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Zwei Welten

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Zwei Welten

Sie schwebte durch die Finsternis, nur ein schwacher Lichtpunkt war zu sehen. Immer wieder gingen ihr die gleichen Bilder durch den Kopf: Der Freizeitpark. Die Achterbahn, der Looping. Lachende und schreiende Menschen. Alles stürzte zur Seite. Der Lichtpunkt wurde größer, schien näher zu kommen ...

Valerie erwachte auf einer Lichtung. Noch etwas benommen setzte sie sich auf und sah sich um. Die Bäume um sie herum trugen blaue Blätter, auf ihnen hopsten Vögel in allen erdenklichen Farben umher und trillerten fröhliche Lieder. Der Himmel hatte ihre Lieblingsfarbe, ein helles Orange. Wie war sie hierher gekommen? Befand sie sich noch im Freizeitpark?
„Marc?“, rief sie den Namen ihres Freundes und stand auf. Sie fühlte sich leicht und unbeschwert, als hätte die Schwerkraft nachgelassen. „Marc?“, diesmal etwas lauter.
„Nicht so schreien, bitte. Ist nicht hier.“
Die tiefe Stimme kam vom Beginn eines Weges, der von der Lichtung in den Wald führte. Sie ging in diese Richtung, konnte jedoch zunächst niemanden sehen. Bis sie auf einem Baum eine Eule entdeckte, kaum zu erkennen durch die blauen Federn.
„Willkommen an deinem Ort“, sagte die Eule mit langsamer, fast schläfriger Stimme.
„Wer bist du?“, wollte Valerie wissen.
„Goona. Werde dir den Weg zeigen. Zuerst hier lang, dann dort entlang …“ Die Eule gähnte. „Folge erst mal diesem Weg, während ich noch etwas schlafe. Auf später!“ Goona verschwand vor ihren Augen, löste sich in blauen Dunst auf.

Es musste ein Teil des Freizeitparks sein, dachte sie. Wo sonst gab es sprechende Eulen, die sich in blauen Dunst auflösten. Hatte Marc etwas arrangiert, zu ihrem heutigen Geburtstag? Aber dann dachte sie an die letzten Momente in der Achterbahn. Die Schreie, den Fall in die Tiefe ...
„Marc?“, rief sie erneut, bekam aber auch diesmal keine Antwort.
Die Natur links und rechts des Weges beruhigte sie. Die Vögel mit ihrem Gesang, ab und zu schaute ein Hase aus dem Gebüsch hervor oder ein Eichhörnchen huschte vorbei. Nach einigen Minuten erschien ein gelber Papagei wie aus dem Nichts auf einem Ast. Valerie näherte sich ihm und bevor sie etwas sagen konnte, krächzte er: „Willkommen an deinem Ort!“
„Das hat die Eule schon gesagt“, erwiderte sie. „Warum ist das hier mein Ort?“
„Willkommen an deinem Ort!“, wiederholte der Papagei.
Sie musterte ihn einige Sekunden und meinte: „Wahrscheinlich kann ich fragen, was ich will, du wirst ohnehin immer das Gleiche antworten, oder?“
Auch der Papagei sah sie zuerst einen Moment an, als überlegte er, antwortete dann aber dennoch wieder dasselbe.
„Schon gut, ich störe dich nicht weiter.“
Sie war schon einige Schritte entfernt, als sie sich nochmal umdrehte. Der gelbe Vogel sah ihr hinterher, als wartete er nur darauf, dass sie wieder näher kam und er sprechen konnte.

Nach einigen Minuten bog der Weg nach rechts ab. Die Bäume wichen zurück und Valerie kam an einen See. Auf einem Holzschild stand in weißer Farbe „See der Erinnerungen“. Goona saß auf dem Schild und gähnte.
„Sagst du mir jetzt, wo ich hier bin?“, forderte Valerie.
Goona zeigte mit einem Flügel auf das Schild. "Geh auf die Brücke und sieh in den See.“
Sie verschränkte die Arme. „Ich gehe nirgendwohin, wenn du mir nicht meine Fragen beantwortest!“
„Dann warten wir“, meinte Goona und machte die Augen zu.
„Hey, schläfst du etwa?“ Sie wollte Goona schütteln, eine Antwort verlangen, aber die Eule löste sich wieder in blauen Dunst auf, kurz bevor sie sie berühren konnte.
„Na toll!“, murmelte Valerie.
Der See lag ruhig da, umgeben von Bäumen. Kein Wind wehte, nur die Vögel zwitscherten. Enten und Schwäne genossen ihr Dasein auf dem hellblau schimmernden Wasser. Eine hölzerne Brücke führte auf die andere Seite. Da sie keinen anderen Weg sah und nicht zurückgehen wollte, ging sie auf die Brücke und blieb in der Mitte stehen.
Sie sah nach unten und war überrascht, dass das Wasser wie ein Spiegel wirkte. Der orangefarbene Himmel war zu sehen, und die Vögel, die über sie hinweg flogen. Die schulterlangen, braunen Haare fielen ihr ins Gesicht, sie hielt sie mit der rechten Hand zurück.
Etwas stieg aus dem Wasser empor, wie eine Luftblase. Es erreichte die Oberfläche und eine silberne Flüssigkeit begann sich auszubreiten. Sie bildete einen Kreis, seltsamerweise spiegelte sich darin nichts. Farben erschienen und begannen etwas zu formen. Nach wenigen Sekunden erkannte sie ihre Eltern und sich selbst, als kleines Kind. Die ersten Gehversuche, ihre Eltern lachten. Das Bild veränderte sich, sie war vielleicht vier oder fünf und versteckte sich hinter der Tür zum Wohnzimmer. Ihr Vater kam herein, nichtsahnend, als sie ihm einen kleinen Ball an den Hintern warf. Er erschreckte sich so sehr, dass er einen Satz nach vorne machte und auf die Couch fiel.
So ging es weiter, Erinnerungen aus Kindheit und beginnender Jugend. Der erste Schultag, Geburtstage. Sie und ihre Freundin Anna, wie sie sich für den ersten Diskobesuch zurecht machten. Und der Schwimmbadbesuch in den Sommerferien, bei dem sie Marc kennenlernte.
Ihr wurde bewusst, was für ein schönes und sorgenfreies Leben sie bisher gehabt hatte, vor allem Dank ihrer Eltern. Goona erschien neben ihr auf dem Geländer und sie lächelte. Aber es verschwand bei der nächsten Erinnerung, die ihr gezeigt wurde. Sie und Marc waren im Freizeitpark und stiegen in die Achterbahn, heute an ihrem sechzehnten Geburtstag.
„Sieh es dir an“, meinte Goona neben ihr.
Valerie blickte zu ihm, er hatte einen traurigen Blick und nickte mit dem Kopf in Richtung der silbernen Oberfläche. Sie sah wieder dorthin. Die Bahn war losgefahren und erklomm den ersten Berg. Von dort steil bergab und mit hoher Geschwindigkeit auf den Looping zu. Sie wollte wegsehen, konnte es aber nicht. Bekam eine Gänsehaut, erinnerte sich an das ängstliche Gefühl, als es nach oben ging und sie kopfüber die Welt unter sich sah, nur um direkt wieder hinabzusausen. Die Erleichterung und Freude, dass sie das erlebt hatte, und natürlich war nichts passiert.
Aber dann gab es von unten ein lautes Krachen, etwas war zerbrochen. Der große Mast, der die Schienen trug, begann zur Seite zu kippen, mit ihm die Wagen. Dann verschwand das Bild, die silberne Oberfläche begann sich im Wasser aufzulösen.
Erst jetzt merkte Valerie, dass sie Tränen in den Augen hatte. Sie dachte an Marc und die vielen anderen, konnte jemand diesen Sturz überlebt haben?
„Tut mir leid, nur wenige haben es geschafft“, flüsterte Goona einfühlsam, als hätte er ihre Gedanken gelesen. Er kam zu ihr, direkt neben sie, so dass er mit seinen weichen Federn ihre Schulter berührte.
„Marc …“
Goona schüttelte den Kopf. Valerie weinte noch heftiger und sah wieder nach unten, als hoffte sie, Marc dort noch ein letztes Mal zu sehen. Aber er war nicht mehr da, sie fühlte, dass es stimmte.
„Ist nicht mehr in dieser Welt, wirst es verstehen, wenn wir weitergehen“, sagte Goona.
„Warum musste ich all das sehen? Fast mein ganzes Leben, bisher war alles gut …“
„Wollte dir dein Leben zeigen, bevor du dich entscheidest. Werde es erklären, aber jetzt noch nicht. Lass dir Zeit, folge dem Weg zur Kuppel. Auf gleich!“
Goona wartete nicht auf eine Antwort. Er stieß sich ab und flog über den See, verschwand hinter den Bäumen.

