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Schließ die Augen

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Schließ die Augen

Leonard blickte aus dem Fenster seines Wohnzimmers. Der Wind wurde stärker, trieb die grauen Wolken vom Meer aufs Festland. Ein Sturm zog auf. Er spürte es, genauso wie die bevorstehende Begegnung. Als wäre die Luft elektrisch geladen. Schon längst hätte er weiterziehen, erneut einen anderen Namen annehmen sollen. Aber es konnte auch hier stattfinden, unausweichlich, wie es war. Mit beiden Händen griff er die Räder des Rollstuhls und drehte sich weg vom Fenster.

„Sie sollten nach Hause gehen, Cora“, sagte Leonard, als sie gerade die Spülmaschine ausräumte. Der Geruch von Kaffee hing noch in der Luft. „Es wird bald ungemütlich da draußen, alles andere kann bis morgen warten.“
„Aber Ihr Abendessen …“
„Ist schon in Ordnung, heute reicht mal ein Butterbrot.“
Sie blickte ihn einige Sekunden an und zuckte mit den Schultern. „Na gut, ich räume nur noch die Maschine aus.“
Der Himmel war mittlerweile fast vollständig grau, nahm der Küche das Licht. Leonard schaltete die Deckenlampe ein. Die Helligkeit brannte in seinen Augen, ließ ihn blinzeln.
„Versprechen Sie, mich anzurufen, wenn Sie Hilfe brauchen?“, fragte Cora, als sie fertig war.
„Ich verspreche grundsätzlich nichts, das wissen Sie doch“, antwortete Leonard lächelnd.
Mit verschränkten Armen sah sie ihn an und wartete.
„Okay, vielleicht“, sagte er schließlich und zwinkerte mit einem Auge.
„Na gut, dann bis morgen.“
Sie legte ihm im Vorbeigehen eine Hand auf die Schulter und verließ die Küche. Wenig später hörte er die Haustür ins Schloss fallen.

Es dämmerte, als er die Gestalt auf sein Haus zukommen sah. Der Wind wehte den einsetzenden Regen gegen die Scheibe. Die Welt dahinter wirkte farblos, wie auch sein Besucher, kaum zu erkennen zwischen den flachen Dünen.
Leonard rollte zur Haustür, öffnete sie einen Spalt und fuhr zurück. Nur wenige Sekunden später wurde sie aufgezogen. Ein Mann trat hinein, zog eine Pistole unter dem Mantel hervor. Die grauen Haare hingen ihm tropfend ins Gesicht.
„Hallo Vincent“, sagte Leonard und blickte in den Lauf der Waffe. „Mach die Tür zu.“

„Seit wann sitzt du den ganzen Tag?“, fragte Vincent mit rauer Stimme, nachdem er die Tür mit dem Fuß zugestoßen hatte. Der salzige Geruch des Meeres umgab ihn.
„Lange genug. Autounfall“, entgegnete Leonard.
Vincent lachte. „Du warst schon immer ein beschissener Fahrer.“
Leonard zuckte mit den Schultern. „Dinge passieren.“
„Genau.“ Vincent hielt die Waffe auf ihn gerichtet und hob die andere Hand - eine schwarze Prothese. „Dann hast du einen Teil deiner Strafe ja schon bekommen.“
„Immer noch so nachtragend?“
„Immer noch so ein schlechter Gastgeber?“
Leonard fuhr weiter zurück, drehte den Rollstuhl um neunzig Grad und rollte ins Wohnzimmer. Vincent folgte ihm und hinterließ nasse Fußabdrücke.

„Was hast du anzubieten?“, fragte Vincent, nachdem er den Mantel ausgezogen und auf die Couch gelegt hatte. Er hielt die Pistole weiter in der Hand, nun auf den Boden gerichtet.
„Im Moment nicht viel.“ Leonard deutete auf eine Anrichte, auf der zwei Flaschen schottischer Whisky und einige Gläser standen.
„Du enttäuschst mich, aber zum Aufwärmen wird es reichen. Auch einen für dich?“
„Vielleicht später.“
„Da bist du aber zuversichtlich.“ Vincent legte die Waffe auf die Anrichte, den Arm mit der Prothese angelegt. Er füllte ein Glas, verschloss die Flasche und trank einen Schluck. „Gar nicht so schlecht", sagte er und sah sich um. "Schön eingerichtet für jemanden auf der Flucht. Ich hätte mit mehr Gegenwehr gerechnet. Keine Waffe?“
Leonard sah ihn einige Sekunden an. „Was willst du?“
Vincent nahm einen weiteren Zug vom Whisky, stellte das Glas ab und griff wieder die Pistole. „Kurz vor Ende deines Lebens wirst du dein eigener Zeuge. Du kennst das Spiel. Schließ die Augen.“
„Worum geht es?“
Er hob erneut die Handprothese und ging zur Couch. „Eine verlassene Lagerhalle am Rand von Danzig. Es ist der siebte Januar 1992, kurz nach 23 Uhr. Erzähl es mir, ich will es verstehen.“
Leonard hörte den Wind, der ums Haus fegte, schloss die Augen und begann:

Der Zeuge hängt kopfüber vor dir, erhellt von dem kleinen Standscheinwerfer. Ein zäher Brocken, fast achtzig Jahre alt und schweigsam wie ein Grab. Du sagst ihm, er soll die Augen schließen, aber er lacht nur und verhöhnt uns. Obwohl sein Kopf immer dunkler wird. Speichel läuft ihm aus dem Mund. Du hast ein großes Küchenmesser in der Hand, stellst ihm immer wieder die gleichen Fragen. Informationen zu Geldtransporten, die unser Auftraggeber haben wollte. Ich stehe etwa zwei Meter hinter dir, eine Schrotflinte in den Händen.“

„Sprich weiter“, sagte Vincent, als Leonard stockte.

Ich ertrage es nicht mehr. Nicht alleine die Aufträge, das Foltern und Töten. Dich. Dich ertrage ich nicht mehr. Deine Freude an der Angst und den Schmerzen anderer. Dein Lachen, die Verachtung, während ein Zeuge verblutet. Ich hätte es schon längst machen sollen.“

„Und dann? Beende es.“

Ich will dich nicht töten, dir nur deine Arbeit nehmen. Also trete ich neben dich und zerschieße deine Folterhand, als du auf das Opfer einstechen willst."

Beide schwiegen. Der Geruch des Whiskys hatte sich im Zimmer verteilt.
„Und dann bist du geflohen wie ein Feigling“, sagte Vincent schließlich. "Aber du hast dein Ziel nicht erreicht. Im Gegenteil, deinen Angriff zu überleben hat mir Flügel verliehen. Manche Opfer bekommen schon Panik, wenn sie meine Prothese sehen.“ Er richtete die Pistole auf Leonard. „Du hast Glück, ich lasse dich nicht leiden, der guten Zeiten wegen.“
„Aber zuvor bist du dran“, antwortete Leonard leise.
Vincent lachte. „Womit?“
„Auftrag Lapislazuli. Du hast mir nie erzählt, worum es dabei ging.“
„Die Sache auf Sardinien? Immer noch nicht verkraftet, dass du zu Hause bleiben musstest?“
"Sag mir den Grund. Ich habe meinen Teil erfüllt, schließ die Augen und erzähl.“
Vincent legte noch mal die Pistole weg, um vom Whisky zu trinken. „Bitte, viel ist es ohnehin nicht. Komm nicht auf dumme Ideen, ich höre jede Bewegung.“ Er tauschte das Glas wieder gegen die Waffe, lehnte sich zurück und schloss die Augen.

„Ein kleines Firmengebäude am Stadtrand von Orosei. Wir sind ... “

Leonards Smartphone klingelte, es lag auf dem Couchtisch.
Vincent öffnete die Augen und beugte sich nach vorne, sah auf das Display. „Cora wird wohl auf deinen Rückruf verzichten müssen. Deine Freundin?“
„Haushälterin.“ Leonard saß unverändert im Rollstuhl.
„Schon klar.“ Er wartete, bis das Klingeln aufhörte und schloss erneut die Augen. "Wo war ich ..."

