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Snuuf, der Fürchterliche

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Snuuf, der Fürchterliche

»Ich wollte ihn fragen, den Herrn Drache, ob er mir was abgeben kann von seinem Gold?«
Liesel schwenkte den Eimer und ließ das Blech zweimal gegen die schwarze Klaue scheppern, die länger war als sie selbst. Eine kleine Weile lang geschah nichts. Kurz bevor Liesel dachte, der Drache sei eingeschlafen oder vielleicht sogar tot, wirbelte sein ungehaltenes Schnauben eine Goldstaubwolke auf. Heiseres Lachen folgte, das Liesel zwang, sich die Nase zuzuhalten, so sehr stank der Atem. Gleichzeitig musste sie wegen des Staubes husten und das war so ziemlich das Komplizierteste, was Liesel in ihrem bisherigen Leben getan hatte.
»Herr Drache …«, sagte der Drache, »merk dir eins, mein Name ist nicht Herr Drache. Ich bin Snuuf, der Fürchterliche. Capisce?«
'Capisce' hatte ein Ritter aus der Lombardei einst zu ihm gesagt. Er hatte die Schwertspitze in den Goldboden gerammt und den Fuß auf einen unförmigen Goldhaufen gestellt, der einmal ein anderer Ritter gewesen sein mochte. Nach dem dritten 'Capisce' biss ihm Snuuf den Kopf ab.

»Ja, capisce, Herr Snuuf, dürfte ich dann den Eimer unter seine werte Nase …«
Aus Snuufs Nüstern tropfte flüssiges Gold. Ohne Unterlass. Er hatte seit Ewigkeiten eine Golderkältung, die er nicht mehr los wurde. Das war allseits bekannt und hatte nicht nur Liesel hierhergeführt. Etliche andere – insbesondere Ritter – hatten es vor ihr versucht, keiner war je wieder zurückgekommen. Überreste ihrer Rüstungen steckten im ausgehärteten Gold fest, mit dem der Höhlenboden gepflastert war. Die Helme hatte der Drache zu Haufen aufgeworfen, wie die Bauern im Tal es mit den Steinen machten, die im Feld lagen.
»Frech bist du, ganz schön frech«, sagte Snuuf. Insgeheim hatte er die Frechen lieber, die waren nicht so langweilig wie die Ängstlichen. Doch zu guter Letzt quiekten sie alle gleich.
»Und was bekomme ich dafür?«, fragte er.
»Eine Redensart«, sagte Liesel. Drachen lieben Redensarten. Auch wenn sie es niemals zugeben würden.
»Pffft, eine Redensart.« Snuuf schnippte mit einem lässigen Schnacken seiner Mittelkralle einen Helm knapp an Liesel vorbei. Durch den hohlen Schädel darin klang er wie eine Rassel. Hals über Kopf polterte er den Hang unter der Höhle hinab, bis er an einem Felsen zerschellte.

»Warte, bis der Drache liegt und nicht mehr durch die Lüfte fliegt, bevor du ihn besiegst«, sagte Liesel.
Reglos lag der Kopf des Drachen auf seinen Vorderläufen. Die Augen hatte er wieder geschlossen, aus seiner linken Nüster lief ein Tropfen Goldrotze. Gerade als die Liesel den Eimer darunter stellen wollte, hob er ein Augenlid.
»Hm, das soll eine Redensart sein?«, sagte Snuuf. Die rote Pupille glänzte kalt. »Das ist ungefähr so interessant wie die Schuppen an meinem Hinterausgang, wenn du verstehst, was ich meine.« Damit ließ er ein Lüftchen entweichen, das unvergleichlich grauenhafter war als sein Atem.
Liesel rümpfte die Nase, weil sie es – abgesehen von dem ungeheuren Stechen darin – nicht mochte, wenn jemand so ungehobelt zu ihr sprach. Aber wie sollte man einem Drachen, der das schon so lange war, noch etwas anderes beibringen?

»Was der Drache nicht kennt, frisst er trotzdem«, sagte Snuuf und grinste. Grünlicher Speichel troff aus seinem Mundwinkel. »Das nenne ich eine Redensart. Und jetzt verzieh dich, halbe Portion!« Snuuf ließ den Kopf wieder auf die Vorderläufe sinken und schloss die Augen.
»Echt jetzt, Herr Drache? Das war doch gar nichts«, Liesel klopfte mit dem Fingerknöchel an den Eimer. »Also wenn ich dann mal …«
Snuuf brüllte auf, weil er ein Drache war und Drachen es nicht mögen, wenn jemand zu ihnen sagt, sie können etwas gar nicht.

»Ein Spruch«, sagte Liesel schnell. Drachen lieben Sprüche. Auch wenn sie es niemals zugeben würden.
»Ein Spruch! Ich bin nicht interessiert an deinem Spruch. Ein Spruch ist was für den hohlen Zahn, Bouffon«, sagte der Drache. Kunstvoll gepuffte Rauchringe stiegen aus den Nüstern empor.
'Bouffon' hatte ein Ritter aus der Dordogne einst gesagt, wobei unklar blieb, von wem er sprach. Der Ritter wusste nicht, dass Drachen es gar nicht mögen, wenn man unklar mit ihnen redete und so blieb 'Bouffon' das Letzte, was er in seinem Leben von sich gab. Snuuf verschmorte ihn flugs mit einem höllischen Puster in seine Rüstung. 'Krustenbraten französischer Art im Rittertopf' nannte er das. Daran musste er denken, als er jetzt tief die Luft einsog.

»Nichts einfacher als fliegen: Du musst dich nur zu Boden werfen und ihn dabei verfehlen«, beeilte sich Liesel zu sagen.
Stille – als würde die Welt die Luft anhalten. Dann schnaufte der Drache einmal feuerfrei durch. Liesel hielt sich den Arm vor den Mund, bis der ärgste Staub und Mief verflogen waren. Die riesige, rote Pupille kam näher. So nah, dass Liesel sich in dem feurigen Glanz spiegeln konnte. Sie wich zurück, bis sie mit dem Rücken an etwas Hartes, Kaltes stieß, das senkrecht aus dem Boden wuchs.
Als sie ihn anlächelte, schloss der Drache das Augenlid, prustete los und flatterte einmal mit der linken Schwinge auf. Wappenverzierte Schilde, Schwerter und Morgensterne, die noch nicht mit dem Gold verbacken waren, turselten durch die Höhle und zum Eingang hinaus. Liesel hing waagerecht wie eine Fahne an der Eisenlanze, die fest im Goldboden steckte, und schrie. Als sie wieder landete, schlug ihr der Eimer ans Knie.
»Au, dumme Lumme«, rutschte ihr heraus, was so ziemlich der unerfreulichste Fluch war, den Liesel bis dahin kannte. Liesel rümpfte die Nase, weil sie es – abgesehen vom bestialischen Gestank – nicht mochte, wenn jemand sie waagerecht in der Luft hängen ließ. Nicht, dass sie grundsätzlich etwas dagegen gehabt hätte, sie wollte nur vorher gefragt werden. Aber wie sollte man einem Drachen, der das schon so lange war, noch etwas anderes beibringen?

»Ich gebe zu, der war nicht verkehrt, aber lange nicht so gut wie dieser: Nichts einfacher, als Mensch zu sein. Du darfst dich nur nicht trauen, etwas anzuzetteln, das du nicht verstehst.«
Zufrieden hob er die Schnauze. »Das nenne ich einen Spruch. Und jetzt schleich von dannen.«
Liesel dachte nach. »Na ja, da ist aber gar reichlich Luft nach oben«, sagte sie, »also Herr Drache, wenn er mich jetzt …« Der Eimer wanderte zögerlich Richtung Nasenloch.
Snuuf brüllte auf, weil er ein Drache war und Drachen es gar nicht mögen, wenn jemand behauptet, sie hätten noch Luft nach oben, schon gar nicht in der eigenen Höhle.
Diesmal flammte eine rote Feuerwolke über den Boden, die Liesels Zöpfe ansengte und ihr die Röte in die Wangen trieb. Liesel keuchte zweimal und beeilte sich, etwas anderes zu probieren.

»Ein Limerick«, sagte Liesel. Drachen lieben Limericks. Auch wenn sie es niemals zugeben würden.
»Ein Limerick! Was soll das sein, ein neumodischer Möchtegern-Reim? Was spricht gegen einen ordentlichen Vers, zum Donnerglöck!«, grummelte Snuuf.
'Donnerglöck' mochte er sogar noch lieber als 'Capisce' oder 'Bouffon'. 'Gib mir was von dem Gold, zum Donnerglöck!', hatte einst ein Ritter aus dem fernen Island zu ihm gesagt. Sein Helm war mit großen Hörnern verziert und in der Hand trug er einen schulterhohen, eisenbeschlagenen Hammer, mit dem er kräftig aufstampfte. Der Hammer blieb seltsam einsam auf dem Goldboden stehen, nachdem Snuuf den stolzen Ritter aus Island wie eine Blechdose unter seiner Pfote zerdrückt hatte.

»Zum Donnerdingens, schon klar, was auch immer das sein soll. Egal, hier mein Limerick«, sagte Liesel.

