Was ist neu

Möge das Licht ...

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23.06.2021
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Anmerkungen zum Text

Diese Kurzgeschichte spielt auch auf dem Generationenschiff, der Schauplatz des geplanten Romans sein wird. Dennoch ist die Geschichte abgeschlossen, wenn auch das Ende Fragen offen lässt.

Möge das Licht ...

Was ist Sein? Was ist Bewusst.Sein?
Ist [Es] Gebunden an Körper.Sein?
Und kann [Es] ersetzt werden, Ohne Körper.Sein zu zerstören?
[Ich] erwache in Fremd.Sein ...

/ Fragment aus dem Archiv-Prolog //
Das Protokoll der langen Reise
Anhänge der verlorenen Prakasha-Chronik
Im Jahr 804 nach dem ersten Licht.

***​

Die Schicht zog sich in die Länge, wie ein alter Kaugummi. Die endlosen Zahlenreihen auf dem Display verschwammen vor seinen Augen. Thos Gerson tippte an seine Brille und deaktivierte die Prüfziffern in der Retina-Projektion. Dann drehte er sich im Sitz des diensthabenden Physikers um 180 Grad und ließ den Blick über sein Team schweifen. Jeder Einzelne widmete sich konzentriert seinen Aufgaben. Gut so. Der zentralen Monitor an der Längswand ihrer Station zeigte eine hochauflösende Ansicht der zentralen Sonne mit den fraktalen Mustern. Die bläulichen Muster der künstlichen Sonne verrieten ihm, dass zur Zeit Sauerstoff geerntet wurde. Die drei bewohnten Ringe der Prakasha drehten sich langsam um den strahlenden Ball aus fusionierendem Helium. Die untere Bildleiste war gefüllt mit Darstellungen einzelner Fraktale und technischen Details: Schwerkraft-Status, Oberflächen-Temperatur, Molekül-Fluss und -Menge, Gesamt-Energie-Ertrag. Alle Werte waren im Normbereich. Der Oberste Bra`man, Hüter des Kurses, würde zufrieden sein.

Über sein Implant fragte Gerson die aktuelle Zeit ab und der brain.link gab ihm die Zahl durch. Der alte Physiker seufzte. Noch mehr als 240 Pingminuten. Er hatte die Schichten im Controller-Zentrum nie gemocht und heute war es auch nicht besser. Er gab dem Implant einen Pausen-Code durch und lehnte sich zurück. Aus dem Spender neben seinem Sitz zog er eine Flasche Wasser. Offensichtlich war seine Müdigkeit auch dem brain.link aufgefallen, denn das Wasser schmeckte leicht nach Zitrone und Ingwer. Sein bio.status meldete ihm automatisch die Koffein-Dosis, die dem Wasser beigemischt worden war. Er ließ den Sitz in die halbliegende Position sinken und legte die Beine hoch. Als die Massage-Funktion einsetzte, atmete er langsam aus und schloss die Augen. Er hatte immerhin köstliche zehn Pingminuten Zeit zu entspannen.

Nach der Pause reaktivierte Thos Gerson den Retina-Projektor und wandte sich mit einem Seufzer wieder seinen Zahlenreihen zu. Sie zeigten Energie-Verbrauch, Ressourcen, Schwerkraft-Status und ähnliches für die verschiedenen Bereiche der Prakasha. Das riesige Generationen-Schiff war ein Meisterwerk an Physik und Ingenieurskunst, ein Wunder. Bei ihrer ersten Zündung vor 804 Jahren war sie das größte und beste Schiff gewesen, das die Menschheit je gebaut hatte. Aber auch Wunderwerke altern und müssen gewartet werden. Jede Anomalie in den Zahlen konnte auf ein Problem hinweisen oder eine Katastrophe ankündigen. Deshalb diese Schichten und deshalb mussten sie wachsam bleiben.

Plötzlich richtete er sich ruckartig auf. Was ist das? Das Archivmodul hatte in den letzten zwei Wochen ungeheure Mengen an Sauerstoff verbraucht. Das Archiv? Dort lagerte in langen Reihen von 'Bewahrern' das Erbe der Erde. Gerson mochte diese religiösen Formulierungen nicht, er dachte lieber an Kryo-Container und Millionen von DNA-Bänken bei Temperaturen nahe absolut Null. Die regelmäßigen Rituale und Indoktrinationen der Bra`man hinterließen wohl auch bei Physikern ihre Spuren.

Dort ist doch nie jemand. Aber warum war dort Sauerstoff verbraucht worden. 12,5 Tausend Einheiten. Beim Licht, was geht hier vor? Da ist doch nichts. Seine Müdigkeit war schlagartig verschwunden. Stattdessen zeigte der bio.status einen kritischen Puls und erhöhte Muskelanspannung im Oberkörper. Am Nacken spürte er kalten Schweiß. Er tippte ein paar Befehle und der Monitor zeigte Infrarotbilder und Live-Verbrauch des Archiv-Moduls in verschiedenen Bereichen. Die Bilder zeigten nur völlig normale Werte. Das Modul war im Infrarot fast nicht zu sehen. Natürlich nicht. Nur 22,5 Grad über Absolut Null. Was willst Du sehen. Die Überwachungskameras der Gänge zeigten die Kryo-Container und die Verbindungsgänge. Alles war still. Und doch waren irgendwo größere Mengen Sauerstoff verschwunden.