Das Gebäude. Wir sind zu fünft. Und noch der Fahrer des Lieferwagens. Engagiert als Kammerjäger. Ich kenne noch nicht mal den Zweck der Firma. Die Tür zum Eingangsbereich steht offen, um die hübsche Lady am Empfang tut es mir am meisten leid. Mit unseren schallgedämften Pistolen laufen wir von Büro zu Büro, schon nach wenigen Minuten ist es erledigt. Habe noch nie in so kurzer Zeit so viel Kohle verdient."

„Und warum war ich nicht dabei?“

„Na, was meinst du? Weil du eine lahme Ente bist! Du machst nie etwas, ohne vorher dreimal drüber nachzudenken. Wahrscheinlich wärst du erst mal vor jedem Büro stehen geblieben und hättest die Personen gezählt. Wir konnten dich hierfür nicht gebrauchen, ganz einfach."

"Kann auch Vorteile haben, ruhig und überlegt zu handeln."

"Wohl kaum. Genug jetzt." Vincent öffnete die Augen. Leonard blickte ihn ruhig an und zielte ebenfalls mit einer kleinen Pistole auf ihn.
„Was zum …“, begann Vincent und hob seine Waffe. Sein Kopf wurde zurückgeworfen, als ihn eine Kugel in die Stirn traf. Blutend und zuckend sank er nach hinten.
Leonard blieb einige Minuten regungslos sitzen, sicherte dann die Pistole und legte sie auf seine Beine. Er rollte zur Anrichte, schenkte sich ein Glas ein und prostete seinem ehemaligen Kollegen zu. "Du hast es noch nie für nötig gehalten, jemanden zu durchsuchen." Mit geschlossenen Augen trank er den ersten Schluck.

Er wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war. Es war mittlerweile dunkel und der Wind hatte nachgelassen, als er ein Auto vorfahren hörte. Wenig später wurde die Haustür aufgeschlossen und Cora eilte ins Wohnzimmer. Als sie Vincents Leiche sah, blieb sie stehen und hielt sich die Hände vor den Mund.
Leonard seufzte. „Ach, Cora. Sie hätten nicht kommen sollen.“ Er entsicherte die Pistole.

 
Verwendete Wörter
Rollstuhl , Zeuge , Kopfüber , Flügel , Lapislazuli
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Hallo @Rob F ,

mir hat diese Geschichte wirklich gut gefallen. Oft sehe ich deine Charakterisierung ja etwas kritisch, aber in dieser Geschichte finde ich, hast du die Charaktere wirklich gut gemacht, ich nehme ihnen ihre Beziehung zueinander ab und deine Dialoge sind für mich stimmig.

Einzig beim Auftrag Lapislazuli habe ich irgendwie einen Kontext vermisst, warum er ausgerechnet nach diesem Auftrag fragt. Vielleicht ist es nur reine Ablenkung, aber sein Gegenüber ist ja auch Profi, reine Neugier würde ihn doch wahrscheinlich misstrauisch machen.

Beim Ende musste ich an John wick 2 denken, als der Polizist klingelt, die Leiche im Wohnzimmer sieht und dann fragt, ob John wieder arbeiten würde. Wäre auch eine lebensrettende Möglichkeit für die Haushälterin, - würde auch ein Zusammenhang mit Auftrag Lapislazuli ermöglichen - auch wenn mir dein Ende auch gut gefällt, ich mag solche bösen Twists.

Liebe Grüße
Feurig

 
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Hallo @linktofink ,

danke für deinen ausführlichen Kommentar!

Warum tut er das? Woher weiß er, dass der andere nicht sofort schießen wird?
Sicher weiß Leonard das nicht, es ist natürlich ein Risiko, das er eingeht. Er hat jedoch viele Jahre mit Vincent gearbeitet und geht davon aus, dass er zunächst die Hintergründe zu Leonards Tat verstehen möchte.

Diese Abscheu, die du im Absatz vorher schon drin hast, die muss für mich auch aus diesem Satz sprechen, emotionaler
Es ist nicht ganz so, wie du es vorgeschlagen hast, aber ich habe den betreffenden Satz mal etwas angepasst.

Das "Schließ die Augen" ist mir zu offensichtlich, so dämlich kann Vincent nicht sein, oder?
Ich möchte den grundsätzlichen Ablauf der Geschehnisse im Moment nicht ändern, aber stimmt schon, es ist schwierig glaubhaft darzustellen, dass Vincent hierbei mitmacht.
Für mich macht er dies hier deswegen, da er zum einen dieses "Spiel" ja selbst vorgeschlagen hat, also dann auch selbst entsprechend die Herausforderung annimmt. Weiterhin ist er ohnehin überheblich und sieht Leonard nicht unbedingt als Bedrohung, auch dadurch, dass er nun im Rollstuhl sitzt und augenscheinlich keine Waffe in der Nähe hat. Und der ein oder andere Schluck Whisky trägt auch dazu bei ...

Für ein besonderes Geheimnis, das Leonard vor seinem Tod unbedingt noch erfahren will, ist mir das zu lapidar. Das muss ein besonderer Auftrag sein, etwas, dass Leonard nur von Vincent erfahren kann, weshalb er ihn nicht sofort tötet, sondern erst mit ihm redet. Da muss es einen Grund für geben.
Hierbei habe ich deine Begründung nicht ganz verstanden. Zum einen weiß Leonard tatsächlich nicht, was genau Vincent bei diesem Auftrag gemacht hat. Inhaltlich ist es Leonard jedoch auch egal, er will Vincent damit ja nur bei der Ehre packen, das gleiche zu machen wie er vorher, also die Augen schließen und erzählen.
Inhaltlich wäre diese Frage und Erzählung von Vincent eine Chance, noch mehr Handlung unterzubringen, das stimmt schon. Bisher ist es halt wie erwähnt nur eine Frage von Leonard, die genausogut eine andere sein könnte, um seinen ehemaligen Kollegen abzulenken.

Bei deinem Prota würde Vorbereitung heißen, er führt die Pistole immer mit sich und das ohne dass die Haushälterin das merkt? Unwahrscheinlich.
Ich hatte hierbei eher daran gedacht, dass er sie an einem Ort im Wohnzimmer versteckt hat. Auch auf die Gefahr hin, dass Vincent ihn zu Beginn durchsucht. Und als Vincent die Augen schließt, nimmt er sich die Waffe und schießt, Ich habe zuvor nicht erwähnt, dass er eine Waffe versteckt hat, da ich den Abschluss der Geschichte nicht andeuten wollte.
Nun hast du dir die Mühe gemacht, aber mir gefällt die Variante, die du vorgeschlagen hast, nicht so. Auch hierbei könnte ja einiges schief gehen, z.B. könnte Vincent gar nichts trinken. Oder er ist unsicher und lässt Leonard zuerst probieren ...

Die Dialoge. Mir sind die zu unnatürlich
Ich habe drei deiner Vorschläge übernommen, danke hierfür!

Danke für deine Mühe, die weiteren inhaltlichen Punkte werde ich mir ohnehin immer mal wieder durch den Kopf gehen lassen, solange ich noch Änderungen vornehmen kann.

Peace zurück,
Rob


Hallo @Nele Marie Scambalo ,

danke fürs Lesen und deine Eindrücke!

Die Dialoge fand ich besonders unterhaltsam, weil sie trotz der düsteren Situation eine gewisse Leichtigkeit haben. Mir gefällt auch die Dynamik zwischen deinen beiden Hauptcharakteren.
Danke, das freut mich! Bei Leonard und Vincent musste ich tatsächlich nicht lange überlegen, irgendwie unterhielten sich die beiden wie von selbst und ich musste es nur aufschreiben. :gelb:

Wieso behält er die Pistole nicht locker in einer Hand? Sie komplett wegzulegen erscheint mir dann doch etwas leichtsinnig.
Er muss ja dauernd zwischen dem Glas und der Waffe hin und her wechseln, da er nur eine Hand hat ... mit der Prothese kann er ja nicht greifen. Das sollte der Szene auch ein wenig Situationskomik geben, der gefährliche Killer kann nicht gleichzeitig trinken und eine Waffe halten, muss dauernd hin und her wechseln.

