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Madeleine und Molière

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12.02.2019
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Anmerkungen zum Text
Ein Hörspiel. Madeleine und Molière führen ihr wahrscheinlich letztes Gespräch.

Madeleine und Molière

Es ist der 17. Februar 1764 und der Saal des Palais Royal in Paris ist bis auf den letzten Sitz gefüllt. Diesen Erfolg hatte sich niemand ausgemalt, nicht einmal Ludwig XIV. selber. Eigentlich wollte er nur seine Mutter ärgern, als er Molière und seiner Schauspielertruppe den Saal überließ.

Anna von Österreich hatte um sich eine ganze Garde alter Männer geschart, die sich allem Modernen entgegensetzte. Einen „Klüngel der Frömmler“ nannte Molière sie, die Wahrheit war absurder. Die Reaktionäre hatten sich in einem Geheimbund organisiert, in der „Gesellschaft des Heiligen Sakraments“. Eines ihrer Ziele: Molières Theaterstücke verbieten!

Mittlerweile war Anna tot, die „Compagnie du Saint-Sacrement“ verboten und Molières Gehalt von 1000 auf 6000 Livre erhöht, was ihm ein gutbürgerliches Leben erlaubte.

An diesem 17. Februar war die vierte Aufführung seiner Komödie vom „Eingebildet Kranken“. Der Saal war mit dem Kleinadel Paris gefüllt, aber auch mit Bürgern und einfachen Menschen, so dass regelmäßig schallendes Gelächter ausbrach.

Es war ja auch zu lustig, was sich dieser alte Geizkragen Argan von den Ärzten als Medizin verkaufen ließ. Da saßen die Scharlatane bei ihm, pflegten ihre medizinische Geheimsprache, konnten nicht einmal richtiges Latein und kannten prinzipiell nur drei Rezepte: Diäten, Aderlässe und am allerliebsten: Klistiere.

Das Grundmotiv des Stücks ist ein lächerlicher Tanz um den Tod, befreit von der Schwülstigkeit des Barocks. Das Publikum belohnte das und lachte, klatschte, freute sich. Es bemerkte nicht, dass es nebenbei etwas Wesentliches lernte: Wenn man sich von der Angst vor dem Tod lähmen lässt, verdorrt das Leben in einem!

Als Argan dann, am Ende des Stücks – mitten im Satz – zu Boden stürzt und stirbt, lacht das Publikum schallend. Weil sie nicht ahnen, dass Argan in der Tat tot ist. Dass der Schauspieler, der den Argan spielt, tot ist. Und das Molière, dieser Schauspieler, tot ist.

Als der Geist von Molière den toten Leib verlässt, blickt er zurück auf den Körper, der ihm 51 Jahre lang eine Heimat war. Er beobachtet, wie seine Freunde auf die Bühne hasten. Marie, Joseph, Francois, Pierre, René – sie wissen, dass dies kein Theatertod ist.

Sie schleppen den Körper von der Bühne und aus dem Theater. Und sie suchen einen Arzt, einen der Quacksalber, die sie gerade noch veralbert haben.

Aber der Geist von Molière verlässt sein geliebtes Theater nicht. Er bleibt unsichtbar auf der Bühne stehen. Und beobachtet das verstörte Publikum: „Mit welcher Geschwindigkeit sie den Saal räumen! Ganz, als ob sie Angst hätten, sich mit dem Tod anzustecken.“

Es dauert keine zehn Minuten, bis der prächtige Raum menschenleer ist. Keine Tür wird geschlossen, kein Licht gelöscht. Molière hat das Theater für sich alleine. Es ist still.

Er fühlt: nichts! Da ist nur Kälte. Eine schneidende Einsamkeit steigt in ihm auf – bitterer und wahrhaftiger als jede Einsamkeit, die Lebende empfinden können.

Bis es auf einmal nicht mehr ganz so bitterkalt ist. Bis er nicht mehr einsam ist. Bis das Stück beginnt. Ein Stück in fünf Akten.