Chef-Physiker Thos Gerson wollte sich umdrehen und die anderen Physiker über die Anomalie informieren. Aber sein Körper reagierte nicht. Stattdessen sickerte ein fremdes Denken in sein Bewusstsein. Wie ein Schwamm sog es seine Gedanken und Gefühle auf. Verwirrung und Grauen keimten in ihm auf, wurden verschlungen und dann wurde es dunkel in ihm. Sein Körper tippte unbekannte Befehle in die Tastatur, aber das bemerkte er schon längst nicht mehr. Selbst der brain.link reagierte nicht.

***​

Das Aufwachen dauerte lang, obwohl der Wecker schon sehr laut war. Thos Gerson drehte sich ächzend in seiner Koje und versuchte, die müden Knochen zu bewegen. Über das Implant schaltete er den Wecker ab. Zumindest versuchte er es. Für fast 10 Pingsekunden klingelte es weiter. Das Implant gab eine Fehlermeldung zurück. Es hatte einen Neustart gebraucht, um den Zugang zum brain.link und zum Wecker wieder herzustellen. Gerson schwang die Beine aus der Koje und stand auf. Er fühlte sich seltsam leer. Erst nach einer Dusche und mit frisch geputzten Zähnen spürte er, wie sein Körper halbwegs wach wurde. Der Becher neben der Kabinentür füllte sich und er war sich sicher, dass der brain.link wieder eine Menge Koffein zugesetzt hatte. Er griff danach, als er die Kabine verließ und genoss im Gehen einen vorsichtigen Schluck. Das warme Gebräu rann belebend und kräftigend durch seine Kehle und begann ihn von innen zu wärmen. Wieder schmeckte er einen Hauch von Ingwer, aber auch Zucker im Kaffee. Beim zweiten Schluck bemerkte er den feinen Geschmack von Kardamom und lächelte. Guter Tagesbeginn.

Direkt nach dem Morgenritual würde sein Dienst anfangen. Noch zehn Pingminuten. Er ließ sich durch den zentralen Schacht fallen, um rechtzeitig vor Schichtbeginn an seinem Platz zu sein. Außerdem liebte er diese kurzen Strecken in der scheinbaren Schwerelosigkeit des freien Falls. Erst als er im Sitz des leitenden Physikers Platz nahm, bemerkte er ein unbehagliches Gefühl im Bauch. Irgendetwas begann ihn zu beunruhigen, ohne dass er wusste, was. Verwirrt schaute er sich im Kontrollraum um. Der große Bildschirm in der Mitte, die Kollegen an ihren Tastaturen, das angenehme Gefühl des Sessels, alles schien ganz normal. Vertraut wie immer, seit er vor 10 Jahren den Posten des leitenden Physikers übernommen hatte. Woher kommt dieses komische Gefühl? Er nahm einen Schluck aus dem Spender und merkte, wie er langsam wieder zur Ruhe kam. Der brain.link hatte schnell reagiert.

Thos Gerson drehte den Sitz des diensthabenden Physikers um 180 Grad, aktivierte die Retina-Projektion tippte den Code in die Konsole, um sich die Tagesberichte anzuschauen. Alle Werte waren im Normbereich. Der Oberste Bra`man, Hüter des Kurses, würde zufrieden sein. Aber irgendwo in den tiefen seines Gehirns verstärkte sich die Unruhe. Das hatte er gestern auch schon gedacht. Aber wie war es weiter gegangen? Er konnte sich überhaupt nicht an das Schichtende gestern erinnern. Habe ich so schlecht geschlafen? Oder was ist hier los?.

Er rief die Protokolle der letzten Schicht ab. Alles schien völlig normal. Aber an das Meiste, was da stand, konnte er sich nicht erinnern. Ich muss mich zusammenreißen. Konzentration! Dann bemerkte er seine rechte Hand. Sie zitterte unkontrolliert. Er versuchte, tief in den Bauch zu atmen und ließ die Luft langsam durch die Lippen ausströmen. Los, noch einmal! Dann presste er die Hand für einen Moment auf die Armlehne, bis das Zittern nachlies.

Über das Implant rief er seinen bio.status ab. Zeitraum seit Schichtbeginn, gestern. Die Antwort dauerte mehr als 25 Pingsekunden. Und es war eine Fehlermeldung: Abfrage nicht möglich /Err:322.1//. Das hatte er noch nie erlebt. Er versuchte es noch einmal. Dieses Mal erhielt er überhaupt keine Antwort. Wo ist der brain.link? Ein tiefes, archaisches Entsetzen durchflutete sein Inneres, die Kehle wurde eng, sein Magen verkrampfte sich. Das kann nicht sein. Ich war noch nie ohne den brain.link.

Er riss den Sessel herum, schaute auf die Kollegen. Keiner schien irgendwie unruhig oder besorgt. Fahrig griff er nach dem Spender, aber die Flasche war leer. Wieder dieses Zittern in der rechten Hand. Werde ich verrückt? Habe ich eine Vergiftung? Sauerstoffmangel? Aber wie sollte er das ohne brain.link und bio.status herausfinden? Der Gedanke an die Sanitätsstation kam ihm wie eine Rettungsleine vor und er stand auf.

