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M.L.

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05.02.2017
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M.L.

Grauenvoll.!! (Nein, der Punkt ist kein Zeichensetzungsfehler, sondern lediglich die einzige Möglichkeit, die hier empfundene entnervende Langeweile und gleichzeitig aufgesetzte Freundlichkeit schriftlich auszudrücken.)
Ich bin überwältigt von dem Defekt des menschlichen Denkapparates dieses Jungen. Er hat doch fürwahr keine Manieren. Mich mit seinem spöttisch verzogenen Mund derart rüpelhaft anzugrinsen. Darüber könnte ich nur den Kopf schütteln; und dann noch diese Augen. Sie schreien schon förmlich: „Diese Frau da vorne ist zwar 'n bisschen berühmt, aber ich hätte trotzdem Lust, ihr ein Eis ins Gesicht zu klatschen."
Die Mutter errät offenbar die frechen Gedanken des kleinen Bengels, denn sofort schiebt sie ihn nervös, aber dennoch bestimmt weiter.
Einen um Verzeihung bittenden Blick in meine Richtung zu werfen, macht die Umstände aber nicht weniger ermüdend, gnädige Frau. Alea iacta est.
Üblicherweise ist Ehrfurcht das Einzige, womit mich diese vielen Menschen beäugen oder eher anglotzen. Verübeln kann man es ihnen aber nicht. Ein wenig anmaßend mag es vielleicht klingen, aber trotz meines Alters würde ich mich als eine mit etlichen Reizen versehene Dame beschreiben. Zu meiner großen Verärgerung wird meine Fassung dennoch als, wie mir zu Ohren kam, „zurückweisend" oder gar „kalt" etikettiert. Einen fünfzehnjährigen habe ich meinen Gesichtsausdruck sogar als „Bitchblick“ beschimpfen gehört. Was auch immer dieses geschmacklos klingende Wort bedeuten soll.
Wie sich aber die genannten Eigenschaften verbreiten konnten, ist mir ein Rätsel, jedoch entsprechen sie in keinster Weise der Wahrheit! Ein weiteres Problem aus meiner langen Liste der Probleme, die ein Leben als Berühmtheit mit sich bringt, ist die auffallend zunehmende Grobheit meiner Bewunderer. Da sind selbst drei Individuen des überheblichen Geschlechts zwecklos. Die Mehrheit sieht nur die Tatsache, dass man eine namhafte Persönlichkeit ist. Nur wenige Bewunderer setzen sich tatsächlich mit meiner Person auseinander. Sie erspähen beispielsweise feine Merkmale, die anderen meine Laune verraten oder sich an mir verändert haben.
Diese Menschen habe ich, nebenbei gesagt, am liebsten, sie haben so einen wundervollen Blick fürs Detail.
Sie sagen, dass von mir ein Duft von Pappeln ausgehe, den sie als besonders einzigartig, aber auch als sehr dominant wahrnehmen. Sie wagen sich, im wahrsten Sinne des Wortes, näher an mich heran, begutachten und schätzen jene Kleinigkeiten. Die Intention anderer, wie die des Jungen von vorher, ist es vermutlich mir ein Eis ins Gesicht schleudern zu wollen.
Einen großen Unterschied zu Kameras gibt es hierbei nicht. Sie stehen vor dir wie Geier, die darauf warten, dass es ein verdorrendes Tier gibt, auf das sie sich mit großem Hunger stürzen können. Dann zerfetzen sie dir deine Haut bis du nur noch mit deinem Skelett und den losen Fleischfetzen, die dir von den Knochen herabhängen, dastehst. Doch sogar das ist ihnen noch nicht entblößt genug. Sie wollen dich in deiner volkommenen Nacktheit sehen, selbst wenn man jede einzelne Hautzelle entfernen müsste. Und dann stehst du da. Zwar nicht wie Gott dich schuf, aber ihrer Interpretation nach „nackt" und wie ein offenes Buch zu lesen. Und es dauert nur einen winzigen Augenblick, gar weniger als ein Wimpernschlag, da werden sie erkennen, dass die erhoffte Offenbarung dieser einen Person gar nicht so sättigend und befriedigend ist, wie es am Anfang zu sein schien. Anschließend erfassen sie dann mit ihrem scharfen, hungrigen Auge ein anderes Ziel, dem sie wie einem an einer Schnur befestigten Geldschein blind vor Lust hinterherjagen. Fast einem Menschen gleich.
Hinter all diesen maßlosen Übertreibungen ist aber die Botschaft meiner Worte, so hoffe ich, jedem klar geworden. Einen großen Einfluss auf die zukünftige Art der „stillen Post" werden meine Gedankengänge bedauerlicherweise nicht haben. Der Mensch braucht eine Art der Verständigung und dessen Wagnisse enthalten nun mal die zuvor beschriebene Schererei. Ein hier zu lesendes in-Rage-Reden übrigens auch.
Nun konntet ihr einen Blick auf meine Sicht der Dinge erhaschen. Also seid nicht allzu verblüfft, wenn ich euch bei unserer ersten Begegnung nur ein geheimnisvolles Lächeln in der 1. Etage des Louvre schenke.