Valerie betrachtete noch einige Minuten den See und die Umgebung. Alles wirkte so friedlich, aber wo war sie hier? War sie gestorben? Oder nur bewusstlos und träumte?
Sie wischte die Tränen weg und folgte der Brücke. Nicht weit dahinter begann ein weiterer Weg in den wieder dichter werdenden Wald. Nach einigen Minuten entdeckte sie vor sich einige Glühwürmchen, in genauso vielfältigen Farben wie die Vögel auf den Bäumen. Trotz des hellen Tageslichts waren sie gut zu sehen, flogen wild durcheinander. Valerie fühlte sich etwas besser, als sie weiterging und von den leuchtenden Wesen umgeben wurde. Als Kind hatte sie sich immer vorgestellt, dass es kleine, fliegende Feen waren.
Sie erreichte eine Weggabelung, neben dem Weg zurück hatte sie drei Richtungen zur Auswahl. Als sie gerade laut nach Goona rufen wollte, flogen die Glühwürmchen, die sie bereits hinter sich gelassen hatte, an ihr vorbei und bogen nach links ab.
„Hey, zeigt ihr mir den Weg?“, rief Valerie lächelnd und lief ihnen hinterher. So ging es weiter, sie ließ sich von ihrem Leuchten leiten und erreichte schließlich eine weitere, große Lichtung. Dort stand wieder ein Holzschild, diesmal mit der Aufschrift „Nexus“.
Auf der Lichtung befand sich ein großes, kuppelförmiges Gebäude. Wie eine durchgeschnittene Melone, dachte Valerie. Nur war es nicht grün, sondern aus einem lehmartigen, hellen Material. Direkt vor ihr befand sich ein Torbogen als Eingang.
Blauer und gelber Dunst zogen links und rechts an ihren Schultern vorbei. Neben dem Torbogen manifestierten sich Goona und der Papagei.
„Willkommen an deinem Ort!“, krächzte er wieder.
„Sei still, Geena! Solltest gar nicht hier sein!“, meinte Goona.
„Geena?“, fragte Valerie. „Ist nicht euer Ernst, heißt ihr alle so? Gibt auch Giina und … Gaana?“, wollte sie schmunzelnd wissen.
Goona und Geena sahen sich an und sagten zeitgleich: „Möchten nicht darüber sprechen!“
Valerie konnte nicht mehr anders, als laut zu lachen. Die beiden Vögel sahen sie geduldig und ein wenig pikiert an, bis sie sich einigermaßen beruhigt hatte. Goona fragte: „Ist sie dann soweit?“
Fast hätte sie wieder losgelacht, kniff aber die Lippen zusammen und nickte.
„Betrete die Kuppel, sie wird einen anderen Ort zeigen. Dann musst du entscheiden.“ Auch diesmal verschwand die Eule, genauso wie der Papagei, bevor sie noch etwas fragen konnte.