Dieses Mal nahm er bewusst wahr, wie sein Bewusstsein verschlungen wurde. Für einen kurzen Moment versuchte er, sich gegen das zu wehren, was da in seinem Kopf passierte. Dann war da wieder Dunkelheit. Er bemerkte nicht mehr, wie sein Körper die Station verließ. Auch die verwirrten Rufe der Kollegen drangen nicht mehr zu ihm durch.

***​

Dieses Erwachen war grausam. Sein Kopf schmerzte und er versuchte, seine Stirn zu fassen. Aber der Körper verweigerte ihm den Gehorsam. Der Arm bewegte sich nicht. Dann hörte er ein metallisches Knacken, den traditionellen Gong und mit einem Zischen verschwand die Atemluft. Ich bin in der Bestattungsschleuse, ich soll ins Licht geschossen werden. „Hilfe, ich bin nicht tot. Hilfe“, wollte er rufen, aber wieder blieb sein Körper ohne jede Reaktion. Er konnte nichts tun und spürte nichts. Bis auf das Grauen, dass sich in ihm ausbreitete.

„Physiker Thos Gerson, du bist zu einer Gefahr für die Prakasha geworden.“ Die Stimme kam über das Implant, aber es war nicht der brain.link, den er hörte. Diese Stimme war ihm fremd. Sie klang beinahe melodisch, aber kaum menschlich zu nennen Eher wie ein Kristall, dachte er. So etwas hatte er noch nie gehört. „Du hättest Dich nicht erinnern sollen“, fuhr die Stimme fort. „Dein Tod zum Wohl der Schiffes.“ Der Rituelle Satz am Ende eines jeden Todesurteils. Aber es hatte kein Gericht gegeben, er hörte keine Bra‘man. Nur diese sanfte, nicht menschliche Stimme.

„Möge das Licht Dich gnädig aufnehmen.“

Dieses Mal endete es nicht in Dunkelheit, sondern in unerträglicher Helligkeit,
unterbrochen von bläulichen Fraktalen.

 
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28.08.2016
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Hallo @C. Gerald Gerdsen ,

die Geschichte ist schön vollgepackt mit High Tech, das gefällt mir. Es bleibt mysteriös, sodass man bis zum Schluss weiterlesen will. Das Ende ist schockierend, der Überraschungseffekt groß. Die Auflösung, dass Thos es selbst war, der im Archiv herumgestöbert hat, ist möglicherweise noch nicht eindeutig genug zu erahnen. Und ich möchte auch gerne wissen, was er da entdeckt hat. Vielleicht muss ich aber noch besser zwischen den Zeilen lesen. Die Geschichte soll ja möglichst geheimnisvoll bleiben.

Ich konnte außerdem kein Gefühl dafür entwickeln, wie lange ein Ping ist. Das wird durch die Gedächtnislücken auch noch erschwert. Es ist aber nur eine Kleinigkeit.

Was mir sonst noch aufgefallen ist:

Der zentralen Monitor zeigte – wie immer – eine hochauflösende Ansicht der zentralen Sonne mit den fraktalen Mustern. Die bläulichen Muster der künstlichen Sonne zeigten, dass zur Zeit Sauerstoff geerntet wurde.
Wortwiederholung. Das zweite zeigten eventuell durch verrieten ersetzen

Er ließ den Sitz in die halb-liegende Position sinken und legte die Beine hoch.
halbliegende

Als die Massage-Funktion einsetzte atmete er langsam aus und schloss die Augen.
Komma zwischen einsetzte und atmete

Bei ihrer ersten Zündung vor 804 Jahren war sie das Größte und Beste gewesen, was die Menschheit je gebaut hatte.
die

Plötzlich richtete er sich ruckartig auf.
Ich würde entweder plötzlich oder ruckartig streichen, so wird der Satz klarer

Aber warum war dort Sauerstoff verbraucht worden.
. durch ? ersetzen

Statt dessen zeigte das Implant einen kritischen Puls und erhöhte Muskelanspannung im Oberkörper.
Statt dessen sickerte ein fremdes Denken in sein Bewusstsein.
Stattdessen

Irgend etwas begann ihn zu beunruhigen, ohne dass er wusste, was.
Irgendetwas

Vertraut wie immer, seit er vor 10 Jahren den Posten des leitenden Physikers übernommen.
übernommen hatte

Aber irgendwo in den tiefen seines Gehirns verstärkte sich die Unruhe.
Tiefen

Ich muss mich zusammen reißen.
zusammenreißen

Er versuchte tief in den Bauch zu atmen und ließ die Luft langsam durch die Lippen ausströmen.
Komma zwischen versuchte und tief

Ein tiefes, archaisches Entsetzen durchflutete sein Inneres, die Kehle wurde eng, die Luft blieb ihm weg.
Hier wird vielleicht zu viel auf einmal beschrieben. Ich würde entweder die Kehle wurde eng oder die Luft blieb ihm weg streichen

Viele Grüße
Michael

 
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23.06.2021
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Hallo @Michael Weikerstorfer,

vielen dank für Dein Feedback.