 

Hallo Saschok,

vielen Dank für deine Story!

Ich las sie fertig und hatte mindestens genau so ein Lächeln wie die Dame M.L. Wobei ich persönlich das bei M.L. nicht als Lächeln bezeichnen würde.

Also, eine ziemlich verworrene Schreibweise, durch die mich mühevoll durchbeissen musste. Aber das war es wert!

Herzlich willkommen hier bei den Wortkriegern!

Herr Schuster

 

Hallo Herr Schuster,

danke für Ihre schnelle Rückmeldung zu meinem Text und für das freundliche Willkommen heißen!

Sanja

 

Hej Sanja,

Die im Titel genannten Initialen stehen immer für mich für die Mona Lisa. Genau wie B.B. für immer die Brigitte Bardot und M.M. die er Marilyn sind. Und so war mir von Anfang an klar, was du vorhast. ;)

Mit seinem von Meloneneis verschmutzten Mund so nah an mich heranzutreten. Darüber könnte ich nur den Kopf schütteln; und dann noch diese Augen. Sie schreien schon förmlich: „Diese Frau da vorne ist zwar 'n bisschen berühmt, aber ich habe trotzdem Lust ihr mein Eis ins Gesicht zu klatschen“.
Die Mutter errät scheinbar die frechen Gedanken des kleinen Bengels, denn sofort schiebt sie ihn nervös, aber dennoch bestimmt weiter.

Das mag ein amüsanter Gedanke sein, aber selbst wenn sich die Mona artikulieren könnte, würde sie sich nicht beschweren können, irgendjemand könnte ihr zu nahe treten und gerade für Kinder ist sie unerreichbar, schon physisch. :D Das Bild hängt hinter Panzerglas, hoch und mit Holzgeländern geschützt.

Und so bin ich im weiteren Verlauf auch irritiert und kann ihrem Zorn nicht folgen und überlege stattdessen, ob Mona Lisa sich nicht in Wirklichkeit eher uns Betrachter deswegen belächelt, weil wir
Nichts über sie wissen und bis heute wild spekulieren. Ich habe sogar gehört, man zieht in Betracht, dass es sich um ein Selbstbildnis handeln soll. :hmm:

Herzlich Willkommen hier und freundlicher Gruß, Kanji

 

Hey Kanji,

Stimmt, jetzt wo du es sagst, dass das Portrait so hoch hängt habe ich hierbei garnicht bedacht. :D
Ein wenig mehr Hintergrundwissen meinerseits hätte sich wahrscheinlich gelohnt. :)

Vielen Dank für deine Rückmeldung und viele Grüße
Sanja

 

:lol: Macht doch nix, Sanja
Vielleicht stört es weiteren Leser gar nicht, s. @Schuster.
Hauptsache, du hast Lust zu schreiben und warum nimmst du den Gedanken nicht auf und erweiterst/entwickelst die Geschichte?