»Zu 'nem Drachen mit Schnupfen aus Gold,
kamen Ritter den Berg 'raufgetrollt,
sie starben zu Hauf,
meist fraß er sie auf,
es blieb nur die Liesel so hold.«


»Langweilig«, sagte der Drache. Er schürzte die Lefzen, seine Maulwinkel reichten bis zu den Ohren. Die Zähne waren spitz wie Zaunpfähle und sahen aus, als hätte er Spinat gegessen, wobei sich Liesel sicher war, dass Spinat nicht auf seiner Speisekarte stand – im Gegensatz zu Rittern aller Herren Länder.
Liesel rümpfte die Nase – zum einen wegen des Drachengeruchs, aber auch, weil sie es nicht mochte, wenn jemand sie langweilig nannte, schon gar nicht jemand, der selbst so anmaßend wenig zu einer guten Unterhaltung beitrug wie Snuuf, der Fürchterliche. Aber wie sollte man einem Drachen, der das schon so lange war, noch etwas anderes beibringen?

»Jetzt bin ich dran«, sagte der Drache.

»Einst legt der Drache ab den Kopf,
die Liesel, leis und unscheinbar,
stiehlt flink, was aus der Nase tropft,
da frisst er sie mit Haut und Haar.«


»Das nenne ich einen Reim«, sagte Snuuf und begann, mit einer Hellebarde zwischen den Zähnen zu stochern. Dabei achtete er darauf, dass seine Fangzähne schön luftig freilagen.
»Soll ich ehrlich sein?«, sagte Liesel, »das war zwar nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut.«
Snuuf fauchte kurz, weil er ein Drache war und Drachen es gar nicht mögen, wenn jemand sagt, sie wären zwar nicht schlecht, aber halt auch nicht richtig gut.
Mit der Hellebarde zwischen den Zähnen hatte das zur Folge, dass er sich in den Gaumen stach und ein dünnes Rinnsal seines Blutes zitterig wie Quecksilber vor Liesels Füße floss. Sie bückte sich, tunkte einen Finger in das Blut und strich es sich auf die Wangen. Sogleich fing ihr Mund an zu brennen, mit Worten, die hinausmussten. Mit einem Mal wusste sie, was sie zu sagen hatte.
»Lieber geschätzter Herr Drache, dürfte ich Sie höflichst bitten, mir gütigerweise bitte etwas von Ihrem Goldschnodder abzugeben?«
Was Liesel erst auf die Art erfuhr: So sehr sie sich auch dagegen wehren, Drachen können keine Bitte, die so freundlich vorgetragen wird, jemals abschlagen, was auch damit zu tun hat, dass es so extrem selten vorkommt. Und so half Snuuf, dem Fürchterlichen kein Stöhnen, kein Heulen und kein Fluchen.

»Du kriegst mein Gold nicht, capisce? Niemals gebe ich etwas davon so einem Hänfling, einem elenden Bouffon, Kruzifix noch eins, zum Donnerglöck!«
Doch so sehr er sich auch anstrengte, er konnte weder nach ihr schnappen, noch sein Feuer auf sie spucken oder gar seine Pranke auf sie niedersausen lassen. Und es kam noch schlimmer. Snuuf spürte, wie es in seinen Nüstern kitzelte, wie kleine Bläschen aufstiegen und unter dem Gaumen zerplatzten, bis er nicht mehr an sich halten konnte.
Mit einem gewaltigen Nieser schleuderte Snuuf einen Goldpfropfen hoch an die Höhlendecke.
Liesel ging einige Schritte, stellte sich mit dem Eimer darunter und wartete, bis der Eimer mit Drachenschnupfen vollgedrippelt war. Dann machte sie einen tiefen Knicks und sagte zum Abschied mit großer Liebenswürdigkeit:
»Habt Dank, werter Herr Drache, ich wünsche euch auch weiterhin ein wunderschönes Leben voller leckerer Ritter.«
Ohne Hast ging sie den Berg hinab und klopfte dabei den Takt der schrecklichen Drachenflüche mit den Fingerspitzen auf dem gefüllten Blecheimer mit, bis sie nicht mehr lauter waren als das Zwitschern der Vögel.
 
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@linktofink, hör auf damit! Du bist ja ganz furchtbar produktiv, da komm ich mir umso fauler vor.

Aber ich kann dir gar nicht böse sein, denn ich liebe Drachen. Es sollte viel mehr Drachengeschichten geben.

Der Einstieg gefällt mir super!
Gleichzeitig musste sie wegen des Staubs husten und das war so ziemlich das Komplizierteste, was Liesel in ihrem bisherigen Leben getan hatte.
Ich bin Snuuf der Fürchterliche.
Snuuf Komma?

Er hatte sein Schwert in den Goldboden gerammt
Na das ist aber ein starker Ritter.

Aus Snuufs Nüstern tropfte flüssiges Gold. Ohne Unterlass. Er hatte seit Ewigkeiten eine Golderkältung, die er nicht mehr los wurde.
Oh, das find ich super! Sehr schöne Idee.

Etliche andere – insbesondere Ritter – hatten es vor ihr versucht, keiner war je wieder zurückgekommen.
Warum hat Liesel eigentlich gar keine Angst?

Überreste ihrer Rüstungen staken im ausgehärteten Gold fest
Das ist nicht das richtige Verb. Steckten?

Die Helme hatte der Drache fein säuberlich zu spitzen Kegeln aufgestapelt.
Hmm, das passt für mich irgendwie nicht so zum Snuuf. Zu viel Arbeit.

Damit ließ er ein Lüftchen entweichen, dass unvergleichlich schlimmer war als sein Atem.
Das unvergleichlich …

Und jetzt verzieh dich!
Will er sie denn nicht fressen?

'Krustenbraten französischer Art im Rittertopf' nannte er das.
:D

turselten durch die Höhle
Bitte was tun die?

Liesel hing waagerecht an der Eisenlanze, die fest im Goldboden stak, und schrie.
Ich weiß nicht, ob den Kindern hier klar wird, dass sie wie eine Fahne im Wind flattert. Das würde ich vielleicht genauer beschreiben.
Hier auch steckte.

Mit einem Mal wusste sie, was sie zu sagen hatte.
Was Liesel erst auf die Art erfuhr: So sehr sie sich auch dagegen wehren, Drachen können keine Bitte, die so freundlich vorgetragen wird, jemals abschlagen, was auch damit zu tun hat, dass es so extrem selten vorkommt.
Hmm, weiß nicht, ob mir diese Auflösung so gefällt. Etwas sehr zufällig. Ich hätte es schöner gefunden, wenn Liesel ihn irgendwie ausgetrickst hätte.

Ich finde das Geplänkel zwischen den beiden sehr süß. Du hast wirklich schöne Ideen da drin. Ich bin mir nicht sicher, ob mir das dann nicht doch irgendwann zu viel wird. Könnte oder sollte man auf die dritte Wiederholung verzichten? Da wäre natürlich wieder kindliches Feedback sehr interessant.

Sehr gern gelesen. Ich wünsche mir noch mehr Drachen! :)

Liebe Grüße,
NGK
 
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@linktofink ich finde die Geschichte gut geschrieben.

Ich frage mich jedoch bei der Geschichte von jedem Ritter: Wenn der Drache den Ritter wegen diesem Vergehen gleich umgebracht hat, wieso verschont er dann Liesel?

Aber wie sollte man einem Drachen, der das schon so lange war, noch etwas anderes beibringen?
Finde diese wiederkehrende Floskel sehr schön und finde, dreimal ist auch genau die richtige Anzahl.

Dass Liesel mit dem Blut auf den Wangen erst weiß, was sie Sagen muss, um an das Gold zu kommen, finde ich jedoch eine Schwache Wendung. Wenn sie sich einem so gefährlichen Drachen allein mit ihrem Verstand stellt, dann fände ich es besser, wenn sie schon vor dem betreten der Höhle ein Ass in der Hinterhand hat oder durch das schöne Geplänkel herausfindet, wie sie den Drachen überlisten kann.

Liebe Grüße
Baboon
 
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Lieber linktofink,
nur kurz, das ist wieder eine herzallerliebste Kindergeschichte. Ich finde die Liesl wunderbar frech und unerschrocken, ich glaube, Kinder werden diese Geschichte lieben. Ich zumindest als etwas älteres Kind tue das.
Wie NGK habe ich zwischendurch mal gedacht, dass die Wiederholungen zu viel werden könnten, aber ich bin mir dabei sehr unsicher.
Es ist ja so, dass diese Wiederholungen einen eigenen Witz haben, sie müssen einerseits erst mal installiert sein, und dann werden sie zu einem running gag. Und zu einem Erkennungsmerkmal von Märchen. Und natürlich ist die Zahl drei im Märchen wichtig. auch. Also kurz und gut, man natürlich entsprechend wiederholen. Ich könnte mir nur vorstellen, dass man sie, wenn sie erst mal in der Geschichte untergebracht und verfestigt sind, auch abwandeln könnte. Wie du den einen Spruch zum Beispiel am Schluss aufgreifst, wenn Liesl selbst ungehalten wird über den Drachen, da finde ich es sehr gelungen, weil es nun halt die Liesl ist, die da mit dem Drachen auf gleicher Stufe steht.
Liesel rümpfte die Nase – zum einen wegen des Drachengeruchs, aber auch, weil sie es nicht mochte, wenn jemand sie langweilig nannte, schon gar nicht jemand, der selbst so anmaßend wenig zu einer guten Unterhaltung beitrug wie Snuuf, der Fürchterliche.
Beim nächsten aber könnte ich mir eine Abwandlung des Spruches vorstellen. Also nicht ihn wegnehmen, aber eben ein bisschen damit spielen.
Snuuf fauchte kurz, weil er ein Drache war und Drachen es gar nicht mögen, wenn jemand sagt, sie wären zwar nicht schlecht, aber halt auch nicht richtig gut.
Zum Ende muss ich sagen, dass mir das gefällt, es ist ja eine Kindergeschichte, wobei ich 10 Jahre Lesealter fast ein bisschen spät finde. Und dass man den fiesen fressenden Drachen mit etwas austricksen kann, das er selbst gar nicht kennt, mit ausgesuchter Höflichkeit nämlich, das ist schon eine Botschaft, die sich für eine Kindergeschichte gut eignet. Zumal, wenn sie so wunderbar frech und mit Mutterwitz rüberkommt, so schön spielerisch und nicht mit erhobenem Zeigefinger.
Etwas offtopic, aber ich will es in dem Zusammenhang unbedingt loswerden, die Botschaft wird dem lesenden Kind bei Deutsch lehrenden Drachen mit Sicherheit weiterhelfen, bei den bösen Buben auf der Straße leider wohl weniger. Wie dem Frankfurter, der einem anderen eine erbetene Zigarette mit dem Wort "Bitte" überreichte. Und dafür verhauen wurde. Weil das B-Wort in gewissen Gegenden nicht nur unerwünscht, sondern als heftige Provokation gilt.