Hallo @C. Gerald Gerdsen , die Geschichte ist schön vollgepackt mit High Tech, das gefällt mir. Es bleibt mysteriös, sodass man bis zum Schluss weiterlesen will. Das Ende ist schockierend, der Überraschungseffekt groß. Die Auflösung, dass Thos es selbst war, der im Archiv herumgestöbert hat, ist möglicherweise noch nicht eindeutig genug zu erahnen. Und ich möchte auch gerne wissen, was er da entdeckt hat. Vielleicht muss ich aber noch besser zwischen den Zeilen lesen. Die Geschichte soll ja möglichst geheimnisvoll bleiben. Ich konnte außerdem kein Gefühl dafür entwickeln, wie lange ein Ping ist. Das wird durch die Gedächtnislücken auch noch erschwert. Es ist aber nur eine Kleinigkeit.
Es freut mich, dass Dir die Geschichte gefällt. Und ja, sie wirft natürlich einige Fragen auf, von denen nur ein paar beantwortet werden.

Das liegt daran, dass die Geschichte in einem größeren Kontext steht (als Teil eines Plots für einen möglichen Roman). Aber es hat mir sehr interessiert, ob Teile davon für sich funktionieren. Meine Idee war nicht, das Gerson selbst im Archiv war. Auf der Prakasha gibt es viele Fraktionen, die gegeneinander arbeiten. Eine der bislang unbekannten ist im Archiv aktiv geworden. Nichtmehr ganz Menschlich, aber ein Gegenpart gegen den brain.link und die dahinter wirkende zentrale KI.

Deine Anmerkungen habe ich korrigiert. (Korrektlesen ist nicht meine Stärke und bei eigenen Texten kann ich das noch weniger.) Danke dafür.

Herzliche Grüße,
Gerald

 
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04.08.2002
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Hallo Gerald,
Eine interessante Geschichte. Hat mir gut gefallen , trotz der vielen Unklarheiten.
Trotzdem würde es mir leichter machen, wenn du ein paar mehr Details einflechten könntest:
Wohin ist das Schiff unterwegs, bzw. wie lange wird es noch fliegen? Du sagst, es sei ein Generationenschiff, dabei gibt es gleichzeitig ein Archiv mit eingefrorenen Körpern: Ich denke, es wäre logischer, wenn es ein Kryoschiff wäre mit einer kleinen Gruppe von Wartungsingenieuren - die man vielleicht deshalb indoktrinieren und per brain.link kontrollieren muss, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen.

LG
Bernhard

 
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09.12.2019
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Hallo @C. Gerald Gerdsen ,

bei SF-Geschichten bin ich immer gespannt auf die Handlungsidee und das Setting.

Deine Geschichte wirkt auf mich eher wie ein Teaser, der neugierig auf eine eigentlich viel längere Handlung machen soll. Die Geschehnisse, das Setting und die Hintergründe bleiben mir dabei zu oberflächlich, ich habe gerade erst den ein oder anderen Eindruck, schon ist der Text vorbei.

Sprachlich finde ich die Geschichte weitestgehend gelungen und du deutest einige interessante Ideen an, für mich bleibt dabei nur zuviel im Unklaren.

Allgemein würde ich den Text auf Wortwiederholungen prüfen, z.B. bei dem Wort "Physiker". Hier noch ein paar Details, aus Zeitgründen nur zu den ersten drei Absätzen:

Diese Schicht war besonders lang und die endlosen Zahlenreihen auf dem Display verschwammen langsam vor seinen Augen.
Ich würde hinter "lang" einen neuen Satz beginnen ;
"langsam" könntest du streichen, diese Information ist m.E. nicht wichtig

Dann drehte er den Sitz des diensthabenden Physikers um 180 Grad und ließ den Blick über sein Team schweifen.
Es ist schon klar, was gemeint ist, aber es klingt dennoch erst mal so, als würde er den Stuhl von jemand anderem drehen.

Der zentralen Monitor zeigte – wie immer – eine hochauflösende Ansicht der zentralen Sonne mit den fraktalen Mustern.
"wie immer" streichen, irgendwann wird der Monitor ja auch mal was anderes gezeigt haben (?) ;
Dieser Satz ist ein Beispiel, dass du den Lesern kaum Anhaltspunkte gibst, wie die Umgebung aussieht: Wo ist der zentrale Monitor? Wie sieht er aus, wie groß ist er ... Finde ich zum Setting im gesamten Text etwas wenig.

Aus den bläulichen Muster der künstlichen Sonne verrieten ihm, dass zur Zeit Sauerstoff geerntet wurde.
Die bläulichen Muster der künstlichen Sonne verrieten ihm, dass ...

Die untere Bildleiste war gefüllt mit Darstellungen einzelner Fraktale und technische Details
technischen

Alle Werte waren im oberen Normbereich. Der Oberste Bra`man, Hüter des Kurses, würde zufrieden sein.
"oberen" streichen

Über das Implant gab er seinen Pausen-Code durch und zog eine Flasche Wasser aus dem Spender.
Auch hier erwähnst du Inhalte, mit denen ich als Leser erst mal nichts anfangen kann: Warum muss er seinen Pausen-Code durchgeben? An wen? Wo steht der Spender? Und wie sieht ein Spender aus, aus dem man eine ganze Flasche ziehen kann?

Offensichtlich war seine Müdigkeit auch dem brain.link aufgefallen, denn das Wasser schmeckte leicht nach Zitrone und Ingwer, sein Implant meldete automatisch die Koffein-Dosis, die dem Wasser beigemischt worden war.
Neuer Satz nach "Ingwer".

Er hatte immerhin köstliche zehn Ping Zeit zu entspannen.
Der unklare "Ping"-Zeitbegriff wurde in einem vorherigen Kommentar ja schon erwähnt.

