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Nobby war's

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03.07.2004
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Nobby war's

Alle nannten ihn Nobby. Er selber nannte sich so in den wenigen Worten, die er sprach. „Nobby Hunger“ oder „Nobby müde“. Mit vier anderen geistig behinderten jungen Menschen und ihren Betreuern lebte er in einer Wohngemeinschaft. Nobby sprach und dachte wie ein kleines Kind. Aber er war vierundzwanzig Jahre alt, hoch aufgeschossen und kräftig. Wenn er nicht in der Werkstätte für behinderte Menschen arbeitete, spielte er mit anderen Kindern, am liebsten mit den Konfirmandinnen der Stadtkirche. Wer Hilfe benötigte, ging zum Spielplatz und holte Nobby zum Anpacken. „Nobby komm“, antwortete er dann und half, ohne Murren, ohne Fragen, immer mit einem Grinsen im Gesicht. Er verstand einfache Sätze, besonders wenn sie mit Gesten untermalt wurden. Die Mädchen liebten ihn als Spielkameraden, der alle Ideen mitmachte und helfen konnte, wenn Kraft oder Körperlänge erforderlich waren. Die Jungs beachteten ihn einfach nicht. Anfangs, als er neu im Ort war, hänselten sie ihn, aber er reagierte nicht auf sie. Daraufhin schlugen ihn einige größere Halbstarke. Nobby schaute sie nur verwundert an. Nach einem harten Schlag sagte er wohl mal „Nobby Aua.“ Aber sonst schien er gar nicht zu begreifen, was ihm die Jungen antaten. Also zeigte er auch keine Angst. Er lief nicht weg, sondern ging auf seine Gegner zu. Bald machte es ihnen keinen Spaß mehr, ihm in den Magen zu boxen oder ihm Ohrfeigen zu verpassen. Außerdem kümmerten sich die Mädchen zunehmend um ihn und beschützten ihn.
Wahrscheinlich kannten ihn alle Einwohner in der kleinen Stadt und hielten ihn für freundlich und harmlos, bis an einem Frühlingstag der Schlachtermeister lauthals verkündete, Nobby habe seine dreizehnjährige Tochter Bianca im Garten vergewaltigt. Das habe er vom Wohnzimmerfenster aus genau gesehen, aber er habe nicht rechtzeitig eingreifen können. Die Polizei brachte Nobby erst einmal in die Arrestzelle und wartete auf das Eintreffen eines Kriminalbeamten. Im Internet brach binnen Minuten ein - zunächst lokal begrenzter - Shitstorm los. Als sich dann empörte Bürger vor der kleinen Wache zusammenrotteten und Nobby massiv Vergeltung androhten, setzte sich der diensthabende Polizist mit dem Ermittlungsrichter in Verbindung und der entschied sofort, dass Nobby in die geschlossene Psychiatrie in der Hauptstadt verbracht werden sollte. Im Schutz der Dunkelheit wurde er dorthin gefahren. Am Folgetag erfuhr die anwachsende Menge vor der Wache, der Verdächtige sei in eine geschlossene Anstalt gebracht worden. Zu seinem Schutz vor der drohenden Lynchjustiz. Aber das erklärte der Beamte den aufgebrachten Menschen nicht. Sie verliefen sich dann auch bald und fortan herrschte gespannte Ruhe im Ort.

