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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Mevista - Die Magierin

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09.12.2019
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Mevista - Die Magierin

Das Ergebnis war eindeutig. „Wir verlassen das Blautal!“, sagte Patt. Er räumte die Stimmzettel zusammen, die sie auf dem Boden ihres Hauses ausgebreitet hatten und brachte sie zum Kamin.
„Warte!“, rief Liah. „Bist du sicher? Vielleicht zählen wir besser nochmal nach!“
„Nein, ich werde nicht ein drittes Mal nachzählen, Liah! Es sind fast zweihundert Stimmen dafür und nur ungefähr neunzig dagegen. Und so ist es richtig. Nicht mehr viele Monde und die Quelle wird endgültig versiegen. Wir haben jetzt schon zu wenig Wasser, oder hast du einen Plan?“
„Nein, ich dachte nur …“ Sie wischte sich eine Träne weg. „Das Tal war immer unser zu Hause, alle sind hier glücklich.“
Patt warf die Zettel ins Feuer und ging zu ihr, nahm sie in den Arm. „Ich werde es genauso vermissen, aber wenn alles funktioniert, werden wir das Dorf ja mitnehmen. Und hey, dann haben wir ganz viel Neues zu entdecken!“
„Ich traue der Magierin nicht! Ihr und ihrem Volk am Nebelgebirge. Warum ist sie gerade jetzt hier erschienen?“
„Sie wissen viel mehr über diese Welt als wir, mit ihrer Magie. Wir sprechen morgen früh nochmal mit ihr und dann informiere ich die Einwohner über das Ergebnis.“
Liah sah zum Kamin. Die Stimmzettel verbrannten, das Feuer spiegelte sich in ihren Augen.

Liah und Patt standen vor dem Zimmer der Magierin in der Taverne. Patt wollte gerade an die schwere Holztür klopfen, als von drinnen eine weibliche Stimme rief: „Kommt herein, es ist offen!“
Sie sahen sich kurz an und Patt öffnete die Tür. „Mevista! Ich hoffe, es geht Euch gut!“
Mevista stand vor einem Spiegel und knöpfte sich gerade den obersten Knopf des eng anliegenden schwarzen Seidenhemdes zu. So ein Zufall, dachte Liah. Perfekt zurecht gemacht, die langen schwarzen Haare zu aufwändigen Zöpfen geflochten. Der perfekte Kontrast zu der hellen, schimmernden Haut.
„Ja, alles in Ordnung! Danke für die Gastfreundschaft. Habt ihr euch entschieden?“ Ihre Stimme war leise, aber dennoch deutlich hörbar, als würde sie damit alle anderen Geräusche verdrängen. Kühl und zugleich verlockend.
„Wir werden das Blautal verlassen, wenn Ihr uns helft. Hier können wir nicht mehr lange überleben“, antwortete Patt.
„Und wohin gehen wir? Wir kennen doch gar nichts anderes als das Tal!“, meinte Liah.
„Nach Osten, durch den Quellwald“, erwiderte Mevista. „Nach vier bis fünf Tagen erreichen wir die Ebenen der Wildherden. Dort gibt es genügend unbewohntes, fruchtbares Land für Euer Dorf. Wir werden einen schönen Ort finden.“ Sie setzte sich in einen Sessel, ihr Körper schmiegte sich elegant in das rote Leder.
„Patt?“ Liah stubste ihn an.
„Was? Ach ja, ich wollte … Der Zauber! Ihr habt das schon häufiger gemacht? Ein ganzes Dorf verzaubert, oder verkleinert, in eine Glaskugel? Und später könnt ihr es rückgängig machen?“
Sie sah ihn an, die Andeutung eines Lächelns umspielte die Mundwinkel. Patt konnte seinen Blick nicht von ihren hellgrünen Augen abwenden. „Ja, so in etwa, Patt. Mein Volk besitzt diese Gabe schon seit langer Zeit. Die magischen Kugeln der Alten Welt.“
Liah sah von ihrem Mann zu der Magierin. „Und was ist der Preis?“
„Es gibt erst mal keinen. Aber ihr werdet mir und meinem Volk helfen, wenn wir darum bitten. Daran wird kein Weg vorbeiführen.“ Nach den letzten Worten wechselte ihre Augenfarbe auf ein helles Orange. „Also wenn ihr euch sicher seid, dann schließen wir unseren Vertrag.“ Sie deutete auf einen kleinen Holztisch, auf dem ein ausgerolltes Pergament lag sowie ein Tintenfässchen und eine große Feder.

„Ich glaube, du kannst anfangen!“, meinte Liah. Patt betrachtete die volle Gemeindehalle, es schienen alle Dorfbewohner anwesend zu sein. Fast alle in weißen Baumwollhemden und Halsketten aus dem blauen Gestein des Tals, wie es hier Tradition war. Er ging auf die Empore und hob beide Hände auf Schulterhöhe. Seine Autorität wirkte auch ohne Worte, es dauerte nicht lange, bis das Gemurmel verstummte.
„Liebe Bewohner des Tals! Als euer Bürgermeister liegt mir euer Wohl mehr am Herzen als mein eigenes. Und ihr habt entschieden!“
„Nun mach schon hin, Patt!“, rief Gulf, der Schmied der Stadt. Einige lachten, aber die meisten standen wie versteinert und warteten, was Patt verkünden würde.
„Wir verlassen das Tal! Die Quelle wird bald versiegen und …“ Weiter kam er nicht, seine Stimme verlor sich in einem Durcheinander aus erleichterten Ausrufen und wütenden Protesten.
„Ich gehe hier nicht weg!“, brüllte Gulf. Weitere Bürger schrien ihren Widerwillen heraus.
Mevista durchschritt die Menge vom hinteren Teil der Gemeindehalle. Die Menschen gingen instinktiv zur Seite, obwohl sie die Magierin zunächst nicht sehen konnten. Sie stieg zu Patt auf die Empore, alle schwiegen und sahen sie an. Sie blickte von einem Bürger zum anderen, ließ sich Zeit, bis sie sagte: „Es gibt kein Zurück mehr, der Vertrag ist geschlossen. Durch meine Magie werdet ihr euer Dorf behalten.“
Über ihren schwarzen Sachen trug sie einen dunkelroten Umhang, aus dem sie eine Glaskugel hervorholte. Die Kugel fing an violett zu leuchten, alle Augen waren auf dieses Licht gerichtet. Es breitete sich aus, begann die ganze Halle auszufüllen und sich darüber hinaus auszudehnen, bis sich das ganze Dorf unter einer violetten Kuppel befand.
„Mimento!“, sprach Mevista mit leiser Stimme, die niemand überhören konnte.
„Was passiert hier, Patt?“, rief Liah. Bevor er antworten konnte, wurde das violette Licht immer undurchsichtiger, er konnte seine Umgebung nicht mehr erkennen.
Dann war es weg, und mit ihm die Gemeindehalle, die Häuser der Umgebung, das ganze Dorf. Genauso wie die Bewohner, bis auf Liah und Patt. Er fiel einen Meter nach unten, wie auch die Magierin, beide landeten sicher auf den Füßen. Die Glaskugel leuchtete noch für einige Sekunden, dann verblasste der violette Schein. Nur Mevistas Augenfarbe behielt diesen Farbton.
Irgendetwas befand sich in der Kugel, Liah und Patt gingen näher heran. Und sahen darin das Dorf, es schmiegte sich unten gewölbt an das Glas. Aus der Gemeindehalle strömten die Bewohner, kleiner als Ameisen. Die Magierin ließ die Kugel unter dem roten Umhang verschwinden.

„Was habt Ihr getan?“, rief Patt. Liah stellte sich seitlich hinter ihn.
„Was wir vereinbart haben. Wir können die Reise beginnen.“ Die Augen der Magierin waren wieder hellgrün.
„Aber wir haben nie von den Bewohnern gesprochen! Ihr könnt doch nicht …“
„Die Bewohner sind in Sicherheit“, unterbrach sie ihn. „Ihr hättet den Vertrag genauer lesen sollen. Ich bringe das ganze Dorf an einen Ort Eurer Wahl, nirgendwo steht, dass die Bürger nicht dazu gehören. Freut Euch doch, die Reise wird so viel einfacher.“
Patt blickte zurück, sah Liah an. Sie zitterte leicht und fragte mit dünner Stimme: „Und warum sind Patt und ich nicht auch in der Glaskugel, bei unserem Volk?“
Mevistas Augenfarbe wurde etwas dunkler. „Ich bin nicht gerne alleine unterwegs und ihr müsst euch doch einen neuen Platz für das Dorf aussuchen. Wir können losgehen und keine Sorge, ich habe alles dabei, was wir auf der Reise benötigen.“

***

Gulf stürmte aus der Gemeindehalle, genau wie alle anderen. Nachdem er sich einige Häuser weit entfernt hatte, blickte er die Gasse auf und ab. Alles wirkte verzerrt, als wäre der Boden gebogen. Der Himmel färbte sich dunkelrot.
„Bei den Göttern, was passiert hier?“, rief eine Frau neben ihm.
„Der Umhang“, meinte Gulf. „Der rote Umhang der Elfe umgibt uns.“

***

Sie erreichten den Anfang des Quellwaldes zur Mittagszeit. Patt ging neben Mevista, Liah fiel immer wieder ein Stück zurück und folgte ihrem Mann. Wie so oft.
„Wir sollten eine Pause machen. Ich gehe Pilze suchen, ihr könnt solange hier warten“, sagte Mevista. Sie holte vier kleine Holzstücke unter dem Umhang hervor und legte sie vor sich auf den Boden. „Formento!“, rief sie. Die Holzstücke wurden größer, verwandelten sich in drei Hocker und einen Tisch. „Ich bin gleich wieder da!“ Ohne eine weitere Erklärung ging sie in den Wald.
Liah und Patt sahen ihr verwundert nach und setzten sich an den Holztisch. Einige Sekunden blickten sie sich nur an, bis Liah sagte: „Das geht alles so schnell, für mich ist es, als würde ich träumen. Eben war noch alles wie gewohnt, wir standen in der Gemeindehalle, und nun …“ Sie sah in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Auch von hier aus war das leere Gebiet zu erkennen, wo vorher das Dorf gestanden hatte. Dahinter und rechts davon die Schluchten des Blautals. Links der Beginn des Gebirges, mit seinem bläulichen, scharfen Gestein, aus dem die einzige Wasserquelle ins Tal floss.
Sie betrachtete Patt. Auch hier in der Natur, wo er nicht seiner Arbeit als Bürgermeister nachging, war er eine imposante Erscheinung. Seine aufrechte Körperhaltung und sein direkter, durchdringender Blick. Die schwarzen Haare und der Vollbart, immer gepflegt. Und seine kräftige Statur, wenn auch etwas dicklich, aber das betraf die meisten Einwohner des Tals. Sie selbst eingeschlossen. Was fand er nur an ihr? Viele Frauen aus dem Dorf, die weniger ein Mauerblümchen waren als sie, wären gerne an seiner Seite. Und neben Mevista würde sie am liebsten im Boden versinken.
„Ich hätte auch nicht gedacht, dass es so schnell geht. Aber nun sind wir unterwegs und du wirst sehen, wir werden ein schönes zu Hause finden.“
Liah legte ihre Hand auf seine. „Versprochen?“
„Nö!“
Sie lächelte, er schaffte es immer wieder.

