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Wo die Wüste endet

Wortkrieger-Team
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Wo die Wüste endet

Marc träumte von den wasserblauen Augen seiner Tochter Joelle. Sie erinnerte ihn daran, dass er versprochen hatte, ihr zu zeigen, wo das Meer am blausten, der Wald am dichtesten ist und wo die Wüste endete. Keine dieser Fragen konnte er beantworten. Joelle schüttelte den Kopf, seine Frau runzelte die Stirn und zeigte ihm einen Gesichtsausdruck, der ihm bedeutete, sie ertrüge seine Launen nicht mehr, wüsste genau, warum sie so lange nicht miteinander geschlafen hatten, warum er so selbstverliebt grinste und die Nase zum Himmel reckte, anstatt sich die Erde anzuschauen.
Blumenberg tauchte auf, der Therapeut, der irgendwann das Wort Burn-Out ausgesprochen hatte. Burn-Out, was für ein unzulängliches Wort. Es beschrieb nicht, wie man sich selbst verliert, sich für einen Gewinner hält, obwohl man zu den Verlierern gerechnet wird. Marc musste herausfinden, wo die Wüste endet. Das war alles.

Marc fasste deshalb den Entschluss, dem Trübsinn zu entfliehen, der Hitze zu widerstehen und sich auf den Weg zu machen. Er hatte Frau und Tochter nach Windhoek gefahren, damit sie den letzten Flug nach Frankfurt erwischten, bevor der Airport schloss. Er hätte hier noch etwas zu erledigen, käme alsbald nach, sagte er ihnen. Nachdem er ihnen zugewinkt hatte, wandte er sich ab, schnaufte durch und fuhr ins Camp zurück. Die anderen waren abgereist, selbst die Einheimischen. Die Erforschung des Klimawandels in der Küstenregion nahe der Namib-Wüste pausierte wegen der Seuche, die überall den Stillstand erzwang.

Im Camp verluden ein paar Leute Ausrüstung und Einrichtungsgegenstände auf Pickups. Sie schwitzten und ihre Haut glänzte in der Sonne, aber sie arbeiteten mit der stoischen Bedächtigkeit von Menschen, die an die Hitze gewöhnt waren. Marc erklärte ihnen, dass er noch ein paar Tage bleibe und dann nach Windhoek fahren würde. Sie grinsten ihn an, schüttelten den Kopf und achteten auf Abstand. Vielleicht hatten sie seinen Husten gehört oder hielten ihn für verrückt. Es war ihm egal, was sie dachten.

Er folgte dem Instinkt. Was blieb ihm anderes übrig. Er schob es auf das Schicksal, als er von einer verlassenen Mine gehört hatte, die ein paar Meilen vom Strand entfernt in der Namib-Wüste liegen solle. Er hatte ein Ziel. Dort musste er suchen. Ihm blieben Vorräte für ein paar Wochen. Außerdem besaß er einen Generator und den Jeep. Den Weg zur Mine hatten die Dorfbewohner ihm zunächst nicht verraten, den Kopf geschüttelt und irgendwas gemurmelt, das er für Magie hielt. Als er ihnen ein paar Geldscheine zusteckte, gutes europäisches Geld, ein Monatslohn für sie, ein Taschengeld für ihn, schrieben sie ihm die Koordinaten auf. Dann kicherten sie wie Kinder und steckten das Geschenk in die Taschen. Er hätte sie verprügeln sollen, wenn er den Mut dafür aufgebracht hätte. Er zwang sich zu einem Lächeln, obwohl er sie gerne gefragt hätte, welcher Zauber gegen das Fieber hilft. Das Dorf lag einige Meilen im Süden, direkt am Strand. Er war vor Wochen dort gewesen.

Marc ging zu den Männern, um ihnen zu sagen, dass er das Zelt selbst abbauen würde. Sie zuckten mit den Achseln, setzten sich in den Wagen, starteten den Motor und verschwanden in einer Staubwolke. Er atmete die Meeresluft ein, die gegen den Wüstenstaub anzukämpfen schien und lief zum Strand, wo eine Seebärenkolonie lagerte. Er hörte die Tiere grunzen und rufen, roch den Dunst aus Fisch und Fäkalien und sah, wie sie sich aneinander rieben, um eine enge Gemeinschaft zu bilden. Er griff nach dem Rucksack und steckte sich ein Stück Trockenfleisch in den Mund. Wenn er lange genug kaute, würde er etwas schmecken, auch wenn er im Augenblick gar nichts unterscheiden konnte, weder Süße noch irgendetwas anderes wahrnahm. Das ging seit Tagen so. Alles hatte sich verändert.

Sein Blick schweifte zu den Sanddünen, dem gewellten Niemandsland in rot und braun. Dort irgendwo musste er hin. In einer Senke bemerkte er einen vierbeinigen Schatten und nahm das Fernglas zur Hand, um besser sehen zu können. Je näher die Hyäne kam, desto unheimlicher wirkte das Raubtier, das aussah wie eine Fantasiemischung aus Hund und Bär und Zebra, mit gestreiften Läufen, einem gedrungenen Körper, zerfranstem Fell und einzelnen Strähnen, die ihm ins Gesicht hingen, als hätte irgendeiner die überdimensionierten Ohren kaschieren wollen, die zum Himmel ragten, um alle Geräusche ringsum aufzusaugen.
Als die Hyäne zur Seebärenkolonie gelangte, schien sie zu zögern, blieb stehen, richtete die Schnauze zum Himmel, zum Boden und öffnete das Maul. Ihr Schrei erinnerte an Kinderlachen und Eulenrufe, an etwas Unheimliches, das die Ordnung störte.

Unterdessen hörte die Hyäne das Herz des Mannes schlagen und beschloss, am Strand entlang zu gehen, um sich die wasserglänzende Haut der Seebären anzuschauen. Ihren Hunger versteckte sie. Er konnte warten. Sie musste jetzt klug sein. Fleisch und Blut gab’s am Strand genug. Deshalb ließ sie sich treiben. Ein Reflex, ein innerer Zwang würde entscheiden, wann sie zuschlug. Die Seebären sollten sie ruhig bemerken, spüren, dass die Hyäne nichts als einen Strandspaziergang genösse und auf keinen Fall wahrnehmen, dass der Hunger nahezu das ganze Bewusstsein der Hyäne bestimmte, sie auszehrte, mehr und mehr schwächte. Geduld war die wahre Stärke des Jägers und sie war jederzeit in der Lage, den Trieb zu unterdrücken. Einstweilen stellte sie sich vor, wie das Blut schmeckte, wenn sie den Leib aufritzte und ein großes Stück an sich riss. Die Babys, wann würden sie die Babys alleine lassen, um zu tauchen, um Fische zu fangen? Die Seebären beschützten ihre Nachkommen, aber irgendwann mussten sie Nahrung für sich selbst und die Kleinen beschaffen, über kurz oder lang würden sie im Meer jagen und die Babys eine Weile alleine lassen. Die Hyäne riss das Maul weit auf und gähnte, während sie an die glühenden Augen ihrer eigenen Welpen dachte, die hungern mussten, wenn die Jagd erfolglos endete. Sie würden ihr entgegenlaufen, wenn sie heimkam und die Beute präsentierte. Sie hörte sie jetzt schon fressen und betteln, brüllen und jauchzen, niemals satt, niemals zufrieden, niemals genug.

Marc beobachtete die Hyäne, die in den Sand sank, als wolle sie in der Sonne schlafen, verlor das Interesse und ließ das Fernglas sinken. Die Hitze brannte Löcher in sein Hirn, pochte und pochte an seinem Bewusstsein, verstärkte die Kopfschmerzen und den Schwindel, der ihn wie ein Traumgespinst umgab. Deshalb lief er die paar Schritte zu dem Sonnenschirm, den er am Fuß einer Düne aufgebaut hatte. Neben dem Regiestuhl lag der Rucksack mit der Pistole. Marc lehnte sich zurück und schloss die Augen. Erst als er ein Geräusch hörte, das er nicht zuordnen konnte, nicht in den Traum passte, der von Diamanten und Gold wimmelte, von einer eigenen Insel der Glückseligkeit, von einem Leben in Glanz und Gloria, handelte, wachte er auf und suchte das Sichtfeld ab. Er wusste instinktiv, was geschehen war. Das Siegeslachen der Hyäne hatte ihn geweckt und war ertönt, um ihren Triumph anzuzeigen. Das Raubtier trug die Beute im Maul davon und schleppte weg, was sie sich geschnappt hatte. So funktionierte eine erfolgreiche Jagd: sich anschleichen, Geduld üben und im rechten Moment zuschlagen. So einfach war das und so effizient.

Während die Hyäne in ihrem Glück schwelgte, sich über das freute, was sie sich verdient hatte, während sie das Baby der Seebärin, das sie ausgespäht hatte, in ihrem Maul festhielt, weil sie sauber gearbeitet, präzise zugebissen, einen guten Tod bereitet hatte, während sie das Gewicht ausbalancierte, gerade so fest zubiss, dass die Kiefersperre eingeleitet wurde, damit keiner stehlen konnte, was sie erworben hatte, erfasste Marc eine unbändige Wut. Er griff nach der Jagdflinte und feuerte blindlings ein paar Schüsse auf die Hyäne ab, ohne dass er sein Ziel traf. Die Hyäne bemerkte zwar einen Luftzug neben sich, fühlte sich aber nicht in Gefahr, so sehr war sie noch erfüllt vom Adrenalinausstoß, der sich nach dem Jagderfolg in ihr ausgebreitet hatte. Sie schüttelte sich, als wolle sie lästige Insekten abhalten und trabte in gleichmäßigen Schritten weiter über den harten Sand. Sie musste sich schließlich die Kräfte einteilen. Marcs Zorn flaute nicht ab, füllte ihn mit Energie. Er stand auf und schüttelte sich, als wolle er die Mutlosigkeit abstreifen, die ihn gefangen gehalten hatte.

Ohne nachzudenken, schnappte Marc sich den Rucksack und folgte dem Tier, das der Wüste entgegenlief. Er musste Abstand halten, konnte das Tempo gerade so hochhalten, dass sich die Distanz zwischen Tier und Mensch nicht allzu sehr vergrößerte. Düne für Düne erklomm er, aber die Hyäne entfernte sich mehr und mehr. Er würde sie nicht erreichen. Als er in der Ferne Gebäude zu erkennen glaubte, überfiel ihn mit aller Macht Durst. Er musste rasten. Auf dem Kamm einer Düne trank er eine Wasserflasche in einem Zug aus. Dann nahm er das Fernglas zur Hand, um den Horizont abzusuchen. Nichts, keine Spur der Hyäne, nicht einmal die Bauten, die er zuvor noch klar und deutlich gesehen hatte, nichts konnte er erkennen, nichts als glühendbraune Farbtöne. Er resignierte, kontrollierte die aufkommende Panik gerade noch und dachte darüber nach, umzukehren. Vielleicht würde er doch nach Windhoek fahren, vielleicht gab es noch einen Flug zurück.

Doch er zögerte und blickte sich ein weiteres Mal um, suchte den Weg, den er gelaufen war, die Spuren im Sand, irgendeinen Anhaltspunkt und fand nichts als die beginnende Dämmerung und die Sonne, die glühend zwischen den Dünen versank. Bald schon würden die Sterne zum Greifen nah sein und das Himmelsgewölbe auf ihn herabsinken. Aber die Nacht würde den Sand auch etwas abkühlen, das Gehen erleichtern. Und er hatte Ersatzbatterien für die Armeetaschenlampe im Rucksack. Außerdem hatte er noch etwas Wasser. Und weit konnte das Ziel nicht entfernt sein. Eine Stimme, ein Flüstern aus der Stille, kaum mehr als ein Windhauch erklang und rief ihm zu, dass die Hyäne gerade dort ihren Bau hatte, wo er hinmusste. Warum auch nicht? Die Raubtiere dieser Welt brauchten einen sicheren Rückzugsort. Die Hyäne würde kein Loch am Kamm einer Sanddüne bauen, sondern einen Bau innerhalb fester Gemäuer bevorzugen, die den Rückzugsort abschirmten und wenn es staubumwehte Ruinen waren.

