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Sein Leben

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Sein Leben

Er hasst sein Leben. Nein, er liebte sein Leben. Aber es zeriss ihn. Immer und immer wieder. Und wenn er glaubte, dass er nun sicher wieder am Stück war, dann begann ein kleiner Riss wieder, sich seine Bahnen zu ziehen, bis er wieder auseinanderriss.
Er hasste sein zerhacktes, zermürbtes, zähes Leben.
Er liebte sein lachendes, lustiges, lebensfrohes Leben.
Und er liebte seine Freundin, seine wirklich tolle, treue Freundin.
Er liebte sie wirklich und so sehr, dass er es nicht beschreiben konnte. Bei ihr konnte er entspannen, ruhig werden, Ruhe tanken. Er hätte von Herzen gerne einzig und allein sie geliebt, seine Freundin.
Er liebte sein Leben. Aber er liebte auch seine Freundin. Ihre Freundin. Die, mit der er Abenteuer erleben wollte, Musik hören und leben wollte, in die weite Welt ziehen wollte. Die, die ihn so oft wollte, aber es nie zeigte, bis es zu spät war. Er hasste sein Leben. Er liebte sein Leben, seine Freundin und ihre Freundin. Er hasste sein Leben. Das Leben und die Liebe, die niemand verstehen konnte und niemand verstehen würde. Seiner Zeit voraus, oder seiner Welt voraus, wahrscheinlich einfach nur sich selbst voraus.
Und er liebte die lang Verflossene. Seine erste Freundin. Die, die immer besonders bleibt. Die, bei der er wie nirgends sonst sein Herz spürte, die Aufregung, die Leidenschaft. Die, die ihn vor zwei Jahren wegschickte als sie ihn noch haben konnte und es jetzt bereute, weil es zu spät war.
Es zeriss ihn, in einer Welt zu sein, in einer Gesellschaft, die ihn dazu bracchte, sich selbst als anders, als falsch zu sehen. Weil er zu viel liebte. Die Welt, in der er sich entscheiden musste.
Er liebte sein Leben. Das Feiern, das Sein, die Freunde. Die Freunde, die das nie verstanden. Die Freunde, die sich über so vieles Gedanken machen konnten, die so schlau waren, aber das nie verstanden.
Es zeriss ihn. Er hasste sein Leben. Die Vorwürfe, von anderen, sich selbst, über alles. Er liebte sie alle drei, sodass er für sich selbst keine mehr übrig hatte.
 
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Monster-WG
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10.09.2014
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Hola @BetzeJoni,

schlappe zwanzig Zeilen als Kurzgeschichte und im Profil:
Ich habe keine großen Ansprüche an mich oder meine Werke.
Hm. Sparflamme oder was?
Du redest von fehlenden Ansprüchen, nennst Deine Texte aber pomfortionös ‚Werke‘.
Lass mal lesen:
Er liebte sie wirklich und so sehr, dass er es nicht beschreiben konnte.
Tja, angesichts des knappen Textes bin ich versucht zu sagen: 'Dann beschreib Du es, BetzeJoni!'

Die, mit der er Abenteuer erleben wollte, Musik hören und leben wollte, in die weite Welt ziehen wollte.
Verweile ein bisschen bei uns – und Du wirst einen solchen Satz nie wieder schreiben.
Aber er liebte auch seine Freundin. Ihre Freundin.
… seine und ihre … Passiert oft.

Die, mit der er Abenteuer erleben wollte, …
Und welche genau, wenn ich fragen darf?


Nein, ganz ernsthaft: Dein Text hat was. Auch wenn es nur ein fix aufgeschriebenes Gefühl, ein abendfüllender Gedanke des Protagonisten bei etwas Sprittigem sein sollte, so erreicht mich dieser merkwürdige Text dennoch.
Niemand muss alte Fotos heraussuchen, um sich zu erinnern an diese verdammte Zerrissenheit; jeder kennt sie. Das alte Lied, immer brandaktuell.

Und auch das trifft ins Schwarze:
Und er liebte die lang Verflossene. Seine erste Freundin. Die, die immer besonders bleibt.
Aber ja! Keine Frage:).
Eines fällt mir noch ein: Probiere doch mal, den Text in der Ich-Form zu schreiben. Das wirkt oft direkter und eindringlicher.

Jedenfalls freut‘s mich, Dich willkommen heißen zu können
und Dir eine gute Zeit im Forum zu wünschen.