Lieber Gruß, Kanji

 

Hallo Sanja,

Dein Text gefällt mir, Du hast eine Art, Dich auszudrücken, die sich angenehm von der heutigen Umgangssprache abhebt. Wer M.L. ist, hatte ich bis zur letzten Zeile nicht kommen sehen, was bedeutet, dass Du da definitiv etwas richtig gemacht hast, denn mit dieser Auflösung ergab das dann alles einen Sinn (ich weiß nicht, ob ich den Namen schreiben soll, ich will ja nicht spoilern. Ich lese manchmal erst die Kommentare, um zu sehen, ob es sich lohnt, den Text zu lesen, deshalb verzichte ich hier mal auf den potentiellen Spoiler).

Ein paar Dinge sind mir dennoch aufgefallen:

„Diese Frau da vorne ist zwar 'n bisschen berühmt, aber ich habe trotzdem Lust [Komma] ihr mein Eis ins Gesicht zu klatschen [Punkt vor das Anführungszeichen setzen]“.

Üblicherweise ist Ehrfurcht das Einzige, womit mich diese vielen Menschen beäugen oder eher anglotzen. Ihnen kann man es aber nicht verübeln.

Das vorangestellte "Ihnen" impliziert, dass man es jemand anderem sehr wohl übel nehmen könnte. "Man kann es ihnen aber nicht verübeln." wäre eine Variante, die das "ihnen" nicht betont.

Diese Menschen habe ich nebenbei gesagt am liebsten, sie haben so einen wundervollen Blick fürs Detail.
Sie sagen, dass von mir ein Duft von Pappeln ausgeht, den sie als besonders einzigartig, aber auch als sehr dominant wahrnehmen. Sie wagen sich, im wahrsten Sinne des Wortes, näher an mich heran, was entweder heißt, dass sie diese Kleinigkeiten begutachten und wertschätzen oder mir, wie der Junge von vorher, vermutlich ihr Eis ins Gesicht schleudern wollen.

Am Anfang des Absatzes sagt ML, dass ihr "diese Menschen" am liebsten sind und bezieht sich in den beiden darauffolgenden Sätzen mit "sie" ebenfalls auf diese Menschen, doch im letzten Teil des dritten Satzes kippt das Ganze und auf einmal wird der Bengel mit dem schmutzigen Mund als Beispiel genannt. Ich würde diese Menschen mit der feinen Beobachtungsgabe stärker von dem "ruppigen Mob" abgrenzen. Zum Beispiel: Sie wagen sich, im wahrsten Sinne des Wortes, näher an mich heran, begutachten und schätzen diese Kleinigkeiten. Andere, wie der Junge von vorher, drängen sich mir auf, vermutlich um mir ihr Eis ins Gesicht zu schleudern.

Einen großen Unterschied zu Kameras gibt es hierbei nicht.

dass die erhoffte Offenbarung dieser einen Person gar nicht so sättigend und befriedigend ist [Komma] wie es am Anfang zu sein schien.

Anschließend erfassen sie dann mit ihrem scharfen, hungrigen Auge ein anderes Ziel, dem sie wie der Mensch einem an einer Schnur befestigten Geldschein blind vor Lust hinterherjagen.

Anschließend und dann sind Synonyme, die nach meinem Geschmack beide nicht so richtig passen. Wie wäre es mit "Sodann" am Satzanfang?
"...dem sie wie der Mensch einem an einer Schnur ..." Hier bin ich gestolpert, denn es handelt sich ja um Menschen und nicht beispielsweise um Hunde, die "wie der Mensch" hinter etwas herjagen. Wenn Du "der Mensch" streichst, klingt es runder: ...dem sie wie einem an einer Schnur befestigten Geldschein blind vor Lust hinterherjagen.

Das wars soweit von mir. Ich habe Deinen Text gern gelesen und hoffe, ich habe Dich mit meiner Kritik nicht verschreckt.

VG Kassiopeia

 

Hey Kassiopeia,

es freut mich wirklich zu hören, dass dir der Text gefällt!

Danke, dass du so genau auf die einzelnen Kritikpunkte eingegangen bist. Ich werde mich auf jeden Fall nochmal dransetzen und es überarbeiten, da ich natürlich Logikfehler vermeiden möchte.

Und verschreckt hast du mich ganz bestimmt nicht, sondern eher motiviert :)

Vielen Dank nochmal und Viele Grüße

Sanja

 

Hallo und Herzlich Willkommen bei den Wortkriegern, Sanja!