***

Gulf stand am Rand des Dorfes, zusammen mit seiner Frau Valira und weiteren Bewohnern. Valira streckte die Hand aus zu der Glaswand, die das Dorf umgab. Dahinter der dunkelrote Schein.
„Sei vorsichtig!“, meinte Gulf, aber Valiras Hand berührte bereits die glatte Oberfläche.
„Sie ist eiskalt“, sagte sie. „Und vibriert ganz leicht.“
Gulf sah zurück, er konnte das ganze Dorf überblicken. Geradeaus das andere Ende seiner Heimat, ebenfalls begrenzt durch die Glaswand. Das Zentrum lag ein ganzes Stück tiefer, als hätte ein unter der Erde wohnender Riese den Boden nach unten gezogen. Die Häuser aus blauem Gestein, die Straßen, alles in dem dunkelroten Schein von Mevistas magischem Umhang. „Ob die Luft reichen wird?“, fragte er, auch sich selbst.
Valira kam zu ihm, nahm seine Hand und blickte nach oben. „Liah und Patt werden schon nicht zulassen, dass uns etwas passiert.“

***

Der Wald um sie herum war voll von Geräuschen und strahlte dennoch eine Ruhe aus, die Liah und Patt selten erlebt hatten. Jedes Lebewesen hatte seinen Platz, alles seine Zeit und Ordnung. Die Tiere, die sie sahen, hielten einen respektvollen Abstand, waren jedoch auch neugierige Beobachter. Ein junges Reh befand sich einige Meter entfernt, zwischen den Bäumen. Es stand still wie eine Statue, flüchtete jedoch in den Wald, als ihm Liah einen Schritt zu nahe kam.
„Da vorne ist eine Lichtung“, sagte Mevista. „Wir werden hier unser Lager aufschlagen, es wird bald dunkel.“ Sie holte wieder einige Gegenstände unter dem Umhang hervor und verteile sie auf dem Boden. „Formento!“
Es entstand wieder der Holztisch mit den drei Hockern, außerdem zwei Zelte aus Leinenstoff, gehalten von dünnen Holzbalken. Vor dem Tisch lagen ein Bogen, ein Köcher mit Pfeilen und ein großes Messer.
„Also Liah, wie wäre es, wenn wir Holz sammeln gehen? Genügend Tageslicht haben wir ja noch.“
„Und was mache ich?“, fragte Patt. Liah musste wieder lächeln, entgegen seiner sonst selbstsicheren Art wirkte er in diesem Moment wie ein übergroßes Kind, das nicht weiß, was es machen soll. Die Situation und der Wald waren für ihn genauso unbekannt, alles schien an Mevista zu hängen.
Die Magierin deutete auf den Bogen und das Messer. Liah fiel ein Ring am rechten Zeigefinger auf, dunkelrot wie der Umhang. „Ihr werdet jagen! Geht ein wenig Richtung Norden, vielleicht habt Ihr Glück und finden einen Hirsch.“
Patt sah sich hilflos um. Mevista zeigte in eine Richtung und rief „Da lang!“

„Da vorne sind einige Sträucher“, sagte Mevista und ging in diese Richtung. Liah folgte ihr. Trotz des Umhangs waren die eleganten Bewegungen und weiblichen Kurven zu erkennen. Würde es einen Mann geben, der ihr widerstehen konnte?
Sie begannen, die größeren Äste der Sträucher abzubrechen. Liah blickte immer wieder zu der Magierin, bis sie sich endlich traute zu fragen: „Woher wusstest Ihr, dass wir Hilfe brauchen?“
Mevista kümmerte sich weiter um die Äste und begann, vor sich hinzusummen, anstatt auf die Frage zu antworten. Sie ging zu einem weiteren Strauch und meinte nach einigen Minuten: „Ihr und Patt seid ein schönes Paar! Seit wann kennt ihr euch?“
„Seit fast drei Jahren“, antwortete sie und fügte hinzu: „Irgendwann werden wir heiraten!“ Ihre eigene Frage hatte sie nicht vergessen, aber sie schien ihr nicht mehr wichtig. Die Stimme der Magierin hatte einen ruhigen, melodischen Klang, der sie von den eigenen Gedanken ablenkte. Wieder schien es, als würde die Umgebung verstummen, wenn sie sprach.
„Ich wünsche euch viel Glück!“ Sie legte die Äste auf dem Boden ab. „Legt Eure Äste dazu, wir brauchen nicht mehr viel für ein Lagerfeuer.“ An einem anderen Strauch begann sie, Beeren zu pflücken. „Möchtet ihr denn Kinder haben?“
„Ich, wir … ja, ich denke schon.“ Liah legte die Äste ab.
Die Magierin platzierte die Beeren neben den Ästen, hielt beide Handflächen darüber und rief: „Levento!“ Das Holz und die Beeren erhoben sich in die Luft und schwebten ungefähr einen Meter über dem Boden. Sie ging zu Liah, sah ihr in die Augen. Ihre Augenfarbe wechselte wieder auf ein helles Orange und sie begann, über Liahs kurze blonde Haare zu streichen. Sie ließ es geschehen. „Aber was findet er an dir? Klein, dick, eine Männerfrisur … Was kannst du einem Mann wie ihm bieten?“
Liah war wie erstarrt, hypnotisiert durch den Blick und die Stimme der Magierin.
Mevista fuhr fort: „Es werden Träume bleiben, Liah. Patt wird erkennen, wer gut für ihn ist.“ Ihre Augenfarbe wechselte wieder auf ein helles Grün.
„Steht Euch gut! Nicht viele Frauen können kurze Haare tragen. Kommt, gehen wir zurück zum Lager.“ Mevista drehte sich um und entfernte sich. Das schwebende Holz und die Beeren folgten ihr.

Patt erwachte mitten in der Nacht, es war die dritte Übernachtung im Wald. Er wusste nicht, was ihn geweckt hatte. Durch den hellen Leinenstoff bemerkte er ein blaues Leuchten. Liah lag neben ihm, von ihm abgewandt. Sie hatte beim Abendessen kaum gesprochen. Aber so kannte er sie, es dauerte immer, bis sie sagte, was los ist. Manchmal mehrere Tage.
Der blaue Schein lockte ihn an und er verließ das Zelt, auch um frische Luft zu schnappen. Draußen wehte ein leichter Wind, der Wald war still. Das Zelt der Magierin stand offen, sie war nicht da. Nur weiße Decken und der dunkelrote Umhang waren zu sehen. Patt blickte sich um, aber Mevista befand sich nicht in der Nähe. Er ging zum Zelt und hob den roten Umhang auf, konnte seiner Neugier nicht widerstehen. Der Stoff erinnerte ihn an Seide, nur etwas dicker. Nirgendwo befand sich eine Tasche, wo versteckte sie die Glaskugel und die anderen Gegenstände?
Nachdem er den Umhang wieder abgelegt hatte, möglichst genau wie er vorher gelegen hatte, ging er in Richtung des blauen Lichts. Es schimmerte, beleuchtete die Bäume, genauso wie von oben der Halbmond. Nach einigen Minuten erreichte er einen See, das Wasser so hell, als befände sich unter der Oberfläche eine Lichtquelle.
Am Ufer lagen Mevistas schwarze Sachen. Sie befand sich im Wasser, in der Mitte des Sees und schwamm in seine Richtung. Ihr weiblicher Körper war verzerrt unter der Wasseroberfläche zu sehen.
„Komm herein, Patt. Es ist herrlich!“
Er sah sich um, als erwartete er, Liah oder jemand anderen zu sehen. Aber es war niemand da, der sie stören würde. Ich muss zurück zu Liah, dachte er. Ich sollte nicht hier sein.
Die Augen der Magierin hatten das leuchtende Blau des Wassers angenommen, er konnte den Blick nicht abwenden. Er versuchte rückwärts zu gehen, zog aber stattdessen seine Sachen aus und betrat den angenehm kühlen See. Mevista schwamm ihm entgegen und schmiegte sich an ihn. Durchdrang ihn mit den leuchtenden blauen Augen und flüsterte: „Niemand wird es erfahren.“ Er bewegte seinen Kopf von ihr weg, aber es ging nicht. Sie küssten sich. Jeder Gedanke an Liah und die Welt um ihn herum war verschwunden.