Marc fasste Mut, erinnerte sich an die Gradangaben, die genauen Daten aus Sekunden und Minuten: Nordost hatten sie gesagt und auf einem Zettel notiert, was sie wussten. Es war eine Frage des Durchhaltevermögens, der Energie, der Anspannung, dann wär’s ein Kinderspiel, die Mine zu finden. Mitten in der Wüste. Nicht dort, wo sie endete. Er streckte die Nase in die Luft, als wolle er Witterung aufnehmen, als wolle er das Gebaren eines Raubtiers nachahmen. Die Sonne ging unter, die Konturen wurden schärfer, bevor sie kurz darauf von der Dunkelheit verschlungen wurden. Er stellte sich gerade, richtete die Kompassnadel aus und ging los, auf und ab, auf und ab, mit den Sternen über ihm und ihrem Schimmer aus Gold und Silber.

Die Hyäne erklomm die letzte Dünenhöhe vor ihrem Ziel. Die Kleinen hatten schon Witterung aufgenommen. Sie hörte ihre Rufe. Als die Hyäne bei den verfallenen Steinbauten ankam, rannten die Welpen ihr entgegen. umkreisten ihre Mutter, bis sie ihre Last fallen ließ. Erleichterung, ja Glück empfand, weil sie es wieder geschafft hatte. Das Lachen der Welpen ertönte, bevor sie das Maul öffneten, um ein neues Fleischstück zu verschlingen, das sie dem Körper des Bärenbabys entrissen. Die Hyäne hörte ihnen zu. Sie suchten noch den richtigen Ton. Sie ließ die Welpen spielen und fressen, nachdem sie sich selbst ein Stückchen Fleisch angebissen hatte, um den Hunger zu stillen, der so lange in ihr rumort hatte. Das Fleisch schmeckte süß und bekämpfte das Ziehen in ihrem Bauch und ihrem Kopf. Dann schnaufte sie durch. Die Anspannung wich. Sie konnte die Welpen jetzt alleine lassen. Um sich auszuruhen, lief sie zum Eingang ihres Baus und kroch durch die Öffnung. Unten war es dunkel und angenehm kühl. Sie streckte sich auf den Textilresten aus, die sie in den Häusern gefunden hatte. Der Menschengeruch war längst verschwunden. Sie streckte und reckte sich. Neben ihr lagen Steine, die von innen her wie Sterne glitzerten. Die Hyäne beachtete sie nicht weiter. Sie glänzten wenn Licht auf sie fiel. Deshalb hatte die Hyäne die Steine im Bau aufgeschichtet. Als wären diese leblosen Gegenstände ein Schatz.

Bei Sonnenaufgang erreichte Marc die Ruinen der Mine. Trotz Kompass war er umhergeirrt und hatte seinen Wasservorrat fast aufgebraucht. Anfangs hielt er die Steinbauten hinter der Düne, die aus dem Nebel der ersten Sonnenstrahlen aufgetaucht waren, für ein weiteres Trugbild seines angespannten Verstandes. Seine Beine, sein Kopf, alles an ihm brannte. Sand klebte überall auf seinem Körper, auch an den Stellen, die von der schweißdurchtränkten Kleidung verhüllt war. Er sehnte sich sehr danach, anzukommen. So erschöpft fühlte er sich, dass es ihm vorkam, als müsse er für jeden einzelnen Schritt einen Befehl erteilen.

Am ersten Mauerstück blieb er stehen, berührte den Stein. Seine Hände waren angeschwollen. Der Sand hier sah röter aus. Wo er war, musste eine Straße verlaufen sein, gesäumt von Wirtschaftsbauten. An deren Ende bemerkte er einen Brunnen auf einer Art Platz. Marc schleppte sich hin und beugte sich über die Einfassung aus Stein. Ein hölzerner Eimer hing an einem ausgefransten Seil in der Mitte der Öffnung, aber er konnte den Mechanismus nicht bewegen und aus der Tiefe wehte ihm nichts als Fäulnis entgegen. Er lehnte sich gegen die Mauer, glitt zu Boden und nahm den Rucksack von den Schultern. Sollte er den letzten Schluck aus der Wasserflasche vergeuden? Er musste, konnte dem Drang nicht widerstehen. Also trank er und gab der ausgezehrten Kehle, was sie brauchte. Das Wasser schmeckte nach Fisch. Danach hustete er so lange, bis er Geräusche hörte und kaum hatte er bemerkt, woher sie kamen, standen schon die Hyänenwelpen vor ihm und schnüffelten an seinem Rucksack, kamen ihm ganz nah, streiften wie Katzen um ihn herum, steckten ihre Nasen unter seine Achseln, öffneten das Maul, um zu gähnen und ihm das scharfe Gebiss zu zeigen. Sie rochen nach Fleisch und tatsächlich hatte eines der Tiere einen Brocken rohe Fleischmasse im blutbesudelten Maul.

Hier war der Rückzugsort der Hyäne, auf die er am Strand geschossen hatte Er wusste auch, dass die Hyäne das Fleisch für ihre Kinder erbeutet hatte. Wo war die Mutter? Würde sie ihn angreifen? Konnte er sich mit den Welpen anfreunden, um den Verdacht der Heimtücke zu zerstreuen, die ja offensichtlich war, seit er die Schüsse abgegeben hatte. Er griff nach dem Rucksack, strich über das Metall der Pistole und schnaufte durch. Irgendwo hier musste es auch Wasser geben. Wie sonst könnten die Raubtiere hier überleben?

Die Welpen verloren das Interesse an ihm und tobten durch die Mauerreste. Wenn er ihnen einfach hinterherlief, würden sie ihn irgendwann zur Wasserstelle führen. Er streifte den Rucksack über die Schultern und folgte ihnen. Er spürte die Hitze, glaubte, dass er Fieber habe und bemerkte die Hyänenmutter erst, als sie direkt auf ihn zulief, ihn zu fixieren schien, ihn mit glühenden Augen am Boden festnageln wollte. Aus Marcs Bauch kroch Angst empor, Unbehagen, das ihn zwar erstarren ließ, aber sich nicht dergestalt anfühlte, als müsse er fliehen, als käme eine echte Gefahr auf ihn zu. Die Hyäne verzögerte ihre Schritte kurz bevor sie ihn erreichte, machte überhaupt keine Anstalten Laute von sich zu geben, das Maul mit den Reißzähnen zu öffnen. Stattdessen legte sie sich etwa zwei Meter von ihm auf den Boden, ohne aufzuhören ihn anzustarren, ganz so, als wolle sie eine Unterhaltung, irgendeine Form des Austausches beginnen. Marc konnte sich aus dem Blick nicht lösen, sah durch die Augen des Tieres und wieder stieg die Wut in ihm empor, wieder konnte er sich nicht wehren. Die Hyäne wusste, wo die Diamanten versteckt waren, sie kannte die Wasserstelle, sie vermochte alle Probleme zu lösen, die Marc belasteten. Warum nur durchbohrte sie ihn mit ihren Blicken? Warum half sie ihm nicht? Ein Mensch, ein Mann wie er, war allemal stärker als irgendein Tier und wenn es noch so scharfe Zähne hatte. Also nahm er all seine Kraft zusammen, richtete sich auf und stürzte sich auf die Hyäne.

Das Tier aber bewegte sich nicht, öffnete das Maul und begann zu lachen, so laut und durchdringend, dass es Marc mit allen Fasern seines Körpers spürte. Obwohl die Entfernung so gering war, dass er die Hyäne im Bruchteil einer Sekunde erreicht haben müsste, dehnte sich die Zeit und als er sich der Stelle näherte, wo das Tier auf ihn gewartet hatte, war da nichts, gar nichts, kein Pfotenabdruck, keine einzelne Haarborste, die eine vormalige Anwesenheit der Hyäne hätte beweisen können. Marc griff ins Leere, ins Nichts. Selbst der Wüstensand war verschwunden, die Bauten, die Welpen, der Brunnen, alles versunken in der Leere des Raums.

Marc blinzelte, öffnete langsam die Augen, die er gegen die Sonne geschützt hatte, spürte Vibrationen unter sich. Das Velours des Flugzeugsitzes fühlte sich warm an. Die Decke, unter der er sich verkrochen hatte, war verrutscht und Joelle schaute ihn an, als hätte sie schon eine Weile darauf gewartet, dass er aufwachte. Er rieb sich die Augen und streichelte über die Wangen seiner Tochter.
„Hast du geträumt?“
„Nein, ich habe gar nicht richtig geschlafen.“
„Was hast du dann so lange gemacht? Du hast dich unter der Decke bewegt.“
„Ach nichts, ich habe nachgedacht.“
„Ach so.“
„Und weißt du was?“
„Was?“
„Ich weiß jetzt, wo die Wüste endet.“
„Wirklich?“
„In mir, Liebling, in mir!“
Joelle nickte und schaute ihn an, als ob sie verstanden hätte, was er gesagt hatte.
 
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28.12.2012
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Diese Geschichte wurde von einem Autor geschrieben, der hier im Forum angemeldet ist, es für diese Geschichte aber bevorzugt hat, eine Maske zu tragen.
Der Text kann, wie jeder andere Text im Forum, kommentiert werden, nach zehn Tagen wird die Identität des Autors enthüllt.
Als Kritiker kann man bis dahin Vermutungen über die Identität des Autors anstellen. Damit man anderen mit einem schlüssigen Rateversuch nicht den Spaß raubt, sind Spekulationen und Vermutungen bitte in Spoiler-Tags zu setzen.

*Beispiel *
Ich vermute, dass der Autor der Geschichte Rumpelstilzchen ist. Der schreibt doch auch immer von güldenem Haar und benutzt so viele Ausrufezeichen!
Die Spoiler-Markierung findet ihr direkt über dem Texteditor unter den drei Punkten.

Da dies jedoch kein Ratespiel ist, sind Beiträge ohne Textarbeit, also reine „Vermutungen“, nicht erwünscht.
 
Senior
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18.06.2015
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Hallo Maske

Ich finde, es hat einiges an Schönem in diesem Text, die Begegnung mit der Hyäne (solange sie aus der Perspektive des Prot beschrieben wird), die Atmosphäre in der Wüste, der Text hat einen guten Rhythmus.

Dennoch habe ich sehr mit der Geschichte gekämpft und ich hoffe, du verzeihst, wenn ich im Folgenden vor allem auf die entsprechenden Punkte eingehe. Da mich das grundlegende Narrativ interessiert und ich mich selbst immer wieder mal daran versuche, werde ich relativ ausführlich aufdröseln, was mir an dieser Geschichte unausgereift erscheint. Einiges werde ich wohl nicht so kapiert haben, wie du das intendiert hast. Nimm, was du brauchen kannst.
Okay, das grundlegende Narrativ - Mann macht sich auf die Suche nach x, findet dabei y und gewinnt Erkenntnis über sich selbst - erscheint mir klar. Ich betrachte dieses Narrativ mal als Grundschema des Textes. Um dieses Narrativ zu füllen, braucht es verschiedene Elemente: 1. Eine unbefriedigende Ausgangssituation, die den Prot in Bewegung setzt. 2. Ein äusseres Ziel, das sich der Prot setzt. 3. Einen inneren Antrieb, dieses Ziel zu verfolgen, also Motive, die den Prot eben genau dieses Ziel setzen lassen. 4. Einen Wendepunkt, etwas, das der Prot am Ende findet. Das kann identisch sein mit dem Ziel, das er sich gesetzt hat, oder auch nicht.
Bei all diesen Punkten blicke ich bei deiner Geschichte nicht so recht durch, ich empfinde den Text als unentschlossen und vage, denn er bietet mir zu viele und zum Teil sich widersprechende Angebote.