José
 
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30.12.2020
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Hi @BetzeJoni,
willkommen im Forum! :)

Tja, wie dein Prota bin ich hin- und hergerissen.
Einerseits: Ich finde das Thema und deine Gedankengänge ziemlich interessant. Mehr davon!
Andererseits: Formal haut mich der Text nicht um (bearbeite ihn doch noch etwas :) ). Die Sätze klingen wirklich extrem abgehackt. Dann hast du öfter Textumbrüche eingebaut, die für mich keinen Sinn machen.
Ich frage mich auch, ob sich die Zerrissenheit deines Protagonisten nur auf die Liebe bezieht? Warum hasst er dann sein Leben? Es geht doch darum, dass er zu viel liebt und so keine Liebe für sich selbst empfinden kann?
Aber irgendwie hat mich dein Text gepackt.

Liebe Grüße,
Waldläufer
 
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Hola @BetzeJoni,

schlappe zwanzig Zeilen als Kurzgeschichte und im Profil:
Ich habe keine großen Ansprüche an mich oder meine Werke.
Hm. Sparflamme oder was?
Du redest von fehlenden Ansprüchen, nennst Deine Texte aber pomfortionös ‚Werke‘.
Lass mal lesen:
Er liebte sie wirklich und so sehr, dass er es nicht beschreiben konnte.
Tja, angesichts des knappen Textes bin ich versucht zu sagen: 'Dann beschreib Du es, BetzeJoni!'

Die, mit der er Abenteuer erleben wollte, Musik hören und leben wollte, in die weite Welt ziehen wollte.
Verweile ein bisschen bei uns – und Du wirst einen solchen Satz nie wieder schreiben.
Aber er liebte auch seine Freundin. Ihre Freundin.
… seine und ihre … Passiert oft.

Die, mit der er Abenteuer erleben wollte, …
Und welche genau, wenn ich fragen darf?


Nein, ganz ernsthaft: Dein Text hat was. Auch wenn es nur ein fix aufgeschriebenes Gefühl, ein abendfüllender Gedanke des Protagonisten bei etwas Sprittigem sein sollte, so erreicht mich dieser merkwürdige Text dennoch.
Niemand muss alte Fotos heraussuchen, um sich zu erinnern an diese verdammte Zerrissenheit; jeder kennt sie. Das alte Lied, immer brandaktuell.

Und auch das trifft ins Schwarze:
Und er liebte die lang Verflossene. Seine erste Freundin. Die, die immer besonders bleibt.
Aber ja! Keine Frage:).
Eines fällt mir noch ein: Probiere doch mal, den Text in der Ich-Form zu schreiben. Das wirkt oft direkter und eindringlicher.

Jedenfalls freut‘s mich, Dich willkommen heißen zu können
und Dir eine gute Zeit im Forum zu wünschen.

José
Hi José,
Danke erstmal für deinen Text.
Ja, ich bin eher auf Sparflamme und das was ich schreibe ist sehr vage, ohne viel Details, damit man sich selbst in mehr Situationen damit identifizieren kann und nicht nur das eine mal wo man in einem Jazz-Keller in New York City war (um es etwas überspitzt auszudrücken). Wenn du dich am Wort "Werke" störst ändere ich das gerne in "Texte" um, mir ist durchaus bewusst, dass die Texte sehr impulsiv wirken und sind, wenn auch der Sinn dahinter alles andere als impulsiv ist. Dementsprechend ist das Ganze weder ein rhetorisch ausgefeilter Text noch literarisch besonders wertvoll, aber eben so, wie es in dem Moment herauskommt. Ehrlich halt.
Deinem Kommentar zur Wiederholung des Wortes "wollte" fass ich als eher ablehnend auf, aber lass dir gesagt sein, dass die ganz bewusst eingebaut wurde, es mag sein, dass das nicht vielen so gefällt aber für mich hatte das so gepasst in dem Moment.
Die Abenteuer sind tatsächlich nicht nur aus dem obigen Grund so vage gefasst.
Der Protagonist vermisst in der aktuellen Beziehung so ziemlich sämtliche Abenteuer, wie gesagt "konnte er [bei ihr] entspannen, ruhig werden", aber eben kein Abenteuer erleben, nicht das wilde Leben leben, dass er gerne hätte.