***

Gulf und Valira waren im Garten hinter ihrem kleinen Haus. Gulf reinigte den Amboss, den er schon mal für kleinere Aufträge verwendete, für die er nicht seine komplette Werkstatt benötigte. Valira las in einem Buch, aus dem sie im bald beginnenden Schuljahr unterrichten wollte. Sie legte es weg, das Lesen war in dem dunkelroten Licht zu anstrengend. Sie atmete tief ein und aus, aber die Luft war nicht mehr dieselbe. Nicht nur, weil kein Wind wehte. „Das Atmen wird schwieriger, wir sollten uns ruhig verhalten“, sagte sie.
Gulf schwitzte stark, trotz der wenig anstrengenden Arbeit. Er sah sie an, überlegte kurz und warf den großen Lappen weg. „Ja, du hast recht. Hoffentlich dauert es nicht mehr lange, die Magierin wird ja wissen, dass wir hier nicht ewig überleben können.“ Er setzte sich neben seine Frau und legte den Arm um sie. Valira lehnte sich an seine Schulter, beide blieben ruhig sitzen.

***

Der Wald wurde dunkler, die Bäume schlossen sich fast vollständig über ihnen. Mevista trug einen hell leuchtenden Armreif, der genug Licht spendete. Sie gingen dicht beieinander und hatten seit dem Aufbruch nach dem Frühstück wenig gesprochen.
Patt blickte immer wieder zu Mevista. Die Erlebnisse der Nacht waren wie eine fast vergessene, schemenhafte Erinnerung. Er war sich nicht sicher, ob es wirklich passiert war. Die Magierin benahm sich wie in den vorherigen Tagen, als wäre nichts geschehen. Nur Liah war noch ruhiger als sonst, etwas bedrückte sie. Er würde sie darauf ansprechen, sobald sie alleine waren. Im Moment war er selbst viel zu durcheinander.
„Da oben ist wieder eins“, sagte Liah und zeigte auf ein großes Netz über ihnen. Darin befand sich eine tellergroße Spinne.
„Sie werden uns nichts tun, sie meiden das Licht“, erklärte Mevista.
Liah sah dennoch weiter nach oben und blieb stehen. Sie hatte das Gefühl, dass die Spinne sie beobachtete. Und sie begann sich zu bewegen, krabbelte von ihrem Netz an einen Baumstamm. War sie größer geworden? Liah blieb stehen und sah wie versteinert zu, wie die Spinne den Stamm hinunterkletterte und dabei weiter wuchs. Mittlerweile hatte sie die Größe von Patts Oberkörper. Das schwarze Ungetüm blieb stehen und setzte zum Sprung an, flog ihr entgegen.
Liah ließ sich auf die Knie fallen, beugte den Kopf nach unten und schrie aus Leibeskräften. Gleich würde das Monster auf ihr landen, sie beißen, vergiften … aber nichts geschah, sie schrie dennoch weiter, bis ihre Stimme versagte.
Und dann passierte es, etwas berührte, umschlang sie. Sie begann um sich zu schlagen, aber jemand hielt ihre Hände fest und redete beruhigend auf sie ein. Als sie keine Kraft mehr hatte, sah sie auf, mit Tränen in den Augen. Es war Patt, er kniete vor ihr, wollte sie beruhigen und beschützen. „Wo ist die Spinne?“, stammelte sie und sah sich hektisch um.
„Sie ist noch oben in dem Netz, nichts ist passiert“, versicherte ihr Patt mit ruhiger Stimme.
Mevista stand hinter ihm, ein Lächeln umspielte die Lippen. Sie legte die Hand auf Patts Schulter.

Liah konnte nicht schlafen. Sie fühlte sich wie ein verängstigtes, hilfloses Kind. Sie wollte rausgehen, frische Luft schnappen, als sie hörte, wie jemand am Zelt vorbeiging. Nachdem sie einige Sekunden die Luft angehalten hatte, siegte ihre Neugier und sie trat nach draußen. Mevista war gerade noch zu sehen, wie sie im Mondlicht zwischen den Bäumen verschwand. Liah folgte ihr so leise wie möglich.
Nach einigen Minuten erreichte sie eine kleine Lichtung und versteckte sich hinter einem Baum. Die Magierin stand vor einem kleinen Bach, der leise vor sich hin plätscherte. Sie zog sich aus, legte die Sachen auf den Boden und streifte den roten Ring ab, den sie am rechten Zeigefinger trug.
Ihr Körper begann sich zu verändern. Sie ging weiter in die Knie, als könnten die Beine das Gewicht kaum noch tragen. Der Oberkörper beugte sich nach vorne, die Arme hingen kraftlos herab. Und die Haut verlor die Spannkraft, wurde faltig und verschrumpelt.
Mevista, oder was aus ihr geworden war, begann zu weinen und flüsterte in einer Sprache, die Liah nicht verstand. Sie kniete sich vor den Bach und begann sich zu waschen.
"Na sieh doch mal an", flüsterte Liah und lächelte, bevor sie zurück zu den Zelten ging.

Liah ging selbstbewusst neben Patt. Was auch immer das Spiel der Magierin war, sie würde sich dem stellen. Mevista blickte gelegentlich zu ihr herüber und redete weniger als in den letzten Tagen, schien zum ersten Mal verunsichert.
Um die Mittagszeit verließen sie endlich den Wald. Der Anblick dahinter war so atemberaubend, dass Liah und Patt mit offenem Mund die Landschaft betrachteten. Die Ebenen der Wildherden, eine grüne Fläche soweit das Auge reichte, gelegentlich unterbrochen durch ein Wäldchen. Durchzogen von kleinen Flüssen und Seen. Und es wimmelte von Leben. Tiere die Liah und Patt noch nie zuvor gesehen hatten.
Mevista stellte sich neben sie und sagte: „Euer Dorf ist das zweite, das ich hierhin bringe.“ Sie deutete nach rechts, am Horizont waren ganz klein Gebäude und Straßen zu erkennen. „Das ist das ehemalige Uferdorf, es ist schon viele Jahre her, dass ich es hierhin brachte.“
„Und wo können wir hin?“, fragte Liah, wieder in ihrer schüchternen Art. Es schien ihr kaum vorstellbar, dass sie sich hier einfach einen Platz nehmen konnten. Patt offensichtlich schon, als er lachend meinte: „Ich glaube, die Welt steht uns offen! Vielleicht irgendwo, wo wir einen See und einen Wald in der Nähe haben. Und einen Fluss mit Trinkwasser?“
„Ich denke, ich weiß einen guten Ort. Dann los, wir haben es bald geschafft!“

***

Gulf und Valira hatten sich in ihrem Garten flach auf den Boden gelegt und die letzten Vorräte, Lebensmittel und Wasser in Tonkrügen, um sich versammelt. Das Atmen wurde immer schwieriger, beide schwitzten.
Gulf nahm ihre Hand und flüsterte: „Wir werden bald frei sein. Bestimmt wurden sie nur durch etwas aufgehalten. Liah und Patt lassen uns nicht im Stich!“
Valira nahm Gulfs Hand und versuchte zu lächeln, ihre rötlichen Haare klebten an der Stirn.

***

„Was meinst du?“, fragte Patt.
„Es ist ein Traum! So sehr ich das Blautal auch vermissen werde, hier haben wir alles, was wir brauchen!“ Sie umarmte und küsste ihn.
Mevista erklärte: „Es gibt noch ähnliche Orte wie diesen, aber sie haben auch nicht mehr zu bieten. Der nicht weit entfernte See ist einer der größten in der Umgebung und frisches Trinkwasser habt ihr auch. Die Einwohner, die hier vor vielen hundert Jahren lebten, nannten ihn Steinrauschbach.“
Patt sah Liah in die Augen und fragte: „Also bleiben wir hier?“
Liah nahm sich noch einen Moment, betrachtete die Umgebung. Sie konnte sich keinen schöneren Ort vorstellen und sagte schließlich lächelnd: „Ja! Das wird unser zu Hause!“
„Dann soll es so sein!“, erwiderte die Magierin. Sie griff unter den Umhang, holte die Glaskugel hervor und legte sie vor sich ab. „Maxento!“
Die Kugel mit dem Dorf und den Einwohnern darin begann sich von ihnen weg auszudehnen. Liah wich erschrocken zurück und zog Patt an der Hand mit sich. Es dauerte nur wenige Sekunden bis das Dorf und alles darin seine normale Größe erreicht hatte. Aber alles blieb in der nun riesigen Glaskugel. Einige Meter über ihnen endete einer der Wege aus dem Dorf. Zwei Bewohner lehnten mit dem Rücken gegen das Glas und drehten sich um, als endlich wieder normales Tageslicht erschien. Sie schwitzten stark und klopften mit den Händen gegen das Glas.
Patt blickte irritiert zu Mevista und sagte: "Was macht ihr, befreit das Dorf!" Ihre Augen hatten wieder das leuchtende Blau, er erinnerte sich direkt an die Nacht im See, ihre Nähe. Auch diesmal wurde er von ihr angezogen und ging zu ihr. Sie legte eine Hand um seine Hüfte und lächelte Liah an.
Liah rief: "Sie ist eine Betrügerin, Patt! Mit ihrer Magie verwirrt sie deine Gedanken, kämpf dagegen an!" Als Patt keine Anstalten machte, sich von der Magierin zu lösen, fluchte Liah: "Was wollt ihr?"
Mevista sah sie an. „Ich habe eine lange Reise vor mir und kann nicht alleine zu meinem Volk zurückkehren. Gebt Patt frei, erst dann gehört er mir und ich werde das Dorf befreien!“
„Also darum ging es die ganze Zeit? Ich werde Patt niemals verlassen!“
Die Augen der Magierin wurden rot. „Ihr könnt es gerne so haben! Dann seht zu, wie Eure Freunde ersticken.“ Patt rückte noch näher an Mevista und legte ebenfalls seinen Arm um ihre Hüfte, starrte dabei ausdruckslos vor sich hin.
Liah blickte verzweifelt zu den sterbenden Menschen und folgte ihrer Intuition, sprach zu Mevista: „Wenn Ihr dadurch das Dorf und die Bewohner freigebt, werde ich zustimmen. Ich gebe Patt frei, aber ich möchte einen Vertrag!“
Zum zweiten Mal wirkte die Magierin verunsichert. „Ich weiß auch so, ob Ihr mich belügt oder nicht. Ich brauche nicht noch einen Vertrag.“
Liah ging nicht darauf ein. „Es reicht ja mündlich und per Handschlag. Ich traue Euch nicht. Ich werde meinen Teil einhalten, sonst würde ich es nicht anbieten. Also Ihr entfernt die Glaskugel und lasst das Dorf in Ruhe, sobald ich Patt freigebe?“
Mevista blinzelte, aber sie ließ sich darauf ein. „In Ordnung“, antwortete sie. Liah ging zu ihr und streckte die rechte Hand aus, die Magierin tat das gleiche. Sie sahen sich in die Augen und gaben sich die Hand. „Ich gebe Patt frei!“
Ein Lächeln umspielte Mevistas Lippen. „So sei es! Fremento!“
Die Glaskugel begann sich zu verformen, der untere Teil glättete sich dem Erdboden entgegen, bis die Häuser und die Wege ebenerdig waren. Dann begann das Glas dünner zu werden, bis es schließlich ganz verschwand.
Liah lächelte erleichtert. „Danke!“ Sie wusste, dass sie nur eine Chance haben würde. Ihr Blick senkte sich zu Mevistas Hand, sie zog die eigene Hand zurück und umgriff dabei den roten Ring mit Daumen und Zeigefinger, zog ihn von der Hand der Magierin. Er blieb an ihrem Fingergelenk hängen. Liah zog fester, aber bekam den Ring nicht frei. Mevista begann die andere Hand zu heben, um einen Zauber zu wirken.
Patt schüttelte irritiert den Kopf und verstand sofort die Situation. Er ergriff den Arm, den die Magierin für den Zauber gehoben hatte und lenkte ihn wieder nach unten. Gleichzeitig zog Liah mit aller Kraft an dem Ring und schaffte es schließlich, ihn an sich zu nehmen.
Mevista versuchte, nach ihm zu greifen, aber ihr Körper veränderte sich bereits. Schon nach wenigen Sekunden stand sie zusammengekauert vor ihr, alt und schwach. Sie ging in die Knie, stütze sich mit den Händen auf und begann zu weinen. Streckte mit sichtlicher Mühe den rechten Arm nach oben und wollte nach dem Ring greifen.
„Bei den Göttern!“, rief Patt.
Liah sah zu dem Dorf, immer mehr Menschen waren aufgestanden und kamen auf sie zu.
„Wir haben es geschafft, Patt!“, rief sie erschöpft, aber auch voller Erleichterung. „Unser neues zu Hause. Wir sind angekommen.“ Sie blickte auf die Magierin. „Und wer bist du nun? Mit dir habe ich keinen Vertrag!“