Im Inneren der Kuppel war trotz des Tageslichts, das durch den Eingang schien, nur wenig zu erkennen. Valerie ging in die Mitte der runden Fläche und stand plötzlich in völliger Dunkelheit. Der Eingang hatte sich geschlossen. Sie sah sich um, versuchte einen anderen Ausgang oder eine Lichtquelle zu finden, als die Decke der Kuppel zu leuchten begann. Ein blaues Schimmern, durchzogen von purpurnen Linien, die sich wie Spinnweben ausbreiteten. Nach einigen Sekunden erschienen leuchtende Geschöpfe, die sie an Pusteblumen erinnerten. Ihre Farben waren noch vielfältiger als alles, was sie bisher an diesem seltsamen Ort gesehen hatte. Sie schwebten mit ruhigen Bewegungen über die schimmernde Fläche.
Goonas Stimme erklang: „Siehst den Ort, an den wir immer wieder zurückkehren. Nach und vor jedem irdischen Leben. Unsere Seele geht niemals verloren. Auch Marc ist nun dort.“
Valerie blickte wie hypnotisiert nach oben. Eines dieser Wesen verharrte zunächst regungslos über ihr, dann wurde es größer, schien näher zu kommen. Blau, wie Marcs Lieblingsfarbe, dachte sie. Sie begann wieder zu weinen und streckte die Hand aus, aber konnte ihn nicht erreichen, wenn er es denn überhaupt war. Das blaue Wesen wurde noch etwas größer, dann zog es sich zurück und begann wieder seine harmonischen Bewegungen.
„Alles wirkt so friedlich“, sagte sie, mehr zu sich selbst. „Wenn die Menschen das wüssten, niemand hätte mehr Angst vor dem Tod.“
„Bist eine der Wenigen, die sich bewusst entscheiden kann“, erklärte Goona leise. „Nur möglich, wenn du lange genug an der Grenze der Welten bist. Es wird Zeit.“
Es wurde wieder dunkel, bis sich ein Ausgang öffnete, diesmal auf der anderen Seite. Sie sah sich um, konnte die Eule aber nirgendwo sehen und verließ die Kuppel in das helle Tageslicht.

Valerie folgte wieder den Glühwürmchen, einen schmalen Pfad entlang. Er wurde nach und nach breiter und endete schließlich an einer Felswand, an der ein kleiner Wasserfall hinabstürzte. Aufgefangen in einem Teich, von dem aus ein Bach in den Wald floss.
Das Gestein der Wand hatte ein ähnliches Blau wie die Bäume und nun verstand sie auch die Bedeutung, als einige Vögel über sie hinweg flogen und sie den Himmel betrachtete. Ihre und Marcs Lieblingsfarben, ihr helles Orange und sein etwas dunkleres Blau. Es war ihr Ort.
Links und rechts neben dem kleinen Teich befanden sich zwei schwebende silberne Flächen, sie erinnerten Valerie an die Flüssigkeit im See. Auch hier reflektierten sie nicht und waren geformt wie ovale Spiegel.
Goona erschien oberhalb der Felswand und flog zu ihr hinab. Bevor er landete, berührte er zunächst die linke silberne Fläche. Auf ihr erschien der Hintergrund, den sie aus der Kuppel kannte, kurz danach die schwebenden Wesen mit ihren ruhigen Bewegungen. Er flog weiter zu dem rechten Oval, berührte es und landete direkt daneben.
Valerie ging dorthin, gespannt, was sie sehen würde. Als ein Bild erschien, schlug sie die Hände vor den Mund. Ihre Beine begannen zu zittern. Sie sah sich selbst in einem Krankenbett, zugedeckt und mit einem Verband um den Kopf. Außerdem war der rechte Arm in Gips, von der Schulter bis zu den Fingern. Neben dem Bett saß ihr Vater, sein Kinn auf der Brust, er schien zu schlafen. Ihre Mutter stand am Fenster und sah nach draußen.
Valerie sah hilfesuchend zu Goona, der erklärte: „Die Ärzte konnten deinen Körper retten, du hast sehr viel Glück gehabt. Aber noch bist du in einem Koma und kannst dich in beide Richtungen entscheiden.“
Sie blickte zwischen den beiden ovalen Flächen, den beiden Welten, hin und her. „Ich kann mich entscheiden, ob ich leben oder sterben möchte? Einfach so?“
„Du wählst deine Daseinsform, deine Seele kann nicht sterben. Muss nun gehen, Valerie. Tut mir leid, aber wir werden uns wieder sehen.“
„Nein, warte! Ich weiß doch nicht, was …“ Aber Goona war schon verschwunden, er hatte eine blaue Feder zurückgelassen. Tränen liefen ihre Wangen hinab, aus Trauer über den plötzlichen Abschied, aber auch aus Angst. Sie hob die Feder auf und betrachtete wieder das Bild des Krankenzimmers. Ihre Mutter kam zu ihr und gab ihr einen Kuss auf die Wange, bevor sie wieder zum Fenster ging.
Nachdem sie einige Minuten vor der Fläche mit den schwebenden Wesen gestanden hatte, wurde wieder ein blaues dieser Geschöpfe größer und schien ihr näherzukommen. Trotz aller Fremdartigkeit wurde sie von diesem Ort angezogen. Von seiner Harmonie und Friedlichkeit, als könnte ihr dort kein Leid geschehen. Und Marc war dort, wie auch immer sie miteinander kommunizieren konnten. Sie streckte die Hand aus, das blaue Wesen kam noch näher und plötzlich war es, als würde sie mit ihm in Gedanken sprechen können. Sie lächelte und kannte ihre Entscheidung. „Wir werden uns wiedersehen, Marc“, flüsterte sie. "Irgendwann, in einem anderen Leben."

Valerie öffnete die Augen. Das Licht im Zimmer war gedimmt. Sie blickte zu ihrem Vater, der weiterhin auf dem Stuhl schlief. Die blaue Feder befand sich noch in ihrer Hand, sie versteckte sie instinktiv unter der Decke und sah zu ihrer Mutter, die mit dem Rücken zu ihr am Fenster stand. Sie musste den Blick gespürt haben, denn sie drehte sich um und kam zu ihr. In ihren Augen sammelten sich Tränen, gleichzeitig lächelte sie. Valerie erwiderte das Lächeln und weinte auf die Schulter ihrer Mutter, als sie die Wange an ihre hielt.
Das Schluchzen weckte ihren Vater. „Was … “, stammelte er und begriff erst nach einigen Sekunden, was geschehen war. Er ging auf die andere Seite des Bettes und hielt seine Wange ebenfalls an ihre. An seinem Zittern merkte sie, dass auch er weinte.
So verharrten sie, bis Valerie flüsterte: „Ich bin wieder da.“
 
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Hey @Rob F ,

so eine Nahtoderfahrung. Ich grübel gerade über die Tags. Wahrscheinlich passt das mit dem Märchen schon. Überzeugt hat mich die Geschichte leider nicht. Ich lese die Reaktionen deiner Protagonistin, aber fühle dabei kaum etwas. Die Märchenelemente kann ich oft nicht nachvollziehen, weil ich nicht verstehe, wo sie hinführen.

