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Rotköpfchen und der böse Rolf

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Rotköpfchen und der böse Rolf

«Hey, Rotköpfchen. Mach mal Ketchup!» Rolf stand hinter Frida am Fussgängerstreifen und quatschte sie an.
Sofort leuchtete Fridas Kopf wie eine rote Ampel. Sie hasste es. Und blond war sie auch noch.
«Gut gemacht. Der VW hält. Wir können gehen», lachte Rolf.
Idiot, dachte Frida. Warum konnte Leonie, Fridas beste Freundin, nicht in ihrer Nachbarschaft wohnen und Rolf am anderen Ende der Stadt!

Schon am ersten Schultag der vierten Klasse hatte der Albtraum begonnen.
«Ich habe die Sitzordnung alphabetisch eingeteilt. Stellt euch in eine Reihe - nach euren Nachnamen», krächzte die neue Lehrerin. Sie hiess Frau Rüdisühli und knotete ihre weissen Haare zu einem Schneemann zusammen. Es fehlte nur noch die karottenrote Haarnadel.
Frida und Leonie zwinkerten sich zu. Leonie hiess Germann und Frida Gross. Doch die Freude währte nicht lange.
«So lässt es sich leben. Eine Tussi links, eine Tussi rechts.» Rolf zwängte sich dazwischen. «Ich bin der Rolf und heisse Goldmann. Und wer seid ihr beiden Hübschen?»
«Leonie Germann», wisperte Leonie.
«Und du, Blondie?»
Da wars wieder. Frida spürte das Blut in ihren Kopf schiessen. «Frida. Gross», murmelte sie.
«Ah, die grosse Frida. Aber so rot wie du bist, nenn ich dich Rotköpfchen. Und ich bin der böse Rolf.» Rolf lachte.
Willkommen in der vierten Klasse, hatte Frida damals gedacht.

-

«Er ist so ein Ekel.» Frida wühlte theatralisch durch ihre Haare. Leonie und sie hielten ihre Pyjamaparty ab und lagen in ihren kuscheligen, geblümten Fleeceanzügen auf der Bettdecke.
Sie hatten Fridas Zimmer leicht abgedunkelt. Die Lichterkette warf ein warmes Licht. Auf der Wand zappelten die Schatten ihrer Füsse hin und her.
«Warum hat er es immer auf mich abgesehen?» Frida pflückte ein grünes Gummibärchen. Sie hatten Gummibärchen, Marshmallows und Gurkenscheiben zu bunten Sticks aufgespiesst.
Leonie zuckte mit den Schultern und nahm die Gurke.

Rolf liess wirklich keine Gelegenheit aus, Fridas Erröten auszuschlachten.
Zum Beispiel an der Bundesfeier am 1. August: «Hey, Rotköpfchen. Wenn du heute dein blondes Haar auf alle vier Seiten in Strähnen runterkämmst, siehst du für die Vögel aus wie ein hüpfendes Schweizer Kreuz.»
Oder beim nächtlichen Schulausflug zum Thema Sternbilder. Frau Rüdisühli hätte nicht fragen sollen, wer das Schlusslicht macht. «Das macht Rotköpfchen. Die ist Gross und sie leuchtet», witzelte Rolf.
Und heute war es beim Thema Moskau: «Ist der Platz dort wirklich rot? Wäre Fridas Kopf dort unsichtbar?»
Frau Rüdisühli mahnte Rolf zwar, solche dummen Kommentare zu unterlassen. Aber Rolf antwortete, das sei eine Frage gewesen, kein Kommentar. Und sie habe ja selbst gesagt, es gäbe keine dummen Fragen.
Was ihm eine Strafaufgabe einbrachte. Das machte Frau Rüdisühli immer, wenn sie nicht weiterwusste.

«Hm», meinte Leonie und kaute an ihrer Unterlippe.
«Was, hm!»
«Hm, ich meine, wir müssen das abstellen.» Leonie schnappte sich den Marshmallow.
«Wie? Hast du eine Idee?», fragte Frida.
Leonie hielt Frida den Marshmallow hin und schüttelte den Kopf.
«Ich nicht. Aber vielleicht Frau Bünzli.»
«Wer ist Frau Bünzli?»
«Eine Kundin von Mom. Die kommt morgen ins Geschäft. Die ist cool.» Leonies Mutter war Coiffeuse. Frau Bünzli, eine kleine, vornehme, alte Dame, kam regelmässig vorbei, um ihr schütteres Haar möglichst gleichmässig über die Kopfhaut verteilen zu lassen. Immer fein angezogen, alles farblich abgestimmt. Vom Hut bis zu den Schuhen. Eine Haut wie schrumpliges Leder, aber Augen wie das türkisblaue Meer.
«Komm am Montag nach der Schule vorbei. Du musst sie mal kennenlernen.»
«Okay.»
Leonie wollte sich gerade noch das letzte rote Bärchen genehmigen. Aber Frida schnappte sich den Spiess, sprang auf und kam ihr grinsend zuvor.
«Das war meins, du gemeines Biest, du.» Sie packte die restlichen Marshmallows und warf damit nach Frida. Kissen waren alle.

-

«Sorry, ich bin zu spät», entschuldigte sich Frida, als sie den Salon betrat. «Grüezi, Frau Germann.»
«Hoi, Frida.» Frau Germann schnitt gerade Haare und drehte sich kurz um. «Du hast aber einen schönen Regenmantel. Häng ihn einfach hin.»
Frida lächelte. Sie mochte den knallgelben Mantel auch und freute sich jedes Mal auf Regen.
«Leonie ist dort hinten bei Frau Bünzli. Die Dame unter der Haube.»
«Okay, danke.» Frida schüttelte den Mantel noch kurz aus, hängte ihn auf, streifte die Schuhe auf der Fussmatte ab und ging zu Leonie. Sie lachte gerade laut. Frau Bünzli sass unter der Trockenhaube und hatte die Hände über ihrem Schoss gefaltet. Frida gab Leonie drei Küsschen, wandte sich Frau Bünzli zu und winkte.
«Du bist also die Frida, die Gute», lächelte Frau Bünzli, leckte sich die Unterlippe und drehte Däumchen. «Ich bin Frau Bünzli. Du kannst mich Frau Bünzli nennen.»
Frida lächelte zurück und blieb in Frau Bünzlis Augen hängen. Die tiefen Augen lugten noch knapp unter der Haube hervor und zwinkerten schelmisch. Frida brachte kein Wort hervor. Sie nickte nur. Ihr war, als wäre die Trockenhaube Frau Bünzlis Ideenmaschine, die sie sich über den Kopf gestülpt hatte und in der die wildesten Ausdenkungen erfunden wurden. Ihre Pupillen schienen vor Energie zu knistern.
«Da ist also dieser Junge, der Faxen macht, hm? Der Rudolf …»
«Also, der Rolf ...»
«Der Rudolf, ja. Früher hiessen alle Rolfs Rudolf, weisst du.»
Frieda musste an das Rentier denken. «Also, der Ruuudolf», sie lächelte, «der foppt mich immer, wenn ich erröte. Das nervt.»
«Ja, ja. Ich weiss. Leonie hat mir schon erzählt. Der Rudolf, das ist einer. Der Rudolf. … Ist er hübsch?»
Frida sah Leonie an. Leonie sah Frida an. Beide kicherten. Frida nickte leicht. «Also, wenn er den Mund nicht aufmacht, ist er gar nicht so übel.» Sie errötete.
«Ach so, ach so.» Frau Bünzli hatte Frida genau beobachtet. Als würden ihre Pupillen Frida scannen. Sie wandte den Blick wieder ab und befeuchtete ihre Lippen. «Ach so, ja. Der Rudolf ist ein Idiot. Aber er mag dich.»
«Der mag mich?» Frida war entsetzt. «Warum ärgert er mich dann? Das ist nicht logisch.»
Frau Bünzli schmatzte. «Jungs sind nicht logisch.» Sie schloss die Augen. «Der Rudolf, der mag dich. Hab keine Angst. Sag ihm die Meinung.» Sie ruckelte sich in den Stuhl. «Und nenn ihn Rudolf. Das verwirrt ihn.» Sie schloss die Lippen und die Daumen hörten auf zu drehen.
«Frau Bünzli?» Frida legte ihre Hand auf die Hände der Dame. Sie öffnete die Augen nicht, aber sie schien leicht zu lächeln.
«Ich glaube, sie ist eingeschlafen», flüsterte Frida ungläubig zu Leonie.
Leonie hielt die Hand vor dem Mund und lachte.
Frida stand auf, packte Leonies Hand und sie machten sich prustend aus dem Staub.

-

«Indianer ist eigentlich ein Schimpfwort», korrigierte Frau Rüdisühli während des Geschichtsunterrichts. «Auch Rothaut. Die Ureinwohner möchten heute lieber Natives genannt werden.»
Rolf meldete sich.
Frau Rüdisühli zögerte.
Rolf meldete sich mit Nachdruck.
«Ja, Rolf.»
«Ist Frida eine Native
Schallendes Gelächter.
Frida erhitzte.
Sie wusste genau, es war wieder passiert.
Frau Rüdisühli wollte gerade losschimpfen.
Fridas Augen knisterten. Sie dachte an Frau Bünzli.
Rolf schubste sie leicht und lachte.
«Hey! Timeout. ... Ruuudolf», fauchte Frida.
Wieder Gelächter. Ruuudolf. Frida blickte um sich.
Sie drehte sich zu Rolf und fixierte ihn mit den Augen.
«Jetzt hör mal zu, Rudolf.»
«Ich heisse Rolf», konterte Rolf.
«Früher hiessen alle Rolfs Rudolf. Und so alt wie du aussiehst …»
«He, he …»
«Nein, jetzt mal im Ernst.» Frida gab sich den Ruck. «Du hast grosse Nasenlöcher, Glubschaugen und Ohren wie Satellitenschüsseln. Aber ich mach dich auch nicht pausenlos darauf aufmerksam. Von deinem grossen Mund gar nicht zu reden.» Frida ballte eine Faust. «Ja, klar. Ich erröte wegen jedem Pipifax. Das ist halt so.»
Frida machte eine kurze Pause und sah zu Rolf. «Hör einfach auf, Rudolf. Bitte. Ich mag das nicht.»
Rolf räusperte sich, blickte nach unten, nestelte in seinem Etui und rückte seinen Stuhl zurecht. Er blickte zu Frida und zwinkerte ihr zu: «Okay, Rotköpfchen. Verstanden.»
Es war kurz still im Klassenraum. So still wie noch nie.
Leonie wischte eine kleine Träne weg.
«Dann könnten wir also mit dem Unterricht fortfahren?», mahnte Frau Rüdisühli und wandte sich der Tafel zu.

-

Auf dem Nachhauseweg war Frida erst alleine. Kaum stand sie jedoch wieder vor dem Fussgängerstreifen, hörte sie von hinten ein Keuchen und rennende Schritte. Sie drehte sich um. Es war Rolf. Sie verdrehte die Augen.
Die Fussgängerampel schaltete auf grün. Frida preschte los. Rolf hinterher.
Er holte sie auf der anderen Strassenseite ein.
«Jetzt wart doch mal.»
Frida drehte sich rasch um. «Was ist?»
Rolf klaubte etwas aus seiner Hosentasche. Einen Zettel und drückte ihn in Fridas Hand.
Er wollte erst etwas dazu sagen, gluckste aber nur, verwarf die Hände, drehte sich um und rannte weg.
Frida stand da mit dem Zettel. Den konnte sie jetzt nicht öffnen. Vielleicht guckte er noch. Sie zerknüllte ihn auffällig in ihrer Hand und machte sich auf den Nachhauseweg.
Zu Hause angekommen, warf sie den Rucksack in die Ecke und hüpfte ins Bett. Schnell strich sie den Zettel glatt. Sie las:

Sorry, Rotköpfchen.
Ich habe so grosse Nasenlöcher, weil ich dich so gerne rieche.
Ich habe so grosse Glubschaugen, weil ich dich so gerne anschaue.
Ich habe Ohren wie Satellitenschüsseln, weil ich deine Stimme so gerne höre.
Und ich habe einen so grossen Mund, damit ich dich vielleicht mal k….. kann.


Da war noch ein Herz. Und Rudolf.
Frida kriegte ihren Mund nicht mehr zu.
Sie warf den Zettel schnell weg und huschte unter die samtweiche Decke.
 
