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Treibsand

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11.11.2020
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Treibsand

Es ist legitim, es ist legitim, es ist legitim. Legitim, das hatte Daud in seiner Schulzeit in Ethikunterricht gehört. Er konnte sich nur wage daran erinnern, aber es ging um eine kranke Frau und ihren Mann. Der musste Medikamente aus der Apotheke klauen. Irgendein Vollidiot aus der Klasse hatte gesagt, das Wort Legitim sei eine Ausrede für Kriminelle um ihre Tat zu rechtfertigen. Das Ende der Diskussion hat Daud wie immer verpasst. Wahrscheinlich ist er wieder eingepennt.

Jetzt steht er hier, vor dem Haus eines reichen Arschlochs, und denkt ob er der Ehemann der kranken Frau ist oder der kriminelle der das Wort für seine Tat missbraucht. Daud ist kein schlechter Mensch, er ist bloß in einer schlechten Situation. Ich sollte zurückgehen und noch während der Gedanke ihm durch den Kopf geht, lacht er auf.

Die ersten Gäste kommen und er bittet sie herein. Ich werde es bereuen. Scheiße. Und der Gast gibt ihn sein Mantel zum aufhängen. Aber das ist Ok. Daud kennt sich in der Villa aus. Er hat hier für zwei Jahren gearbeitet bevor er gefeuert wurde.

Daud spielt seine Rolle und wundert sich wie einfach es ist. Er war gut in seinem Job. Er war Teil des Sicherheitsteams. Das wunderliche ist, das manche ihm auch wie ein Kellner behandelten. Trotz seines autoritären Uniformes. „ Es ist gutes Geld und wenn du den Leuten ein paar Getränke bringen musst, dann ist es so.“ hatte sein Vater gesagt als er sich nach einem langen Tag beschwert hatte. Jetzt wünscht er nicht auf seinen Vater gehört zu haben. Blinde Loyalität hat nie etwas gutes hervorgebracht.

Das nicht gefeuerte-Sicherheitsteam macht jetzt seine runden im Haus also wird er draußen allen seine alte Uniform zeigen. Vielleicht möchte der möchte-gern Franzose Morel ein Cocktail. Dieses würde Daud gerne selber mischen.

Gestern haben sie über Rache im Radio gesprochen und Daud fragte sich ob es vielleicht doch nicht Rache ist. Morel hat keine Schuld am Tode seiner Familie, es war ein Autounfall. Der hätte verhindert werden können, wenn Daud rechtzeitig zu Hause gewesen wäre. Nein, Schuld war Morel nicht aber geholfen hat die Kündigung nicht. So viel Zeit um nachzudenken.

Daud kann von draußen den Speisesaal sehen. Es ist nicht voll. Es ist nie voll. „ Der alte Morel, der vertraut niemanden. Deshalb finden die Veranstaltungen auch immer an öffentlichen Orten statt“. Der alte Sicherheitschef hatte gelacht und hinzugefügt: „Es ist, als ob er ein großes Schatz verstecken würde“. Sie hatten gegrinst und waren danach trinken gegangen. Das Leben steckt wohl voller Überraschungen.

Das Sicherheitsteam hat die Autos von Morel und seinen Freunden vorgefahren. Bald wird das Haus leer sein. Daud muss sich jetzt in das Haus versteckt halten, denn er kann die Haustüre ohne einen elektronischen Schlüssel nicht öffnen.

Auf die Plätzte, Fertig, Los! Die Gäste kommen heraus und er wartet. Zwei vom Team durchsuchen gerade das Haus, zwei sind vor dem Außentür und nur einer bewacht die Haustür. Bingo. Einer der Gäste bittet dem Sicherheitsmann seinen Mantel zu holen. Daud lässt sich nicht zweimal einladen, er lächelt die Gäste an und ist im Haus. Die beiden Ex-Kollegen haben das Keller durchsucht also versteckt sich Daud unter den Treppen. Keep it simple. Den Spruch hat er von seinen Nachbarn, den sympathischen Märchenerzähler.