Hier würde ich noch einfügen, dass er sich nach vorne beugt, um aufs Display zu schauen. Man versteht zwar auch so, dass er wohl die Caller ID gesehen haben muss, aber im ersten Moment bin ich trotzdem etwas darüber gestolpert.
Guter Hinweis, habe es ergänzt.

Großartiges Ende.
Danke, auch gemein kann ja manchmal gut sein, zumindest in Geschichten ...

Es erschließt sich einfach nicht, warum er ausgerechnet diese Geschichte noch hören wollte. Außerdem wäre es auch noch dramatischer, wenn Leonard Vincent aus persönlichen Gründen erschießt.
Kann ich gut nachvollziehen und so ist es ja auch. Leonard ist an dem Inhalt selbst gar nicht interessiert. Es ist nur ein Auftrag, dessen Inhalt er tatsächlich nicht kennt, er möchte Vincent damit zum Reden bringen.
Ich muss hierbei nochmal schauen, es muss ja schon eine Frage sein, bei der Vincent keinen Verdacht schöpft, die er von Leonard schon nachvollziehen kann. Und einen Auftrag auf Sardinien mit dem geheimnisvollen Namen Lapislazuli finde ich da schon nachvollziehbar. Dass nichts allzu spannendes dahintersteckt, weiß Leonard ja zunächt nicht.
Also mal sehen, ob mir hier noch etwas anderes einfällt!

Danke für den Kommentar und viele Grüße,
Rob


Hallo @feurig ,

freut mich, dass du noch vorbeischaust!

Oft sehe ich deine Charakterisierung ja etwas kritisch, aber in dieser Geschichte finde ich, hast du die Charaktere wirklich gut gemacht, ich nehme ihnen ihre Beziehung zueinander ab und deine Dialoge sind für mich stimmig.
Danke! Hierbei ist es mir auch leichter gefallen, vielleicht sollte ich nochmal etwas im Ganovenumfeld schreiben. :)

Einzig beim Auftrag Lapislazuli habe ich irgendwie einen Kontext vermisst, warum er ausgerechnet nach diesem Auftrag fragt. Vielleicht ist es nur reine Ablenkung, aber sein Gegenüber ist ja auch Profi, reine Neugier würde ihn doch wahrscheinlich misstrauisch machen.
Es ist, wie du ja auch geschrieben hast, als Ablenkung gedacht. Leonard interessiert der Inhalt nicht, aber es ist eine glaubwürdige Frage, da er den Hintergrund ja tatsächlich nicht kennt.
Aber ich merke schon, auch durch vorherige Hinweise, dass ich mir darüber nochmal Gedanken machen sollte!

... auch wenn mir dein Ende auch gut gefällt, ich mag solche bösen Twists.
Danke, ab und zu etwas böse schadet ja nicht! :)

Danke für dein Feedback und viele Grüße!
Rob

 
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09.12.2019
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@feurig , @Nele Marie Scambalo , @linktofink

Nun habe ich den "Lapislazuli-Bericht" von Vincent doch noch überarbeitet.

Leonard fragt danach, da er bei diesem Gruppenauftrag nicht dabei war, dadurch wird seine Frage für Vincent auch nachvollziehbarer. Außerdem wird nun deutlich, warum Vincent recht unbesorgt in Leonards Haus gekommen ist und ihn nicht für sonderlich gefährlich hält.

Viele Grüße,
Rob

 
Wortkrieger-Team
Monster-WG
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Guten Abend @Rob F

nette Nachtlektüre, coole Dialoge, aber nicht die coolness des Umgangssprachlichen, sondern die von Drehbuchautoren geschaffenen, die man in Filmen findet, deren Anspruch darin besteht, uns armen Durchschnittsmenschen zu zeigen, wie gelassen ein richtiger Verbrecher doch ist, sich dann zurückzulehnen, zu seufzen und zu sagen, wow, was habe ich es doch gut.
Also: nette Unterhaltung, handwerklich gut umgesetzt, mehr kann ich dann auch nicht sagen.

Paar Anmerkungen:

Schon längst hätte er weiterziehen, erneut einen anderen Namen annehmen sollen. Aber es konnte auch hier stattfinden, unausweichlich, wie es war.
kapier ich nicht, warum die folgende Szene unausweichlich war, jedenfalls gerade an diesem Abend.
Vincent lachte. „Du warst schon immer ein beschissener Fahrer.“
Leonard zuckte mit den Schultern. „Dinge passieren.“
„Genau.“ Vincent hielt die Waffe auf ihn gerichtet und hob die andere Hand. Eine schwarze Prothese. „Dann hast du einen Teil deiner Strafe ja schon bekommen.“
„Immer noch so nachtragend?“
„Immer noch so ein schlechter Gastgeber?“
die kennen sich schon ganz schön gut, aber wie gesagt, der Dialog funktioniert
Der Zeuge hängt kopfüber vor dir,
okay, kopfüber, vielleicht wegen der Vorgaben, aber ein dramatisches Bild
Ich stand etwa zwei Meter hinter dir, eine Schrotflinte in den Händen.“
was ich aber störend finde, ist der Wechsel der Zeiten, warum nicht durchgehend Präsens?
Ich wollte dich nicht töten, dir nur deine Arbeit nehmen. Also trat ich neben dich und zerschoss deine Folterhand, als du auf das Opfer einstechen wolltest."
siehe oben
Er tauschte das Glas wieder gegen die Waffe, lehnte sich zurück und schloss die Augen.
warum muss der eigentlich die Augen schließen?
Leonard seufzte. „Ach, Cora. Sie hätten nicht kommen sollen.“ Er entsicherte die Pistole.
tja, unvermeidlich und dann das ganze Blut, der Geruch, widerlich. Und die arme, arme Core, völlig unschuldig.

viele Grüße (muss jetzt Schluss machen, da klingelt jemand Sturm, die nötigen Utensilien liegen bereit, Whiskey steht auf dem Tisch, Blair Atholl

Isegrims

 
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Hallo @Isegrims ,

vielen Dank für deinen Kommentar!

nette Nachtlektüre, coole Dialoge, aber nicht die coolness des Umgangssprachlichen, sondern die von Drehbuchautoren geschaffenen, die man in Filmen findet, deren Anspruch darin besteht, uns armen Durchschnittsmenschen zu zeigen, wie gelassen ein richtiger Verbrecher doch ist
Ja, ich habe es etwas mehr in diese Richtung abdriften lassen, als mir bei der ersten Version bewusst war, aber es scheint ja ganz gut zu passen.
Die Königsklasse hierfür ist für mich immer noch der Film Pulp Fiction von Quentin Tarantino. John Travolta und Samuel L. Jackson sind einfach unschlagbar in den Dialogen.

kapier ich nicht, warum die folgende Szene unausweichlich war, jedenfalls gerade an diesem Abend.
Speziell an diesem Abend nicht, ich wollte nur ab der ersten Szene keine zeitlichen Sprünge einbauen. Es war also eher grundsätzlich darauf bezogen, dass Vincent Leonard irgendwann finden wird. Also denkt sich Leonard nun, was soll ich immer weiter weglaufen, dann kann ich die Konfrontation auch hier stattfinden lassen.

was ich aber störend finde, ist der Wechsel der Zeiten, warum nicht durchgehend Präsens?
Da war ich bei den Rückblenden/Nacherzählungen nicht einheitlich, ist aber jetzt alles im Präsens. Danke für den Hinweis!