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07.01.2019
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Guten Morgen @snif,
Neuer Morgen, neue Geschichte, neuer Kommentar. Aktuell läuft die Krümelchallenge, zumindest was das kommentiere an geht, sehr gut für mich. Dann wollen wir jetzt also mal sehen, was du dir in deinem Kindskopf so ausgedacht hast.
Wie immer kommentiere ich direkt beim lesen und werde Rechtschreibung und Zeichensetzung weitesgehend ignorieren. Da sind andere einfach besser als ich. Allenfalls wird es eine Vermutung geben, die gitl es aber nochmal genau zu prüfen, denn alle Angaben, dahingehend sind ohne Gewähr.
So dann starten wir mal mit dem Rotköpfchen.
Pausbacken die Luft an und pumpte auf und ab mit angewinkelten Armen Luft in seinen Kopf.
Das mit den Pausbacken kriege ich noch hin, aber auf und ab pumpen mit angewinkelten Armen? Luft in seinen Körper, da kriege ich ein Bild von einem Hyperventilierenden Menschen der jeden Moment umfällt. Und dabei sieht es auch noch ziemlich bescheuert aus. Also bitte, kannst du mir nochmal erklären, was du damit meinst?
runde Ampel
ich denke du meinst den Kopf. Finde ich nicht gerade glücklich formuliert, könnte für deine Zielgruppe vielleicht irreführend sein. Aber immerhin habe ich jetzt glaube ich verstanden, das Rolf sich über die lustig macht, weil sie schnell erötet und sie mit dem pumpen und dem Luft in seinen Körper nur aufzieht. Ja das ist das Problem beim Kommentieren direkt beim Lesen :-)
Manchmal wünschte Frida, Rolf wäre Leonie. Dann würde Rolf am anderen Ende der Stadt wohnen. Und Leonie hätte den gleichen Schulweg wie sie.
Hier war ich auch kurz durcheinandern, vielleicht ist es aber auch einfach noch ein bisschen früh zum denken.
Ich dachte erst, ja, so genau kann ich das gar nicht erklären :-)
Ich glaube die Sache wird einfacher wenn du sowas schreibst wie: Manchmal wünschte Frida sich, das Leonie und Rolf die Plätze tauschen, dann würde Rolf nämlich auf der anderen seite der Stadt wohnen und nicht Leonie. Mit der könnte sie dafür jeden Morgen zur Schule gehen, dass wäre viel schöner, als mir Rolf."
Vielleicht wird klar was ich meine.
Schultag der Mittelstufe
vielleicht ist das auch ein Problem, was nur ich habe. War Mittelstufe ab Klasse 5? Es ist noch gar nicht sooo lange her, aber der Begriff ist bei uns nicht geläufig.
Sie hatten abwechslungsweise Gummibärchen, Marshmallows und Gurkenscheiben zu bunten Sticks aufgespiesst.
für meinen Geschmack ist das "abwechselungsweise" überflüssig, davon abgesehen stört es den Lesefluss. Ich würde es also weg lassen. Davon abgesene. Gummibärchen, Marshmallows und GURKEN? Das klingt ekelig :-) wer kommt denn auf so eine Idee? :lol:
Du strahlst wie ein M…arienkäfer.
wieso die drei Punkte ?
Nur wie?» Leonie schnappte sich den weissen Marshmallow.
«Hast du eine Idee?», fragte Frida.
Naja offensichtlich nicht, sonst hätte sie ja nicht gesagt, aber wie. Klingt für mich irgendwie nicht authentisch.
Leonie offerierte Frida
Wir hatten es unter einen anderen Geschichte schonmal, das Fremdwörter für kinder vielleicht gar nicht so schlimm sind, wie man so denkt, weil sie dadurch neue Wörter lernen und nachfragen.
Aber ich mag das nicht. Ich finde das in Kindergeschichten für Kinder die sie vielleicht auch selbst lesen (und du schreibst ja 4-8) sowas nicht unbedingt reingehört, wenn man es auch anders formulieren kann.
Leonies Mutter war Coiffeuse.
s.O.
Sie mochte den knallgelben Mantel auch und freute sich jedes Mal auf Regen.
das gefällt mir gut. Zeigt was von Fridas Persönlichkeit, Geld zu tragen und auf zu fallen, traut sich niemand der kein Selbstbewusstsein hat, schade das sie das sonst nicht so zeigen kann.
sass unter
ich glaube es heißt saß
«Ich bin Frau Bünzli. Du kannst mich Frau Bünzli nennen.»
:lol: :naughty:
Ihr war, als wäre die Trockenhaube Frau Bünzlis Ideenmaschine,
das ist eine süße vorstellung, gefällt mir.
und in der die wildesten Ausdenkungen erfunden wurden.
okay, jetzt musste ich es nachschauen, die Begrüßung im Salon hatten dich schon ein wenig verraten :-) Ich finde die Nominalisierung von ausdenken irgendwie nicht glücklich. Ideen würde ich auch eher nicht gut heißen, weil man dann die Dopplung hat. Aber mal am Rande, sagt man das bei euch wirklich so ?
«Also, der Rolf ...»
wer kontert hier ?
«Also der foppt mich immer, wenn ich erröte. Das nervt.»
ahh okay, Firda.. vielleicht zu Beginn einmal erwähnen, das man da den Anschluss wieder hat.
«Und wäre ich rothaarig, wäre ich zwischendurch glatzköpfig.»
das verstehe ich nicht.
Leonie wischte eine kleine Träne weg.
vor lachen oder weinen?
«Dann könnten wir also mit dem Unterricht weiterfahren?»
"Dann können wir also mit dem Unterricht weitermachen?"
mahnte Frau Rüdisühli
fragt würde hier reichen. Ich denke mahnen ist hier zu streng, sie will ja auch nicht das Rold frida andauernd mobbt, desswegen sollte sie mit der Sitaution eigentlich zu frieden sein und sich ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen können. Frida ist immer hin nett und freundlich geblieben und es gab keine Eskalation :-)
Nach einem kurzen Moment machte auch sie sich auf den Nachhauseweg.
Zu Hause angekommen, legte sie sich aufs Bett. Den Zettel hatte sie noch immer in der Hand. Sie öffnete ihn. Darauf stand:
sie liest den Zettel erst zu Hause ? Respekt, dazu wäre ich viel zu neugierig.

Lieber Snif. Ich finde die Anspielung auf Rotkäppchen zum Schluss ganz niedlich, aber so richtig überzeugt hat mich deine Geschichte leider nicht. Das mit Frau Büzli geht mir zu schnell, das einknicken von Rolf geht mir zu schnell und die Hänseleien sind dazu überduchschnittlich oft erwähnt.
Auch den Anfang finde ich eher unlücklich, da ich doch Schwirigkeiten hatte, in die Geschichte zu kommen und das hat sich im Verlauf leider auch nicht geändert.
Irgendwie schwimmt das alles so an der Oberfläche und mit einem Mal, als hätte jemand ein Stein geworfen, geht es unter und ist weg.
Wieso ist Frida auf einmal so mutig. Nur weil mir einer sagt alle Rolfs hießen früher Rudolf und der hänselt dich weil er dich mag, hat sie auf einmal den Mut ihn vor der ganzen Klassen darauf anzusprechen?
Sie ist ein Mädchen mit gelben Regenmantel und lässt es sich an der Ampel gefallen, das er so mit ihr spricht? Das kann ich mir wirklich nur sehr schwer vorstellen und bitte, was ist Leonie denn für eine Freundin? Wieso verteigt sie Frida nicht?
Ich wurde in der Schule eine zeitlang auch immer von einem Mitschüler geärgert. Wegen meinen Klamotten und ich bin mit Sicherheit nicht so selbstbewusst, dass ich einen quietschgelben Regenmantel getragen hätte, aber trotzdem habe ich das nicht mitgemacht und meine Freundinnen schonmal gar nicht.
Also irgendwie hinkt die ganze Geschichte vorne und hinten und in der mitter leider auch ein wenig. Ich wünsche mir mehr Mut (egal ob von Frida oder von Leonie) und ich will mehr Rachepläne ich will mehr streit zwischen Rudolf und Frida, das ist doch nicht mit eineml lass das sagen getan sowas ? Wie steht er denn vor den anderen Jungs jetzt da? ich kann mir wirklich nicht vorstellen, das er das vor der ganzen Klasse so mit sich machen lässt, dann wohl eher nachher auf Flur oder so, wenn keiner Guckt. Oder eben an der Ampel.

Das mit der Decke am Schluss nehm ich ihr aber wieder ab, das ist so eine klassische Mädchenreaktion :-)

Ich bin gespannt was die anderen so zu sagen haben, und werde mal verfolgen, was du daraus noch so macht.

Liebe Grüße
Shey :-)
 

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Senior
Monster-WG
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Hallo @snif, oder wie wie hier in Kiel sagen: Moin!

Das wichtigste zu erst, von mir bekommst du ein fettes :thumbsup:, aber der Reihe nach :)


Sie hiess Frau Rüdisühli und knotete ihre weissen Haare zu einen einem Schneemann zusammen. Es fehlte nur noch die karottene karottenrote Haarnadel.

Ein Flüchtigkeitsfehler und ein Vorschlag, ich zumindest habe das Wort karottene noch nie gehört, aber das kann auch regional bedingt sien. Übrigens schöner Name: Rüdisühli.

Willkommen in der Mittelstufe, dachte Frida.

Ist nicht so leicht da ;)


Und heute war es beim Thema Moskau: «Ist der Platz dort wirklich rot? Wäre Fridas Kopf dort unsichtbar?»
Also ich musste, lachen :D und hier gleich wieder...
Frau Rüdisühli mahnte Rolf zwar, solche dummen Kommentare zu unterlassen. Aber Rolf antwortete, das sei eine Frage gewesen, kein Kommentar. Und sie habe ja selbst gesagt, es gäbe keine dummen Fragen. Was ihm eine Strafaufgabe einbrachte. Das machte Frau Rüdisühli immer, wenn sie nicht weiterwusste.

Ach ja, weiterwissen in einem Wort!


Leonie offerierte Frida den Marshmallow. Aber sie schüttelte den Kopf.
Ist der Begriff in der Schweiz üblich? Für mich klingt das sehr förmlich. Würde mich hier für anbieten aussprechen


Eine Haut wie schrumpliges Leder, aber Augen wie das türkisblaue Meer.
Sehr schön...

«Du bist also die Frida, die Gute», lächelte Frau Bünzli, leckte sich die Unterlippe und drehte Däumchen. «Ich bin Frau Bünzli. Du kannst mich Frau Bünzli nennen.»
Okay, hier passiert was merkwürdiges bei mir: Ich mag deine Art zu scheiben total, ich mag den Humor, ich mag sogar diesen Witz, weil er eigentlich echt komisch ist. Aber in diesem Zusammenhang mag ich ihn nicht, weil er irgendwie Frau Bünzli nicht gerecht wird. Er nimmt ihr ein bisschen den Zauber, selbst, wenn Sie es offensichtlich als Witz gemeint hat. Rolf, der könnte sowas sagen. Bei Frau Bünzli stört es mich. Aber das ist Geschmackssache. Ich glaube meiner Vorkommentatorin gefiel die Stelle gut.

Ihr war, als wäre die Trockenhaube Frau Bünzlis Ideenmaschine, die sie sich über den Kopf gestülpt hatte und in der die wildesten Ausdenkungen erfunden wurden. Ihre Pupillen schienen vor Energie zu knistern.
Das hier ist zum Beispiel so eine Stelle, die echt richtig, richtig gut ist. Auch wenn Ausdenkungen wahrscheinlich wieder tendenziell eher ein Begriff aus der Schweiz ist. Den mag ich hier aber sehr gern.


«Da ist also dieser Junge, der Faxen macht, hm? Der Rudolf …»
«Also, der Rolf ...»
«Der Rudolf, ja. Früher hiessen alle Rolfs Rudolf, weisst du.»
«Also der foppt mich immer, wenn ich erröte. Das nervt.»
«Ja, ja. Ich weiss. Leonie hat mir schon erzählt. Der Rudolf, das ist einer. Der Rudolf. … Ist er hübsch?»
Frida sah Leonie an. Leonie sah Frida an. Beide kicherten. Frida nickte leicht. «Also, wenn er den Mund nicht aufmacht, ist er gar nicht so übel.» Sie errötete.
«Ach so, ach so.» Frau Bünzli kicherte auch leicht. «Ach so, ja. Der mag dich, der Rudolf.»
«Der mag mich?» Frida war entsetzt. «Warum ärgert er mich dann? Das ist nicht logisch.»
Frau Bünzli schmatzte. «Jungs sind nicht logisch.» Sie schloss die Augen. «Der Rudolf, der mag dich.» Sie schloss auch ihre Lippen und die Daumen hörten auf zu drehen.
«Frau Bünzli?» Frida legte ihre Hand auf die Hände der Dame. Sie öffnete die Augen nicht, aber sie schien leicht zu lächeln.
«Ich glaube, sie ist eingeschlafen», flüsterte Frida ungläubig zu Leonie.
Leonie hielt die Hand vor dem Mund und lachte.
Frida stand auf, packte Leonies Hand und sie machten sich plusternd aus dem Staub.