Als Daud früher seine Runden gemacht hat, musste er fast durch die ganze Villa. Natürlich hatten die Kollegen das Anwesen unter sich aufgeteilt, aber der Keller war besonders. Es gab dort 5 Räume doch nur eine hatte einen goldenen Türgriff. Nur der Sicherheitschef durfte die Tür öffnen. Und diese Tür wurde nach jedem Besuch im Haus nochmal überprüft. Und wenn genau jener Sicherheitschef über einen Schatz sprach, lachte Daud. Nach dem Autounfall, voller Trauer, Wut und Verzweiflung beschloss der junge Mann, Menschenverstand hin oder her, der Schatz sei die Lösung all seiner Probleme.

Daud hatte sich mal für sehr Intelligent gehalten. Doch seine Lehrer hatten ihm die Illusion genommen: „ Du bist clever Daud, aber nicht Intelligent. Deine Noten sind der Beweis dafür.“ Die Lehrerin hatte ihm dabei traurig angeschaut und ihm doch ein Bonbon gegeben. Jahre später, in dem Keller eines reichen Arschloch hatte Daud den Unterschied zwischen clever und intelligent verstanden- er war froh clever zu sein. Denn jetzt grinste er wie ein Kind der seine Eltern hereingelegt hat.

Daud brauchte jetzt den Sicherheitscode. Es sollte eigentlich die größte Hürde sein, doch keiner im Sicherheitsteam war Intelligent und nur sehr wenige clever. Der Sicherheitschef, war weder das eine noch andere. Daud musste an seinen Großvater denken, der früher alle Telefonnummer und Passwörter in einem kleinen Heftchen geschrieben hatte. „Junge, bleib mit deinen Ratschlägen bloß weg. Es funktioniert und basta. Ich habe besseres zu tun.“ Besseres bedeutete, mit der Familie zu telefonieren und sich mit Freunden zu treffen um sich über die Welt zu beschweren. Daud griff hinter der Lampe neben der Tür, denn der vergessliche Sicherheitschef klebte die Sicherheitscodes auf Post-its hinter den Lampen. Seine Lehrerin hätte diesen Sicherheitsteam bestimmt kein Bonbon gegeben.

Tief einatmen, Code eingeben und Sesam öffne dich- Ta-daa, und schon war die Tür offen. Während Daud die Tür aufriss, freute er sich wie ein Kind, der sein Geburtsgeschenk aufmacht. Bloß würden in dieser Kiste anstatt Comics oder billigen Spielzeuge, richtige Schätze sein. Vielleicht irgendeine Technologie aber falls er Glück haben sollte, Bargeld und er könnte wie Dagobert Duck drin schwimmen. Oder die Höhle der 40 Räuber, voller Rubinen und Diamanten.

Als Kind hatte Daud im Zug zwei Freundinnen gesehen. Beide schwarz gekleidet und voller trauer. Eine hatte geweint und die andere hatte in einem seltsamen Ton gesagt- da wurde sogar Daud traurig- „Das ist das Leben.“ Als der Zug anhielt, rannte er nach Hause, umarmte seine Mutter und weinte. Denn er hatte angst bekommt. Fürchterliche angst.

Das ist das Leben. Daran denkt er, als er den Raum ansieht. In dem steht ein Mädchen. Keine Schätze, keine Spielzeuge, sondern ein lebendige junge Frau die ihn mit großen Augen ansieht. Er steckt in der scheiße, denn das ist das Leben. C’est la vie. Er wollte ein Schatz und findet ein Enigma.

Das Mädchen starrt ihn weiter an und bevor ihn bewusst wurde, ist sie schon aus der Tür. Noch immer verwirrt, rennt er dem Mädchen hinterher. Er ist schneller als sie aber sie ist flinker. Sie sind jetzt an den Kellertreppen angekommen und er versucht sie zu fassen. Das Mädchen springt tritt ihm in das Gesicht. Als er oben ist, muss er lachen. Ihm tut jedoch die Nase weh. Das Enigma, denn so nennt er sie, bis er einen Namen hat, versucht die Haustür zu öffnen. Er weiß nicht, wie sie hereingekommen ist, aber raus kann sie ohne seine Hilfe nicht.