Liah passte auf, dass das weiße Kleid nicht schmutzig wurde. Aber sie ließ es sich nicht nehmen, das Essen heute persönlich vorbeizubringen. Mevista hatte sich in ihrer Zelle unter die Pritsche gelegt. Ein Geschöpf des Schattens.
„Essenszeit!“, rief Liah als sie vor die Zelle trat. „Ich weiß, du redest nicht mehr mit mir. Aber ich möchte dir noch danken. Patt und ich werden gleich heiraten und wir wissen nun, dass uns nichts auseinander bringen kann.“ Sie stellte das Holztablett ab. „Also, lass es dir gut schmecken! Wenn du genau hinhörst, kannst du vielleicht der Zeremonie durch das Gitterfenster zuhören.“
Die Magierin bewegte sich etwas, guckte unter der Pritsche hervor.
„Ich weiß, was du beobachtest. Ich trage ihn immer bei mir. Er ist immer in deiner Nähe, aber du wirst ihn nie mehr tragen.“ Liah zog an der Kordel um ihren Hals und holte den roten Ring hervor.
Mevista begann, in ihre Richtung zu kriechen und flüsterte wieder in der fremden Sprache. Sie umklammerte die Gitterstäbe mit den knochigen Händen.
Liah bekam eine Gänsehaut und versteckte den Ring wieder. Sie ging in Richtung des Ausgangs und sagte zum Abschied: „Vielleicht versuche ich irgendwann selbst, ihn zu tragen. Mal sehen, was er aus mir macht.“
 
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26.08.2019
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Hallo @Rob F ,

Fantasy, wie schön!
Mir gefällt, wie es dir gelingt, eine ganze Welt in der Kurzgeschichte auferstehen zu lassen. Und die Vorgeschichte handelst du gekonnt durch die Stimmzettel ab, ohne als Erzähler zu viel erzählen zu müssen.
Auch die Einführung und weitere Beschreibung der Dunkelelfe finde ich sehr gelungen. Von Anfang an hat man ein ungutes Gefühl, kann es sich aber auch bis zur Aufklärung nicht erklären.
Was mich etwas stört: Warum siezen die sich? Das passt für mich nicht so richtig in eine Fantasy-Welt. Oder machst du es, damit es besonders auffällt, wenn sie Patt duzt? Ich finde, das wäre nicht nötig.
Hier noch ein paar Flusen:

Nein, ich werde nicht ein drittes Mal nachzählen
Sie deutete auf einen kleinen Tisch, auf dem ein ausgerolltes Pergament lag, sowie ein Tintenfässchen und eine große Feder.
vor sowie kein Komma
Es breitete sich aus, begann die ganze Halle auszufüllen, und darüber hinaus, bis sich das ganze Dorf unter einer violetten Kuppel befand.
bei "und darüber hinaus" fehlt m.E. ein Verb. Darüber hinaus füllt sich nichts aus, oder?
Viele Frauen aus dem Dorf wären gerne an seiner Seite, die weniger ein Mauerblümchen waren.
Das Relativpronomen "die" bezieht sich auf die Frauen, vor ihm steht aber Seite, dadurch ist das hier etwas missverständlich. Vielleicht kannst du es umstellen? Oder einfach "auch schönere Frauen wären gerne an seiner Seite"
Die Stimme der Elfe hatte einen ruhigen, melodischen Klang
Ihre Augenfarbe wechselte wieder auf ein helles Orange
das Orange
wechselte dann wieder auf ein helles Grün.
das Grün
Aber so kannte er sie, es dauerte immer, bis sie sagte KOMMA was los ist
wo versteckte sie die Glaskugel und anderen Gegenstände?
"die" bezieht sich auf Glaskugel und ist daher Einzahl. Es kann sich daher nicht auf die Gegenstände beziehen. Daher müsstest du glaube ich entweder "und die anderen" oder "und andere Gegenstände" schreiben
Ihr weiblicher Körper war verzerrt unter der Wasseroberfläche zu sehen.
Er wollte diesen Moment nie verlassen.
Einen Moment kann man nicht verlassen
Gulf war stark am Schwitzen,
Gulf schwitzte stark
Sie wollte rausgehen
Und die Haut wurde zu einem dunklen Grau, fast schwarz.
Auch hier: fast schwarz ist nicht im grammatischen Zusammenhang. "wurde zu" passt nicht zu "fast schwarz". Vielleicht eher "Und die Haut wurde dunkelgrau, fast schwarz" oder "Und die Haut wurde zu einem dunklen, fast schwarzen Grau"
Es war das erste Mal, dass Liah die Dunkelelfe verunsichert erlebte.
Euer Dorf ist das zweite, das ich hierhin bringe.
Es ist das zweite (Dorf)

Eins fällt mir noch ein:
"Blaufelstal" ist nicht auf Anhieb verständlich. Ich habe es erst durchschaut, als du mal nur vom "Tal" geschrieben hast. Ich weiß aber auch nicht so richtig, wie man es besser machen könnte.
Blau-Fels-Tal ist ja auch nicht so dolle.
Aber vielleicht hat das ja nur mich gestört.

Gern gelesen!

Gruß Daeron
 
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Beitritt
09.12.2019
Beiträge
256
Hallo @Daeron ,

freut mich, dass du die Geschichte gelesen hast und danke für dein Feedback!

Mir gefällt, wie es dir gelingt, eine ganze Welt in der Kurzgeschichte auferstehen zu lassen.
Danke, gerade das ist für mich eine wichtige Rückmeldung! Bin mir oft nicht sicher, ob die Beschreibungen ausreichend sind, aber manchmal reichen ja ein paar Pinselstriche.

Was mich etwas stört: Warum siezen die sich? Das passt für mich nicht so richtig in eine Fantasy-Welt. Oder machst du es, damit es besonders auffällt, wenn sie Patt duzt? Ich finde, das wäre nicht nötig.
Ja, in einer Fantasy-Welt ist es wohl eher ungewöhnlich. Ich wollte hierdurch die Distanz zwischen den "normalen" Menschen und der Dunkelelfe zum Ausdruck bringen, und auch den Respekt vor ihrer Fremdartigkeit. Dadurch sollten die Szenen, in denen sie sich zum Ende hin duzen, entsprechend anders wirken. Bin noch unschlüssig, ob ich es ändere, mal sehen.

"Blaufelstal" ist nicht auf Anhieb verständlich. Ich habe es erst durchschaut, als du mal nur vom "Tal" geschrieben hast. Ich weiß aber auch nicht so richtig, wie man es besser machen könnte.
Blau-Fels-Tal ist ja auch nicht so dolle.
Stimmt, hätte ich es nicht selber geschrieben, müsste ich auch nah an den Bildschirm um es gedanklich zu trennen. Möglich wäre ja auch "Blaufels-Tal", aber das sieht auch nicht wirklich gut aus. Also ich denke, ich lasse es erstmal so.

Danke auch für deine Anmerkungen zu Rechtschreibung und Formulierungen, habe den Text entsprechend angepasst.

Viele Grüße!
Rob
 
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Moin Rob F.,

ich bin kein großer Fantasyleser, aber ich denke mal, so in der Art wie hier macht man das. Klingt jedenfalls professionell. Was mich als allgemein geschichteninteressierten Menschen ein bisschen rausgehauen haut: Zu viel Handlung und zu viele Personen in einer Kurzgeschichte. Ich bin nicht mehr mitgekommen.

Der Anfang packt: Wir können hier nicht bleiben, müssen die Heimat verlassen (könnte man übrigens als Fantasy-Kommentar zu einem sehr aktuellen Thema lesen). Das mit dem Dorf unter der Glaskugel fand ich auch cool. Und dann war ich irgendwann raus. Diese Geradlinigkeit des Anfangs, die geht leider spätestens in der zweiten Hälfte flöten. Wer hat da jetzt mit wem geschlafen? Und warum brauchte er dafür den Ring? Und warum braucht es überhaupt immer für alles Mögliche einen Ring in diesen Geschichten?