Erster Akt: „Tod eines Komikers“

Madeleine: „Hallo, Jean-Baptiste!“
Molière: „Wer ist da? Wer spricht da?“
„Erkennst Du meine Stimme nicht?“
„Ich kann niemanden sehen! Das Theater ist leer! Wer auch immer da spricht, der möge sich zeigen!“
„Ich bin hier!“
„Wo?“
„Hier!“
„Du? Madeleine?“
„Richtig!“
„Aber Du bist tot!“
„Stimmt. Du auch!“
„Ach, ja. Das hatte ich vergessen.“
„Macht nichts. Du hast jetzt lange Zeit, Dich daran zu gewöhnen!“

Molière: „Madeleine, ich habe Dich so vermisst!“
Madeleine: „Ich Dich auch, Jean-Baptiste.“
„Ohne Dich war Theater nicht mehr das Gleiche.“
„Aber die Stücke, die Du alleine geschrieben hast, waren so viel erfolgreicher als jene, die wir gemeinsam geschrieben haben.“
„Ach, was! Ich habe das Kämpfen aufgehört, als Du gestorben warst!“
„Aber Dein Publikum denkt anders darüber! Vielleicht will es gar keinen Kampf?“
„Kleinadel mag es, wenn man die Bürgerlichen lächerlich macht. Ich schreibe Lacher für den Sonnenkönig. Ich bin nur Zement im Mauerwerk des Absolutismus.“

„Sei nicht härter zu Dir, als es not tut. Lachen verliert niemals seine Kraft. Frömmler fürchten nichts mehr als das Lachen.“
„Menschen, die nicht lachen können, haben Angst vor dem Lachen. Das hat mit Frömmigkeit nichts zu tun.“
„Ich glaube, Du irrst Dich, Jean-Baptiste. Weißt Du, warum Menschen lachen?“
„Natürlich. Humor ist wie Schnupfen und Lachen ist wie Niesen.“
„Meinst Du das komisch?“
„Lachen entsteht, wenn eine Spannung aufgebaut wurde, aber die Lösung die Erwartung enttäuscht, indem sie verblüfft. Lachen ist wie Niesen ein Gefühl der Erleichterung.“

„Ich bin nicht Deiner Meinung. Aber Du bist auf der richtigen Spur. Worüber ist der Lachende erleichtert?“
„Darüber, dass das Große doch nur klein ist? Lachen macht gleich, weil es die Natur bestätigt.“
„Das ist nett ausgedrückt. Und ich verstehe, dass Du das so siehst. So konstruierst Du Dir die Lacher in Deinen Stücken, nicht wahr? Du erzeugst eine Spannung, Deine Charaktere erreichen eine große Fallhöhe und scheitern.“
„Die Lautstärke des Lachens ist proportional zur Fallhöhe.“
„Verstehe. Aber ich denke, Du übersiehst eine ganze Dimension des Komischen.“
„Ach! Das offenbart Madame mir jetzt? Nachdem ich tot bin?“
„Ich hatte beim Warten viel Zeit zum Nachdenken.“
„Offenbaren Madame Ihre Erkenntnisse?“
„Dein ‚Niesen‘ ist die Befreiung von Angst! Letztlich ist Lachen im Kern sogar die Befreiung von der Angst vor dem Tod. Denn, in dem Moment des Lachens ist man ganz lebendig. Und, wenn man wirklich lacht, wenn der Körper diesem Reflex folgt, dann kann man zu Beginn nicht ahnen, wann das Lachen enden wird. Geist und der Körper sind eins: Lachen ist das ewige Leben.“
„Nun. Darüber muss ich nachdenken...“

„Ein Mensch ohne Angst ist frei, Jean-Baptiste! Und darum haben die Frömmler Dich im Visier. Denn freie Bürger sind das Ende von Herrschaft. Die Kirche, der Staat, der König – Institutionen, die die Angst instrumentalisieren!“
„Kein Zweifel daran. Aber dann wäre der Komiker nicht der Zement, sondern das Schwarzpulver für die Mauern des Absolutismus?“
„Vielleicht eher ... Wie soll ich es ausdrücken?“
„Der Rammbock?“
„Nein, nein! Lass' die Hosen an! Eher die Verwitterung der Mauer des Absolutismus.“
„Ach nein, die Mauer war an sich schon ein dummes sprachliches Bild...“
„Die Sonne im Eis des Absolutismus?“
„Noch schlimmer!“
„Der Schimmel auf dem Kuchen?“
„Schrecklich!“
„Das Omega im Alpha?“
„Hör auf, Madeleine!“
„Der Furz im Darm des Absolutismus?“
„Wenn Du nicht gleich aufhörst...“
„Die Made im Speck! Das ist gut!“
„Ja, das stimmt durchaus. In letzter Zeit verdiene ich gut daran, den Adel über die Bürgerlichen lachen zu lassen.“
„Ja, das ist Dein Leitmotiv gewesen in den letzten Jahren...“
„Hast Du alle Stücke gesehen?“
„Selbstverständlich! Meinst Du, ich würde freiwillig das Theater verlassen?“
„Nein. Niemals“
„Und Du?“