warum muss der eigentlich die Augen schließen?
Es ist ja das grundsätzliche "Spiel", das Leonard und Vincent auch bei ihren Opfern angewandt haben: "Schließ die Augen und erzähl ..."
Leonard erwähnt dies in der ersten Rückblendenerzählung und macht ja ebenfalls mit, als Vincent ihn dazu auffordert. Was er natürlich muss, da Vincent ihn mit einer Waffe bedroht.
Als Leonard dann das gleiche von Vincent fordert, macht dieser ebenfalls mit, in seiner Überheblichkeit und weil er Leonard, der mittlerweile im Rollstuhl sitzt, nicht für eine ernsthafe Gefahr hält. Vielleicht lässt ihn auch der Whisky etwas nachlässig werden ...
Leonard kommt das natürlich sehr entgegen, da er so unbemerkt die versteckte Waffe nehmen kann.

viele Grüße (muss jetzt Schluss machen, da klingelt jemand Sturm, die nötigen Utensilien liegen bereit, Whiskey steht auf dem Tisch, Blair Atholl
Aber aufpassen, wenn dir jemand vorschlägt, die Augen zu schließen! ;)

Danke für deine Eindrücke und noch einen schönen Abend!
Rob

 
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Hallo Rob, diese Geschichte gefällt mir besser, als die letzte, die ich von Dir gelesen habe. Das war glaube ich »Den Geistern begegnen«. Ich finde, vor allem sprachlich hat sich Dein Schreiben weiter entwickelt. Allerdings: Mit dieser Geschichte eröffnet sich im Vergleich zu »Den Geistern begegnen« für Dich ein neues, anderes Problem, das jeder Autor lösen muss.

Realismus und Glaubwürdigkeit

Film und Literatur sind voller unrealistischer Geschichten. Unrealistisch meint hier nicht nur, dass der Autor eine Reihe von Begebenheiten so anordnet und deutet, dass daraus eine erzählenswerte Geschichte wird. In Wirklichkeit haben Ereignisse ja nie einen eindeutigen Anfang, nie einen eindeutigen Verlauf, keine eindeutige Moral. Was wir als Geschichte präsentiert bekommen, ist in dem Sinne niemals Realität.

Darüber hinaus sind viele Geschichten unrealistisch, weil sie ein falsches Bild der Wirklichkeit zeichnen. Kitsch ist so ein verzerrendes Phänomen. Dahinter steckt meist eine Agenda: Der Leser oder Zuschauer soll unterhalten werden, er soll von dem, was wirklich in der Welt passiert abgelenkt werden. Das ist erfolgreich, weil viele Menschen genau das wollen.

Im Fall Deiner Geschichte sind viele Aspekte ganz und gar unrealistisch. Sie sind reine Autorenphantasie und funktionieren nur, weil der Autor es so möchte.

Beispiele: Der Killer (Vincent) macht sein Opfer (Leonard) ausfindig, weiß, wo er wohnt. Er sinnt auf Rache an einem ehemaligen Kollegen, einem Mann, von dem er selbst aussagt, dass dieser klug und vorausschauend handelt. Bei seiner Recherche entgeht ihm, dass sein Leonard einen Unfall hatte und im Rollstuhl sitzt.

Ihm entgeht außerdem die Funktion der Haushälterin. Und er kommt nicht auf Idee, Leonard nach Betreten des Hauses zu durchsuchen. Dass ein ehemaliger Killer auch im Rollstuhl sitzend, eine Waffe mit sich führen könnte, kommt ihm nicht in den Sinn.

Er lässt sich bei dem folgenden Gespräch sogar darauf ein, die Augen zu schließen.

Natürlich kannst Du als Autor behaupten, dass es so und nicht anders passiert ist. Was die Glaubwürdigkeit dieser Behauptungen betrifft, verlangst Du Deinem Leser eine ganze Menge ab.

In dieser naiven Art werden natürlich Jahr für Jahr viele Krimis und Thriller geschrieben, und die Leute lesen den Mist. Aber die Entscheidung, die ein Autor für sich treffen muss, besteht darin, ob er lediglich den Bedarf der Leser an Ablenkung, Zerstreuung und Unterhaltung erfüllen will oder ob versuchen will, die reale Welt, die realen physikalischen, gesellschaftlichen und psychologischen Verhältnisse zu reflektieren.

Nehmen wir ein anderes Beispiel: Im Text wird Vincents Waffe mal als »Pistole« und mal als »Revolver« bezeichnet. Offenbar nimmt der Erzähler an, dass das zwei Begriffe für dasselbe Ding sind. Eine Pistole ist aber kein Revolver. Das verstärkt den Eindruck, dass hier lediglich phantasiert wird.

Meine Empfehlung ist: Vor dem Schreiben recherchieren. Lies mal ein Buch über die Mafia, Gesprächsprotokolle aus Ermittlungsakten, um eine Vorstellung zu entwickeln, wie solche Leute ticken. Dann kannst Du es ja immer noch mischen, um die Story zu erhalten, die Du erzählen möchtest.

Gruß Achillus

 
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18.11.2020
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Hallo @Rob F,

Er muss ja dauernd zwischen dem Glas und der Waffe hin und her wechseln, da er nur eine Hand hat ... mit der Prothese kann er ja nicht greifen. Das sollte der Szene auch ein wenig Situationskomik geben, der gefährliche Killer kann nicht gleichzeitig trinken und eine Waffe halten, muss dauernd hin und her wechseln.
Ok. Die Sache mit der Prothese hatte ich überlesen. So ergibt das natürlich Sinn :).

Kann ich gut nachvollziehen und so ist es ja auch. Leonard ist an dem Inhalt selbst gar nicht interessiert. Es ist nur ein Auftrag, dessen Inhalt er tatsächlich nicht kennt, er möchte Vincent damit zum Reden bringen.
Ich muss hierbei nochmal schauen, es muss ja schon eine Frage sein, bei der Vincent keinen Verdacht schöpft, die er von Leonard schon nachvollziehen kann. Und einen Auftrag auf Sardinien mit dem geheimnisvollen Namen Lapislazuli finde ich da schon nachvollziehbar. Dass nichts allzu spannendes dahintersteckt, weiß Leonard ja zunächt nicht.
Also mal sehen, ob mir hier noch etwas anderes einfällt!
„Die Sache auf Sardinien? Immer noch nicht verkraftet, dass du zu Hause bleiben musstest?“
"Sag mir den Grund. Ich habe meinen Teil erfüllt, schließ die Augen und erzähl.“
Vincent legte nochmal die Pistole weg, um vom Whisky zu trinken. „Bitte, viel ist es ohnehin nicht. Komm nicht auf dumme Ideen, ich höre jede Bewegung.“ Er tauschte das Glas wieder gegen die Waffe, lehnte sich zurück und schloss die Augen.
Ich finde deine neue Lösung gut. Jetzt erschließt sich mir die Geschichte auch.

LG Nele

 
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09.12.2019
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Hallo @Achillus ,

danke auch hierbei für dein Feedback!

Ich finde, vor allem sprachlich hat sich Dein Schreiben weiter entwickelt.
Danke, das gebe ich hiermit natürlich auch an alle fleißigen Kommentatoren weiter, die entsprechend geholfen haben!

Aber die Entscheidung, die ein Autor für sich treffen muss, besteht darin, ob er lediglich den Bedarf der Leser an Ablenkung, Zerstreuung und Unterhaltung erfüllen will oder ob versuchen will, die reale Welt, die realen physikalischen, gesellschaftlichen und psychologischen Verhältnisse zu reflektieren.
Ja, dieser Punkt ist, zusammenfassend für deine ausführlichen Hinweise, eine interessante und herausforderne Aufgabe. Mal etwas so zu schreiben, dass sich die Leser direkt in eine Handlung, eine Welt hineingezogen fühlen, die sich auch "echt" anfühlt und nicht speziell unterhaltend abgeändert fürs Publikum.
Für mich sind Geschichten halt auch ein wenig bewusste "Realitätsflucht", auch als Leser, wobei auch das natürlich Grenzen hat. Aber da ich auch täglich die Nachrichten verfolge, bin ich schon mal ganz froh, bei Geschichten den Unterhaltungswert in den Vordergrund zu stellen, auch wenn es heißt, beim Realitätsbezug schon mal "fünf gerade sein zu lassen". Aber ich gebe dir grundsätzlich Recht, wenn es zu unsinnig wird, schalte ich auch irgendwann ab.
Idealerweise ist beides vorhanden, der Realitätsbezug und der Unterhaltungswert, aber je nach Handlung ist es m.E. schwierig, beides unter einen Hut zu bringen.