Versuch und Irrtum. Damit kennt sich Daud aus. Und das versucht Miss Enigma jetzt. Sie tritt die Tür doch merkt durch die Schmerzen an ihren Füßen, dass es Eisen ist. Und nachdem die Methoden sich gegen die Tür werfen und die Klinke kaputt machen nicht funktionieren, brüllt sie die Tür an. Das findet Daud ist die effektivste, Methode, denn sie ist Laut und Daud bekommt durch das ganze brüllen Kopfschmerzen. Natürlich ist er auch neugierig.

„Also, ich möchte nicht unhöflich sein, aber brauchst du Hilfe?“ Daud versucht das grinsen zu unterdrücken. Anscheinend kann er das nicht, denn das Mädchen läuft rot an und starrt ihm mit tränenden Augen an. Er muss an die Frau im Zug denken und Enigma hat den gleichen Blick. Traurig und verloren. „Hör zu, die Tür hier kannst du jetzt nicht von innen aufmachen. Es gibt ein Fenster, den habe ich gestern kaputt gemacht, sodass wir da rauskönnen.“ Er kann sich nicht erklären, aber er möchte ihr helfen. Es ist als sonst etwas schreckliches passieren könnte. „Ich heiße Daud und du bist?“ Sie schaut ihm nicht mehr wütend sondern skeptisch an. Ihr Blick wandert zu seinem Uniform“ Hör zu, ich arbeite nicht mehr hier. Es ist eine Verkleidung gewesen. Ich dachte in dem Raum wäre Geld oder irgendein Schatz gewesen.“ Verdammt, er hat ihr alles gesagt. Verdammte scheiße. „ Hör zu, ich gehe jetzt, willst du kommen oder nicht?“ Sie schaut ihn an und lacht. Und Daud hofft und betet das sie kein Psycho oder Alien ist. Die Schuld für die Zerstörung der Menschheit will er nicht tragen.

„Sofia, lass uns gehen.“ Enigma war besser, denkt sich Daud und sie gehen in das Gästezimmer. Daud ist enttäuscht, dass er nichts mitnehmen konnte. Er hilft zwar jemanden, aber das Problem ist nicht gelöst und plötzlich hat er eine Idee. „Warte, ich habe was vergessen.“ sagt Daud und rennt in das Schlafzimmer von Morel. Der möchtegern Franzose hat heute viele Geschenke bekommen und hatte letzten Monat auch welche gekauft. Schmuck für seine Kollegen. Daud nimmt zwei Einkauftüten und packt den Schmuck und die teuren Uhren herein. Er hat zwar keinen Schatz gefunden, aber mit leeren Händen wird er hier nicht rausgehen.

Sofia sitzt im Gästezimmer auf dem Boden. Daud hat jetzt ein schlechtes Gewissen, sie alleingelassen zu haben. Er greift unter dem Bett und da ist die Tasche. Hier packt er seine Schätze herein und setzt sie sich auf die Schultern. Sofia schaut ihm verwirrt an.

„Gestern war hier eine Party also habe ich bin reingeschmuggelt und das Fenster manipuliert und die Tasche versteckt. Das Sicherheitsteam ist nachts aktiver, also musste ich heute wiederkommen.“ Erklärt Daud und macht dabei das Fenster vorsichtig auf.

Nachdem sie durch den Wald wieder die Straße erreicht haben, führt Daud sie zu seinem Auto. Er hat es hinter einem Spielplatz geparkt. Daud legt seine Tasche im Kofferraum und als er hochschaut, sieht er Sofia. Sie springt von einem Fuß auf den anderen und klopft aus nervösität auf ihre Beine. „Fahren wir oder nicht?“ Jetzt fällt Daud auf, dass er nichts über sie weiß. Nun gut, ihren Namen hat sie ihm genannt. „ Nein, tun wir nicht.“ Er läuft zu der Bank auf dem Spielplatz und bittet sie auch Platz zu nehmen.

