Land und suchten nach menschlichen Siedlungen, sofern ihr Volk das Verhalten dieser rätselhaften Wiedergänger verstand.
Hier vermute ich als Leser, dass sie es falsch deutet, denn die Skelette kennen die Siedlung bereits, es macht keinen Sinn einen Späher dort hinzuschicken, wenn es seine Aufgabe ist neue Siedlungen zu finden.

Machte Gesten mit der freien Hand, in der Hoffnung, dass sie verständlich waren.
Sie hat in der einen Hand einen Pfeil und in der anderen die Zeichnung. Sie hat keine freie Hand.

Anstatt zu antworten, bewegte es die Hand, die den Speer hielt. Holte damit leicht aus und ließ ihn nach vorne schnellen.
Nomiia hatte damit gerechnet und schritt ihm entgegen. Etwas zur Seite, weg von dem Speer, der ihre Hüfte streifte.
Für einen Kampf-Schlag-Austausch ist das ein biiiisschen schlaff erzählt ;)

Hielt ihm mit der anderen Hand den Pfeil vors Auge. Es wusste um seine Verletzlichkeit und blieb ruhig.
Dass er von seiner Verletzlichkeit am Auge weiß, okay. Aber woher weiß sie es?

Wieder nickte der Schädel.
Das klingt irgendwie schräg. Du sagst ja auch nicht, dass der Kopf nickt, wenn dein Gegenüber nickt.

und stach ihm damit in die Augenhöhle. Sie spürte einen Widerstand, drückte fester. Die Schwärze im Inneren des Schädels zerplatzte wie eine Seifenblase.
Gefällt mir gut.

Darauf klapperte das Skelett mit dem Kiefer und deutete auf Voaan, der nicht weit entfernt stand. Zwei Knochenkrieger griffen seine Arme und zogen sie auseinander.
Also eigentlich haben die Knochenkrieger ja die Menschenmenge umstellt. Wieso stehen dann zwei Knochenkrieger jetzt links und rechts von Voaan? Das wäre ja zwischen den Menschen.

Bevor er weiter zu Voaan gehen konnte, schritt eine weitere Person hervor, diesmal ein junger Mann mit nur einem Arm.
Ich würde das "weitere Person" weglassen.

Wieder näherte sich der Anführer, berührte fast ihren Kopf. Für einen Moment war kein Geräusch auf dem Platz zu hören. Dann begann es. Die Einwohner nahmen die Messer von ihren Kehlen und stachen auf die Skelette ein. Versuchten, die Augenhöhlen zu treffen. Nomiia sah zu ihrem Vater, gerade als ihm einer der Knochenkrieger den rechten Arm abschlug. Er fiel zur Seite, versuchte trotz der stark blutenden Wunde davon zu kriechen. Sie lief zu ihm, wollte ihm helfen, als ihr Oberkörper in Schmerzen aufflammte. Die blutige Spitze eines Speers ragte aus ihrer Brust.
Der Traum ist für mich irgendwie unnötig. Was soll er mir sagen? Ich habe irgendwie das Gefühl, dass er mich fehlleiten soll, oder erklären soll, was hätte passieren können, aber eigentlich wissen wir war, was passiert ist und das macht den Traum auch für sie unnötig. Wenn du einbauen möchtest, dass sie psychisch mitgenommen von dem ganzen Zeug ist, würde ich eher Ceevis Tod als Basis nehmen, denn der ist in ihrem Kopf sicher negativer behaftet, als ihr "Sieg" auf dem Platz und es würde auch nochmal aufzeigen, dass dieser Tod sie tatsächlich mitgenommen hat und der Auslöser für ihren "Aufstand" war.

Ich hoffe, du kannst etwas mit meinen Anmerkungen anfangen, ist jetzt etwas mehr geworden, als ich dachte, aber ansich sind es Details :)

Liebe Grüße
Feurig
 
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09.12.2019
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Hallo @The Dead Frog ,

danke fürs Lesen und deine Eindrücke!

Eine wirklich interessante Geschichte und eine spannende Idee. Der Tod braucht das Leben, zumindest versteh ich es so.
Danke! Und ja, so war es gedacht. Mal ein anderer Kreislauf zwischen Leben und Tod.