Kommissar Wiegand brütete über seinen Ermittlungsakten, als die Amtsärztin in sein Büro kam. Beide standen vor ihrem fünfzigsten Geburtstag, waren gemeinsam alt geworden und liebten ihre Arbeit. Sie waren angesehene Fachleute auf ihren Gebieten. Vor allem konnten sie gut miteinander zusammenarbeiten und konnten so manche komplexen Fälle schnell und sicher lösen. Da war es nicht ausgeblieben, dass sie sich seit einigen Jahren duzten.
„Grüß dich, Regina, hast du deine Untersuchungen durchführen können?“
„Sei gegrüßt, Harald. Ja, ich denke meine Ermittlungen sind soweit abgeschlossen.“
„Soweit? Aber?“
„Das wirst du bei meinem Bericht erkennen. Lass uns erst einmal einen Kaffee trinken. Ich habe schon einen langen Tag hinter mir“ Frau Dr. Wolter nahm in einem Sessel in der kleinen Sitzecke Platz und zündete sich ein Zigarillo an.
Wiegand stellte seine Kaffeekanne, die er gerade neu gefüllt hatte, auf das Tischchen und holte zwei neue Becher aus dem Aktenschrank. Dann setzte er sich auf den zweiten Sessel und nahm das angebotene Zigarillo von Regina.
Beide rauchten schweigend einige Züge und tranken ihren schwarzen Kaffee, dann begann die Amtsärztin zu berichten: „Ich war zunächst im Kreiskrankenhaus und habe Bianca untersucht. Auf Einzelheiten möchte ich jetzt nicht einzugehen. Sie wurde missbraucht und zwar recht brutal und sie wird vorsorglich weiter im Krankenhaus bleiben, bis wenigstens die körperlichen Verletzungen geheilt sind.“
„Aber psychisch? Hat sie sich geäußert?“
„Nein, sie ist sehr verstört und hat kein Wort über den Vorfall verloren. Sie machte auf mich den Eindruck, dass ihr von einem Menschen, dem sie sehr vertraute, Gewalt getan wurde.“
„Nun ja, das trifft ja auf Nobby zu, nicht wahr?“
„Ich möchte sie bei Gelegenheit von unserer Psychologin untersuchen und vor allem befragen lassen. Ich habe den Verdacht, dass noch mehr hinter diesem Schweigen steckt. Aber dazu komme ich noch.“
„Du bist mal wieder sehr geheimnisvoll heute.“
„Kommen wir zu Herrn Mühler.“
„Zu wem?“
„Ja, das habe ich gemerkt. Alle kennen Nobby, aber anscheinend weiß niemand mehr von ihm. Welche Daten hast du in deiner Akte?“
„Nobby Müller, vierundzwanzig Jahre, Findelkind, Geburtsdatum unbekannt, wohnhaft Brauerstraße 11.“
„Ah ja, das ist die Version, die im Wohnheim kursiert. Ich habe in verschiedenen Dienststellen nachgeforscht und einiges mehr erfahren. Und das muss ich dir erst einmal berichten: Norbert wurde vor sechsundzwanzig Jahren in einem Dorf im Ruhrgebiet geboren. Seine Eltern sind einfache Menschen, beide haben die Hilfsschule besucht. Sie erzogen ihr Kind nach bestem Wissen und haben wahrscheinlich seine schwere Behinderung gar nicht recht wahrgenommen. Irgendwie haben sie es mehrere Jahre geschafft, ihn an behördlichen Klippen vorbei zu lotsen. Als die Schulbehörde die Familie aufsuchte, weil Norbert nicht eingeschult worden war, hatte er gerade seinen neunten Geburtstag gehabt. Die kleine Wohnung der Familie war nach dem Bericht der Sozialarbeiterin ein Müllhaufen. Die Eltern waren wohl kaum noch in der Lage, ihr eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen. Der Ehemann war als Aushilfe tätig und sie hielten sich weitgehend mit Bettelei und kleinen Ladendiebstählen über Wasser. Nach diesem Besuch wurden sie in ein Heim für geistig behinderte Menschen gebracht, in dem sie auch heute leben. Bei der Befragung