Nun, dein Einstieg hier beweist jedenfalls ein angenehmes Maß an Kreativität und Phantasie - das ist schon mal eine super Vorraussetzung fürs Schreiben!

Die Sicht der Dinge aus der Perspektive der wohl berühmtesten, bekifft lächelnden Dame, die jemals in der Geschichte unseres Planeten auf einer Leinwand festgehalten wurde. Gefällt mir!

Nicht so gut gefällt mir jedoch die Umsetzung - auch ich fühlte mich beim Lesen recht oft überfrachtet mit den umständlichen Formulierungen und ausschweifenden Ausführungen. Klar, man kann Mona nicht wie eine "Bitch" reden lassen, auch wenn das sicher auch ziemlich witzig wäre - aber der von dir gewählte Sprachduktus war mir nun mal eine Spur zu überladen. Wäre die Geschichte länger gewesen, es wäre wohl mehr in eine Tortur ausgeartet, sich bis zum Ende durchzuquälen.

Und des weiteren musste ich beim Lesen ebenfalls darank denken, was Kanji ja schon angemerkt hat - die Gute hängt in einem Panzerglasschrank. Glaub mir - kein Meloneneis dieses Universums kommt auch nur in ihre Nähe!:D Mal ganz davon abgesehen, dass ich sowieso Zweifel daran habe, dass man überhaupt das Original bewundern kann, und nicht nur eine perfekte Kopie - weil der Wert des Bildes (das hab ich mal einen Louvre-Mitarbeiter gefragt) "inestimable" ist!;)

Wenn man aber jetzt von diesen paar Kleinigkeiten absieht, fand ich die Geschichte ganz amüsant und unterhaltsam! Abgesehen davon ist es sehr erfreulich (und leider nicht selbstverständlich!), dass du auf die Anmerkungen deiner Kritiker eingehst und dir offenbar auch Gedanken über die Anmerkungen machst!

Weiter so, dann kann das hier eine richtige Freude mit dir werden!:)

Erfreute Grüße vom EISENMANN

 

Hallo Eisenmann,

auch dir vielen dank für deine Kritik, sowohl das Positive als auch das Negative! :D

Ich werde mir auf jeden Fall sehr zeitnah überlegen, wie ich diesen inhaltlichen Fehler angemessen korrigieren kann.
Dass dich das Buch unterhalten hat, freut mich natürlich sehr!

Danke und Viele Grüße,

Sanja

 
Zuletzt bearbeitet:

Ich bin überwältigt von dem Defekt des menschlichen Denkapparates dieses Jungen.
Hä?

Zu meiner großen Verärgerung wird meine Fassung dennoch als, wie mir zu Ohren kam, „zurückweisend“ oder gar „kalt“ etikettiert.
Fassung? Hä? Meinst du Fassung im Sinne von … ja, von was eigentlich?

Und es dauert nur einen winzigen Augenblick, gar weniger als ein Wimpernschlag, da werden sie erkennen, dass die erhoffte Offenbarung dieser einen Person gar nicht so sättigend und befriedigend ist wie es am Anfang zu sein schien. Anschließend erfassen sie dann mit ihrem scharfen, hungrigen Auge ein anderes Ziel, dem sie wie der Mensch einem an einer Schnur befestigten Geldschein blind vor Lust hinterherjagen.
Hä!? :confused:

Weil ich bei den Initialen M.L. an ganz was anderes denke als z.B. Kanji, hab ich bis zum allerletzten Satz tatsächlich keine Ahnung gehabt, was zum Teufel mir hier erzählt wird.

Nun ja, Sanja, deine Geschichte ist kurz genug, um sie ein zweites Mal zu lesen, nachdem sich mir schlussendlich die … öhm, Pointe offenbart hat. Wodurch mir gewisse sprachliche Extravaganzen dann natürlich auch in anderem Licht erschienen sind. Ich mein, soll ich mir von einem im 16. Jahrhundert gemalten (gleichsam sphärischen) Porträt ernsthaft erwarten, dass es sich auch nur einen Pfifferling schert um so profanen Krempel wie Syntax, Wortwahl, Zeichensetzung, usw.?