Hatte sie einen Blackout oder träumte

oder träumte sie (?)

„Sagst du mir jetzt, wo ich hier bin?“, forderte Valerie.
Goona zeigte mit einem Flügel auf das Schild. „Du wirst es noch erkennen, aber zunächst solltest du dich erinnern. Geh auf die Brücke und sieh in den See.“

Der Text hat wirklich enorme Längen. Ich finde das könnte auch auf 5.000 statt 15.000 Zeichen erzählt werden. Es fühlt sich nicht wirklich auf den Punkt an. Benutzt du irgendeine Akt-Struktur oder ähnliches?

„Tut mir leid, nur wenige haben es geschafft“, flüsterte Goona einfühlsam, als hätte er ihre Gedanken gelesen

War kurz überrascht, weil der Name weiblich klingt und es ja auch die Eule ist. Aber natürlich kann die auch männlich sein. Die Erklärung ist aber eigentlich überflüssig, oder? Sie sieht es doch gerade.

„Du wirst es noch erkennen
Wollte dir dein Leben zeigen, bevor du dich entscheidest. Werde es erklären,

irgendwie wechselt die Eule dann in so einen geheimnisvollen Sprachduktus. Ich würde das dann auch von Anfang an und nach Prinzip so machen. Also etwa, dass Goona bestimmte Satzbestandteile nicht verwendet. So wirkt es, als hättest du dich da beim Schreiben nochmal umentschieden.

„Geena?“, fragte Valerie. „Ist nicht euer ernst, heißt ihr alle so? Gibt auch Giina und … Gaana?“, wollte sie mit einem beginnenden Lachen wissen.
Goona und Geena sahen sich an und sagten dann zeitgleich: „Möchten nicht darüber sprechen!“

Konnte nicht eindeutig sagen, ob das jetzt ein Witz ist oder das nochmal eine Relevanz hat (hatte es nicht). Ich weiß nicht. Würde ich rausnehmen.

„Bist eine der Wenigen, die sich bewusst entscheiden kann“, erklärte Goona leise.

da würde ich gerne mehr drüber wissen. Wer sind die anderen? Und was passiert dann? Außerdem: Was transportiert das? Der letzte Satz klingt ja sogar nach einem Selbstmordversuch (den ich im Text sonst aber nirgends gelesen habe). Da würde die Geschichte für mich mehr Sinn ergeben. Weil es dann um die Entscheidung ginge für oder gegen das Leben, die der Einzelne für sich selbst treffen muss. Dann bräuchte es aber auch Marc für mich nicht. Also es sei denn, ich habe die Geschichte einfach falsch verstanden und sie hat wirklich einen Selbstmordversuch unternommen und durchlebt daraufhin den Verlust Marcs im Freizeitpark noch einmal. Überhaupt würde ich da das Groteske am Tod im Freizeitpark (Unendlicher Spaß) noch mehr herausstellen.

deine Seele kann nicht sterben.

Es gibt ja von Simone de Beauvoir den Roman Alle Menschen sind sterblich (wenn ich das nicht gerade verwechsle). Da gibt es einen Mann, der nicht sterben kann und so durch die Jahrhunderte geht. Da geht es um die Qual der sich immer wiederholenden Geschichte. Aber worum geht es hier?

„Da bin ich wieder. Und diesmal bleibe ich.“

Das meinte ich. Das hörte sich für mich nach Selbstmordversuch an. Weil sie kann ja nicht entscheiden, ob ihr nochmal so etwas passiert. Okay, sie vermutet, dass sie unsterblich ist. Aber nach der Theorie der Eule war ihre Seele ja sozusagen niemals wirklich weg, konnte ja gar nicht weg sein. Warum also 'diesmal bleibe ich', als wäre sie schon einmal weg gewesen?

Nimm dir von den Anmerkungen, was du brauchen kannst.
Lieben Gruß
Carlo
 
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Hi @Carlo Zwei ,

danke fürs Lesen und Kommentieren, gerade auch wenn dir der Inhalt nicht so zugesagt hat!

... eine Nahtoderfahrung. Ich grübel gerade über die Tags. Wahrscheinlich passt das mit dem Märchen schon. Überzeugt hat mich die Geschichte leider nicht. Ich lese die Reaktionen deiner Protagonistin, aber fühle dabei kaum etwas. Die Märchenelemente kann ich oft nicht nachvollziehen, weil ich nicht verstehe, wo sie hinführen.
Ja, es ist als Nahtoderfahrung gedacht, die ich jedoch nicht als düstere Geschichte schreiben wollte. Sie findet also in Valeries bunter Gedankenwelt statt.
Bei dem oben fett markierten Satz bin ich mir nicht ganz sicher, was du meinst. Sie sieht (in dem See) nochmal ihr bisheriges Leben, außerdem erfährt sie von einem anderen Ort, abseits des irdischen Lebens. Ich hätte es auch in einem anderen Stil schreiben können und kürzer, habe mich aber halt für das Märchenhafte entschieden.

oder träumte sie (?)
ist korrigiert

Der Text hat wirklich enorme Längen. Ich finde das könnte auch auf 5.000 statt 15.000 Zeichen erzählt werden. Es fühlt sich nicht wirklich auf den Punkt an. Benutzt du irgendeine Akt-Struktur oder ähnliches?
Nein, ich habe bisher alle Texte in Word geschrieben, also ohne irgendein Hilfsprogramm, falls du das meintest.
Na ja, "enorme" Längen ... so lang finde ich die Geschichte eigentlich nicht. Neben den "unbedingt notwendigen" Inhalten sollte auch die Märchen-/ Gedankenwelt von Valerie unterhaltsam sein und eigentlich sind es ja nur zwei ausführlichere Szenen, am See und in der Kuppel. Ich hatte hierbei die Hoffnung, dass das ein oder andere schöne Bild beim Leser entsteht, m.E. macht ein Märchen auch so etwas aus. Unbedingt notwendig ist es nicht, das stimmt schon, aber ich lasse es erstmal so.