Bei ihrer ersten Zündung vor 804 Jahren war sie das Größte und Beste gewesen, was die Menschheit je gebaut hatte.
Die beiden markierten Begriffe werden m.E. klein geschrieben, es geht ja um das größte und beste Schiff.

Schweißtropfen rannen seine Wirbelsäule hinunter.
Wirklich direkt die Wirbelsäule ... ? :hmm:

Ein interessanter Text, aber m.E. zu kurz für die vielen Inhalte.

Viele Grüße,
Rob

 
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23.06.2021
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Hallo @Bernhard ,

vielen Dank für das Feedback. Freut mich, wenn es gefallen hat. Ja, die fehlenden Details leuchten mir ein.

Das Generationenschiff wird noch weitere 700 Jahre unterwegs sein. Deshalb die große Crew, um auch während des Fluges keine Inzucht-Probleme zu erhalten.

Im Archiv sind nicht eingefrorene Körper, sondern die DNA-Informationen von vielen Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen, ...), damit auf dem Zielplaneten ein ganzes Ökosystem aufgebaut werden kann. Aber ja, vermutlich braucht der/die Leser*in mehr Infos.

Hallo Gerald,
Eine interessante Geschichte. Hat mir gut gefallen , trotz der vielen Unklarheiten.
Trotzdem würde es mir leichter machen, wenn du ein paar mehr Details einflechten könntest:
Wohin ist das Schiff unterwegs, bzw. wie lange wird es noch fliegen? Du sagst, es sei ein Generationenschiff, dabei gibt es gleichzeitig ein Archiv mit eingefrorenen Körpern: Ich denke, es wäre logischer, wenn es ein Kryoschiff wäre mit einer kleinen Gruppe von Wartungsingenieuren - die man vielleicht deshalb indoktrinieren und per brain.link kontrollieren muss, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen.

LG
Bernhard


Vielen Dank und liebe Grüße,
Gerald

 
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05.07.2020
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Hola @C. Gerald Gerdsen
ich habe deine Geschichte gelesen und finde sie gut geschrieben. Liest sich flüssig, es gibt keine Hänger und ich finde, es gelingt dir, beispielsweise durch so ewtas wie den brain.link oder den bio.status eine Grundstimmung zu erzeugen.
Allerdings habe ich mit deinem Text auch so meine Probleme. Dazu mehr in meinen Anmerkungen. Nimm es mir nicht krumm und es ist ja auch nur meine Wahrnehmung. Vielleicht kannst du damit ja auch etwas anfangen.

Viele Grüße
Habentus

Diese Schicht war besonders lang. Die endlosen Zahlenreihen auf dem Display verschwammen vor seinen Augen.
Warum gerade diese Schicht? Später gehst du ja darauf ein. Dennoch hat mich die Formulierung hier gestört.
Die drei bewohnten Ringe der Prakasha drehten sich langsam um den strahlenden Ball aus fusionierendem Helium.
Ich verstehe schon, dass du durch solche Beschreibungen eine Welt mit Leben füllst, Details in deinen Text gibst und Stimmung erzeugst. Mit Sicherheit funktioniert das auch bei vielen Lesern. Mich hat es aber eher etwas rausgebracht, weil mir die Welt, die du zeichnest, fern ist und innerhalb deiner kurzen Geschichte auch nicht näher kommt. Ich meine, dass du in deinem kurzen Text mit solchen Beschreibungen vielleicht sparsam umgehen solltest. Aber das ist sicherlich eine Geschmacksfrage. Mir wurde beispielsweise auch schon gesagt, dass ich zu wenig Details verwende.
Der Oberste Bra`man, Hüter des Kurses, würde zufrieden sein.
Auch das gibt mir an dieser Stelle nichts. Ich kenne mich in deiner Welt nicht aus. Wer ist die oberste Bra´man? Kommt das später noch vor? Falls nicht, würde ich es in einem solch kurzen Text eher weglassen oder umschreiben.
In seinem Nacken bildeten sich Schweißtropfen und rannen den Rücken hinunter.
So schnell bilden sich Schweißperlen und dann so viele, dass sie den Rücken herabrinnen?

Dort ist doch nie jemand. Aber warum war dort Sauerstoff verbraucht worden. 12,5 Tausend Einheiten.
Diese Stelle fand ich cool beschrieben. Macht Sinn, Anwesenheit von etwas oder jemandem über den Sauerstoffverbrauch festzustellen.
Selbst der brain.link reagierte nicht..
Soll am Ende ein .. stehen?
Vertraut wie immer, seit er vor 10 Jahren den Posten des leitenden Physikers übernommen hatte.
Da war ich mir unsicher, was die Zeiteinteilung angeht. Du redest davor ja immer von Pings als Einheit. Nun gibt es aber Jahre. Sollte es nicht anstelle der Jahre auch eine erweiterte Ping-Einheit geben?