der Eltern gaben sie an, Norbert sei ihnen vor Jahren zugelaufen und niemand hätte ihn vermisst. Die Erzieherin, die ihn in ein Kinderheim mitnahm, hielt diese Angaben wohl für zutreffend und so kamen die falschen Daten in die Akte des Wohnheims. Norbert besuchte zwei Jahre die Hilfsschule und kam dann einige Jahre später in eine Werkstatt für geistig behinderte Menschen. In den Unterlagen des Heims sind keine Auffälligkeiten vermerkt, er wird als stiller und freundlicher Mensch beschrieben. In den medizinischen Akten und beim Standesamt ist er als Norbert Mühler eingetragen, wobei anscheinend die Verbindung von Norbert Mühler und Nobby Müller übersehen wurde.“
„Na gut, werde ich also die Akte ändern, aber als Erfolgsmeldung kann ich das ja kaum verbuchen.“
„Nein, aber ich denke, nun wird es interessant. Körperlich scheint Norbert voll entwickelt, aber geistig ist er auf dem Stand eines vierjährigen Kindes.“
„Was stimmt dann nicht, wenn du scheint sagst?“
„Nun ja, offensichtlich ist nicht nur die geistige, sondern auch die psychische Entwicklung im Kindesalter stehengeblieben.“
„Ich sage es nicht gerne. Aber wenn du jetzt erklären willst, dass du ihn für schuldunfähig hältst, wird das an den erforderlichen Konsequenzen nichts ändern. Wenn die Hormone sein Verhalten steuern, darf er nicht mehr frei herumlaufen.“
„Entschuldige Harald, dass ich dir so umständlich berichte. Aber dieser Fall ist vielschichtiger, als es auf den ersten Blick scheint. Ich hatte von Beginn an Zweifel, ob der Beschuldigte die ihm zur Last gelegte Tat begangen hat. Tatsächlich habe ich keine Hinweise gefunden, dass sich sein Verhalten in den Jahren, seit er im Heim ist, geändert hätte. Selbst wenn er erst spät in die Pubertät gekommen wäre, hätten sich Auffälligkeiten ergeben sollen. Aber ich hatte nach den Berichten den Eindruck, dass eine geschlechtliche Entwicklung gar nicht stattgefunden hat. Sexualität hat für Norbert offensichtlich keine Bedeutung, er sieht in den Mädchen, mit denen er spielt, sicher keine begehrenswerten Sexualpartner.“
„Aber er hat Bianca sexuell missbraucht.“
„Davon sind wir ausgegangen, aber inzwischen ist mir klar, dass Norbert nicht der Täter sein kann.“
„Ist er impotent, kriegt er seinen Penis nicht hoch?“
„Nein, er hat gar keinen.“
Kommissar Wiegand war sprachlos und konnte sein Gegenüber nur anstarren. Schließlich fasste er sich wieder und fragte: „Was soll das heißen? Wenn er kein Mann ist, Ist er ein - wie heißt das - Eunuch?“
„Nun, die Eltern Mühler haben sich wohl beide einen Jungen gewünscht. Die Mutter spielt gerne mit Puppen, aber anscheinend hat sie immer nur Barbies geschenkt bekommen. Der Standesbeamte hat vielleicht nicht genau auf die Geburtsbescheinigung geschaut und nach den Angaben des Vaters Norbert Mühler eingetragen. Aber bei meiner körperlichen Untersuchung hat sich eindeutig ergeben, dass der Beschuldigte ein Mädchen ist.“
„Ein Mädchen“, stöhnte Wiegand. „Es ist also völlig egal, ob er, ich meine sie, physisch und psychisch entwickelt war. Er, nein, sie, kann die Kleine nicht vergewaltigt haben. Aber Bianca ist misshandelt worden. Wer war dann ... Moment mal.“
„Ja“, erwiderte die Amtsärztin. „Eine Person, die dem Opfer sehr nahe steht, hat diese Tat gesehen und angezeigt.“
Kommissar Wiegand antwortete nichts weiter, sondern griff zum Telefon: „Harry, wir brauchen einen Wagen. Sofort.“