... irgendwie wechselt die Eule dann in so einen geheimnisvollen Sprachduktus. Ich würde das dann auch von Anfang an und nach Prinzip so machen. Also etwa, dass Goona bestimmte Satzbestandteile nicht verwendet. So wirkt es, als hättest du dich da beim Schreiben nochmal umentschieden.
Ja, da werde ich nochmal drüber nachdenken. Ich dachte, ich lasse die Eule ein wenig ernsthafter werden, je näher Valerie an ihre Entscheidung herangeführt wird. So ganz einheitlich ist es dadurch nicht, das stimmt schon.

„Geena?“, fragte Valerie. „Ist nicht euer ernst, heißt ihr alle so? Gibt auch Giina und … Gaana?“, wollte sie mit einem beginnenden Lachen wissen.
Goona und Geena sahen sich an und sagten dann zeitgleich: „Möchten nicht darüber sprechen!“

Konnte nicht eindeutig sagen, ob das jetzt ein Witz ist oder das nochmal eine Relevanz hat (hatte es nicht). Ich weiß nicht. Würde ich rausnehmen.
Ja, es war als Witz gedacht und sollte auch Valeries grundsätzlich fröhliche Seite zeigen. Sie denkt dabei halt auch an das Land Ghana und muss spontan lachen, auch über die einfache Namensgebung in dieser seltsamen Welt.

„Bist eine der Wenigen, die sich bewusst entscheiden kann“, erklärte Goona leise.
da würde ich gerne mehr drüber wissen. Wer sind die anderen? Und was passiert dann? Außerdem: Was transportiert das? Der letzte Satz klingt ja sogar nach einem Selbstmordversuch (den ich im Text sonst aber nirgends gelesen habe).
Interessante Idee, aber an einen Selbstmordversuch hatte ich hierbei nicht gedacht. Es sollte tatsächlich nur die Folge des Achterbahnunfalls sein. Mit "die anderen" meinte ich Verletzte, die im Prinzip das gleiche "erleben" wie Valerie: Sie sind schwer verletzt, an der Grenze zwischen Leben und Tod, ihr Körper kann aber gerettet werden. Nun können sie entscheiden, ob sie ins irdische Leben zurückkehren oder nicht. Daher auch die Szene am See, das hört man ja schon mal von Ertrinkenden: Ihr ganzes Leben läuft nochmal in ihren Gedanken ab, ich habe es nur etwas anders und ausführlicher beschrieben.
Ich habe den o.g. Satz noch ein wenig ergänzt, vielleicht wird es so etwas deutlicher.

Es gibt ja von Simone de Beauvoir den Roman Alle Menschen sind sterblich (wenn ich das nicht gerade verwechsle). Da gibt es einen Mann, der nicht sterben kann und so durch die Jahrhunderte geht. Da geht es um die Qual der sich immer wiederholenden Geschichte. Aber worum geht es hier?
Eine tiefgründige Antwort hierzu habe ich nicht, für mich ist jedoch die Szene am wichtigsten, als Valerie in dem See ihr bisheriges Leben sieht. Und in diesem Moment erkennt, wie schön ihr Leben bisher ist und dass sie es doch eher als selbstverständlich genommen hat. Nun wird ihr klar, dass es das nicht ist, dass es auch sehr schnell vorbei sein kann, und deswegen am Ende auch in dieses Leben zurückkehrt, es weiterleben möchte.

Warum also 'diesmal bleibe ich', als wäre sie schon einmal weg gewesen?
Ja ... mit dem Schlusssatz bin ich auch noch nicht ganz glücklich. Ich habe ihn mehrfach überarbeitet, bevor ich die Geschichte hier eingestellt habe, aber auch hier werde ich nochmal schauen, ob ich etwas Besseres finde.

Also vielen Dank für deine Anregungen!

Viele Grüße,
Rob
 
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Moin, moin @Rob F ,

wow, wenn ich mir Dein Schreibtempo so anschaue, dann wirst Du es weit bringen, denn man lernt ja wohl bei jeder Geschichte etwas dazu. Ich hab mir beim zweiten Lesen ein paar Zitate rausgezogen und versuche Dir daran mal meinen Leseeindruck zu verdeutlichen.
Die Idee an sich, man könne bewusst wählen und würde sich zwischen einem bekannten und einem unbekannten "Leben" entscheiden finde ich ganz charmant, nur so ganz ist es für mich in Deiner Konstellation nicht nachvollziehbar. Mal schauen, ob ich Dir meinen Eindruck verständlich machen kann ...

Zwei Welten
da Du Märchen getagtet hast, war ich in meiner Erwartung Richtung Jule Verne oder Alice im Wunderland, passt ja irgendwie sogar

Etwas war passiert. Sie schwebte durch die Finsternis, nur weit entfernt war ein Lichtpunkt zu erkennen.
Wenn ich es richtig sehe, will Du mich neugierig machen, direkt reinschubsen und ich soll gespannt fragen, was ist da los? Aber ich kenne nichts, weder Deine Prots noch irgendeine Ausgangssituation - also ist meine Reaktion eher so ein "echt jetzt, da passiert was?"

Die Bäume um sie herum hatten blaue Blätter, auf ihnen saßen Vögel in allen erdenklichen Farben und sangen fröhliche Lieder.
Ich glaube, beim zitieren sind mir viele solche Stellen aufgefallen, ich werde die späteren aber löschen. Es ist nur mein subjektiver Eindruck, aber Deine Beschreibungen erinnern mich an einen Schulaufsatz. He, Du hast Dir da eine völlig andere Welt ausgedacht, es ist fantastisch und Du kommst mir mit solch schwachen Verben wie "saßen" und "sangen fröhliche Lieder" - Altersheim, gähn! Okay, das war jetzt überspitzt und gemein, aber verstehst Du was ich meine? Zeige mir Deine Welt, lass sie leuchten, glitzern oder auch unheimlich blitzen.

Sie fühlte sich leicht und unbeschwert, als hätte die Schwerkraft etwas nachgelassen.
Relativierungen schwächen immer

„Nicht so schreien, bitte. Ist nicht hier.“
Die tiefe Stimme kam vom Beginn eines Weges, der von der Lichtung in den Wald führte.
„Goona. Werde dir den Weg zeigen. Zuerst hier lang, dann dort entlang …“ Die Eule gähnte. „Folge erst mal diesem Weg, während ich noch etwas schlafe. Auf später!“
Ha! Jetzt bin ich dabei! Wo kommt das her, und warum spricht es so komisch. Gut gemacht!