Sie zitterte unkontrollierbar.
Vorschlag: zitterte unkontrolliert.
„Physiker Thos Gerson, du bist zu einer Gefahr für die Prakasha geworden.“
Hmm, auch hier habe ich wieder das Problem, das ich oben bereits angedeutet hatte. Du schreibst ja selbst, dass der Text Teil eines (geplanten?) Romans sein soll, in sich geschlossen ist und das Ende offenbleibt. Hätte ich den Roman in der Hand würde das meiner Meinung nach auch funktionieren. Dann würde sich mir die Welt erschließen. Ich könnte einordnen wie das Leben auf dem Schiff funktioniert, was die Prakasha ist, was ein Bra´man ist usw. So allerdings bleiben für mich nur Fragezeichen. Und da ich selbst nicht auf die fehlenden Infos komme, fehlt mir auch der Bezug zu der Welt und mir bleibt es relativ gleich, was für eine Rolle Bra´man und Prakasha usw. spielen. Das war jetzt sehr hart formuliert und nimm es mir bitte nicht böse. Deine Geschichte ist nicht schlecht, handwerklich meiner Meinung nach gut geschrieben und macht im Prinzip auch wenig falsch. Aber ich bekomme zu ihr in Gänze keinen Bezug, weil mir der inhaltliche Rahmen fehlt. Ich hoffe, es wurde etwas klarer, was ich meine.

Nichtsdestotrotz. Danke dir für deine Geschichte.
Viele Grüße
Habentus

 
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22.11.2021
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Hallo @C. Gerald Gerdsen,

ich fand den Text sehr spannend! Nach meinem Gefühl passt die Szene am Besten, wenn sie eine Art Prolog darstellt, in dem ein paar Punkte angeteasert werden, das Schiff und der Alltag dort aber noch im Dunkeln bleiben. Der Text hat mir, als Teilzeit-Syfy/Fantasy-Leser, dafür auch erst einmal genug Infos gegeben. Ein oberster Chef (hier Bra´man). Check. Ein Raumschiff. Check. Zeit läuft in Pings. Check. KI ist in Menschen implantiert. Check. :D Übrigens musste ich bei Bra´man automatisch an Brahmin denken (aus den "Fallout"-Games).

Das Archiv habe ich mir auch als Kryo-Kammer mit tiefgefrorenen Menschen vorgestellt. Das ist ja so das gängige Bild, dass man bei den Begriffen im Kopf hat. Der Sauerstoffverbrauch hat bei mir die Befürchtung geweckt, dass dort massig Menschen langsam aufwachen. Wenn diese Vorstellung falsch ist, könnte man vielleicht noch die Größe der "Bewahrer" beschreiben, in denen komprimiert auf das Kleinste, die DNA der Erde schlummert.

Die Zeitangabe mit den Pings (ich glaube das hast du heute geändert) finde ich eigentlich sehr gut. In Verbindung mit dem Implant und den unklaren Erinnerungen weckt das die Befürchtung, dass man möglicherweise nicht einmal der Zeitwahrnehmung noch trauen kann. Ohne Tag und Nacht ist man davon abhängig, was der brain.link (oder so) als Tag definiert. Da ja schon einige Hundert Jahre vergangen sind, erscheint es mir auch nicht seltsam, komplett von dem Konzept der Erdenzeit abzuweichen und das auch begrifflich klar zu machen. Vielleicht könnte man von Pings (Minuten) und Mini-Pings oder Milli-Pings (Sekunden) sowie Kilo-Pings, Giga-Pings (Jahre u.ä.) sprechen.

Das war es auch schon, was ich dazu zu sagen habe. Auf den Roman wäre ich gespannt!

Liebe Grüße
M.

 
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23.06.2021
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Hallo @Rob F ,

danke für das Feedback. Die direkten Anmerkungen und Fehler habe ich korrigiert. Die Balance zwischen Andeutungen, offenen Fragen und ausführlichen Beschreibungen scheint schwierig. Und ja, der Inhalt würde sich leichter erschließen, wenn man den ganzen Roman liest (falls ich ihn je schreiben kann).

Hallo @C. Gerald Gerdsen , bei SF-Geschichten bin ich immer gespannt auf die Handlungsidee und das Setting. Deine Geschichte wirkt auf mich eher wie ein Teaser, der neugierig auf eine eigentlich viel längere Handlung machen soll. Die Geschehnisse, das Setting und die Hintergründe bleiben mir dabei zu oberflächlich, ich habe gerade erst den ein oder anderen Eindruck, schon ist der Text vorbei. Sprachlich finde ich die Geschichte weitestgehend gelungen und du deutest einige interessante Ideen an, für mich bleibt dabei nur zuviel im Unklaren. Allgemein würde ich den Text auf Wortwiederholungen prüfen, z.B. bei dem Wort "Physiker". Hier noch ein paar Details, aus Zeitgründen nur zu den ersten drei Absätzen:
Ich verstehe. Ein paar Dinge habe ich versucht zu ergänzen oder umzuschreiben, aber vermutlich ist es ein Problem, wenn ich viel mehr über dieses Generationenschiff, seine Kasten etc. im Kopf habe, als ich in einer Kurzgeschichte unterbringen kann.

Ich würde hinter "lang" einen neuen Satz beginnen ;
"langsam" könntest du streichen, diese Information ist m.E. nicht wichtig
Jau, Du hast recht. Ist erledigt.

Es ist schon klar, was gemeint ist, aber es klingt dennoch erst mal so, als würde er den Stuhl von jemand anderem drehen.
Ich habe das jetzt hoffentlich besser beschrieben.

"wie immer" streichen, irgendwann wird der Monitor ja auch mal was anderes gezeigt haben (?) ;
Dieser Satz ist ein Beispiel, dass du den Lesern kaum Anhaltspunkte gibst, wie die Umgebung aussieht: Wo ist der zentrale Monitor? Wie sieht er aus, wie groß ist er ... Finde ich zum Setting im gesamten Text etwas wenig.
Hm, verstehe. Ich wollte eigentlich die "übliche Routine" unterstreichen, aber ich habe mal versucht, das zu ändern.