 

Hallo jobär,


die Geschichte ist flüssig geschrieben und lässt sich dementsprechend gut lesen.


Leider fallen mir auch ein paar Dinge negativ auf:


Alle nannten ihn Nobby. Er selber nannte sich so in den wenigen Worten, die er sprach. „Nobby Hunger“ oder „Nobby müde“. Mit vier anderen geistig behinderten jungen Menschen und ihren Betreuern lebte er in einer Wohngemeinschaft. Nobby sprach und dachte wie ein kleines Kind. Aber er war vierundzwanzig Jahre alt, hoch aufgeschossen und kräftig. Wenn er nicht in der Werkstätte für behinderte Menschen arbeitete, spielte er mit anderen Kindern, am liebsten mit den Konfirmandinnen der Stadtkirche. Wer Hilfe benötigte, ging zum Spielplatz und holte Nobby zum Anpacken. „Nobby komm“, antwortete er dann und half, ohne Murren, ohne Fragen, immer mit einem Grinsen im Gesicht. Er verstand einfache Sätze, besonders wenn sie mit Gesten untermalt wurden. Die Mädchen liebten ihn als Spielkameraden, der alle Ideen mitmachte und helfen konnte, wenn Kraft oder Körperlänge erforderlich waren. Die Jungs beachteten ihn einfach nicht. Anfangs, als er neu im Ort war, hänselten sie ihn, aber er reagierte nicht auf sie. Daraufhin schlugen ihn einige größere Halbstarke. Nobby schaute sie nur verwundert an. Nach einem harten Schlag sagte er wohl mal „Nobby Aua.“ Aber sonst schien er gar nicht zu begreifen, was ihm die Jungen antaten. Also zeigte er auch keine Angst. Er lief nicht weg, sondern ging auf seine Gegner zu. Bald machte es ihnen keinen Spaß mehr, ihm in den Magen zu boxen oder ihm Ohrfeigen zu verpassen. Außerdem kümmerten sich die Mädchen zunehmend um ihn und beschützten ihn.
Wahrscheinlich kannten ihn alle Einwohner in der kleinen Stadt und hielten ihn für freundlich und harmlos, bis an einem Frühlingstag der Schlachtermeister lauthals verkündete, Nobby habe seine dreizehnjährige Tochter Bianca im Garten vergewaltigt. Das habe er vom Wohnzimmerfenster aus genau gesehen, aber er habe nicht rechtzeitig eingreifen können. Die Polizei brachte Nobby erst einmal in die Arrestzelle und wartete auf das Eintreffen eines Kriminalbeamten. Im Internet brach binnen Minuten ein - zunächst lokal begrenzter - Shitstorm los. Als sich dann empörte Bürger vor der kleinen Wache zusammenrotteten und Nobby massiv Vergeltung androhten, setzte sich der diensthabende Polizist mit dem Ermittlungsrichter in Verbindung und der entschied sofort, dass Nobby in die geschlossene Psychiatrie in der Hauptstadt verbracht werden sollte. Im Schutz der Dunkelheit wurde er dorthin gefahren. Am Folgetag erfuhr die anwachsende Menge vor der Wache, der Verdächtige sei in eine geschlossene Anstalt gebracht worden. Zu seinem Schutz vor der drohenden Lynchjustiz. Aber das erklärte der Beamte den aufgebrachten Menschen nicht. Sie verliefen sich dann auch bald und fortan herrschte gespannte Ruhe im Ort.

Dieser Block nimmt gut ein Drittel der ganzen Geschichte ein. Der Leser bekommt darin sehr viele Informationen, ein Teil davon ist aber überflüssig und viel zu ausführlich. Diesen Teil kannst du ruhig kürzen und kompakter formulieren.


Kommissar Wiegand brütete über seinen Ermittlungsakten, als die Amtsärztin in sein Büro kam. Beide standen vor ihrem fünfzigsten Geburtstag, waren gemeinsam alt geworden und liebten ihre Arbeit. Sie waren angesehene Fachleute auf ihren Gebieten. Vor allem konnten sie gut miteinander zusammenarbeiten und konnten so manche komplexen Fälle schnell und sicher lösen. Da war es nicht ausgeblieben, dass sie sich seit einigen Jahren duzten.

Wieder ein Haufen überflüssiger Füllstoff. Mir als Leser ist erstmal egal, wie alt die beiden sind und wie lange sie sich schon kennen. Mit diesen Informationen störst du den Lesefluss.
Du fängst an mit der Tat, die "Nobby" gegangen haben soll, und widmest dich dann mit nem Absatz der Beschreibung der Beziehung zwischen Polizist und Ärztin.
Auch kannst du die Info weglassen, dass sie sich duzen. Das merkt man schon im Gespräch, dass sie sich mit Vornamen ansprechen und der Tatsache, dass sie wissen, wie der/die Andere tickt.