Danke für dein gutes Feedback und alles Gute,
Joni

Hi @BetzeJoni,
willkommen im Forum! :)

Tja, wie dein Prota bin ich hin- und hergerissen.
Einerseits: Ich finde das Thema und deine Gedankengänge ziemlich interessant. Mehr davon!
Andererseits: Formal haut mich der Text nicht um (bearbeite ihn doch noch etwas :) ). Die Sätze klingen wirklich extrem abgehackt. Dann hast du öfter Textumbrüche eingebaut, die für mich keinen Sinn machen.
Ich frage mich auch, ob sich die Zerrissenheit deines Protagonisten nur auf die Liebe bezieht? Warum hasst er dann sein Leben? Es geht doch darum, dass er zu viel liebt und so keine Liebe für sich selbst empfinden kann?
Aber irgendwie hat mich dein Text gepackt.

Liebe Grüße,
Waldläufer
Hey Waldläufer,
Danke für deinen Text und das Interesse fürs Thema!
Wie ich auf einen früheren Kommentar gerade geantwortet habe (vielleicht hilft er dir ein bisschen zum Verständnis), ist der Text impulsiv geschrieben, also aus dem Bauch raus, ohne den Anspruch, ein rhetorisches und/oder literarisches Meisterwerk abzuliefern. Dementsprechend repräsentiert er aber ehrlich und ungeschönt die Gefühle und Intentionen zu der Zeit (Deshalb werde ich ihn auch nicht groß bearbeiten).
Das Abgehackte gefällt mir literarisch auch nicht wirklich, aber stellt die Ambivalenz der Gefühle, das ständige hin und her und das schnelle Wechseln dazwischen gut dar. Die komischen Absätze habe ich jedoch ein wenig überarbeitet, die waren aus dem Schreibprogramm auf dem Tablet ein bisschen zerschossen. Danke für den Tipp.
Danke für die Frage nach der Zerissenheit! Diese kommt mittelbar tatsächlich ausschließlich durch jenes Problem der Liebe, strahlt aber auf die ganzen Probleme ab, die dieses Ursprungsproblem mit sich zieht. Die Beziehung zwischen den beiden Freundinnen zum Beispiel. Und da das einen so großen Einfluss auf sein Leben hat, denkt er manchmal, sein Leben zu hassen, da es so viel Kompliziertes mit sich zieht. Auf der anderen Seite stimmt aber auch die Aussage, dass er sein Leben liebt, denn im Grunde ist das Leben ziemlich gut, Freunde, Freundin, Lebenssituation lassen wenig zu wünschen übrig, was den Kontrast zur einzig großen Herausforderung in seinem Leben umso größer erscheinen lässt.

Danke für dein Feedback, vielleicht hat dir meine Antwort ja geholfen, schreib gerne wieder zurück.
LG Joni
 
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Hi @BetzeJoni und danke für deine schnelle Antwort. :)

Das Abgehackte gefällt mir literarisch auch nicht wirklich, aber stellt die Ambivalenz der Gefühle, das ständige hin und her und das schnelle Wechseln dazwischen gut dar.
impulsiv geschrieben
Die Ambivalenz und Impulsivität kommen auch rüber - keine Frage. :) Ich habe aber insgesamt das Gefühl, dass du dich nicht genug dafür interessierst, wie es dem Leser geht. Du schreibst impulsiv, die Gefühle brechen beim Schreiben aus dir heraus, doch wenn ich es als Person lese, die nicht in deinen Kopf reingucken und deine Gefühle/ Gedanken/ Vorstellungen sehen kann, fällt es beim Lesen ein bisschen schwer, dem zu folgen.
Ich glaube auf jeden Fall, dass du das, was du mit diesem Text rüberbringen möchtest, auch auf eine etwas leserfreundlicheren Weise erreichen kannst. Einfach ein paar mehr Infos (zum bisherigen Leben des Prota, Genaueres zu den drei Frauen und ihrer Geschichte, usw.).
Falls du auch bei den nächsten Texten in diesem Format bleiben möchstest, könntest du sie ggf. besser in der Rubrik Flash Fiction hochladen, denn bei Kurzgeschichten erwartet man (denke ich) etwas mehr Input.

Liebe Grüße,
Waldläufer
 
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Hi @BetzeJoni und danke für deine schnelle Antwort. :)

Das Abgehackte gefällt mir literarisch auch nicht wirklich, aber stellt die Ambivalenz der Gefühle, das ständige hin und her und das schnelle Wechseln dazwischen gut dar.
impulsiv geschrieben
Die Ambivalenz und Impulsivität kommen auch rüber - keine Frage. :) Ich habe aber insgesamt das Gefühl, dass du dich nicht genug dafür interessierst, wie es dem Leser geht. Du schreibst impulsiv, die Gefühle brechen beim Schreiben aus dir heraus, doch wenn ich es als Person lese, die nicht in deinen Kopf reingucken und deine Gefühle/ Gedanken/ Vorstellungen sehen kann, fällt es beim Lesen ein bisschen schwer, dem zu folgen.
Ich glaube auf jeden Fall, dass du das, was du mit diesem Text rüberbringen möchtest, auch auf eine etwas leserfreundlicheren Weise erreichen kannst. Einfach ein paar mehr Infos (zum bisherigen Leben des Prota, Genaueres zu den drei Frauen und ihrer Geschichte, usw.).
Falls du auch bei den nächsten Texten in diesem Format bleiben möchstest, könntest du sie ggf. besser in der Rubrik Flash Fiction hochladen, denn bei Kurzgeschichten erwartet man (denke ich) etwas mehr Input.

