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Maon

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09.12.2019
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Maon

Wie jeden Morgen beteten Rebekka und Paul mit ihren Kindern. Die Sonne schien durch die Küchenfenster, erwärmte den Raum. Kaum war das Gebet beendet, griffen Magda und Klemens in den mit Brötchen und Brot gefüllten Korb.
„Hey, gib es her!“, rief Magda, als ihr Bruder das Brötchen nahm, das auch sie haben wollte.
„Es sind genügend andere da“, sagte Rebekka.
„Aber ich wollte …“
„Magda!“ Paul sah sie an.
„Immer kriegt er das größte!“ Sie griff sich ein anderes Brötchen und schnitt es schmollend auf.
„Wenn ihr so weiter macht, nehme ich euch wieder aus der Schule und zurück geht’s in den Kindergarten.“ Rebekka fischte sich eine Scheibe Brot aus dem Korb und bestrich sie mit Butter.
Sie aßen einige Minuten schweigend.
„Ich fahre gleich raus. Sie sind nicht mehr weit entfernt und ich möchte es erledigt haben. Klemens kann mitkommen“, sagte Paul.
„Kannst du es nicht anderen überlassen?“, fragte Rebekka.
„Das hatten wir doch schon, du weißt …“
„Nichts weiß ich. Niemand in Maon kümmert sich noch um die Gefahr. Du wirst es ja schon erledigen.“
„Dann sprich es bei der nächsten Versammlung an. Ich mache solange meine Arbeit. Bist du bereit, nach dem Frühstück?“, fragte er seinen Sohn.
Klemens sah seine Mutter an. Sie richtete ihren Blick auf den Teller und aß, ohne ihn zu beachten.
„Klar. Was soll ich mitnehmen?“
„Ich werde schon alles dabei haben. Nun frühstücke erst mal.“
„Warum darf ich nicht mit?“, wollte Magda mit vollem Mund wissen.
„Weil du erst in der dritten Klasse bist. Außerdem nehme ich niemanden mit, der mit vollem Mund spricht.“

"Hast du die Blicke bemerkt, als wir das Dorf verließen?", fragte Klemens.
"Ja, das geht schon einige Zeit so. Wenn sie ein Problem haben, sollen sie es sagen. Solange mache ich weiter."
„Können wir uns anstecken?“ Klemens Pferd trabte neben dem seines Vaters über das vertrocknete Gras.
„Nein. Das hat schon zur Zeit meiner Eltern aufgehört. Eigentlich waren alle überzeugt, dass es vorbei ist. Erzählt man euch so etwas nicht in der Schule?“
„Bisher nur wenig, aber ich glaube, bald in der Oberstufe wird es mehr.“
„Na, immerhin. Dann siehst du gleich zum ersten Mal die Mutanten aus der Nähe. Du darfst sie nie unterschätzen, trotz ihrer Langsamkeit. Sobald sie dich erwischen, kann es schnell vorbei sein.“
Klemens blickte zum Horizont, der Waldrand kam in Sicht. „Okay."
Schon als sie sich den Mutanten näherten, erkannte er ihre grotesk angeschwollenen Körper. Die Gesichter, der ganze Kopf deformiert wie nach einem Boxkampf. Keine Hände, sondern Pranken mit aufgerissener Haut. Ein lederner, aber auch beißender Geruch kam ihnen entgegen, nach Schweiß und Urin. Die Gruppe bestand aus vier dieser Kreaturen. Sie hatten einen Hirsch erlegt, kurz hinter der Baumgrenze. Rissen ihn auseinander und fraßen. Er und sein Vater hielten gut zwanzig Meter entfernt und stiegen ab.
„Wir gehen noch etwas näher, dann werde ich sie nacheinander erschießen. Wahrscheinlich werden sie nicht reagieren und einfach weiter fressen. Falls sie doch auf uns zukommen, gehen wir rückwärts und ich schieße weiter.“ Paul blickte Klemens an. „Verstanden?“
„Ja.“
Er nahm das Gewehr, das er seitlich an der Satteltasche angebracht hatte und prüfte die Munition.
„Okay. Dann los.“

„Darf ich helfen?“, fragte Magda. Die Küche duftete nach frischem Obst. Erdbeeren, Pfirsiche, Äpfel. Und Ananas, ihre Lieblingsfrucht.
„Bin fast fertig, aber du kannst noch die restlichen Früchte für den Obstsalat schneiden. Aber Vorsicht mit dem Messer!“, antwortete Rebekka.
Magda setzte sich zu ihr an den Tisch. Sie gab ihr das Messer mit dem Griff voran und schob ihr das Schneidebrett zu. Und lächelte, wie jedes Mal, wenn ihre Tochter hochkonzentriert etwas erledigte, sich durch nichts aus der Ruhe bringen ließ.
Rebekka wollte gerade aufstehen, sich die Hände waschen, als ihre Tochter fragte: „Darf ich die Mutanten auch mal sehen?“
„Ich hoffe, dass wir sie irgendwann … vertrieben haben.“ Sie blickte aus dem Fenster. „Sie sind nicht schön, weißt du?“
„So wie mein Klassenlehrer?“
Rebekka lächelte. „Nicht ganz.“
„Vielleicht sind Sie ja traurig, weil niemand sie mag?“ Magda war mit den Erdbeeren fertig und nahm einen Pfirsich. „Wo kommen sie her?“
Rebekka sah weiter gedankenverloren hinaus. Keine Wolken am Himmel, ihnen stand wieder ein heißer Tag bevor. „Zur Zeit deiner Großeltern gab es eine Epidemie, die Viren … wir dachten, es wäre vorbei, aber viele Menschen verloren noch ihr Leben. Manche davon … niemand kann es bis heute erklären, aber sie begannen wieder zu leben. Nur ihre Seele war schon woanders.“
„Das ist traurig. Sie tun mir leid.“ Das Messer klackerte auf dem Brett.
„Mach dir mal nicht so viele Gedanken, sie können hier nicht hin. Du kannst mir gleich beim Einkauf helfen.“
„Auch Schokolade?“
Sie hob die Augenbrauen. „Mal sehen!“

Der erste Schuss traf einen der Mutanten in die Schläfe. Er fiel zur Seite und blieb zuckend liegen. Die drei anderen fraßen weiter, als wäre nichts passiert. Nacheinander traf Paul auch sie in den Kopf. Er und Klemens näherten sich vorsichtig.
„Bleib hinter mir“, sagte Paul. Als sie nur noch wenige Meter entfernt waren, schoss er den Mutanten erneut in den Kopf. Auch der zitternde lag nun regungslos. „Sicher ist sicher.“ Er legte das Gewehr ab und nahm das große Jagdmesser aus dem Gürtel.
„Was hast du vor?“, fragte Klemens.
„Wir nehmen den Teil des Hirsches mit, an dem sie nicht gefressen haben.“ Er kniete sich vor das Tier. Zwei seiner Beine waren ausgerissen, auch von Kopf und Hals war kaum noch etwas zu erkennen.
Klemens sah nur kurz zu, drehte sich um und ging zurück. „Ich warte bei den Pferden.“
„Beim nächsten Mal bist du dran!“, rief ihm Paul hinterher.
Als er gerade bei den Pferden angekommen war, schrie sein Vater. Klemens fuhr herum. Der Schrei ging in ein Gurgeln über. Ein Mutant umgriff mit seiner Pranke das Gesicht seines Vaters und zog ihn an sich. Biss ihm in die Seite des Halses, Blut strömte aus der Wunde. Er musste aus dem Wald gekommen sein, zuvor nicht zu sehen durch die dicht stehenden Bäume.
Klemens war für einige Sekunden wie gelähmt, bis er schließlich zum Gewehr lief. Hände und Arme zitterten, als er es aufhob und anlegte. Er traute sich von hier aus keinen Schuss zu und ging schnellen Schrittes zu dem Mutanten, wäre fast gestolpert. Hielt ihm den Lauf an den Kopf. Sein Finger zuckte so stark, dass er kaum den Abzug betätigen konnte. Mit letzter Willenskraft gelang es ihm, der Schuss durchdrang die Stille. Die Kreatur ging wie ein nasser Sack zu Boden.
Sein Vater fiel nach vorne gegen ihn. Er ließ das Gewehr fallen und legte ihn vorsichtig auf die Seite. Zog sein eigenes Hemd aus und drücke es auf die Wunde. Tränen schossen ihm in die Augen. Pauls Lider zuckten, er versuchte etwas zu sagen.
„Nicht“, sagte Klemens. „Es wird gut werden und …“ Zu spät bemerkte er die Bewegung, so sehr war er auf seinen Vater konzentriert. Der Mutant hatte sich zu ihm gezogen und biss ihm in den Arm, in dem er das Hemd hielt. Zähne gruben sich durch sein Fleisch, erreichten den Knochen. Klemens schrie auf, schlug instinktiv auf den Kopf des Angreifers ein. Es fühlte sich an, als würde er einen weichen Ball treffen. Sein Körper begann zu zittern. Gerade noch schaffte er es, das Gewehr zu greifen und damit nach dem Gesicht zu schlagen.
Der Mutant wich zurück. Klemens stieß sich mit den Beinen weg und versuchte einhändig mit dem Gewehr zu zielen. Es gelang ihm kaum, es hochzuheben. Die Kreatur machte sich erneut über seinen Vater her. Bevor Klemens etwas unternehmen konnte, riss sie einen Teil seines Halses heraus.

„Das ist der beste Obstsalat überhaupt!“, rief Magda.
„Da kannst du sicher sein. Hol mal deinen Rucksack, dann können wir …“
„Rebekka!“, schrie jemand vorm Küchenfenster.
Sie sah hinaus. Ihr Nachbar stand draußen und rief erneut ihren Namen. „Was ist los?“, fragte sie, nachdem sie das Fenster geöffnet hatte.
„Komm zum Stadttor, sofort! Bring deine Arzttasche mit, es ist etwas passiert.“
„Wovon redest du, was …“
„Sofort!“, wiederholte ihr Nachbar und lief davon.