Einfach nur ein dickes Lob hierfür. Finde ich sehr überzeugend geschrieben.


«Indianer ist eigentlich ein Schimpfwort», korrigierte Frau Rüdisühli während dem Geschichtsunterricht. «Auch Rothaut. Die Ureinwohner möchten heute lieber Natives genannt werden.»
Rolf meldete sich.
Frau Rüdisühli zögerte.
Rolf meldete sich mit Nachdruck.
«Ja, Rolf.»
«Ist Frida eine Native
Schallendes Gelächter.
Das hatte sich Frau Rüdisühli gedacht. Sie wollte gerade losschimpfen, als sich Frida meldete. «Frida? Willst du etwas sagen?»
Alle Augen richteten sich auf Frida.
"Ja, gerne.» Sie wandte sich Rolf zu. «Jetzt hör mal zu, Rudolf.»
Wieder schallendes Gelächter. Zwischendurch ein Rudolf.
«Ich heisse Rolf», konterte Rolf.
«Früher hiessen alle Rolfs Rudolf. Und so alt wie du aussiehst …»
«He, he …»
«Nein, jetzt mal im Ernst. Du hast auch grosse Nasenlöcher, Glubschaugen und Ohren wie Satellitenschüsseln. Aber ich mach dich auch nicht pausenlos darauf aufmerksam. Von deinem grossen Mund gar nicht zu reden.» Frida ballte eine Faust. «Ja, klar. Ich erröte wegen jedem Pipifatz. Ich weiss auch nicht warum.» Frida machte eine kurze Pause. «Und wäre ich rothaarig, wäre ich zwischendurch glatzköpfig.»
Alle lachten wieder.
Frida wandte sich zu Rolf. «Hör einfach auf, Rudolf. Bitte. Ich mag das nicht.»
Rolf räusperte sich, blickte nach unten, nestelte in seinem Etui und rückte seinen Stuhl zurecht. Er blickte zu Frida: «Okay, Rotköpfchen. Verstanden.»
Es war kurz still im Klassenraum. So still wie noch nie.
Leonie wischte eine kleine Träne weg.
«Dann könnten wir also mit dem Unterricht weiterfahren?», mahnte Frau Rüdisühli und wandte sich der Tafel zu.
Bisschen albern von mir, hier ganze Textblöcke zu zitieren und dann nur zu schreiben, das ist toll. Aber das ist toll. Mich hast du damit auf jeden Fall.
Darauf stand:

Sorry, Rotköpfchen.
Ich habe so grosse Nasenlöcher, weil ich dich so gerne rieche.
Ich habe so grosse Glubschaugen, weil ich dich so gerne anschaue.
Ich habe Ohren wie Satellitenschüsseln, weil ich dir so gerne zuhöre.
Und ich habe einen so grossen Mund, damit ich dich vielleicht mal k….. kann.
Und da war nur noch ein Herz. Und Rudolf.
Frida kriegte ihren Mund nicht mehr zu.
Sie warf den Zettel schnell weg und huschte unter die samtweiche Decke.

Und nochmal: Toll!


Um es kurz zu machen: Mir gefällt die Geschichte sehr, sehr gut, aber das wundert mich nicht, immerhin ist der Autor derjenige, der die tollen Dr. Brändli-Geschichten geschrieben hat (und hoffentlich noch schreibt). Am Anfang brauchte ich ein bisschen um reinzukommen, denn du startest schon sehr komplex in eine Situation, aber das hat sich schnell gegeben. Und als ich drin war, hattest du mich.

Ich sehe den Diskussionspunkt, der auf dich zukommen wird: Ist das eine Kindergeschichte oder eher was für Jugendliche? Aber in meinen Augen lässt sich das schnell beantworten, ich glaube die Zielgruppe 10 bis 12 erreichst du damit gut (und mittendrin ist meine Tochter mit 11 Jahren und die ist zu 80 Prozent am Tag noch Kind, interessiert sich aber durchaus auch schon für Verliebtsein und so...).
Aber den Kampf wirst du hier führen müssen, mich hast du allerdings als Fürsprecher ;)

Wie gesagt, sehr schön das Teil.

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Wortkrieger-Team
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Hallo @snif,

zu allererst - mir gefällt deine Geschichte.

Ich habe aber zwei ABERS :) Die hau ich mal gleich am Anfang raus, dann ist das Pflaster abgerissen: Der Anfang ist super verwirrend! Ich glaube, da haust du viele Kinder sofort raus. Warum beschreibst du nicht ganz klar, wie er sie hänselt? Warum sprichst du so verschwurbelt an dieser Stelle mit Ampel und Armen pumpen und pipapo? Und dann noch das mit Leonie und Rolf und Rolf und Leonie. Ich pöbel jetzt mal absichtlich kurz rum, denn da wollte ich tatsächlich aufhören zu lesen. Und ich glaube, diesen Anfang könntest du viel viel besser machen, wenn man sich den Rest der Geschichte mal ansieht. Nur mal so als mein Leseempfinden.
Zweites, kleineres ABER: Die Geschichte ist für 4-8 Jährige? Ich würde das weiter oben, 8-10, ansiedeln. Ich glaube, von der Welt von 4-6 Jährigen ist das zu weit entfernt ...

Thematisch finde ich das gut und wichtig. Ich glaube, das kennt jedes Kind. Den Einen / die Eine, von dem/der man gehänselt wurde. Tatsächlich kann ich mich sehr gut in deine Frida hineinversetzen, denn ich bin selbst rotblond und sommersprossig und schnell rot-werdend :D Mittlerweile hab ich das akzeptiert, dass man mir einfach megaschnell ansieht, wenn mir was unangenehm ist. Mein Gott, is halt so - und eigentlich ja auch einfach ne ehrliche Reaktion meines Körpers :lol: Aber früher war das HORROR für mich. Kann also alles, was da so abgeht in Frida sehr gut nachvollziehen. Ich finde auch, deine Sprache passt gut (wie gesagt, in meinem Kopf für mind. 8-10 Jährige).

Was mir ein bisschen fehlt, ist eine Entwicklung, selbst wenn sie nur kurz angedeutet wird. Frida spricht mit Frau Bünzli. An sich eine sehr nette Idee, Frau Bünzli find ich cool, und auch, dass die Kleinen Rat bei einer älteren Dame suchen, das ist schön. Aber da kommt ja kein Rat. Da kommt nur die Enthüllung: Wenn ein Junge dich ärgert, mag er dich. So, das ist auch total okay. Aber dann:

Ja, gerne.» Sie wandte sich Rolf zu. «Jetzt hör mal zu, Rudolf.»
Wieder schallendes Gelächter. Zwischendurch ein Rudolf.
«Ich heisse Rolf», konterte Rolf.
«Früher hiessen alle Rolfs Rudolf. Und so alt wie du aussiehst …»
«He, he …»
«Nein, jetzt mal im Ernst. Du hast auch grosse Nasenlöcher, Glubschaugen und Ohren wie Satellitenschüsseln. Aber ich mach dich auch nicht pausenlos darauf aufmerksam.

Wo kommt diese Stärke auf einmal her. Also, wenn ich da an mich denke, und ich hatte zum Glück auch Rückhalt von Familie und Freunden, aber ich hab mich damals nicht getraut, vor versammelter Mannschaft sowas rauszuhauen - aus dem Nichts. Hier fehlt mir irgendwie eine kurze Erklärung, bzw. eben Entwicklung hin zu dieser Stärke. Das muss gar nicht ausufernd sein oder so, aber erst ist sie völlig ratlos, wütend, wehrt sich nie - und dann auf einmal haut sie sowas raus und auch noch vor der ganzen Klasse. Das ist nicht ganz rund, finde ich.

Das Ende hingegen ist putzig. Wirklich! Das ist so ... Hach ja, damals ... Als die Jungs noch Zettelchen schrieben :D Ganz schön schlauer Junge übrigens mit seinen gewitzten Anspielungen auf den bösen Wolf ;) Aber da bin ich mit einem Schmunzeln raus, das fühlt sich schon recht authentisch an. Hach ja ...

Liebe Grüße
RinaWu
 
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24.03.2019
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Hallo @snif

ich leg los:

Rolf stand hinter Frida am Fussgängerstreifen, hielt mit Pausbacken die Luft an und pumpte auf und ab mit angewinkelten Armen Luft in seinen Kopf.

Ungelenker Satzbau plus zweimal Luft im selben Satz.

Schon wieder 'Luft' und 'pumpen'

Frida musste nicht pumpen oder Luft anhalten,
Sie wusste, dass ihre runde Ampel soeben auf Rot wechselte.

Selbst für einen Erwachsenen zu metaphorisch. Musste es zweimal lesen, bis ich merkte, was mit Rot und Ampel gemeint war. Vll bin ich aber auch sehr begriffsstutzig.

Manchmal wünschte Frida, Rolf wäre Leonie. Dann würde Rolf am anderen Ende der Stadt wohnen. Und Leonie hätte den gleichen Schulweg wie sie.

Für mich auch verwirrend. Wer ist Leonie? Und was ist mit dem Satz gemeint?

Schon am ersten Schultag der Mittelstufe begann der Albtraum.

Mittelstufe: In Deutschland ab der 7. Klasse, das heißt die Kinder sind 12/ 13. Unabhängig davon, finde ich 4 Jahre zu tief angesetzt. Dafür ist Rolfs Jargon auch zu 'asi'.

Eine Tussi links, eine Tussi rechts.

Finde ich auch zu abwertend für eine Kindergeschichte. Rolf kommt hier nicht als Lausbub rüber, sondern als Idiot. Hoffe, das das nicht deine Intention war.

abwechslungsweise

Klingt nach Neologismus.

«Indianer ist eigentlich ein Schimpfwort», korrigierte Frau Rüdisühli während dem Geschichtsunterricht.

Während des Geschichtsunterrichtes. Oder ist die Schweizer Grammatik hier nachsichtiger/ anders?

Okay, fertig.

Tja, so richtig meins ist die Geschichte nicht. Nicht alle Jungs, die Mädchen mobben, sind verliebt in das jeweilge Mädchen. Insofern finde ich, dass du es dir zu einfach machst. Faru Bünzli soll als die weise, alte Dame rüberkommen, aber auf mich wirkt sie plump und ahnungslos. Wenig nachvollziehbar fine ich auch, dass Frida nach dieser Begegnung plötzlich krass selbstbewußt ist. Diese Entwicklung geht mir zu schnell. Und auch Rolfs Reaktion ist mir zu abwegig.

Es tut mir leid, für mich funktioniert die Geschichte nicht.

LG,

HL
 
Wortkrieger-Team
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Monster-WG
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04.03.2018
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Hallo @snif,
schön, dass du es hierhin geschafft hast, da hast du aber richtig reingehauen seit Sonntag. ;)
Ich schreib beim zweiten Lesen mal was mit:
«Hey, Rotköpfchen. Mach mal Ketchup!»
Finde ich als Einstieg ungünstig, da das Ansiedeln der Story so sehr erschwert wird. Das hängt so in der Luft, der Einstieg kann sich mir als Leser erst im Nachgang erschließen. Beim ersten Lesen dachte ich anfangs, das wird eine Geschichte über Verkehrsampeln.

Sie hiess Frau Rüdisühli und knotete ihre weissen Haare zu einen Schneemann zusammen. Es fehlte nur noch die karottene Haarnadel.
Das Schneemann-Bild finde ich gelungen, die Karottennadel finde ich drüber, weil angestrengt noch einen draufgesetzt. So killt es das passende Haarebild.

«So lässt es sich leben. Eine Tussi links, eine Tussi rechts.»
Du schreibst "Willkommen in der Mittelstufe", also sind die so zwölf, siebte Klasse halt. Reden die da heute so mit zwölf, Tussi? Echt jetzt, so im Macker-Latein?

Sie hatten abwechslungsweise Gummibärchen, Marshmallows und Gurkenscheiben zu bunten Sticks aufgespiesst.
Das mit den Gurken dazwischen ist echt weird. :sick:

Leonies Mutter war Coiffeuse.
Wieder eine neue Vokabel gelernt, tse, ihr Schweizer ... Schön lebhaft beschrieben, die Frau Bünzli.

Ihr war, als wäre die Trockenhaube Frau Bünzlis Ideenmaschine, die sie sich über den Kopf gestülpt hatte und in der die wildesten Ausdenkungen erfunden wurden.
Klasse! Ausdenkungen, genial.