Zweiter Akt: Die Ehe des Komikers

Molière: „Ach, Madeleine! So ein gutes und geistreiches Gespräch habe ich schon seit Jahren nicht mehr geführt! Es wurde alles fade und trüb nach Deinem Tod.“
Madeleine: „Ja, Ich habe es verfolgt. Armande war Dir auch kein Trost.“
„Es tut mir leid, aber Deine Tochter ist mir zu ... schlicht. Ich wiederum bin ihr zu alt. Wir finden beide, dass es ein Fehler war, zu heiraten.“
„Ich weiß. Aber damals hat es uns allen Drei genutzt.“
„Ich weiß. Tapfer ist sie, Deine Tochter.“
„Der Tod eurer Kinder hat sie vor der Zeit altern lassen.“
„Ja. Und ich habe mich zurückgezogen. Das tut mir leid, Madeleine. Ich war Deiner Tochter kein guter Gatte. So wie ich auch Dich enttäuscht habe.“
„Ach? Diese Erkenntnis kommt aber nun wirklich zu spät, da wir beide tot sind!“
„Ja, das hat eine gewisse Fallhöhe, oder?“
„Durchaus! Leider kannst Du das nicht mehr in ein Stück einbauen!“
„Ich lasse doch keine Geister auftreten! Das ist billig! Ich heiße doch nicht Shakespeare!“
„Funktioniert aber gut bei ihm!“
„Ach was! Blendwerk! Außer ‚Romeo und Julia‘ alles Säbelgerassel und Bühnendonner!“
„Ich bin nicht Deiner Meinung!“
„Natürlich nicht! Das warst Du noch nie!“
„Das hatte immer einen guten Grund!“
„Sieh' an! Warum also bist Du nie meiner Meinung gewesen?“
„Weil Deine Meinung, mein Lieber, schon immer die falsche Meinung war!“


Dritter Akt: Ein komischer Jurist

Molière: „Madeleine, können wir jetzt, nach dem Tod, wieder so sein wie am Anfang?“
Madeleine: „Du meinst, wie damals, als Du ein blasser Rechtsanwalt warst?“
„Mein Gott, war das eine Qual! Zu Tode hat mich das gelangweilt!“
„Ach, Du Armer? Mir bricht das Herz! Wie lange hast Du denn diese schnöde Arbeit geleistet?“
„Das weißt Du genau!“
„Vier Wochen warst Du Rechtsanwalt, bevor wir gemeinsam mit dem Theater angefangen haben! Das hat gereicht, Dich zu Tode zu langweilen?“
„Das genau meine ich, Madeleine! Können wir noch einmal gemeinsam ‚L’Illustre Théâtre‘ gründen? Wie ich mich nach unserer Kraft von damals sehne! Nach unseren Träumen und Hoffnungen, nach all diesem Idealismus! Uns gehörte Paris! Wir waren die größten Komiker in ganz Frankreich!“
„Das ist die Nostalgie einer Leiche, mein Lieber. In Wirklichkeit haben wir das Erbteil Deiner Mutter verjuxt und waren nach nicht einmal zwei Jahren arm wie die Kirchenmäuse, weil keiner uns sehen wollte.“
„Das habe ich natürlich nicht vergessen. Schließlich war ich für unseren Haufen in Schuldenhaft. Das ändert aber nichts an den Gefühlen, die wir 1643 noch hatten, oder?“
„Es war eine großartige Zeit, Du hast recht. Ich wäre auch gerne wieder jung und voller dummer Ideen.“
„Na ja, jung bist Du nicht mehr, aber das mit den dummen Ideen ...“
„De mortuis nil nisi bonum! Ein bisschen Respekt gegenüber Deiner Schwiegermutter, wenn ich bitten darf!“
„Verzeihen Sie, Madame Bejàrt! Ich wollte Ihrem Geist nicht zu nahe treten...“