Seine Mutter wäre stolz auf ihm gewesen. Er hat eine Entscheidung getroffen- naja, auf den Diebstahl nicht, aber er hat es durchgezogen. Und dabei eine hübsche junge Frau gerettet und das beste zum Schluss-er ist geduldig. Er hat weder geschrien noch ist er komplett ausgerastet, obwohl ein kleiner Teil in seinem Hinterkopf ihn erinnert, es wird noch passieren.

„Was willst du wissen?“ Also weiß Sofia, dass die Situation nicht normal ist. „Also Sofia, ich freue mich dich kennenzulernen. Wirklich. Aber verdammte scheiße, was hast du in dem Keller gemacht? Und wie bist du hereingekommen?“ Und jetzt muss er wieder an ET und Rapunzel und an den Vergewaltiger aus Österreich denken. Sofia schaut ihn an und dann den Spielplatz.

Es ist warm heute aber niemand ist auf dem Spielplatz. Daud findet es schön hier obwohl es alt und baufällig ist. Außerdem ist es genau neben dem Wald, und Eltern wollen nicht, dass ihre Kinder alleine in der Nähe des Waldes auf einem kaputten Spielplatz spielen. Keine Ahnung was die Gemeinde sich beim Bau dachte.

„Ich bin seine Tochter.“ Daud hatte vergessen das Sofia noch da ist. „Ich bin Morrels Tochter, aber das wusste ich nicht.“ Sie lacht, aber nicht das fröhliche- Juhuu, habe mein Vater gefunden sondern, Das ist das Leben -Lachen. „Ich habe meine Mutter gefragt, die Adoptionspapiere nachverfolgt und bin dann zu ihm. Er hat es nicht verneint, bloß gebeten zu warten“ Jetzt hat sie Tränen in den Augen und Daud weiß nicht, was er machen soll. „ Er hat mich eingesperrt. In einem leeren Keller eingesperrt. Seinen eigenes Kind.“ Und jetzt hat Daud angst, denn sie weint und lacht gleichzeitig. Er wusste nicht, dass es möglich wäre. Er möchte ihr helfen, wirklich, aber sie benimmt sich wie der Joker und er ist allein mit ihr. Niemand würde hier nach ihm suchen. Und hinten im Wald könnte sie seine Leiche verscharren. Ihr lachen wird immer hysterischer und Daud glaubt sie bekommt eine Panikattake. Sein Nachbar hat ihm mal gesagt, man könne dadurch bewusstlos werden. Vielleicht muss Daud nur warten und dann abhauen.

Das ist das Leben. „Danke für deine Hilfe. Du hast mir vielleicht das Leben gerettet.“ Sie hat sich beruhigt. Das sollte Daud beruhigen, tut es aber nicht „Kein Problem. Ich freue mich, dir helfen zu können.“ Daud versucht sich keine Angst anmerken zu lassen. „Soll ich dich irgendwo rauslassen?“ er bietet ihr höflich eine Mitfahrgelegenheit an und hofft das sie ablehnt. Tut sie aber nicht. Auf zum Busbahnhof. Hurrah.

„ Wieso wolltest du Morel beklauen?“ Daud muss an die Tasche im Kofferraum denken und schluckt. „Du scheinst kein Dieb zu sein. Vielleicht bist du ja einer“ Sofia schaut ihn eindringlich an lacht: „ Ich bin mir aber sicher dass du ein guter Mensch bist.“ Daud denkt an den Spielplatz und wie er gehofft hatte, sie solle bewusstlos werden, nur um abhauen zu können. Jetzt lacht Sofia wieder, aber zum Glück nicht das Joker-Lachen. „Ich weiß das zu vorhin angst hattest. O man, hast dir wahrscheinlich in die Hosen gemacht“ Und jetzt legt sie ihren Kopf in den Nacken und man kann nur sie lachen hören. „Nein, habe ich nicht“ murmelt Daud und fühlt sich fünf als sein großer Bruder mit dem Teddy erwischt hatte. Daud schläft mit dem Teddy. Jetzt würde er alles geben um diese Stimme zu hören. Nicht mehr allein zu sein. „Ok, tut mir leid, aber wirklich, du bist geblieben und ich schwöre das ich dich nicht umbringen werde“ und jetzt leuchten ihre Augen. „Ja, das würde ein Killer auch sagen“ kontert Daud und erwartet das ihr Spiel weiter geht. „ Wieso warst du dort?“