„Bleib zurück“, sagte Rebekka zu Magda.
Sie lief zu ihrem Sohn, er lag vorm Stadttor auf dem Boden. Sein Arm blutete oberhalb des Ellenbogens. Eins der Pferde stand nicht weit entfernt. Nur eins. Nirgendwo sah sie Paul. Eine Frau aus ihrer Nachbarschaft drückte ein Handtuch auf die Wunde.
Mit zitternden Händen öffnete sie die große Tasche und kniete sich neben Klemens. Fühlte sich, als würde sie sich selbst von außen betrachten. Wie sie den Arm unterhalb der Schulter abband. Ihrem Sohn eine Spritze gab. Nach einigen Sekunden das Handtuch hob, mein Gott flüsterte und sich direkt wünschte, es zurücknehmen zu können.
Sie drückte das Handtuch wieder auf die Wunde und sah ihren Nachbarn an, der neben ihr stand. „Holen Sie die Säge aus meinem Behandlungszimmer. Es ist offen. Los!“, zischte sie und hoffte, dass Klemens es nicht gehört hatte.

Rebekka blickte sich um und zählte knapp vierzig Trauergäste. Normalerweise kamen alle gut dreihundert Einwohner Maons zu einer Beerdigung. Es gab kaum jemanden, dem Paul nicht schon mal geholfen hatte.
Die Luft war aufgeladen, ein Gewitter zog auf. Magda stand neben ihr. Klemens saß als einziger, sein Armstumpf unter dem schwarzen Hemd versteckt. Das Gesicht bleich und regungslos.
Obwohl die meisten auf den Sarg starrten, spürte sie immer wieder anklagende Blicke.

„Für den letzten Punkt der Tagesordnung gebe ich das Wort an Rebekka Wehner“, sagte der Bürgermeister. Die Versammlungshalle war voll, alle Maoner waren erschienen.
Rebekka stieg auf das kleine Podest mit Rednerpult. Sah mit ruhigem Blick möglichst vielen in die Augen.
„Ich danke euch für die Anteilnahme. Paul hat Maon immer als seine Heimat betrachtet. Er hatte nie den Gedanken, woanders zu leben. Wo immer er nun ist, er wird sich über jeden gefreut haben, der bei seiner Beerdigung war.“ Stille. Niemand bewegte sich. Sie blickte zu Klemens und Magda, die in der ersten Reihe ganz außen saßen. „Er starb, als er unser Dorf für alle sicherer machen wollte. Und ich möchte, dass seine Arbeit fortgesetzt wird, durch Gründung einer Patrouille. Es sind erneut Mutanten in der näheren Umgebung unterwegs, und es scheinen mehr zu werden. Gibt es hierfür Freiwillige?“
Die Einwohner sahen sich an, flüsterten untereinander.
Ein grauhaariger Mann mit kantigen Gesichtszügen trat vor. „Nein, ich denke nicht. Wenn wir die Mutanten in Ruhe lassen, lassen Sie auch uns in Ruhe. So war es immer.“
„Das können Sie nicht ernst meinen. Irgendwann finden sie einen Weg ins Dorf und …“
„Bevor ihr Mann sich mit diesen Kreaturen angelegt hat, gab es solche Probleme nicht. Lassen Sie es gut sein, bevor es noch mehr Tote gibt.“
Rebekka blickte erneut zu ihren Kindern. Schweiß bildete sich auf ihrer Stirn. „So … so ein Unsinn! Diese Wesen sind dumm, die greifen bestimmt nicht an, weil sie sich provoziert fühlen!“
„Vielleicht denken Sie das Gleiche von uns. Dass wir dumm sind. Lassen Sie diese verlorenen Seelen in Frieden, Sie bringen uns nur alle in Gefahr. Oder?“, rief der grauhaarige Mann.
Einige Sekunden war es ruhig, dann rief jemand die erste Bestätigung: „Genau!“ Weitere folgten.
„Ich …“ Rebekka suchte nach Worten, ihre Hände zitterten.
Der Bürgermeister trat vor das Podest und hob beschwichtigend die Hände. „Wir sollten uns alle die Zeit nehmen, in Ruhe darüber nachzudenken. Bei der nächsten Versammlung können wir dann …“
„Verschwinde, Verräterin!“, rief jemand aus einer der hinteren Reihen. „Du bringst uns den Tod.“
„Und nimm deine Kinder mit!“, fügte jemand anderes hinzu.
Der Bürgermeister winkte Magda und Klemens zu sich und brachte sie mit ihrer Mutter zum Hinterausgang. „Lauft zu eurem Haus und schließt die Tür ab. Sie werden sich wieder beruhigen, bestimmt, aber nun bringt euch in Sicherheit!“

Klemens wusch sich die Hand in der Schultoilette, als die Tür aufging. Er kannte die drei Schüler, die hereinkamen. Nicht ihre Namen, aber vor ihnen war beim Fußballtunier niemand sicher.
"Wen haben wir denn hier?", fragte ihr Anführer, ein bulliger Typ mit roten, kurzen Haaren. "Der einarmige Bandit."
Klemens drehte den Wasserhahn zu, versuchte, das Zittern seiner Hand zu verbergen. Sie stellten sich um ihn herum. Er wusste, dass er nicht entkommen konnte. Der Anführer holte ein Klappmesser aus der Hosentasche und öffnete es. Hielt es seitlich an seinen Hals.
"Habe gehört, dein Vater hat sich den Kehlkopf rausreißen lassen. Was seid ihr für eine dumme Familie? Könnt noch nicht mal ein paar Mutanten erledigen."
Die anderen beiden grinsten.
Der rothaarige kam ganz nah an sein Ohr. "Wenn ihr euch nicht an die Regeln haltet, machen wir euch fertig. Vielleicht schneide ich dir deinen anderen Arm ab. Oder ich gehe mal bei deiner Schwester vorbei."
Klemens blickte ihn im Spiegel an. Sein Körper verspannte sich, die Mundwinkel zuckten. "Fick dich!"
Alle drei lachten. Der Anführer trat ihm die Beine weg. Klemens hatte keine Chance, sich festzuhalten und knallte auf die harten Fliesen.
"Das ist hier doch eine Toilette, oder, Jungs?", lachte der rothaarige. Als er seinen Hosenstall öffnete, ging die Tür auf. Zwei andere Schüler kamen herein. "Glück gehabt", zischte er und schloss den Reißverschluss wieder. "Wir sehen uns noch."

„Wo warst du?“, fragte Rebekka, als Klemens an der Küche vorbeikam.
„Nur etwas frische Luft schnappen.“
„Machst du das oft, mitten in der Nacht? Du warst lange weg.“
„Wenn ich nicht schlafen kann. Ich … geh mal ins Bett.“
Rebekka wollte nach seinen Albträumen fragen, als nicht weit entfernt ein Schuss ertönte. Wenige Sekunden später folgten weitere. Die nur von Kerzenlicht erhellte Küche flackerte immer wieder kurz auf. Klemens ging zum Fenster, blickte in die Nacht.
„Was hast du getan?“, flüsterte Rebekka. Sie bekam eine Gänsehaut.
Er ließ sich Zeit mit der Antwort. „Was dieses Dorf verdient hat. Die Mutanten sind nicht schlimmer als wir, bitten wir sie herein.“
„Mami?“ Magda kam ihn die Küche, lief zu ihrer Mutter.
„Es ist in Ordnung, gleich ist es wieder ruhig.“ Sie nahm ihre Tochter auf den Schoß und drückte sie an sich.
Menschen fingen an zu schreien. Vor Wut, aber auch vor Schmerz. Ein weiterer Schuss, dann war es still. Klemens wollte sich vom Fenster abwenden, als jemand vor ihrem Haus schrie.
„Rebekka Wehner! Komm raus und bring deine Kinder mit!“
Rebekka sah Klemens an. „Bist du nun zufrieden? Dein Vater würde sich schämen.“ Sie zuckte zusammen, als eine der vorderen Fensterscheiben zu Bruch ging. Etwas schlug auf dem Boden auf, wahrscheinlich ein Stein. Magda fing an zu weinen.
Weiteres Glas klirrte. Ein flackernder Schein und Rauch krochen durch den Flur und die Küchentür.
„Verschwindet von hier!“ rief Klemens. „Durch die Hintertür. Ich versuche, die Flammen zu löschen und sie abzulenken.“
Rebekka erhob sich, drückte Magdas Kopf an die Schulter. „Wir müssen zusammen bleiben, du kannst nicht …“
„Geht! Wir haben keine Zeit mehr.“ Er zog sein T-Shirt über Mund und Nase und verließ die Küche.
Der Rauch wurde dichter. Rebekka nahm zwei Geschirrtücher, gab eins ihrer Tochter und hielt sich das andere selbst vors Gesicht. „Halt es so wie ich.“
Die Rufe der Menschen vorm Haus waren weiterhin zu hören. Sie nahm instinktiv ein großes Küchenmesser und steckte es sich hinten in den Gürtel. Magda nahm ihre Hand, folgte ihr zur Hintertür.

Rebekka hatte nicht damit gerechnet, aber hinter dem Haus war niemand zu sehen. Schon nach wenigen Schritten blieb sie mit Magda an der Hand stehen. Klemens Schreie hallten durch die Nacht, übertönten das lauter werdende Knistern des brennenden Hauses. Sie drehte sich um und blickte wie erstarrt zu den Flammen. Innerhalb weniger Stunden wurde ihr Leben zerstört. Ihre Gedanken waren leer. Magda umklammerte sie von hinten, ihr kleiner Körper zitterte. Erneut ein Schrei vor dem Haus, gefolgt von einem Schuss. Die Rufe verstummten. Rebekka hörte ihren und Magdas Atem.
Jemand hielt ihr den Lauf einer Pistole an den Hinterkopf. „Na, wo wolltet ihr denn hin?“ Sie erkannte die Stimme des grauhaarigen Mannes aus der Versammlungshalle. „Umdrehen! Schön langsam.“
Der Mann ging einen Schritt zurück, als Rebekka sich bewegte. Magda blieb zunächst hinter ihr, ging dann an ihre Seite. Sie legte einen Arm um ihre Tochter.
Die kantigen Gesichtszüge des Mannes wurden von den Flammen erhellt. Er sah Magda an. „Was meinst du, erledige ich euch selbst, gleich hier? Oder überlasse ich euch dem wütenden Mob?“
Magda blickte ihm in die Augen, das Zittern hatte sich beruhigt. „Sie sind ein böser Mensch!“
Er legte den Kopf in den Nacken und lachte. Rebekka zögerte nicht. Sie tastete nach dem Griff des Messers, zog es hervor und stach zu.
Die Klinge drang in seinen Körper, oberhalb des Hüftknochens. Er krümmte sich zusammen, sah einige Sekunden ungläubig an sich herab. „Du verdammte Hure!“, schrie er schmerzerfüllt.
Rebekka ging einige Schritte rückwärts und zog Magda mit sich. Lief mit ihr an dem Mann vorbei. Er zog das Messer heraus, taumelte kurz und hob dann erneut die Waffe.
Sie liefen weiter, bis der Schuss fiel. Rebekka stolperte, die Kugel hatte ihren Hals durchschlagen. Ihr Körper gehorchte nicht mehr. Die Sicht verschwamm bereits, als sie auf dem Boden aufschlug.
„Mami!“, schrie Magda und ließ sich neben ihre sterbende Mutter fallen. Tränen liefen ihre Wangen hinab.
Der Mann kam näher, hielt eine Hand auf die Wunde. Und zielte auf Magda.
„Was soll´s“, sagte er nach einigen Sekunden und humpelte zurück zur Straße.
Magda sah auf, als sich jemand näherte. Durch die Tränen erkannte sie ihren Nachbarn. Er kniete sich neben sie.