Zu 1) Was setzt den Protagonisten in Bewegung? Offenbar stimmt etwas nicht in dessen Leben. Das wird zum einen durch Fremdzuschreibungen dargestellt, durch die Frau und den Psychiater:
ertrüge seine Launen nicht mehr
selbstverliebt grinste
die Nase zum Himmel reckte, anstatt sich die Erde anzuschauen.
Burn-Out
Dem Prot wird also vom Psychiater ein Burn-Out zugeschrieben, was der Prot explizit als Deutung ablehnt. Ich klammere das also mal aus (ist aber natürlich irritierend, wenn das so prominent eingeführt wird). Die Fremdzuschreibung durch die Frau lehnt der Prot nicht explizit ab. Was also ist das Problem, das er aus ihrer Sicht hat? Der Prot ist selbstverliebt, launisch und - je nachdem, wie man das "Nase zum Himmel recken" interpretiert - überheblich, übertrieben ehrgeizig oder weltfremd. So weit so gut.
Nun folgt die Selbstdiagnose:
wie man sich selbst verliert, sich für einen Gewinner hält, obwohl man zu den Verlierern gerechnet wird.
Der Prot glaubt, er habe sich selbst verloren. Okay. Wie passt das dazu, dass er sich für einen Gewinner hält, obwohl man ihn zu den Verlieren zählt? Weshalb überhaupt wird er zu den Verlierern gezählt? Und was ist denn daran problematisch, sich für einen Gewinner zu halten? Worin besteht der Leidensdruck? Weshalb glaubt er denn, sich verloren zu haben? Die Fremdbeschreibung durch die Frau, zusammen mit der Formulierung "sich für einen Gewinner halten" lässt vielleicht auf eine etwas narzisstische Persönlichkeitsstruktur schliessen. Aber weshalb ist das für ihn ein Problem geworden? Und weshalb nennt er das ein "Sich-Verlieren"? Verstehe mich nicht falsch: Ich will an dieser Stelle kein ausgearbeitetes Psychoprofil haben. Aber ich kriege hier einfach kein klares Bild davon, was mit diesem Mann los ist.
Erschwerend ist für mich, dass gegen Ende der Geschichte plötzlich diese Wut auf die Hyäne auftaucht, sodass er sogar auf sie schiesst. Was hat das mit seinem Problem zu tun? So, wie du das aufziehst, könnte man meinen, er sei neidisch auf ihren Jagderfolg. Aber wie passt das dazu, dass er sich für einen Gewinner hält und glaubt, sich verloren zu haben?
Erstes Fazit: Ich als Leser weiss nicht, was mit diesem Typ los ist. Ich würde das gerne geschärft haben, einen klaren Hinweis zum Beispiel darauf, dass er mit einem wichtigen Projekt gescheitert ist, dass ihn die Welt für einen Versager hält. Dafür das "sich für einen Gewinner halten" rausstreichen. Dann würde ich das besser mit der später aufkommenden Wut auf die Hyäne in Verbindung bringen können.

Zu 2) Welches Ziel setzt sich der Protagonist? Bekomme ich durch die Antwort auf diese Frage ein klareres Bild? Leider nein:
Er folgte dem Instinkt. Was blieb ihm anderes übrig. Er schob es auf das Schicksal, als er von einer verlassenen Mine gehört hatte, die ein paar Meilen vom Strand entfernt in der Namib-Wüste liegen solle. Er hatte ein Ziel. Dort musste er suchen.
den Traum passte, der von Diamanten und Gold wimmelte, von einer eigenen Insel der Glückseligkeit, von einem Leben in Glanz und Gloria
Er will also Diamanten finden. Will er reich werden? Ist sein Versagen ein finanzielles? Was hat das mit der Tatsache zu tun, dass seine Frau ihn für selbstverliebt hält? Dieses sehr profane Ziel passt für mich nicht so recht zum Thema Lebenskrise. (Abgesehen davon: Alleine in einer Mine nach Diamanten suchen? Mit Pickel und Schaufel, oder wie? Finde ich wenig überzeugend.) Was besser zur Lebenskrise passt, ist Folgendes:
Er beschloss, herauszufinden, wo die Wüste endet
Aber wie passt das mit dem anderen Ziel zusammen? Die Mine liegt ja in der Mitte der Wüste, nicht an deren Ende. Das eine ist wohl metaphorisch zu denken (Ende der Wüste), das andere wörtlich (Diamanten in der Mitte). Aber wie hängt das zusammen?

Zu 3) Vielleicht gibt mir der Text Hinweise auf die Motive, die der Protagnost mit seinem Ausgangszustand einerseits, mit dem Ziel seiner Suche anderseits verknüpft? Ich finde Folgendes:
wollte er sein Leben in Ordnung zu bringen,
letzte Chance zu ergreifen
dem Trübsinn zu entfliehen
Das ist reine Behauptung und so vage und passt nicht so recht zum Bisherigen, dass sich bei mir nur noch mehr Fragezeichen aufzun. Was ist los mit dem Kerl? Ich weiss es einfach nicht. Und das ist - ich beziehe mich natürlich nur auf meine Lesererfahrung - verheerend. Ich habe nicht für eine Sekunde mit dem Typen mitgelitten. Ich spüre ihn nicht. Er ist für mich einfach nur auf eine sehr abstrakte Weise kaputt und irre und unsympathisch, zum Beispiel hier:
Er hätte sie verprügeln sollen, wenn er den Mut dafür aufgebracht hätte.
Und natürlich hier:
erfasste Marc eine unbändige Wut. Er griff nach der Jagdflinte und feuerte blindlings ein paar Schüsse auf die Hyäne ab
Unsympathisch ist dann spannend, wenn ich in irgendeiner Weise verstehen kann, was zu dieser Wut geführt hat, zu dieser Aggressivität. So aber. Leider nein. Ich konnte keinen Bezug zu dieser Figur aufbauen.

Zu 4) Vielleicht gibt der Wendepunkt einen Hinweis? Auch da werde ich nicht wirklich fündig. Der Prot bleibt an dieser Hyäne hängen - in gewisser Hinsicht verliert er sich ja eigentlich erst jetzt, in der Wüste. Er kommt gar nicht dazu, in der Mine nach Diamanten zu suchen. Zumindest lese ich da nicht wirklich Verzweiflung heraus, beim Versuch, die Mine zu finden. Aber dann wird er von dieser Wut auf die Hyäne ergriffen. Warum? Er ist zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht richtig gescheitert in der Suche. Und dann verlagert er sein Ziel auf einmal: Er sucht nach Wasser und erwartet von der Hyäne Antworten:
Die Hyäne wusste, wo die Diamanten versteckt waren, sie kannte die Wasserstelle, sie vermochte alle Probleme zu lösen, die Marc belasteten. Warum nur durchbohrte sie ihn mit ihren Blicken? Warum half sie ihm nicht?
Ich meine, mir ist schon klar, dass Marc da sich in etwas hineinsteigert, bzw. halluziniert, bzw. träumt. Aber die Problematik hat sich jetzt auf einmal komplett verlagert: Der Prot verdurstet, wenn er keine Wasserstelle findet und erhofft sich von der Hyäne Rettung. Du schreibst da zwar noch in einem Nebensatz, dass sie auch noch wisse, wo die "Diamanten versteckt" sind (wieso versteckt? Von wem?). Aber das hängt jetzt auf einmal so lose herum, diese Suche nach den Diamanten. Mir fehlt da einfach das Zwingende. Ich krieg das nicht gebacken, das sind mir zuviele Motive.

Für mich stellt sich der Plot am Ende so dar: Ein entweder narzisstischer oder aggressionsgestörter Mann will sein Leben in Ordnung bringen, indem er in der Wüste nach Diamanten sucht. Als er die Mine erreicht, hat er sich feuchtigkeitstechnisch in eine prekäre Situation gebracht und stürzt sich auf eine Hyäne, von der er glaubt, sie weigere sich, ihm eine Wasserstelle zu zeigen. Hm. Ich meine, ich kann jetzt schon was interpretieren, wie zum Beispiel, dass der Prot in der Wüste erkennt, dass der Sinn des Lebens nicht in Reichtum besteht (Diamanten), sondern in den einfachen Dingen wie Liebe und Geborgenheit (Wasser) und dass ihm niemand anderer (Hyäne) helfen kann als er selbst. Fände ich schön. Aber für mich fühlt es sich so an, dass ich diese Interpretation aus den Elementen zusammengestiefelt habe, die ich dem Text entnommen habe und nicht, dass sich diese Interpretation auf natürliche Weise aus dem Text ergibt.
Mein Tipp wäre also wie gesagt, hier noch etwas nachzuschärfen, klarer zu werden, vor allem in der Frage, was den Prot eigentlich umtreibt. Das braucht eventuell gar nicht viel.

Vielleicht wäre es auch eine gute Idee, den Text am Anfang nicht so stark psychologisch zu belasten. Dann hätte ich mir als Leser wohl weniger Gedanken gemacht und hätte mich mehr darauf eingelassen. Typ geht in die Wüste, um Diamanten zu suchen, verdurstet fast, hallzuiniert (und an dieser Stelle erfahren wir Leser mehr über sein Leben) und kommt am Ende zur Erkenntnis. So was. Vielleicht ist es das, was mir diese schräge Leseerfahrung bereitet hat, dieses psychologische Versprechen am Anfang, das danach nicht so richtig eingelöst wird. Witzig eigentlich, aber ich behaupte, in dieser Geschichte hätte ich mich stärker mit dem Prot identifziert, wenn ich weniger über ihn gewusst hätte.

Was ich rauskicken würde, ist der Umstand, dass der Prot offenbar an Covid-19 erkrankt ist. Dieser Umstand wirkt auf mich aufgesetzt, trägt nicht wirklich zur Geschichte bei, erklärt höchstens, weshalb die ganze Geschichte ein Fiebertaum ist. Aber man kann auch ohne Fieber träumen. Und das Fieber wäre ja dann auch irgendwie auf der falschen Ebene platziert, im Traum, statt ausserhalb. Und überhaupt, der Traum, diese Traumauflösung. Schade. Weshalb erlebt er das alles nicht wirklich? Hätte viel mehr Kraft als so ein oller Traum.

Noch ein paar Details:
ihr zu zeigen, wo das Meer am blausten, der Wald am dichtesten ist und wo die Wüste endete. Keiner dieser Fragen konnte er beantworten und er wusste schon gar nicht, wo das Ende der Wüste lag.
Keine statt keiner. Und das "schon gar nicht" macht keinen Sinn, weil das ja bereits gesagt wurde.
Er hatte Frau und Tochter nach Windhoek gefahren, damit sie den letzten Flug nach Frankfurt erwischten, bevor der Airport schloss. Er hätte hier noch etwas zu erledigen, käme alsbald nach, sagte er ihnen.
Bei geschlossenem Airport? Wie?
Den Weg zur Mine hatten die Dorfbewohner ihm nicht verraten, den Kopf geschüttelt und irgendwas gemurmelt, das er für Magie hielt. Sie verstanden mehr, als sie sagten und schrieben ihm die Koordinaten auf, als er ihnen ein paar Geldscheine zusteckte
Da bin ich gestolpert. Vielleicht: "Als er ihnen ... zusteckte, verstanden sie auf einmal mehr und schrieben ..."
die ihm ins Gesicht hingen, als hätte irgendeiner die Frisur des Wesens zurechtgestylt, weil er die überdimensionierten Ohren kaschieren wollte,
Falsches Sprachregister, in meinen Ohren, mitten in der Naturbeschreibung.
Geduld war die wahre Stärke des Jägers und sie war jederzeit in der Lage, den Trieb zu unterdrücken. Einstweilen stellte sie sich vor, wie das Blut schmeckte, wenn sie den Leib aufritzte und ein großes Stück an sich riss.
Ja. Ist sicher Geschmackssache, aber ich kann mit diesen anthropologisierenden Perspektivwechsel so rein gar nichts anfangen. Da werden Tieren sprachlich verfasste Überzeugungen und Fähigkeiten zugeschrieben, die sie bei aller Intelligenz nicht haben. In Kindergeschichten und im magischen Realismus oder so dürfen gerne auch mal die Hasen und die Vögel reden und denken, aber in dieser Geschichte hat es mich doch sehr gestört.
Es roch nach irgendwelchen Blumen, die Marc nicht kannte, ja sogar nach obwohl er wusste, dass die Sinne ihn täuschten.
?
Er stellte sich gerade, richtete die Kompassnadel aus und ging los, auf und ab, auf und ab, mit den geriet er ihrem Schimmer aus Gold und Silber.
?
So erschöpft fühlte er sich., dass es ihm vorkam,
Punkt weg vor Komma.

Lieber Gruss
Peeperkorn
 
Zuletzt bearbeitet:
Wortkrieger-Team
Beitritt
03.07.2017
Beiträge
1.080
Hallo Maske,

ich habe es ja auch gerade hinter mir. Dieses Warten hinter der Maske, das nicht reagieren, nicht bearbeiten können, das ist echt hart. Also vielen Dank schon mal, dass du uns hier einen Maskenball ermöglichst!