Oder war das gar nicht passiert? Hatte sie einen Blackout oder träumte sie?
Brauchst Du diese Innensicht wirklich? Wäre es nicht sonniger, die Zweifel zu zeigen, für mich akzeptiert sie diese andere Welt viel zu einfach, spielt einfach mit ...

Die Natur links und rechts des Weges beruhigte sie.
Warum beruhigt sie das, es ist alles Blau? Unbekannt? He, die ist sechszehn, da sollte sie ja schon denken können ...

Nach einigen Minuten saß ein gelber Papagei auf einem Ast, mit einigen roten Federn.
Gähn ... (sorry, Rob, aber ich bin mir sicher, das kriegst Du besser hin)

aber die Eule löste sich wieder in blauen Dunst auf, kurz bevor sie sie berühren konnte.
die Ansätze sind doch da!

„Na toll!“, murmelte Valerie, sie wunderte hier gar nichts mehr.
tut sie ja die ganze Zeit schon nicht

Etwas stieg aus dem Wasser empor, wie eine Luftblase. Es erreichte die Oberfläche und begann sich auszubreiten, eine silberne Flüssigkeit. Sie formte einen Kreis, seltsamerweise spiegelte sich darin nichts. Farben erschienen und begannen etwas zu formen. Nach wenigen Sekunden erkannte sie ihre Eltern und sich selbst, als kleines Kind. Die ersten Gehversuche, ihre Eltern lachten. Das Bild veränderte sich, sie war vielleicht vier oder fünf und versteckte sich hinter der Tür zum Wohnzimmer. Ihr Vater kam herein, nichtsahnend, als sie ihm einen kleinen Ball an den Hintern warf. Er erschreckte sich so sehr, dass er einen Satz nach vorne machte und auf die Couch fiel.
Das finde ich gut, da kriege ich ein Bild, was wirklich anders ist, ich fange an neugierig zu werden .

„Sieh es dir an“, meinte Goona neben ihr.
Valerie blickte zu ihm, er hatte einen traurigen Blick
Carlo Zwei hat es schon gesagt, nur als HInweis, das es mich auch verwirrt. Richtig ist es ja generell, aber Endung auf "A" ist halt in vielen Kulturen weiblich belegt.

Sie kehrte aus ihrer Erinnerung zurück und sah wieder zum See.
hier habe ich gestockt, es sind beides Erinnerungen, vielleicht anders unterscheiden?

Valerie weinte noch stärker
"Stärker" empfinde ich hier als unschön, es ist ja keine Kraftanstrengung gemeint - heftiger, beschreibe es, lass es mich sehen ...

Alles wirkte so friedlich, aber wo war sie hier? War sie gestorben? Oder nur bewusstlos und träume? Welche Entscheidung sollte sie treffen?
Wenn Du es mir als Leserin so direkt hinhalten muss, hat die Geschichte noch Luft nach oben.

Im Inneren der Kuppel war wenig zu erkennen, nur durch das Tageslicht, das durch den Eingang schien.
Der Satz liest sich schief. Das Tageslicht hat Schuld, dass so wenig zu erkennen ist?

„Bist eine der Wenigen, die sich bewusst entscheiden kann“, erklärte Goona leise. „Es wird Zeit.“
bis sich ein Ausgang öffnete, diesmal auf der anderen Seite
Sie soll sich entscheiden und dabei öffnet sich nur eine Tür. Später wird das klar, aber hier war ich verwirrt.

Ihre und Marcs Lieblingsfarben, ihr helles Orange und sein etwas dunkleres Blau. Es war ihr Ort.
Und ich kriege immer vorgehalten, das ich heile Welt schreibe ... Sorry, aber das ist für mich schon hart an der Kitschgrenze. Warum brauchst du das, gib mir doch lieber eine Erinnerung an ihre Beziehung zu Marc, etwas, wo ich auch mitfühlen kann.

„Du wählst deine Daseinsform, deine Seele kann nicht sterben. Muss nun gehen, Valerie. Tut mir leid, aber wir werden uns wieder sehen.“
Ich denke, da kommen wir immer wieder alle hin, warum ist Goona dann nicht wieder da?

„Nein, warte! Ich weiß doch nicht, was …“
Hallo! Die ist sechszehn und sieht ihre leidenden Eltern und weiß nicht, wie sie sich entscheiden soll? Okay, ich bin wahrscheinlich ein Landei und anders als andere, aber das kaufe ich nicht - für mich würde sich ein junges Mädchen in der Situation immer fürs Leben entscheiden, immer! Ist aber subjektiv, klar. Nur hast Du mir hier auch kein Argument für eine andere Entscheidung gezeigt.

sie versteckte sie schnell unter der Decke
warum?

Er ging auf die andere Seite des Bettes und hielt seine Wange ebenfalls an ihre. An seinem Zittern merkte sie, dass auch er weinte.
So verharrten sie, bis Valerie flüsterte: „Da bin ich wieder. Und diesmal bleibe ich.“
okay, ich bin raus! Sorry, Rob, ich weiß, Geschichten sind kein Wunschkonzert, aber das ist mir zu ... - heil ist der netteste Begriff. Vielleicht habe ich ja auch irgendwas einfach falsch interpretiert. Ich behalte die Geschichte auf alle Fälle im Auge, mal schauen, was andere sagen und Du noch daraus machst. Sorry, das es nicht so ganz positiv ausgefallen ist, aber das kann sich ja ändern.

Beste Wünsche
witch
 
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09.12.2019
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Hi @Lenz Harjesd ,

danke für deine Zeit und den Kommentar!

Einen Logikfehler meine ich entdeckt zu haben:
...
Die ersten beiden Sätze deuten auf eine Wiedergeburt nach längerem oder kürzerem Verweilen in der Zweiten Welt hin. Wie lange wird Marc dort bleiben? Warum ist sie sicher, Marc wiederzusehen? Er könnte ja schon in einem weiteren irdischen Leben sein, wenn sie dann wieder kommt. Wie lange könnte sie dort bleiben, wenn sie sich entschiede nicht zurückzukehren?
Ja, es ist nicht ganz schlüssig, wenn Valerie es auf ein Wiedertreffen in der zweiten Welt bezieht, als "Energiewesen". Ich habe daher den abschließenden Satz an Marc etwas verlängert, so dass nun deutlich wird: Valerie geht von einem Wiedersehen irgendwann aus, vielleicht in einer fernen Zukunft, das Leben ist ja nun aus ihrer Sicht ein ewiger Kreislauf:
„Wir werden uns wiedersehen, Marc“, flüsterte sie. "Irgendwann, in einem anderen Leben."

