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Fremder

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02.03.2004
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Fremder

Die Nägel an ihrer linken Hand waren praktisch nicht mehr vorhanden - sie hatte schon immer nur an der linken gekaut. Keine Ahnung, warum. Als sie acht Jahre alt gewesen war, war ihr immer auf die Hand geschlagen worden, wenn die Finger unterbewusst zwischen die Zähne gewandert waren. Und diese unappetitliche Angewohntheit, die Unbehagen und Nervosität zum Ausdruck brachte, hatte sie sich bis heute nicht abgewöhnen können.
Sie saß kerzengerade im Zugabteil und starrte auf die heruntergekommenen Gebäude, die das Industriegebiet der nun folgenden Stadt bildeten. Obwohl sie erst Anfang zwanzig war, wirkte sie durch ihr Auftreten um einiges älter: die Haare waren zu einem strengen Knoten im Nacken gebunden, auf der Nase saß eine zweifellos stilvolle Brille ohne Rand und ihr schlanker Körper (sie achtete sehr auf gesunde Ernährung) war in ein geschmackvolles, bestimmt nicht preiswertes, Kostüm gekleidet.
Das genaue Gegenteil schien die ihr gegenübersitzende Frau zu sein. Sabine, 31 (wie sich nach zehn Minuten schweigender Fahrt herausgestellt hatte), hatte gerade eine grauenvolle Trennung mit dem neun Jahre älteren und bereits zwei Mal geschiedenen Peter hinter sich, der ganz im Gegensat zu Sabine, keine Kinder mehr wollte, da er schon jeweils zwei aus jeder Ehe hatte. Sie versuchte gerade 10kg abzuspecken, um wie Lisa aus der Marketingabteilung, mehr Eindruck in der Firma zu hinterlassen...
Gut erzogen, wie sie war, lächelte sie höflich, jedoch verhalten, zeigte die notwendige Anteilnahme, blieb dabei aber sehr reserviert und sehnte sich nach Ruhe und Einsamkeit, um ihre Gedanken zu ordnen.
Diese hatte sie nun gefunden, da Sabine, 31, in den Speisewagen gegangen war, um "Frustessen" zu betreiben. Sie war höchst verwirrt, dass sie sich jetzt auf dem Weg nach München befand, verwirrt und mit Sicherheit auch ängstlich. Was, oder vielmehr wer würde sie erwarten? Wie sollte sie sich ihm gegenüber verhalten? Er war ein vollkommen Fremder für sie. Sie musste zugeben, dass sie erleichtert war, als sie aussteigen musste, bevor Sabine, 31, fertig geschlemmt hatte.
Sie nahm ihre Handtasche und stieg aus. Sie brauchte keinen Stadtplan, um das Café "La Senorita" wiederzufinden. Ein Mann, Ende vierzig, stand ebenso kerzengerade wie sie vor dem Café. "Hallo" - "GutenTag". Sie blieb reserviert. Vorsichtig umarmte er sie. "Hattest du eine angenehme Fahrt? Wie geht es dir?" - "Ja. Danke, gut."
Sie setzten sich und bestellten zwei Kaffee. Nach dem Austausch gewöhnlicher Floskeln war ihr Vorrat an Gesprächsstoff auch schon erschöpft. Zunehmend nervöser starrte sie auf ihren Kaffee, er in die Luft. "Nun, das Haus steht noch?", fragte sie. "Jaja, gerade noch so.", folgte. Und in der nun peinlichen Stille besiegte ihr unterbewusstes Verlangen ihren wohlerzogenen Verstand und sie begann, an ihren Nägeln zu kauen. Er schlug ihr auf die Hand. "Hör auf, das hast du als Achtjährige schon immer getan. Das tut man nicht!" "Entschuldige bitte, Vater." Und ihre Hand glitt zurück in ihren Schoß.

 

hi lynn

hey lynn!
ich schreib als erste...JAP!
erst mal ein paar kleine fehlerchen:

Die Nägel an ihrer linken Hand waren praktisch nicht mehr vorhanden - sie hatte schon immer nur an der Linken gekaut.

müsste hier "linke" nich klein geschrieben werden, weils sich auf "hand " bezieht :confused:

Das genaue Gegenteil schien die ihr gegenübersitzende Frau zu sein.

Sabine, 31 (wie sich nach zehn Minuten schweigender Fahrt herausgestellt hatte), hatte gerade eine grauenvolle Trennung mit dem neun Jahre älteren und bereits zwei Mal geschiedenen Peter hinter sich, der ganz im Gegensat zu Sabine, keine Kinder mehr wollte, er schon jeweils zwei aus jeder Ehe besaß.