***

„Hattest du nie Rachegedanken?“, fragte der junge Mann am Lagerfeuer, als Magda ihre Erzählung beendet hatte.
„Doch, aber nicht lange. Die Menschen sind austauschbar, in einem anderen Dorf wäre das Gleiche passiert. So funktioniert die neue Welt. Halt dich an die Regeln, oder stirb.“
Sie schwiegen einige Minuten, betrachteten das über den Flammen brutzelnde Kaninchen.
„Was hast du nun vor?“
„Ich folge weiter dem Fluss, bisher kam ich alle paar Tage an eine Siedlung. Einige erzählten von einem grenzenlosen Gewässer. Mal sehen, ob es existiert.“
Magda trank einen Schluck aus ihrem selbstgefertigten Wasserschlauch.
„Kann ich mit dir kommen?“
Sie blickte gedankenverloren ins Feuer. „Ja. Bis zur nächsten Siedlung.“
 
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14.11.2020
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Lieber Rob F,
Wow! Was für eine Geschichte! Der Text hat ich wirklich gefesselt, ich liebe es, wie du die einzelnen Situationen beschreibst und dich traust, nicht in einem herkömmlichen "Happy End" aufzuhören. Ein paar Punkte habe ich allerdings dennoch, die ich nicht ganz verstehe.

Ihm wurde schwarz vor Augen. Gerade noch schaffte er es, das Gewehr zu greifen und damit nach dem Gesicht zu schlagen.
Der Mutant wich zurück. Klemens stieß sich mit den Beinen weg und versuchte einhändig mit dem Gewehr zu zielen.
Als du beschreibst, dass ihm schwarz vor Augen wird, rechnet man eher mit einer Ohnmacht, als dass er nun weiter kämpfen könne. Das fett geschriebene kommt mir daher etwas zu sportlich für einen Jungen vor, dem schwarz vor Augen ist.

„Was dieses Dorf verdient hat. Die Mutanten sind nicht schlimmer als wir, bitten wir sie herein.“
Diese Handlung des Sohnes hab ich auch nicht ganz verstanden, er weiß, wie schlimm die Mutanten sind, schließlich haben sie seinen eigenen Vater vor seinen Augen umgebracht, aber trotz Zorn gegenüber den Bewohner*innen des Dorfes würde er sich und seine Familie ja dadurch selbst in Gefahr bringen?
jemand vor ihrem Haus schrie.
„Rebekka Wehner! Komm raus und bring deine Kinder mit!“
Hier habe ich auch nicht ganz verstanden, wie es so schnell ausarten konnte. Von einem unbeschwerten Familienleben mit Obstsalat kommt es zu Hass aller Dorfbewohner*innen gegenüber der Familie, obwohl selbst Rebekka dachte, dass jede*r ihren Mann gemocht hatte. Zu mindest hatte sie sich über die geringe Zahl der Trauernden gewundert. Hätte nicht ein*e Dorfbewohner*in schon früher etwas gesagt?

Die Kreatur ging wie ein nasser Sack zu Boden, als es ihm schließlich gelang.
Hier noch eine ganz kleine, letzte Bemerkung, ich glaube, dass es besser wäre, den Satz einmal umzustellen, sodass nicht gleich gesagt wird, was passiert, sondern wie es passiert. Allerdings ist das nur eine sehr kleine Sache, die mir beim lesen aber kurz die Spannung genommen hat.

Aber wie gesagt, hat mir dein Text sehr gut gefallen und ich werde dem nächst mehr von dir lesen.

Liebe Grüße, Helene
 
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09.12.2019
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Hallo @Helene ,

danke für deinen Kommentar!

Die Handlung wäre wahrscheinlich auch für eine Novelle oder einen Roman gut geeignet. Zum einen fällt die Familie Wehner nach dem Tod von Paul auseinander. Zum anderen das Hauptthema, wie diese zukünftige, erfundene Gesellschaft mit Menschen umgeht, die sich nicht an die Regeln der Allgemeinheit halten. Ich hoffe also, dass die Inhalte auch in dieser Kurzgeschichte soweit nachvollziehbar sind.

Als du beschreibst, dass ihm schwarz vor Augen wird, rechnet man eher mit einer Ohnmacht, als dass er nun weiter kämpfen könne. Das fett geschriebene kommt mir daher etwas zu sportlich für einen Jungen vor, dem schwarz vor Augen ist.
Danke für den Hinweis! Das passt so nicht ganz, ich habe den Satz nun geändert in:
"Sein Körper begann zu zittern."

Diese Handlung des Sohnes hab ich auch nicht ganz verstanden, er weiß, wie schlimm die Mutanten sind, schließlich haben sie seinen eigenen Vater vor seinen Augen umgebracht, aber trotz Zorn gegenüber den Bewohner*innen des Dorfes würde er sich und seine Familie ja dadurch selbst in Gefahr bringen?
Diese Handlung von Klemens zeigt auch seine Wut, er lässt sich zu dieser kaum überlegten Handlung verleiten. Jedoch kehrt er ja direkt danach ins Haus zurück, zu seiner Mutter und seiner Schwester. Dort drinnen droht ihnen, zumindest am Anfang, erstmal keine Gefahr. Die Mutanten sind zwar stark und gefährlich, aber nicht intelligent genug, um gezielt in Häuser zu gehen. Ich hoffe, dass dies durch die vorherigen Szenen deutlich wird.
Worüber er nur überhaupt nicht nachgedacht hat, sind die weiteren Folgen. In einer Novelle oder einem Roman wäre Klemens Entwicklung für mich das Hauptthema, was passiert mit ihm nach dem Tod seines Vaters. Und als er merkt, wie die Menschen im Dorf darauf reagieren. Für eine Kurzgeschichte muss es jedoch m.E. in dieser Darstellung reichen, da bleibt dann also mehr Interpretation für den Leser, warum er so handelt.

Hier habe ich auch nicht ganz verstanden, wie es so schnell ausarten konnte. Von einem unbeschwerten Familienleben mit Obstsalat kommt es zu Hass aller Dorfbewohner*innen gegenüber der Familie, obwohl selbst Rebekka dachte, dass jede*r ihren Mann gemocht hatte. Zu mindest hatte sie sich über die geringe Zahl der Trauernden gewundert. Hätte nicht ein*e Dorfbewohner*in schon früher etwas gesagt?
Ich wollte in den ersten Szenen einen Gegensatz darstellen. Zum einen das bis dahin intakte Familienleben (die Szene in der Küche mit Rebekka und Magda), zum anderen die häßliche Realität mit den Mutanten. Ich sehe es hierbei genauso, wie du es geschrieben hast, die Stimmung im Dorf gegen die Familie Wehner wird schon früher begonnen haben. Ich deute es beim Frühstück in der ersten Szene zumindest etwas an:

„Ich fahre gleich raus. Die Gruppe ist nicht mehr weit entfernt und ich möchte es erledigt haben. Klemens kann mitkommen“, sagte Paul.
„Kannst du es nicht anderen überlassen?“, fragte Rebekka.
„Das hatten wir doch schon, du weißt …“
„Nichts weiß ich. Niemand in Maon kümmert sich noch um die Mutanten. Du wirst es ja schon erledigen.“
„Dann sprich es an, bei der nächsten Versammlung. Ich mache solange meine Arbeit.
(...)


Zumindest Rebekka wird nach und nach deutlich, dass das, was ihr Mann Paul macht, nicht (mehr) in die richtige Richtung geht.

Die Kreatur ging wie ein nasser Sack zu Boden, als es ihm schließlich gelang.
Hier noch eine ganz kleine, letzte Bemerkung, ich glaube, dass es besser wäre, den Satz einmal umzustellen, sodass nicht gleich gesagt wird, was passiert, sondern wie es passiert. Allerdings ist das nur eine sehr kleine Sache, die mir beim lesen aber kurz die Spannung genommen hat.
Ich habe den Satz umgestellt, guter Hinweis!

Danke für deine Eindrücke! Freut mich sehr, wenn die Geschichte unterhaltsam war, trotz des eher düsteren Themas.

Viele Grüße,
Rob
 
Monster-WG
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20.08.2019
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Lieber @Rob F

ich habe Deine Geschichte gerne gelesen, obwohl sie sehr düster und teilweise recht blutig ist. Ich bin nahe bei den Protagonisten, kann mir alles bildlich vorstellen. Ich finde die Perspektivwechsel gut und spannend. Die Story ist krass, teilweise hatte ich Gänsehaut.

Hier einige Anmerkungen:

„Hey, gib es her!“, rief Magda, als ihr Bruder das Brötchen nahm, das auch sie nehmen wollte.
„Es sind genügend andere da“, sagte Rebekka.
„Aber ich wollte …“
„Magda!“ Paul sah sie an.
„Immer kriegt er das Größte!“ Sie nahm sich ein anderes Brötchen und schnitt es schmollend auf.
„Wenn ihr so weiter macht, nehme ich euch wieder aus der Schule und zurück geht’s in den Kindergarten.“ Rebekka nahm sich eine Scheibe Brot und ein Stück Butter.