Frida sah Leonie an. Leonie sah Frida an. Beide kicherten. Frida nickte leicht. «Also, wenn er den Mund nicht aufmacht, ist er gar nicht so übel.» Sie errötete.
«Ach so, ach so.» Frau Bünzli kicherte auch leicht. «Ach so, ja. Der mag dich, der Rudolf.»
«Der mag mich?» Frida war entsetzt. «Warum ärgert er mich dann? Das ist nicht logisch.»
Frau Bünzli schmatzte. «Jungs sind nicht logisch.» Sie schloss die Augen. «Der Rudolf, der mag dich.»
Ich nehme das jetzt einfach so als Twist, ohne zu hinterfragen und dann funktioniert das gut. Doch eigentlich hätte Frau Bünzli vor ihrem Orakelspruch mit mehr Infos gefüttert werden müssen.

Frida stand auf, packte Leonies Hand und sie machten sich plusternd aus dem Staub.
Also bei plusternd gehe ich nicht mit, das kenne ich nur als aufplustern, wenn der Wind in etwas hineinfährt. Was ich stattdessen nehmen würde wäre prustend im Sinne von prustend vor Lachen, aber da gibt es wahrscheinlich eine schweizerische Erklärung hinter die Löffel?

«Nein, jetzt mal im Ernst. Du hast auch grosse Nasenlöcher, Glubschaugen und Ohren wie Satellitenschüsseln. Aber ich mach dich auch nicht pausenlos darauf aufmerksam. Von deinem grossen Mund gar nicht zu reden.» Frida ballte eine Faust. «Ja, klar. Ich erröte wegen jedem Pipifatz. Ich weiss auch nicht warum.» Frida machte eine kurze Pause. «Und wäre ich rothaarig, wäre ich zwischendurch glatzköpfig.»
Alle lachten wieder.
Frida wandte sich zu Rolf. «Hör einfach auf, Rudolf. Bitte. Ich mag das nicht.»
Gut gebrüllt, Löwin. Mir ist jedoch die Mutation vom hilflosen Häschen zur brüllenden Löwin nicht nachvollziehbar genug. Wo nimmt sie das auf einmal her?

Sorry, Rotköpfchen.
Ich habe so grosse Nasenlöcher, weil ich dich so gerne rieche.
Ich habe so grosse Glubschaugen, weil ich dich so gerne anschaue.
Ich habe Ohren wie Satellitenschüsseln, weil ich dir so gerne zuhöre.
Und ich habe einen so grossen Mund, damit ich dich vielleicht mal k….. kann.
uaagh, hoher Fremdschämfaktor, großer Macker ganz klein, aber was soll´s, so Jungs soll es geben. Ist ja auch irgendwie ganz süß.

Die Idee finde ich gut, schön pubertär dargestellt, aber auch etwas durcheinander. Der Text könnte im Mittelteil, wo es um die Veränderung geht, etwas mehr Konflikt und auch mehr Luft vertragen. Du beschreibst ja in aller Ausführlichkeit seine Hänseleien und dafür, dass das schon so lange und so tief geht, ist mir Fridas Reaktion zu rhetorisch und zu abgeklärt. Wo bleibt ihre Wut über die häufigen Bloßstellungen? Ich vermute mal, der Weg aus der Opferrolle, aus diesem Stillhalten, ist nicht so einfach und diese sehr überschwängliche Liebesgeschichte, die du andeutest, leistet speziell dieser Fragestellung einen Bärendienst. Aber vielleicht ist das auch alles so wirr in der Pubertät und es liegt an mir, kann mich nicht erinnern. :D

Peace, linktofink
 
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@Shey
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@linktofink

Danke für eure Kommentare. Das hilft echt weiter.
Ich möchte erst mal kurz auf ein paar allgemeine Dinge eingehen, bevor ich auf eure einzelnen Kommentare zurückkomme.

Die Einleitung habe ich angepasst. Nicht alles. Der erste Satz gefällt mir als Catcher. Der darf ruhig Fragezeichen hinterlassen. Denn Fragezeichen folgen ja irgendwann Antworten, das hält einen bei der Stange. Aber ihr hattet recht, der Rest war zu wirr und kompliziert. Ich habe versucht, das zu vereinfachen.

Ausserdem war da mehrfach die Sache mit der Mittelstufe. In der Schweiz beginnt die Mittelstufe mit der 4. Klasse der Primarschule. Also, die ersten neun Schuljahre setzen sich aus 3 Jahre Unterstufe, 3 Jahre Mittelstufe und 3 Jahre Oberstufe zusammen. Insofern sind Rolf, Frida und Leonie vielleicht 9 Jahre alt. Die Altersstufe 4-8 habe ich entsprechend gewählt, da Kinder gerne sich an den leicht älteren Kindern orientieren. Der eine oder andere mag einwenden, der Text sei zu intensiv für dieses Alter. Meine Erfahrung ist jedoch, dass die Gefahr der Unterforderung grösser ist als die der Überforderung. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gewieft die Kids in diesem Alter sind. Aber eben, der eine oder andere mag das anders sehen. (Vorsichtshalber habe ich auf 5-8 geändert :D). Aber ich weiss nicht, die Geschichte sehe ich absolut nicht für Zwölfjährige. Allerhöchstens bis Zehn.

Der Wandel von Frida von der Schüchternheit zur Direktheit hat auch bei einigen Fragen aufgeworfen. Ich habe versucht, das im Dialog mit Frau Bünzli ganz leicht anzupassen. Oft ist der Schritt zur Problemlösung klein: Nicht reden oder reden. Das weiss Frau Bünzli. Und gerade weil Frida Rolf ja "gar nicht so übel findet, wenn er nicht spricht", weiss Frau Bünzli, dass hier Mobbing keine Rolle spielt. Sie vermutet etwas anderes dahinter und sollte recht behalten. Und ihn Rudolf zu nennen, ist Frau Bünzlis kleine Starthilfe für Leonie - etwas, woran sie sich halten kann, wenn sie sich den Ruck gibt. Klar hat Frau Bünzli irgendwie das grosse Los gezogen, ihr habt schon recht. Aber verliebte Jungs verhalten sich manchmal total deppert. So einer ist Rolf. Dass das nicht an den Haaren herbeigezogen ist, weiss ich. Ich habe zwei Töchter und es ist noch nicht allzu lange her, da waren sie in diesem Alter und haben Ähnliches erlebt.

Das wollte ich einfach mal vorab loswerden. Bitte habt noch etwas Geduld mit mir. Ich melde mich raschmöglichst zu euren einzelnen Kommentaren.

Liebe Grüsse
snif
 
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Hallo @snif ,

ich finde es bei deiner Geschichte schwierig, sie aus Sicht von Kindern zu beurteilen.

Ich glaube nicht, dass die Gemeinheiten von Rolf Kinder zum Lachen bringen, zumindest nicht lange. Demnach wird m.E. das Hauptinteresse der jungen Leser/Zuhörer darin bestehen, dass der gemeine Rolf ordentlich was von Frida zurück bekommt.

Was Frida macht, finde ich als Erwachsener sehr gut, vor allem den Satz:
Frida sah zu Rolf. «Hör einfach auf, Rudolf. Bitte. Ich mag das nicht.»

Bezogen auf die Zielgruppe habe ich jedoch eher den Eindruck, dass die Geschichte besser ankommt, wenn Frida und Rolf sich eine Zeitlang abwechseln mit Kommentaren und gemeinen Späßen. Also Frida ihm immer mehr Kontra gibt. Bis beide hierbei nach und nach merken, dass sie sich eigentlich ganz gut finden. Dann könnte auch der Einschub mit Frau Bünzli entfallen, der ja doch etwas Platz beansprucht, du würdest hiermit also mehr beim Geschehen zwischen Frida und Rolf bleiben.

Pädagogisch finde ich deine Variante wertvoller, aber für Kinder nicht unbedingt unterhaltsam.

Sehr gut find ich übrigens den Titel der Geschichte, gute Idee!

Soweit also ein allgemein gehaltener Kommentar, viele Grüße und ein schönes Wochenende!

Rob
 
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Guten Morgen @snif, dann will ich mal schauen, was du so gedreht hast.
Rolf stand hinter Frida am Fussgängerstreifen. Er hielt die Luft an, steckte seine beiden Zeigefinger in seine Ohren und versuchte, einen roten Kopf zu bekommen.
gefällt mir viel besser. Viel gescheidiger und flüssiger zu lesen.
Und blond war sie auch noch.
Das kann ich leider immer noch nicht einordenen. Was ist denn an rot werden in Zusammenhang mit den blonen Haaren so schlimm?
Frida fragte sich manchmal, warum Leonie nicht in ihrer Nachbarschaft wohnte und Rolf am Ende der Stadt. Das wäre viel sinnvoller.
finde ich auch besser :-)
Die Lichterkette warf ein warmes Licht
müsste es nicht irgendwie hingeworfen werden?
Oder vielleicht so in die Richtung "Die Lichterkette verteilte ein warmes Licht in dem Raum" irgend wie so ?
«Was, hm!»
müsste da nicht ein Fragezeichen hin?

So, du hast gerade am Anfang ja einiges getan. Den Stil finde ich deutlich angenehmer. Die Sätze die mir beim ersten Mal aufgefallen sind, habe ich nicht wieder gefunden.
Die Sache zwischen Rolf und Frida ist mir persönlich immer noch ein bisschen wenig, aber da kann man ja auch nicht jedem gerecht werden.

liebe Grüße
Shey :-)
 
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Hallo snif,
immer, wenn ich dein Profilbildchen sehe, freu ich mich. Weil dann immer etwas Unerwartetes mit einem gewissen schrägen Humor kommt. Ach, ich hatte mich so auf eine Tiger Latz und Suppentopf-Geschichte gefreut. Aber da muss ich wohl bisschen betteln, damit Dr. Brändli uns mal wieder besuchen kommt.
Diese Geschichte hier ist aber auch schön und witzig und herzerwärmend. Ulkig, dass linktofink und du so ganz ähnliche Themen habt. Und ulkig auch, wie ganz unterschiedlich eure Protagonistinnen sind und wie unterschiedlich sie an ihr Problem rangehen. Hier die Geschichte gefällt mir sehr in ihrem lakonischen Witz. Ich bin mir sicher, dass Kinder das mögen und ich bin mir auch sicher vielen Erwachsenen, von dir stammt ja glaube ich, die kluge Empfehlung, dass Kindergeschichten den vorlesenden Erwachsenen auch gefallen müssen.
Also dann lege ich mal los.

«Hey, Rotköpfchen. Mach mal Ketchup!»
Den Einstieg fand ich schon immer gut. Ist zwar überhaupt nicht klar, was genau gemeint ist, aber das erklärt sich ja gleich von selbst. Und dass es eine fiese, kleine Bosheit ist, das weiß man.

Er hielt die Luft an, steckte seine beiden Zeigefinger in seine Ohren und versuchte, einen roten Kopf zu bekommen. Erfolglos.
Du hast das hier überarbeitet, ist auch schon besser geworden, ich finde es aber immer noch ein bisschen sperrig. Dieses Mal zum einen, weil Frieda ja nicht sehen kann, was er macht, wenn er hinter ihr steht und auch deshalb, weil du ja eigentlich näher bei Frida bist, wenn du schreibst, und nur sie weiß, dass der blöde Rolf sich grad Blut in den Kopf pumpt, aber es wirkt hier so, als wäre es aus seiner Sicht geschrieben. Es ist dadurch irgendwie immer noch ein wenig zu unklar.
Ich probier es mal zu veranschaulichen, was ich meine.
«Hey, Rotköpfchen. Mach mal Ketchup!»
Frida stand mit Rolf an der Fußgängerampel. Er deutete auf die Ampel, hielt die Luft an, blies die Backen auf und steckte beide Zeigefinger in die Ohren. Frida wusste genau, er versuchte, einen roten Kopf zu bekommen. So ein Idiot. Erfolglos.
Frida musste nicht Luft anhalten, um zu erröten. Sie wusste, dass es soeben passiert war und ihr Kopf leuchtete wie eine rote Ampel. Unaufhaltsam. Schon wieder. Sie hasste es. Und blond war sie auch noch.
[/QUOTE]

«Gut gemacht. Der VW hält. Wir können gehen», lachte Rolf.
Oh, die fiese Möpp

Frida fragte sich manchmal, warum Leonie nicht in ihrer Nachbarschaft wohnte und Rolf am Ende der Stadt. Das wäre viel sinnvoller.
Ich würde es umdrehen, damit es deutlicher wird: nicht Leonie

Schon am ersten Schultag der vierten Klasse begann der Albtraum.
Vielleicht brauchen die Kids ja keine zeitliche Verortung, aber ich als Leserin wünsch mir hier ein knappes PQP, damit ich weiß, dass das in der Vergangenheit liegt.

Sie hiess Frau Rüdisühli und knotete ihre weissen Haare zu einem Schneemann zusammen. Es fehlte nur noch die karottenrote Haarnadel.
Wunderbar. Ich liebe diese Frisur.