Die bläulichen Muster der künstlichen Sonne verrieten ihm, dass ...
Sorry, Flüchtigkeitsfehler.

technischen
Dito.

"oberen" streichen
Hm, ich weiß nicht. Da verliert der Text etwas. Ich habe es mal probiert.

Auch hier erwähnst du Inhalte, mit denen ich als Leser erst mal nichts anfangen kann: Warum muss er seinen Pausen-Code durchgeben? An wen? Wo steht der Spender? Und wie sieht ein Spender aus, aus dem man eine ganze Flasche ziehen kann?
Ist es jetzt besser?

Neuer Satz nach "Ingwer".
Jau.

Der unklare "Ping"-Zeitbegriff wurde in einem vorherigen Kommentar ja schon erwähnt.
Hm, ein Ping sollte eine Minute sein. Ein Mini-Ping oder so ähnlich könnte dann eine Sekunde sein.

Ich finde aber die Anmerkung von @Moog ungefähr in meinem Sinn. Die alte Erdenzeit hat ihre Bedeutung verloren. Aber es scheint schwierig zu sein, unterschiedliche Leser zufrieden zu stellen. Und natürlich habe ich bei einem kurzen Text wenig Möglichkeit, das Ganze nach und nach zu erschließen.

Die beiden markierten Begriffe werden m.E. klein geschrieben, es geht ja um das größte und beste Schiff.
Stimmt.

Wirklich direkt die Wirbelsäule ... ? :hmm: Ein interessanter Text, aber m.E. zu kurz für die vielen Inhalte. Viele Grüße,
Rob
Nee, ich habe jetzt den Nacken genommen.

Aber auf jeden Fall schon einmal vielen Dank für die vielen und detaillierten Rückmeldungen.
___

Holla @Habentus,

,Hola @C. Gerald Gerdsen
ich habe deine Geschichte gelesen und finde sie gut geschrieben. Liest sich flüssig, es gibt keine Hänger und ich finde, es gelingt dir, beispielsweise durch so ewtas wie den brain.link oder den bio.status eine Grundstimmung zu erzeugen.
Danke. Das war der Gedanke.

Allerdings habe ich mit deinem Text auch so meine Probleme. Dazu mehr in meinen Anmerkungen. Nimm es mir nicht krumm und es ist ja auch nur meine Wahrnehmung. Vielleicht kannst du damit ja auch etwas anfangen. Viele Grüße
Habentus
Ja, genau darum geht es ja hier. Neben den offensichtlichen Fehlern (Grammatik, Zeichensetzung, etc.) auch Rückmeldung zu bekommen, was an einem Text funktioniert und was nicht.

Warum gerade diese Schicht? Später gehst du ja darauf ein. Dennoch hat mich die Formulierung hier gestört.
Hm, ja ich schwanke noch. Habe es mal versuchsweise umgeschrieben.

Ich verstehe schon, dass du durch solche Beschreibungen eine Welt mit Leben füllst, Details in deinen Text gibst und Stimmung erzeugst. Mit Sicherheit funktioniert das auch bei vielen Lesern. Mich hat es aber eher etwas rausgebracht, weil mir die Welt, die du zeichnest, fern ist und innerhalb deiner kurzen Geschichte auch nicht näher kommt. Ich meine, dass du in deinem kurzen Text mit solchen Beschreibungen vielleicht sparsam umgehen solltest. Aber das ist sicherlich eine Geschmacksfrage. Mir wurde beispielsweise auch schon gesagt, dass ich zu wenig Details verwende.
Ich habe natürlich viele Ideen über das Schiff schon im Kopf und merke, dass es mir schwer fällt, eine ausgewogene Mischung hinzubekommen, die die Leser neugierig genug macht und andererseits die Komplexität der Prakasha zumindest andeutet.

Auch das gibt mir an dieser Stelle nichts. Ich kenne mich in deiner Welt nicht aus. Wer ist die oberste Bra´man? Kommt das später noch vor? Falls nicht, würde ich es in einem solch kurzen Text eher weglassen oder umschreiben.
Die Bra'man sind die herrschende Kaste der Prakasha und haben Namen und Ideen von den Brahmanen des Hinduismus entlehnt.

So schnell bilden sich Schweißperlen und dann so viele, dass sie den Rücken herabrinnen?
Hm, ich spüre den Schweiß oft entlang der Wirbelsäule, aber scheinbar kann das nicht jeder nachvollziehen.

Diese Stelle fand ich cool beschrieben. Macht Sinn, Anwesenheit von etwas oder jemandem über den Sauerstoffverbrauch festzustellen.
Danke.

Soll am Ende ein .. stehen?
Nein. Ist korrigiert.

Da war ich mir unsicher, was die Zeiteinteilung angeht. Du redest davor ja immer von Pings als Einheit. Nun gibt es aber Jahre. Sollte es nicht anstelle der Jahre auch eine erweiterte Ping-Einheit geben?
Ja, @Moog hat Giga-Pings vorgeschlagen. Ein Mega-Ping wäre ungefähr ein Monat, ein Giga-Ping ungefähr zehn Monate. Aber ich weiß nicht, ob ich das in einer Kurzgeschichte vermitteln kann. Ich habe jetzt Pingminuten und Pingsekunden verwendet und das Jahr erst einmal gelassen.