… sondern lediglich die einzige Möglichkeit[,] die hier empfundene entnervende Langeweile und gleichzeitig aufgesetzte Freundlichkeit schriftlich auszudrücken.

Die Mutter errät scheinbar die frechen Gedanken des kleinen Bengels, denn sofort schiebt sie ihn nervös, aber dennoch bestimmt weiter.
Wenn die Mutter die Gedanken nur scheinbar, also nicht tatsächlich errät, frage ich mich, wieso sie dann eine Reaktion zeigt.
(Vermutlich meinst du „anscheinend".)

Üblicherweise ist Ehrfurcht das Einzige [einzige],

Einen 15-jährigen [Fünfzehnjährigen] habe ich meinen Gesichtsausdruck sogar als „Bitchblick“ beschimpfen gehört. Was auch immer dieses obszöne Wort bedeuten soll.
Wenn sie das Wort nicht versteht, woher weiß sie dann, dass es obszön ist?

in deiner volkommenen Nack[t]heit sehen,

Ein hier zu lesendes in Rage reden [besser: in-Rage-Reden]

Tja, Sanja, ich persönlich hab’s ehrlich gesagt nicht so mit dieser Art von Geschichten, wo man als Leser quasi die längste Zeit an der Nase herumgeführt wird. Wo all die sprachlichen Eigenwilligkeiten und sachlichen Unstimmigkeiten, die mich beim Lesen störten, sich nachträglich als nur vermeintlich unstimmig herausstellen, weil … „Haha, das hat ja gar kein Mensch erzählt, sondern, haha, irgendein Ding halt, usw. …“
Und so gut kann die Pointe zum Schluss gar nicht sein, dass sie mich für das nicht wirklich beeindruckende Leseerlebnis davor entschädigt. (Bzw. für die drei Minuten Stirnrunzeln und Hä?-und-wtf?-usw.-Denken.)

Wie auch immer, Sanja, du gehst wirklich gewandt und kreativ mit der Sprache um und scheinst auch originelle Ideen zu haben und das ist ja schon mal die allerbeste Voraussetzung fürs Geschichtenschreiben. Wenn du mich jetzt auch noch mit einem überzeugenden Plot überzeugen kannst, dann wirst du mich gänzlich … nun ja, überzeugen halt. :D


Willkommen hier.

offshore

 

Hallo offshore,

Danke erstmal für deine Rückmeldung zu meinem Text!

Ich glaube, ich kann dir einige Fragen am Anfang beantworten.

1. Den

menschlichen Denkapparat
habe ich hier als Symbol für das Gehirn des Menschen verwendet, da ich das Gehirn mit anderen Worten umschreiben wollte.

2. Mit

meine Fassung
wollte ich mich auf die Ausstrahlung oder auch die Aura der Mona Lisa beziehen. Außerdem ist ein anderes Wort für Fassung auch Rahmen. Das würde zwar nicht ganz zur dem Begriff Aura passen, aber umschließt die Mona Lisa und gehört in einem gewissen Grad zu dem Gemälde im Louvre dazu.

3.

Wenn die Mutter die Gedanken nur scheinbar, also nicht tatsächlich errät, frage ich mich, wieso sie dann eine Reaktion zeigt.
(Vermutlich meinst du „anscheinend".)
Scheinbar ist, meines Wissens, auch ein Synonym für anscheinend. Und da die die Mutter schließlich nicht laut sagt: ,,Aha! Ich weiß, was du vorhast.", kann Mona Lisa ja nur raten, was gerade im Kopf der Mutter vorgeht. Aber wenn es dich vom Sinn her stört, könnten wir uns ja auf dem Schein nach oder auch offenbar einigen. Letzteres klingt eben.... offensichtlicher.

4.

Wenn sie das Wort nicht versteht, woher weiß sie dann, dass es obszön ist?
In diesem Punkt muss ich dir, nach einigem Überlegen, beipflichten. Ich habe in dem Fall ein anderes Wort für ungebildet gesucht. Es sollte verächtlich klingen und vor allem, da ihr dieses Wort nicht bekannt ist, sollte es in etwa Folgendes aussagen:,,Das ist ja mal sowas von unter meinem Sprachlichen Niveau, an das ich gewöhnt bin!"
Aber im Nachhinein klingt obszön tatsächlich etwas deplatziert. Daher schlage ich vor, es mit scheußlich klingend oder geschmacklos klingend auszutauschen.