Liebe Grüße,
Waldläufer
Danke für den Tipp, das werde ich wahrscheinlich machen! Bin ja neu, wusste noch gar nicht, dass es den Bereich gibt.
 
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Monster-WG
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Hola @BetzeJoni,

ich noch mal auf die Schnelle:
BJ: Wenn du dich am Wort "Werke" störst ändere ich das gerne in "Texte" um, …
Aber nein, woher denn? Wir sind Hobbyschreiber.
‚Werk‘ hat eine gewisse Wertigkeit. Das wird geplant, umgesetzt, vermessen, kontrolliert, verändert, verbessert – viel Aufwand jedenfalls bis zum fertigen Werk.
Deine Art zu schreiben hat mit jener akribischen Ausführung nichts zu tun, und Du sagst ja auch:
… ist der Text impulsiv geschrieben, also aus dem Bauch raus, ohne den Anspruch, ein rhetorisches und/oder literarisches Meisterwerk abzuliefern.
Du siehst, ‚Werk‘ will nicht so recht passen. Trotzdem ‚musst‘ Du wegen mir nichts ändern, gar nichts.

Auch hier bleibst Du der Chef und niemand will Dir Vorschriften machen oder etwas verlangen:
Dementsprechend repräsentiert er aber ehrlich und ungeschönt die Gefühle und Intentionen zu der Zeit (Deshalb werde ich ihn auch nicht groß bearbeiten).
Völlig in Ordnung, wenn Du den Text so lässt. Du stehst dazu und basta. Nur finde ich, da knirscht etwas: Das Veröffentlichen Deines Textes soll die Leser zum Feedback animieren – doch wozu sollten sie eines schreiben, wenn Du mit Deinem Text schon zufrieden bist?

Na ja, das dach‘ ich so.
José
 
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Hola @BetzeJoni,

ich noch mal auf die Schnelle:
BJ: Wenn du dich am Wort "Werke" störst ändere ich das gerne in "Texte" um, …
Aber nein, woher denn? Wir sind Hobbyschreiber.
‚Werk‘ hat eine gewisse Wertigkeit. Das wird geplant, umgesetzt, vermessen, kontrolliert, verändert, verbessert – viel Aufwand jedenfalls bis zum fertigen Werk.
Deine Art zu schreiben hat mit jener akribischen Ausführung nichts zu tun, und Du sagst ja auch:
… ist der Text impulsiv geschrieben, also aus dem Bauch raus, ohne den Anspruch, ein rhetorisches und/oder literarisches Meisterwerk abzuliefern.
Du siehst, ‚Werk‘ will nicht so recht passen. Trotzdem ‚musst‘ Du wegen mir nichts ändern, gar nichts.

Auch hier bleibst Du der Chef und niemand will Dir Vorschriften machen oder etwas verlangen:
Dementsprechend repräsentiert er aber ehrlich und ungeschönt die Gefühle und Intentionen zu der Zeit (Deshalb werde ich ihn auch nicht groß bearbeiten).
Völlig in Ordnung, wenn Du den Text so lässt. Du stehst dazu und basta. Nur finde ich, da knirscht etwas: Das Veröffentlichen Deines Textes soll die Leser zum Feedback animieren – doch wozu sollten sie eines schreiben, wenn Du mit Deinem Text schon zufrieden bist?

Na ja, das dach‘ ich so.
José
Ich lass es zwar so, bedeutet aber nicht, dass ich damit zufrieden bin :)
Ich will nur nicht die Gedanken und Gefühle in dem Moment im Nachhinein verändern oder verfälschen. Ich bin trotzdem dankbar über Feedback, weil ich so auch anders auf den Text schaue und künftige vielleicht anders machen werde. Und vielleicht mache ich aus dem ganzen auch noch eine "richtige" Kurzgeschichte, also mit mehr Details usw.
Den Text hier würde ich aber auch dann so lassen.
LG
 

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