Nehmen wir ein anderes Beispiel: Im Text wird Vincents Waffe mal als »Pistole« und mal als »Revolver« bezeichnet.
Das ist dadurch entstanden, dass ich mit "Pistole" nicht immer das gleiche Wort verwenden wollte. Nach einer oberflächlichen Suche habe ich die Aussage gefunden, dass "Revolver mehrschüssige Pistolen sind". Ja, hätte ich vorher mal nachschauen sollen ... ich habe das Wort "Revolver" nun entfernt, danke für den Hinweis!

In dieser naiven Art werden natürlich Jahr für Jahr viele Krimis und Thriller geschrieben, und die Leute lesen den Mist.
Wenn ich es richtig verstanden habe, bezeichnest du demnach alles als "Mist", was einem Realitätscheck nicht stand hält. Okay, ist dann deine Meinung, aber wie zuvor erwähnt, können Geschichten auch bewusst ein wenig Realitätsflucht bieten und gerade deswegen gelesen werden. Die Grenze, wie viel Abstand von einer realistischen Handlung hingenommen wird, entscheidet dann ja jeder Leser selbst. Vielleicht meintest du es nicht ganz so, aber für mich klingt es schon sehr abwertend. Der Grund hierfür muss ja nicht nur sein, das zu schreiben, was viele Leser möchten, sondern dass es einem Autor auch selbst Spaß macht, so zu schreiben.

Danke für deinen Kommentar, es ist auf jeden Fall eine weitere Überlegung, mal etwas weiter wegzugehen vom Unterhaltungsfokus.

Viele Grüße,
Rob


Hallo @Nele Marie Scambalo ,

danke für deinen ergänzenden Kommentar!

Es bleibt natürlich eine Handlung ein wenig im Sinne eines Kammerspiels, hauptsächlich unterhalten sich Leonard und Vincent in einem Raum, die ich durch die Dialoge auch so präsentieren wollte.

Ob vor allem Vincent so handeln würde, durch seine Überheblichkeit ja auch zunehmend unvorsichtig, ist natürlich ein berechtigter Kritikpunkt. Aber durch seine eigene Rückblendenerzählung wird ja nun etwas deutlicher, warum er Leonard für nicht sonderlich gefährlich hält, und genau das wird ihm ja dann auch zum Verhängnis.

Viele Grüße,
Rob

 
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Monster-WG
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20.01.2018
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Hey @Rob F ,

zuerst ein wenig Kleinkram.

Der Wind wurde stärker, trieb die grauen Wolken vom Meer übers Festland.

Hmm. Sind die Wolken noch über dem Meer oder schon über dem Festland? Weil ich lese den ersten Fall, dann würde ich sagen, muss es aufs Festland zu heißen.

„Aber ihr Abendessen …“

Ihr groß.

Die Helligkeit brannte in seinen

Die Helligkeit klingt unschön, vielleicht einfach das Licht?

lächelte Leonard.

Finde ich nicht genug. Er lächelt ja nicht die Worte, er sagt sie lächelnd. Würde das sagen ergänzen.

Der Wind wehte Regen gegen die Scheibe.

Ich kann nicht ganz sagen warum, aber mir gefällt der Satz nicht.

Ich hätte mit mehr Gegenwehr gerechnet.

Ist es nicht hatte? Und warum kommt der Kerl eigentlich durch den Vordereingang?

Tötungsauftrag

Ich bin mir sehr sicher, das heißt nicht Tötungsauftrag. Eher Mordauftrag etc. Wobei ich mir auch vorstellen kann, dass man sich anstatt klarer Worte eher eine blumigen Sprache bedient. In "The Irishman" reden sie ja auch immer davon, dass einer Häuser streicht.

nicht anderes

Nichts.

Mit unseren schallgedämften Pistolen laufen wir von Büro zu Büro,

Schallgedämpfte Pistolen sind, wenn ich mich richtig erinnere, immer noch verdammt laut. Die hörst du durch das ganze Haus. Dass sie still wären, ist ne Hollywoodlegende. Der Vorteil ist meine ich eher, dass sie die Richtung unterdrücken und es schwer machen, das Geräusch einen Ort zuzuordnen.

Inhaltlich hab ich gar nicht viel zu sagen. Ist mMn. eine simpel gestrickte Geschichte, die alle Wörter abdeckt und eben das liefert, was sie verspricht.

Liebe Grüße
Meuvind

 
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08.07.2012
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Hallo Rob, stell es Dir einmal so vor: Mit jeder Geschichte begründet ein Autor eine These über das Leben. Dabei ist egal, ob die Geschichte im Mittelalter spielt oder in einer Fantasy-Welt oder im Mafia-Milieu. Glaubwürdigkeit bedeutet, dass der Autor eine plausible These zum Leben artikulieren kann. Natürlich soll das unterhaltsam sein, interessant, spannend. Aber wenn die These Blödsinn ist, dann hilft es auch nicht viel, wenn das Ganze unterhaltsam dargebracht wird.

Gruß Achillus

 
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09.12.2019
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Aber wenn die These Blödsinn ist, dann hilft es auch nicht viel, wenn das Ganze unterhaltsam dargebracht wird.
Hallo @Achillus ,

also als Fazit: Die Leser sollten die Handlung, das ganze Setting zumindest noch für möglich halten, sonst sind sie schnell wieder weg.

Ich werde mir deine Beschreibungen aber morgen nochmal in Ruhe durchlesen, danke für die Ergänzung!

VG, Rob


Hi @Meuvind ,

danke auch dir für den Kommentar!

ich lese den ersten Fall, dann würde ich sagen, muss es aufs Festland zu heißen.
Ja, gut aufgepasst, habe es so übernommen.

Ihr groß.
ist korrigiert

Die Helligkeit klingt unschön, vielleicht einfach das Licht?
Das würde in diesem Satz besser klingen, aber das Wort "Licht" hatte ich kurz vorher schon. Werde es daher mal so lassen.

Finde ich nicht genug. Er lächelt ja nicht die Worte, er sagt sie lächelnd. Würde das sagen ergänzen.
Ich habe es geändert in: "..., antwortete Leonard lächelnd."

Der Wind wehte Regen gegen die Scheibe.
Ich kann nicht ganz sagen warum, aber mir gefällt der Satz nicht.
Beim näheren Betrachten gefällt er mir auch nicht mehr so recht. Ich habe ihn mal etwas erweitert in:
"Der Wind wehte den einsetzenden Regen gegen die Scheibe."

Ich hätte mit mehr Gegenwehr gerechnet.
Ist es nicht hatte? Und warum kommt der Kerl eigentlich durch den Vordereingang?
Bin mir nicht sicher, durch "hätte" bleibt seine Aussage m.E. ja auch auf die Gegenwart bezogen.
Vincents Verhalten ist ja durchgehend von Überheblichkeit geprägt. Durch das, was er nach und nach sagt, kommt auch hervor, dass er Leonard für alles andere als gefährlich hält, trotz (oder auch wegen) seines damaligen feigen Angriffs, dem er nun die Handprothese verdankt.
Ich möchte demnach ungerne nur eine einzige Handlung von Vincent ändern, so wie bisher bleibt er ja zumindest konstant selbstüberschätzend. Oder ich müsste es grundsätzlich umschreiben und ihn vorsichtiger/realistischer handeln lassen, habe das aber im Moment nicht vor. Für mich ist er halt so ;)

Ich bin mir sehr sicher, das heißt nicht Tötungsauftrag. Eher Mordauftrag etc. Wobei ich mir auch vorstellen kann, dass man sich anstatt klarer Worte eher eine blumigen Sprache bedient. In "The Irishman" reden sie ja auch immer davon, dass einer Häuser streicht.
Gute Idee, ich habe es mal geändert in: "Engagiert als Kammerjäger. (...)"