Deine Geschichte spricht mich leider nicht wirklich an. Der große Tell-Anteil schafft eine so große Distanz, ich kann überhaupt nicht mitfühlen. Die Suche des Mannes nach sich selbst, auch sein Überlebenskampf, das lässt mich alles kalt.

Marc träumte von den wasserblauen Augen seiner Tochter Joelle. Sie erinnerte ihn daran, dass er versprochen hatte, ihr zu zeigen, wo das Meer am blausten, der Wald am dichtesten ist und wo die Wüste endete.
Den Einstieg empfinde ich als unglücklich. Das „Sie“ im zweiten Satz beziehe ich auf das Objekt des vorherigen Satzes, also auf die Augen. Merke schnell, dass du die Tochter meinst. Trotzdem ein unnötiger Stolperer.

Das Versprechen von Vater zu Tochter finde ich merkwürdig. Das wirkt so konstruiert, unecht. Das ist ja kein konkretes Versprechen, da fällt es mir auch schwer zu verstehen, was die Tochter da von dem Vater wollte.

Und dann haust du es dem Leser um die Ohren: Eheprobleme, Burn-Out, Lebenskrise. Du erzählst das alles, aber es interessiert mich noch gar nicht, weil ich diesen Mann nicht kenne.

und fuhr ins Camp zurück. Die anderen waren abgereist, selbst die Einheimischen.
Im Camp verluden ein paar Leute Ausrüstung und Einrichtungsgegenstände auf Pickups.
Es sind also doch noch Leute da?

Den Corona-Bezug finde ich auch etwas schwierig, erschließt sich mir nicht so ganz. Brauchst du das für die Geschichte? Ich würde gerne mehr über die ursprünglichen Probleme von Marc erfahren und nicht über die Symptome der Krankheit.

Aber die Vorstellungskraft aus der Erinnerung heraus ermöglichte eine Rekonstruktion und tröstete ihn.
Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht, nicht wahr? ;) Bei solchen Konstruktionen fällt es mir wirklich schwer mitzufühlen, eine Verbindung zu dem Prota aufzubauen. Du schreibst, dass der Mann getröstet werden muss. Ich kann bisher nicht erkennen, wie schlecht es ihm geht. Körperlich, aber geistig?

Die Abschnitte mit der Hyäne sprechen mich nicht an, mir fehlt der rote Faden.

Und dann erfahre ich am Ende, dass alles nur ein Traum ist. Nee, nee, so was kannst du doch nicht machen. Ich, als Leserin, empfinde das als sehr unbefriedigend.

„Ich weiß jetzt, wo die Wüste endet.“
„Wirklich?“
„In mir, Liebling, in mir!“
Joelle nickte und schaute ihn an, als ob sie verstanden hätte, was er gesagt hatte.
Und dieses Ende kann ich nicht glauben, wieso sollte sich die Tochter mit dieser Antwort zufrieden geben?

Insgesamt glaube ich, dass mir Marc einfach zu fremd geblieben ist. Ich kann nicht nachvollziehen, wie er sich fühlt, ich kann nicht nachvollziehen, was ihn antreibt. Das liegt meiner Meinung nach an dem großen Tell-Anteil und den distanzierten Beschreibungen, die das Geschehen eher wie eine Dokumentation erscheinen lassen.

Ich denke bei diesem Text an wander, insbesondere an den Text „Endstation“, der auch irgendwie mystisch, schwer zu greifen ist. Auch der hohe Tell-Anteil würde passen.

Viele Grüße,
Nichtgeburtstagskind
 
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Moin, moin Maske, wie schön, das sich wieder jemand traut, ich finden Maskenbälle super spannend und mag sie auch wirklich gerne kommentieren.
Allerdings, um es lieber vorweg zunehmen, diesmal fiel es mir wirklich schwer, so ganz klappt das mit mir und dieser Geschichte noch nicht.

Positiv fand ich einen Großteil der Beschreibungen, ich würde auch behaupten, das da eine Menge Recherche drinsteckt, denn wer hat schon von Natur aus Ahnung von Hyänen und Seelöwen. Du hast Dir viel Mühe gemacht und wahrscheinlich wird das noch eine richtig tolle Geschichte. Aber noch hakt es für mich ziemlich, aber vielleicht passen Deine Geschichte und ich auch nur nicht zusammen.
Ich bemühe mich, auf die bereits angesprochenen Bereiche nicht einzugehen, sorry, falls es sich doch mal doppelt.

Marc träumte von den wasserblauen Augen seiner Tochter Joelle. Sie erinnerte ihn daran, dass er versprochen hatte, ihr zu zeigen, wo das Meer am blausten, der Wald am dichtesten ist und wo die Wüste endete.
Okay, eigentlich hast Du es uns als gleich am Anfang verraten, dass es alles nur ein Traum ist. Ich wollte an der Stelle auch gleich wieder aufhören zu lesen, aber dann gehst Du meiner Meinung nach in die Realität. Genaugenommen geschickt gemacht, wenn das Ende nicht wäre ...
Gegenüber diesem sehr poetischen, schon recht romantischen Einstieg kommen später wieder sehr beschreibende Stellen, ich empfinde den Schreibstil als nicht konsequent.

der ihm bedeutete, sie ertrüge seine Launen nicht mehr, wüsste genau, warum sie so lange nicht miteinander geschlafen hatten, warum er so selbstverliebt grinste und die Nase zum Himmel reckte, anstatt sich die Erde anzuschauen.
ups, das sind eine Menge Brocken und eigentlich alles lose Fäden, die ich am Ende immer noch in der Hand halte.

Blumenberg tauchte auf, der Therapeut,
Das klingt eigentlich nach Traum ...

Er beschloss, herauszufinden, wo die Wüste endet und die letzte Chance zu ergreifen, auch wenn es sich verrückt anhörte, ausgerechnet in Afrika, weit weg von zu Hause, weit weg von den gewohnten Bahnen, wollte er sein Leben in Ordnung zu bringen, den Platz an der Sonne erobern, der ihm zustand.
während "Beschließen" sich nach bewusster Handlung anhört. Dann sind in diesem Abschnitt gleich mehrere ausgelutschte Phrasen drin, da fällt Dir bestimmt was originelleres ein. Und warum steht jemandem ein Platz an der Sonne zu?

Marc fasste deshalb den Entschluss, dem Trübsinn zu entfliehen, der Hitze zu widerstehen und sich auf den Weg zu machen. Er hatte Frau und Tochter nach Windhoek gefahren, damit sie den letzten Flug nach Frankfurt erwischten,
hier auch nochmal gehäuft

Er folgte dem Instinkt. Was blieb ihm anderes übrig.
verstehe ich nicht, also die Logik dahinter ...

Dann kicherten sie wie Kinder und steckten das Geschenk in die Taschen. Er hätte sie verprügeln sollen, wenn er den Mut dafür aufgebracht hätte.
Es mag an mir liegen, aber für mich hat der Text immer wieder Widersprüche auf ganz kurzer Distanz. Ist das Absicht? Mich verwirrt es, ich springe immer wieder zurück, weil die entstehenden Bilder sich widersprechen.
Hier kichern und Kinder und dann will er sie schlagen?

Er zwang sich zu einem Lächeln, obwohl er sie gerne gefragt hätte, welcher Zauber gegen das Fieber hilft.
warum das Lächeln, ohne zu fragen?

wie sie sich aneinander rieben, um eine enge Gemeinschaft zu bilden.
reiben ist für mich streiten, negativ besetzt - dazu passt Gemeinschaft in meinen Augen nicht

ein Stück Trockenfleisch in den Mund. Wenn er lange genug kaute, würde er etwas schmecken, auch wenn er im Augenblick gar nichts unterscheiden konnte, weder Süße
Erst sprichst Du von Fleisch und dann von Süße (die ich erstmal nicht mit Fleisch verbinde)

Aber die Vorstellungskraft aus der Erinnerung heraus ermöglichte eine Rekonstruktion und tröstete ihn.
Boa! Schon ein ziemlicher Substantivismus, oder?

das Herz des Mannes schlagen und beschloss, am Strand entlang zu gehen, um sich die wasserglänzende Haut der Seebären anzuschauen.
Erst der Herzschlag des Menschen, dann die nasse Haut der Seebären.

Die Hyäne riss das Maul weit auf und gähnte, während sie an die glühenden Augen ihrer eigenen Welpen dachte,
Ich tippe zwar auf Rechercheergebnis, aber als ahnungslose Leserin bin ich irritiert. Gähne verknüpfe ich mit müde, langweilig, da passt der Gedanke an die Jungen nicht. Ach ja, die Vermenschlichung der Hyäne war für mich auch störend, nur so als Lesemeinung.

Mitten in der Wüste. Nicht dort, wo sie endete
Ich kann den Zusammenhang einfach nicht erschließen, vielleicht habe ich ja auch Hinweise überlesen, aber ich bräuchte seinen Konflikt eindeutiger

Er stellte sich gerade, richtete die Kompassnadel aus und ging los, auf und ab, auf und ab, mit den geriet er ihrem Schimmer aus Gold und Silber.
In dem Satz fehlen gefühlt noch ein paar Bausteine oder er müsste vereinfacht werden ...

Sie hörte ihre Rufe. Als sie bei den verfallenen Steinbauten ankam, rannten sie ihr entgegen, umkreisten sie, bis sie ihre Last fallen ließ, Erleichterung, ja Glück empfand, weil sie es wieder geschafft hatte.
Na komm schon, das kannst Du besser!

Das Lachen der Welpen ertönte immer dann, wenn sie Atem holten
Also wenn das so ist, bin ich bioloisch sehr erstaunt. Beim Atmen ein Geräusch erzeugen ist verdammt schwer, also außer schnaufen und schnarchen.

Sie glänzten bei Tageslicht.
häh? Davor war sie ins dunkle gekrochen ...

Seine Beine, sein Kopf, alles an ihm brannte. Sand klebte überall auf seinem Körper, auch an den Stellen, die von der schweißdurchtränkten Kleidung verhüllt war.
Ab und an sind solch redundante Stellen drin, würde ich auch nochmal nach schauen, Wenn der Sand überall klebt, ist er selbstverständlich auch unter der Kleidung ...

Er sehnte sich sehr danach, anzukommen. So erschöpft fühlte er sich., dass es ihm vorkam, als müsse er für jeden einzelnen Schritt einen Befehl erteilen.
seltsamer Satzbau, ein Satzzeichen zuviel und der Schlussteil klingt, als wären noch andere an diesem Vorgang beteiligt.

An deren Ende bemerkte er einen Brunnen auf einer Art Platz.
Das ist ein sehr beschreibender Satz, allerdings extrem unentschlossen, da gibt es kein Bild

Danach hustete er so lange, bis er Geräusche hörte
widersprüchliche oder nicht zueinander passende Teile.

schnaufte durch.
ich glaube, dieses Durchschnaufen hast Du mehrfach, für eine so auffälligen Ausdruck vielleicht ein wenig zu oft. Mag natürlich auch regional bedingt sein, mir fiel er auf

Marc blinzelte, öffnete langsam die Augen, die er gegen die Sonne geschützt hatte, spürte Vibrationen unter sich.
und hier bin ich genauso enttäuscht wie meine beiden Vor-Kommentatoren. Trau Dich und lass es passieren. So frag ich mich, was das Ganze sollte ...

„Ich weiß jetzt, wo die Wüste endet.“
„Wirklich?“
„In mir, Liebling, in mir!“
Joelle nickte und schaute ihn an, als ob sie verstanden hätte, was er gesagt hatte.
Tja, und für das Ende reicht es bei mir anscheinend nicht. Ich verstehe es nicht, außer, das Du Anfang, Ende und Titel verknüpfst.
Liebe Maske, auch wenn ich mit der Geschichte noch nicht so recht warm wurde, das kann ja noch kommen Ich hab mir sagen lassen, das es gut ist, in Ruhe schon mal über die aufgezeigten und subjektiven Probleme nachzudenken und so in Ruhe eine Standpunkt entwickeln zu können.Irgendwann traue ich mich das auch mal, denn Mut gehört meiner Meinung auf alle Fälle dazu und den hast Du bewiesen, also hab trotzdem Dank.