Noch ein Wort wollte ich zu deiner Wortschöpfung sagen: turselten. Oder doch ein regionaler Ausdruck? Ich zumindest kenne es nicht, obwohl ich viel auch von regionalen Ausdrücken kenne. Also ich denke mal, doch Wortschöp
Es gibt zwar eine Menge starker Verben, an die man auch denken könnte, poltern, holpern, rumpeln, knattern. Aber ich finde es auch ganz hübsch, sich ein lautmalerisches Verb selbst auszudenken, ich finde das völlig legitim, in einer Geschichte so frei mit der Sprache umzugehen. Es wird aus dem Zusammenhang heraus verstanden und man sieht und hört regelrecht, wie das ganze Ritterzeug durch die Höhle fliegt.

Ja, wieder sehr sehr schön.
Gruß Novak
 
Senior
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01.10.2002
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@linktofink
Deine Geschichte gefällt mir sprachlich unglaublich gut! Da werd ich richtig neidisch. Meine Lieblingsstellen, einfach mal hintereinander reinkopiert, heut habe ich mehr zu loben. Das Ende gefällt mir plotmäßig sehr gut, vielleicht könntest Du manches noch etwas kürzen. Ansonsten: Super-Text!!! So warmherzig, mit einem wirklich tollen Humor. Fantasy und Kindergeschichten lese ich sonst wenig, aber diese hat es mir angetan.

lg petdays

Gleichzeitig musste sie wegen des Staubes husten und das war so ziemlich das Komplizierteste, was Liesel in ihrem bisherigen Leben getan hatte.
'Capisce' hatte ein Ritter aus der Lombardei einst zu ihm gesagt. Er hatte die Schwertspitze in den Goldboden gerammt und den Fuß auf einen unförmigen Goldhaufen gestellt, der einmal ein anderer Ritter gewesen sein mochte.
Er hatte seit Ewigkeiten eine Golderkältung, die er nicht mehr los wurde.
Überreste ihrer Rüstungen steckten im ausgehärteten Gold fest, mit dem der Höhlenboden gepflastert war.
Durch den hohlen Schädel darin klang er wie eine Rassel.
»Ein Limerick«, sagte Liesel. Drachen lieben Limericks. Auch wenn sie es niemals zugeben würden.
Ohne Hast ging sie den Berg hinab und klopfte dabei den Takt der schrecklichen Drachenflüche mit den Fingerspitzen auf dem gefüllten Blecheimer mit, bis sie nicht mehr lauter waren als das Zwitschern der Vögel.
 
Wortkrieger-Team
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04.03.2018
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@Nichtgeburtstagskind

Hey NGK, warum wusste ich, dass du bei Drachen mit an Bord bist? :D
Das Lob kommt in den Honigtopf, danke dafür, du weißt ja selber, das schleckt man lieber alleine.
Dennoch habe ich mir natürlich angeschaut, was du gemocht hast.

@linktofink, hör auf damit! Du bist ja ganz furchtbar produktiv, da komm ich mir umso fauler vor.
:rotfl:

Aber ich kann dir gar nicht böse sein, denn ich liebe Drachen. Es sollte viel mehr Drachengeschichten geben.
weiß ich doch, ich erinnere mich da an so ein lila pulsierendes Ei.

Ich bin Snuuf der Fürchterliche.
Snuuf Komma?
Ja, wäre konsequent und so hab ich es gemacht.

Er hatte sein Schwert in den Goldboden gerammt
Na das ist aber ein starker Ritter.
Ja, stimmt, hab es jetzt auf die Schwertspitze beschränkt.

Etliche andere – insbesondere Ritter – hatten es vor ihr versucht, keiner war je wieder zurückgekommen.
Warum hat Liesel eigentlich gar keine Angst?
Weil das ihr Wesen ist. Ich hatte das in eine Backstory eingebettet, dachte aber, es funktioniert auch ohne, nur als Setzung.

Das ist nicht das richtige Verb. Steckten?
Hast recht, hab´s nachgeschaut, in dem Fall hat mich mein Sprachgefühl angeschmiert.

Die Helme hatte der Drache fein säuberlich zu spitzen Kegeln aufgestapelt.
Hmm, das passt für mich irgendwie nicht so zum Snuuf. Zu viel Arbeit.
Auch das hab ich geändert. Schade, das Bild gefiel mir, jetzt schmeißt er die Helme snuufmäßig auf Haufen.

Und jetzt verzieh dich!
Will er sie denn nicht fressen?
Ne, weil er viel zu sehr auf ihre Einfälle gespannt ist. Sie nutzt ja auch die Wortspielereien, um ihn hinzuhalten.

turselten durch die Höhle
Bitte was tun die?
Mensch, turseln, capisce? :D

Liesel hing waagerecht an der Eisenlanze, die fest im Goldboden stak, und schrie.
Ich weiß nicht, ob den Kindern hier klar wird, dass sie wie eine Fahne im Wind flattert. Das würde ich vielleicht genauer beschreiben.
Hier auch steckte.
Danke, guter Hinweis, hab das mit der Fahne genommen.

Hmm, weiß nicht, ob mir diese Auflösung so gefällt. Etwas sehr zufällig. Ich hätte es schöner gefunden, wenn Liesel ihn irgendwie ausgetrickst hätte.
Damit bist du nicht alleine. Dass der Drache eine höfliche Bitte nicht abschlagen kann, war die Ausgangsidee, doch der Weg dahin ist ev. noch verbesserungswürdig, vllt. finde ich noch einen anderen Twist, wie sie das erfährt.

Ich bin mir nicht sicher, ob mir das dann nicht doch irgendwann zu viel wird. Könnte oder sollte man auf die dritte Wiederholung verzichten?
Gerade diese drei Male sind ja ein typisches Märchenelement und um die wiederkehrenden Sätze zu etablieren, brauche ich eine gewisse Anzahl an Wiederholungen. Ich hatte ursprünglich noch mehr (noch ein Wortspiel und eine kurze Geschichte), aber mit drei Variationen kann ich gut leben und ich denke, die Länge ist für Kinder gut verkraftbar.

Sehr gern gelesen. Ich wünsche mir noch mehr Drachen! :)
Kommt auf die Liste ...

Danke, bis bald.
Peace, linktofink

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Hallo @baboon,

Herzlich Willkommen im Forum und schön, dass du sofort kommentierst. Das ist der richtige Weg, auch für die eigenen Geschichten mehr Aufmerksamkeit zu erhalten. Weiter so.

@linktofink ich finde die Geschichte gut geschrieben.
Vielen Dank, ich glaube, es gibt keinen Autor, der das nicht gerne liest.

Ich frage mich jedoch bei der Geschichte von jedem Ritter: Wenn der Drache den Ritter wegen diesem Vergehen gleich umgebracht hat, wieso verschont er dann Liesel?
Hab ich schon bei NGK was zu geschrieben. Die Ritter werden gefressen, weil sie nur fordern oder ihn beleidigen. Bei der Liesel ahnt er, dass der geistige Austausch sich lohnen könnte, dass sie mehr draufhat, als sie zunächst zeigt.

Aber wie sollte man einem Drachen, der das schon so lange war, noch etwas anderes beibringen?
Finde diese wiederkehrende Floskel sehr schön und finde, dreimal ist auch genau die richtige Anzahl.
Danke, geht mir ähnlich. :D

Dass Liesel mit dem Blut auf den Wangen erst weiß, was sie Sagen muss, um an das Gold zu kommen, finde ich jedoch eine Schwache Wendung. Wenn sie sich einem so gefährlichen Drachen allein mit ihrem Verstand stellt, dann fände ich es besser, wenn sie schon vor dem betreten der Höhle ein Ass in der Hinterhand hat oder durch das schöne Geplänkel herausfindet, wie sie den Drachen überlisten kann.
Ja, ja, ja, recht du hast, junger Padawan. Die Bitte als Twist bleibt, nur auf dem Weg dahin kann noch was Trickreiches kommen.

Danke für deinen Kommenmtar.
Peace, linktofink
 
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10.09.2016
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Hey @linktofink

Drachengeschichte, ob das was für mich ist? Habe mal reingelesen und festgestellt, dass es zumindest schon mal schön anfängt. Also auf gewisse Fantasy lasse ich mich gern ein. Dazu gehört (immer) Michael Ende. Aber auch Walter Moers mag ich (– "Wilde Reise durch die Nacht" ist klasse! Da habe ich sehr viel lachen müssen.)