Ich finde es gut, dass du die Stadt und die Landschaft nicht weiter beschreibst, das lässt ein wenig Spielraum.
Ich habe im Fantasybereich mal die Beschreibung "low fantasy" gelesen, wenn die erfundene Welt nur wenig abseits der bekannten Welt enthält, und so sehe ich es hierbei auch. Außer den Skeletten ist ja nichts dabei, was nicht auch einer mittelalterlichen Welt mit Schwerten usw. entsprechen könnte.

Leider bin ich einige Male über dein Erzähltempo gestolpert, es ging für mich alles etwas zu schnell.
Auch hierbei hat wahrscheinlich jeder ganz unterschiedliche Eindrücke. Ich erhalte jedoch sonst eher die Rückmeldung, dass ich doch eher ruhig und ausführlich erzähle. Aber ich sehe es hierbei auch so ab der Szene, in der die Einwohner dafür stimmen, den Skeletten entgegenzutreten. Die ganze Vorbereitung und wie Nomiia, ihr Vater und die Einwohner sich dabei fühlen, beschreibe ich ja bisher z.B. gar nicht. Es ist nur, für eine im Internet veröffentlichte Geschichte, ohnehin schon ein längerer Text, ich denke, ich lasse es erstmal so.

Für meinen Geschmack fehlt da das "Fleisch auf den Knochen". Die Szene ist natürlich grausig, aber mein von Horrorfilmen verwöhntes Hirn wünscht sich da mehr Details.
Das würde mir glaube ich leichter fallen, wenn es z.B. Zombies wären, bei denen ich mehr Freiraum habe bezüglich des Aussehens. Aber es sind menschliche Skelette, hiebei weiß ja jeder, wie sie aussehen, ich wüsste daher nicht, was ich noch individuell ergänzen könnte. Zumindest ein Detail ist mir noch eingefallen, ich denke, das macht sie noch etwas gruseliger:
"Er war über zwei Meter groß und hatte starke Knochen, zwischen denen kleine Käfer und Spinnen krabbelten."

Ich fände "würden dazu passen.", angenehmer zu lesen. Der Konjunktiv würde auch noch mal unterstreichen, dass sie es selber nicht sicher weiß.
Guter Vorschlag, habe es so übernommen

Nein, bitte nicht! :)
Streichholz, Holzspan oder Fidibus oder je nach Szenario ein Feuerzeug. Die Kerze würde Wachs auf den Tabak tropfen und vorbei wäre das Rauchvergnügen.
Tut mir leid, ich rauche Pfeife und arbeite in der Branche, da sticht so ein Detail leider ins Auge.
Dann vertraue ich dem Experten ;)
Nun entzündet er mit der Kerze zunächst ein kleines Stück Holz.

Wobei ich mir das schon anstrengend vorstelle, wenn wirklich nur die Augenhöhlen die Schwachstellen sind. Irgendwie geht mir der Gedanke: "Mädel, nimm halt einen Hammer" nicht aus dem Kopf.
Wäre auch eine Möglichkeit, aber ich habe mich für die neugierige, bogenschießende Heldin entschieden :gelb:

Ich bin mir da nicht sicher, aber heißt "ein Messer entblößen" nicht, es aus einem Versteck oder einer Scheide zu ziehen? Falls das so ist, gibt es für mich in dem Zusammenhang keinen Sinn.
Ich habe "entblößte" durch "zeigte" ersetzt.

Danke für das Feedback und viele Grüße!
Rob


Hi @feurig ,

danke für den Kommentar, freut mich, dass du die Zeit noch gefunden hast!

Mir gefällt die Idee deiner Welt und deine Protagonisten und Nebendarsteller gut. Ich finde, du hast genug Details eingebaut, die es einem ermöglichen deine Welt und die Auswirkungen dieser auf ihre Bewohner zu spüren.
Danke, das freut mich natürlich! Ich hatte hierbei etwas befürchtet, dass die Welt zu wenig fantasymäßig ist, im Prinzip ist ja außer den Skeletten wenig außergewöhnliches dabei.