Tja, eigentlich tappe ich im Dunklen. Der einzige Name der mir durch den Kopf ging ist Rob F.
Edit: nach meinem Komm zu Isegrims neuester Geschichte stolpere ich über das "durchschnaufen" - echt jetzt Isegrim - zwei Geschichten gleichzeitig? Cooler Schachzug, wenn mir persönlich etwas mehr Kontrolle und Schliff besser gefallen würden ...
Beste Wünsche
witch
 
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Hallo Maske,
ich finde, dass es einige sehr schöne Stellen in der Geschichte gibt und die fiebrige, traumhafte Atmosphäre gelingt auch phasenweise. Mir gefällt auch die Experimentierlust in dem Text, das Spiel mit verschiedenen Realitäten. Eine Traumauflösung ist immer eine Enttäuschung und wirkt auch hier wie ein Trick, selbst wenn durch den Traum ein Erkenntnisgewinn behauptet wird. Der bleibt mir aber nebulös.
Ein Mann sitzt im Flugzeug neben seiner Tochter. Sie hat eine Frage gestellt hat, die auch aus einem Märchen stammen könnte:
Sie erinnerte ihn daran, dass er versprochen hatte, ihr zu zeigen, wo das Meer am blausten, der Wald am dichtesten ist und wo die Wüste endete.
Er schläft ein und geht im Traum auf die Suche nach einer Mine mit Edelsteinen, lässt sich dabei von einer Hyäne führen, unterbrochen von unmotivierten Wutanfällen. Einer, der materiellen Wohlstand erreicht, Karriere gemacht hat und jetzt im Burnout ist? Der seiner Gier folgt und sie gleichzeitig hasst, so wie die Hyäne?

Sie grinsten ihn an, schüttelten den Kopf, als fragten sie sich, was er hier im Niemandsland ganz alleine verloren habe.
Das Fettgedruckte macht den Satz recht behäbig, könnte für mich weg.

Er griff nach dem Rucksack und steckte sich ein Stück Trockenfleisch in den Mund. Wenn er lange genug kaute, würde er etwas schmecken, auch wenn er im Augenblick gar nichts unterscheiden konnte, weder Süße noch irgendetwas anderes wahrnahm. Das ging seit Tagen so. Alles hatte sich verändert. Aber die Vorstellungskraft aus der Erinnerung heraus ermöglichte eine Rekonstruktion und tröstete ihn.
Ist ein starkes Bild, was der Virus uns da geliefert hat: Die Unfähigkeit zu schmecken.

Je näher die Hyäne kam, desto unheimlicher wirkte das Raubtier, das aussah wie eine Fantasiemischung aus Hund und Bär und Zebra, mit gestreiften Läufen, einem gedrungenen Körper, zerfranstem Fell und einzelnen Strähnen, die ihm ins Gesicht hingen, als hätte irgendeiner die Frisur des Wesens zurechtgestylt, weil er die überdimensionierten Ohren kaschieren wollte, die zum Himmel ragten, als wollten sie alle Geräusche ringsum aufsaugen.
Too much. Zu viele Nebensätze, auch wenn mir die einzelnen Bilder gefallen. "Westens"?

Unterdessen hörte die Hyäne das Herz des Mannes schlagen und beschloss, am Strand entlang zu gehen, um sich die wasserglänzende Haut der Seebären anzuschauen. Ihren Hunger versteckte sie.
Die Perspektive der Hyäne. Man kann natürlich behaupten im Traum ist alles möglich, auch der Wechsel in ein Tierhirn. Dennoch habe ich gerade hier das Gefühl, dass die Traumauflösung nicht von Anfang an geplant war. Zugleich finde ich die Perspektive aus einem Tierhirn, die so eindeutig vermenschlicht ist, wie hier, auch interessant. Da blitzt wieder so ein Märchenthema auf.

Das Wasser schmeckte nach Fisch.
Er kann doch schmecken?

Für mich ist das wie eine Collage, ein Spiel mit verschiedenen Elementen und ich habe immer wieder das Gefühl, dass da eine Tiefe behauptet wird, die der Text aber nicht einlöst, weil ich nur Oberflächliches über den Mann erfahre.

„Ich weiß jetzt, wo die Wüste endet.“
„Wirklich?“
„In mir, Liebling, in mir!“
Joelle nickte und schaute ihn an, als ob sie verstanden hätte, was er gesagt hatte.
Klingt irgendwie bombastisch und sehr selbstbezogen. Aber vielleicht ist für Joelle ja der Papa die ganze Welt.

Tja, ein exotischer Ort, Hyänen, die denken, Magie, ein reicher Mann aus dem Westen mit Sinnkrise und Potenzproblemen, aktuelle Bezüge und ein Autor, der schreiben kann, gerne mal Regeln bricht und mit den Elementen spielt, auch keine Hemmungen hat, mal was Unausgegorenes ins Forum zu schmeißen ... Ich sag jetzt mal vor allem wegen der Themenwahl: Isegrims
 
Wortkrieger-Team
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Hallo Maske,

schön, dass du den Maskenball aufleben lässt.
Und Respekt, weiß ich ja selbst, wie hart es ist, dort mitzumachen. ;)

Ich habe die bisherigen Kommentare nur überflogen.

Marc träumte von den wasserblauen Augen seiner Tochter Joelle. Sie erinnerte ihn daran, dass er versprochen hatte, ihr zu zeigen, wo das Meer am blausten, der Wald am dichtesten ist und wo die Wüste endete. Keiner dieser Fragen konnte er beantworten und er wusste schon gar nicht, wo das Ende der Wüste lag. Joelle schüttelte den Kopf, seine Frau runzelte die Stirn und zeigte ihm einen Gesichtsausdruck, der ihm bedeutete, sie ertrüge seine Launen nicht mehr, wüsste genau, warum sie so lange nicht miteinander geschlafen hatten, warum er so selbstverliebt grinste und die Nase zum Himmel reckte, anstatt sich die Erde anzuschauen.
Puh, ich finde den Anfang voll anstrengend, bekomme kein Bild von der Location, von den Personen, von der Handlung.
Marc träumt von Joelles Augen, dann ist sie selbst auch da und dann kommt noch Marcs Frau hinzu.
Wo findet das alles statt? Wieso sagt keiner was?
Das mit den Launen und dem Sex: Ist mir zu viel Inhalt, zu viel des Guten, auch dass er das alles aus dem Gesichtsausdruck erkennt.

Blumenberg tauchte auf, der Therapeut, der irgendwann das Wort Burn-Out ausgesprochen hatte.
Wo taucht er auf?
Gut, später wird klar, dass es ein Traum war. Aber für den Anfang der Geschichte finde ich das alles zu schwierig zu verstehen. Ich könnte mir vorstellen, dass da einige Leser abspringen.

Die anderen waren abgereist, selbst die Einheimischen.
Im Camp verluden ein paar Leute Ausrüstung und Einrichtungsgegenstände auf Pickups.
Wer war abgereist? Wer sind die Leute, die das verladen?

Den Weg zur Mine hatten die Dorfbewohner ihm nicht verraten, den Kopf geschüttelt und irgendwas gemurmelt, das er für Magie hielt. Sie verstanden mehr, als sie sagten und schrieben ihm die Koordinaten auf, als er ihnen ein paar Geldscheine zusteckte,
Nicht verraten? Dann ihm doch die Koordinaten aufgeschrieben?
Vielleicht so:
Den Weg zur Mine hatten die Dorfbewohner ihm zuerst nicht verraten

und nahm das Fernglas zur Hand, um besser sehen zu können.
weil er die überdimensionierten Ohren kaschieren wollte, die zum Himmel ragten, als wollten sie alle Geräusche ringsum aufsaugen.
Ihr Schrei erinnerte an Kinderlachen und Eulenrufe, an etwas Unheimliches, das die Ordnung störte.
Diese "Anhängsel" an den Sätzen verraten mir schon fast, wer die Geschichte geschrieben haben könnte.

Unterdessen hörte die Hyäne das Herz des Mannes schlagen und beschloss, am Strand entlang zu gehen, um sich die wasserglänzende Haut der Seebären anzuschauen.
Mit gefällt das nicht, das aus der Sicht des Tieres Geschriebene, der Perspektivwechsel ist auch nicht so stringent. Weiß nicht warum, aber es passt m.E. nicht zum Text.

Sie würden ihr entgegenlaufen, wenn sie heimkam und die Bete präsentierte.
Beute

Er stellte sich gerade, richtete die Kompassnadel aus und ging los, auf und ab, auf und ab, mit den (???) geriet er ihrem Schimmer aus Gold und Silber.
Um sich auszuruhen. lief sie
fühlte er sich., dass es
Vielleicht könnte er ein Stückchen ergattern. Ein kleines Stückchen würde reichen. Er musste nicht mehr wachsen.
Der letzte Satz passt m.E. gar nicht zum Stil.

Die Hyäne wusste, wo die Diamanten versteckt waren, sie kannte die Wasserstelle, sie vermochte alle Probleme zu lösen, die Marc belasteten.
Selbst wie sie es wüsste, wie sollte sie das Versteck verraten?

„Ich weiß jetzt, wo die Wüste endet.“
„Wirklich?“
„In mir, Liebling, in mir!“
Joelle nickte und schaute ihn an, als ob sie verstanden hätte, was er gesagt hatte.
Das Ende verstehe ich nicht zu deuten. Solle das etwas Psychologisches/Therapeutisches sein?

So richtig warm werde ich mit der Story leider nicht.

Das Thema, das Land, die Hyäne, die Satzanhängsel, die (sorry) Flüchtigkeitsfehler: Isegrims. Wenn du es wirklich sein solltest, frage ich mich, warum du es einem so einfach gemacht hast :D Ich habe seinerzeit unter der Maske versucht, "ganz anderes" als sonst zu schreiben :Pfeif:
Edit: Wenn ich noch einen zweiten Tipp abgeben darf, dann ist es jemand, der geschickt Ise kopiert hat. Ich kaufe ein F, ein Rob F.

Viel Spaß noch und liebe Grüße,
GoMusic
 
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Wer noch mittanzen will, sollte schnell sein, denn noch heute lüftet sich das Geheimnis des Maskenträgers. Und diesmal gab sich die Ehre ...
 
Wortkrieger-Team
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Hallo Maske,