Ich habe noch nicht zuende gelesen, weil ich viele Anmerkungen vor allem zu den ersten Absätzen habe. Bis dahin finde ich den Text angenehm zu lesen, gehe beim Humor oft mit und finde die Ideen originell.

Liesel schwenkte den Eimer und ließ das Blech zwei Mal gegen die schwarze Klaue scheppern
Ich mochte diese Geste gern. Weil sie zeigt, dass die kleine Liesel wirklich vor nichts Angst hat – ODER dass dieser Drache kein gewöhnlicher Drache ist, was ich wiederum spannend finde. Also insofern funktioniert der Aufhänger deiner Geschichte schon mal sehr gut.

wirbelte ein ungehaltenes Schnauben eine Goldstaubwolke auf
schöne Idee!

das Liesel zwang, sich die Nase zuzuhalten, so sehr stank der Atem
Da habe ich mich gefragt, ob das so zusammenpasst, Goldstaub und Verwesungsatem. Nicht wirklich, finde ich.

Gleichzeitig musste sie wegen des Staubes husten
Das hier könnte eine Problematik sein. Du hast den Goldstaubnieser – das ist ja schon mal eine gute Idee –, aber jetzt kommt noch ein Detail dazu. Eine zweite Idee, die dann auch gleich Eingang in den Text findet. Weil mir das im Absatz dann noch mehrmals aufgefallen ist, dass sich da die Ideen so überschlagen, wollte ich das mal ansprechen. Das könnte natürlich auch eine spezielle 'Falle' – wenn man es so sehen will – der Fantasy sein ;)
Was ich daran problematisch finde, ist, dass das geschwätzig auf mich wirkt; weil die Gedanken nicht zu Ende gedacht werden bzw. irgendwie sprunghaft sind und sich verzetteln. Ich glaube auch, dass ist etwas, was sich nur durch Hinweise rausschleift.

das war so ziemlich das Komplizierteste, was Liesel in ihrem bisherigen Leben getan hatte.
Du hast den Goldstaub benannt und dann stinkt dieser Drache. Für mich, wie gesagt, passt das nicht zusammen, weswegen ich den Gestank (weil weniger originell, fast eigentlich erwartbar und wenig überraschend) streichen würde. Es ist ein Klischee, dass Drachen stinken. Mit dem Goldstaub machst du es für meine Begriffe richtig. Mit dem Stinken reißt du es wieder raus.
Und weil er jetzt auf einmal stinken soll (wie gesagt, verzichtbar) muss Liesl jetzt zusätzlich zu der nachvollziehbaren Reaktion des Hustens sich auch noch die Nase zuhalten. Du schreibst, dass das "gleichzeitig" passiert – habe gelernt, dass es selten eine gute Idee ist, Handlungsabfolgen 'gleichzeitig' geschehen zu lassen, weil das so gut wie nie der Fall ist.
Es entsteht also eine weitere Handlung, die nur daraus resultiert, dass der Drache stinken soll. So akkumuliert sich das und daraus resultiert für mich eben eine gewisse Geschwätzigkeit, die den Text unnötig streckt. Da würde ich mir mehr Verschlankung wünschen.

Dazu kommt die Formulierung "das Komplizierteste ... in ihrem bisherigen Leben". Diese Art von Witz, der auf maßlose Übertreibung baut, empfinde ich in dieser Form als auserzählt, zu oft gehört. Es ist auch dieser witzelnde Tonfall, der dadurch entsteht, den ich nicht als natürlich empfinde, schnell sogar als aufgesetzt wahrnehme. Es ist nicht schwer an solchen Stellen zurückzurudern. Wenn ich so etwas in meinen Texten drin hab, vereinfache ich es. Dann bin ich kurz ein bisschen traurig, weil ich diese Stelle mochte (andere haben mich vielleicht schon negativ darauf aufmerksam gemacht). Aber tatsächlich fühlt sich der Text danach für mich schlanker und konzentrierter an.

»Herrn Drache …«, sagte der Drache, »merk dir eins, mein Name ist nicht Herr Drache. Ich bin Snuuf, der Fürchterliche. Capisce?«
Finde es komisch, dass er sie hier im Akkusativ wiederholt. Passt für mich nicht zu der Weisheit, die so ein grimmiger Drache sicher pflegt.
Vorschlag:
»Snuuf ...«, sagte der Drache, »merk dir eins, ich heiße nicht ›Herr Drache‹. Mein Name ist Snuff.«

Sehe mehrere Vorteile: Erstens, weniger ungelenk. Zweitens, ist Snuuf (wie spricht man das eigentlich aus?) wirklich ein cooler Name und ein Wort, dass neugierig macht (ich frage mich: ist das jetzt ein Wort oder was sagt der da gerade – oh, es ist sein Name ...). Drittens, ist das ein schönes erstes Wort für den Dialog des Drachen, sein eigener Name.

'Capisce' hatte ein Ritter aus der Lombardei einst zu ihm gesagt.
'aus der Lombardei' erklärt/tellt es mir und wirkt dabei recherchiert

Aus Snuufs Nüstern tropfte flüssiges Gold
schöne Idee

Ohne Unterlass.
Das ist für mich wieder dieser amüsierte, witzig-affektierte Tonfall. Einerseits tut es dem Text gut, andererseits wenn es zu viel ist, wie hier, dann stört es. Ich finde, das muss subtil kommen. Hier ist es durch die verkürzte Syntax hervorstechend, ansprechend gemacht, aber nicht fein; irgendwie zu aufdringlich.

Er hatte seit Ewigkeiten eine Golderkältung, die er nicht mehr los wurde.
Auch eine schöne Idee. Aber sehr tellig, wo es das nicht sein müsste. Das könnte Liesel frech feststellen, worauf der Drache ihre vorlaute Art rügt.

Das erstmal von mir. Das Tolle am Text habe ich ja bereits am Anfang angesprochen: Originelle Ideen (fast das wichtigste, finde ich), grundsätzlich angenehm zu lesen und es hat Humor. Ich würde versuchen noch etwas sparsamer mit den guten Ideen umzugehen und mich auf die Szene und die Sprache konzentrieren und den Blick für geschwätzigere Stellen zu schärfen, damit die Story auch zur Geltung kommt.

Grüße
Carlo


Und bye the way: Glückwunsch zur Empfehlung und zum Text, der im Eifer des Neujahrstrubels an mir vorbeigegangen ist :-/
 
Zuletzt bearbeitet:
Wortkrieger-Team
Beitritt
04.03.2018
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939
Liebe Novak,

schön, dass du meine Geschichte besuchst,
das ist wieder eine herzallerliebste Kindergeschichte. Ich finde die Liesl wunderbar frech und unerschrocken, ich glaube, Kinder werden diese Geschichte lieben. Ich zumindest als etwas älteres Kind tue das.
:kuss: Ich hab auch mächtig Spaß gehabt beim Schreiben, das entwickelt sich zu einer festen Größe bei meinem Geschreibsel (wer hätte das gedacht?)

Es ist ja so, dass diese Wiederholungen einen eigenen Witz haben, sie müssen einerseits erst mal installiert sein, und dann werden sie zu einem running gag. Und zu einem Erkennungsmerkmal von Märchen. Und natürlich ist die Zahl drei im Märchen wichtig
Ja, ich werde es auch definitiv bei dreien belassen. Wenn da Längen bestehen, würde ich lieber versuchen, das interessanter auszugestalten, als eine Runde zu streichen.

Wie du den einen Spruch zum Beispiel am Schluss aufgreifst, wenn Liesl selbst ungehalten wird über den Drachen, da finde ich es sehr gelungen, weil es nun halt die Liesl ist, die da mit dem Drachen auf gleicher Stufe steht.
...
Beim nächsten aber könnte ich mir eine Abwandlung des Spruches vorstellen. Also nicht ihn wegnehmen, aber eben ein bisschen damit spielen.
Guter Hinweis, diese überraschenden Variationen könnten den Wiederholungen den nötigen Drive, die Würze mitgeben, die sie unentbehrlich machen.

Und dass man den fiesen fressenden Drachen mit etwas austricksen kann, das er selbst gar nicht kennt, mit ausgesuchter Höflichkeit nämlich, das ist schon eine Botschaft, die sich für eine Kindergeschichte gut eignet.
Das war tatsächlich die grundlegende Idee, aus der sich alles entwickelt hat.
Zumal, wenn sie so wunderbar frech und mit Mutterwitz rüberkommt, so schön spielerisch und nicht mit erhobenem Zeigefinger.
Oh, vielen Dank, Novak, das freut mich enorm. Das Freche, Unerschrockene. wie du schreibst, war mir ein Anliegen.

Wie dem Frankfurter, der einem anderen eine erbetene Zigarette mit dem Wort "Bitte" überreichte. Und dafür verhauen wurde. Weil das B-Wort in gewissen Gegenden nicht nur unerwünscht, sondern als heftige Provokation gilt.
:dagegen: … tse, unfassbar, Leute gibt´s in Frankfurt :D

Noch ein Wort wollte ich zu deiner Wortschöpfung sagen: turselten. Oder doch ein regionaler Ausdruck? Ich zumindest kenne es nicht, obwohl ich viel auch von regionalen Ausdrücken kenne.
Ehrlich gesagt hab ich keine Ahnung aus welcher Ecke meines Gehirns ich das gegraben habe, aber Wortschöpfung würde ich nicht sagen. Aber ich sehe das wie du
Es wird aus dem Zusammenhang heraus verstanden und man sieht und hört regelrecht, wie das ganze Ritterzeug durch die Höhle fliegt.
, weshalb ich das auch genommen habe.