Zu oft das selbe Verb.
Vorschläge:
"Hey, gib es her!", rief Magda, als ihr Bruder das Brötchen nahm, das sie selbst haben wollte.
"Immer kriegt er das Größte!" Sie griff sich ein anderes ...
Rebekka fischte sich eine Scheibe Brot aus dem Korb, bestrich es mit Butter.

Dann sprich es an, bei der nächsten Versammlung.

Satzbau.
Vorschlag: Dann sprich es bei der nächsten Versammlung an.

Klemens sah seine Mutter an. Sie richtete ihren Blick auf den Teller und aß, ohne ihn zu beachten.

Satzbau.
Vorschlag: Klemens sah seine Mutter an, die den Blick auf den Teller richtete und aß, ohne ihn zu beachten.

„Weil du gerade erst in der dritten Klasse bist.

Kann man streichen.

„Mach dir mal nicht so viele Gedanken, sie können hier nicht hin. Du kannst mir gleich beim Einkauf helfen.“

Kann man streichen

„Wir nehmen den Teil des Hirsches mit, an dem sie nicht gefressen haben.“

Uiiii ... Da haben bei mir die Alarmglocken geklingelt. Ich hab überlegt, ob da keine Ansteckungsgefahr besteht.

Oder überlasse ich euch dem wütenden Mopp?“

Mob

Ganz liebe Grüße und einen schönen Tag,
Silvita
 
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Beitritt
14.11.2020
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Lieber Rob F,
Ich nochmal! Meine Punkte hast du toll geklärt, allerdings gibt es noch eine letzte Sache.
„Ich fahre gleich raus. Die Gruppe ist nicht mehr weit entfernt und ich möchte es erledigt haben. Klemens kann mitkommen“, sagte Paul.
„Kannst du es nicht anderen überlassen?“, fragte Rebekka.
„Das hatten wir doch schon, du weißt …“
„Nichts weiß ich. Niemand in Maon kümmert sich noch um die Mutanten. Du wirst es ja schon erledigen.“
„Dann sprich es an, bei der nächsten Versammlung. Ich mache solange meine Arbeit.
(...)
Das klingt eher, als ob niemand es machen wollen würde und es ihm deshalb aufs Auge drückte, nicht nach Unmut dem gegenüber, auch wenn es schon einmal zeigt, dass nicht alles in dem Dorf perfekt ist. Mein Vorschlag wäre, auf dem Ritt zu den Mutanten etwas böse oder eher genervte Blicke einiger Dorfbewohner zu erwähnen, allerdings muss es ja alles, wie du sagtest, in eine Kurzgeschichte passen, obwohl der Stoff für eine Novelle reichen würde. Natürlich ist es auch immer noch Science Fiction und wer weiß, wie die Menschen zu dem Zeitpunkt miteinander umgehen. Ich glaube nur, es würde sich dann stimmiger anhören.

Liebe Grüße, Helene
 
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19.05.2006
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Hi Rob F.

Mir hat deine Dystopie gut gefallen. Ich fand sie spannend und mitreißend geschrieben. Wenn überhaupt, gibt es nur ein paar Korinthen, die ich gar nicht auflesen will.
Wohl ist das Thema Zombies und Wiedergänger mächtig abgegriffen, aber es ist dir gelungen, es auf neue Art darzustellen. Es braucht keine auführliche Erklärung warum und wieso und wo und wie, der knappe Hinweis auf das Virus reicht völlig. Die Figuren wirken lebendig, die Dialoge ebenfalls. Habe ich gerne und in einem Zug gelesen.

Nach einigen Sekunden das Handtuch hob und die Verletzung betrachtete. „Mein Gott“ flüsterte und sich direkt wünschte, es zurücknehmen zu können.
Da es sich um eine indirekte Rede handelt, sollten die Apostrophe wegfallen. Besser fände ich, diesen Passus in einem Satz zu vereinen.
... und die Verletzung betrachtete, mein Gott flüsterte und sich ...
„Holen Sie die Säge, aus meinem Behandlungszimmer.
Ich bin unsicher, denke aber, das Komma sollte entfallen.
Lassen Sie sie in Ruhe, Sie bringen uns nur alle in Gefahr.

Das dreimalige "sie" ließe sich vermeiden. ;)

Netten Gruß!
 
Beitritt
18.11.2020
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Hallo @Rob F ,

eine wirklich spannende und kurzweilige Geschichte. Besonders dein Schreibstil hat mir sehr gut gefallen.
Aus den vorhergehenden Kommentaren lese ich heraus, dass du dir vorstellen könntest die Geschichte noch auszubauen. Tatsächlich war es beim Lesen auch mein Eindruck, dass du versucht hast sehr viel Handlung in sehr kurzer Zeit zu erzählen. An manchen Stellen hätte ich mir da noch größere Zusammenhänge oder Erklärungen gewünscht.

Hier nur ein paar Beispiele für Fragen, die sich mir während des Lesens gestellt haben:

- Wie alt sind die Kinder? Im ersten Absatz bin ich von Grundschulkindern ausgegangen, später wirkt Klemens eher wie ein Teenager oder junger Erwachsener.
- Die Eskalation der Ereignisse kam sehr unerwartet. Warum wurde plötzlich geschossen? Wie ist es von einer Beerdigung mit weniger Personen als erwartet zu einem Mob gekommen ist, der durch die Straßen rennt, Häuser anzündet und die Mutter umbringt?
- Warum ist Klemens nicht mit seiner Mutter und Schwester gegangen?

Dein Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Sehr bildlich und spannend. Nur über ein paar wenige Dinge bin ich etwas gestolpert:

Sie sie Ruhe
Hier fehlt ein 'in'.

Die Mutanten sind nicht schlimmer als wir, bitten wir sie herein.“
Was du mit diesem Satz sagen wolltest habe ich nicht ganz verstanden.

„Halt es so wie ich.“
Meiner Meinung nach müsste es 'Halte' heißen.

wütenden Mopp?
Das müsste 'Mob' heißen.

Für mein persönliches Empfinden hast du außerdem noch sehr häufig 'sagte' geschrieben. Vielleicht lässt sich das an der ein oder anderen Stelle noch ersetzen oder komplett weglassen.

LG
Nele :)
 
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Beitritt
09.12.2019
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394
Hi @Silvita ,

danke für deine Eindrücke!

Ich finde die Perspektivwechsel gut und spannend.
Danke! Gerade hierbei hatte ich ein wenig Sorge, dass es eher stören könnte, wenn ich mich nicht für eine Hauptperson entscheide.

Zu oft das selbe Verb.
Vorschläge: (...)
Ich habe den Dialog zu Beginn überarbeitet, nun mit weniger "nehmen".

Satzbau.
Vorschlag: Dann sprich es bei der nächsten Versammlung an.
habe deinen Vorschlag übernommen

„Weil du gerade erst in der dritten Klasse bist.
Kann man streichen.
ist weg

Oder überlasse ich euch dem wütenden Mopp?“
Mob
Ja, so ist es richtig :gelb:
Der wütende Mopp wäre wohl eher etwas für den Bereich Humor, oder ziemlich trashigen Horror!

Danke für deinen Kommentar und die Formulierungsvorschläge!

Viele Grüße,
Rob


Hi nochmal, @Helene !

Das klingt eher, als ob niemand es machen wollen würde und es ihm deshalb aufs Auge drückte, nicht nach Unmut dem gegenüber, auch wenn es schon einmal zeigt, dass nicht alles in dem Dorf perfekt ist.
Ja, das stimmt natürlich. Das gegen Paul und seine Familie schon vor Beginn der Geschichte Unmut aufgekommen ist, wird hierdurch nicht so direkt klar. Ich habe nun den Dialog zu Beginn der zweiten Szene wie folgt ergänzt, danke für deinen Vorschlag!

"Hast du die Blicke bemerkt, als wir das Dorf verließen?", fragte Klemens.
"Ja. Das geht schon seit einiger Zeit so. Wenn sie ein Problem haben, sollen sie sich äußern. Solange mache ich weiter."
„Können wir uns anstecken?“ Klemens Pferd trabte neben dem seines Vaters über das vertrocknete Gras.
„Nein. Die Infektionen haben (...)


Viele Grüße und danke für den Hinweis!
Rob


Hi @Manuela K. ,

freut mich, dass du die Geschichte gelesen hast!

Mir hat deine Dystopie gut gefallen. Ich fand sie spannend und mitreißend geschrieben.
Danke! Ich habe mal versucht, mich auf die Dialoge und Handlungen der Protagonisten zu konzentrieren, mit nur der ein oder anderen Beschreibung der Umgebung. So lenke ich (hoffentlich) möglichst wenig vom eigentlichen Geschehen ab.

Wohl ist das Thema Zombies und Wiedergänger mächtig abgegriffen, aber es ist dir gelungen, es auf neue Art darzustellen.
Es hat ein wenig den Bezug zu einem (leider) sehr aktuellen Thema und ich wollte die Mutanten, wie sie sind, nicht zu sehr in den Mittelpunkt rücken. Demnach also nur eine einfache Beschreibung mit den "grotesk angeschwollenen Körpern".

Da es sich um eine indirekte Rede handelt, sollten die Apostrophe wegfallen. Besser fände ich, diesen Passus in einem Satz zu vereinen.
Diese Regel für die indirekte Rede kannte ich nicht, ich habe die Sätze nun zusammengefasst:
Nach einigen Sekunden das Handtuch hob, mein Gott flüsterte und sich direkt wünschte, es zurücknehmen zu können.

"Holen Sie die Säge, aus meinem Behandlungszimmer."
Ich bin unsicher, denke aber, das Komma sollte entfallen.
Hört sich richtig an, habe das Komma entfernt.

Lassen Sie sie in Ruhe, Sie bringen uns nur alle in Gefahr.
Das dreimalige "sie" ließe sich vermeiden.
habe den Satz umformuliert

Auch dir vielen Dank für die Mühe und viele Grüße!
Rob


Hallo @Nele Marie Scambalo ,

danke für deine Zeit und den Kommentar! Und natürlich noch willkommen hier im Forum!