Vierter Akt: Namensrecht

Molière: „Was passiert jetzt mit unserem Werk, Madeleine?“
Madeleine: „Deinem Werk, Jean-Baptist.“
„Wieso meinem Werk? Haben wir die meisten Stücke nicht gemeinsam geschrieben?“
„Doch, aber über allen Stücken steht ‚Moliere‘. Und das ist Dein Name.“
„Aber das ist doch nur, weil Du eine Frau bist!“
„Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es so ist. Wenn wir beide verfault sind, wird immer noch Dein Name auf den Stücken stehen und meiner nicht.“
„Das bedeutet, alle werden denken, ich hätte diese riesige Anzahl an Theaterwerken alleine erdichtet?“
„Nein, die meisten Werke werden natürlich vergessen sein. In hundert Jahren bist Du unmodern, in zweihundert Jahren schämt man sich für Dich, es wird noch ein Jahrhundert brauchen, bis man Deine Stücke ...“
„Unsere ...“
„Nein. Deine Stücke wieder spielt, weil man dich grandios findet.“
„Aber, Madeleine, meine Stücke sind nicht die Stücke, die etwas bedeuten!“
„Das wird man anders sehen.“

„Aber ‚Der Geizige‘, ‚Monsieur de Pourceaugnac‘, ‚Der Bürger als Edelmann‘, ‚Scapins Streiche‘ oder die ‚Gelehrten Frauen‘ - das ist doch alles nur billiger Klamauk!“
„Du bist, wie immer, zu hart zu Dir selber!“
„Unsinn! Das diente nur dem Zweck, mir meine Jahrespension zu erspielen.“
„Besonders berühmt wird das Stück werden, bei dem Du gerade verstorben bist.“
„Was? Dieses Stück? ‚Der eingebildet Kranke‘? Über diesen lächerlichen Bürgersack Argan? Unmöglich! Und was wird mit ‚Tartuffe‘ sein?“
„An Tartuffe wird man sich auch erinnern. Aber nicht an die erste Version und auch nicht an die zweite Version, sondern nur an die dritte.“
„An ‚Tartuffe, der Betrüger‘ – an die zahmste und harmloseste Variante?“
„Genau. Aber Tartuffe wird nicht mehr wichtig sein, wenn man Deine Stücke wieder spielt. Dann haben die Menschen keine Angst mehr vor Frömmlern.“
„Ein großer Fehler wird das sein!“
„Ich gebe Dir recht.“
„Wie bitte? Kannst Du das wiederholen?“
„Ich gebe Dir recht!“

„Mein Gott, was ist passiert? Herr, antworte einem armen Sünder? Bin ich gar verstorben und im Paradies? Und die Stimme eines Engels, die wie meine Madeleine klingt, flüstert in mein Ohr: ‚Molière, Du hast recht!‘ Oder bin ich in der Hölle und es ist ein Dämon, der mich mit diesem ungewohnten Klang nur plagen will, denn ein Molière kann doch nicht vor den Augen einer Madeleine die Wahrheit sprechen!“
„Nun ja. Verstorben bist Du. Aber Du bist weder im Paradies, noch in der Hölle. Du bist immer noch in dem Theater, in dem Du, verkleidet als Bürgersack Argan Deinen letzten Atemzug gemacht hast.“
„Stimmt.“
„Wie findest Du das?“

„Wenn ich ehrlich sein soll, dann ist das die komischste Wendung, die das Leben eines Komikers nur nehmen kann. In einem Stück zu sterben, das von der eingebildeten Angst vor dem Tod handelt.“
„Ist das genug Fallhöhe für eine Komödie nach dem Geschmack von Molière?“
„Eine größere Fallhöhe kann man nicht inszenieren!“
„Gibt es einen denkbar besseren Abgang für den größten Komiker aller Zeiten als diesen?“
„Nein. Eigentlich nicht.“
„Siehst Du! Darum habe ich hier auf Dich gewartet all' die Jahre. Ich wusste, dass Du mir noch eine großartige Vorstellung bieten würdest.“
„Vielen Dank.“
„Du weißt es nicht zu würdigen, Jean-Baptist, aber das war Dein bestes Stück.“
„Hör' jetzt auf! Soll ich mich etwa verbeugen? Ich mag Dich mehr, wenn Du mich nicht lobst, sondern tadelst!“

Fünfter Akt: Grand Finale

Molière: „Madeleine, hast Du wirklich die ganze Zeit auf mich gewartet?“
„Ja, Jean-Baptiste. Ich konnte nicht anders. Du bist die Liebe meines Lebens gewesen.“
„Wie dumm!“
„Ich weiß!“
„Und Du die meine.“
„Das weiß ich auch.“

„Madeleine, willst Du immer hier im Theater bleiben?“
„Wenn man das Theater verlässt, Jean-Baptiste, dann ist das Stück zu Ende.“
„Ich weiß.“

„Gut. Ich will schon lange gehen. Du hast Dir wirklich viel Zeit gelassen.“
„Tut mir leid. Aber jetzt bin ich hier.“

Madeleine: „Gut, dann lass uns gehen.“
 
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Es ist der 17. Februar 1764 und der Saal des Palais Royal in Paris ist bis auf den letzten Sitz gefüllt.