ich habe zwar einige Probleme mit deiner Geschichte, weil sie auf mich irgendwie unentschlossen wirkt, ich hab das noch gar nicht genau zu fassen gekriegt, was mich irritiert, aber vielleicht kann ich mich dem ja nähern.
Eine Sache ist natürlich, dass ich es handwerklich nicht ganz sauber finde. Da sind noch ein paar Tippfehler und Sprachstolperer dabei, das hat mich echt gestört. Gleich im allerersten Abschnitt zum Beispiel:
Keiner dieser Fragen konnte er beantworten und er wusste schon gar nicht, wo das Ende der Wüste lag.
Es muss heißen "Keine dieser Fragen ..."
Zum anderen sind Enden einer Geschichte, die sagen, es war alles nur ein Traum, immer ein wenig fad. Jetzt hast du hier ja aber eigentlich nicht damit hinter dem Berg gehalten, dass du von einem Traum schreibst. Du schreibst gleich im ersten Satz "Marc träumte ..." also verbirgst du dein Vorhaben nicht, auch wenn ich es beim ersten Mal Lesen völlig anders interpretiert habe und dann enttäuscht war, als er aus seinem Halbschlaf erwacht. "Träumen" kann ja auch eine Art von Wunsch bedeuten und so habe ich die Geschichte beim ersten und sogar noch beim zweiten Lesen verstanden und mich dann über manche Ungereimtheiten gewundert. Aber da ist mir auch schon aufgefallen, dass du Wörter benutzt "tauchte auf" zum Beispiel, die man verwendet, wenn man einen Traum beschreibt.
Dann frage ich mich natürlich, was habe ich von einer Geschichte, die nur von einem Traum erzählt, die darf ja quasi alles machen, denn es ist nur ein Traum. Sie hat kein Problem damit, Leser in eine fremde Welt reinzuholen, ihn dazu zu bringen, einem alles abzunehmen oder sich auf diese Welt einzulassen. Ist ja nur ein Traum.
Andererseits spielst du aus meiner Sicht so ein bisschen damit, dass man die Begebenheiten auch als reale sehen könnte. Und das finde ich als Idee oder als Vorhaben reizvoll, ich glaube und fürchte aber auch, dass das sehr schwer ist, das gut hinzukriegen. Hier empfinde ich es als so eine komische Mischform, irgendwie nicht Fisch, nicht Fleisch. ich weiß noch nicht mal, ob du das so bewusst gemacht hast und was du damit bezweckst. Es führte jedenfalls dazu, dass ich Distanz zu dem Protagonisten entwickele, seine Suche, seine Getriebenheit bleibt mir fremd, mich auch irgendwie nicht recht einzulassen vermag auf die fiebrige, verschwommene Atmosphäre, die du schon toll schilderst, keine Frage, aber sie wird nicht zu meiner Leseratmosphäre, ich bleibe draußen. Das hat aus meiner Sicht besonders mit dem Anfang zu tun und damit, wie du deinen Protagonisten und seine Probleme einführst. Und damit hat es zu tun, dass man irgendwie nicht richtig weiß, ob das nun Traum oder Wirklichkeit ist. Und ich glaube, da spürt man schon, wenn man den gesamten Anfang noch gar nicht als Traum wahrgenommen hat. Um es klarzustellen, ich habe nichts gegen Geschichten, die aus Träumen herrühren oder gegen Geschichten, die aus der Persönlichkeit des Protagonisten herrühren, die eine Reise in sein Inneres darstellen. Aber man muss das so bauen, dass der Leser sich darauf einlassen kann, mitgehen kann und will. Und dieser Punkt, an dem scheitert es aus meiner Sicht, dass deine story so richtig landen kann. Die Beweggründe des Protagonisten wirken sehr assoziativ, man erlebt irgendwie keinen roten Faden.
Trotzdem möchte ich hervorheben, was ich faszinierend finde. Du erzeugst oft eine getriebene, fieberhafte und verlorene Stimmung in deinem Text, da ist viel Spannendes und Atmosphärisches , auch viel sprachlich gut gestaltetes. Von daher kann ich sagen, dass ich den Text trotz der Irritation sehr gerne gelesen und mich mit deiner auch sehr gerne Geschichte auseinandergesetzt habe.
Auch wie du die Quintessenz der Geschichte präsentierst, ich interpretiere das jetzt mal so für mich hin, wie ich es verstehe, dass sich da einer aufmacht, und nach dem Erfolg sucht, von dem er glaubt, dass er ihm zustünde, dann auf ein Wesen trifft, das dies alles für ihn zu verkörpern scheint (Reichtum, Erfolg durch die Diamanten, Überleben durch das Wasser), dem er den Schlüssel nur entreißen müsste, das ihn dann aber schlicht auslacht, das hat schon was, das gefällt mir. Auch wenn diese Suche nach dem Glück oder dem Reichtum, dem Ende der Wüste, nicht im Außen, sondern im Inneren liegt, nun schon ein sehr gängiges Klischee ist. Aber das will ich dir nicht vorwerfen, sehr viele Geschichten lassen sich auf solche grundlegenden Themen reduzieren. Es kommt immer drauf an, wie man das in Szene setzt. Und das auf diese Weise mit der lachenden Hyäne zu verbildlichen, das hat was.

Noch ein paar Details:

Sie erinnerte ihn daran, dass er versprochen hatte, ihr zu zeigen, wo das Meer am blausten, der Wald am dichtesten ist und wo die Wüste endete.
Eine fast märchenhafte Formulierung. Ich mag das, wenn ich es auch schon öfters gelesen habe, würde nur rhythmisch umstellen. Kannst ja mal probieren.
Sie erinnerte ihn daran, dass er versprochen hatte, ihr zu zeigen, wo das Meer am blausten war, der Wald am dichtesten und wo die Wüste endete.
Es ist sprachlich unrund, wenn du vorher Präsens verwendest und am Schluss des Satzes Präteritum.
Aber hier beginnt auch schon mein inhaltliches Problem. Wieso erinnert ihn die Tochter, was hat es mit dieser Sinnsuche zu tun? Die wasserblauen Augen des Mädchens wirken in dem Zusammenhang nicht logisch oder organisch aus dem Text entstehend, sondern assoziativ. Passt halt zu Meersuche.
Aber wenn ich es mal so aufgreife, dann will er einen Sinn für seine Tochter finden, einen Zusammenhang aufdecken, ihr etwas mitgeben.

Joelle schüttelte den Kopf, seine Frau runzelte die Stirn und zeigte ihm einen Gesichtsausdruck, der ihm bedeutete, sie ertrüge seine Launen nicht mehr, wüsste genau, warum sie so lange nicht miteinander geschlafen hatten, warum er so selbstverliebt grinste und die Nase zum Himmel reckte, anstatt sich die Erde anzuschauen.
Jetzt kommt seine Frau ins Spiel. Er fühlt sich unverstanden, es gibt Probleme zwischen ihnen. Sie interpretiert ihn, sie scheint einen Grund für sein Wesen, seine Eigenarten zu kennen, oder behauptet es zumindest. Klingt so, als werfe sie ihm vor, nach Höherem zu streben und nicht wirklich bodenständig zu sein, also nicht für den irdischen Erfolg gesorgt zu haben.
Jetzt fragt man sich als Leser aber, wie steht das im Zusammenhang mit seiner Suche für seine Tochter.
Und auch die Vorwürfe, die er bei seiner Frau spürt, was ist mit denen im Einzelnen? Worum geht es da? Gibt er ihr eigentlich Recht?

Burn-Out, was für ein unzulängliches Wort. Es beschrieb nicht, wie man sich selbst verliert, sich für einen Gewinner hält, obwohl man zu den Verlierern gerechnet wird.
Hier ist es wieder, das Assoziative, irgendwie auch Verspielte: Was soll das denn genau sein, was du all das zusammenstellst? Das widerspricht sich doch. Ich kann es noch nachvollziehen, dass jemand für einen Verlierer gehalten oder zu ihnen gerechnet wird, sich selbst aber für einen Gewinner hält. Was aber hat das damit zu tun, dass man sich selbst verloren hat? Wenn man sich doch weiterhin trotz der schlechten Meinung von außen für einen Gewinner hält, dann hat man sich doch gerade NICHT verloren. Also entweder müsstest du das genauer auflösen oder aber es wirkt nicht inhaltlich fundiert eher so, als würdest du einfach gute Ideen und gute Formulierungen nebeneinanderstellen.

Er beschloss, herauszufinden, wo die Wüste endetE und die letzte Chance zu ergreifen, auch wenn es sich verrückt anhörte, ausgerechnet in Afrika, weit weg von zu Hause, weit weg von den gewohnten Bahnen, wollte er sein Leben in Ordnung zu bringen, den Platz an der Sonne erobern, der ihm zustand.
Und warum will er jetzt dann ausgerechnet dem Wunsch der Tochter nachgehen? Klar, das Ende der Wüste als Bild für sein Leid, für sein Gefühl der Nichtanerkennung, okay, aber es kommt trotzdem recht schnell dahergeholpert.

Marc fasste deshalb den Entschluss, dem Trübsinn zu entfliehen, der Hitze zu widerstehen und sich auf den Weg zu machen.
Wieder ein neues Bild, aber ein doch sehr gängiges und verallgemeinerndes und dadurch nichtssagendes Bild.

Er hatte Frau und Tochter nach Windhoek gefahren, damit sie den letzten Flug nach Frankfurt erwischten, bevor der Airport schloss.
Und da sind sie dann auf einmal in Afrika. Okay, im Traum darf man das, aber es wäre halt gut gewesen, wenn du das Seltsame insgesamt irgendwie anders eingeführt hättest.

So, der Tag ist kurz, ich will noch viel tun, bis hierhin mal.
Danke für die Geschichte unter der Maske, ich weiß, dass es nicht einfach ist, sich drunter zu trauen und darunter auszuharren.
Viele Grüße an dich von Novak

Viele glauben ja, Isegrims steckt unter der Maske. Ich sage mal: Im Leben nicht. Isegrims ist ein schlaues Füchschen, äh nein, ein Wölfchen, der würde im Leben nicht mit ähnlichen Themen oder auch nur Schauplätzen anrücken, die er auch schon verwendet hat. Außerdem ist das nicht Ises Sprache. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Ise dieses Traumdingens so macht, dafür ist er viel zu routiniert. Nein, ich glaube, unsere Maske ist auch ein schlauer Fuchs, der uns reinlegen will, der aber noch eher neuer beim Schreiben ist, und der sich hier vor allem mal mit einer Idee ausprobieren will. Und das ist gut so.
Ich habe keine Ahnung, wer du bist, liebe Maske, aber jedenfalls nicht Ise, wenn doch, dann darf mir der webby einen Besen schicken und ich fress ihn unzerteilt mit Knoblauch und Karotten.
 
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Hallo @Maskenball !

Du musstest bereits einiges an Kritik einstecken, ich hoffe, dass sich Hinweise auf gute Stellen nicht zynisch oder sarkastisch lesen. Deine Geschichte lese ich als eine Art Zwitterwesen. Nicht zwischen Traum und Realität, sondern zwischen dem, was sie vermitteln möchte. Natürlich ist das alles rein subjektiv, aber vielleicht hilft es dir.

Ich versuche das Zwitterwesen einzuordnen: Einerseits lese ich eine Abenteuergeschichte, in der ein Protagonist in die Wüste geht, sich selbst finden möchte (?), gegen eine Hyäne kämpft und dabei nützliche Gegenstände findet (oder du erwähnst sie plötzlich, Rucksack mit Pistole z.B.), eingebettet in eine Traumsequenz. Andererseits lese ich den Wunsch nach einer tieferen, höheren, weiteren Bedeutung: Der Gang in die Wüste, um sich selbst zu finden (seit dem Buch Exodus die essentielle Handlung schlechthin für Religionsstifter, Weisheits- und Wahrheitssuchende, Ich-Transzendenten, Metaphysiker), die Einbettung in einen Traum (ebenfalls etwas metaphysisches, jenseits des eigenen Willens liegende) dann der Kampf gegen eine Hyäne, ein Duell, wobei mir nicht ganz klar wird, für was die Hyäne als Symbol stehen könnte: Aggression gegen etwas? Kampf gegen den inneren Trieb der Selbstzerstörung? Burn-Out? Triebgesteuerte Natur? Oder der Kampf Mensch gegen Natur und die Rache letzterer? Hyänen, Hyänen, die Weibchen sind ausgesprochen aggressiv und haben einen ungewöhnlich hohen Testosteronspiegel (das eine korreliert mit dem anderen viel weniger, als man landläufig behauptet).

Ich glaube, dass die Geschichte weder in die eine noch in die andere Richtung neigt. Dein Schreibstil, dein gutes Rhythmusgefühl, auch der stringente Szenenaufbau - vielleicht wäre deine Geschichte als klassische, spannende Abenteuergeschichte "besser" gewesen. Ich mag den ganzen Plot nicht umschmeißen, aber auch ein Klassiker wie "Absturz in der Wüste, Überlebenskampf" kann man reizvoll ausbauen. Mag vielleicht nicht super innovativ, neu, spektakulär und das Leben eines Lesers bis zum Eintritt in friedhofsverwaltende Maßnahmen völlig verändern. Aber dein Schreibstil, denke ich, verlangt eher nach der Erzeugung von Spannung und wechselvollen Abenteuern als nach einer komplexen inneren Charakterentwicklung in reizarmer Umgebung.

Neben einigen bereits erwähnten Punkten möchte ich einen erwähnen, der den Szenenaufbau betrifft. Beispielhaft diese Stelle:

Aber die Nacht würde den Sand auch etwas abkühlen, das Gehen erleichtern. Und er hatte Ersatzbatterien für die Armeetaschenlampe im Rucksack. Außerdem hatte er noch etwas Wasser.
Hier versuchst du, Plausibilitätsfehler zu umgehen. Vielleicht hast du beim Schreiben folgendes gedacht: "Irgendwer wird fragen, warum er in der Wüste noch überleben kann, obwohl ich nie Wasser erwähnt habe". Mich erinnert das an den Hinweis "Caution, hot" auf einem Becher Kaffee. Eigentlich sollte ja klar sein, dass Kaffee heiß sein kann, aber ... naja. Umgekehrt gefragt: Warum sollte er keine Armeetaschenlampe und kein Wasser haben? Er hat in der Wüste gearbeitet, er hat den Klimawandel erforscht, er wird also wissen, wie man sich in der Wüste verhält und was wichtig ist.