Er schluckt, schaut auf die Straße und wieder sie. „ Naja, weil ich das Geld brauche und Morel nichts merken würde.“ Sie ist es, sein Spiegel. Zeigt ihm die Wahrheit, die er nicht sehen will. Jetzt versteht er auch die Hass-Liebe seiner Mutter gegenüber Spiegeln. Denn die Wahrheit ist selten schön. Er möchte sie nicht anlügen, also erzählt er die Wahrheit: „Aber es ging um Rache. Nicht mehr und nicht weniger.“ Er schaut sie kurz an und dann die Straße. Keiner der beiden verurteilt ihm. „ Ich war auf der Arbeit, habe bei Morels Sicherheitsteam gearbeitet und kurz vor dem Feierabend bekam ich einen Anruf. Ob ich heute Abend unsere Eltern zu ihren Freunden fahren kann.“ Er muss lachen. Diese verdammten Treffen waren für seine Eltern wichtiger als das Insulin. „Klar, ich hatte sowieso Überstunden, würde also rechtzeitig nachhause schaffen und ganz ruhig alle zu ihren Terminen fahren.“ Er muss eine Pause machen, denn jetzt wird er wieder wütend. Sofia lächelt ihm traurig an. „Ich war auf dem Parkplatz, Tasche im Kofferraum und da kommt Morel“ Daud schüttelt seinen Kopf als ob er die Bilder weg schütteln kann. „ Ich soll ihm zu irgendein Restaurant fahren und ich sage, tut mir leid. Habe Feierabend. Die Kollegen sind noch da. Er rastet aus, wie ich es mir erlauben kann und er mich sonst feuern würde. Also fahre ich ihn und rufe meinen Bruder an. Der ist wütend, enttäuscht. Klar, wäre ich auch. Einmal sollte ich Verantwortung übernehmen“ Daud merkt, dads er jetzt weint und fährt rechts ran.“ Ende der Geschichte. Sie waren spät dran und hatten ein Autounfall. Nur damit Morel im Restaurant seinen scheiß Mantel holen konnte.“ Daud merkt das er jetzt Joker imitiert, aber Sofia hat keine Angst. Sie sitzt da und beobachtet ihn. Schaut ihn nur mit ihren großen Augen an. Als er sich beruhigt hat, fügt er hinzu „Es war ein Unfall, ich weiß es. Niemand wollte es oder wusste das es passieren wird.“ Sofia betrachtet ihn immer noch skeptisch an und er gesteht nun endlich „Ich wollte nicht das es wahr ist, OK. Ich wollte sehen dass es auch anders sein kann“ Und jetzt funkeln ihre Augen. „Was nicht wahr ist?“ fragt sie ruhig. Jetzt murmelt er ganz leise aber sie versteht ihm, besser als jemals zuvor. „Das ist das Leben.“ Und sie versteht es. Wie die Frau im Zug und Daud im Krankenhaus hat Sofia im Keller verstanden. Das macht sie beide traurig. Daud wünscht mit den Worten könnte er das Gute beschreiben. Aber jetzt wurden sie des besseren belehrt.

Während sie aus dem Auto steigt lächelt sie ihn an. Es ist eine kurze Verabschiedung ,denn sie kennen sich nur seit ein paar Stunden. Trotzdem fühlt sich hier etwas falsch an, aber das ist Daud egal. Er möchte jetzt nach Hause, Duschen Essen und Morels Geschenke genauer unter die Lupe nehmen.