Hallo und moin,

Herr Wunderlich,

ich sag mal einfach, was ich bereits beim ersten Satz gedacht hab (und sicherheitshalber hab ich noch mal nachgeschaut), ich bewundere das Publikum für seine Sesshaftigkeit und sein Sitzfleisch und ich denke mir, lass die belehrende Einleitung weg, nicht nur weil M. e. an diesem
... 17. Februar 1764 …
schon ein Jahr tot war, auch weil
[d]er Saal war mit dem Kleinadel Paris gefüllt, …
"dem Kleinadel von Paris“ oder auch „den Pariser Kleinadel“ oder einem angehängten Apostroph an den Städtenamen. Sicherlich ginge es
Aber der Geist von Molière verlässt sein geliebtes Theater nicht.
und auch weit darüber dies eine Jährchen hinaus, denn M. lebt immer noch auf der Bühne.

Gut, dann ist es mit der Historik auch vorbei - aber "philosphisches für die Bühne" wäre doch auch recht hübsch - oder?

„Ohne Dich war Theater nicht mehr das Gleiche.“
Hm, das „Gleiche“ sollte mit Minuskel beginnen, ist es doch m. E. nix anderes als ein Attribut des Theaters

Ich bin nur Zement im Mauerwerk des Absolutismus.“
Wurde das Wort Absolutismus schon im 18. Jh. so genannt wie wir es als historischen und poltischen Begriff verstehen? Die Wurzel „absolut“ taucht im 15. Jh. bereits im frühen nhd. auf, die Zusammensetzung zur Herrschaftsform frühestens Ende des 18. Jh. - selbstverständlich erst in Frankreich ...

„Sei nicht härter zu Dir, als es not tut.
„nottun“ - ein Wort

Als Kern des Dialoges seh ich die Auslassungen übers Lachen an:
Lachen verliert niemals seine Kraft. Frömmler fürchten nichts mehr als das Lachen.“
„Menschen, die nicht lachen können, haben Angst vor dem Lachen. Das hat mit Frömmigkeit nichts zu tun.“
„Ich glaube, Du irrst Dich, Jean-Baptiste. Weißt Du, warum Menschen lachen?“
„Natürlich. Humor ist wie Schnupfen und Lachen ist wie Niesen.“
„Meinst Du das komisch?“
„Lachen entsteht, wenn eine Spannung aufgebaut wurde, aber die Lösung die Erwartung enttäuscht, indem sie verblüfft. Lachen ist wie Niesen ein Gefühl der Erleichterung.“

Das kann man auch an sich selbst beobachten.
Aber Lachen hat auch was anarchisches an sich, wenn man erst die Selbstbeherrschung verliert und dann den Bier- oder Todernst der realen Verhältnisse im Gelächter ertränkt. Und oft wirkt es ansteckend. Dass es gesund sei oder gar die beste Medizin darf bezweifelt werden, wenn wir uns all die Nachgeborenen eines dritten Buonaparte ansehen vom Tiger reitenden Puter über den modernen Suleiman den Prächtigen und antisemitischen Hunnengarn etc. Aber oft reicht Witz nd Ironie wider den äußerlichen Zwang einer Herrschaft – und sei‘s nur für den Augenblick.

„Nun. Darüber muss ich nachdenken...“
Meistens setzt die Auslassungspunkte korrekt, gelegentlich aber behaupten sie direkt am vorhergehenden Wort, dass mindestens ein Buchstabe fehle. Da wäre die Ästhetik des Apostrophes rationeller … Musstu noch mal durchschauen ...

Aber damals hat es uns allen Drei genutzt.“
"allen drei/en", meine ich.
„Doch, aber über allen Stücken steht ‚Moliere‘.
Der Akzent ist weg ...

Nunja, vom Hocker gerissen und zum Lachen gebracht hat es mich nicht. Letzteres sollte es vielleicht auch gar nicht. Aber übers Lachen hab ich so mal - wenigstens ein bisschen nachgedacht.

Friedel
 
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... nicht nur weil M. e. an diesem [Tag] schon ein Jahr tot war, auch weil ...

1764? Mist: Zahlendreher auch noch. Da war er nicht ein Jahr tot, sondern einhundertundein Jahr. Da kann man wirklich von einem geduldigen Publikum sprechen. Und auf einmal ist die Aufführungsdauer des Hörspiels schwer in einem Leben zu bewältigen.
 

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