Nicht mehr viele Monde
Das ist sehr klischeehafter Fantasysprech.

Ich werde die Umgebung genauso vermissen,
„es“ - die Umgebung klingt wie „nette Gegend hier“

Dunkelelfe
Hießen die Bösen im zweiten Thor nicht so? Das fände ich dann unglücklich gewählt.

Der Zauber! Sie haben das schon häufiger gemacht? Eine ganzes Dorf verzaubert, oder verkleinert, in eine Glaskugel?
Ich fand diese Stelle ganz geil, wie sie so die Fremdartigkeit dieser Welt zeigt. Bei Fantasy ist das Magische normal, das käme ohne den Begriff „Zaubern“ m. E. noch besser rüber.

Liebe Bewohner vom Blaufelstal!
des Tals

Als euer Bürgermeister liegt mir euer Wohl mehr am Herzen als mein eigenes.
Er mag's subtil.

Dann war es weg. Mit ihm die Gemeindehalle,
„und mit ihm“ finde ich bedeutend flüssiger

Es stand still, wie eine Statue,
Es stand still wie eine Statue, (vergleichend)

Vor dem Tisch lag ein Bogen, ein Köcher mit Pfeilen und ein großes Messer.
lagen

wo versteckte sie die Glaskugel und die anderen Gegenstände?
versteckten

möglichst genau wie er vorher lag
gelegen hatte

das Wasser so hell als befände sich
das Wasser so hell, als befände sich

an Patts Seite gegangen, wie ein verängstigtes Kind
ist meine ich auch wieder vergleichend und deshalb ohne

Sie zog sich aus und legte die Sachen auf den Boden. Und streifte den roten Ring ab, den sie am rechten Zeigefinger trug.
Ich finde das holprig (Sie zog sich aus, legte die Sachen auf den Boden und streifte den roten Ring ab, den sie am rechten Zeigefinger trug.), wolltest du das so betonen, mit dem Ring?

dunkel grau
ein Dunkelgrau


Viele Grüße
JC
 
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17.08.2019
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Hallo Dunkelelfe

Hier einfach ein kurzes Feedback von jemandem, der diese Art Fantasy nicht mag:

Die Einleitung packt.
Dein Schreibstil ist toll. Er zieht mit und ist lebendig. Schreiben liegt dir.
Der Schluss wirkt irgendwie dahergeplumpst und auf mich unglaubwürdig. Als wolltest du auf Teufel komm raus ein Ende finden, um die Geschichte hier einstellen zu können.

Das einfach so ein Feedback aus dem Bauch raus, ohne Textarbeit.

Liebe Grüsse
snif
 
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Hi @Proof ,

danke für dein Feedback!

Die Geschichte ist mein erster Versuch, mal etwas in einer Fantasywelt zu schreiben, freut mich also sehr, wenn es einigermaßen gelungen ist.

Ich hatte schon darauf geachtet, dass es nicht zu viele Handlungsstränge werden, aber den Hinweis kenne ich auch teilweise von vorherigen Geschichten. Werde es bei zukünftigen Texten also noch mehr im Blick halten.

Deine Formulierungsvorschläge habe ich soweit übernommen, vielen Dank hierfür!

Und ich verspreche: Falls ich nochmal etwas in diese Richtung schreibe, wird darin kein Ring vorkommen ;)

Viele Grüße!
Rob


Hi @snif ,

danke, auch ein kurzer Kommentar ist natürlich willkommen!

Schade, dass dir das Ende nicht so gefallen hat. Ich hatte es jedoch genauso ausführlich ausgearbeitet wie alles Vorherige und die Geschichte nicht vorschnell hier eingestellt. Aber ist natürlich Geschmackssache, danke für deine Kritik!

Viele Grüße
Rob
 
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Ja, in einer Fantasy-Welt ist es wohl eher ungewöhnlich. Ich wollte hierdurch die Distanz zwischen den "normalen" Menschen und der Dunkelelfe zum Ausdruck bringen, und auch den Respekt vor ihrer Fremdartigkeit. Dadurch sollten die Szenen, in denen sie sich zum Ende hin duzen, entsprechend anders wirken. Bin noch unschlüssig, ob ich es ändere, mal sehen.
In einer High-Fantasy-Welt ist es tatsächlich ungewöhnlich zu siezen, üblicherweise ist es "Ihr" und "Euch", Pluralis Majestatis.
Mit dem Siezen verschiebst du den Leser (zumindest wenn er Fantasy gewohnheitsmäßig liest) in die Urban Fantasy und das liegt etwas quer, weil du diesen Ansatz nicht konsequent verfolgst, aber auch nicht konsquent verneinst.

Mir gefällt dein Schreibstil wirklich gut, insgesamt ist mir die Entwicklung der Geschichte jedoch ein bißchen zu flach. Dass das Leben der Dorfbewohner auf dem Spiel steht, weil ihnen die Lauft ausgeht, wickelst du recht schnell ab, wie Liah ihr Selbstbewusstsein wiederfindet ebenfalls. Dabei sind das deine zwei Höhepunkte der Story, oder sehe ich das falsch?
Vielleicht ist der Fokus auf zwei Plotstränge - in der Kugel / außerhalb der Kugel - ein bißchen viel für eine Kurzgeschichte. Du konzentrierst dich auf den Plot außerhalb der Kugel, dabei müssen die Dorfbewohner innerhalb der Kugel viel mehr ertragen. Dass allen klar ist, dass das Dorf in eine Glaskugel verschoben wird, handelst du sehr oberflächlich ab, aber dieser Ausgangspunkt ist der einzige, der die Passivität der Dorfbewohner in der Glaskugel einigermaßen erklärt. Für meinen Geschmack erzeugt der Szenerie-Wechsel auch keinen wirklichen Druck auf deine Protagonisten oder Mehrwert für den Leser, der Schmied und seine Frau warten ja lediglich auf die Ankunft und hoffen auf einen guten Ausgang ...
Nur in der Entscheidungsszene erzeugst du Druck auf Patt und Liah, aber diese ist sehr kurz und sie entscheiden wirklich sehr schnell.

Zur Dunkelelfe: Wählst du die Dunkelelfe, weil diese Rasse bekanntermaßen in der Fantasy das Böse verkörpert? Wenn ja, warum dann nicht auch die in der Fantasy verbreitete Variante der schwarzhäutigen Dunkelelfe (siehe Drizzt)? Du kannst das anders definieren, aber da der Rest deiner Protagonisten offenbar Menschen sind, frage ich mich, warum - wenn nicht aufgrund des Fantasy-Klischees - es diese Spezialisierung sein muss.

Im Gegensatz zu Proof fand ich den Ring mal ganz erfrischend, ich habe schon lange keine Ringe mehr im Fantasy gesehen :)
 
Wortkrieger-Team
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Hallo @Rob F

Fantasy, wie schön. :herz:

Gehen wir mal durch den Text:

Die Dunkelelfe
Joa, kann man machen. Damit wird auf jedem Fall jedem klar, dass es hier um Fantasy geht. Als Fantasyleser finde ich den Titel allerdings ziemlich nichtssagend.

Das Ergebnis war eindeutig. „Wir verlassen das Blaufelstal!“, sagte Patt. Er räumte die Stimmzettel zusammen, die sie auf dem Boden ihres Hauses ausgebreitet hatten und brachte sie zum Kamin.
Guter Einstieg, macht neugierig. Blaufelstal find ich auch sehr unglücklich, gerade weil man durch die Überschrift das Wort „Elf“ erwartet und dann „fels“ liest. Ich hatte da nen Knoten im Kopf. Gib dem Tal doch einfach nen anderen Namen.

Was mir nicht gefällt ist, dass ich so gut wie nichts sehe. Am Anfang höre ich nur. Du vermittelst sehr viele Informationen über Gespräche, was eigentlich nichts anderes als Tell ist und kaum Bilder erzeugt. Was mir sehr fehlt sind die Beschreibungen des Ortes und der Personen. Wie sehen die beiden aus? Wie sieht die Wohnung aus?

Dein Gespräch vermittelt sehr viele Informationen und so hört es sich auch an. Hast du dir das laut vorgelesen? Da merkt man sehr schnell, was sich unnatürlich anhört.

„Ja, alles in Ordnung! Danke für die Gastfreundschaft. Haben Sie sich entschieden?“ Ihre Stimme war leise aber dennoch deutlich hörbar, als würde sie damit alle anderen Geräusche verdrängen. Kühl und zugleich verlockend.
Ich glaube dir nicht, dass sie so redet. Ist sie wirklich so höflich? Komma nach leise.

„Und wohin gehen wir? Wir kennen doch gar nichts anderes als das Tal!“, meinte Liah.
Liah wirkt auf mich wie ein quengelndes Kind, nicht wie eine erwachsene Frau.

Eine ganzes Dorf verzaubert, oder verkleinert, in eine Glaskugel?
Wieso verrätst du denn hier schon was die vorhaben?

„Es gibt kein zurück mehr, der Vertrag ist geschlossen. Durch die Magie der Dunkelelfen werdet ihr euer Dorf behalten. Die Reise beginnt!“
Ich verstehe nicht ganz, warum gerade das Dorf so wichtig ist. Also das Dorf als eine Ansammlung von Gebäuden. Das Dorf als Gemeinschaft oder die Lage das Dorfes mit Nachbardörfern und umgebenden Landschaft, DAS ist doch entscheidend. Häuser kann man auch woanders aufbauen.

Die Reise beginnt!
Das klingt etwas albern.