So bin ich mir bei deinem Anfang nicht sicher, ob er geschickt gewählt ist. Ich habe grundsätzlich kein Problem damit mitten in die Action hineingeworfen zu werden, doch leider verortest du den Aufeinanderprall erst nach der Szene. Das macht es einem schwer, sich die Szene wirklich vorzustellen und damit taucht man eigentlich auch schwer in die Welt ein.
Ja, guter Hinweis, so kann sich der Leser die Szene erstmal nur bedingt vorstellen, wenn ich keine Informationen zur Umgebung beschreibe. Ich habe daher nun die ersten Sätze anders gestaltet, danke für den Tipp!

Dass du Background mitten in der Action einbaust spricht ebenfalls dafür, dass du den Anfang vielleicht besser etwas früher ansetzen solltest. Vielleicht, als Nomiia mit ihrem Weggefährten zu den Skeletten hinreiten.
Ich habe den Handlungsbeginn der ersten Szene mal so gelassen, aber dafür die Hintergrundinformationen gekürzt, ich erwähne nun nur noch, dass Nomiia die Sprache der Skelette versteht.

Mut, geistige Stärke hin oder her. Das halte ich für überzogen. Vor allem, weil wir Ceeis überhaupt noch gar nicht kennen. Wenn ein Nebendarsteller in der ersten Szene bereits willensstark ist, wie willensstark muss dann die Protagonistin erst sein?
Hierbei hatte ich neben Willensstärke hauptsächlich daran gedacht, dass er schon fast ohnmächtig ist. Er also zwar noch bewusst mitbekommt, was geschieht, aber kaum noch Kraft hat. Ich habe daher die Beschreibung ein wenig ergänzt und hoffe, dass es so nun deutlicher wird.

Hier verortest du die Szene zum ersten Mal und bringst auch sinnliche Erfahrungen mit. Damit steige ich als Leser aber eigentlich auch erst hier wirklich in die Welt ein, was schade ist.
Habe es wie zuvor erwähnt nun an den Anfang verlegt, ich denke auch, so passt es besser.

Wir kennen zu diesem Zeitpunkt die Tiefe der Beziehung zwischen den beiden Charakteren nicht. Wahlweise ist sie total extrem willensstark, oder sie kennt ihn gar nicht wirklich gut, oder ist ein total emotionsloser Typ. Als Leser kann ich hier wohlwollend Option 1 wählen, aber wirklich sympathisch wird mir der Charakter damit nicht.
Sie ist an dieser Stelle weiterhin (noch) sehr kontrolliert, aber ich habe es nun etwas mehr in die Richtung beschrieben, dass es ihr nicht so leicht fällt wie in der ersten Version. Ich wollte sie hier nicht total abgeklärt und emotionslos darstellen, sondern hatte eher daran gedacht, wie Menschen reagieren, wenn trotz eines schlimmen Ereignisses etwas getan werden muss. Also im Prinzip, ein schnelles Handeln, machen was notwendig ist, bevor die Emotionen und die Schwäche, das Weinen ... durchkommen.

vielleicht eher "färbte" als "bekam"?
habe es geändert

Hier zeigt sie zum ersten Mal Emotionen, davor bleibt der Charakter daher leider eben sehr blass.
Diese Stelle habe ich so belassen, hier ist sie endlich (erstmal) in Sicherheit und beginnt zu weinen. Aber wie zuvor erwähnt, habe ich nun das Ende der ersten Szene etwas abgeändert.