Ja, wieder sehr sehr schön.
Vielen Dank für deinen Kommentar, bis bald,
Peace, linktofink

--------------------------------------------------------

Hey @petdays, du unbekanntes WK-Urgestein,

vielen Dank, dass du deine Tasten für einen Kommentar zu meinem Märchen beackert hast.
Deine Geschichte gefällt mir sprachlich unglaublich gut! Da werd ich richtig neidisch. Meine Lieblingsstellen, einfach mal hintereinander reinkopiert, heut habe ich mehr zu loben. Das Ende gefällt mir plotmäßig sehr gut, vielleicht könntest Du manches noch etwas kürzen. Ansonsten: Super-Text!!! So warmherzig, mit einem wirklich tollen Humor. Fantasy und Kindergeschichten lese ich sonst wenig, aber diese hat es mir angetan.
Das wandert direkt in den Honigtopf für die nächste Durststrecke. Hab mir auch genau angeschaut, was dir besonders gefallen hat. Freut mich alles sehr und motiviert mich, da weiterzumachen.

Schönen Abend noch, Peace, linktofink
 
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Hey linktofink,
du unbekanntes WK-Urgestein
... nachdem ich viele Jahre eher sporadisch bei WK vorbeischaute, versuche ich es jetzt wieder öfter. Macht ja auch Spaß ... Und auch KG-mäßig habe ich mir Ziele gesteckt: jeden Monat zwei neue KGs .... ;)

lg petdays
 
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... vielleicht. Und ich bin mir nicht sicher, die "Quote" zu halten. Aber ich möchte es auf jeden Fall versuchen. Manches ist von der Länge eher ein Geschichtchen/ flash fiction. An manchen Texten wie Haarrisse habe ich allerdings sehr lang getüftelt ... Viel länger als beabsichtigt. Und ich habe sehr viele angefangene Texte, die nur darauf warten, fertig gestellt zu werden ...
 
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Hi @linktofink

Nun habe ich mich lange nicht mehr unter einer Geschichte von Dir blicken lassen. In diese hier habe ich mich aber sofort verliebt, und deshalb dachte ich, ich lasse Dir einen Kommentar da. :herz:

Ich kann es eigentlich gar nicht mehr besser ausdrücken als @Novak:

Und dass man den fiesen fressenden Drachen mit etwas austricksen kann, das er selbst gar nicht kennt, mit ausgesuchter Höflichkeit nämlich, das ist schon eine Botschaft, die sich für eine Kindergeschichte gut eignet.
... denn genau das ...

Was Liesel erst auf die Art erfuhr: So sehr sie sich auch dagegen wehren, Drachen können keine Bitte, die so freundlich vorgetragen wird, jemals abschlagen, was auch damit zu tun hat, dass es so extrem selten vorkommt.
... finde ich einfach zauberhaft. Ein Ungeheuer, das sich besiegen lässt, wenn man nur immer freundlich bleibt. Gerade gestern habe ich mit Kolleginnen darüber geredet, dass viele Dinge einfacher werden, wenn man sich bemüht, freundlich und höflich aufzutreten. Und genau das bringt diese Geschichte so wundervoll rüber, auch mit einer so coolen Protagonistin wie Liesel. Ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder sie lieben. Ich liebe sie!

Ich fand auch die Wiederholungen genau richtig. Immer drei, immer ein getöteter Ritter, eine witzige Phrase, der Austausch von Redewendung/Spruch/Limerick und die subtile Beleidigung des Drachen (wem erzähle ich das, Du kennst die Geschichte ja). Ich finde das genau richtig und habe jedes Mal mehr gelacht. Würde ich nicht einkürzen. Zumal mein Vater mir beigebracht hat, dass gerade Kinder "Wiederholungen lieben". Er hat darüber immer sehr ausgiebig gestöhnt, als ich noch klein war und ein Hörspiel immer wieder und wieder anhören konnte. :D

Kleinscheiß darf bei aller Begeisterung nicht fehlen:

Liesel schwenkte den Eimer und ließ das Blech zwei Mal gegen die schwarze Klaue scheppern, die länger war als sie selbst.
Liesel keuchte zwei Mal und beeilte sich, etwas anderes zu probieren.
"zwei Male" oder "zweimal". "zwei Mal", das geht nicht.

Kurz bevor Liesel dachte, der Drache sei eingeschlafen oder vielleicht sogar tot, wirbelte ein ungehaltenes Schnauben eine Goldstaubwolke auf.
Ich weiß, möglichst wenig Possessivpronomen und so, aber zu Anfang der Geschichte würde mir "sein ungehaltenes Schnauben" doch bei der Orientierung helfen.

»Herrn Drache …«, sagte der Drache, »merk dir eins, mein Name ist nicht Herr Drache.
Mir ist klar, dass der Drache Liesels Wortlaut genau wiederholt, aber ich wäre mit weniger Erbsenzählerei glücklich: In meinen Ohren wäre es smoother, er würde direkt "Herr Drache" sagen.

Liesel rümpfte die Nase, weil sie es – abgesehen von dem ungeheuren Stechen darin – nicht mochte, wenn jemand so ungehobelt zu ihr sprach. Aber wie sollte man einem Drachen, der das schon so lange war, noch etwas anderes beibringen?
Ich habe diesen Satz "Aber wie sollte man einem Drachen, der das schon so lange war, noch etwas anderes beibringen?" erst nicht wirklich verstanden. Ich dachte erst: Okay, er war also noch nicht sein Leben lang ein Drache, sondern eben schon lange. Und dann dachte ich: Nee, wahrscheinlich bezieht sich das auf "ungehobelt", also der Drache war schon lange ungehobelt. Ergibt Sinn. Später, wenn Du diesen Satz wiederholst, wird natürlich klar, dass Du doch meinst, dass der Drache schon so lange ein Drache war. Irgendwie süß, aber ich habe damit zwei Probleme: 1) Mag ich es nicht, über einen Satz länger nachzudenken. Das stört offensichtlich den Lesefluss, wenn ich mir einen Moment den Kopf darüber zerbreche, ob der Drache schon so lange ein Drache oder schon so lange ungehobelt war. 2) Ergibt das doch gar keinen Sinn, oder? Ich meine, was war der Drache denn vor dieser langen Zeit? Vielleicht kriegst Du das irgendwie glatt gezogen.

Du musst dich nur zu Boden werfen, und ihn dabei verfehlen
Komma weg vorm "und".

»Ich gebe zu, der war nicht verkehrt, aber lange nicht so gut wie dieser:
Nichts einfacher, als Mensch zu sein. Du darfst dich nur nicht trauen, etwas anzuzetteln, das du nicht verstehst.«
Verstehe den Zeilenumbruch nicht. Zeilenumbrüche strukturieren ja einen Text, diese Möglichkeit hat gesprochene Sprache aber nicht. Deshalb würde ich innerhalb von wörtlicher Rede Zeilenumbrüche möglichst vermeiden. Es ist auch überhaupt nicht nötig: So lang ist der Absatz nun nicht, und auch inhaltlich gehören beide Sätze eng zusammen.

Buffon
Tippfehler? Sonst schreibst Du "Bouffon".

»Lieber geschätzter Herr Drache, dürfte ich sie höflichst bitten, mir gütigerweise bitte etwas von ihrem Goldschnodder abzugeben?«
Mir ist da was bei den Höflichkeitsanreden aufgefallen. Erstens müssten sie ja groß geschrieben werden ("Sie" und "Ihrem") und zweitens:

Dann machte sie einen tiefen Knicks und sagte zum Abschied mit großer Liebenswürdigkeit:
»Habt Dank, werter Herr Drache, ich wünsche euch auch weiterhin ein wunderschönes Leben voller leckerer Ritter.«
("Euch") ... wechselt Liesel die Art der Anrede. Manchmal sietzt sie den Drachen und manchmal ... "ihrzt" sie ihn. Das kenne ich sonst nur von Rollenspielerinnen, die in der Spiel-Welt nicht so ganz fit sind und deshalb inkohärent anreden. Aber Liesel ist ja in ihrer Welt und sollte die richtige Form drauf haben, oder? ;)

In dem letzten zitierten Abschnitt verstehe ich auch wieder den Zeilenumbruch nicht. Ich sehe das oft (aber eher bei weniger routinierten Schreiberinnen und niemals in gedruckten Büchern), dass Leute, wenn sie den Redebegleitsatz voranstellen, vor der wörtlichen Rede einen Zeilenumbruch machen. Für mich ist das falsch und unnötig. Aber vielleicht kannst Du mir erklären, warum Du das machst?

Das ist schon alles von mir. Vielen Dank für diese Geschichte! Wenn ich einmal ein Kind treffe, nehme ich sie mit. ;)

Cheers,
Maria
 
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Hey @Carlo Zwei,

welch seltener Besuch unter meinem Buchstabensalat. Freut mich, dass du dabei bist, auch wenn ich vieles grundsätzlich anders sehe als du. Doch dafür sind wir hier, für den Austausch und den Diskurs.
Drachengeschichte, ob das was für mich ist? Habe mal reingelesen und festgestellt, dass es zumindest schon mal schön anfängt. Also auf gewisse Fantasy lasse ich mich gern ein. Dazu gehört (immer) Michael Ende. Aber auch Walter Moers mag ich
Na, das ist doch schon mal was. Ende hab ich vor dreißig Jahren gerne gelesen, von Moers kenne ich nur die Blaubärgeschichten und das kleine Arschloch, was ich teils gut, teils drüber finde. Vielleicht sollte ich mal im restliche OEuvre stöbern, wenn du es empfiehlst.