Das waren jetzt so die wichtigsten Punkte, die ich auf die Schnelle korrigieren kann.
Natürlich ist es jedem das Seine und deinen Geschmack konnte ich hier leider nicht treffen, aber du hast mir, auch begründet, mehrere Aspekte, wie zum Beispiel: besser erzeugter Plot und verständlichere Sprachgestaltung, genannt. An diesen Aspekten habe ich jetzt die Möglichkeit zu arbeiten und dich vielleicht bei meiner nächsten Kurzgeschichte zu überzeugen.

Vielen Dank nochmals und Viele Grüße,

Sanja

 

Hallo Sanja,

herzlich willkommen!

Gut, dass mir nach wenigen Sätzen eine starke Vermutung unterkam, wer hier die Geschichte erzählt. So konnte ich die Erzählung genießen. Ich war begeistert, mal ein paar Ansichten von der anderen Seite zu hören. Meinungen von „Davorstehern“ kenne ich genug.

Wer da auf die Pointe warten musste, um die Erzählerin zu identifizieren, hatte sicherlich nicht dieses Lesevergnügen.

Alea iacta est
Den Spruch hast du von mir! (hier klicken!)

Lieben Gruß

Asterix

 

Hallo Asterix,

Danke für deine netten Worte!

Es freut mich, dass du, durch deine Vorahnung, den Text noch mehr genießen konntest.

Alea iacta est
Den Spruch hast du von mir!
Schuldig!! :D

Viele Grüße,

Sanja

 
Zuletzt bearbeitet:

Sanja schrieb:
Scheinbar ist, meines Wissens, auch ein Synonym für anscheinend.
Da unterliegst du einem Irrtum, Sanja. Die Begriffe anscheinend und scheinbar haben gänzlich unterschiedliche Bedeutungen.*)
Mit anscheinend wird die Vermutung zum Ausdruck gebracht, dass etwas so ist, wie es erscheint. (Sinnverwandte Begriffe wären: allem Anschein nach, wahrscheinlich, vermutlich, wirklich, tatsächlich, offenbar, offensichtlich.) Scheinbar hingegen besagt, dass etwas nur dem Schein nach, tatsächlich aber nicht so ist, wie es sich darstellt.
Das Wort scheinbar gaukelt uns also nur den schönen Schein vor. Scheinbare Dinge sind vorgetäuscht und entsprechen nicht der Wirklichkeit.


*) Vermutlich wird in ein paar Jahren aber eh kein Hahn mehr danach krähen, weil sich die falsche Verwendung von scheinbar umgangssprachlich immer mehr verbreitet und man sie mittlerweile sogar in einstmals seriösen Qualitätszeitungen zu lesen bekommt.
Aber ich nehme sie halt nach wie vor als Fehler wahr und weise dementsprechend darauf hin. (Und nein, ich bin kein Deutschlehrer. :D)


offshore

 

Hallo offshore,

Ich verstehe deine Erklärung und vertraue demnach auch darauf.
Wie gesagt, ich bin ein bereitwilliger Lerner und du kennst dich auf diesem Gebiet vermutlich etwas besser aus als ich.

Also vielen Dank dafür!

Viele Grüße,

Sanja

 
Zuletzt bearbeitet:

... du kennst dich auf diesem Gebiet vermutlich etwas besser aus als ich.

Ich hab's quasi mit der Muttermilch aufgesogen, Sanja. (Meine Mutter war Deutschlehrerin. :Pfeif:)

Lieben Gruß

 
Zuletzt bearbeitet:

Die Mehrheit sieht nur die Tatsache, dass man eine namhafte Persönlichkeit ist.

Verehrte Donna Giocanda,

für Euer Alter von mehr als einem halben Jahrtausend befleißigen Sie sich fürwahr einer durchaus lockeren, modernen Sprache, bei der man in Kauf nimmt, dass zu Eurer Zeit (Ihren geehrten Gatten Don Giocondo und Leonardo, Ihren genialen Erzeuger aus Vinci inbegriffen) „persönlichkeit“ (spätmittelhochdeutsch/frühneuhochdeutsch) nicht war, man hatte persönli(c)hkeit und war „persön“, die Maske, hinter der ieman seine „persönlichen“ Eigenschaften verbergen konnte.