Schallgedämpfte Pistolen sind, wenn ich mich richtig erinnere, immer noch verdammt laut. Die hörst du durch das ganze Haus. Dass sie still wären, ist ne Hollywoodlegende. Der Vorteil ist meine ich eher, dass sie die Richtung unterdrücken und es schwer machen, das Geräusch einen Ort zuzuordnen.
Waffen sind überhaupt nicht mein Gebiet ... In Filmen hört man ja tatsächlich kaum etwas mit Schalldämpfern, aber das mag in der Deutlichkeit erfunden sein, kann ich nicht sagen. Aber selbst wenn sie nur den Lärm reduzieren, würde es ja Sinn machen, dass sie sie verwenden.

Danke für deine Eindrücke und viele Grüße,
Rob

 
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Hallo @Rob F,

was mir gefällt, ist dass deine Geschichte etwas Kammerspiel-artiges hat. Ich mag sowas in der Literatur und im Film, weil das einfach dicht ist und intensiv, wenn es gut erzählt wird.

Auch Leonard ist für mich eine Figur, die Ansätze hat, interessant und widersprüchlich zu sein. Ich sage Ansätze, weil bei der Kürze da natürlich keine besondere Tiefe entsteht - das ist aber auch okay. Man kann erahnen, dass dieser Mann (Gespräch mit Cora) etwas Charmantes hat, aber gleichzeitig (Ende der Geschichte) trotzdem noch der von damals in ihm steckt - mit all seiner Kälte und Skrupellosigkeit.
Solche mehrschichtigen Charaktere find ich gut, weil sie einfach glaubwürdiger sind, als eindimensionale Abziehbilder. Ein solches ist leider Vincent für mich. Da entdecke ich nichts, das mich interessiert. Und es ist mir auch völlig wurscht, dass er am Ende der Geschichte tot ist. Ich fand die Ansätze schön, in der beide - trotz der prekären Situation - fast schon humorvoll miteinander sprechen, als so etwas Kumpelhaftes, Vertrautes aufblitzt. Aber die reine Rachegeschichte hat mich leider nicht so gekriegt.

Auch mit bestimmten Logiklücken habe ich zu kämpfen. Dass jemand wie Vincent, der offensichtlich jahrelang auf Rache sinnt und sich (so nehme ich an) dementsprechend vorbereitet, der weiß nicht, dass Leonard im Rollstuhl sitzt? Der weiß nichts von Cora? Das ist irgendwie unglaubwürdig, wirkt stümperhaft und nimmt für mich ein wenig die Ernsthaftigkeit aus der ganzen Szene.

Die Sache, dass beide sich gegenseitig erzählen, was früher ablief ... Hmmm. Ich habe ein paar Kommentare überflogen und deine Erklärung, dass du die beiden hier eigentlich wiederholen lässt, was Vincent damals als Verhörtaktik angewandt hat. Okay, das ist ne coole Idee eigentlich, aber irgendwie funktioniert es für mich nicht. Vielleicht liegt es auch schlichtweg daran, dass diese einseitigen Erzählabsätze recht lang sind und künstlicher wirken gegen die Dialoge vorher, die du ja wirklich gut und lebendig schreibt.
Evtl. könnte das in tatsächlicher Verhörform zwischen den beiden, also knappe Fragen, knappe Antworten, besser funktionieren, spannender sein? Nur so als Idee. Die Augen des Erzählenden könnten ja dennoch geschlossen sein, das finde ich als Vertrauensbeweis auf die alten Jahre sogar noch okay (aus Logikgesichtspunkten). Aber wenn man es als Verhör komponiert, wirkt es vielleicht nicht mehr so plakativ mit diesen recht einseitigen Erzählabschnitten in kursiv ...

Dies mal so als Leseeindruck, vielleicht ist ja was Sinnvolles für dich dabei :)
Viele Grüße
RinaWu

 
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Hallo @RinaWu ,

danke für dein Feedback!

Wenn die Szene so oder so ähnlich ablaufen soll, muss ich natürlich hoffen, dass die Leser im Unterhaltungssinne bei der ein oder anderen Sache ein Auge zu drücken. Wirklich professionell wirkt vor allem Vincent dabei nicht, aber dennoch ein paar Ergänzungen:

Bezogen auf Vincent finde ich es etwas schade, wenn bei ihm ausschließlich der Grund gesehen wird, Leonard zu töten. Das hat er natürlich vor, aber es geht ihm zuvor auch darum, nochmal mit Leonard zu sprechen. Sie haben vertraut zusammen gearbeitet und Vincent möchte verstehen, warum Leonard auf ihn geschossen hat. Gerade das führt ja zu dieser Handlung, den Rückblenden.

Und eigentlich gibt es auch nicht direkt einen Anlass, davon auszugehen, dass Vincent nicht wusste, dass Leonard im Rollstuhl sitzt. Er fragt ihn zu Beginn ja nur, seit wann das so ist. Auch von seiner Haushälterin kann er gewusst haben, er "besucht" Leonard ja erst, als Cora schon weg ist. Er kennt demnach nur ihren Namen nicht, als er ihn auf dem Smartphone sieht. Die bisherige Handlung schließt also m.E. nicht aus, dass Vincent zuvor Leonards Haus beobachtet hat.

Vincent ist nicht unbedingt sympathisch, da gebe ich dir auf jeden Fall recht. Ich hoffe, dass auch hierdurch die Leser eher bei Leonard sind und hoffen, dass ihm etwas einfällt, um sich zu retten. Und dass beide durch ihre Unterschiede diese Szene spannend machen.

Bei der Art und Weise, wie die beiden die Vergangenheit erzählen, bin ich immer noch am überlegen, ob ich es anders gestalte. Ich glaube, so wie ich es bisher geschrieben habe, entsteht der Eindruck, dass sie die Sätze recht schnell hintereinander sprechen. Ich hatte jedoch eher daran gedacht, dass die beiden mit geschlossenen Augen eher langsam sprechen, ggf. kurze Pausen zwischen den Sätzen machen, da sie sich ja gleichzeitig konzentrieren und erinnern, wie es damals genau abgelaufen ist.

Aber gerade dies bleibt ein offener Punkt, mal sehen, ob ich es noch anders gestalte.

Danke auf jeden Fall für deine Eindrücke und viele Grüße!
Rob

 
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Hallo @Rob F,

deine Geschichte hat mir sehr gut gefallen, ich hatte durchgängig Bilder dazu im Kopf und bin über nichts gestolpert.

Ich habe auch die meisten Kommentare zur Geschichte gelesen und möchte deshalb ein paar Dinge loswerden:

Ich mochte die "quid pro quo"-Situation und habe mich nicht daran gestört, dass beide in dieser heiklen Situation die Augen schließen. Ich mag aber auch generell die Betrachtung eines Ehrenkodexes und ungeschriebenen Gesetzen innerhalb von (kriminellen-) Gruppierungen. Macht das Ganze menschlich.

Die Rückblenden haben für mich sehr gut funktioniert. Für mich wirkte es wie ein Voice-Over zu den Geschehnissen, die sich im Kopf der Charaktere abspielen. Dass die Charaktere flüssig erzählen, stört mich überhaupt nicht, ich glaube eher, dass Denkpausen meinen Lesefluss gestört hätten.

Wo war ich? … Das Gebäude. Wir sind zu fünft. Und noch der Fahrer des Lieferwagens. Engagiert als Kammerjäger. Ich kenne noch nicht mal den Zweck der Firma. Die Tür zum Eingangsbereich steht offen, um die hübsche Lady am Empfang tut es mir am meisten leid. Mit unseren schallgedämften Pistolen laufen wir von Büro zu Büro, schon nach wenigen Minuten ist es erledigt. Habe noch nie in so kurzer Zeit so viel Kohle verdient."