So, das wars! Ich hoffe, liebe Maske, ich war nicht zu hart. Schreib doch mal eine ganz klassische Abenteuergeschichte :-D

Ich tippe auf Rob F. Niemals Isegrims. Niemals.

Lg
kiroly
 
Monsieur le Directeur
Chef
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07.02.2000
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10.469
Tut mir leid, @Novak, aber ich hab nur einen Besen, den kann ich dir nicht geben. :p
 
Wortkrieger-Team
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19.05.2015
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2.099
o je, so kommt's, wenn man noch Rumvorräte verbrauchen muss...
Sobald ich wieder bei Sinnen bin, schreibe ich mehr.
Für mich war der Maskenball ein besonderes Erlebnis. Mit dem Text "kämpfe" ich seit ein paar Jahren, fast genauso lang wie ich hier angemeldet bin. Insofern haben alle recht: diejenigen, die richtig lagen und diejenigen, die ausgeschlossen haben, dass er von mir stammt.
Da war dieses Hyänenbild und die Erinnerung an die Namib-Wüste und aus diesem Bild heraus wollte ich eine Geschichte schreiben. Das Bild, die Wüste, die Seebären, das mystisch-archaische daran hat mich fasziniert und fasziniert mich noch. Und jede Versuch, es zu fassen, wurde merkwürdiger. Ich dachte mir dann, ich brauche Impulse und habe fast ungefiltert (bisschen mit Corona angereichert: aus Camouflage-Gründen) die allererste Version eingestellt.
Und ihr habt mir wirklich eine Menge an Ideen mit euren gehaltvollen, wenn auch kritischen Kommentaren, mitgegeben! Lieben Dank!
Ich erzähl's euch morgen ausführlicher.
Erst mal ausschlafen...
 
Wortkrieger-Team
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22.10.2011
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Scheiße, jetzt muss ich einen Besen aufessen. :silly:
@Webmaster was ist mit einem Tshirt, das ist weicher und hoffentlich leichter verdaulich. @kiroly ("Niemals Isegrims. Niemals") möchtest du nicht die Hälfte abhaben? Ich will mal großzügig sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Senior
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10.11.2003
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Scheiße, jetzt muss ich einen Besen aufessen. :silly:
Das geht, Novak: (Naturbelassenen) Besenstiel verbrennen und die Asche aufessen.

Sorry, Isegrims, habe gerade noch Zeit für diese Anmerkung - mehr demnächst.
 
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Auch wenn es keine Challenge ist, freue ich mich sehr über die "Vermutungsstimmen"!
Und ich musste noch nicht mal etwas dafür schreiben ... und auch keinen Besen essen! :gelb:
 
Wortkrieger-Team
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Bevor ich auf die einzelnen Kommentare eingehe, noch ein paar allgemeine Bemerkungen.
Ich habe eure Hinweise sehr sorgfältig gelesen, den Text mit virtuellem Rotstift überzogen, aber bisher nur ein paar vereinzelte Änderungen vorgenommen, werde wohl ein wenig Zeit aufwenden, um den Text wirklich zu reformieren ( :D )
Und ich freue mich sehr über die gehaltvollen Rückmeldungen. Für mich bzw. für den Text hat sich der Maskenball sehr gelohnt. Der Impuls dafür kam auch dadurch zustande, weil ich an dem anderen Afrika-Text gearbeitet habe.
Bitte verzeiht, dass ich ein bisschen getrickst habe, um nicht gleich unter der Maske erkannt zu werden. Aber es gab auch einige Hinweise, die zum Beispiel @Chutney sofort erkannt hat. @Novak hätte den Besen zum kehren nehmen sollen, dass wäre sie bestimmt fündig geworden. Und he: ein Älpler obendrauf, dann gehts mit dem Besen.

Inhaltlich: Die Geschichte als Traum anzulegen ist feige. Am Anfang waren die Bilder und ein Kerl, der in der Wüste herumirrt, einer Hyäne hinterher, ist schon als solches, in der Traumshäre angesiedelt. Da wäre ein Gegensatz besser. Ich hatte vor einiger Zeit eine zweite Version begonnen, in der die Familie sich im Lager befindet und die Tochter dem Lachen der Hyäne in die Wüste folgt und Marc eine Suchaktion startet, dachte mir aber: ne, das wird so moglimäßig. Aber mal sehen. Ich werde eine Lösung finden, hoffe ich.

Ich werde es auch nicht schaffen allen sofort zu antworten, schließlich will ich auf die einzelnen Punkte angemessen eingehen: deshalb antworte ich stücckchenweise der Reihenfolge nach.

Lieber @Peeperkorn: wie immer ein Kommentar, der es in sich hat. Ich bewundere die Klarheit, mit der du strukturelle Problemstellungen ansprichst und von außen auf den Text schaust.
Vielen Dank!

Zu den Punkten, die du ansprichst:

Der Prot glaubt, er habe sich selbst verloren. Okay. Wie passt das dazu, dass er sich für einen Gewinner hält, obwohl man ihn zu den Verlieren zählt? Weshalb überhaupt wird er zu den Verlierern gezählt? Und was ist denn daran problematisch, sich für einen Gewinner zu halten? Worin besteht der Leidensdruck? Weshalb glaubt er denn, sich verloren zu haben? Die Fremdbeschreibung durch die Frau, zusammen mit der Formulierung "sich für einen Gewinner halten" lässt vielleicht auf eine etwas narzisstische Persönlichkeitsstruktur schliessen. Aber weshalb ist das für ihn ein Problem geworden? Und weshalb nennt er das ein "Sich-Verlieren"? Verstehe mich nicht falsch: Ich will an dieser Stelle kein ausgearbeitetes Psychoprofil haben. Aber ich kriege hier einfach kein klares Bild davon, was mit diesem Mann los ist.
Ich wollte einen Typen zeigen, wie es ihn zuhauf gibt: große Erwartungen an das Leben, so groß, dass er scheitern muss und nicht in der Lage ist, sich auf das einzulassen, was zählt. (Das Wasser, um im Bild zu bleiben). Klar: die Hinweise, die der Text gibt, sind entweder zu spärlich oder (wie du es später vorschlägst) zu umfangreich bzw. zu wenig zielgerichtet.

Ich finde, es hat einiges an Schönem in diesem Text, die Begegnung mit der Hyäne (solange sie aus der Perspektive des Prot beschrieben wird), die Atmosphäre in der Wüste, der Text hat einen guten Rhythmus.
das ist gut und zeigt mir, dass es sich lohnen wird an der schon etwas älteren Textidee zu arbeiten.

Okay, das grundlegende Narrativ - Mann macht sich auf die Suche nach x, findet dabei y und gewinnt Erkenntnis über sich selbst - erscheint mir klar. Ich betrachte dieses Narrativ mal als Grundschema des Textes. Um dieses Narrativ zu füllen, braucht es verschiedene Elemente: 1. Eine unbefriedigende Ausgangssituation, die den Prot in Bewegung setzt. 2. Ein äusseres Ziel, das sich der Prot setzt. 3. Einen inneren Antrieb, dieses Ziel zu verfolgen, also Motive, die den Prot eben genau dieses Ziel setzen lassen. 4. Einen Wendepunkt, etwas, das der Prot am Ende findet. Das kann identisch sein mit dem Ziel, das er sich gesetzt hat, oder auch nicht.
Perfekte Beschreibung der Plotidee. Im Grunde folgt der Text auch dieser Struktur, nur in derzeitigem Zustand nicht so, dass der Leser vom Strom mitgerissen wird.

Erschwerend ist für mich, dass gegen Ende der Geschichte plötzlich diese Wut auf die Hyäne auftaucht, sodass er sogar auf sie schiesst. Was hat das mit seinem Problem zu tun? So, wie du das aufziehst, könnte man meinen, er sei neidisch auf ihren Jagderfolg. Aber wie passt das dazu, dass er sich für einen Gewinner hält und glaubt, sich verloren zu haben?
Was ich zeigen wollte, war die Eifersucht Marcs. Die Hyäne holt sich einfach, was sie braucht. Marc ist dazu nicht in der Lage. Für ihn ist das ein existentielles Problem.

Erstes Fazit: Ich als Leser weiss nicht, was mit diesem Typ los ist. Ich würde das gerne geschärft haben, einen klaren Hinweis zum Beispiel darauf, dass er mit einem wichtigen Projekt gescheitert ist, dass ihn die Welt für einen Versager hält. Dafür das "sich für einen Gewinner halten" rausstreichen. Dann würde ich das besser mit der später aufkommenden Wut auf die Hyäne in Verbindung bringen können.
ja, da lässt sich der Text anreichern, das habe ich auch vor, Andeutungen, szenische Erinnerungen einfügen.

Er will also Diamanten finden. Will er reich werden? Ist sein Versagen ein finanzielles? Was hat das mit der Tatsache zu tun, dass seine Frau ihn für selbstverliebt hält? Dieses sehr profane Ziel passt für mich nicht so recht zum Thema Lebenskrise. (Abgesehen davon: Alleine in einer Mine nach Diamanten suchen? Mit Pickel und Schaufel, oder wie?
Diamanten haben zwei Eigenschaften, einerseits stehen sie sicher für Reichtum, andererseits aber auch für Glanz. Das ist ein Ansatzpunkt für Ergänzungen des inneren Monologs.

Aber wie passt das mit dem anderen Ziel zusammen? Die Mine liegt ja in der Mitte der Wüste, nicht an deren Ende. Das eine ist wohl metaphorisch zu denken (Ende der Wüste), das andere wörtlich (Diamanten in der Mitte). Aber wie hängt das zusammen?
Ich wollte auf das Ende seiner inneren Wüste anspielen, muss ich aber besser verdeutlichen, das stimmt

Ich habe nicht für eine Sekunde mit dem Typen mitgelitten. Ich spüre ihn nicht. Er ist für mich einfach nur auf eine sehr abstrakte Weise kaputt und irre und unsympathisch,
unsympathisch na klar, aber ich muss ihm trotzdem mehr Kontur geben, die Dämonen besser benennen, um ihn verständlich zu machen.

Unsympathisch ist dann spannend, wenn ich in irgendeiner Weise verstehen kann, was zu dieser Wut geführt hat, zu dieser Aggressivität. So aber. Leider nein. Ich konnte keinen Bezug zu dieser Figur aufbauen.
siehe oben: ich versuche den Text anzureichern.

Aber dann wird er von dieser Wut auf die Hyäne ergriffen. Warum? Er ist zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht richtig gescheitert in der Suche. Und dann verlagert er sein Ziel auf einmal: Er sucht nach Wasser und erwartet von der Hyäne Antworten:
Er erwartet von der Hyäne selbst keine Antworten, sie ist eher ein Vehikel, eine Chiffre, en Gegenspieler, dem gelingt, was ihm nicht glückt

Ich meine, ich kann jetzt schon was interpretieren, wie zum Beispiel, dass der Prot in der Wüste erkennt, dass der Sinn des Lebens nicht in Reichtum besteht (Diamanten), sondern in den einfachen Dingen wie Liebe und Geborgenheit (Wasser) und dass ihm niemand anderer (Hyäne) helfen kann als er selbst. Fände ich schön. Aber für mich fühlt es sich so an, dass ich diese Interpretation aus den Elementen zusammengestiefelt habe, die ich dem Text entnommen habe und nicht, dass sich diese Interpretation auf natürliche Weise aus dem Text ergibt.
So interpretiere ich das Geschehen auch. Vielleicht ändert sich dein Gefühl, wenn ich die Traumebene entferne.

Vielleicht wäre es auch eine gute Idee, den Text am Anfang nicht so stark psychologisch zu belasten. Dann hätte ich mir als Leser wohl weniger Gedanken gemacht und hätte mich mehr darauf eingelassen.
Witzig eigentlich, aber ich behaupte, in dieser Geschichte hätte ich mich stärker mit dem Prot identifziert, wenn ich weniger über ihn gewusst hätte.
guter Hinweis. Das Tell könnte weggelassen werden.