Schon dass Sie dieses grob-vulgäre und wenig melodiöse Idiom überhaupt in den Mund nehmen, wird selbst den einzigen, weltweit geachteten Gelehrten teutscher Zunge Ihrer Zeit, den großen Erasmus, schütteln. Er müsste sich nach einer solchen Rede den Mund mit Kernseife auswaschen.

Aber dass sie geschwätzig sind, ist

Grauenvoll.!! (Nein, der Punkt ist kein Zeichensetzungsfehler, sondern lediglich die einzige Möglichkeit, die hier empfundene entnervende Langeweile und gleichzeitig aufgesetzte Freundlichkeit schriftlich auszudrücken.)
und ich glaube nicht, dass Sie jemals ein Comic in der Hand hatten, das einen überzogenen Zeichenvorrat wie drei Satzzeichen hintereinander hatte. Ein Comic hätte da überhaupt kein/en Erklärungsbedürfnis/-bedarf.

Umgekehrt versteh ich auch, wenn man 513 Jahre lang das Maul gehalten hat, dass es dann aus einem, perdonen, aus einer herausbrechen muss!

Aber Sie haben sich gar in übertriebenem Maße der Umgangssprache unterworfen, was hier sprachlich aufleuchtet im

..., jedoch entsprechen sie in keinster Weise der Wahrheit!
als gäbe es zu nichts einen Superlativ, aber auch wenn es das Wort „keiner“ gibt, ist es keineswegs ein komparativ von „kein“!

Auch werden Sie und wirstu,

liebe Sanja -
und damit erst einmal herzlich willkommen hierorts! - ,

werdet Ihr mir verzeihen, dass ich die Überschrift bemäkele, die zwar in der Aküspra (Abkürzungssprache) korrekt mit Punkt endet, aber nach dem ersten Punkt eigentlich eine Leerstelle erfordert. Seien wir also froh, dass wir die Zeit des Bildersturms heil überstanden haben und ein bisschen Eis – naja, einigen wir uns darauf, eine zuckerklebrige Schmiererei wäre von einem unmündigen Mündel, dass mit der Schmiererei eher seinen schlechten Geschmack und erst recht den schlechten Geschmack seines Eises bewiese.

Mit der Zeichensetzung hastu‘s überhaupt: Hier wäre der nachgereichte Einschub durch Komma vom restlichen Satz abzugrenzen

Diese Menschen habe ich[,] nebenbei gesagt[,] am liebsten, ...

Hier wäre der Konjunktiv anzuwenden, da es a) indirekte Rede ist – Donna Lisa referiert die Rede der Leute, und b) gewiss nicht Wirklichkeit meint
Sie sagen, dass von mir ein Duft von Pappeln ausgeht, den sie als besonders einzigartig, aber auch als sehr dominant wahrnehmen.
Also statt „ausgeht“ wenigstens „ausgehe“, aber genauer „ausginge“, im Konj. I kann „wahrnehmen“ bleiben, korrekt wäre aber „wahrnähmen“.
Ähnlich hier
..., die darauf warten, dass es ein verdorrendes Tier gibt, auf das sie sich mit großem Hunger stürzen können. Dann zerfetzen sie dir deine Haut bis du nur noch mit deinem Skelett und den losen Fleischfetzen, die dir von den Knochen herabhängen, dastehst.
Besser „gäbe“, „könnten“, „zerfetzten“, „herabhingen“, „dastündest“ - oder zumindest die entsprechende würde-Konstruktion.

Pardon, ich muss mich mit einer Frage eben an Donna Lisa wenden: Verzeihn Sie, ich nochma‘: Hängen Sie nicht eher, als das sie dastehen?

Nun, auch Flüchtigkeit kommt vor,
liebe Sanja,
... in deiner volkommenen Nacktheit …

War es nun Glück oder doch Pech, dass ich die Rubrik "Historik" gerade durchgeschaut hatte? Keine Bange, wäre er mir unsäglich gekommen, ich wäre stumm geblieben.