Irgendetwas befand sich in der Kugel, Liah und Patt gingen näher heran. Und sahen darin das Dorf, es schmiegte sich unten gewölbt an das Glas. Aus der Gemeindehalle strömten die Bewohner, kleiner als Ameisen. Die Elfe ließ die Kugel unter dem roten Umhang verschwinden.
Mir gefällt, dass die Bewohner mitgeschrumpft wurden. :)

„Was haben Sie getan?“, rief Patt. Liah stellte sich seitlich hinter ihn.
Patt und Liah verhalten sich ziemlich klischeehaft. Patt ist der aufbrausende, starke Mann, der der erotischen Dunkelelfe hinterhersabbert und Liah ist das verschüchterte und etwas naive Weibchen. Ich würde Klischees vermeiden oder wenigstens etwas aufbrechen.

Patt blickte zurück, sah Liah an. Sie zitterte leicht und fragte mit dünner Stimme: „Und warum sind mein Mann und ich nicht auch in der Glaskugel, bei unserem Volk?
Ich war erstaunt, dass die beiden Mann und Frau sind. Davon konnte ich bisher nichts erkennen.

Die Holzstücke wurden größer, verwandelten sich in drei Hocker und einen Tisch.
Praktisch, dass die Holzstücke direkt entsprechend geformt sind, denn Maxento vergrößert die Dinge nur, oder?

Sie betrachtete Patt. Auch hier in der Natur, wo er nicht seiner Arbeit als Bürgermeister nachging, war er eine imposante Erscheinung. Seine aufrechte Körperhaltung und sein direkter, durchdringender Blick. Die schwarzen Haare und der Vollbart, immer gepflegt. Und seine kräftige Statur, wenn auch etwas dicklich, aber das betraf die meisten Einwohner des Tals. Sie selbst eingeschlossen. Was fand er nur an ihr? Viele Frauen aus dem Dorf, die weniger ein Mauerblümchen waren als sie, wären gerne an seiner Seite. Und neben Mevista würde sie am liebsten im Boden versinken.
Jetzt machst du hier aber ein Fass auf. Ich finde es gut, dass die Geschichte hier noch eine weitere Problematik erhält, aber davon habe ich ja bis jetzt kaum etwas mitbekommen. Und jetzt schüttest du alles auf einmal aus. Das würde ich mir wohldosierter und etwas subtiler wünschen. Lass den Leser doch selbst darauf kommen, wie Liah sich fühlt.

„Sie werden jagen! Gehen Sie ein wenig Richtung Norden, vielleicht haben Sie Glück und finden einen Hirsch.“
Die Leute wohnen doch in einem kleinen Dorf in der Wildnis. Wieso sind die beiden so verloren im Wald und erkennen noch nicht mal die Himmelsrichtung?

Sie zog sich aus, legte die Sachen auf den Boden und streifte den roten Ring ab, den sie am rechten Zeigefinger trug.
Warum legt sie den denn ab? Das ist doch viel zu gefährlich!

Sie wusste, dass sie nur eine Chance haben würde. Ihr Blick senkte sich zu Mevistas Hand, sie zog die eigene Hand zurück und umgriff dabei den roten Ring mit Daumen und Zeigefinger, zog ihn von der Hand der Elfe. Er blieb an ihrem Fingergelenk hängen, Liah zog fester, und schaffte es schließlich, ihn an sich zu nehmen.
Die Elfe lässt sich ziemlich leicht überrumpeln, das wirkt sie ganz schön schwach wirken. Find ich etwas schade.

„Essenszeit!“, rief Liah als sie vor die Zelle trat. „Ich weiß, du redest nicht mehr mit mir. Aber ich möchte dir noch danken. Patt und ich werden gleich heiraten und wir wissen nun, dass uns nichts auseinander bringen kann.“ Sie stellte das Holztablett ab. „Also, lass es dir gut schmecken! Wenn du genau hinhörst, kannst du vielleicht der Zeremonie durch das Gitterfenster zuhören.“
Die Dunkelelfe hat nicht wirklich etwas unrechtes getan. Klar, nett war es nicht, aber so ist das eben wenn man sich auf einen so dubiosen Handel einlässt (Den Preis nenne ich euch später …). ich finde es krass, dass Liah da so einen Spaß dran hat die Elfe einzusperren. Das lässt ihren Charakter noch schwächer erscheinen.

Für mich passen zwei Dinge in dieser Geschichte nicht ganz.

1. Warum ist es so wichtig die Gebäude des Dorfes mitzunehmen, obwohl sie dafür einen gefährlichen Handel eingehen müssen? Da erscheint mir der Leidensdruck nicht hoch genug, um so ein Risiko einzugehen.
2. Die Dunkelelfe erscheint auf der einen Seite sehr stark und unnahbar, auf der anderen seite lässt sie sich schnell von zwei pupsigen Menschen verunsichern und verarschen. Das passt für mich irgendwie nicht zusammen.

Ich finde, du hast die verschiedenen Aspekte der Geschichte ganz gut miteinander verwoben. Allerdings gehst du mir manchmal etwas zu plump vor, als würde dir ein weiterer Aspekt einfallen, den du dem Leser dann ausführlich mitteilst. Das würde ich mir etwas ausgewogener und subtiler wünschen. Die wörtliche Rede solltest du dir auch nochmal anschauen und auf Natürlichkeit prüfen.

So das soll erstmal reichen.

Liebe Grüße,
Nichtgeburtstagskind
 
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Hallo @feurig,

danke auch dir für das Feedback!

In einer High-Fantasy-Welt ist es tatsächlich ungewöhnlich zu siezen, üblicherweise ist es "Ihr" und "Euch", Pluralis Majestatis.
Danke für die Erklärung! Ich habe es nun doch in "Ihr" und "Euch" geändert, das passt schon besser zu dieser Welt.

insgesamt ist mir die Entwicklung der Geschichte jedoch ein bißchen zu flach.
Vielleicht ist der Fokus auf zwei Plotstränge - in der Kugel / außerhalb der Kugel - ein bißchen viel für eine Kurzgeschichte. Du konzentrierst dich auf den Plot außerhalb der Kugel, dabei müssen die Dorfbewohner innerhalb der Kugel viel mehr ertragen.
Der Schwerpunkt liegt ja schon auf dem Geschehen außerhalb der Kugel, die Reise durch den Wald und der Plan von Mevista. Eine Möglichkeit wäre also, die kurzen Einschübe innerhalb der Kugel zu entfernen und das Hauptgeschehen noch etwas ausführlicher zu machen. Ich sehe es allerdings eher nicht so, dass dies die Geschichte besser machen würde, werde aber nochmal drüber nachdenken.

Für meinen Geschmack erzeugt der Szenerie-Wechsel auch keinen wirklichen Druck auf deine Protagonisten oder Mehrwert für den Leser
Die Idee dahinter war, dass es für die Leser ein weiterer Spannungspunkt ist, gerade weil Liah und Patt nicht daran denken, dass ihren Freunden in der Kugel die Luft ausgehen könnte. Und bis zum Ende der Plan der Dunkelelfe nicht bekannt ist, also ob sie die Einwohner vielleicht sogar sterben lässt. Das war zumindest der geplante Mehrwert ...

Wählst du die Dunkelelfe, weil diese Rasse bekanntermaßen in der Fantasy das Böse verkörpert? Wenn ja, warum dann nicht auch die in der Fantasy verbreitete Variante der schwarzhäutigen Dunkelelfe (siehe Drizzt)? Du kannst das anders definieren, aber da der Rest deiner Protagonisten offenbar Menschen sind, frage ich mich, warum - wenn nicht aufgrund des Fantasy-Klischees - es diese Spezialisierung sein muss.
Ich habe von den Dunkelelfen zum ersten Mal beim Rollenspiel "Das schwarze Auge" gehört. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es richtig in Erinnerung habe, aber ich meine sie waren dort nicht unbedingt dunkelhäutig, kann mich aber irren. Meine Idee bei dir Figur war, dass sie durch die Magie des Rings die Gestalt annehmen kann, die sie möchte. Also in diesem Fall eine Frau, die Patt verführen kann. Ich wollte also nicht direkt eine allgemeine Definition der Dunkelelfen übernehmen.

Im Gegensatz zu Proof fand ich den Ring mal ganz erfrischend, ich habe schon lange keine Ringe mehr im Fantasy gesehen
Ich werde es hier auch so lassen, das macht die Szene am Ende auch einfacher, als Liah ihr den Ring abnimmt und sie dadurch entmachtet. Und ich bin überrascht, dass die Elfe nach der Verwandlung noch niemand mit Gollum verglichen hat, gerade durch die letzte Szene.

Viele Grüße!
Rob


Hallo @Nichtgeburtstagskind ,

danke fürs Lesen und den Kommentar!

Joa, kann man machen. Damit wird auf jedem Fall jedem klar, dass es hier um Fantasy geht. Als Fantasyleser finde ich den Titel allerdings ziemlich nichtssagend.
Ja, ein kreativer Hit ist der Titel wohl nicht, aber mir fehlt leider auch eine Idee für etwas, das mehr Interesse weckt und zum Thema passt. Etwas wie "Die Reise" oder "Ein neues zu Hause" sind ja auch eher 0815, ich dachte das weckt "Die Dunkelelfe" schon mehr Interesse.

Blaufelstal find ich auch sehr unglücklich
Ich habe mich überzeugen lassen und es zunächst verkürzt auf "Blautal". Kann aber sein, dass ich es nochmal ändere, wenn mir noch was besseres einfällt.

Was mir nicht gefällt ist, dass ich so gut wie nichts sehe. Am Anfang höre ich nur.
Zu Beginn ist das so, ich habe hauptsächlich die Handlung eingeleitet. Insgesamt trifft es auf die Geschichte jedoch m.E. nicht zu. Hätte es einen Mehrwert, wenn ich am Anfang das Haus von Liah und Patt beschreibe, oder die Gemeindehalle? Sehe ich eher nicht so.

Dein Gespräch vermittelt sehr viele Informationen und so hört es sich auch an. Hast du dir das laut vorgelesen? Da merkt man sehr schnell, was sich unnatürlich anhört.
Insgesamt zu den Dialogen, auch zu deinen weiteren Anmerkungen: So wie ich die Welt und die Personen vor Augen habe, finde ich sie schon in Ordnung, und auch nicht grundsätzlich gekünstelt. Klar sollen hierdurch auch Informationen für den Leser enthalten sein, aber so etwas wie z.B. "...wir haben bald kein Wasser mehr, oder hast du eine Idee?" finde ich schon in Ordnung.