Er winkt Sofia ein letztes mal zu, wünscht ihr Glück und denkt wieder an den Schatz im Kofferraum. Wenn der Schatz nicht gewesen wäre, hätte Daud sicher gemerkt, dass Sofia weder eine Tasche, Handy oder Geld dabei hatte. Auch hat sie kein Fahrschein gekauft. Das alles bemerkt Daud nicht, denn er muss an seinen Schatz denken.

Er begrüßt seinen sympathischen Nachbarn, nimmt seine Tasche aus dem Kofferraum und geht in seine Wohnung. Daud hat sich noch nie dermaßen allein gefühlt. Im Kühlschrank ist noch die Suppe von gestern und das Brot kann man auch noch Essen. Also geht er Duschen. Macht sich die Suppe warm und isst diese vor den Fernseher. Es läuft irgendwas mit Treibsand und Leute, die versuchen ihren Freund zu retten.

Als das Geschirr gespült und aufgeräumt ist, bereite er seinen Schatz auf dem Tisch aus. Der Mann im Fernseher steckt immer noch im Treibsand fest. Auf dem Tisch liegen jetzt drei brandneue Uhren, zwei Halsketten mit Steinen. Der Typ im Fernsehen ist jetzt fast draußen. Sein Nachbar kennt bestimmt jemanden, der ihm die Sachen ohne zu fragen abkaufen wird. Jetzt umarmen sich alle, weil der Typ gerettet ist. Er hat sein Ziel erreicht, er hat den bösen Mann etwas genommen. Die Stimme erzählt etwas über die Gefahren des Treibsandes. Daud denkt an Sofia, die ohne Geld am Busbahnhof stand. Der Typ bedankt sich bei seinen Freuden und hat jetzt einen Anzug an. Der Arzt hatte auch ein Anzug an. Und Daud fühlt wie er runtergezogen wird. Er spürt den Schlamm-der nicht da ist, spürt die Hitze-die auch nicht da ist denn eigentlich ist es in seiner Wohnung sehr kalt.

Daud schließt die Augen beruhigt sich wieder. Er nimmt einer der Uhren, sie ist aus Gold, und wirft sie gegen den Fernseher. Die zweite zertritt er mit den Füßen und den restlichen Schatz wirft er aus dem Fenster. Jetzt schließt er alle Fenster, weint und muss wieder an Sofia und ihre Joker Grimasse denken.

Daud war nie Intelligent aber clever. Das haben die Lehrer gesagt also versteht er es nicht. Er fühlt sich gefangen, wie der Typ im Fernsehen. Seine Familie wollte ihn heraushelfen, aber sie sind nicht mehr da. Jetzt ist er in einem Loch voller Schlamm und ganz allein. Er versteht nicht wieso ihm keiner helfen möchte. Ein bisschen Schlamm abzubekommen ist doch nicht Schlimm, oder haben alle angst er würde sie mit herunterziehen.

Als es klingelt, ist er allein, ohne Hilfe und hat angst. Daud schaut die Haustür an und lacht. Er muss an Sofias Kampf mit der Haustür denken. „Manchmal können Menschen dir nicht sagen, was sie brauchen. Deshalb musst du bei ihnen bleiben, bis sie sicher an ihr Ziel angekommen.“ Sein Bruder war etwas besonderes. Ein Beschützer. Bam, Bam, Bam. Er hat eine Klingel. Jetzt hört er genauer zu und es ist eine Frauen Stimme. Er erkennt sie und macht sich fast in die Hose. Es ist Sofia und sie ist wütend. Sie wird ihm nicht umbringen, denn es gibt bestimmt Zeugen, oder?