Was ich rauskicken würde, ist der Umstand, dass der Prot offenbar an Covid-19 erkrankt ist. Dieser Umstand wirkt auf mich aufgesetzt, trägt nicht wirklich zur Geschichte bei, erklärt höchstens, weshalb die ganze Geschichte ein Fiebertaum ist. Aber man kann auch ohne Fieber träumen.
Ja, ja, einerseits wollte ich den Text ins Zeitgeschehen einfügen und dann eben auch die Krankheit Teil seines verzweifelten Scheiterns etablieren, aber könnte zu viel sein, es auf diese Art zu versuchen.

Ja. Ist sicher Geschmackssache, aber ich kann mit diesen anthropologisierenden Perspektivwechsel so rein gar nichts anfangen. Da werden Tieren sprachlich verfasste Überzeugungen und Fähigkeiten zugeschrieben, die sie bei aller Intelligenz nicht haben. In Kindergeschichten und im magischen Realismus oder so dürfen gerne auch mal die Hasen und die Vögel reden und denken, aber in dieser Geschichte hat es mich doch sehr gestört.
Na ja, der Gedanke war, dass innerhalb eines Traums auch Traumgestalten reden können, ihre Gedanken beitragen. Außerdem finde ich es dramaturgisch nicht so ungeschickt, eine zweite Perspektive einzufügen. Wir Europäer finden magische Begegnungen unnatürlich, fremdartig, unglaubwürdig. Das gilt für Afrika oder Südamerika nicht. Insofern spricht gar nicht die Hyäne selbst, sondern das magische Wesen, das in ihr steckt.

Hat mich gefreut, hat nicht weitergebracht, sehr wertvoll
viele Grüße aus dem Taunuswald
Isegrims

Hi @Nichtgeburtstagskind

tut mir leid, dass dich der Text im derzeitigen Zustand nicht mitgenommen hat. Ich werde noch ein wenig nacharbeiten und hoffe dadurch einiges mehr an Empathie gegenüber dem Protagonisten zu ermöglichen.

ich habe es ja auch gerade hinter mir. Dieses Warten hinter der Maske, das nicht reagieren, nicht bearbeiten können, das ist echt hart.
ja, war blöd, aber auch spannend

Deine Geschichte spricht mich leider nicht wirklich an. Der große Tell-Anteil schafft eine so große Distanz, ich kann überhaupt nicht mitfühlen. Die Suche des Mannes nach sich selbst, auch sein Überlebenskampf, das lässt mich alles kalt.
zugegeben gibt's am Anfang einige Tell-Passagen. Die werde ich weiter reduzieren. Sobald die Handlung Fahrt aufnimmt, allerdings nicht, insofern finde ich deinen Einwand sehr plakativ und gar nicht so gerechtfertigt, zumal du das einfach raushaust, ohne es zu zeigen (show don't tell, ne :D )

Den Einstieg empfinde ich als unglücklich.
stimmt

Das Versprechen von Vater zu Tochter finde ich merkwürdig. Das wirkt so konstruiert, unecht. Das ist ja kein konkretes Versprechen, da fällt es mir auch schwer zu verstehen, was die Tochter da von dem Vater wollte.
das lege ich bewusst unnatürlich an: kann doch sein, dass dieses Gespräch mit der Tochter nur im Kopf von Marc stattfindet.

Den Corona-Bezug finde ich auch etwas schwierig, erschließt sich mir nicht so ganz. Brauchst du das für die Geschichte? Ich würde gerne mehr über die ursprünglichen Probleme von Marc erfahren und nicht über die Symptome der Krankheit.
werde ich vielleicht entfernen, andererseits passt das Fiebrige eben auch zu seiner Verfassung

Das liegt meiner Meinung nach an dem großen Tell-Anteil und den distanzierten Beschreibungen, die das Geschehen eher wie eine Dokumentation erscheinen lassen.
distanzierte Beschreibungen? Meinst du das Innenleben von Marc oder die Wüste? (wenn du Wüste und Handlung meinst, würde mich das doch enttäuschen, müsste aber auch anhand von Beispielen untermauert werden)

Liebe Grüße
Isegrims

geht später weiter!
 
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@Novak : Sehr gerne. Esse die gerne naturbelassen. Vielleicht mit bisschen Harznadelöl, das schmeckt schön waldig und gut. 🙈
 
Wortkrieger-Team
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Was übrigens eine besondere Erfahrung des Maskenballs war: Ich konnte die Kommentare von Beginn an mit Abstand lesen, nachdenken, bevor ich antworte. Und ich bin immer noch froh, dass ich auf diese Weise eine Menge Impulse erhalten habe, die dem Text helfen. Ich brauche für die Änderungen etwas Zeit, weil sie grundlegender ausfallen.

Liebe @greenwitch

du hast ja gleich beide neuen Texte kommentiert, freut mich sehr. Trotz des kritischen Grundtons scheinen dich die Geschichten ja doch zu beschäftigen und das nehme ich als gutes Zeichen. Schön, dass du dir die Zeit genommen hast, anstatt die Segelschiffe auf der Ostsee zu betrachten und nach Seebären Ausschau zu halten. :)

Positiv fand ich einen Großteil der Beschreibungen, ich würde auch behaupten, das da eine Menge Recherche drinsteckt, denn wer hat schon von Natur aus Ahnung von Hyänen und Seelöwen. Du hast Dir viel Mühe gemacht und wahrscheinlich wird das noch eine richtig tolle Geschichte. Aber noch hakt es für mich ziemlich, aber vielleicht passen Deine Geschichte und ich auch nur nicht zusammen.
ein bisschen Recherche, ein bisschen Erinnerung an eigene Anschauung. Ich hoffe, dass es mir gelingt die Stimmung zu erhalten und die Story stringent zu erzählen, dazu muss ich einiges ändern.

Gegenüber diesem sehr poetischen, schon recht romantischen Einstieg kommen später wieder sehr beschreibende Stellen, ich empfinde den Schreibstil als nicht konsequent.
guter Punkt: ich werde die Außensicht deutlich reduzieren.

während "Beschließen" sich nach bewusster Handlung anhört. Dann sind in diesem Abschnitt gleich mehrere ausgelutschte Phrasen drin, da fällt Dir bestimmt was originelleres ein. Und warum steht jemandem ein Platz an der Sonne zu?
alles bereits gestrichen, dankeschön

Es mag an mir liegen, aber für mich hat der Text immer wieder Widersprüche auf ganz kurzer Distanz. Ist das Absicht? Mich verwirrt es, ich springe immer wieder zurück, weil die entstehenden Bilder sich widersprechen.
Hier kichern und Kinder und dann will er sie schlagen?
damit wollte ich seine Impulsivität zeigen, muss ich aber besser vorbereiten, stimmt

Ach ja, die Vermenschlichung der Hyäne war für mich auch störend, nur so als Lesemeinung.
ich mag das ja und wollte die Hyäne durch eine eigene Perspektive besser platzieren, eine andere Sicht, als die Marcs etablieren. Mal sehen, was ich daraus mache. Vielleicht muss das auch mystischer gestaltet werden. Oder: die Traumauflösung entfällt und die Tochter kommt real ins Spiel und wirft einen Blick auf ihren Vater.

Ich hab mir sagen lassen, das es gut ist, in Ruhe schon mal über die aufgezeigten und subjektiven Probleme nachzudenken und so in Ruhe eine Standpunkt entwickeln zu können.
genau, das ist super am Maskenball

Der einzige Name der mir durch den Kopf ging ist Rob F.
Edit: nach meinem Komm zu Isegrims neuester Geschichte stolpere ich über das "durchschnaufen" - echt jetzt Isegrim - zwei Geschichten gleichzeitig? Cooler Schachzug, wenn mir persönlich etwas mehr Kontrolle und Schliff besser gefallen würden ...
:Pfeif:

Liebe @Chutney

irgendeiner muss mal was positives über diese merkwürdige Maskenball-Geschichte schreiben, habe ich noch vom Stammtisch im Ohr. Voilà!

ich finde, dass es einige sehr schöne Stellen in der Geschichte gibt und die fiebrige, traumhafte Atmosphäre gelingt auch phasenweise. Mir gefällt auch die Experimentierlust in dem Text, das Spiel mit verschiedenen Realitäten. Eine Traumauflösung ist immer eine Enttäuschung und wirkt auch hier wie ein Trick, selbst wenn durch den Traum ein Erkenntnisgewinn behauptet wird.
Klingt schon gut, immer schön, was Positives neben all der berechtigten Kritik zu hören

Einer, der materiellen Wohlstand erreicht, Karriere gemacht hat und jetzt im Burnout ist? Der seiner Gier folgt und sie gleichzeitig hasst, so wie die Hyäne?
Ich glaube, er hat aus seiner Sicht einfach nicht genug erreicht, die Gier nach mehr, mehr, mehr, die unsere Gesellschaft auch auf gewisse Weise ausmacht, treibt ihn.

Tja, ein exotischer Ort, Hyänen, die denken, Magie, ein reicher Mann aus dem Westen mit Sinnkrise und Potenzproblemen, aktuelle Bezüge und ein Autor, der schreiben kann, gerne mal Regeln bricht und mit den Elementen spielt, auch keine Hemmungen hat, mal was Unausgegorenes ins Forum zu schmeißen ... Ich sag jetzt mal vor allem wegen der Themenwahl: Isegrims
Was soll ich sagen: ertappt:):Pfeif:!

viele Spätsommersonnegrüße und genießt den Tag!
Isegrims

geht bald weiter!
 
Wortkrieger-Team
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Lieber @GoMusic

freut mich sehr, dass du dich zu Wort meldest, danke für deine Zeit und die Gedankenanstösse.

Puh, ich finde den Anfang voll anstrengend, bekomme kein Bild von der Location, von den Personen, von der Handlung.
Marc träumt von Joelles Augen, dann ist sie selbst auch da und dann kommt noch Marcs Frau hinzu.
Wo findet das alles statt? Wieso sagt keiner was?
Das mit den Launen und dem Sex: Ist mir zu viel Inhalt, zu viel des Guten, auch dass er das alles aus dem Gesichtsausdruck erkennt.
Den Anfang werde ich definitiv ändern, direkter in die Szenerie einsteigen und die Gedankensplitter an anderen Stellen einfügen. Dass alles nur ein Traum ist, kicke ich vermutlich raus. Bringt schon was, mehrere Meinungen zu hören.

Gut, später wird klar, dass es ein Traum war. Aber für den Anfang der Geschichte finde ich das alles zu schwierig zu verstehen. Ich könnte mir vorstellen, dass da einige Leser abspringen.
ja, hast du recht, ich denke, die Story nimmt mit Auftreten der Hyäne erst Fahrt auf.

Wer war abgereist? Wer sind die Leute, die das verladen?
na ja, der Leser darf schon ein wenig mitdenken. Gerade bei Kurzgeschichten braucht es mMn Zwischenraum.

Nicht verraten? Dann ihm doch die Koordinaten aufgeschrieben?
Vielleicht so:
Den Weg zur Mine hatten die Dorfbewohner ihm zuerst nicht verraten
habe ich bereits geändert, danke für den Hinweis

Diese "Anhängsel" an den Sätzen verraten mir schon fast, wer die Geschichte geschrieben haben könnte.
:Pfeif:

Das Ende verstehe ich nicht zu deuten. Solle das etwas Psychologisches/Therapeutisches sein?
muss klarer werden, stimmt, Mals sehen, wie ich ein luzideres Ende gestalte

Das Thema, das Land, die Hyäne, die Satzanhängsel, die (sorry) Flüchtigkeitsfehler: Isegrims. Wenn du es wirklich sein solltest, frage ich mich, warum du es einem so einfach gemacht hast :D Ich habe seinerzeit unter der Maske versucht, "ganz anderes" als sonst zu schreiben :Pfeif:
Edit: Wenn ich noch einen zweiten Tipp abgeben darf, dann ist es jemand, der geschickt Ise kopiert hat. Ich kaufe ein F, ein Rob F.
schade, da komme ich mir richtig ertappt vor. :D

viele Rhein-Main-Sonnengrüße
Isegrims

geht später weiter
 

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