Wenigstens blutete die Wunde nicht mehr.
Ich finde den Satz eigentlich unnötig.
ist weg

Hier bist du komplett in der Gegenwart, aber ihre Mutter bringt ihr, denke ich mal, aktuell nicht mehr bei die Schriftzeichen zu entschlüsseln.
Ja, den Fehler habe ich ja schon mal gemacht, bei meinem Kommentar zu deiner zuletzt eingestellten Geschichte. Habe es nun angepasst, noch eine Zeitebene weiter zurück.
Gut aufgepasst! :)

Das mit dem "Schluss sie daraus ziehen sollte" verstehe ich nicht ganz. Sie scheint ja ihrem Vater dann schon sehr genau vorzuschlagen, was sie machen will und das bedeutet ja schon, dass sie Schlüsse gezogen hat.
Bei diesem Satz muss ich nochmal überlegen, ob ich ihn so lasse. Sie hat zu diesem Zeitpunkt zwar eine Vorstellung, dass die Skelette von den Menschen abhängig sind. Aber noch keinen Plan, wie sie ihnen damit gegenübertreten und verhandeln können. Das meinte ich damit, eine deutlichere Gewissheit hat Nomiia ja erst, nachdem sie den Skelettspäher konfrontiert hat, den genauen Plan entwickelt sie erst danach.

Hier vermute ich als Leser, dass sie es falsch deutet, denn die Skelette kennen die Siedlung bereits, es macht keinen Sinn einen Späher dort hinzuschicken, wenn es seine Aufgabe ist neue Siedlungen zu finden.
Ich habe einen der Sätze angepasst, um zu zeigen, dass Nomiia schon tiefer in den Wald eingedrungen ist. Kleinere Siedlungen können ja auch nicht allzu weit voneinander entfernt errichtet werden.

Sie hat in der einen Hand einen Pfeil und in der anderen die Zeichnung. Sie hat keine freie Hand.
Da sie überraschenderweise keine dritte Hand hat, habe ich den Ablauf nun angepasst. Sie zieht den Pfeil erst später.

Für einen Kampf-Schlag-Austausch ist das ein biiiisschen schlaff erzählt ;)
Aber jetzt nicht mehr, hoffe ich ...

Dass er von seiner Verletzlichkeit am Auge weiß, okay. Aber woher weiß sie es?
Die Handlung zeigt m.E., dass auch Nomiia die Gefahr der Skelette schon länger erlebt und sie ist ja auch grundsätzlich mutig genug, ihnen gegenüberzutreten. Ich weiß nicht, wie ich es als Leser empfinden würde, aber ich meine, dieses Hintergrundwissen ist schon realistisch, so wie sie insgesamt in der Geschichte handelt.

Das klingt irgendwie schräg. Du sagst ja auch nicht, dass der Kopf nickt, wenn dein Gegenüber nickt.
Wohl nicht ... habe es angepasst.

Also eigentlich haben die Knochenkrieger ja die Menschenmenge umstellt. Wieso stehen dann zwei Knochenkrieger jetzt links und rechts von Voaan? Das wäre ja zwischen den Menschen.
Habe es etwas erweitert, nun holen sie ihn zunächst aus der Menge, also in den schmalen Bereich drumherum.

Ich würde das "weitere Person" weglassen.
ist geschehen

Der Traum ist für mich irgendwie unnötig. Was soll er mir sagen? Ich habe irgendwie das Gefühl, dass er mich fehlleiten soll, oder erklären soll, was hätte passieren können, aber eigentlich wissen wir war, was passiert ist und das macht den Traum auch für sie unnötig. Wenn du einbauen möchtest, dass sie psychisch mitgenommen von dem ganzen Zeug ist, würde ich eher Ceevis Tod als Basis nehmen, denn der ist in ihrem Kopf sicher negativer behaftet, als ihr "Sieg" auf dem Platz und es würde auch nochmal aufzeigen, dass dieser Tod sie tatsächlich mitgenommen hat und der Auslöser für ihren "Aufstand" war.
Für mich ist es der Punkt, den du auch genannt hast: Wie sehr sie das ganze mitgenommen hat. Vor allem auch ihre Angst, dass es schief geht und zu einem Blutvergießen kommt. Mir wird auch schon mal erst dann deutlich, wie sehr mich etwas beschäftigt hat, wenn es vorbei ist. Bis zu diesem Traum ist Nomiia ja sehr im "Erledigungsmodus" und nun kommen, ähnlich wie nach der ersten Szene, ihre Emotionen durch. Daher also dieser Traum, der auch ihre Angst zeigt, ob es denn nun tatsächlich friedlich weitergeht.