Daud steht auf und stolpert dreimal auf die kurze Strecke zur Tür. Die Frau macht ihr angst. Er macht die Tür auf und sie schubst ihn aus dem Weg. Es ist wie ein Dejavu. Sie steht jetzt in seiner Küche und redet ohne Pause: „ ..und als du dann weg bist habe ich nachgedacht. Ich bin zurück zum Hotel und habe mir sorgen um dich gemacht. Ich meine, verdammt dein Fernseher ist kaputt, mir ging es mies aber wie es dir wohl gehen musste?“ Daud kann nur nicken. Er weiß immer noch nicht wieso sie hier ist. „Also, was hälts du davon?“ Die Frage ist an ihn gerichtet. Er hat nichts mitbekommen. „Eins nach dem anderen, und bitte antworte in kurzen Sätzen. Wieso bist du hier?“ Sie grinst und nickt: „Weil ich mir sorgen um dich gemacht habe.“ Das ist mal etwas neues und altes. „Aber mir geht es gut. Du kannst was trinken und ich fahre dich wieder zum Bahnhof“ Daud hofft, verucht eine telepahische Bindung aufzubauen: Bitte ,bitte bleib .Jetzt schaut sie ihn traurig an und sagt: „Manchmal wissen wir was wir möchten, aber können es nicht sagen“ erklärt sie und streckt im nächsten Moment die Zunge heraus und er fühlt ein Keim der Hoffnung. Er muss an den Freunden von Treibsand-Mann denken. Ob sie ihm helfen kann. Er hofft es. „Hör zu, du hast doch im Moment keinen Job mehr. Ich arbeite in einem Club. Die zahlen gut für ihr Sicherheitsteam.“ Der Keim schlägt Wurzel und er kann den Treibsand-Mann im Anzug sehen. „Naja, du müsstest umziehen aber es ist eine Wohnung in der Nachbarschaft frei geworden. Sag ja, und sie gehört dir“ Daud freut sich. Er möchte ja sagen, er möchte auf dem Dach klettern und Ja brüllen aber eine Frage besteht „Wieso tust du das für mich?“ Jetzt schaut er sie in ihren Augen und sie antwortet ganz ruhig, als ob sie auf die gewartet hat, „Na Kumpel, beschwere dich nicht. Das ist das Leben“ Und sie beide lachen. Sie haben es geschafft.

Er sagt ja und zieht um. Der Tapetenwechsel tut ihm gut. Sie sind Freunde, es ist nichts romantisches aus ihrer Freundschaft geworden. Sofia hat ihm erklärt, wieso sein erster Plan nicht funktioniert hat. „Du warst allein.“ Sagt sie eines Abends, sie sind in seiner neuen Küche und essen eine mitgebrachte Pizza. „Am Anfang ist es schön, allein zu sein. Doch früher oder später wird die Last zu groß und man fällt. Und niemand ist da um einem wieder auf zu helfen.“ Sie ist wohl intelligent und clever.

Und da Daud clever ist, lernt er aus seinen Fehlern. C’est la vie. Mal gut, mal schlecht. Aber mit den richtigen Menschen, kannst du das schlechte in gute verwandeln. Er ist gefallen und ihm wurde geholfen. Deshalb lässt Daud jetzt niemand mehr im Stich. Er wartet bis seine Freunde ihr Ziel erreicht haben. Wenn sie Hilfe brauchen, ist er für sie da und sie für ihm. Und jetzt fürchtet er sich auch nicht mehr, denn seine Freunde sind stark genug ihm aus dem Treibsand zu ziehen. Sofia beschwert sich über die neue Angestellte und Daud gibt ihr recht. Denn vor ihrer Joker- Grimasse hat er immer noch Angst und obwohl sie besten Freunde sind wäre er nicht überrascht, sollte sie ein Alien oder Serien Killer sein.
 
Wortkrieger-Team
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07.01.2018
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Hallo @Kanwal

Und willkommen bei den Wortkriegern! Leider enthält Dein Text viele Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler, weshalb ich ihn ins Korrektur-Center verschiebe. Bitte lies Dir hier die Hinweise zum Korrektur-Center durch.