Sprachlich besser fände ich:
„Wenn die Menschen das wüssten, niemand hätte mehr Angst vor dem Tod.“
Ja, das klingt besser, habe es übernommen.

Danke fürs Feedback und noch viel Spaß hier!
Rob


Hi @greenwitch ,

danke für die ausführliche Kritik! Ich antworte mal allgemein:

Ich habe durch deine Anmerkungen und Vorschläge schon einige Sätze angepasst.

Inhaltlich geht es dir ja hauptsächlich darum, dass die Geschichte zu sehr "heile Welt" ist. Auf alle meine vorherigen Geschichten trifft das glaube ich nicht zu, aber hierbei kann ich dir nur recht geben. Es war halt auch gedacht als eine heitere, nicht so komplizierte Märchengeschichte, die ein positives Ende hat. Dazu muss ich ergänzen, dass ich auch als Leser kaum "Märchenerfahrung" habe, ich habe es also laienhaft so geschrieben, wie ich mir eine solche Geschichte vorstelle.

Ich werde auch in den nächsten Tagen noch ein wenig dran werkeln, habe aber grundsätzlich nicht vor, den "Grundton" der Geschichte zu ändern.

Und zum Ende des Geschichte: Ja, besonders überraschend und innovativ ist es nicht. Da finde ich hierbei schwierig, da im Prinzip ja klar ist, wie Valerie sich entscheiden wird. Ich wollte es am Ende zumindest noch etwas spannend machen, dadurch dass sie sich auch von der anderen Welt und der dort gefühlten Ruhe und Harmonie angezogen fühlt, aber das wird wohl keinen nennenswerten Unterschied machen.

Und ich kriege immer vorgehalten, das ich heile Welt schreibe ...
Nicht von mir ;)

Sorry, das es nicht so ganz positiv ausgefallen ist,
Keine Entschuldigung für eine ehrliche Kritik! ;) Alles gut, danke für deine Zeit!

Viele Grüße!
Rob
 
Mitglied
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19.05.2006
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466
Hallo Rob F!

Ich fand deine märchenhafte Geschichte gar nicht schlecht, auch wenn ihr ein sanftes Lektorat wohl täte. ;) Natürlich ist dieses Thema schon etwas ausgelutscht, aber du hast es dennoch ganz gut hingekriegt. Ich empfand keine Längen, wohl kann man da oder dort kürzen, muss aber nicht. Und ja, natürlich wusste ich sofort, wohin dein Text führt. Was mich aber nicht groß störte. Es ist ja kein Krimi.
Sprachlich gibt es Unstimmigkeiten, die aber leicht zu korrigieren sind. Einige, nicht alle davon, habe ich unterhalb angeführt und Vorschläge gemacht. Nimm, was du brauchbar findest.

Etwas war passiert.
(Weglassen)

Sie schwebte durch die Finsternis, nur weit entfernt war ein Lichtpunkt zu erkennen.
In absoluter Dunkelheit kann man nicht erkennen, wie weit ein Lichtpunkt entfernt ist. Besser: Nur ein schwacher Lichtpunkt war zu erkennen.

Der Lichtpunkt kam näher, bald würde sie ihn erreichen.
Vorschlag: Der Lichtpunkt wurde größer, es schien, als käme er näher.

Wo sonst gab es sprechende und verschwindende Eulen, wie auch immer dieser Trick funktionierte.
Vorschlag: Wo sonst gab es sprechende Eulen, die sich in blauen Dunst auflösten.

Hatte Marc etwas arrangiert(,) zu ihrem heutigen Geburtstag?
Komma

Aber dann dachte sie an die letzten Momente in der Achterbahn, die Schreie, der Fall in die Tiefe.
... den Fall in die Tiefe.

Nach einigen Minuten erschien ein gelber Papagei wie aus dem Nichts auf einem Ast.

Auch der Papagei sah sie zuerst einen Moment an, als überlegte er, antwortete dann aber dennoch wieder
seinen Satz. dasselbe.


Sie verschränkte die Arme:
und erwiderte: „Ich gehe nirgendwohin, wenn du mir nicht meine Fragen beantwortest!“

Kein Wind wehte, das Zwitschern der Vögel war auch hier deutlich zu hören.


Das ist ein gutes Beispiel für unnötig substantivierte Verben. Ein Verb ist immer dann am stärksten, wenn es als Verb eingesetzt wird.
Vorschlag: Kein Wind wehte, nur die Vögel zwitscherten.


Der orangene Himmel war zu sehen, die Vögel, die über sie hinweg flogen.

orangefarbene, nicht orangene. Anbei: es gibt auch keine rosanen sondern nur rosafarbene.
Vorschlag: Am orangefarbenen Himmel flogen Vögel über sie hinweg.


Die schulterlangen(,) braunen Haare fielen ihr ins Gesicht, sie hielt sie mit der rechten Hand zurück.
Komma

Es erreichte die Oberfläche und begann sich auszubreiten, eine silberne Flüssigkeit.

Es erreichte die Oberfläche und begann(,) sich als silberne Flüssigkeit auszubreiten.

Sie formte einen Kreis, seltsamerweise spiegelte sich darin nichts. Farben erschienen und begannen etwas zu formen.

Sie bildete einen Kreis, ...

So ging es weiter, Erinnerungen aus der Kindheit und beginnend(er) Jugend.

Ihr wurde bewusst, was für ein schönes und sorgenfreies Leben sie bisher hatte, vor allem Dank ihrer Eltern.

... bisher gehabt hatte ...

„Wollte dir dein Leben zeigen, bevor du dich entscheidest. Werde es erklären, aber (jetzt) noch nicht.

Als Kind hatte sie sich immer vorgestellt, dass es
eigentlich kleine, fliegende Feen waren.
Eigentlich und wirklich sind überflüssige Füllwörter. Weglassen!