Wird schon werden!

Friedel

 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo Sanja

eine Idee, auch wenn sie gut, kreativ und inspirierend ist, trägt eine Geschichte nicht allein. Für mich ist das zu großflächig erzählt, die Gedanken zu allgemein formuliert (und manche verstehe ich ehrlich gesagt nicht). Viel interessanter hätte ich es gefunden, wenn du die Episode mit dem Jungen, der ihren „Bitchblick“ bewundert und verhöhnt, auserzählt hättest und darunter ein paar allgemeine Sichtweisen gestreut hättest. So verliert sich das meiste im allgemeinen.

Paar Textstellen:

Grauenvoll.!! (Nein, der Punkt ist kein Zeichensetzungsfehler, sondern lediglich die einzige Möglichkeit, die hier empfundene entnervende Langeweile und gleichzeitig aufgesetzte Freundlichkeit schriftlich auszudrücken.)
mir ist das zu kompliziert, muss den Satz dreimal lesen, bis ich kapiere, um was es geht.

Alea iacta est.
bisschen Bildungs-Bashing-mäßig :D

Sie wollen dich in deiner volkommenen Nacktheit sehen, selbst wenn man jede einzelne Hautzelle entfernen müsste. Und dann stehst du da.
stark, aber zuvor und danach wiederholst du den Gedanken und nimmst ihm dadurch Wirkung.

Der Mensch braucht eine Art der Verständigung und dessen Wagnisse enthalten nun mal die zuvor beschriebene Schererei. Ein hier zu lesendes in-Rage-Reden übrigens auch.
finde ich kompliziert ausgedrückt.

Spaß hatte ich an dem Text, da geht aber viel mehr.

viele Grüße
Isegrims

 

Hej Sanja,

ich find Deine Idee eignet sich besser als Schreibübung, weniger gut als eine Geschichte.

Sie sagen, dass von mir ein Duft von Pappeln ausgeht, den sie als besonders einzigartig, aber auch als sehr dominant wahrnehmen. Sie wagen sich, im wahrsten Sinne des Wortes, näher an mich heran, begutachten und schätzen jene Kleinigkeite

Ich verstehe Dich so, dass Du versuchst, Dich in die möglichen Gedankenwelt der Mona-Lisa hinein zu versetzen.
Dabei würde es aber schon eine Rolle spielen, wie es tatsächlich vor diesem Bild zugeht und ich habe da eine andere Sichtweise. Nach der hätte die Mona-Lisa gar keine Möglichkeit, sich einzelne Betrachter und deren Intentionen herauszupicken, sondern wäre entweder längst wie ein Zootier abgestumpft oder würde sich vor der Menge endlos selbst feiern.

Einiges hab ich nicht verstanden.

Auch wenn Du die von Offshore angemerkte "Fassung" erklärst, hilft mir das nicht weiter.
Meintest Du so etwas wie ihre Fasson?

Da sind selbst drei Individuen des überheblichen Geschlechts zwecklos.
:confused:
Meinst Du Museumswächter? Warum überheblich?

Eins noch: In Deiner Antwort an offshore, sagst Du bei dem "menschlichen Denkapparat" wäre es Dir um ein Symbol gegangen und Du hättest versucht "Gehirn" zu umschreiben.

Das sind zwei Paar Schuhe und für Geschichten ist der Unterschied wichtig, finde ich.

Eine Umschreibung meint den gleichen Gegenstand lediglich mit anderen Worten.
Ein Symbol drückt Wesensmerkmale möglicherweise in einer komplett anderen Form aus. Eine reife Frucht könnte in einer Geschichte Sexualität symbolisieren, eine leere Kinoleinwand die Abwesenheit von Gefühlen oder Lebendigkeit.

"menschlicher Denkapparat" ist eine Umschreibung. Ich sehe an der Stelle keinen guten Grund, warum Du
die Mona-Lisa nicht weniger umständlich äußern lässt, was sie da denkt, zumal die vielen "d" hintereinander stilistisch auch nicht sooo schön sind.

Ich wünsch Dir weiter viele gute Ideen fürs Schreiben.

Gruß
Ane

 

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