Aus den vorhergehenden Kommentaren lese ich heraus, dass du dir vorstellen könntest die Geschichte noch auszubauen. Tatsächlich war es beim Lesen auch mein Eindruck, dass du versucht hast sehr viel Handlung in sehr kurzer Zeit zu erzählen. An manchen Stellen hätte ich mir da noch größere Zusammenhänge oder Erklärungen gewünscht.
Ja, das passiert mir schon mal ... Bei den vorherigen Notizen zu einer Geschichte denke ich eher, dass es zu wenig/langweilig sein könnte, aber dann bekomme ich doch eher Probleme, alles ausführlich genug unterzubringen ...
Grundsätzlich möchte ich die Geschichte jedoch nicht deutlich länger machen, sie soll schon im Bereich einer Kurzgeschichte bleiben.
Ich überlege, ob mir noch eine ergänzende Szene für Klemens einfällt, wie nach dem Tod seines Vaters seine Wut entsteht. Er ist ja derjenige, der den Stein letzten Ende ins rollen bringt. Mal sehen ...

Wie alt sind die Kinder? Im ersten Absatz bin ich von Grundschulkindern ausgegangen, später wirkt Klemens eher wie ein Teenager oder junger Erwachsener.
Im ersten Absatz schreibe ich, dass Magda in der dritten Klasse ist, demnach also ca. 8 Jahre. Klemens sollte im jugendlichen Alter sein, wie du schon vermutet hast, vielleicht fünfzehn oder sechzehn. Ich dachte, dies wird soweit dadurch deutlich, dass er zwar noch in die Schule geht, aber ihn seit Vater dennoch mit zur Jagd auf die Mutanten nimmt.

Die Eskalation der Ereignisse kam sehr unerwartet. Warum wurde plötzlich geschossen? Wie ist es von einer Beerdigung mit weniger Personen als erwartet zu einem Mob gekommen ist, der durch die Straßen rennt, Häuser anzündet und die Mutter umbringt?
Der Grund für die nächtlichen Ereignisse war, dass Klemens die Mutanten ins Dorf gelockt hat. Geschossen wurde also auf die Mutanten. Nachdem Klemens wieder zu Hause ist, sagt er zu seiner Mutter:

Er ließ sich Zeit mit der Antwort. „Was dieses Dorf verdient hat. Die Mutanten sind nicht schlimmer als wir, bitten wir sie herein.“

Dass bei der Beerdigung nur wenige Dorfeinwohner waren, sollte vor allem zeigen, dass sich das Dorf von der Familie abwendet. Ich hatte in dieser Szene ja geschrieben, dass normalerweise alle Einwohner anwesend sind. Sehe ich also nicht als Widerspruch.

Warum ist Klemens nicht mit seiner Mutter und Schwester gegangen?
Ja, an dieser Stelle habe ich einige Zeit hin und her überlegt. Versucht er sich, wie nun geschrieben, vor seine Mutter und Schwester zu stellen, in dem er sich dem "wütenden Mob" stellt? Damit sie fliehen können. Oder versucht er, direkt mit ihnen zu fliehen?
Ich habe mich für die erste Variante entschieden, da er die finalen Ereignisse ja eingeleitet hat, er hat die Mutanten ins Dorf gelockt. Hierdurch versucht er also, die Folgen auf sich zu ziehen, seine Familie zu schützen.

... Sie sie Ruhe ...
Hier fehlt ein 'in'.
Ich habe den Satz überarbeitet.

"... Die Mutanten sind nicht schlimmer als wir, lassen wir sie herein."
Was du mit diesem Satz sagen wolltest habe ich nicht ganz verstanden.
Klemens sieht nach der Versammlung, bei der seine Mutter beschimpft wurde, die Mutanten nicht mehr als das größte Übel. Hiermit gibt er auch zu, dass er sie ins Dorf gelockt hat.

"Halt es so wie ich."
Meiner Meinung nach müsste es 'Halte' heißen.
Das hört sich richtig an, hier spricht Rebekka entsprechend der Situation jedoch schnell, daher lasse ich es mal so.

Das müsste 'Mob' heißen.
Ich habe es korrigiert ... vielleicht behalte ich die Idee eines "wütenden Mopp" mal für eine andere Geschichte ;)

Viele Grüße und noch viel Spaß hier!
Rob
 
Beitritt
18.11.2020
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Hallo @Rob F ,

danke für die nette Begrüßung :).

Durch deine Erklärungen ist auf jeden Fall schon einiges klarer geworden.

Ich überlege, ob mir noch eine ergänzende Szene für Klemens einfällt, wie nach dem Tod seines Vaters seine Wut entsteht. Er ist ja derjenige, der den Stein letzten Ende ins rollen bringt. Mal sehen ...
Das würde sicherlich helfen um sein Handeln besser nachvollziehen zu können.

Im ersten Absatz schreibe ich, dass Magda in der dritten Klasse ist, demnach also ca. 8 Jahre. Klemens sollte im jugendlichen Alter sein, wie du schon vermutet hast, vielleicht fünfzehn oder sechzehn. Ich dachte, dies wird soweit dadurch deutlich, dass er zwar noch in die Schule geht, aber ihn seit Vater dennoch mit zur Jagd auf die Mutanten nimmt.
Den Hinweis auf die 3. Klasse hatte ich tatsächlich überlesen. Aber in diesem Zusammenhang würde ich erst Recht davon ausgehen, dass Klemens 10/11 Jahre alt ist und nicht doppelt so alt wie seine Schwester. Vielleicht findest du eine Möglichkeit irgendwo noch einen entsprechenden Hinweis einzubauen. Eventuell indem du darauf anspielst wie groß der Altersunterschied ist oder, dass er sich schon wie ein Mann fühlt weil er mit seinem Vater auf die Jagd gehen darf. So müsste man sich als Leser nicht fragen ob er eben tatsächlich so viel älter ist als seine Schwester oder ob sein Vater einen 10 jährigen Jungen mit auf die Mutantenjagd nimmt.

Ich habe es korrigiert ... vielleicht behalte ich die Idee eines "wütenden Mopp" mal für eine andere Geschichte
Das würde ich auf jeden Fall lesen wollen :p

Einen schönen Abend noch.
LG Nele
 
Monster-WG
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20.08.2019
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Guten Morgen @Rob F

Danke! Gerade hierbei hatte ich ein wenig Sorge, dass es eher stören könnte, wenn ich mich nicht für eine Hauptperson entscheide.

Gern geschehen.
Ich fand es sehr gelungen und es bringt Abwechslung und Spannung in den Text.

Ich habe den Dialog zu Beginn überarbeitet, nun mit weniger "nehmen".

Ist jetzt viel besser :thumbsup:

Der wütende Mopp wäre wohl eher etwas für den Bereich Humor, oder ziemlich trashigen Horror!

Lol :D Ja, das stimmt. Ich kanns mir bildlich vorstellen.

Hab einen schönen Tag.

Ganz liebe Grüße,
Silvita
 
Mitglied
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09.12.2019
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Hallo @Nele Marie Scambalo ,

ich habe nun noch folgendes ergänzt:

Zu Beginn des zweiten Abschnitts einen Hinweis auf Klemens Alter, dadurch, dass er bald in die Oberstufe kommt.

Und eine weitere Szene, vor dem Abschnitt, in dem Klemens nachts die Mutanten ins Dorf lockt. Er wird auf der Schultoilette bedroht, auch seine kleine Schwester, vielleicht wird sein Handeln hierdurch nachvollziehbarer.

Danke für deine Hinweise und viele Grüße,
Rob
 
Beitritt
18.11.2020
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Hallo @Rob F ,
der Hinweis auf die Oberstufe fügt sich wirklich nahtlos und den Text und der neue Absatz hilft auch sehr dabei Klemens Handlungen nachvollziehbarer zu machen. :)
LG Nele
 
Wortkrieger-Team
Senior
Monster-WG
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04.03.2018
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Hallo @Rob F,
ich finde deinen Output erstaunlich. Sind das teils Texte, die du aus der Schublade ziehst, oder schreibst du die in diesem Tempo? Respekt für diese Produktivität.

Wenn ihr so weiter macht, nehme ich euch wieder aus der Schule und zurück geht’s in den Kindergarten
da fand ich das Gesagte zu unnatürlich, vllt. "und stecke euch wieder in den Kindergarten."?

Die Gruppe ist nicht mehr weit entfernt
Niemand in Maon kümmert sich noch um die Mutanten
Ich würde überlegen, das noch offen zu lassen, "Die sind nicht mehr weit entfernt." Niemand in Maon kümmert sich noch drum." MMn zieht das die Spannung an.

Wenn sie ein Problem haben, sollen sie sich äußern
Auch hier finde ich das künstlich. Was würde ich sagen, im RL? "Wenn sie ein Problem haben, sollen sie das sagen."

Die Infektionen haben schon zur Zeit meiner Eltern aufgehört.
Das hat schon zur Zeit meiner Eltern aufgehört. Nicht zu viel erklären.

Sie hatten einen Hirsch erlegt, kurz hinter der Baumgrenze.
Da frage ich mich, wie machen die das? Die haben keine Waffen, sind megaschwerfällig und nicht sonderlich helle, bauen also keine Fallen. Und fangen mit bloßen Händen ein Fluchttier? :confused:

Erdbeeren, Pfirsiche, Äpfel. Und Ananas, ihrer Lieblingsfrucht.
Das "ihrer" hat mich gestolpert (:D), vom Sprachgefühl her würde ich ihre schreiben oder den Punkt ixen.

Sie gab ihr das Messer mit dem Griff voran
Sie hielt ihr den Messergriff hin?

Mach dir mal nicht so viele Gedanken, sie können hier nicht hin
Warum nicht und weshalb können sie später doch?

Klemens drehte sich ruckartig um.
Drehte als Verb mit Unterstützung durch ein Adverb finde ich zu schwach. Wie wäre es mit "Klemens wirbelte herum" oder sowas?

Ein Mann, dessen Namen sie nicht kannte, drückte ein Handtuch auf die Wunde.
Wie viele Einwohner hat das Dorf, dreihundert? Hundertvierzig Kinder, achtzig Frauen, achtzig Männer. Und sie kennt den Namen nicht?

Einige erzählten von einem grenzenlosen Gewässer.
Was ist denn ein Gewässer mit Grenze? Vielleicht: "Einige erzählen von einem Gewässer. Wenn du am Ufer stehst, siehst du die andere Seite nicht."