Das Gespräch und die Erklärungen der Ärztin sind wieder gut formuliert.
Nur habe ich dabei ein Problem:

Wenn sich "Nobby" psychisch auf dem Stand eines Vierjährigen befindet, sich aber physisch normal entwickelt hat, hätten der Ärztin schon vorher etwas auffallen müssen: Das "Nobby" eine Brust gewachsen ist. In die Pubertät ist er ja gekommen.
Außerdem ist die Tatsache, dass "Nobby" kräftig war, nur bedingt richtig. Bei Frauen ist der Anteil der Muskelmasse geringer als bei Männern. Demzufolge hätte "Nobby" ordentlich trainieren müssen. Aber das ist nur eine Kleinigkeit.


Das Ende ist ein wenig enttäuschend. Offenes Ende, ok - für ne Kurzgeschichte typisch, aber ein wenig zu offen. Da könntest du noch ein bisschen den Dialog weiterschreiben. Ein einfaches "Dann kanns ja nur noch einer gewesen sein" vom Polizist und das Ende ist nicht mehr ganz so offen und du lässt den Leser nicht alleine im Raum stehen.


Eine letzte Bitte: Geb den Polizisten andere Vornamen. Der Kommissar heißt "Harald", der Kollege "Harry". Das ist zu naheliegend und jeder denkt an "Derrick" ('Harry, hol schon mal den Wagen.' - 'Ja, Stephan.') Oder lass die Anrede des Kollegen "Harry" einfach weg.


Wenn du den Plot ein wenig ausbaust und etwas mehr Handlung reinbringst, macht es die Sache spannender.


LG

betze

 

Hallo jobär,
mir geht es ähnlich wie meinem Vorreder: die Geschichte liest sich flott weg, kommt aber bei mir nicht glaubwürdig an. Nobbys Vorgeschichte enthält zu viele Details, die es unglaubhaft machen, dass man 24 Jahre lang sein/ihr wahres Geschlecht hätte übersehen können. Glaubhafter (natürlich nur meiner persönlichen Meinung nach) wäre hier eine Transgender-Geschichte, Nobby also eine Frau, die sich als Mann fühlt und die Betreuer akzeptieren es, um ihm/ihr das Leben nicht noch schwerer zu machen. Vielleicht solltest Du Nobby auch etwas anders oder detaillierter beschreiben, um es glaubhafter zu machen. Sanftes Wesen, weiche Gesichtszüge?
Die Einführung ist sehr lang geraten, diese Beschreibung von Nobbys aktuellem Leben. Ich frage mich, ob es nicht günstiger wäre, mit dem Vorwurf der Vergewaltigung zu beginnen und die Geschichtte sich von diesem Punkt aus entwickeln zu lassen. Das gäbe Dir die Möglichkeit, diese ganzen Informationen in Dialoge zu verpacken, Verhöre zum Beispiel, Gespräche zwischen Polizei und Psychologen usw.
Ich blicke nicht so recht durch, warum es von Bedeutung ist, ob Nobby Müller oder Mühler mit Nachnamen heißt, hab ich da was überlesen?
Diese Sätze hier macht mir ebenfalls Probleme:

Nun, die Eltern Mühler haben sich wohl beide einen Jungen gewünscht. Die Mutter spielt gerne mit Puppen, aber anscheinend hat sie immer nur Barbies geschenkt bekommen.
Widerspricht sich das nicht? Oder wolltest Du andeuten, dass die Mutter eben doch gerne ein Mädchen gehabt hätte, sich aber gegen den Vater nicht durchsetzen konnte?
Abschließend: oh ja, bitte. Auch ich plädiere dringend dafür Haralds Kollegen umzubenennen. Dieser letzte Satz ist ein regelrechter Rausschmeißer. Sofort hat man Derrick vor Augen. Nix gegen Kalauer, auch wenn sie so alt und abgelutscht sind wie der. Aber ob beabsichtigt oder nicht, in dieser Geschichte ist er desaströs, weil er so gar nicht dazu passt und nur den Eindruck erweckt, der Autor würde seinen eigenen Text nicht ernst nehmen. Sorry, beim nächsten Deiner Texte weiß ich bestimmt auch Positiveres zu schreiben:shy:.
Gruß vom Blaustrumpf