Ich hoffe, du kannst etwas mit meinen Anmerkungen anfangen
Ich habe entsprechend deinen Anmerkungen und Vorschlägen einige Stellen angepasst, also ganz klar: Ja! :gelb: Danke!

Viele Grüße!
Rob
 
Zuletzt bearbeitet:
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03.01.2019
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Hallo Rob F,

der Anfang deiner Geschichte war wie ein Schlag ins Gesicht. Plötzlich war man mitten drin wusste nicht was eigentlich los ist, aber im Laufe des Textes entwirrte sich alles und wurde zu einer interessanten Geschichte. Mir gefiel der Plot, dass der Tod, das Leben braucht und auch deine Schreibweise gefiel mir sehr. Du schreibst flüssig und sorgst dafür, dass es nicht langweilig wird.

Was mir nicht so gut gefallen hat, war das du so schnell von einer Szene zu anderen springst. Da hätte ich mir etwas sanftere Übergänge gewünscht, aber andererseits sorgen diese harten Szenenwechsel, auch für ein schnelles Erzähltempo.

Ansonsten...
Nomiia griff instinktiv nach dem Bogen und gleichzeitig nach einem Pfeil. In einer fließenden Bewegung legte sie an, der Knochenkrieger war nur noch wenige Meter entfernt. Versuchte gar nicht erst, in Deckung zu gehen. Sie zielte, hielt die Luft an und ließ die Bogensehne los. Der Pfeil traf die rechte Augenhöhle, die Schwärze darin verschwand. Die Knochen trennten sich voneinander, fielen ihr vor die Füße und gegen die Beine.
Diese Acton Szene finde ich besonders gut. Ich hatte sofort ein genaues Bild vor Augen, in dem wirklich viel Bewegung steckt.
VG
Schwinge
 
Mitglied
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09.12.2019
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Hallo @Silberschwinge ,

danke für dein Feedback!

Ja, mit dem Tempo und den Szenenübergängen in der zweiten Hälfte der Geschichte bin ich auch nicht ganz zufrieden.

Die Geschichte ist nur ohnehin schon recht lang, ich werde es daher hierbei mal so lassen. Vielleicht versuche ich es bei der nächsten komplexeren Handlung mal mit einer Novelle, damit auch die Figuren zum Ende hin genügend Raum bekommen, mal sehen.

Diese Acton Szene finde ich besonders gut. Ich hatte sofort ein genaues Bild vor Augen, in dem wirklich viel Bewegung steckt.
Danke! Ich versuche mir die Szenen jeweils vorzustellen und sie dann genauso zu beschreiben. Ausführlich genug, aber auch ohne unnötiges drumherum.

Also danke fürs Lesen und deine Eindrücke!

Viele Grüße,
Rob
 
Monster-WG
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20.08.2019
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Lieber @Rob F

die Thematik der Geschichte ist jetzt nicht so meins, aber da ich Deine Texte generell sehr mag, hab ich die Story gelesen. Wie immer schreibst Du flüssig und bildhaft. Mir gefällt das Tempo, ich bin nah an der Prota, den Szenen und dem Setting dran. Teilweise alles sehr gruselig und an manchen Stellen für Zartbesaitete etwas eklig, aber ich hab durchgehalten :D Allerdings hab ich das Ende nicht so ganz geblickt. Warum reitet sie noch mal weg? Und sind sie doch in einer neuen Stadt? Erst liest es sich, als würden die Skelette sich auf den Deal einlassen, dann hat die Prota den Albtraum und schließlich geht sie. Daraus werde ich nicht so recht schlau.

Hier ein paar Anmerkungen:

Als sie gerade weitersprechen wollte, schlug ihr das Skelett ins Gesicht.

Der Anfang hat mich ein wenig angestrengt, da erst kein klares Bild im Kopf entstanden ist. Ich würde gleich erwähnen, wo die Prota mit dem Gefährten ist und dann das Skelett ins Spiel bringen.

„Verschwinde“, deutete der Anführer.

Hier fehlt ein Ausrufezeichen.