„Und warum war ich nicht dabei?“

„Na, was meinst du? Weil du eine lahme Ente bist! Du machst nie etwas, ohne vorher dreimal drüber nachzudenken. Wahrscheinlich bleibst du vor jedem Büro erstmal stehen und zählst die Personen. Wir können dich hierfür nicht gebrauchen, ganz einfach."

"Kann auch Vorteile haben, ruhig und überlegt zu handeln."

"Wohl kaum. Genug jetzt."

Beim zweiten Durchlesen habe ich mich hier gefragt, ob die Stellen "Wo war ich? ..." und die Antworten auf Leonards Nachfragen nicht lieber normal geschrieben sein sollten. Sie sind ja nicht Teil der Rückblende, sondern des Dialogs. Die Hervorhebung in kursiv ist deshalb meiner Meinung nach nicht mehr passend.

„Da bist du aber zuversichtlich.“ Vincent legte die Waffe auf die Anrichte. Er füllte ein Glas, verschloss die Flasche und trank einen Schluck. „Gar nicht so schlecht", sagte er und sah sich um. "Schön eingerichtet für jemanden auf der Flucht. Ich hätte mit mehr Gegenwehr gerechnet. Keine Waffe?“
Leonard sah ihn einige Sekunden an. „Was willst du?“
Vincent nahm einen weiteren Zug vom Whisky, stellte das Glas ab und griff wieder die Pistole. „Kurz vor Ende deines Lebens wirst du dein eigener Zeuge. Du kennst das Spiel. Schließ die Augen.“
„Worum geht es?“
Bis zum Lesen der Kommentare war mir nicht bewusst, dass das ständige Ablegen und Aufheben der Waffe mit seiner Prothese zusammenhängt. Vielleicht kannst du diesen Zusammenhang expliziter beschreiben. Die Beschreibung der Handwechsel hat mich nicht gestört, die Bedeutung ist aber leider völlig an mir vorbei gegangen.

Du schreibst in einem Kommentar:

Ich hoffe, dass auch hierdurch die Leser eher bei Leonard sind und hoffen, dass ihm etwas einfällt, um sich zu retten
Das war bei mir die zentrale Frage, die Geschichte ist ja so aufgebaut, dass man erwartet, dass Leonard überlebt. Ich frage mich also spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem Vincent auftritt, wie Leonard sich rettet. Und dann hat er einfach eine Waffe. Ich erfahre nicht woher er sie hat und wie er sie geholt hat, ohne, dass Vincent das gemerkt hat. Da er mit dem "Besuch" gerechnet hat, kann ich davon ausgehen, dass er irgendwo eine Waffe versteckt hat, aber klar wird das leider nicht. Eventuell kann er sie schon am Anfang, im Teil mit der Vorahnung, verstecken oder du könntest den Hergang am Ende genauer beschreiben. Dafür, dass die Rettung für mich eine zentrale Frage war, kommt mir die Auflösung ein bisschen zu kurz.


Grüße
Ginty

 
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Hallo @Ginty ,

danke für deinen Kommentar!

Ich mochte die "quid pro quo"-Situation und habe mich nicht daran gestört, dass beide in dieser heiklen Situation die Augen schließen. Ich mag aber auch generell die Betrachtung eines Ehrenkodexes und ungeschriebenen Gesetzen innerhalb von (kriminellen-) Gruppierungen. Macht das Ganze menschlich.
Danke, gerade dies ist ja ein schwer glaubhaft darzustellender Inhalt. Es wäre ja nur umgekehrt auch unglaubwürdig, wenn Vincent Leonard einfach direkt erschießt. Sie haben ja lange zusammengearbeitet und Vincent möchte den Grund für Leonards damaligen Angriff verstehen.

Die Rückblenden haben für mich sehr gut funktioniert. Für mich wirkte es wie ein Voice-Over zu den Geschehnissen, die sich im Kopf der Charaktere abspielen. Dass die Charaktere flüssig erzählen, stört mich überhaupt nicht, ich glaube eher, dass Denkpausen meinen Lesefluss gestört hätten.
Ich würde hieran auch nur etwas ändern, wenn ich eine grundsätzlich andere Idee hätte, wie Leonard und Vincent diese Rückblenden erzählen können. Von der ich mir auch deutlich mehr verspreche. Ich finde es für mich im Moment so in Ordnung, aber ich habe natürlich auch vor Augen, wie die beiden dabei sprechen, vielleicht fehlt das noch ein wenig im Text. Ich dachte nur allgemein, wenn jemand die Augen schließt und sich erinnert, reicht das ja vielleicht schon in etwa als Hinweis für die Sprechweise.

Beim zweiten Durchlesen habe ich mich hier gefragt, ob die Stellen "Wo war ich? ..." und die Antworten auf Leonards Nachfragen nicht lieber normal geschrieben sein sollten. Sie sind ja nicht Teil der Rückblende, sondern des Dialogs. Die Hervorhebung in kursiv ist deshalb meiner Meinung nach nicht mehr passend.
Ich glaube, ein ähnlicher Hinweis war auch schon in einem der vorherigen Kommentare und nun sehe ich es auch ein :) Kursiv sind jetzt nur die tatsächlichen Rückblenden.

Bis zum Lesen der Kommentare war mir nicht bewusst, dass das ständige Ablegen und Aufheben der Waffe mit seiner Prothese zusammenhängt. Vielleicht kannst du diesen Zusammenhang expliziter beschreiben. Die Beschreibung der Handwechsel hat mich nicht gestört, die Bedeutung ist aber leider völlig an mir vorbei gegangen.
Dass Vincent eine Prothese hat, ist ja ein zentraler Inhalt der Geschichte, deswegen hatte mich dieser Punkt etwas gewundert. Aber ich habe nun etwas ergänzt, wodurch es hoffentlich nachvollziehbarer wird:

„Da bist du aber zuversichtlich.“ Vincent legte die Waffe auf die Anrichte, den Arm mit der Prothese angelegt. Er füllte ein Glas ...

Und dann hat er einfach eine Waffe. Ich erfahre nicht woher er sie hat und wie er sie geholt hat, ohne, dass Vincent das gemerkt hat. Da er mit dem "Besuch" gerechnet hat, kann ich davon ausgehen, dass er irgendwo eine Waffe versteckt hat, aber klar wird das leider nicht.
Diese Information ist im Text nicht vorhanden, das stimmt natürlich. Ich nutze hiermit die Gelegenheit, nochmal etwas auf Vincents Nachlässigkeit hinzuweisen, durch eine Aussage von Leonard am Ende:

Er rollte zur Anrichte, schenkte sich ein Glas ein und prostete seinem ehemaligen Kollegen zu. "Du hast es noch nie für nötig gehalten, jemanden zu durchsuchen." Mit geschlossenen Augen trank er den ersten Schluck.

Danke für deine Hinweise und viele Grüße!
Rob

 
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Ach Cora, informiere dich doch besser, für wen du arbeitest :heul:!

In dieser Geschichte, @Rob F sind alle drei Protagonisten vorhersehbar. Das meine ich nicht abschätzend. Es war ja klar, dass der Einarmige doof ist, schließt der auch noch die Augen. Er wurde doch erwartet. Was hat der Dummkopf denn erwartet?

Der Einstieg gefällt mir total gut. Ich mag die Atmosphäre und klar passt die zu einem Showdown, dennoch klingt sie für mich norddeutsch. Hab an Sylt gedacht. :D

Treffen also zwei Haudegen aufeinander. Natürlich geht mir das Schicksal der beiden am Gemüt vorbei, auch die zurückliegenden Geschichten der beiden, aber du schreibst diese Szene in einer Form, die tief wirkt und bildhaft und so ist mir völlig schnuppe, was die beiden Männer zusammentreibt. Aber Cora darf nicht sterben.