Der Kontrast zwischen Todeskampf und Obstsalat, das ist schon gut gemacht, lieber Rob. Wie immer bei dir ein gut ausgearbeitetes Setting. In der Konstellation stecken einige Konflikte und Motive drin, die du andeutest. Mir sind es einige zu viele:
- eine friedliche Koexistenz mit den Mutanten scheint möglich, denn solange sie nicht angegriffen werden, lassen sie das Dorf weitgehend in Ruhe. Auch wenn Rebekka widerspricht. Worin also liegt die moralische Rechtfertigung dafür, sie anzugreifen und zu töten? Da liegt ein gewaltiger Konflikt drin, eine zentrale Frage wie die in Blade Runner. Dort ist es diese: Dürfen Replikanten Nachwuchs zeugen? Hier in deinem Text könnte die Frage lauten: Haben Mutanten das Recht zu leben? Selbst wenn sie vereinzelt Menschen angreifen? Vielleicht sind sie nicht dumm, sondern leben nur anders nach eigenen Regeln? Das moralische Dilemma aufzufächern, da steckt viel Potential drin, siehe X-Men.
- Klemens sinnt wegen Pauls Tod und seiner Versehrung auf Rache. Gleichzeitig hasst er die anderen Dorfbewohner. Zum einen, weil er gemobbt wird, zum anderen, weil er ihnen die Schuld an Pauls Tod gibt. Das geht so weit, dass er das Dorf gefährdet und sich selbst opfert. Eben noch zittert er in der Schultoilette und wenige Zeilen weiter sichert er rambomäßig die Flucht von Mutter und Tochter. Mir zu viel, auch zu viele starke Motive, die sich gegenseitig egalisieren.
- Rebekka macht für mich eine Wandlung durch, die ich nicht nachvollziehen kann. Anfangs schaut sie auf ihr Frühstück, als es um Mutanten-Erschießung geht ("Klemens sah seine Mutter an. Sie richtete ihren Blick auf den Teller und aß, ohne ihn zu beachten") und argumentiert beinahe für ein friedliches Miteinander. Dann schnappt sie sich ein Küchenmesser und rammt es dem grauhaarigen Alten in den Bauch. Okay, Mann und Sohn sind gestorben, finde ich persönlich trotzdem zu wild, out of character.

Du hast den ganz breiten Pinsel ausgepackt, lässt deine ganze Crew krepieren bis auf das kleine unschuldige Mädchen. Kann man machen, nur der Text erhält dadurch eine Schlagseite, wird blutig und trashig und verliert für mich persönlich seine Tragik. Ich weiß, dass du auf Spannung und Unterhaltung großen Wert legst und das bedienst du mit Sicherheit sehr gut, und wenn es Trash sein soll, hast du einen guten Job gemacht. Ich persönlich würde mir bei deiner Fantasie und Kreativität nur wünschen, dass du einen schmaleren Pinsel nimmst und feiner zeichnest, damit es mich nicht erschlägt, sondern berührt.

Peace, linktofink
 
Mitglied
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09.12.2019
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Hi @linktofink ,

danke auch hierbei für deine Zeit und den Kommentar!

ich finde deinen Output erstaunlich. Sind das teils Texte, die du aus der Schublade ziehst, oder schreibst du die in diesem Tempo? Respekt für diese Produktivität.
Nein, ich habe keinen versteckten Geschichtenvorrat ;)
Ich würde dennoch nicht behaupten, dass mein Schreibtempo tatsächlich hoch ist. Auch beim Lesen bin ich nicht unbedingt der schnellste.
Das liegt eher daran, dass ich aktuell nicht Vollzeit arbeite und ja seit mittlerweile einigen Monaten nicht viel möglich ist außerhalb der Wohnung (mag jedoch auch sein, dass ich bezogen auf Corona übervorsichtig bin, aber auch in "meiner Altersgruppe" gibt es schwere Verläufe).
Insofern beschäftige ich mich (fast) täglich bis zu einer Stunde mit dem Schreiben, aber wie gesagt, hab im Moment halt die Zeit, irgendwann ändert sich das auch wieder.

Irgendwas muss man ja machen ;) , und in jedem Fall bin ich gespannt auf die Entwicklung der Monster-WG!

Ich würde überlegen, das noch offen zu lassen, "Die sind nicht mehr weit entfernt." Niemand in Maon kümmert sich noch drum." MMn zieht das die Spannung an.
Danke, guter Hinweis! Ich habe es ein wenig angepasst, statt schon konkret von den Mutanten spricht Paul erstmal nur von "der Gefahr", und zuvor: "Sie sind nicht mehr weit entfernt."

Auch hier finde ich das künstlich. Was würde ich sagen, im RL? "Wenn sie ein Problem haben, sollen sie das sagen."
Ich habe es mal geändert in:
"..., sollen sie es sagen."

Das hat schon zur Zeit meiner Eltern aufgehört. Nicht zu viel erklären.
habe deinen Vorschlag übernommen

Da frage ich mich, wie machen die das? Die haben keine Waffen, sind megaschwerfällig und nicht sonderlich helle, bauen also keine Fallen. Und fangen mit bloßen Händen ein Fluchttier?
Ja, guter Punkt, hatte ich mir im Detail keine Gedanken drüber gemacht. Vielleicht gelang es ihnen ja, gerade weil sie so schwerfällig sind und den Hirsch gar nicht gejagt haben. Das Tier ist ihnen, weil es sie durch ihre langsamen Bewegungen kaum für eine Gefahr hielt, zu nahe gekommen und dann ist es passiert ... muss ich aber nochmal drüber nachdenken, vielleicht entferne ich den Hirsch noch.

Das "ihrer" hat mich gestolpert (:D), vom Sprachgefühl her würde ich ihre schreiben oder den Punkt ixen.
habe es auf "ihre" geändert

Sie hielt ihr den Messergriff hin?
Ja, ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie ihr das Messer mit der Klinge voran reicht.

Mach dir mal nicht so viele Gedanken, sie können hier nicht hin
Warum nicht und weshalb können sie später doch?
Es ist eine Mauer um die Stadt. Ich erwähne es nicht ausdrücklich, aber zumindest schreibe ich etwas zu einem Stadttor, ich dachte daraus geht es soweit hervor:

„Bleib zurück“, sagte Rebekka zu Magda.
Sie lief zu ihrem Sohn, er lag vorm Stadttor auf dem Boden.


Später können Sie nur rein, da Klemens sie nachts hineinlockt.

Drehte als Verb mit Unterstützung durch ein Adverb finde ich zu schwach. Wie wäre es mit "Klemens wirbelte herum" oder sowas?
Ich habe es mal geändert in: "Klemens fuhr herum."

Wie viele Einwohner hat das Dorf, dreihundert? Hundertvierzig Kinder, achtzig Frauen, achtzig Männer. Und sie kennt den Namen nicht?
Ja, sollte sie wohl. Ich habe es mal so geändert, damit es keine Verwechslung mit dem Nachbarn gibt, den ich hier ja auch erwähne:
"Eine Frau aus ihrer Nachbarschaft drückte ein Handtuch auf die Wunde."

Was ist denn ein Gewässer mit Grenze? Vielleicht: "Einige erzählen von einem Gewässer. Wenn du am Ufer stehst, siehst du die andere Seite nicht."
So gesehen hat ja jedes Gewässer eine Grenze ... Ich hatte bei dieser Welt daran gedacht, dass nach dem "Bevölkerungsschwund" teilweise das bekannte Leben ähnlich wie vorher weitergeht, also z.B. auch in den Städten. Aber durch die Katastrophe und die Mutanten teilweise auch neue Gemeinden, Siedlungen usw. entstehen. Menschen, die sich vom "früheren" Leben und der Technologie abwenden. Durch den letzten Absatz sollte dies etwas deutlicher werden, daher auch diese etwas unbeholfene Beschreibung der "neuen" Generation.

Der Kontrast zwischen Todeskampf und Obstsalat, das ist schon gut gemacht, lieber Rob. Wie immer bei dir ein gut ausgearbeitetes Setting. In der Konstellation stecken einige Konflikte und Motive drin, die du andeutest. Mir sind es einige zu viele: (...)
Bezogen auf die Entwicklung der Personen gebe ich dir auf jeden Fall recht, ich habe bei den vier Familienmitgliedern unterschätzt, wie ausführlich ich es eigentlich ausarbeiten müsste. Mit dieser Version hoffe ich also, dass es für eine Kurzgeschichte noch einigermaßen nachvollziehbar und im Rahmen ist.
Rebekkas Bedenken zu Beginn beziehen sich hauptsächlich auf die Situation, dass ihr Mann sich alleine um die Gefahr der Mutanten kümmert. Ihr eigentliches Anliegen trägt sie daher in der Gemeindehalle vor. Wie realistisch der Messerangriff am Ende ist, wenn es auch um das Leben ihrer kleinen Tochter geht ... kann ich natürlich auch nur vermuten, aber dass sie den Mann nicht richtig trifft, zeigt ja auch ein wenig ihre Unsicherheit.
Klemens traut sich auf der Schultoilette nicht, sich zu wehren, nur sind die anderen ja auch zu dritt und er hat ein Messer am Hals. Außerdem hat er nur noch einen Arm. Die Mutanten ins Dorf zu lassen, kann man demnach auch als eine etwas feige Aktion sehen, er greift ja niemanden direkt an. Dass er am Ende seiner Mutter und Schwester zu Flucht verhilft, finde ich genauso wahrscheinlich, als wenn er mit ihnen flieht. Habe mich halt für diese Variante entschieden, genauer kann ich es hierbei erstmal nicht begründen.

Kann man machen, nur der Text erhält dadurch eine Schlagseite, wird blutig und trashig und verliert für mich persönlich seine Tragik. Ich weiß, dass du auf Spannung und Unterhaltung großen Wert legst und das bedienst du mit Sicherheit sehr gut, und wenn es Trash sein soll, hast du einen guten Job gemacht.
Hierbei ist mir nicht klar, ob du es unrealistisch findest, dass es sich so entwickelt, also nur Magda überlebt? Oder die Szenen selbst eher trashig?
Was geschieht, entspricht für mich auch der Welt, die entstanden ist, daher auch die ein oder andere brutale Szene. Ich wollte es also auch nicht beschönigen, aber trashig sollte es eigentlich nicht werden ...