Immer wieder fuhr sie mit der Zunge über die Stelle, an der ihr das Skelett den Zahn ausgeschlagen hatte. Beim Gedanken an Ceeis brutalen Tod zitterte sie immer wieder.

Wortwiederholung

Immer wieder kehrte sie zu der Zeichnung in der Mitte des Schriftwerks zurück, sie belegte eine Doppelseite.

Und hier schon wieder

Vögel zwitscherten und immer wieder bemerkte Nomiia scheue Bewegungen hinter den Bäumen.

In etwa dreihundert, schätzte sie.

Ganz liebe Grüße und einen schönen Tag,
Silvita
 
Mitglied
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09.12.2019
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Hallo @Silvita ,

freut mich, dass du die Geschichte gelesen hast, gerade wenn der Inhalt nicht so deins ist.

Der Anfang hat mich ein wenig angestrengt, da erst kein klares Bild im Kopf entstanden ist. Ich würde gleich erwähnen, wo die Prota mit dem Gefährten ist und dann das Skelett ins Spiel bringen.
So war es auch gedacht, zumindest nach einer der bisherigen Überarbeitungen. Dann findest du die Ortsbeschreibung am Anfang zu kurz?

Teilweise alles sehr gruselig und an manchen Stellen für Zartbesaitete etwas eklig, aber ich hab durchgehalten
Sehr gut! :thumbsup:
Die Skelette sind halt nicht nett ... aber da kann ich ja nichts für! ;)

Allerdings hab ich das Ende nicht so ganz geblickt. Warum reitet sie noch mal weg? Und sind sie doch in einer neuen Stadt? Erst liest es sich, als würden die Skelette sich auf den Deal einlassen, dann hat die Prota den Albtraum und schließlich geht sie. Daraus werde ich nicht so recht schlau.
Du hast es im Prinzp so geschrieben, wie es gedacht war. Der Albtraum sollte zeigen, dass sie mit den Skeletten zwar einen Deal haben, aber die Nomiia glaubt nicht, dass die Gefahr schon insgesamt gebannt ist. Es muss sich ja noch zeigen, ob das auch so funktioniert, ohne dass die Skelette weiter bedrohen und morden.
Und genau, sie bauen eine neue Stadt, die Skelette brauchen ja die vorherige wegen den Lebensgeistern.
Nomiia reitet nochmal weg, um auch in anderen Städten ihre Erkenntnisse zu verbreiten, dass mit den Skeletten auch ein Abkommen möglich ist. Sie wird dort über die Lebensgeister berichten, daher nimmt sie die Skizzen mit. Und am Ende des vorletzten Abschnitts äußert sie ihrem Vater gegenüber, dass andere Menschen diese Erkenntnisse ja bisher nicht kennen.

Ich habe entsprechend deiner Anmerkungen die Textstellen angepasst, danke für die Hinweise!

Viele Grüße und auch dir noch einen schönen Tag,
Rob
 
Senior
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10.02.2000
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Aloha @Rob F,

sogar Fantasy ... das ist wirklich nicht mein Gebiet. Selbst als Kind war ich meilenweit davon entfernt. Science, ein wenig Fiction, das hab ich noch verkraftet. Ein paar Monate habe ich als Schüler in den 70ern mal die Gespenster-Heftchen gelesen, aber wurde irgendwann langweilig.

Aber ich habe die Geschichte gelesen. Denn am Ende sind es eben meist menschliche Konflikte die ausgetragen werden. Hier den Mut aufzubringen, über den Tellerrand zu sehen, um eine aussichtslose Situation in ein Arrangement zu verändern. Da braucht es Vertrauen. Das zwischen Vater und Tochter, und am Ende das der ganzen Bevölkerung.

Eigentlich ganz up to date im Moment. Das Vertrauen der Bevölkerung ... da hapert es ja ein wenig momentan.

Im Kopf habe ich die Knochengerippe mal durch irgendwelche Honks ersetzt. Unfreundliche Nachbarn oder so. Es ist Spannung drin, gute Dialoge und es ist nicht zu lang. Hat mir wirklich gefallen.

Griasle
Morphin
 
Mitglied
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09.12.2019
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Hallo nochmal, @Morphin ,

auch hierbei danke für deine Eindrücke!