«So lässt es sich leben. Eine Tussi links, eine Tussi rechts.» Rolf zwängte sich dazwischen und legte seine Arme über ihre Schultern. «Ich bin der Rolf und heisse Goldmann. Und wer seid ihr beiden Hübschen?»
Na guck dir den kleinen Macker an. Aber solche Würtschels gibts.

«Ah, die grosse Frida. Aber so rot wie du bist, nenn ich dich Rotköpfchen. Und ich bin der böse Rolf.» Rolf lachte.
Willkommen in der Mittelstufe, dachte Frida.
Super.
Okay, ich kam natürlich auch kurz ins Straucheln weil in Deutschland mit der Mittelstufe was anderes gemeint ist, aber man kann es sich denken, wie es aufgebaut ist, und man kann das ja locker anpassen.

Sie hatten Fridas Zimmer leicht abgedunkelt. Die Lichterkette warf ein warmes Licht. Auf der Wand zappelten die Schatten ihrer Füsse hin und her.
schön

Frida pflückte ein grünes Gummibärchen. Sie hatten Gummibärchen, Marshmallows und Gurkenscheiben zu bunten Sticks aufgespiesst.
Pfui Deibel. Aber irgendwie auch schön schräg mit dem sehr individualistischen Geschmack.

Leonie zuckte mit den Schultern und nahm sich die Gurke.
Klasse

Zum Beispiel an der Bundesfeier am 1. August: «Hey, Rotköpfchen. Wenn du heute dein blondes Haar auf alle vier Seiten in Strähnen runterkämmst, siehst du für die Vögel aus wie ein hüpfendes Schweizer Kreuz.»
Fies, aber ich muss leider trotzdem lachen

Und heute war es beim Thema Moskau: «Ist der Platz dort wirklich rot? Wäre Fridas Kopf dort unsichtbar?»
Hier auch

Aber Rolf antwortete, das sei eine Frage gewesen, kein Kommentar. Und sie habe ja selbst gesagt, es gäbe keine dummen Fragen.
Was ihm eine Strafaufgabe einbrachte. Das machte Frau Rüdisühli immer, wenn sie nicht weiterwusste.
:D

«Ich nicht. Aber vielleicht Frau Bünzli.»
Cooler Name. Aber wahrscheinlich nicht außergewöhnlicher als Meier in Deutschland. Wurscht. Ist so wunderbar lautmalerisch.

Eine Haut wie schrumpliges Leder, aber Augen wie das türkisblaue Meer.
Wunderbarer Vergleich, merkt man gleich, dass Frau Bünzli schon viel gesehen hat und weise und lebensklug ist.

Frida lächelte. Sie mochte den knallgelben Mantel auch und freute sich jedes Mal auf Regen.
Da merkt man, dass Frida eine außergewöhnliche junge Dame ist.

«Du bist also die Frida, die Gute», lächelte Frau Bünzli, leckte sich die Unterlippe und drehte Däumchen. «Ich bin Frau Bünzli. Du kannst mich Frau Bünzli nennen.»
:)

Sie nickte nur. Ihr war, als wäre die Trockenhaube Frau Bünzlis Ideenmaschine, die sie sich über den Kopf gestülpt hatte und in der die wildesten Ausdenkungen erfunden wurden. Ihre Pupillen schienen vor Energie zu knistern.
Wunderbar

«Ja, ja. Ich weiss. Leonie hat mir schon erzählt. Der Rudolf, das ist einer. Der Rudolf. … Ist er hübsch?»
Frida sah Leonie an. Leonie sah Frida an. Beide kicherten. Frida nickte leicht. «Also, wenn er den Mund nicht aufmacht, ist er gar nicht so übel.» Sie errötete.
«Ach so, ach so.» Frau Bünzli kicherte auch leicht. «Ach so, ja. Der mag dich, der Rudolf.»
Ja, Frau Bünzli ist schon sehr schlau und weise. Die merkt, was da abgeht. Ich fand übrigens auch, dass die Neckereien und Fiesitäten von Rolf, also dass man es denen anmerkt, dass er nicht wirklich fies zu ihr sein will. Aber so wirklich begründen kann ich das nicht.

Frau Bünzli schmatzte. «Jungs sind nicht logisch.»
Da sagt sie was.

Sie gab sich den Ruck.
Okay, da hast du es ein bisschen drin, dass es sie eine Überwindung kostet. Ich würde es trotzdem noch ein bisschen ausschmücken, dass sie sich anstrengen muss und ihr zwischendrin der Mut abhanden kommt und dann schafft sie es doch wieder.

Frida machte eine kurze Pause. «Und wäre ich rothaarig, wäre ich zwischendurch glatzköpfig.»
Hmmm, scheiße, ich glaube, alle haben das verstanden, nur ich nicht.

Es war kurz still im Klassenraum. So still wie noch nie.
Leonie wischte eine kleine Träne weg.
gut

Ich mag das Ende gerne. So gerne wie die ganze Geschichte. Ist einfach sehr liebevoll und schmunzelig.
Novak
 
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So, ayayayay. Sorry für die Verspätung. Aber ich hatte gerade ... (hm, welche Ausrede hab ich) ... ich musste gerade Zeit totschlagen, die gerade nervig wie eine Schmeissfliege um mich herum surrte und kann mich der heiss ersehnten Ruhe zuwenden, um eure Kommentare zu beantworten. Also, hier ist mein Plan:

1. Jeden Kommentar beantworten. Bitte seid mir nicht böse, ich verzichte dabei auf Zucker. Einiges, was ihr schreibt, hilft mehr unmittelbar weiter, anderes (noch) nicht.
2. Ein Resümee ziehen.
3. Die Geschichte überarbeiten.

--

Fangen wir mit der lieben @Shey an, die schon doppelt kommentierte. Danke, shey. :)

Dann wollen wir jetzt also mal sehen, was du dir in deinem Kindskopf so ausgedacht hast.
Hehe. Gut gebrüllt. :D Schön, dass hier bei der Challenge so viele Kindsköpfe mitmachen.

Das mit den Pausbacken kriege ich noch hin, aber auf und ab pumpen mit angewinkelten Armen? Luft in seinen Körper, da kriege ich ein Bild von einem Hyperventilierenden Menschen der jeden Moment umfällt.
Du hattest absolut recht. Habe ich angepasst.

Manchmal wünschte Frida, Rolf wäre Leonie. Dann würde Rolf am anderen Ende der Stadt wohnen. Und Leonie hätte den gleichen Schulweg wie sie.
Hier war ich auch kurz durcheinander
Auch hier. Danke für das Feedback. Das war auch zu wirr.

War Mittelstufe ab Klasse 5? Es ist noch gar nicht sooo lange her, aber der Begriff ist bei uns nicht geläufig
Habe ich bereits beantwortet. Ich überlege mir, ob ich die Mittelstufe entferne.

für meinen Geschmack ist das "abwechselungsweise" überflüssig
Hast recht. Weg damit.

GURKEN? Das klingt ekelig :-) wer kommt denn auf so eine Idee? :lol:
Ich. Und meine Töchter. :D

Nur wie?» Leonie schnappte sich den weissen Marshmallow.
«Hast du eine Idee?», fragte Frida.
Naja offensichtlich nicht, sonst hätte sie ja nicht gesagt, aber wie. Klingt für mich irgendwie nicht authentisch.
Wieder ein guter Hinweis. Ist geändert.

Leonie offerierte Frida
Wir hatten es unter einen anderen Geschichte schonmal, das Fremdwörter für kinder vielleicht gar nicht so schlimm sind, wie man so denkt, weil sie dadurch neue Wörter lernen und nachfragen.
Aber ich mag das nicht. Ich finde das in Kindergeschichten für Kinder die sie vielleicht auch selbst lesen (und du schreibst ja 4-8) sowas nicht unbedingt reingehört, wenn man es auch anders formulieren kann.
Offerieren wird in der Schweiz oft gebraucht. In Deutschland kriegt man im Geschäftsleben ein "Angebot". In der Schweiz eine "Offerte". Wohl eine Folge der schweizerischen "Viersprachigkeit". Aber im Kinderbuch kann das weg. Raus damit.

Leonies Mutter war Coiffeuse.
s.O
Die Coiffeuse bleibt. Das Wort ist zu cool. Kids mögen coole Wörter.

Sie mochte den knallgelben Mantel auch und freute sich jedes Mal auf Regen.
das gefällt mir gut. Zeigt was von Fridas Persönlichkeit
Danke. Gefällt mir auch.

sass unter
ich glaube es heißt saß
Ich bin Schweizer. Euer ß ist für mich ein hässliches B oder ein stehender Bikini.

und in der die wildesten Ausdenkungen erfunden wurden.
okay, jetzt musste ich es nachschauen, die Begrüßung im Salon hatten dich schon ein wenig verraten :-) Ich finde die Nominalisierung von ausdenken irgendwie nicht glücklich. Ideen würde ich auch eher nicht gut heißen, weil man dann die Dopplung hat. Aber mal am Rande, sagt man das bei euch wirklich so ?
Das ist kein Schweizer Idiom. Manchmal macht es einfach Spass Wörter zu erfinden. Ausdenkungen finde ich in diesem Zusammenhang einfach witzig.

«Und wäre ich rothaarig, wäre ich zwischendurch glatzköpfig.»
das verstehe ich nicht.
Da bist du nicht alleine. Lasse ich vielleicht auch weg. Mal sehen.

Leonie wischte eine kleine Träne weg.
vor lachen oder weinen?
Egal. Leonie ist lieb. Die darf immer tränen.

«Dann könnten wir also mit dem Unterricht weiterfahren?»
"Dann können wir also mit dem Unterricht weitermachen?"
weitermachen ist besser. Klingt strenger. Ändere ich.

mahnte Frau Rüdisühli
fragt würde hier reichen.
Du kennst die Frau Rüdisühli nicht. Die hat einen Schneemann auf dem Kopf. Mit der ist nicht zu spassen. Das bleibt.

Nach einem kurzen Moment machte auch sie sich auf den Nachhauseweg.
Zu Hause angekommen, legte sie sich aufs Bett. Den Zettel hatte sie noch immer in der Hand. Sie öffnete ihn. Darauf stand:
sie liest den Zettel erst zu Hause ? Respekt, dazu wäre ich viel zu neugierig.
Ne. Frida ist zu stolz. Den Zettel sofort zu lesen, wäre zu gefährlich. Rolf könnte ja hinter dem Gebüsch zusehen. Er soll nicht wissen, dass sie neugierig ist. Der soll zappeln.

Also irgendwie hinkt die ganze Geschichte vorne und hinten und in der mitter leider auch ein wenig. Ich wünsche mir mehr Mut (egal ob von Frida oder von Leonie) und ich will mehr Rachepläne ich will mehr streit zwischen Rudolf und Frida, das ist doch nicht mit eineml lass das sagen getan sowas ? Wie steht er denn vor den anderen Jungs jetzt da?
Mir gefällt an der Geschichte, dass weder Rolf noch Frida so sind, wie man sie zu Beginn einschätzt. Frida ist mutiger als gedacht und Rolf ist sensibler als vermutet. Das gehört für mich zur Geschichte. Daran ändere ich nichts. Tut mir leid, dass die Geschichte für dich hinkt, aber ich lese sie immer wieder und sie rührt mich. Das mag ich. (Ich weiss, es ist schräg, wenn man sowas über seine eigene Geschichte schreibt. Aber es ist so.)

Das mit der Decke am Schluss nehm ich ihr aber wieder ab, das ist so eine klassische Mädchenreaktion :-)
Den Schluss mag ich auch sehr. Danke.

... (zweiter Kommentar)

Rolf stand hinter Frida am Fussgängerstreifen. Er hielt die Luft an, steckte seine beiden Zeigefinger in seine Ohren und versuchte, einen roten Kopf zu bekommen.
gefällt mir viel besser. Viel gescheidiger und flüssiger zu lesen.
Danke. Vielleicht geht das sogar noch mehr.

Und blond war sie auch noch.
Das kann ich leider immer noch nicht einordenen. Was ist denn an rot werden in Zusammenhang mit den blonen Haaren so schlimm?
Meine Girls neigen manchmal zur Überreaktion. Frida auch. Das lasse ich.

Die Lichterkette warf ein warmes Licht
müsste es nicht irgendwie hingeworfen werden?
Ich liebe den Ausdruck "wenn Lichter Schatten werfen". Das bleibt.

«Was, hm!»
müsste da nicht ein Fragezeichen hin?
Ich hatte hier eine andere Betonung im Sinn. Nicht fragend, sondern mehr kommentierend.

So, du hast gerade am Anfang ja einiges getan. Den Stil finde ich deutlich angenehmer. Die Sätze die mir beim ersten Mal aufgefallen sind, habe ich nicht wieder gefunden.
Die Sache zwischen Rolf und Frida ist mir persönlich immer noch ein bisschen wenig, aber da kann man ja auch nicht jedem gerecht werden.
Danke ... und über die Kritik, denke ich noch ein bisschen nach.