Ich verstehe nicht ganz, warum gerade das Dorf so wichtig ist. Also das Dorf als eine Ansammlung von Gebäuden.
Sorry, möchte wirklich nicht alles abbügeln ;)
Aber siehst du das wirklich so? Also für mich ist meine Wohung und die direkt Umgebung schon ein wichtiger Bestandteil, den ich gerne behalten möchte. Das klingt bei dir sehr unemotional. Ich glaube schon, dass viele Leute an ihrem Heim hängen, ob Wohnung oder Haus.

Ich war erstaunt, dass die beiden Mann und Frau sind. Davon konnte ich bisher nichts erkennen.
Das war zu Beginn ein Fehler, sie heiraten ja erst am Ende, habe es korrigiert.

Praktisch, dass die Holzstücke direkt entsprechend geformt sind, denn Maxento vergrößert die Dinge nur, oder?
Stimmt, das passt nicht ganz, gut aufgepasst! Ich habe es geändert in "Formento".

Die Leute wohnen doch in einem kleinen Dorf in der Wildnis. Wieso sind die beiden so verloren im Wald und erkennen noch nicht mal die Himmelsrichtung?
Ich hatte hierbei hauptsächlich an Patt und Liah gedacht, dass sie als Bürgermeister-fast-Ehepaar sich eher in dem Dorf um die Belange kümmern und etwas verloren sind im Wald. Die anderen Dorfbewohner wären wohl nicht so verpeilt.

Warum legt sie den denn ab? Das ist doch viel zu gefährlich!
Mir ging es hier darum. dass sie sich in ihrer wahren Gestalt wäscht.

Die Elfe lässt sich ziemlich leicht überrumpeln, das lässt sie ganz schön schwach wirken. Find ich etwas schade.
Ich kann es hauptsächlich mit ihrer Überheblichkeit begründen, und dass sie Liah unterschätzt und für schwach hält. Sie hat einfach nicht damit gerechnet, dass Liah so etwas überhaupt versuchen würde, außerdem weiß sie ja nicht, dass Liah über den Ring und ihre wahre Gestalt bescheid weiß.

Die Dunkelelfe hat nicht wirklich etwas unrechtes getan. Klar, nett war es nicht, aber so ist das eben wenn man sich auf einen so dubiosen Handel einlässt (Den Preis nenne ich euch später …). ich finde es krass, dass Liah da so einen Spaß dran hat die Elfe einzusperren. Das lässt ihren Charakter noch schwächer erscheinen.
Vielleicht habe ich mir bei Liah insgesamt zu viel Entwicklung vorgenommen für eine Kurzgeschichte: Von der verschüchterten Person, die sich eher hinter Patt versteckt, zu derjenigen, die die Dunkelelfe austrickst. Und am Ende auf dem Weg zu Machtbesessenheit, als sie die Elfe demütigt und darüber nachdenkt, den Ring selbst zu testen. Ich möchte die Entwicklung schon so haben, aber wahrscheinlich müsste die Geschichte für eine glaubhaftere, langsame Veränderung von Liah entsprechend länger sein. Aber so wie es jetzt ist entspricht es wahrscheinlich auch meinem Können, ich habe ja vor einem halben Jahr erst angefangen, mich mal an Kurzgeschichten zu versuchen.

Ich finde, du hast die verschiedenen Aspekte der Geschichte ganz gut miteinander verwoben. Allerdings gehst du mir manchmal etwas zu plump vor, als würde dir ein weiterer Aspekt einfallen, den du dem Leser dann ausführlich mitteilst.
Danke für den ersten Satz! Und zum zweiten: Ich arbeite weiter dran, da ist natürlich noch viel Luft nach oben. Aber ich habe in den letzten Monaten hier schon viel mitnehmen können, und hoffe, dass es auch so weitergeht!

Also danke für deinen ausführlichen Kommentar und die Mühe!

Viele Grüße,
Rob
 
Wortkrieger-Team
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Hi @Rob F

Zu Beginn ist das so, ich habe hauptsächlich die Handlung eingeleitet. Insgesamt trifft es auf die Geschichte jedoch m.E. nicht zu. Hätte es einen Mehrwert, wenn ich am Anfang das Haus von Liah und Patt beschreibe, oder die Gemeindehalle?
Warum lese ich Fantasy? Warum lesen die meisten Fantasyfans Fantasy? Um in eine andere Welt einzutauchen. Ich kenne die Welt im Blaufelstal noch nicht, sieht es da aus wie bei uns oder ganz anders? Da muss es doch etwas besonderes geben! Natürlich musst du nicht jede Kleinigkeit beschreiben, aber ich würde mir ein paar Akzente wünschen, die ein Bild in meinem Kopf entstehen lassen.

Das war zu Beginn ein Fehler, sie heiraten ja erst am Ende, habe es korrigiert.
Nee, das meinte ich nicht. Ich meinte, dass ich aus dem Text nicht erkenne, dass die beiden etwas füreinander empfinden.

Viele Grüße,
NGK
 
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Ich habe von den Dunkelelfen zum ersten Mal beim Rollenspiel "Das schwarze Auge" gehört. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es richtig in Erinnerung habe, aber ich meine sie waren dort nicht unbedingt dunkelhäutig, kann mich aber irren.
Ha, das ist richtig, DSA-Dunkelelfen erfüllen nicht das übliche visuelle Klischee.
Meine Idee bei dir Figur war, dass sie durch die Magie des Rings die Gestalt annehmen kann, die sie möchte. Also in diesem Fall eine Frau, die Patt verführen kann.
Finde ich gut.
Ich wollte also nicht direkt eine allgemeine Definition der Dunkelelfen übernehmen.
Warum nennst du die Dunkelelfe dann Dunkelelfe?
Ein Fantasyleser schließt bei dem Wort sofort auf das inkarnierte Böse und ist dann letztlich auch nicht überrascht, dass die Dunkelelfe Böses im Schilde führt.
Die Menschen in deiner Geschichte müssten bei einer Dunkelelfe einen sehr guten Grund haben, um mit ihr zu verhandeln, außer in deiner Welt sind Dunkelelfen anders, dann müsstest du dir aber mehr Zeit nehmen das zu erklären.
Und da die Elfe eh jede beliebige Gestalt annehmen kann, müsste sie sowieso nicht sagen, dass sie eine Dunkelelfe ist, sie könnte auch als "harmlose" mächtige Menschenmagierin auftreten.
 
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Hi @Nichtgeburtstagskind ,

Warum lese ich Fantasy? Warum lesen die meisten Fantasyfans Fantasy? Um in eine andere Welt einzutauchen. Ich kenne die Welt im Blaufelstal noch nicht, sieht es da aus wie bei uns oder ganz anders? Da muss es doch etwas besonderes geben! Natürlich musst du nicht jede Kleinigkeit beschreiben, aber ich würde mir ein paar Akzente wünschen, die ein Bild in meinem Kopf entstehen lassen.
Die ersten drei Szenen spielen ja in Räumen, ich glaube, da bin ich ein wenig ideenlos, ich habe die Räume eigentlich recht normal vor Augen. Also mal sehen, ob mir noch das ein oder andere einfällt, vielleicht ja auch zu der Kleidung der Menschen.
Abgesehen vom Anfang hatte ich jedoch eher das Feedback (hier und im Freundeskreis), dass die Welt ganz gut vorstellbar ist, ohne in ausufernde Beschreibungen zu verfallen.

Aber danke für den Hinweis, ich schaue nochmal, ob ich noch Raumgestaltungsideen habe.

Viele Grüße,
Rob


Hi @feurig ,

Warum nennst du die Dunkelelfe dann Dunkelelfe?
Ein Fantasyleser schließt bei dem Wort sofort auf das inkarnierte Böse und ist dann letztlich auch nicht überrascht, dass die Dunkelelfe Böses im Schilde führt.
Da ich sie nur aus DSA kenne, habe ich sie hauptsächlich wegen ihrer geheimnisvollen Art gewählt. Ich glaube, da hast du mehr Fantasy-Wissen als ich, mir war nicht klar, dass sie grundsätzlich eher als bösartig bekannt sind. In den früheren DSA-Beschreibungen stand soweit ich mich erinnere gar nicht soviel zu den Dunkelelfen, da dachte ich mir, dann nehme ich sie als Grundcharakter und passe sie entsprechend meiner Geschichte an.

Die Menschen in deiner Geschichte müssten bei einer Dunkelelfe einen sehr guten Grund haben, um mit ihr zu verhandeln, außer in deiner Welt sind Dunkelelfen anders, dann müsstest du dir aber mehr Zeit nehmen das zu erklären.
Einen wichtigen Grund haben sie schon, sie können ja nicht mehr lange an diesem Ort bleiben, da ihnen das Wasser ausgeht und sie ohnehin schon zu lange gewartet haben. Und die Dunkelelfe bietet ihnen eine Möglichkeit, das Dorf mitzunehmen. Die Menschen nehmen das Angebot in ihrer Not und Gutgläubigkeit an.
Den zweiten Punkt kann ich glaube ich inhatlich nicht so recht leisten, da mir nicht klar ist, wie genau die Fantasy-Wissenden eine Dunkelelfe sehen. Aber jeder, der die Geschichte liest, hat ja dann am Ende ein Bild von ihr, äußerlich und charakterlich. Ich müsste ja sonst einleitend etwas schreiben wie: Die Dunkelelfe hat bei mir die und die Eigenschaften und unterscheidet sich daher vom "Standard-Profil" einer Dunkelelfe, oder so ähnlich ... Aber das möchte ich in dieser Form vermeiden, es ergibt sich dann hoffentlich auch durch die Handlung.

Und da die Elfe eh jede beliebige Gestalt annehmen kann, müsste sie sowieso nicht sagen, dass sie eine Dunkelelfe ist, sie könnte auch als "harmlose" mächtige Menschenmagierin auftreten.
Ja, das stimmt natürlich. Ich dachte, es klingt auch für den Nicht-Fantasy-Experten etwas mysteriöser und interessanter als z.B. eine Magierin, mehr Hintergrund hatte es eigentlich nicht.