Ich persönlich würde mir bei deiner Fantasie und Kreativität nur wünschen, dass du einen schmaleren Pinsel nimmst und feiner zeichnest, damit es mich nicht erschlägt, sondern berührt.
Danke für den Hinweis, das nehme ich auf jeden Fall mit! Wie ich auf einen vorherigen Kommentar geantwortet habe: In meinen vorherigen Notizen zu einer Handlung gehe ich irgendwie immer noch davon aus, dass es zu wenig Inhalt ist. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, hierbei noch lernfähig zu sein :gelb:

Also vielen Dank für dein ausführliches Feedback und noch ein schönes Wochenende!
Rob
 
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24.02.2005
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Hallo Rob F.,
schade, ich mag Zombie-Stories eigentlich...dein Anfang ist jedoch lahm und nichtssagend...damit catchst du niemanden...habe den Rest nur noch überflogen....so kannst du meines Erachtens nicht einsteigen...mit Brötchen schmieren und kindlichem Futterneid... ich meine, was sagt das wirklich aus über die Figuren und die Situtation in der sie sich befinden? Die Szene könnte überall und zu jederzeit spielen....owas kann man schon mal einbauen...aber auf keinen Fall am Anfang...da klinken sich deine Leser reihenweise aus...
BG
N
 
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09.12.2019
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Hallo @Nicolaijewitsch ,

für die ersten Zeilen kann ich dein Feedback nachvollziehen, nicht jedoch bezogen auf den ersten Absatz.

Aber ich glaube, du hast dich in deinem nächtlichen Kommentareifer ohnehin nicht wirklich mit einem Text beschäftigt, wenn ich mir deine anderen Kommentare so ansehe.

Vielleicht hättest du besser erstmal die ausführlichen drei Feedbacks zu deiner zuletzt eingestellten Geschichte beantwortet?

Viele Grüße,
Rob
 
Beitritt
03.10.2020
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Ciao @Rob F

Habe mir deine Geschichte auch mal zu Gemüte geführt. Mir ist auch der Anfang nicht sauer aufgestossen, eigentlich im Gegenteil, das klingt so schön nach Alltag und die Geschichte nimmt danach eine Wendung, die zumindest für mich überraschend kam und mich zum Weiterlesen verleitete bzw. für Spannung sorgte.

Wie jeden Morgen beteten Rebekka und Paul mit ihren Kindern. Die Sonne schien durch die Küchenfenster, erwärmte den Raum. Kaum war das Gebet beendet, griffen Magda und Klemens in den mit Brötchen und Brot gefüllten Korb.
Ist Brot und Brötchen nicht dasselbe? Ausser das Brötchen halt die kleinere Form von Brot ist ...

„Bisher nur wenig, aber ich glaube, bald in der Oberstufe wird es mehr.“
Vorschlag: Bisher nur wenig, aber ich glaube, in der Oberstufe wird es bald mehr.

Schon als sie sich den Mutanten näherten, erkannte er ihre grotesk angeschwollenen Körper. Die Gesichter, der ganze Kopf wie nach einem Boxkampf. Hände so groß, als würden sie Winterhandschuhe tragen. Ein lederner Geruch kam ihnen entgegen.
Die Beschreibungen der Mutanten sind mir zu wenig drastisch und ich kann mir nur ein vages Bild von ihnen machen. Die Gesichter sehen aus wie nach einem Boxkampf? Also sind die blutig geschlagen oder deformiert? Ich denke, hier überlässt Du vieles der Fantasie des Lesers, ich persönlich hätte mich gerne etwas mehr gegruselt und hätte mir deshalb ein klareres Bild gewünscht. Auch der Vergleich mit den Winterhandschuhen klingt in meinen Ohren etwas zu harmlos, nicht nach einem unmenschlichen Schrecken. Zu den Handschuhen passt auch der lederne Geruch, aber Leder riecht eigentlich sehr angenehm und das passt dann auch nicht wirklich zu den abscheulichen Kreaturen. Stinken die nicht?

Der Mutant hatte sich nach vorne gezogen und biss ihm in den Arm, in dem er das Hemd hielt.
Hier bin ich etwas verwirrt wegen des Der Mutant hatte sich nach vorne gezogen. Wie darf ich das verstehen? Liegt der Mutant unter dem Körper des Vater begraben? Eigentlich nicht, oder? Der Vater fiel ja gegen Klemens und dieser legte ihn zu Boden. Wolltest Du ausdrücken, dass der Mutant nach vorne robbte, also auf die beiden zu? Ich finde, der Kampf gegen den Mutanten ist etwas zu ungenau beschrieben und ich konnte es mir nicht im Detail vorstellen.

Fühlte sich, als würde sie sich selbst von außen betrachten. Wie sie den Arm unterhalb der Schulter abband. Ihrem Sohn eine Spritze gab. Nach einigen Sekunden das Handtuch hob, mein Gott flüsterte und sich direkt wünschte, es zurücknehmen zu können.
Zu distanziert beschrieben, denke ich. Auch wird diese Stelle meiner Meinung nach zu schnell abgehandelt, da könntest Du noch etwas mehr herausholen. Vielleicht etwas genauer auf ihre Gefühle eingehen. Dann noch folgender Vorschlag: "Mein Gott", flüsterte sie und wünschte sich direkt, es zurücknehmen zu können.

Sie drückte das Handtuch wieder auf die Wunde und sah ihren Nachbarn an, der neben ihr stand. „Holen Sie die Säge aus meinem Behandlungszimmer. Es ist offen. Los!“, zischte sie und hoffte, dass Klemens es nicht gehört hatte.
Wunderbar.

Rebekka blickte sich um und zählte knapp vierzig Trauergäste. Normalerweise kamen alle gut dreihundert Einwohner Maons zu einer Beerdigung. Es gab kaum jemanden, dem Paul nicht schon mal geholfen hatte.
Auch sie hatte die Augen hinter einer Sonnenbrille versteckt, trotz des wolkenverhangenen Himmels. Magda stand neben ihr. Klemens saß als einziger, sein Armstumpf unter dem schwarzen Hemd versteckt. Das Gesicht bleich und regungslos.
Obwohl die meisten Augen hinter dunklen Gläsern versteckt waren, spürte sie die anklagenden Blicke.
Mmmh, irgendwie störte ich mich an den Sonnenbrillen ... Wieso? Ich hätte die Geschichte spontan in einer anderen Zeit verordnet, irgendwie dachte ich immer, diese Story spielt in vergangenen Zeiten (also zu einer Zeit, in der es noch keine Sonnenbrillen gab). Das kommt wohl auch von den Pferden, mit denen sie zu dem Mutantennest ritten. Selbst wenn es eine Dystopie ist: Wieso haben alle Leute ihre Sonnebrillen "gerettet"?

Der Bürgermeister trat vor das Podest und hob beschwichtigend die Hände. „Wir sollten uns alle die Zeit nehmen, in Ruhe darüber nachzudenken. Bei der nächsten Versammlung können wir dann …“
„Verschwinde, du Hexe!“, rief jemand aus einer der hinteren Reihen. „Du bringst uns den Tod.“
„Und nimm deine kranken Kinder mit!“, fügte jemand anderes hinzu.
Der Bürgermeister winkte Magda und Klemens zu sich und brachte sie mit ihrer Mutter zum Hinterausgang. „Lauft zu eurem Haus und schließt die Tür ab. Sie werden sich wieder beruhigen, bestimmt, aber nun bringt euch in Sicherheit!“
Ist natürlich hart, wie die Dorfbewohner reagieren. Dass sie aber gleich als Hexe beschimpft und ihre Kinder als krank bezeichnet werden, klingt für mich wieder eher nach Mittelalter als nach Dystopie.

"Habe gehört, dein Vater hat sich den Kehlkopf rausreißen lassen. Was seid ihr für eine dumme Familie? Könnt noch nicht mal ein paar Mutanten erledigen."
Von wem hat er das mit dem Kehlkopf gehört? Bei dem Angriff war doch nur der Klemens dabei. Klingt ja fast, als hätte er selbst das weitererzählt.

Rebekka wollte nach seinen Albträumen fragen, als nicht weit entfernt ein Schuss ertönte. Wenige Sekunden später folgten weitere. Die nur von Kerzenlicht erhellte Küche flackerte immer wieder kurz auf. Klemens ging zum Fenster, blickte in die Nacht.
„Was hast du getan?“, flüsterte Rebekka. Sie bekam eine Gänsehaut.
Kommt sie nicht etwas schnell darauf, dass Klemens etwas mit den Schüssen in der Nacht zu tun hat? Andereseits kennt sie ihn natürlich sehr gut, aber bisher hätte ich nicht gedacht, dass Klemens so kaltblütig handeln kann.

Klemens Schreie halten durch die Nacht, übertönten das lauter werdende Knistern des brennenden Hauses.
hallten mit zwei l.

„Sie sind ein böser Mensch!“
Die Reaktion ist etwas zu generisch. Vielleicht ist sie wütend, ängstlich? Oder am besten beides zusammen.

„Ich folge weiter dem Fluss, bisher kam ich alle paar Tage an eine Siedlung. Einige erzählten von einem grenzenlosen Gewässer. Mal sehen, ob es existiert.“
Das Meer schein immer das Ziel zu sein, ne? ;)

„Kann ich mit dir kommen?“
Sie blickte gedankenverloren ins Feuer. „Ja. Bis zur nächsten Siedlung.“
Wieso nur bis zur nächsten Siedlung? Klingt etwas aufgesetzt. Ist sie nicht froh über Gesellschaft? Schliesslich muss sie sich durch ein Land voller Mutanten kämpfen ...

Keine typische "Zombie"-Geschichte, Rob F. Ich habe sie gerne gelesen und kommentiert. Für mich hat die Geschichte soweit gut funktioniert, es gab ein paar Stellen, die ich für ausbaufähig halte und ein paar Dinge gehen nicht ganz auf. Am meisten vermisste ich eine intensivere Beschreibung der Mutanten.

Mutierte Grüsse,
DM
 
Mitglied
Beitritt
09.12.2019
Beiträge
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Hi @DissoziativesMedium ,

ein ausführlicher Kommentar, vielen Dank!