Danke, Shey. Für deinen Erstkommentar und die vielen wertvollen Rückmeldungen.

Liebe Grüsse
snif

-------

Moin @svg , oder Grüezi wie wir hier sagen. :-)

Das wichtigste zu erst, von mir bekommst du ein fettes :thumbsup:,
Ooooh. Danke. Dass es von vom Vater der tätowierten Brieftaube kommt, freut mich noch mehr.

Sie hiess Frau Rüdisühli und knotete ihre weissen Haare zu einen einem Schneemann zusammen. Es fehlte nur noch die karottene karottenrote Haarnadel.
Ein Flüchtigkeitsfehler und ein Vorschlag, ich zumindest habe das Wort karottene noch nie gehört, aber das kann auch regional bedingt sien. Übrigens schöner Name: Rüdisühli.
Hm. Ich habe deine Version übernommen. Aber etwas wehmütig. Ich mag erfundene Wörter, auch das Wort karotten als Adjektiv. Das klingt irgendwie so wie vergammeltes Gemüse im haarigen Schneemann. So toll verrückt. Aber ich glaube auch, dass ich es manchmal mit diesen Wörtern übertreibe. Und karottenrote ist auch ein tolles Wort.

Ach ja, weiterwissen in einem Wort
Danke. Gebucht.

Leonie offerierte Frida den Marshmallow. Aber sie schüttelte den Kopf.
Ist der Begriff in der Schweiz üblich? Für mich klingt das sehr förmlich. Würde mich hier für anbieten aussprechen
sh. Kommentar bei Shey oben

Eine Haut wie schrumpliges Leder, aber Augen wie das türkisblaue Meer.
Sehr schön...
Hach. Ich mag das auch. Ich kenn so eine ältere Dame ...

«Du bist also die Frida, die Gute», lächelte Frau Bünzli, leckte sich die Unterlippe und drehte Däumchen. «Ich bin Frau Bünzli. Du kannst mich Frau Bünzli nennen.»
Okay, hier passiert was merkwürdiges bei mir: Ich mag deine Art zu scheiben total, ich mag den Humor, ich mag sogar diesen Witz, weil er eigentlich echt komisch ist. Aber in diesem Zusammenhang mag ich ihn nicht, weil er irgendwie Frau Bünzli nicht gerecht wird. Er nimmt ihr ein bisschen den Zauber, selbst, wenn Sie es offensichtlich als Witz gemeint hat. Rolf, der könnte sowas sagen. Bei Frau Bünzli stört es mich. Aber das ist Geschmackssache. Ich glaube meiner Vorkommentatorin gefiel die Stelle gut.
Hier bringst du mich echt ins Schwitzen, lieber svg. Eigentlich mag ich diesen Spruch von Frau Bünzli, vielleicht gerade weil er so gar nicht zu ihr passt. Das macht sie irgendwie von Beginn weg geheimnisvoll. Teilweise haben das andere positiv kommentiert. Aber mir scheint, du hast ein Gespür für den Humor, den ich so liebe und deshalb verwirrt es mich furchtbar, dass du das Frau Bünzli nicht zutraust. Klar, der Rolf könnte auch sowas rauslassen. Ja. Aber du hast geschrieben, dass es Frau Bünzli den Zauber nimmt, und das will ich auf keinen Fall. Ich hatte es schon raus ... und dann wieder rein ... ich weiss es einfach nicht. Vielleicht ist es auch etwas, was Frau Bünzli und Rolf verbindet. Deswegen verurteilt sie ihn nicht zum Vornherein. Ich lass das drin, um vielleicht noch weitere Reaktionen dazu zu hören.

Ihr war, als wäre die Trockenhaube Frau Bünzlis Ideenmaschine, die sie sich über den Kopf gestülpt hatte und in der die wildesten Ausdenkungen erfunden wurden. Ihre Pupillen schienen vor Energie zu knistern.
Das hier ist zum Beispiel so eine Stelle, die echt richtig, richtig gut ist.
Das war das Bild, dass ich von Frau Bünzli vor dem Schreiben im Kopf hatte. Falls ich die Geschichte mal bebildern möchte, muss ich unbedingt versuchen, das zu illustrieren.

Am Anfang brauchte ich ein bisschen um reinzukommen, denn du startest schon sehr komplex in eine Situation, aber das hat sich schnell gegeben. Und als ich drin war, hattest du mich.
Der Anfang war zu komplex. Ich hoffe, das liest sich jetzt einfacher.

Ich sehe den Diskussionspunkt, der auf dich zukommen wird: Ist das eine Kindergeschichte oder eher was für Jugendliche? Aber in meinen Augen lässt sich das schnell beantworten, ich glaube die Zielgruppe 10 bis 12 erreichst du damit gut (und mittendrin ist meine Tochter mit 11 Jahren und die ist zu 80 Prozent am Tag noch Kind, interessiert sich aber durchaus auch schon für Verliebtsein und so...).
Aber den Kampf wirst du hier führen müssen, mich hast du allerdings als Fürsprecher ;)
Das Wort Mittelstufe muss raus. Das verwirrt zu sehr. Du hattest dadurch gleich 10-12 jährige im Sinn. Ich eigentlich 8-9 jährige. Schön wenn du das Gefühl hast, die Geschichte passt auch für ältere Kinder, das wäre toll. Aber sie sollte trotzdem 5-8 jährige nicht überfordern. Mal sehen, wohin mich das Feedback führt.

Dein Kommentar hat mir gut getan, svg. Klar hört man gerne Lob, ja. Aber das alleine war es nicht. Es war mir, als empfindest du die Geschichte mit. Und wenn das zurückkommt, ist das schon toll. Danke.

Liebe Grüsse
snif

-----

Liebe @RinaWu

zu allererst - mir gefällt deine Geschichte.

Ich habe aber zwei ABERS :)
Danke, dass du dazwischen einen Absatz gesetzt hast und dem Lob nicht gleich direkt ein Aber anhängst. Sonst hätte ich das Lob nicht ernst nehmen können. :lol:

Der Anfang ist super verwirrend! Ich glaube, da haust du viele Kinder sofort raus
Auch du schriebst das. Richtig so. Ich hoffe, es ist jetzt besser.

denn da wollte ich tatsächlich aufhören zu lesen.
Boah. Das war der Hieb, den ich brauchte. Aua.

Zweites, kleineres ABER: Die Geschichte ist für 4-8 Jährige? Ich würde das weiter oben, 8-10, ansiedeln. Ich glaube, von der Welt von 4-6 Jährigen ist das zu weit entfernt ...
Nenenenenene. Schön, wenn es für 8-10 Jährige immer noch funktioniert, aber ich bin überzeugt, dass Jüngere damit zurechtkommen. Wie schon geschrieben, 5-8 akzeptiere ich. Viele Kinderbücher in diesem Lesealter sind meines Erachtens für Kinder leicht zu langweilig. Aber ich weiss, dass nicht jeder diese Meinung teilt.

Frida spricht mit Frau Bünzli. An sich eine sehr nette Idee, Frau Bünzli find ich cool, und auch, dass die Kleinen Rat bei einer älteren Dame suchen, das ist schön. Aber da kommt ja kein Rat. Da kommt nur die Enthüllung: Wenn ein Junge dich ärgert, mag er dich.
Och, nein. Die Frau Bünzli fragt erst, ob der Junge hübsch ist. Die weiss, warum sie das fragt. Sie achtet genau auf Fridas Reaktion. Nenene, die hat es mit wenigen Worten drauf, die Frau Bünzli. Aber ich habe die Stelle noch ein wenig angepasst, damit der winzige Rat nicht nur angedeutet wird. Vielleicht hilft das. Andererseits behalte ich diesen Aspekt von dir im Auge, denn anderen erging es ebenso wie dir.

aber ich hab mich damals nicht getraut, vor versammelter Mannschaft sowas rauszuhauen - aus dem Nichts. Hier fehlt mir irgendwie eine kurze Erklärung, bzw. eben Entwicklung hin zu dieser Stärke. Das muss gar nicht ausufernd sein oder so, aber erst ist sie völlig ratlos, wütend, wehrt sich nie - und dann auf einmal haut sie sowas raus und auch noch vor der ganzen Klasse. Das ist nicht ganz rund, finde ich.
Meiner Meinung nach brauchen Kinder nicht immer eine Erklärung, sondern manchmal einfach nur Mut. Eine Ermutigung. Mach doch mal. Red doch mal. Hau's einfach raus. Sag's. Oft werden Probleme durch nichts anderes gelöst, als dadurch, dass sie angesprochen werden. Vielleicht soll diese Geschichte einfach - ohne Erklärung - einfach nur ein bisschen Mut machen. - Aber auch hier, wie gesagt, diesen Einwand höre bei verschiedenen Kommentatoren raus. Ich wehre mich noch dagegen, aber es ist noch nicht abgelegt.

Hach ja, damals ... Als die Jungs noch Zettelchen schrieben :D
Schön, dass du das schreibst. Ich habe gehofft, dass jemand sich mit einem Seufzen an die Zettelchenzeit zurückerinnert. Elektronische Nachrichten können das nicht kompensieren ...

Danke, RinaWu ... und ...

denn ich bin selbst rotblond und sommersprossig und schnell rot-werdend
Das sag ich nur: Cool. Hat nicht jeder, sowas. :)

Liebe Grüsse
snif
 
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Hej @snif, gleich nach dem ersten Absatz erinnerte ich mich daran, dass es ja bloß eine Kurzgeschichte ist und kein Roman und so las ich, wie ich Pralinen esse: auf der Zunge zergehen lassen. Deine Protagonisten waren vom ersten Augenblick präsent und deutlich. Ich glaube mittlerweile, ich lese immer noch wie ein Kind. Ich mag wie du schreibst. Direkt und ohne Schnörkel. Das Thema ist ja so alt wie die Fridas dieser Welt und immer wieder bahnt sich auf diesem/deinen Weg die erste zarte Liebe an. Ich liebe es. :herz:

Leonie und sie hielten ihre private Pyjamaparty ab und lagen in ihren kuscheligen, geblümten Fleeceanzügen auf der Bettdecke.

Ich mag Alliterationen, aber Pyjamapartys sollten vorzugsweise privat sein und es scheint mir unnötig, das zu betonen.

Das machte Frau Rüdisühli immer, wenn sie nicht weiterwusste.

Auch Frau Schönebein aus’m hohen Norden macht das. Auch hier kennt sich jeder Schüler dieser Welt aus. Das hilft über diesen Namen nicht nachzudenken, tönt er doch ungewöhnlich in meinen Ohren.

«Das war meins, du gemeines Biest, du.» Sie schnappte sich ein Kissen und warf nach Frida.

An dieser Stelle hätte ich mir wiederum etwas weniger Gewöhnliches gewünscht. Neun von zehn Pyjamapartys enden auf diese Weise. :Pfeif:

«Ich bin Frau Bünzli. Du kannst mich Frau Bünzli nennen.»

Das ist witzig. James Bond hatte das mal ähnlich erwidert, als sich jemand mit seinem originalen und dann mit dem Namen vorstellte, den seine Freunde nutzen würde. Bond sagte: Meine Freunde nennen mich James Bond. - Sorry. Es erinnerte mich eben spontan daran.

Ihr war, als wäre die Trockenhaube Frau Bünzlis Ideenmaschine, die sie sich über den Kopf gestülpt hatte und in der die wildesten Ausdenkungen erfunden wurden.

In einer längeren Fassung als hier, wäre ich jetzt total neugierig, welche phantasievollen Ideen Frida noch so auspacken würde. :kuss:

Von deinem grossen Mund gar nicht zu reden.»

Hier meinst sie also schön die Größe? Na ja, würde ja auch zu allem anderen passen.

Sehr gut gefällt mir, dass Frida in die große Offensive geht und nicht nur offen zu Rolf spricht, sondern die ganz große Bühne in der Klasse nutzt, dass du den Bezug zum märchenhaften Titel und Rolfs Vorstellung durch die Geschichte ziehst und sogar Rolf diesen entzückenden Brief schreiben lässt. Ich halte eben meine Emotionen im Zaum, wenn ich ’sehr gut’ schreibe. :shy:

Ein Leseeindruck und herzlichen Dank für diese Begegnung. Kanji
 
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Hey @HerrLehrer

So danke für deine Geduld. Ich lege auch gleich los:

Selbst für einen Erwachsenen zu metaphorisch. Musste es zweimal lesen, bis ich merkte, was mit Rot und Ampel gemeint war.
Auch du schreibst das. Stimmt. Ich habe es angepasst.