Aber ich kann deine Punkte schon nachvollziehen, bei anderen Rassen, z.B. Zwergen oder Orks, hätte ich mich auch an das mir bekannte "Profil" gehalten. Bei der Dunkelelfe war es m.E. nicht so geschärft, mag sein, dass ich mich da geirrt habe. Aber ich hatte mich wie erwähnt an DSA zurückerinnert und mir ein paar Freiheiten genommen ;)

Danke für die Hinweise, beim nächsten Ausflug in eine Fantasy-Welt werde ich besser gerüstet sein!

Viele Grüße,
Rob
 
Senior
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Sorry, liebe Leute und @Rob F , wenn ich nur hierzu was schreibe, und nicht zum Text ...
Ein Fantasyleser schließt bei dem Wort sofort auf das inkarnierte Böse und ist dann letztlich auch nicht überrascht, dass die Dunkelelfe Böses im Schilde führt.
Dunkelelben haben - zumindest der Tradition nach - absolut keine dunkle Haut, und sind auch nicht unbedingt "böse". Das ist im Volksglauben auch eine ganze Art mit verschiedenen Erscheinungsformen. Dazu gibt es ein tolles, unterhaltsames und nicht-esoterisches bzw. nicht-kitschiges Buch (Nancy Arrowsmith: Die Welt der Naturgeister), das Recherche zu europäischen Sagen und Mythen mit Anekdoten & Geschichten eben aus dem Volksglauben kombiniert. Toll für jede Fantasy-Recherche und idealer Ideengeber.

Da gibt es Licht-, Dämmer, und Dunkel- bzw. Schwarzelben. Die Lichtelben stehen wohl eher mit Fruchtbarkeitskonzepten, die Dunkelelben mit dem Herbst und der Erde oder auch Unterwelt in Zusammenhang, wobei die Niederschriften dieser Traditionen immer stark christlich verfälscht wurden und sie eben in diese nicht authentischen gut/böse bzw. hell/dunkel Dichotomien gepresst haben.

Offenbar haben nach Tolkien eine Menge Mainstreamunerhaltung und Games von diesen Traditionen entlehnt, ich habe was von Warhammer gelesen, das dürfte aber extrem weit von den Ursprüngen entfernt sein.

Auch wenn Elfe und Elbe oft synonym verwendet wird, ist das inkorrekt. Elfen sind eigentlich das Kleine Volk im Hügel (Engl. fairy, auch nicht immer nett), woraus später diese viktorianischen kleinen Flügeldinger wurden; während die Elben (Engl. elb) eher größer und kriegerischer sind, eben wie die bei Tolkien. Das finde ich hier im Text auch irritierend verwendet. Wenn ich mich richtig erinnere, zählt Arrowsmith aber auch solche Formen wie den Kelpie (eine Art Necker / Wassermann in Pferdegestalt) zu den Dunkelelben, die sind - meine ich - bei weitem nicht alle humanoid.

Cheers, Katla
 
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Das Dunkelelfen / Drow Profil ist im Fantasy Bereich so stark von D&D und eben besagten Drizzt geprägt, dass es viele andere P&P Systeme, uvm. übernommen haben. Und es ist so prägend, dass sogar bei DSA in einem Quellenbuch die Dunkelelfen mit ebenholzfarbener Haut und weißen Haaren beschrieben werden (also falsch für DSA) ;)
Auf nem Larp hat mal ne Hochelfengruppe eine Elfe mit schwarzen Haaren und schwarzer Haut gelyncht, weil... na ja... hatte halt schwarze Haut. War aber ne Nachtelfe. Sie hatte nur keine Zeit zu argumentieren.
 
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Danke @Katla, du hast natürlich völlig recht und es hilft mir sogar meine Kritik besser fassen zu können und (vielleicht) deutlich formulieren zu können.
Was mich wohl am meisten an der Dunkelelfe irritiert und warum ich immer wieder zum Klischee zurückkomme ist, weil du die Dunkelelfe nicht zu deiner Dunkelelfe machst. Verstehe mich nicht falsch, du schaffst es schon eine gewisse Skepsis gegen die Dunkelelfe und ihre verborgenen Motive zu etablieren, aber du lässt offen was genau sie zu einer Dunkelelfe macht. Was macht das Volk der Dunkelelfen aus? Wir erfahren lediglich folgendes:
Ich traue der Dunkelelfe nicht! Ihrem gesamten Volk!
Sie wissen viel mehr über diese Welt als wir, mit ihrer Magie.
Mein Volk besitzt diese Gabe schon seit langer Zeit. Die magischen Kugeln der alten Welt.
Dadurch bleibt die Dunkelelfe - also das Volk - völlig konturlos. Wenn du dir jetzt überlegen würdest aus ihr eine menschliche Magierin zu machen, müsstest du lediglich diese drei Zeilen, sowie die Bezeichnung ändern, denn sie hebt sich nur mit ihrem Aussehen und magische Kräften von den Menschen ab. Und wenigstens das Aussehen kommt vom Ring. Warum führst du ein zweites Volk ein, wenn du dieses dann nicht vorstellst? Sicher, eine Elfe bringt mehr Fantasy-Flair in die Geschichte, aber nur für den Flair ein eigenes Volk einzubringen ist verlorenes Potential.

Zum Ring habe ich nach einigem Nachdenken auch noch eine Anmerkung, auch wenn die keinen direkten Einfluss auf die Geschichte hat, weil du das in der Geschichte nicht so konsequent erörterst.
Wenn der Ring nur die Gestalt der Elfe verändert, bleiben wenigstens ihre geistigen Attribute und magischen Fähigkeiten auch nachdem sie den Ring verloren hat erhalten. Sie könnte also jederzeit in ihrem Gefängnis mit Magie um sich werfen.
Selbst bei den körperlichen Attributen könnte man unter diesen Umständen noch überlegen, ob sich diese durch eine Gestaltveränderung wirklich verändern. Dazu wäre eine wirkliche physikalische Veränderung des Körpers nötig, was sicher nicht ganz schmerzfrei und schnell abläuft, oder es ist nur eine illusorische Veränderung, dann wäre sie jedoch ohne den Ring nicht schwächer, bzw. mit dem Ring nicht kräftiger.
Das ist allerdings wirklich Jammern auf ganz hohem Niveau, du hast die Fähigkeiten des Ringes ja in der Geschichte nicht präzisiert, nur in den Kommentaren.
 
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Abermals Guten Tag, Herr Rob F,

bei Marlen Haushofer inspiriert, oder bei King ?
 
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09.12.2019
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Hallo @Dosenfood ,

die Idee, den Teil einer Welt zu verkleinern und woanders wieder zu entfalten, habe ich mal vor langer Zeit in einem Horror-Roman von Clive Barker gelesen, mit dem Namen "Gyre".

Dort wurde jedoch ein Gebiet magisch in einen Teppich "verwebt". Ich habe mich stattdessen für eine Glaskugel entschieden.

Die Idee einer Dunkelelfe habe ich aus dem Rollenspiel Das schwarze Auge, nur entsprechend für meine Geschichte abgewandelt. Ich denke jedoch nach den bisherigen Feedbacks darüber nach, es vielleicht doch in eine Magierin oder eine selbsterfundene Rasse zu ändern, muss ich nochmal schauen.

Viele Grüße
Rob
 
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09.12.2019
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Hallo @feurig ,

überzeugt hat mich nun hauptsächlich folgendes Argument:

Warum führst du ein zweites Volk ein, wenn du dieses dann nicht vorstellst? Sicher, eine Elfe bringt mehr Fantasy-Flair in die Geschichte, aber nur für den Flair ein eigenes Volk einzubringen ist verlorenes Potential.
Die Geschichte ist ohnehin schon etwas länger und das Volk der Dunkelelfen ausführlicher auszuarbeiten hätte für die Handlung dieser Geschichte nicht unbedingt einen Mehrwert, es würde hierdurch ja nichts anderes passieren.

Also ist es nun eine menschliche Magierin, die jedoch in ihrer ursprünglichen Gestalt alt und schwach ist, auch was ihre Zauberkräfte angeht. Sie kann ihre Kraft (körperlich und magisch) also nur durch den roten Ring aufrecht erhalten. Außerdem die gewünschte menschliche Gestalt annehmen, ich hatte schon an eine tatsächliche Transformation gedacht, auch wenn es recht schnell geht. Ist halt ein mächtiger Ring ;)

Dementsprechend heißt die Geschichte nun: "Mevista - Die Magierin"
Genauso einfach gehalten wie der vorherige Titel.

Also vielen Dank für deine Hinweise, ich denke so bleiben auch bei Lesern mit weniger Fantasy-Erfahrung weniger Fragen offen, also keine mysteriöse Rasse. Obwohl mich die Dunkelelfen nun noch mehr interessieren als vorher, vielleicht beschäftige ich mich irgendwann mal ausführlicher mit ihnen für eine andere Geschichte ...

Viele Grüße,
Rob
 
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02.05.2020
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Hallo @Rob F,

ich konnte jetzt die Geschichte besser genießen :)
Es ist ein schönes Detail, die Magierin zu verorten. Sag mal, sind die Ketten der Bewohner ein neues Detail?

Nur zwei Flusen hab ich

Ja, du hast recht. Hoffentlich dauert es nicht mehr lange, die Dunkelelfe wird ja wissen, dass wir hier nicht ewig überleben können.“
Und es wimmelte von Leben, Tiere, die Liah und Patt noch nie zuvor gesehen hatten.
 
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Hi @feurig ,

das freut mich, jetzt also weniger Ablenkung durch eine wenig erklärte Rasse.

Ja, die weiße Kleidung und die blauen Ketten aus dem Gestein des Blautals sind eine neue Ergänzung. Die Kleidungstradition der Einwohner noch als Detail dieser Welt.

Danke für den Hinweis, die beiden Flusen sind bereinigt.

Viele Grüße,
Rob
 

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