Liesel schwenkte den Eimer und ließ das Blech zwei Mal gegen die schwarze Klaue scheppern
Ich mochte diese Geste gern. Weil sie zeigt, dass die kleine Liesel wirklich vor nichts Angst hat – ODER dass dieser Drache kein gewöhnlicher Drache ist, was ich wiederum spannend finde. Also insofern funktioniert der Aufhänger deiner Geschichte schon mal sehr gut.
Ich wollte de Liesel unbedingt furchtlos haben, damit sie mit dem Fürchterlichen in den Ring steigen kann. Deshalb ist diese an sich lächerliche Geste wichtig. Die Option, dass Snuuf kein gewöhnlicher Drache sein könnte, habe ich gar nicht gesehen, aber klar, solange er nicht agiert, könnte er charakterlich alles (auch ein Schoßhündchen) sein.

Das hier könnte eine Problematik sein. Du hast den Goldstaubnieser – das ist ja schon mal eine gute Idee –, aber jetzt kommt noch ein Detail dazu. Eine zweite Idee, die dann auch gleich Eingang in den Text findet. Weil mir das im Absatz dann noch mehrmals aufgefallen ist, dass sich da die Ideen so überschlagen, wollte ich das mal ansprechen. Das könnte natürlich auch eine spezielle 'Falle' – wenn man es so sehen will – der Fantasy sein
Es geht darum, die Sinne anzusprechen, nicht vergessen, es ist ein Märchen für Kinder, und ich denke, dass Kinder die Überforderung, die dadurch entsteht, dass alles gleichzeitig passiert, sehr gut kennen.

Was ich daran problematisch finde, ist, dass das geschwätzig auf mich wirkt; weil die Gedanken nicht zu Ende gedacht werden bzw. irgendwie sprunghaft sind und sich verzetteln.
Das ist mir zu analytisch gedacht. Klar, wenn du aus der Situation rausgehst und aufdröselst, welche Idee wo bis zum Ende verfolgt wird und wo sie sich verzetteln, hast du sicherlich recht. Darum geht es für mich jedoch nicht.

weswegen ich den Gestank (weil weniger originell, fast eigentlich erwartbar und wenig überraschend) streichen würde. Es ist ein Klischee, dass Drachen stinken.
He, das schreibst du als Erwachsener, Kinder denken nicht in Klischees. Für Kinder ist der Gestank lange nicht selbstverständlich und sehr wohl überraschend. Und selbst wenn es das nicht ist, bin ich überzeugt, dass sie es gerne hören, bzw. lesen.

Und weil er jetzt auf einmal stinken soll (wie gesagt, verzichtbar) muss Liesl jetzt zusätzlich zu der nachvollziehbaren Reaktion des Hustens sich auch noch die Nase zuhalten. Du schreibst, dass das "gleichzeitig" passiert – habe gelernt, dass es selten eine gute Idee ist, Handlungsabfolgen 'gleichzeitig' geschehen zu lassen, weil das so gut wie nie der Fall ist.
Es entsteht also eine weitere Handlung, die nur daraus resultiert, dass der Drache stinken soll. So akkumuliert sich das und daraus resultiert für mich eben eine gewisse Geschwätzigkeit, die den Text unnötig streckt. Da würde ich mir mehr Verschlankung wünschen.
Auch hier liegen wir quer. Gerade das Gleichzeitige, dieses Einprasseln unterschiedlicher Sinneseindrücke mit sich überlagernden Reaktionen ist gewollt. Geh in die Situation rein: Liesel weckt das Unheil in Form eines riesigen Drachens, über den sie so gut wie nichts weiß, schon gar nicht, wie er reagieren wird. Sie und der Leser müssen mit allem rechnen, damit dass er sie wahlweise frisst, grillt oder plattdrückt. Das wird nicht passieren, er tut das aus einem Grund nicht: im Gegensatz zu den Rittern fragt sie höflich (daher sein heiseres Lachen). Um diesen Zusammenhang weiß der Leser anfangs noch nicht. Und so muss ich wenigstens seine Möglichkeiten andeuten und lasse mit einem Schnauben und einem Lachen ein (vergleichsweise kleines) Chaos ausbrechen.

Dazu kommt die Formulierung "das Komplizierteste ... in ihrem bisherigen Leben". Diese Art von Witz, der auf maßlose Übertreibung baut, empfinde ich in dieser Form als auserzählt, zu oft gehört. Es ist auch dieser witzelnde Tonfall, der dadurch entsteht, den ich nicht als natürlich empfinde, schnell sogar als aufgesetzt wahrnehme. Es ist nicht schwer an solchen Stellen zurückzurudern.
Da ist wieder die Perspektive der Punkt. Ich bin vermutlich nicht so belesen wie du, deshalb kannte ich diese Formulierung, die du zu oft gehört hast, nicht und bildete mir ein, ich wäre selbst darauf gekommen. Kinder, denke ich, werden das nicht als maßlose Übertreibung werten oder gar als auserzählt. Ich denke, sie werden einfach lachen.

Finde es komisch, dass er sie hier im Akkusativ wiederholt. Passt für mich nicht zu der Weisheit, die so ein grimmiger Drache sicher pflegt.
Vorschlag:
»Snuuf ...«, sagte der Drache, »merk dir eins, ich heiße nicht ›Herr Drache‹. Mein Name ist Snuff.«

Sehe mehrere Vorteile: Erstens, weniger ungelenk. Zweitens, ist Snuuf (wie spricht man das eigentlich aus?) wirklich ein cooler Name und ein Wort, dass neugierig macht (ich frage mich: ist das jetzt ein Wort oder was sagt der da gerade – oh, es ist sein Name ...). Drittens, ist das ein schönes erstes Wort für den Dialog des Drachen, sein eigener Name.
Mit der Wiederholung "Herrn Drache" macht er sich über Liesel lustig, er könnte parallel dazu leicht verächtlich mit dem Kopf schütteln, doch ich dachte, das wäre auch so klar.
Wenn ich deinen Vorschlag nähme, wäre dieses Element komplett weg, für mich eine Schwächung der Charakterzeichnung. Ich sehe ihn auch nicht wie du als mit Weisheit geschlagen. Für mich ist er ein Predator mit kindlichem Gemüt. Deshalb ist er auch so stolz auf die Wörter aus anderen Ländern und genießt den Schlagabtausch der Wortspielereien.

'aus der Lombardei' erklärt/tellt es mir und wirkt dabei recherchiert
Der Vorwurf lässt sich eins zu eins auf jede andere Provinz, die ich anführen könnte, übertragen. Italien war mir zu allgemein, deshalb bleibt es dabei.

Ohne Unterlass.
Das ist für mich wieder dieser amüsierte, witzig-affektierte Tonfall. Einerseits tut es dem Text gut, andererseits wenn es zu viel ist, wie hier, dann stört es. Ich finde, das muss subtil kommen. Hier ist es durch die verkürzte Syntax hervorstechend, ansprechend gemacht, aber nicht fein; irgendwie zu aufdringlich.
Witzig-affektiert, okay, nehme ich als Lesermeinung an, für mich besteht da jedoch kein Handlungsbedarf. Ohne Unterlass ist für mich nur eine harmlose Spezifizierung: es tropft nicht alle fünf Minuten einmal, sondern ständig und da wir uns in einem Märchen befinden, wähle ich die altmodische Ausdrucksweise. Finde ich nicht verwerflich.

Er hatte seit Ewigkeiten eine Golderkältung, die er nicht mehr los wurde.
Auch eine schöne Idee. Aber sehr tellig, wo es das nicht sein müsste. Das könnte Liesel frech feststellen, worauf der Drache ihre vorlaute Art rügt.
Ja, das ist tellig und ich habe auch (nicht allzu lange) überlegt, ob ich das mache. Ich fand jedoch, dass das nicht übel aufstößt, weil es genau zwischen der ungeheuer dreisten Frage der Liesel und der Antwort des Drachen stattfindet. Zudem ist der Absatz sechs Zeilen kurz und liefert dem Leser eine erste visuelle Vorstellung der Höhle. Und so fällt das Tell gar nicht auf, der Leser wird hindurchgezogen, weil er wissen will, wie es weitergeht. Meine Meinung.