Aber ich habe die Geschichte gelesen. Denn am Ende sind es eben meist menschliche Konflikte die ausgetragen werden. Hier den Mut aufzubringen, über den Tellerrand zu sehen, um eine aussichtslose Situation in ein Arrangement zu verändern. Da braucht es Vertrauen. Das zwischen Vater und Tochter, und am Ende das der ganzen Bevölkerung.
Ja, es freut mich, wenn es auch so ankommt und nicht in der Fantasyhandlung untergeht. Gerade die zwei "Überzeugungen" für dieses Vorgehen (Nomiia überzeugt ihren Vater, dann mit ihm zusammen die Bevölkerung) hätte etwas ausführlicher und mit mehr anfänglichem Widerstand ausfallen können, aber für eine Kurzgeschichte ist es so wahrscheinlich schon in Ordnung und nachvollziehbar.

Eigentlich ganz up to date im Moment. Das Vertrauen der Bevölkerung ... da hapert es ja ein wenig momentan.
Bezogen auf die Impfungen wird die Bereitschaft m.E. weiter steigen, wenn es so weitergeht, dass kaum Nebenwirkungen auftreten und die geimpften gesund unterwegs sein können. Sich dadurch auch mental sicherer fühlen, das wird nach außen ja auch seine Wirkung haben.
Bei den Lockdown-Maßnahmen ist es schwierig, je länger es andauert. Aber ich glaube, da muss man fairerweise gegenüber den Politikern auch sagen, dass keiner damit rechnen konnte, dass die Maßnahmen der letzten Wochen so wenig bringen, zumindest die Zahlen nicht deutlich runterbringen.
Also müssen sie ja handeln und ggf. das Leben weiter einschränken, bei teilweise mehr als 1000 Toten täglich. Alles andere würde ja hoffentlich niemand für richtig halten und durch den Impfstoff kann es in ein paar Monaten ja deutlich besser aussehen.

Im Kopf habe ich die Knochengerippe mal durch irgendwelche Honks ersetzt. Unfreundliche Nachbarn oder so. Es ist Spannung drin, gute Dialoge und es ist nicht zu lang. Hat mir wirklich gefallen.
Wie meine damalige Englisch-LK-Lehrerin sagte: feel free to do so!
Danke für das positive Feedback, Honks gehen natürlich auch :)

Noch einen schönen Abend,
Rob
 
Monster-WG
Beitritt
20.08.2019
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Lieber @Rob F

So war es auch gedacht, zumindest nach einer der bisherigen Überarbeitungen. Dann findest du die Ortsbeschreibung am Anfang zu kurz?

Ja, mir persönlich wars zu kurz.

Die Skelette sind halt nicht nett ... aber da kann ich ja nichts für!

Lol :D Das stimmt.

Du hast es im Prinzp so geschrieben, wie es gedacht war. Der Albtraum sollte zeigen, dass sie mit den Skeletten zwar einen Deal haben, aber die Nomiia glaubt nicht, dass die Gefahr schon insgesamt gebannt ist. Es muss sich ja noch zeigen, ob das auch so funktioniert, ohne dass die Skelette weiter bedrohen und morden.
Und genau, sie bauen eine neue Stadt, die Skelette brauchen ja die vorherige wegen den Lebensgeistern.
Nomiia reitet nochmal weg, um auch in anderen Städten ihre Erkenntnisse zu verbreiten, dass mit den Skeletten auch ein Abkommen möglich ist. Sie wird dort über die Lebensgeister berichten, daher nimmt sie die Skizzen mit. Und am Ende des vorletzten Abschnitts äußert sie ihrem Vater gegenüber, dass andere Menschen diese Erkenntnisse ja bisher nicht kennen.

Dann ist ja alles gut, wenn ich es so verstanden hab, wie Du es ausdrücken wolltest :thumbsup:

Ich habe entsprechend deiner Anmerkungen die Textstellen angepasst, danke für die Hinweise!

Gern geschehen.

Liebe Grüße und einen schönen Tag,
Silvita
 

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