Ist Brot und Brötchen nicht dasselbe? Ausser das Brötchen halt die kleinere Form von Brot ist ...
Ich hatte beides genannt, da es für mich schon ein Unterschied ist, ob ich eine Scheibe Brot oder ein Brötchen esse. Aber nun habe ich es mal gegoogelt, neben der Form gibt es wohl noch andere Unterschiede:
Der Unterschied von Brot und Brötchen

Die Beschreibungen der Mutanten sind mir zu wenig drastisch und ich kann mir nur ein vages Bild von ihnen machen. Die Gesichter sehen aus wie nach einem Boxkampf? Also sind die blutig geschlagen oder deformiert? Ich denke, hier überlässt Du vieles der Fantasie des Lesers, ich persönlich hätte mich gerne etwas mehr gegruselt und hätte mir deshalb ein klareres Bild gewünscht.
Ich habe es etwas umformuliert, möchte die Mutanten aber auch nicht zu detailliert beschreiben, um deren Aussehen zum Teil weiterhin dem Leser zu überlassen. Habe auch noch etwas zum Geruch ergänzt:

Schon als sie sich den Mutanten näherten, erkannte er ihre grotesk angeschwollenen Körper. Die Gesichter, der ganze Kopf deformiert wie nach einem Boxkampf. Keine Hände, sondern Pranken mit aufgerissener Haut. Ein lederner, aber auch beißender Geruch kam ihnen entgegen, nach Schweiß und Urin.

Der Mutant hatte sich nach vorne gezogen und biss ihm in den Arm, in dem er das Hemd hielt.
Hier bin ich etwas verwirrt wegen des Der Mutant hatte sich nach vorne gezogen. Wie darf ich das verstehen? Liegt der Mutant unter dem Körper des Vater begraben? Eigentlich nicht, oder? Der Vater fiel ja gegen Klemens und dieser legte ihn zu Boden. Wolltest Du ausdrücken, dass der Mutant nach vorne robbte, also auf die beiden zu? Ich finde, der Kampf gegen den Mutanten ist etwas zu ungenau beschrieben und ich konnte es mir nicht im Detail vorstellen.
Nach der bisherigen Beschreibung fällt der Mutant auf der Stelle in sich zusammen, an der er erschossen wurde. Der Vater fällt dann nach vorne, Klemens legt ihn vorsichtig am Boden ab. Demnach liegen also beide nah beieinander, Klemens rechnet nur nicht damit, dass er noch lebt. Ich habe also den genannten Satz leicht angepasst, denke so sollte es nachvollziehbar sein:

Der Mutant hatte sich zu ihm gezogen und biss ihm in den Arm, in dem er das Hemd hielt.

Zu distanziert beschrieben, denke ich. Auch wird diese Stelle meiner Meinung nach zu schnell abgehandelt, da könntest Du noch etwas mehr herausholen. Vielleicht etwas genauer auf ihre Gefühle eingehen.
An dieser Stelle müsste ich mich entscheiden, ob ich Rebekkas verzerrte Wahrnehmung ändere und es zu einer "näheren" Szene mache, in der ihr Schrecken deutlicher wird.
So wie hier beschrieben ist es ein "Effekt", der durch Angst entstehen kann, wird auch Depersonalisierung genannt. In etwa so, als könne man noch klar denken und handeln, betrachtet sich aber "wie von außen", losgelöst vom eigenen Körper.
Ich finde es so eigentlich ganz gut, werde es also erstmal so lassen.

Mmmh, irgendwie störte ich mich an den Sonnenbrillen ... Wieso? Ich hätte die Geschichte spontan in einer anderen Zeit verordnet, irgendwie dachte ich immer, diese Story spielt in vergangenen Zeiten (also zu einer Zeit, in der es noch keine Sonnenbrillen gab). Das kommt wohl auch von den Pferden, mit denen sie zu dem Mutantennest ritten. Selbst wenn es eine Dystopie ist: Wieso haben alle Leute ihre Sonnebrillen "gerettet"?
Von meiner Seite her sollte es in der Zukunft spielen, ungefähr eine Generation weiter. Eine Welt, die durch eine deutliche Reduzierung der Bevölkerung (Epidemie) zwar in Teilen noch so funktioniert wie früher, in Teilen aber auch zurückgeworfen wurde. Dies wollte ich auch ein wenig durch die an die Bibel angelehnten Namen andeuten (Rebekka, Klemens, Maon ...)
Damit kann ich auch die noch vorhandenen Sonnenbrillen erklären, aber ich gebe dir recht, irgendwie passen sie in diesem Dorf nicht ins Bild. Habe sie also bei der Beerdigungsszene entfernt.

Ist natürlich hart, wie die Dorfbewohner reagieren. Dass sie aber gleich als Hexe beschimpft und ihre Kinder als krank bezeichnet werden, klingt für mich wieder eher nach Mittelalter als nach Dystopie.
Ja, da haste recht, ich habe aus der Hexe eine Verräterin gemacht, so passt es auch besser zur vorherigen Handlung. Sie haben ja, wie Rebekka nun merkt, auch so über ihren verstorbenen Mann gedacht. Bei den Kindern habe ich das Wort "kranke" entfernt.

Von wem hat er das mit dem Kehlkopf gehört? Bei dem Angriff war doch nur der Klemens dabei. Klingt ja fast, als hätte er selbst das weitererzählt.
Es gib hierfür keine entsprechende Szene, der Text ist für eine Kurzgeschichte ja eh schon recht lang. Ich hatte hierbei eher daran gedacht, dass sie die Leiche von Klemens Vater (Paul) ja geholt haben müssen und die Verletzungen danach in dem kleinen Dorf die Runde gemacht haben.

Kommt sie nicht etwas schnell darauf, dass Klemens etwas mit den Schüssen in der Nacht zu tun hat? Andereseits kennt sie ihn natürlich sehr gut, aber bisher hätte ich nicht gedacht, dass Klemens so kaltblütig handeln kann.
Ich hatte hierfür, damit es etwas nachvollziehbarer ist, noch die vorherige Szene in der Schultoilette ergänzt. Aber gerade bezogen auf Klemens Entwicklung ist es wahrscheinlich dennoch ein drastischer Schritt, deswegen hatte ich in einer vorherigen Antwort auch geschrieben, dass sich dieses Thema, bei auch noch vier Protagonisten, auch gut für eine Novelle oder einen Roman eignen würde.
Ich glaube, damit es deutlich nachvollziehbarer wird, müsste ich schon mehr als ein paar Kleinigkeiten ergänzen, von daher finde ich es in diesem Umfang für eine Kurzgeschichte in Ordnung. Sonst müsste ich Klemens mehr in den Mittelpunkt stellen und andere Sachen rausnehmen und das möchte ich nicht.

hallten mit zwei l
ist korrigiert

Das Meer schein immer das Ziel zu sein, ne?
Ja ... lasse ich mal so stehen! :)

Wieso nur bis zur nächsten Siedlung? Klingt etwas aufgesetzt. Ist sie nicht froh über Gesellschaft? Schliesslich muss sie sich durch ein Land voller Mutanten kämpfen ...
Ich wollte hiermit, wenn auch nur kurz zum Ende, Magdas Charakter und Entwicklung zeigen. Sie möchte nicht völlig alleine sein, aber auch niemanden auf Dauer bei sich haben. Sie hat nur begrenztes Vertrauen, hält immer einen gewissen Abstand.

Danke für deine aufmerksamen Anmerkungen, haben mir auf jeden Fall weitergeholfen!

Viele Grüße,
Rob
 
Beitritt
03.10.2020
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23
Morgen @Rob F

Danke für deine ausführliche Rückmeldung auf meinen Kommentar! Es freut mich natürlich, dass ich Dir weiterhelfen konnte.

Ich hatte beides genannt, da es für mich schon ein Unterschied ist, ob ich eine Scheibe Brot oder ein Brötchen esse. Aber nun habe ich es mal gegoogelt, neben der Form gibt es wohl noch andere Unterschiede:
Der Unterschied von Brot und Brötchen
Ah, wieder was gelernt :)

Ich habe es etwas umformuliert, möchte die Mutanten aber auch nicht zu detailliert beschreiben, um deren Aussehen zum Teil weiterhin dem Leser zu überlassen.
Klar, das verstehe ich. Ist auch nur mein persönlicher Geschmack, ich mag es gerne drastisch bzw. hässlich und grausam ... Also einfach "in your face!" Die Phantasie des Lesers anzuregen, indem Du nur andeutest, ist aber sicherlich die elegantere Lösung.

Es gib hierfür keine entsprechende Szene, der Text ist für eine Kurzgeschichte ja eh schon recht lang. Ich hatte hierbei eher daran gedacht, dass sie die Leiche von Klemens Vater (Paul) ja geholt haben müssen und die Verletzungen danach in dem kleinen Dorf die Runde gemacht haben.
Ah ja, das habe ich mir auch noch überlegt. Wollte es aber trotzdem noch erwähnen, ein kleiner Hinweis würde ja schon langen. Vielleicht kann auch gleich direkt der Anführer, dieser bullige Typ auf der Toilette, darauf eingehen und das kurz erläutern? Kann ja auch nur ein Satz oder Nebensatz sein. So à la: "Habe gehört, sie haben deinen Vater mit rausgerissenem Kehlkopf gefunden. Was seid ihr für eine dumme Familie? Könnt noch nicht mal ein paar Mutanten erledigen."

Das Meer schein immer das Ziel zu sein, ne?
Ja ... lasse ich mal so stehen! :)
Würde ich auch, war kein Kritikpunkt hier, mehr eine Feststellung ;)

Wieso nur bis zur nächsten Siedlung? Klingt etwas aufgesetzt. Ist sie nicht froh über Gesellschaft? Schliesslich muss sie sich durch ein Land voller Mutanten kämpfen ...
Ich wollte hiermit, wenn auch nur kurz zum Ende, Magdas Charakter und Entwicklung zeigen. Sie möchte nicht völlig alleine sein, aber auch niemanden auf Dauer bei sich haben. Sie hat nur begrenztes Vertrauen, hält immer einen gewissen Abstand.
Verstanden. Für mich klang es etwas zu fest nach "lonesome Rider" bzw. das der Held/die Heldin am Schluss einsam in den Sonnenuntergang reiten muss, einfach weil sich das so gehört.

Danke für deine aufmerksamen Anmerkungen, haben mir auf jeden Fall weitergeholfen!
Sehr gerne.
 

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