Mittelstufe: In Deutschland ab der 7. Klasse, das heißt die Kinder sind 12/ 13. Unabhängig davon, finde ich 4 Jahre zu tief angesetzt. Dafür ist Rolfs Jargon auch zu 'asi'.
Mittelstufe in der Schweiz ist 4.-6. Primarschule. Ich bin immer wieder erstaunt, wie 'asi' der Jargon von 5-6 Jährigen sein kann.

Finde ich auch zu abwertend für eine Kindergeschichte. Rolf kommt hier nicht als Lausbub rüber, sondern als Idiot.
Rolf ist kein Lausbub. Auch kein Idiot. Er ist etwas dazwischen, wie wir alle. Klar, er übertreibt es masslos. Aber das Wort Tussi zu gebrauchen, macht ihn nicht zum Idioten. Ich bin manchmal sehr erstaunt, welche "Asi-Kosenamen" sich Schüler geben und es dabei gar nicht böse meinen. Finde ich das gut? Nein. Aber so ist es. Und "Tussi" ist meiner Meinung nach noch harmlos, um das zu thematisieren.

Tja, so richtig meins ist die Geschichte nicht. Nicht alle Jungs, die Mädchen mobben, sind verliebt in das jeweilge Mädchen. Insofern finde ich, dass du es dir zu einfach machst.
Faru Bünzli soll als die weise, alte Dame rüberkommen, aber auf mich wirkt sie plump und ahnungslos.
Das tut natürlich weh. Aber die beiden Schlüsse, die du hier ziehst, kann ich nicht nachvollziehen. Entweder sind die Zwischentöne in der Geschichte meinerseits zu leise ausgefallen oder du hast nicht genau hingehört. Das hoffe ich im Verlaufe der weiteren Kommentare herauszufinden.

Wenig nachvollziehbar finde ich auch, dass Frida nach dieser Begegnung plötzlich krass selbstbewußt ist. Diese Entwicklung geht mir zu schnell.
Das kann ich nachvollziehen. Danke dafür. Es keimt gerade eine Idee, wie ich das verbessern könnte.

Es tut mir leid, für mich funktioniert die Geschichte nicht.
Danke für deine Offenheit. Hm. Ich weiss gar nicht, was ich von deinem Kommentar halten soll. Du findest nichts Positives daran. Das ist okay, das akzeptiere ich. Ich bin auch dankbar, dass du mir das klar und deutlich schreibst. Aber ich selber mag die Geschichte sehr und ich sehe momentan wenig Möglichkeit, den Text so anzupassen, dass sie dir gefallen könnte. Daher scheint mir eher, dass ich damit leben muss, dass wir das einfach zu unterschiedlich wahrnehmen.

Nochmals danke und liebe Grüsse
snif
 
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Hey @linktofink

Danke auch dir fürs Warten.

«Hey, Rotköpfchen. Mach mal Ketchup!»
Finde ich als Einstieg ungünstig, da das Ansiedeln der Story so sehr erschwert wird. Das hängt so in der Luft, der Einstieg kann sich mir als Leser erst im Nachgang erschließen. Beim ersten Lesen dachte ich anfangs, das wird eine Geschichte über Verkehrsampeln.
Den Aufhänger mag ich. Ich finde das ganz okay, wenn sich etwas erst im Nachgang erschliesst. Aber den ersten Absatz habe ich etwas angepasst und hoffe, es wird klar, dass es nicht um Verkehrsampeln geht. :)

«So lässt es sich leben. Eine Tussi links, eine Tussi rechts.»
Du schreibst "Willkommen in der Mittelstufe", also sind die so zwölf, siebte Klasse halt. Reden die da heute so mit zwölf, Tussi? Echt jetzt, so im Macker-Latein?
Das alte Mittelstufen-Problem. Ich hau das bei der Überarbeitung raus.

Das mit den Gurken dazwischen ist echt weird. :sick:
Meine Töchter machen so Zeugs. Weird, aber auf die niedliche Art.

Leonies Mutter war Coiffeuse.
Wieder eine neue Vokabel gelernt, tse, ihr Schweizer
:D Ist doch ein schönes Wort

Doch eigentlich hätte Frau Bünzli vor ihrem Orakelspruch mit mehr Infos gefüttert werden müssen.
Leonie war schon bei ihr bevor Frida kam. Die hat Frau Bünzli bestimmt schon gefüttert.

Frida stand auf, packte Leonies Hand und sie machten sich plusternd aus dem Staub.
Also bei plusternd gehe ich nicht mit, das kenne ich nur als aufplustern, wenn der Wind in etwas hineinfährt. Was ich stattdessen nehmen würde wäre prustend im Sinne von prustend vor Lachen, aber da gibt es wahrscheinlich eine schweizerische Erklärung hinter die Löffel?
Nein. Keine schweizerische Erklärung. Einfach nur ein Missgriff von mir. Du hast natürlich komplett recht. Korrigiert.

Gut gebrüllt, Löwin. Mir ist jedoch die Mutation vom hilflosen Häschen zur brüllenden Löwin nicht nachvollziehbar genug. Wo nimmt sie das auf einmal her?
Auch du schreibst das. Ich werde das noch überarbeiten.

uaagh, hoher Fremdschämfaktor, großer Macker ganz klein, aber was soll´s, so Jungs soll es geben. Ist ja auch irgendwie ganz süß.
Ich finde eher: grosser Macker ganz gross. Es gibt so Jungs und ich finde die cool. Kein Grund zum Fremdschämen.

Der Text könnte im Mittelteil, wo es um die Veränderung geht, etwas mehr Konflikt und auch mehr Luft vertragen. Du beschreibst ja in aller Ausführlichkeit seine Hänseleien und dafür, dass das schon so lange und so tief geht, ist mir Fridas Reaktion zu rhetorisch und zu abgeklärt. Wo bleibt ihre Wut über die häufigen Bloßstellungen? Ich vermute mal, der Weg aus der Opferrolle, aus diesem Stillhalten, ist nicht so einfach und diese sehr überschwängliche Liebesgeschichte, die du andeutest, leistet speziell dieser Fragestellung einen Bärendienst. Aber vielleicht ist das auch alles so wirr in der Pubertät und es liegt an mir, kann mich nicht erinnern. :D
Hm. Auch hier wieder das ähnliche Feedback. Danke für diese Hinweise. Die helfen echt weiter. Ich mache mir Gedanken darüber und versuche, das in die Überarbeitung einfliessen zu lassen.

Danke für dein Auseinandersetzen mit der Geschichte, linktofink. Und liebe Grüsse
snif
 
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Hey @snif,

eine so ganz andere Geschichte als die Doktor Brändli Serie. Spannend. Und ja, auch sehr hübsch. Ich mochte sie sehr. Bis auf ... ja ja, und wie ich sehe verteidigst Du deine Alterseinschätzung bis auf äußerste und ich folge deinen Argumenten auch mit Kopfnicken, aber - mein fünfjähriger Enkel hat mit Mädchen so gar nichts am Hut, das ist kein Thema, das ihn irgendwie interessiert, den fange ich mit der Geschichte nicht ein, der haut mir ab und will Verstecken spielen. Einem Mädchen ab 9 würde ich die Geschichte dagegen sehr, sehr gern vorlesen. Das habe ich aber leider nicht zur Hand.

Die Altersstufe 4-8 habe ich entsprechend gewählt, da Kinder gerne sich an den leicht älteren Kindern orientieren. Der eine oder andere mag einwenden, der Text sei zu intensiv für dieses Alter. Meine Erfahrung ist jedoch, dass die Gefahr der Unterforderung grösser ist als die der Überforderung. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gewieft die Kids in diesem Alter sind. Aber eben, der eine oder andere mag das anders sehen. (Vorsichtshalber habe ich auf 5-8 geändert :D). Aber ich weiss nicht, die Geschichte sehe ich absolut nicht für Zwölfjährige. Allerhöchstens bis Zehn.

Ja, sie orientieren sich an älteren Kindern, aber nur, wenn es auch um Dinge geht, zu denen sie auch einen Bezug haben: Abenteuer, Pferde, Geister, Scheidung, Streiche - also so universelle Themen. Liebe - das fängt ja gerade mal in dem Alter an, in dem deine Prots. sich befinden.
Dagegen gibt es ja auch Bücher - Zähneputzen, Kindergarten oder Schulanfang etc., die richten sich genau an die Kinder in dem jeweiligen Alter, nicht jünger und nicht älter.
Generell bin ich aber total bei Dir. Unterforderung durch Unterschätzung ist für mich auch ein Hauptproblem in der Branche. Ich finde den mehrfach geäußerten Vorschlag von 8-10 sehr realistisch. Und ich glaube, da fängst Du auch eine ganze Menge mit ein.

Textzeug:
Den Anfang haben auch schon einige angemerkt und Du hast wohl schon nachgearbeitet, aber ich habe mich auch schwer getan. Immer noch.
Mach mal Ketchup! - Wer sagt das? Wird nicht unbedingt klar, weil Rolf dann hinter Frida steht. Und dann auch noch Leonie mit ins Feld zu werfen, wer ist das, was hat die nun damit zu tun - Komm schon - der Anfang klärt wer, wann, wo - bestenfalls, ich bei Dir so: Hä? Hä? Hä?

Rolf stand hinter Frida am Fussgängerstreifen. «Hey, Rotköpfchen. Mach mal Ketchup!»
Sofort leuchtete Fridas Kopf wie eine rote Ampel. Sie hasste es. Und blond war sie auch noch.
«Gut gemacht. Der VW hält. Wir können gehen», lachte Rolf.


Wird Dir ein zu mächtiger Einschnitt sein, aber so könnte ich folgen. Und die Kids sicher auch.

Sie hiess Frau Rüdisühli und knotete ihre weissen Haare zu einem Schneemann zusammen. Es fehlte nur noch die karottenrote Haarnadel.
Nice!

«So lässt es sich leben. Eine Tussi links, eine Tussi rechts.» Rolf zwängte sich dazwischen und legte seine Arme über ihre Schultern. «Ich bin der Rolf und heisse Goldmann. Und wer seid ihr beiden Hübschen?»
Der ist schon bisschen frühreif, oder? So einen Spruch hätte ich irgendwo in der Pubertät verortet.

Sie hatten Gummibärchen, Marshmallows und Gurkenscheiben zu bunten Sticks aufgespiesst.
Boah! Aber ja, so kocht man in diesem Alter :D

Was ihm eine Strafaufgabe einbrachte. Das machte Frau Rüdisühli immer, wenn sie nicht weiterwusste.
Ja, so sind se :)

«Ich nicht. Aber vielleicht Frau Bünzli.»
«Wer ist Frau Bünzli?»
«Eine Kundin von Mom. Die kommt morgen ins Geschäft. Die ist cool.»
Ich habe mich sehr auf Frau Bünzli gefreut, aber dann war die gar nicht so cool. Die war sehr erwachsen einfach nur. Na gut, dass schließt sich nicht aus, aber hier hatte ich andere Erwartungen irgendwie.

Ihr war, als wäre die Trockenhaube Frau Bünzlis Ideenmaschine, die sie sich über den Kopf gestülpt hatte und in der die wildesten Ausdenkungen erfunden wurden. Ihre Pupillen schienen vor Energie zu knistern.
Top! Und meine Erwartungen stiegen ...

«Ach so, ach so.» Frau Bünzli kicherte auch leicht. «Ach so, ja. Der mag dich, der Rudolf.»
«Der mag mich?» Frida war entsetzt. «Warum ärgert er mich dann? Das ist nicht logisch.»
Frau Bünzli schmatzte. «Jungs sind nicht logisch.»
Ja, dass ist natürlich alles sehr richtig und weise, aber ich hatte halt was anderes erwartet. Was abgefahrenes. Vielleicht aber auch nur, weil ich vom snif-Nick vorbelastet war. Grundsätzlich geht das natürlich in Ordnung.

Ja, woher Frieda auf einmal die Schupse nimmt, den Rolf vor der Klasse so abzukanzeln, ist schon ein bisschen spucky auch. Aber schön, dass sie sie am Ende aufbringt. Ich würde nur noch ein bisschen inneres Ringen irgendwo unterbringen oder ein Platzen - so ein, zwei Sätzlein?

Sorry, Rotköpfchen.
Ich habe so grosse Nasenlöcher, weil ich dich so gerne rieche.
Ich habe so grosse Glubschaugen, weil ich dich so gerne anschaue.
Ich habe Ohren wie Satellitenschüsseln, weil ich dir so gerne zuhöre.
Und ich habe einen so grossen Mund, damit ich dich vielleicht mal k….. kann.

Der Bezug ist niedlich. Und klar wollen Mädchen gern so Zettel bekommen. Aber wenn da schon gleich was vom k... drin steht, hät ich auch bammel gehabt. Mit einem Jungen gehen - ja - aber das hieß ja meist nix, nur, dass derjenige dann eben der Freund war, bis man sich wieder trennte. Ach, was waren dat für Zeiten :D

Ich habe das gern gelesen. Auch mal eine ganz andere Seite von Dir. Steht Dir aber gut.