 

Ich habe schon einen langen Tag hinter mir“ Frau Dr. Wolter nahm in einem Sessel
mir.
Auf Einzelheiten möchte ich jetzt nicht einzugehen.
eingehen
„Nun ja, offensichtlich ist nicht nur die geistige, sondern auch die psychische Entwicklung im Kindesalter stehengeblieben.“
Wo ist der Unterschied?
Wenn er kein Mann ist, Ist er ein - wie heißt das - Eunuch?
ist

jo, bär,

da bringst du mich nach Jahren des Schweigens schon zum zweiten Mal dazu, wieder etwas zu kommentieren. :)

Die Geschichte ist flüssig geschrieben, soweit stimme ich mit den Vorrednern überein.
Was ich allerdings anders sehe, sind die Bemerkungen zum Ende. Ein weiterer, erklärender Satz würde es zu offensichtlich machen - ich finde es jetzt schon nach etwa der Hälfte klar - und die Derrick-Anspielung ist ja wohl gewollt, so kommt es mir zumindest vor.

Gerne gelesen.

Tserk

 
Zuletzt bearbeitet:

Nunja, bis auf einiges kann ich mich den Vorrednern anschließen, wobei statistische Größen eben nur den Durchschnitt darstellen, schließlich hab ich gerade erst von der Körbchengröße Spiegelei hierorts geschwärmt und vor kurzem noch Tim Wiese neben Ina Müller gesehn ...

Hallo jobär,

mal was anderes als Weihnacht, vom shitstorm zu post truth alles in eine überschaubare Geschichte gepackt, deren Ende gar nicht so offen ist, wie die jüngeren Kollegen glauben (denn wo soll der Dienstwagen wohl anschließend ankommen?) Insgesamt ein schönes Beispiel der Prämisse, dass der Krimi von der falschen Prämisse ausgehe, Verbrechen geschähen, um aufgeklärt zu werden. Da ist der wunderlich-fremdartige Nobby das zwote Opfer des mutmaßlichen Vergewaltigters aus dem Verwandten-/Bekanntenkreis.

Doppeltnennung zu Tserks Liste der Trivialitäten kann ich itzo nicht ausschließen

Nach einem harten Schlag sagte er wohl mal „Nobby Aua.“
Warum die Interjektion "aua" substantivieren? Und das auslaufende Gänsefüßchen besser vorm abschließenden Punkt.

„Sei gegrüßt, Harald. Ja, ich denke meine Ermittlungen sind so[...]weit abgeschlossen.“
„So[...]weit? Aber?“
Soweit ich weiß "so weit" nur als Konjuktion zusammen, ansonste als unbestimmte Zeit/Raumaussage auseinander ...

„Das wirst du bei meinem Bericht erkennen. Lass uns erst einmal einen Kaffee trinken. Ich habe schon einen langen Tag hinter mir[.]“ Frau Dr. ...

Bei diesem, für mich Schlüsselsatz der Geschichte, fehlt m. E. vorm Verb tun die Vorsilbe ...
Sie machte auf mich den Eindruck, dass ihr von einem Menschen, dem sie sehr vertraute, Gewalt [an]getan wurde.“

„Harry, wir brauchen einen Wagen. Sofort.“
Das will mir nach mehr als einem bloßen Aussagesatz klingen!