Auftrag: Lapislazuli ;)

Mein kleiner Leseeindruck für Zwischendurch und freundlicher Gruß. Kanji

 
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Moin @Rob F,

„Lange genug. Autounfall“, entgegnete Leonard.
Vincent lachte. „Du warst schon immer ein beschissener Fahrer.“
Hehe, eine interessante (und witzige) Reaktion, die viel über Vincent und die Beziehung der beiden verrät.

und hob die andere Hand. Eine schwarze Prothese.
Das habe ich erst nicht gerafft - erst als er die Waffe später beim Whiskey ablegt, hab ich verstanden, dass er statt seiner Hand eine Prothese hat. Aber das mag auch einfach daran liegen, dass ich schon zu viel auf den Bildschrim gestarrt habe ;)

„Aber zuvor bist du dran“, antwortete Leonard leise.
Vincent lachte. „Womit?“
Hier denke ich sofort, dass Leonard ihn abknallt. Macht er aber nicht, es geht ihm um was anderes - coole Stelle.

"Sag mir den Grund.
Da haste falsche Anführungszeichen drin. Hast du noch an mehreren Stellen.

Haha, cooles Ende! Eine witzige Idee, gut umgesetzt. Die Dialoge sind knackig und wirken echt. Von Anfang bis Ende wirkt die Geschichte leicht komisch auf mich (im Sinne von witzig), keine Ahnung, ob das an mir liegt bzw. meinem momentanen Zustand. Aber das ist positiv gemeint! Trotz der Ernsthaftigkeit der Situation scheinen beide entspannt zu sein, sie kennen sich, handeln nicht unbedingt so, wie sie es sonst tun würden (wer würde jemandem, den er gleich erschießen will, den Rücken zudrehen?). Wirkt also auf mich fast wie eine Art Krimikomödie, so ein bisschen Tarantino-mäßig, keine Ahnung ob das deine Absicht war.
Jedenfalls gut geschrieben und gern gelesen.

Beste Grüße,
rainsen

 
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Hallo @Kanji ,

danke für deine Eindrücke!

Ach Cora, informiere dich doch besser, für wen du arbeitest
Ja, hätte sie mal besser ... aber Leonard wirkte halt so nett und anständig! ;)

In dieser Geschichte, @Rob F sind alle drei Protagonisten vorhersehbar.
Großartige Überraschungen, was das Verhalten der Personen angeht, gibt es nicht, da gebe ich dir recht. Ich würde bei Vincent nur eher ausgehen von "arrogant, deswegen nachlässig und am Ende daher auch dumm, sich darauf einzulassen".
Nur hat er ja selbst das "Schließ die Augen" vorgeschlagen, insofern ist er ein wenig in der Zwickmühle, als Leonard das gleiche vorschlägt.

Der Einstieg gefällt mir total gut. Ich mag die Atmosphäre und klar passt die zu einem Showdown, dennoch klingt sie für mich norddeutsch. Hab an Sylt gedacht.
Ich nenne ja keinen konkreten Ort, also wer weiß, was in eher abgelegenen Häusern auf Sylt so alles passiert? :gelb:

Treffen also zwei Haudegen aufeinander. Natürlich geht mir das Schicksal der beiden am Gemüt vorbei, auch die zurückliegenden Geschichten der beiden, aber du schreibst diese Szene in einer Form, die tief wirkt und bildhaft und so ist mir völlig schnuppe, was die beiden Männer zusammentreibt. Aber Cora darf nicht sterben.
Demnach gewinnt die Geschichte für dich durch die Atmosphäre und die entstandene Situation, und das freut mich natürlich!
Um die arme Cora ist es nun geschehen, kann ich leider nicht ändern, so steht es nun geschrieben ;)

Danke für den Kommentar und noch einen schönen Sonntag,
Rob


Hallo @rainsen ,

danke für dein Feedback!

Hehe, eine interessante (und witzige) Reaktion, die viel über Vincent und die Beziehung der beiden verrät.
Ja, ich meine nicht, dass sich meine Geschichte damit vergleichen kann, aber da bin ich wohl gedanklich immer mal wieder ein wenig Richtung Pulp Fiction von Tarantino abgedriftet. Insofern der eher lockere/provozierende Ton zwischen den beiden.

Das habe ich erst nicht gerafft - erst als er die Waffe später beim Whiskey ablegt, hab ich verstanden, dass er statt seiner Hand eine Prothese hat.
Ein interessanter Punkt, der ja auch in vorherigen Kommentaren vorkommt. Gerade deswegen muss Vincent ja immer zwischen der Waffe und dem Whiskyglas wechseln. Bin mir nur nicht sicher, woran das liegt, da ich es ja schon deutlich erwähne.

Hier denke ich sofort, dass Leonard ihn abknallt. Macht er aber nicht, es geht ihm um was anderes - coole Stelle.
Danke, hier geht es für Leonard um alles oder nichts. Entweder Vincent lässt sich drauf ein, oder er beendet es ...

Trotz der Ernsthaftigkeit der Situation scheinen beide entspannt zu sein, sie kennen sich, handeln nicht unbedingt so, wie sie es sonst tun würden (wer würde jemandem, den er gleich erschießen will, den Rücken zudrehen?). Wirkt also auf mich fast wie eine Art Krimikomödie, so ein bisschen Tarantino-mäßig, keine Ahnung ob das deine Absicht war.
Als ich angefangen habe zu schreiben, sollte es nicht in diese Richtung gehen. Aber wie das so ist, haben sich dann die Dialoge wie von selbst in diese Richtung entwickelt und für mich muss die Geschichte nun auch so sein. Beide kennen sich lange genug, haben ein Gespühr füreinander und gehen daher davon aus, dass keiner nun einfach direkt schießt. Es entwickelt sich also ein Spiel zwischen den beiden, und Vincent stolpert am Ende über seine Überheblichkeit.

Danke für deine Eindrücke und viele Grüße!
Rob

 
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Hey @Rob F,

Ein interessanter Punkt, der ja auch in vorherigen Kommentaren vorkommt. Gerade deswegen muss Vincent ja immer zwischen der Waffe und dem Whiskyglas wechseln. Bin mir nur nicht sicher, woran das liegt, da ich es ja schon deutlich erwähne.
Dass auch andere dieses kleine Stolpern hatten, wusste ich nicht. Für mich ist relativ klar, dass es an den separaten Sätzen liegt: "...hob seine andere Hand. Eine schwarze Prothese." Man könnte es so lesen (was ich ja offensichtlich gemacht habe), dass er eine schwarze Prothese in seiner andren Hand hält, da du erst seine Hand selbst erwähnst (die es ja nunmal nicht mehr gibt) und dann separat die Prothese.
Demnach könntest du das Problem ganz einfach lösen, indem du die beiden Sätze kombinierst, vielleicht durch einen Halbgevierstrich oder einen Doppelpunkt, dann wird das sicherlich deutlich, dass die Hand die Prothese ist: "...seine andere Hand: eine schwarze Prothese."

Es entwickelt sich also ein Spiel zwischen den beiden, und Vincent stolpert am Ende über seine Überheblichkeit.
Das ist es wohl, was das Besondere an der Geschichte ausmacht!

Beste Grüße,
rainsen

 
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09.12.2019
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Für mich ist relativ klar, dass es an den separaten Sätzen liegt: "...hob seine andere Hand. Eine schwarze Prothese." Man könnte es so lesen (was ich ja offensichtlich gemacht habe), dass er eine schwarze Prothese in seiner andren Hand hält, da du erst seine Hand selbst erwähnst (die es ja nunmal nicht mehr gibt) und dann separat die Prothese.
Hallo @rainsen ,

danke, guter Hinweis! Ich habe die beiden Sätze mal wie folgt verbunden, so sollte es etwas deutlicher werden:

Vincent hielt die Waffe auf ihn gerichtet und hob die andere Hand - eine schwarze Prothese.

Spätestens durch Leonards Erzählung wird ja dann deutlich, dass von der Hand auch nicht mehr viel übrig sein konnte ...

Viele Grüße,
Rob

 

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