Direkt zu Beginn
stand wieder ein Holzschild, diesmal mit der Aufschrift „Nexus“.
Wo ist der Beginn einer Lichtung?

Blauer und gelber Dunst zogen links und rechts an ihren Schultern vorbei.

Neben dem Torbogen manifestierten sich Goona und der Papagei.

"materialisieren" hätte mir besser gefallen.

„Geena?“, fragte Valerie. „Ist nicht euer Ernst, heißt ihr alle so?

Gibt
es auch Giina und … Gaana?“, wollte sie mit einem beginnenden Lachen wissen.

Vorschlag: Valerie lachte. "Gibt es auch Giina und ... Gaana?"

Goona und Geena sahen sich an und sagten dann zeitgleich: „(Wir) Möchten nicht darüber sprechen!“

Valerie konnte nicht mehr anders(,) als laut zu lachen.

Komma

Die beiden Vögel sahen sie geduldig und ein wenig pikiert an, bis sie sich einigermaßen beruhigt hatte.

Wie schaut ein Vogel pikiert? Er hat doch keinerlei Mimik.

Goonas Stimme erklang, obwohl sie ihn nicht sehen konnte: „Du siehst den Ort, an den wir immer wieder zurückkehren. Nach und vor jedem irdischen Leben.

Unsere Energie geht niemals verloren.


Da würde mir Seele besser gefallen. Denn Energie hat kein Bewusstsein. Und genau darum geht es in deiner Story.

Ein blaues Energiewesen verharrte regungslos und schien näher zu kommen, wurde etwas größer.
Was ist ein Energiewesen? Warum nicht deutlicher? Und entweder verharrt es regungslos oder es kommt näher. Was also?
Vorschlag: Ein blaues Wesen, das aus reiner Energie zu bestehen schien, verharrte regungslos. Plötzlich kam es näher und wurde größer.


„Alles wirkt so friedlich“, sagte sie. mehr zu sich selbst. „Wenn die Menschen das wüssten, niemand hätte mehr Angst vor dem Tod.“

Er flog weiter zu dem rechten Oval, berührte
auch es und landete direkt daneben.
... berührte es und landete direkt ...

Valerie ging dorthin, gespannt, was sie dort sehen würde.

Ihre Mutter war zu ihr gegangen und gab ihr einen Kuss auf die Wange, bevor sie wieder zum Fenster ging.

ging/gegangen, in einem Satz.
Besser: Ihre Mutter kam ans Bett und gab ihr einen ...


Nachdem sie hinüber gegangen und einige Minuten vor der Fläche mit den Energiewesen gestanden hatte, wurde wieder ein blaues dieser Geschöpfe größer und schien ihr näherzukommen.

Umbauen: Nachdem sie einige Minuten vor der Fläche mit den Energiewesen gestanden hatte, wurde eines dieser blauen Geschöpfe größer und schien ihr näher zu kommen.

Trotz aller Fremdartigkeit wurde sie von diesem fremden Ort angezogen. (Von) seiner Harmonie und Friedlichkeit, als könnte ihr dort kein Leid geschehen.

Und Marc war dort, wie auch immer sie
dort kommunizieren konnten.
miteinander

Sie streckte die Hand aus, das blaue Wesen kam noch näher und plötzlich war es, als würde sie mit ihm in Gedanken sprechen können. Sie lächelte und kannte ihre Entscheidung. „Wir werden uns wiedersehen, Marc“, flüsterte sie. "Irgendwann, in einem anderen Leben."

Besser: ... sie nannte ihre Entscheidung.

Sie blickte nach rechts, zu ihrem Vater, der weiterhin auf dem Stuhl schlief.

Sie musste den Blick gespürt haben, denn sie drehte sich um
(und ging zu ihr).

Das Schluchzen weckte ihren Vater. „Was … “, stammelte er und begriff (erst) nach einigen Sekunden, was geschehen war.

Nettes, literarisch weitgehend anspruchsloses Geschichtchen, das mich dennoch unterhalten hat. Du hast jedenfalls erzählerisches Talent, was das Wichtigste für einen Autor ist, auch wenn es noch Arbeit braucht, um es zum Glänzen zu bringen. Weiterschreiben, weiterkommentieren, weiterlesen.

Netten Gruß,
Manuela :)

P.S. Vielleicht entdecke ich ja auch noch, wie man hier Textstellen zitiert. War wohl schon zu lange nicht mehr aktiv. - Lol.
 
Mitglied
Beitritt
09.12.2019
Beiträge
358
Hallo @Manuela K. ,

danke für deinen Kommentar und die vielen Formulierungsvorschläge!
Ich habe hierdurch nochmal einiges angepasst, liest sich jetzt auf jeden Fall besser!

Nettes, literarisch weitgehend anspruchsloses Geschichtchen, das mich dennoch unterhalten hat. Du hast jedenfalls erzählerisches Talent, was das Wichtigste für einen Autor ist, auch wenn es noch Arbeit braucht, um es zum Glänzen zu bringen. Weiterschreiben, weiterkommentieren, weiterlesen.
Danke für das ermunternde Feedback, werde mich weiterhin bemühen!

P.S. Vielleicht entdecke ich ja auch noch, wie man hier Textstellen zitiert. War wohl schon zu lange nicht mehr aktiv.
Wenn du angemeldet bist und einen Teil in der Geschichte markierst, erscheint ein kleines Fenster und du wählst "+ Zitieren" aus. Dann positionierst du den Cursor an die gewünschte Stelle im Kommentar-Eingabefenster und klickst unter dem Eingabefenster auf "Zitate einfügen..."
Schon ist die zitierte Stelle da :)

Viele Grüße!
Rob
 
Mitglied
Beitritt
01.01.2015
Beiträge
568
@Manuela K. (Sorry fürs reingrätschen - vielleicht hilft der Tipp aber auch noch)
Das Stückchen Text markieren (wie richtig beschrieben ) und nur zitieren sagen - dann sammelt das schlaue Programm die Zitate alle. Am Ende gehst du dann in Dein Antwortsfeld und sagst Zitate einfügen
Danach kannst du dich ganz entspannt zu jedem Punkt/Zitat äußern
Schönen Abend ihr beide
Witch
 

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