Gruß und schönes Wochenende vonne Ruhr vom

Friedel

 

Ihr Lieben,

bevor ich auf die einzelnen Kommentare eingehe - eine derartige Bandbreite an kontroversen Meinungen bekomme ich nicht oft zu lesen - möchte ich eines zu dem Nachsatz - nach dem Schlußsatz - sagen: Natürlich erinnert der Satz gewollt an unsere Filmkommissare, aber eigentlich ist er einfach ein interner Joke, denn der Hauptkommissar, den Wiegand angerufen hat, heißt mit Nachnammen Harries.

Ein schönes Wochenende und eine besinnliche Weihnachtszeit. Ich ziehe mich erst einmal für einige Tage zurück.

Jobär

 

Hallo jobär!

"nicht nur die geistige, sondern auch die psychische Entwicklung"
=> Geistig, psychisch, ist doch das Gleiche. Meinst du physisch? Das ergäbe den Sinn, den du haben willst. Ist das medizinisch tatsächlich möglich? Wirst du recherchiert haben. Verrate mir, wo ich das nachlesen kann. Das interessiert mich.

"Die Mutter spielt gerne mit Puppen, aber anscheinend hat sie immer nur Barbies geschenkt bekommen."
=> Weil sie immer Barbies hatte, machte sie aus Nobby einen Jungen? Die Erklärung verstehe ich nicht.

„Eine Person, die dem Opfer sehr nahe steht, hat diese Tat gesehen und angezeigt.“
=> Ja, der Vater, das ist bekannt. Aber was soll ich Leser daraus schlussfolgern? Dass der Vater seine Tochter vergewaltigt hat? Und dass er dann selbst die Tat angezeigt hat? Warum sollte er das tun? Das macht doch absolut keinen Sinn.
=> Textlich ist das Problem meiner Meinung nach, dass die Tat (in diesem Polizeikrimi!) überhaupt keinen Raum einnimmt. Wenn Vergewaltigung, dann Spurensicherung. Wenn Spurensicherung, dann Spuren, die entweder was beweisen, ober aber etwas widerlegen. Und damit macht die Anzeige des Vaters absolut keinen Sinn.

Ansonsten stimme ich dem betzebub zu. Der Text hat 'ne Menge Füllstoff, der raus könnte.

Grüße,
Chris

 

Hallo ihr Lieben,


jetzt, wo ich das ganze erstmal sacken gelassen habe und die Meinungen der anderen gelesen haben, muss ich noch etwas zu meinem Kommentar hinzufügen.


1. Ganz nüchtern betrachtet ist es nichts weiter als Füllstoff, der in einem langweiligen Dialog teilweise wiederholt und ergänzt wird.


2. Ich sehe die Tags "Krimi" und "Spannung" als überflüssig an.
2.a Nur weil ein Polizist in der Geschichte vorkommt, ist es noch lange kein Krimi.
2.b Spannung stelle ich mir anders vor. Eigentlich ist es sogar ziemlich langweilig und eintönig.


3. Mehr als eine Untersuchung des Opfers und den angeblichen Täters schafft deine Ärztin nicht? Da bist du nicht detailiert genug. Sie muss Spuren sichern und Vergleichproben von allen möglichen Tätern sammeln. Von Nobby, vielleicht sogar noch vom Vater und anderen im Dorf, die dem Opfer nahe standen.


4. In vielen Polizei-Dienststellen herrscht Rauchverbot.


5. Deine Protagonisten sind "schwarze, leblose Schatten". Ich möchte mir gerne annähernd vorstellen, wie die Leute aussehen. Zumindest Augen, Haare und Körper solltest du ein wenig beschreiben.


Abschließend eine Frage bzw. ein Vorschlag:


Hast du es in Betracht gezogen, nach einer kurzen Einleitung mit einem Anruf zu beginnen, in dem der Polizist zum Tatort gerufen wird und dort von den zuständigen Beamten (Spurensicherung, KTU) in nem Dialog erzählt bekommt, was passiert ist?
Dann noch das Gespräch zwischen Ärztin und Polizist, was ihre Meinung ist und welche Ergebnisse sie für ihn hat.


So werden aus dem leeren Füllstoff, der die Geschichte übertrieben streckt brauchbare Informationen für den Leser.

Jau, das wars mal wieder von mir.


LG

betze

 

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