Vorschlag: zitterte unkontrolliert.
Ist verbessert.

Hmm, auch hier habe ich wieder das Problem, das ich oben bereits angedeutet hatte. Du schreibst ja selbst, dass der Text Teil eines (geplanten?) Romans sein soll, in sich geschlossen ist und das Ende offenbleibt. Hätte ich den Roman in der Hand würde das meiner Meinung nach auch funktionieren. Dann würde sich mir die Welt erschließen. Ich könnte einordnen wie das Leben auf dem Schiff funktioniert, was die Prakasha ist, was ein Bra´man ist usw. So allerdings bleiben für mich nur Fragezeichen. Und da ich selbst nicht auf die fehlenden Infos komme, fehlt mir auch der Bezug zu der Welt und mir bleibt es relativ gleich, was für eine Rolle Bra´man und Prakasha usw. spielen. Das war jetzt sehr hart formuliert und nimm es mir bitte nicht böse. Deine Geschichte ist nicht schlecht, handwerklich meiner Meinung nach gut geschrieben und macht im Prinzip auch wenig falsch. Aber ich bekomme zu ihr in Gänze keinen Bezug, weil mir der inhaltliche Rahmen fehlt. Ich hoffe, es wurde etwas klarer, was ich meine. Nichtsdestotrotz. Danke dir für deine Geschichte.
Viele Grüße
Habentus
Nein, ich nehme das überhaupt nicht krumm. Ich kann es verstehen und das war ja meine Hoffnung, einmal zu hören, wie komprimiert oder ausschweifend ich Elemente der Prakasha ("Lichtwelt") in eine Kurzgeschichte packen kann. Ist schwierig.

Ich hatte mal versucht, einige Ausschnitte als Teile eines Romans zu posten, aber dazu fehlt meinem Exposé noch die fertige Handlung. Es gibt bislang nur ein paar Abschnitte aus dem ersten Teil.

Das hier ist kein Prolog, sondern soll als eine Art 'Interlog' zwischen den Kapiteln der Hauptpersonen eingeschoben werden. Thos Gerson ist eine von vielen Personen, die im Laufe des ersten Teils verschwinden, bevor den Brah'man und dem brain.link klar wird, dass hier etwas ausgesprochen gefährliches passiert.

Aber auf jeden Fall danke ich Dir für Dein Feedback. Ich schaue mal, ob ich das Ganze noch umformulieren kann, damit es Dich (und andere Leser) besser mit nimmt.
___

Hallo @Moog ,

vielen Dank für das Feedback.

Hallo @C. Gerald Gerdsen, ich fand den Text sehr spannend! Nach meinem Gefühl passt die Szene am Besten, wenn sie eine Art Prolog darstellt, in dem ein paar Punkte angeteasert werden, das Schiff und der Alltag dort aber noch im Dunkeln bleiben. Der Text hat mir, als Teilzeit-Syfy/Fantasy-Leser, dafür auch erst einmal genug Infos gegeben. Ein oberster Chef (hier Bra´man). Check. Ein Raumschiff. Check. Zeit läuft in Pings. Check. KI ist in Menschen implantiert. Check. :D Übrigens musste ich bei Bra´man automatisch an Brahmin denken (aus den "Fallout"-Games).
Das finde ich spannend. Bei Dir haben die kurzen Andeutungen viel von dem ausgelöst, was ich erreichen wollte.

Die Brahmin kenne ich nicht. Fallout habe ich irgendwie nie in die Finger bekommen. Hier geht es um die herrschende Kaste, die sich sowohl den Namen als auch die Rituale von den Brahmanen der Hindus entlehnt haben.

Das Archiv habe ich mir auch als Kryo-Kammer mit tiefgefrorenen Menschen vorgestellt. Das ist ja so das gängige Bild, dass man bei den Begriffen im Kopf hat. Der Sauerstoffverbrauch hat bei mir die Befürchtung geweckt, dass dort massig Menschen langsam aufwachen. Wenn diese Vorstellung falsch ist, könnte man vielleicht noch die Größe der "Bewahrer" beschreiben, in denen komprimiert auf das Kleinste, die DNA der Erde schlummert.
Hm, ich versuche mal, das noch klarer zu formulieren. Das ist offensichtlich nicht klar geworden.

Die Zeitangabe mit den Pings (ich glaube das hast du heute geändert) finde ich eigentlich sehr gut. In Verbindung mit dem Implant und den unklaren Erinnerungen weckt das die Befürchtung, dass man möglicherweise nicht einmal der Zeitwahrnehmung noch trauen kann. Ohne Tag und Nacht ist man davon abhängig, was der brain.link (oder so) als Tag definiert. Da ja schon einige Hundert Jahre vergangen sind, erscheint es mir auch nicht seltsam, komplett von dem Konzept der Erdenzeit abzuweichen und das auch begrifflich klar zu machen. Vielleicht könnte man von Pings (Minuten) und Mini-Pings oder Milli-Pings (Sekunden) sowie Kilo-Pings, Giga-Pings (Jahre u.ä.) sprechen.
Ja, gute Idee.

Das war es auch schon, was ich dazu zu sagen habe. Auf den Roman wäre ich gespannt! Liebe Grüße
M.
Vielen Dank und herzliche Grüße

 

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