Beispielhaft habe ich einmal die ersten Absätze durchkorrigiert (nachfolgend fett markiert):

Es ist legitim, es ist legitim, es ist legitim. Legitim, das hatte Daud in seiner Schulzeit im Ethikunterricht gehört. Er konnte sich nur vage daran erinnern, aber es ging um eine kranke Frau und ihren Mann. Der musste Medikamente aus der Apotheke klauen. Irgendein Vollidiot aus der Klasse hatte gesagt, das Wort legitim sei eine Ausrede für KriminelleKomma um ihre Tat zu rechtfertigen. Das Ende der Diskussion hatte Daud wie immer verpasst. Wahrscheinlich war er wieder eingepennt. [Alternativ zum Plusquamperfekt ginge auch Präteritum, wenn inhaltlich die Vorvergangenheit klar wird. Obwohl dieser Absatz mit Präteritum beginnt (Er "konnte" sich (zum Zeitpunkt der Handlung?) nicht an den Ethikunterricht erinnern), geht es gleich mit Präsens weiter. Du solltest Dir insgesamt klar werden, in welcher Zeit Du schreiben möchtest und was dann die richtige Zeitform für die Rückblenden ist.]

Jetzt steht er hier, vor dem Haus eines reichen Arschlochs, und denktKomma ob er der Ehemann der kranken Frau ist oder der KriminelleKomma der das Wort für seine Tat missbraucht. Daud ist kein schlechter Mensch, er ist bloß in einer schlechten Situation. Ich sollte zurückgehenKomma und noch während der Gedanke ihm durch den Kopf geht, lacht er auf.

Die ersten Gäste kommen und er bittet sie herein. Ich werde es bereuen. Scheiße. Und der Gast gibt ihm seinen Mantel zum Aufhängen. Aber das ist ok. Daud kennt sich in der Villa aus. Er hat hier für zwei Jahren gearbeitetKomma bevor er gefeuert wurde.

Daud spielt seine Rolle und wundert sichKomma wie einfach es ist. Er war gut in seinem Job. Er war teil des Sicherheitsteams. Das Wunderliche ist, dass manche ihn auch wie einen Kellner behandelten [hier wechselst Du mitten im Satz wieder die Zeitform]. Trotz seiner autoritären Uniformes. „Kein LeerzeichenEs ist gutes GeldKomma und wenn du den Leuten ein paar Getränke bringen musst, dann ist es soKein Komma vor dem Anführungszeichendafür Komma hinter dem Anführungszeichen hatte sein Vater gesagtKomma als er sich nach einem langen Tag beschwert hatte. Jetzt wünscht erKomma nicht auf seinen Vater gehört zu haben. Blinde Loyalität hat nie etwas Gutes hervorgebracht.

Du siehst, sehr häufig verwechselst Du Groß- und Kleinschreibung, und die Fälle sitzen im Detail auch nicht immer. Eine große Handvoll Kommata solltest Du (bitte nicht wahllos) ergänzen. Außerdem solltest Du Dir klar darüber werden, ob Du Deine Geschichte im Präsens oder im Präteritum schreiben möchtest und die Rückblenden dann entweder im Perfekt oder Plusquamperfekt schreiben.

Wenn Du die Geschichte korrigiert hast, schicke eine PN an Tserk, der sie wieder zurück ins Kurzgeschichten-Forum schieben kann. Du hast vier Wochen Zeit, um die Korrektur vorzunehmen. Unternimmst Du in dieser Zeit nichts, wird sie gelöscht. Du kannst sie jedoch zu einem späteren Zeitpunkt wieder einstellen.

Solange diese Geschichte auf ihre Korrektur wartet, würde ich Dir empfehlen, keine weiteren Geschichten einzustellen. Leider ist das nun schon passiert, aber ich würde Dir raten, Dich auf die Korrektur zu konzentrieren und nicht Weiteres einzustellen. Fehler zu beseitigen, gehört schließlich zu einer Grundlage des Schreibhandwerks. ;)

Wenn Du Fragen hast, wende Dich gerne an mich.

Cheers,
Teddy
 
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11.11.2020
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Hallo Teddy,
Danke für dein Feedback. Es ist meine erste Geschichte und werde versuchen meine Fehler zu beheben.
Danke
Kanwal
 

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