Das erstmal von mir. Das Tolle am Text habe ich ja bereits am Anfang angesprochen: Originelle Ideen (fast das wichtigste, finde ich), grundsätzlich angenehm zu lesen und es hat Humor. Ich würde versuchen noch etwas sparsamer mit den guten Ideen umzugehen und mich auf die Szene und die Sprache konzentrieren und den Blick für geschwätzigere Stellen zu schärfen, damit die Story auch zur Geltung kommt.
MMn dürfen Märchen, darf Fantasy überborden, solange dabei die Leserschaft, für die es geschrieben ist, im Blick gehalten wird. Ich vermute mal, dass deine Lesart, das was dir aufstößt, ich nenne es mal das "Witzig-affektierte, Geschwätzige und maßlos Übertriebene", auch damit zu tun hat, dass du mit deinen Lese- und Schreibgewohnheiten ganz woanders unterwegs bist und als Autor eher das Feld realitätsnahe Jugendliteratur beackerst. Nur hat es für mich keinen Sinn, die eigenen Vorlieben als Schablone über einen fremden Text aus einem völlig anderen Genre zu legen. Da gilt es, eine gewisse Offenheit zu bewahren. Versteh mich nicht falsch, das ist kein Plädoyer dafür, Texte, die abseits der eigenen Fahrrinne liegen, nicht mehr zu kommentieren, sondern dafür, die eigene Subjektivität als solche zu erkennen und ev. zu relativieren. Ich bin sehr dafür, Texte außerhalb der eigenen Komfortzone zu kommentieren, denn sonst tummeln sich immer nur die gleichen Fische im selben Glas.
Vielen Dank für deinen Kommentar, Carlo, auch wenn ich an dieser Stelle das meiste anders sehe, so hilft er mir doch, den Text in Frage zu stellen und eine Position zu den angesprochenen Punkten zu finden.
Danke auch für deine Glückwünsche.

Peace, linktofink

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@petdays,
... vielleicht. Und ich bin mir nicht sicher, die "Quote" zu halten. Aber ich möchte es auf jeden Fall versuchen. Manches ist von der Länge eher ein Geschichtchen/ flash fiction. An manchen Texten wie Haarrisse habe ich allerdings sehr lang getüftelt ... Viel länger als beabsichtigt. Und ich habe sehr viele angefangene Texte, die nur darauf warten, fertig gestellt zu werden ...
Ich hab da auch so ne Schublade, aus der es immer quiekt. Bei manchen Texten finde ich es jedoch besser, ein Häkchen drunterzumachen und sie im Dunklen zu lassen.
Werde deine Haarrisse bald kommentieren, auch weil mir deine Herangehensweise, dich mit vielen Fremdkommentaren (nicht nur bei mir :D) einzubringen, sehr gefällt.

Peace, ltf

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@Nichtgeburtstagskind,

Die liebe Novak hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass deine Version schon richtig ist, @linktofink :
"stecken" konjugieren - Deutsch-Konjugation - bab.la Verb-Konjugator
Nur bei Duden.de steht es eben nicht. Jetzt ist dir überlassen, was dir lieber ist. :)
Ein großer Dank an Novak ;), also wenn ich darf, nehme ich wieder stak.

Peace, ltf
 
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Hey du,

ja, schade. Da liegen wir wohl diesmal wirklich auseinander.

welch seltener Besuch unter meinem Buchstabensalat
na gerne :-)

von Moers kenne ich nur die Blaubärgeschichten und das kleine Arschloch
Die Blaubärabenteuer fand ich früher schon ziemlich cool. Das kleine Arschloch habe ich nie gemocht. Ich meine eher "Das Labyrinth der träumenden Bücher" und vor allem "Rumo".

Geh in die Situation rein
Das versuche ich dir ja zu vermitteln :lol: das geht eben für mich nicht bei dieser Art von Formulierung. Ich habe auch nichts gegen die Thematisierung von Gleichzeitigkeit – obwohl ich das bei der Textstelle, es geht hier ja nur um eine Handlungsabfolge, etwas hochgegriffen finde. Es ist ein rein logisches Problem, dass ich mit dem Wort 'gleichzeitig' habe. Das ist eben ungenau und da ist es egal, ob du Fantasy schreibst oder nicht; Genauigkeit ist ein Gütekriterium und diesen Anspruch darf man schon an hochwertige Texte stellen (zu dem ich deinen auch zähle – es ist eben kein Mickey Maus Comic fürs Kioskheftchen runtergeschrieben, sondern etwas Gutes; aber hier wirkt es auf mich, als würdest du davon ausgehen, der Text wäre gleich beim ersten Schreiben makellos und Ungenauigkeiten bloß Ansichtssache und ja auch für Kinder prinzipiell irrelevant (jetzt bewusst überspitzt)).

Ich bin vermutlich nicht so belesen wie du
Ach, Unsinn. Wenn ich so viel lesen würde, würde ich sicher gar keine Texte mehr schreiben. Ich wünschte ja, es wäre so.

die eigenen Vorlieben als Schablone über einen fremden Text aus einem völlig anderen Genre zu legen
Na komm. Das ist ein bisschen unfair. Ich verstehe schon, wie du das meinst, und vielleicht haben wir uns einfach missverstanden. Ich glaube, mich stört mehr dieses Genre-Denken (vielleicht habe ich das auch implizit im Text wahrgenommen). Das ist viel eher eine Schablone für mich. Ich habe dir nur meinen Leseeindruck zur Haltung des Textes, wie ich sie verstanden habe, dagelassen. Ich finde auch nicht, dass das vom Genre abhängt.

Kinder denken nicht in Klischees
Kinder können von gewohnten Mustern sehr wohl gelangweilt sein. In deinem Text sind das ja vergleichsweise Kleinigkeiten und langweilig wird da sicher niemandem. Trotzdem würde ich Kindern das niemals absprechen, nur weil sie es begrifflich nicht abgrenzen können. In gewisser Weise ist es sicher auch okay im Sinne von Leserorientierung Klischees zu bedienen. Ich habe das eine Zeitlang auch so gedacht, mich aber schnell wieder davon distanziert, weil ich es irgendwie eine zu einfache Ausrede finde und außerdem passiert es ja schon von selbst oft genug.

eine Position zu den angesprochenen Punkten zu finden
Das finde ich wiederum eine gute Haltung zu Kritik und mache es auch so, wenn mir die Einwände von irgendwem nicht passen. Insofern, nichts für ungut – ist klar. Lass dich nicht ärgern, das hatte ich nicht im Sinn ;)

Hab noch nen guten Sonntag
 
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Liebe @TeddyMaria,
schön, dich hier zu finden, long time no see.
Nun habe ich mich lange nicht mehr unter einer Geschichte von Dir blicken lassen. In diese hier habe ich mich aber sofort verliebt, und deshalb dachte ich, ich lasse Dir einen Kommentar da. :herz:
Super Idee :Pfeif:

Was Liesel erst auf die Art erfuhr: So sehr sie sich auch dagegen wehren, Drachen können keine Bitte, die so freundlich vorgetragen wird, jemals abschlagen, was auch damit zu tun hat, dass es so extrem selten vorkommt.
... finde ich einfach zauberhaft. Ein Ungeheuer, das sich besiegen lässt, wenn man nur immer freundlich bleibt. Gerade gestern habe ich mit Kolleginnen darüber geredet, dass viele Dinge einfacher werden, wenn man sich bemüht, freundlich und höflich aufzutreten. Und genau das bringt diese Geschichte so wundervoll rüber, auch mit einer so coolen Protagonistin wie Liesel. Ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder sie lieben. Ich liebe sie!
Was kann ich dazu sagen außer :kuss:?

Ich fand auch die Wiederholungen genau richtig. Immer drei, immer ein getöteter Ritter, eine witzige Phrase, der Austausch von Redewendung/Spruch/Limerick und die subtile Beleidigung des Drachen (wem erzähle ich das, Du kennst die Geschichte ja). Ich finde das genau richtig und habe jedes Mal mehr gelacht. Würde ich nicht einkürzen. Zumal mein Vater mir beigebracht hat, dass gerade Kinder "Wiederholungen lieben". Er hat darüber immer sehr ausgiebig gestöhnt, als ich noch klein war und ein Hörspiel immer wieder und wieder anhören konnte. :D
Ja, gehe d'accord, mittlerweile bin ich mir auch sicher, dass die Dosis so stimmt und das mit den leicht abgewandelten Wiederholungen funktioniert. Ich werde aber Novaks Vorschlag mit den stärkeren Variationen in Runde zwei und drei weiter verfolgen.

"zwei Male" oder "zweimal". "zwei Mal", das geht nicht.
Wenn das so ist, nehme ich zweimal.

Ich weiß, möglichst wenig Possessivpronomen und so, aber zu Anfang der Geschichte würde mir "sein ungehaltenes Schnauben" doch bei der Orientierung helfen.
kommt auf die Liste.

»Herrn Drache …«, sagte der Drache, »merk dir eins, mein Name ist nicht Herr Drache.
Mir ist klar, dass der Drache Liesels Wortlaut genau wiederholt, aber ich wäre mit weniger Erbsenzählerei glücklich: In meinen Ohren wäre es smoother, er würde direkt "Herr Drache" sagen.
Hm, hab vorher hin und her überlegt, wie ich das mache und fand zum Nachäffen das Herrn Drache richtig, aber aus Gründen der smoothness wechsle ich zu "Herr Drache". ;)

wird natürlich klar, dass Du doch meinst, dass der Drache schon so lange ein Drache war. Irgendwie süß, aber ich habe damit zwei Probleme: 1) Mag ich es nicht, über einen Satz länger nachzudenken. Das stört offensichtlich den Lesefluss, wenn ich mir einen Moment den Kopf darüber zerbreche, ob der Drache schon so lange ein Drache oder schon so lange ungehobelt war. 2) Ergibt das doch gar keinen Sinn, oder? Ich meine, was war der Drache denn vor dieser langen Zeit? Vielleicht kriegst Du das irgendwie glatt gezogen.
Okay, sehe das Problem, hab noch keine Lösung. Ich gehe mal in mich.