Schön, dass Du die Zeit gefunden und mitgeschrieben hast!
Beste Grüße, Fliege
 
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Hey @Novak

immer, wenn ich dein Profilbildchen sehe, freu ich mich. Weil dann immer etwas Unerwartetes mit einem gewissen schrägen Humor kommt. Ach, ich hatte mich so auf eine Tiger Latz und Suppentopf-Geschichte gefreut.
Sorry. Hole ich irgendwann mal nach. Ich freue mich auch jedes Mal über einen Kommentar von dir. Ich finde diese immer sehr lehrreich.

Frida fragte sich manchmal, warum Leonie nicht in ihrer Nachbarschaft wohnte und Rolf am Ende der Stadt. Das wäre viel sinnvoller.
Ich würde es umdrehen, damit es deutlicher wird: nicht Leonie
Habe das umgestellt.

Schon am ersten Schultag der vierten Klasse begann der Albtraum.
Vielleicht brauchen die Kids ja keine zeitliche Verortung, aber ich als Leserin wünsch mir hier ein knappes PQP, damit ich weiß, dass das in der Vergangenheit liegt.
PQP im ersten Satz eingefügt. Muss der ganze Absatz im PQP sein?

Okay, ich kam natürlich auch kurz ins Straucheln weil in Deutschland mit der Mittelstufe was anderes gemeint ist, aber man kann es sich denken, wie es aufgebaut ist, und man kann das ja locker anpassen.
Aus Mittelstufe wurde vierte Klasse. Hoffentlich habe ich damit die Verwirrung beseitigt.

Ja, Frau Bünzli ist schon sehr schlau und weise. Die merkt, was da abgeht. Ich fand übrigens auch, dass die Neckereien und Fiesitäten von Rolf, also dass man es denen anmerkt, dass er nicht wirklich fies zu ihr sein will. Aber so wirklich begründen kann ich das nicht.
Danke, dass du das schreibst. Mir ging es beim Schreiben ebenso.

Okay, da hast du es ein bisschen drin, dass es sie eine Überwindung kostet. Ich würde es trotzdem noch ein bisschen ausschmücken, dass sie sich anstrengen muss und ihr zwischendrin der Mut abhanden kommt und dann schafft sie es doch wieder.
Auch das habe ich überarbeitet. Diesen Hinweis habe ich mehrfach erhalten. Ich habe mal ganz minimal daran geschraubt. Besser?

Frida machte eine kurze Pause. «Und wäre ich rothaarig, wäre ich zwischendurch glatzköpfig.»
Hmmm, scheiße, ich glaube, alle haben das verstanden, nur ich nicht.
Okay. Empfinde ich inzwischen auch ein bisschen als zu durchgekaut. Ist weg.

So gerne wie die ganze Geschichte. Ist einfach sehr liebevoll und schmunzelig.
Danke, Novak. Dafür kriegst du vielleicht ne Doktor Brändli. :D

snif

---

Hey @Kanji

und so las ich, wie ich Pralinen esse: auf der Zunge zergehen lassen. Deine Protagonisten waren vom ersten Augenblick präsent und deutlich. ... Ich mag wie du schreibst. Direkt und ohne Schnörkel. Das Thema ist ja so alt wie die Fridas dieser Welt und immer wieder bahnt sich auf diesem/deinen Weg die erste zarte Liebe an. Ich liebe es. :herz:
Oh. Wow. Danke. Dafür kriegst du virtuelle Schweizer Pralinen von Lindt und Sprüngli. *überreich :)

Ich mag Alliterationen, aber Pyjamapartys sollten vorzugsweise privat sein und es scheint mir unnötig, das zu betonen.
Hast völlig recht. Ist weg.

«Das war meins, du gemeines Biest, du.» Sie schnappte sich ein Kissen und warf nach Frida.
An dieser Stelle hätte ich mir wiederum etwas weniger Gewöhnliches gewünscht. Neun von zehn Pyjamapartys enden auf diese Weise. :Pfeif:
Super Hinweis. Auch das habe ich angepasst.

Sehr gut gefällt mir, dass Frida in die große Offensive geht und nicht nur offen zu Rolf spricht, sondern die ganz große Bühne in der Klasse nutzt, dass du den Bezug zum märchenhaften Titel und Rolfs Vorstellung durch die Geschichte ziehst und sogar Rolf diesen entzückenden Brief schreiben lässt. Ich halte eben meine Emotionen im Zaum, wenn ich ’sehr gut’ schreibe. :shy:
Danke, Kanji. Manches sähe anders aus, wenn man die Bühne, die sich einem gerade eröffnet, gleich nutzen würde. Mir geht das oft so, dass es schwieriger wird, wenn der Moment vorbei ist. Frida macht das besser. Nicht immer aber wird das mit einem entzückenden Briefchen belohnt.

Danke für dein Feedback zur Geschichte. :)

lg
snif
 
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Hey @Fliege

Erst wollte ich eine Doktor Brändli Geschichte hier einstellen, ja. Aber ich hatte gerade das Bilderbuch "The Stinky Cheese Man and Other Fairly Stupid Tales" vor kurzem in den Händen und Lust auf die Verarbeitung eines Märchens bekommen.

... ja ja, und wie ich sehe verteidigst Du deine Alterseinschätzung bis auf äußerste ... aber - mein fünfjähriger Enkel hat mit Mädchen so gar nichts am Hut, das ist kein Thema, das ihn irgendwie interessiert, den fange ich mit der Geschichte nicht ein, der haut mir ab und will Verstecken spielen.
Ich ergebe mich. Ihr habt recht. Aber nicht ganz kampflos. Auf der weissen Fahne, die ich schwenke, steht noch dick "7-10" Jahre. :)

Ja, sie orientieren sich an älteren Kindern, aber nur, wenn es auch um Dinge geht, zu denen sie auch einen Bezug haben
Das ist ein Argument. Fünfjährige haben wohl selten einen Bezug zu diese Thematik.

Mach mal Ketchup! - Wer sagt das? Wird nicht unbedingt klar, weil Rolf dann hinter Frida steht. Und dann auch noch Leonie mit ins Feld zu werfen, wer ist das, was hat die nun damit zu tun - Komm schon - der Anfang klärt wer, wann, wo - bestenfalls, ich bei Dir so: Hä? Hä? Hä?
Den einleitenden Satz liebe ich. Den ändere ich nicht. Wer sagt das? Ja, wer! Ich mag Einstiege, die Fragezeichen hinterlassen. Aber mit dem Rest hast du absolut recht.

Wird Dir ein zu mächtiger Einschnitt sein, aber so könnte ich folgen.
Dein Einschnitt war nicht zu mächtig. Ich habe deine Vorschlag mehr oder weniger übernommen, ohne die Leonie ganz auszulassen.

So einen Spruch hätte ich irgendwo in der Pubertät verortet.
Habe es etwas abgeschwächt, obwohl ich staune, was für Macker sich in der zweiten, dritten Klasse tummeln.

Sie hatten Gummibärchen, Marshmallows und Gurkenscheiben zu bunten Sticks aufgespiesst.
Boah! Aber ja, so kocht man in diesem Alter :D
Ich kenn das von meinen Kids. Die haben ab und zu "gekocht". Und welch zorniger Blick, wenn man das nicht beweihrauchte.

Ich habe mich sehr auf Frau Bünzli gefreut, aber dann war die gar nicht so cool. Die war sehr erwachsen einfach nur. Na gut, dass schließt sich nicht aus, aber hier hatte ich andere Erwartungen irgendwie.
Ja, dass ist natürlich alles sehr richtig und weise, aber ich hatte halt was anderes erwartet. Was abgefahrenes.
Das tat mir ein bisschen weh. Ich mag die Frau Bünzli sehr. Klar, sie ist nicht Wonderwoman. Sie hat keine Zauberkräfte, ist nicht schrill. Aber gerade das Stille mag ich an ihr. Das Beobachtende, mit einem feinem Schalk. Nicht zuviel. Ein Hauch. Schliesslich ist sie immer noch die alte Dame, die sich eine Dauerwelle macht. Es war manchmal interessant zu beobachten, wie gewisse ältere Menschen meine Kids in ihren Bann zogen. Ich habe mich immer gefragt, was ihr Rezept dafür ist.

Ja, woher Frieda auf einmal die Schupse nimmt, den Rolf vor der Klasse so abzukanzeln, ist schon ein bisschen spucky auch.
Ich würde nur noch ein bisschen inneres Ringen irgendwo unterbringen oder ein Platzen - so ein, zwei Sätzlein?
Auch da hast du - wie viele andere auch - recht. Ich habe versucht, das innere Ringen in 1-2 Sätzen einzubauen.

Aber wenn da schon gleich was vom k... drin steht, hät ich auch bammel gehabt.
Klar. Frida hat ja auch Bammel. Deswegen verzieht sie sich einfach unter die Decke. Aber das Interesse an der Küsserei hatte ich schon im Kindergarten beobachtet. Klar, noch ziemlich naiv. Aber vorhanden.

Ich habe das gern gelesen. Auch mal eine ganz andere Seite von Dir. Steht Dir aber gut.
Danke, Fliege :). Schön, dass es mir gut steht. Aber ich konnte auch zwischen den Zeilen lesen, dass dich die Geschichte nicht vom Hocker gerissen hatte. Auch das hilft weiter. Danke für deine offenen Worte.

Liebe Grüsse
snif
 
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Manchmal ist das so, dass Sympathie zu einer anderen Person sich einstweilen trietzend* äußert, sich also eher verbirgt statt offenbart (was ja auch in der Allerweltsweisheit „was sich liebt, das neckt sich“ mitschwingt), behaupt ich mal, liebe Frida, und der Snif hat deine feine, kleine Geschichte schön und gewissenhaft niedergeschrieben, wie es sich für einen Älteren, reiferen Menschen gehört und alles schon gesagt, bis auf ein paar kleinere Anmerkungen,

lieber Snif -

wie etwa hierzu
Warum konnte Leonie, Fridas beste Freundin, nicht in ihrer Nachbarschaft wohnen und Rolf am anderen Ende der Stadt.
Klingt nach mehr als einer bloßen Aussage …
Nach dem einleitenden Wort zumindst als Frage, der aber eigentlich ein Wunsch(!) innewohnt …

«Ich habe die Sitzordnung alphabetisch eingeteilt. Stellt euch in eine Reihe, nach euren Nachnamen», krächzte …
Warum das Komma zwischen „Reihe“ und „nach“ … Im Falle Kleist‘ wüsst ich, dass er eine Regieanweisung („Atempause“) geben wollte, aber grammatisch …? Da empfiehlt sich zum Luftholen ein Gedankenstrich, z. B.

Frida und Leonie, ihre zwinkerten sich zu. Leonie hiess Germann und Frida hiess Gross.
An sich lässt sich dass zweite „hiess" vermeiden ...

Leonie zuckte mit den Schultern und nahm sich die Gurke.
Entwickelt sich zur umgangssprachlichen Seuche, „sich“ zu verwenden, wo's nicht nötig ist. Hätte Leonie die Gurke für jemand andern genommen, wäre schon zumindest ein anderes Pronomen oder besser noch der Name angesagt – aber für sich selbst?

Frau Bünzli, eine kleine, alte, bucklige Dame, kam regelmässig vorbei, um ihr schütteres Haar möglichst imposant aufzustocken und über ihre Kopfhaut zu verteilen.
„Lässt“ Frau Bünzli nicht eher ihr Haar aufstocken?

Frida erhitzte.
Da könnt‘ man das „sich“ unterbringen. Aber ist es nicht eher ein „passiver“ Vorgang, wenn einem (zu) warm wird?

Ich erröte wegen jedem Pipifatz.
Nee, ich kommt jetzt nicht wegen des Passivs - aber ists eine Schweizer Variante (wie das „Hände verwerfen“ später?) oder Hör-/Sprachfehler? Der Duden behauptet ohne landschaftliche Vermerke „Pipifax“

Gern gelesen vom

Friedel

* mittelniederdeutsch „tritzen“ ≈ an Seilen auf- und niederziehen, zu: tritze = Winde, Rolle;


früher wurde häufig auf Segelschiffen als Strafe für ein Vergehen der Verurteilte an einem unter den Armen durchgeschlungenen Seil an der Rahe hochgezogen
 
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Welch feines Profilbild Du jetzt hast! Es gibt eine Illustration, wenn auch eine Kleine. Sehr hübsch. :thumbsup:
 
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Hast du das schon bemerkt? Wow ... 🙂
... ja, hatte Lust etwas dazu zu kritzeln.
Danke. snif
 

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