Verstehe den Zeilenumbruch nicht. Zeilenumbrüche strukturieren ja einen Text, diese Möglichkeit hat gesprochene Sprache aber nicht. Deshalb würde ich innerhalb von wörtlicher Rede Zeilenumbrüche möglichst vermeiden. Es ist auch überhaupt nicht nötig: So lang ist der Absatz nun nicht, und auch inhaltlich gehören beide Sätze eng zusammen.
Ich wollte damit die Sprüche einzeln stellen, ähnlich wie die Limericks, wenn auch nicht ganz, so als Kompromiss. Macht wohl so keinen Sinn, sondern stört eher.

Buffon
Tippfehler? Sonst schreibst Du "Bouffon".
Jaaa, der Hofnarr braucht das o.

Mir ist da was bei den Höflichkeitsanreden aufgefallen. Erstens müssten sie ja groß geschrieben werden ("Sie" und "Ihrem")
Okay, ich dachte nur in der Briefform ist es wichtig. Ändere ich mal.

und zweitens: Dann machte sie einen tiefen Knicks und sagte zum Abschied mit großer Liebenswürdigkeit:
»Habt Dank, werter Herr Drache, ich wünsche euch auch weiterhin ein wunderschönes Leben voller leckerer Ritter.«
("Euch") ... wechselt Liesel die Art der Anrede. Manchmal sietzt sie den Drachen und manchmal ... "ihrzt" sie ihn. Das kenne ich sonst nur von Rollenspielerinnen, die in der Spiel-Welt nicht so ganz fit sind und deshalb inkohärent anreden. Aber Liesel ist ja in ihrer Welt und sollte die richtige Form drauf haben, oder? ;)
Vielleicht sietzt sie ihn zuerst und ihrzt ihn dann später als Ausdruck besonderer Höflichkeit? Ich glaube, so würde es mir gefallen.

Das ist schon alles von mir. Vielen Dank für diese Geschichte! Wenn ich einmal ein Kind treffe, nehme ich sie mit.
Meinen Segen hast du. :anstoss:

Danke für deinen Kommentar, schön, dass du wieder da bist.
Peace, ltf
 
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Hallo @Carlo Zwei,

Das finde ich wiederum eine gute Haltung zu Kritik und mache es auch so, wenn mir die Einwände von irgendwem nicht passen. Insofern, nichts für ungut – ist klar. Lass dich nicht ärgern, das hatte ich nicht im Sinn
Ich finde einen Austausch gelinde gesagt anstrengend bei Vokabeln wie "Ausrede, unfair, geschwätzig, maßlose Übertreibung, witzig-affektiert, impliziertes Genre-Denken, etc." Vor allem, wenn es so daherkommt, als müsse ich etwas verstehen. Das mag ich nicht, da latscht du mir auf die Zehen und zudem finde ich es arg subjektiv. Du hakst dich an einem Detail fest, am "gleichzeitig" und insistierst. Ebenso beim Klischeediskurs. Geht es dir darum, recht zu haben oder einem Autor Hinweise zu geben, die dieser wahlweise beachten oder in die Tonne kloppen darf? Bleib locker, nicht alle müssen dir und deiner Meinung folgen.

Peace, ltf
 
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Hallo @linktofink ,

Doch zu guter Letzt quiekten sie alle gleich.
das ist witzig.

so interessant wie die Schuppen an meinem Hinterausgang
und das ein schöner, drachengerechter Vergleich

»Warte, bis der Drache liegt und nicht mehr durch die Lüfte fliegt, bevor du ihn besiegst«, sagte Liesel.
ich fand diese 'Redensart' gar nicht so schlecht und war deshalb umso überraschter von dem hohen Anspruch des Drachen.

»Was der Drache nicht kennt, frisst er trotzdem«, sagte Snuuf
super.

»Das nenne ich einen Spruch. Und jetzt schleich von dannen.«
hier musste ich wirklich kurz lachen

ein wunderschönes Leben voller leckerer Ritter
und das ist sehr süß

Deinen Text habe ich gerne gelesen und ja, ich denke den könnte man sicher auch noch empfehlen, wenn man ein Drachenfan ist so wie Novak und nicht neulich schon einen von deinen Texten hochgelobt hat. Ich finde ihn auch einen sehr guten Text und mir fällt zum Glück auch gerade wieder auf, dass es in diesem Forum echt einige Leute (fällt meist zusammen mit denen, die man hier regelmäßig liest) gibt, die sehr gut schreiben. Der Text macht für meine Begriffe vieles richtig und ich würde ihn insgesamt sehr hoch handeln. Spannend ist er und die Figurenzeichnung stark. Und er baut sich nur zwischen der kleinen Liesl und dem großen, gar nicht so bösen Drachen auf. Das funktioniert super. Er bringt auch etwas rüber: Dass man auch bitte und danke sagen soll. Gut, das ist schon super, wie du das machst, trotzdem sehe ich da noch Potential. Du nimmst hier als Autor ja definitiv eine Position ein – was ich gut finde – aber vielleicht geht da ja noch etwas mehr, etwas der übrigen Orginalität des Textes Angemessenes. Ich finde diese ganze Goldschnodder und Drachenreime Sache übrigens sehr lustig und sehe das als große Qualität des Textes. Über Stil und Sprache lässt sich hier für mich – das habe ich ja schon mehr oder weniger in meinem ersten Kommentar festgestellt – nicht viel sagen. Ich finde das diesem Genre absolut gerecht und darin funktioniert es für mich auch. In gewisser Weise hört meine Kritik hier auf, wo sie vielleicht gerne angefangen hätte. Aber ich glaube, da, wo ich deinen Text noch sehe, willst du gar nicht hin, und das finde ich völlig okay so, und außerdem ist es ja auch nicht meine Sache, du bist mit deinem Schreiben der Boss und so soll es sein.
Also bleibt mir tatsächlich als einziges, traurigerweise, ein Hinweis, der sich jetzt schwer mit dieser Geschichte, aber vielleicht ja mit der kommenden vereinbaren lässt: Noch etwas mehr Schmalz auf das Ende bzw. – Zauberwort – die Haltung deines Textes zu verwenden.

Bis dann und peace
Carlo
 
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Hallo @linktofink

»Ich wollte ihn fragen, den Herrn Drache, ob er mir was abgeben kann von seinem Gold?«
Diese Exposition finde ich einfach schwach. Mensch, das Mädel latscht da zum Drachen rein und das Einzige, was ihm einfällt, ist lieb um Gold zu fragen. Wieso?

Und wenn ich's richtig sehe, passiert dann auch nicht viel anderes, als dass sie immer wieder fragt ... ist die plemplem ... und wie war das mit den bösen Mädchen und so?

Nach dem dritten 'Capisce' biss ihm Snuuf den Kopf ab.
Ist mal 'ne echte Ansage für unsere Kleinen :)

»Ja, capisce, Herr Snuuf, dürfte ich dann den Eimer unter seine werte Nase …«
Das Gör geht mir schon jetzt so auf den Sack, warum tut sie nicht mal was, zum Henker?

»Frech bist du, ganz schön frech«, sagte Snuuf.
Nee, frech ist was anderes.

»Also wenn ich dann mal …«
Na endlich.

Snuuf brüllte auf, weil er ein Drache war und Drachen es nicht mögen, wenn jemand zu ihnen sagt, sie können etwas gar nicht.
Das glaube ich gern ;)

Das ist für mich eine strukturell konservative Geschichte. Tut keinem weh, bleibt im Rahmen der Erwartungen. Jeder kann sich hinter der Burg seiner Argumente verschanzen.

Aber sind auch schöne Ideen drin:

Mit einem gewaltigen Nieser schleuderte Snuuf einen Goldpfropfen hoch an die Höhlendecke.
Wer Freude an kreativen Dialogen hat - warum nicht.

Viele Grüße
Manlio
 
Wortkrieger-Team
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04.03.2018
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@Carlo Zwei,

hab Dank für deinen versöhnlichen Kommentar. Ich sehe, dass du mir die Hand hinhältst und nehme sie gerne.
Du nimmst hier als Autor ja definitiv eine Position ein – was ich gut finde – aber vielleicht geht da ja noch etwas mehr, etwas der übrigen Orginalität des Textes Angemessenes.
Ja ein weiterer guter Hinweis, wie auch der von Novak. Du kennst das vermutlich vom eigenen Schreiben, dass du weißt, an welchen Punkten du ansetzen kannst, aber das, was du änderst, sich nicht in das einfügen will, was du schon hast. So geht es mir auch mit dem Text und da hilft oft einfach nur liegenlassen.

In gewisser Weise hört meine Kritik hier auf, wo sie vielleicht gerne angefangen hätte. Aber ich glaube, da, wo ich deinen Text noch sehe, willst du gar nicht hin, und das finde ich völlig okay so
TeddyMaria hat mal gesagt, sie hätte dadurch, dass sie alle Einwände berücksichtigen wollte, ein Monster aus ihrem Text gemacht. Ähnlich habe ich das auch erlebt und versuche seitdem, das Gesamte im Blick zu halten und mit grundlegenden Veränderungen vorsichtig zu sein.

Also bleibt mir tatsächlich als einziges, traurigerweise, ein Hinweis, der sich jetzt schwer mit dieser Geschichte, aber vielleicht ja mit der kommenden vereinbaren lässt: Noch etwas mehr Schmalz auf das Ende bzw. – Zauberwort – die Haltung deines Textes zu verwenden.
Okay, das geht in Richtung der obigen Anmerkung und ich sehe den Punkt, ich hab dazu jedoch (noch) keine Idee. Einige meiner frühen Texte hab ich mittlerweile überarbeitet und weiß jetzt: polieren geht mit etwas Abstand oft besser.

Peace, linktofink
 

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