Sie versuchte gerade 10kg abzuspecken, um wie Lisa aus der Marketingabteilung mehr Eindruck in der Firma zu hinterlassen...

Gut erzogen, wie sie war, lächelte sie höflich, jedoch verhalten, zeigte die notwendige Anteilnahme, blieb dabei aber sehr reserviert und sehnte sich nach Ruhe und Einsamkeit, um ihre Gedanken zu ordnen

Was, oder vielmehr wer würde sie erwarten?

Ein Mann, Ende vierzig, stand ebenso kerzengerade wie sie vor dem Café.

Und in der nun peinlichen Stille besiegte ihr unterbewusstes Verlangen, ihren wohlerzogenen Verstand und sie begann an ihren Nägeln zu kauen.

So..das sind die Fehler( oder auch "nicht-fehler") die ich gefunden hab :D

eine keinigkeit, die ich persönlich nicht so sehr mag sind klammern...aber das ist geschmacksache denke ich!

Ich finde schön ,wie du kleine Details und Eigenarten der Prot beschreibst, und
damit ermöglichst, dass ich sie mir sehr gut vorstellen kann!

Deine Pointe finde ich auch gelungen, da ich bis zum Ende keine Ahnung hatte, wen sie treffn würde :thumbsup:

ansonsten kann ich nur sagen, dass ich deinen stil mag!

liebe grüße
frotte

 

nochmal ich

ach, was ich noch sagen wollte:
natürlich ist die geschichte nicht umwerfend spannend oder so und deshalb hätte ich es schön gfunden, wenn du noch ein bisschen mehr details reinbringst, oder uns etwas mehr über die prot erfahren lässt :)

ansonsten: hübsche gschichte :shy:

liebe grüße
frotte

 

huhu frotte!!!

danke für die kritik, hab gleich ma des Grammatikzeugs geändert (wobei wir zwei immer noch net wissen, ob des jetz so stimmt, oder *g*? un sowas is aufm Gymnasium :) ! )
hab mir schon gedacht, dass die Geschichte drumrum vielleicht zu viel ist und man dann im Endeffekt wenig über die Prot erfährt!!
naja in diesem Sinne

liebe grüße

linda

 

hi jo!

danke auch an dich für die Kritik, die absolut berechtigt ist. zumindest ist mir selbst auch beim schreiben aufgefallen, wie verwirrend manche Passagen sind. nur wusst ich halt net, wie ich des ändern sollte, da die Prot keinen Namen hat...un man verstehts ja dann "zur Not" doch.
muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich von der Geschichte selbst nicht so überzeugt bin - hatte in einem Zeitungsausschnitt etwas von einem Literaturwettbewerb gelesen, dessen Thema "dem Fremden begegnen" ist und hab mir halt "zwanghaft" Gedanken gemacht, wie ich das Thema umsetzen könnte. Und so war ich beim schreiben wohl auch nicht "mit Herz&Seele" dabei ;) ,wenn du verstehst, was ich meine.

werd mir Mühe geben, um neuen (besseren) Lesestoff zu produzieren :)

tschüss

linda

 

Hallo lynn,
erstmal der Kleinkram: ;)

die Haare waren zu einem stregend Knoten im Nacken gebunden
strengen
wie sich nach zehn Minuten schweigender Fahrt herausgestellt hatte
die Fahrt schweigt nicht, die Frauen tun es
geschiedenen Peter hinter sich, der ganz im Gegensat zu Sabine, keine Kinder mehr wollte
Gegensatz
zu Sabine, keine Kinder mehr wollte, er schon jeweils zwei aus jeder Ehe besaß
vor dem er fehlt ein "da" nehme ich an. Das besaß stört mich ein wenig. Kinder sind doch kein Besitz. ein "hat" reicht hier vollkommen.
gerade 10kg abzuspecken, um, wie Lisa aus der Marketingabteilung
ich glaube, das kannst Du ruhig weglassen.
Diese hatte sie nun gefunden, da Sabine, 31, in den Speisewagen - war, als sie aussteigen musste, bevor Sabine, 31, fertig geschlemmert hatte
Das erfährt man schon beim ersten Mal, ein zweites und drittes Mal ist nicht nötig. Geschlemmert kling seltsam - geschlemmt wäre schöner.
Zunehmend nervöser starrte sie auf ihren Kaffe,
Kaffee
Er schlug ihr auf die Hand. "Hör auf, das hast du als acht Jährige schon immer
Achtjährige, glaube ich zumindest :Pfeif:

Vielleicht findest Du noch die Zeit, das Ganze etwas zu überarbeiten. Irgendwie fehlt mir da etwas, dass den Schluß besser unterstützen würde. Stellenweise war ich sehr verwirrt, ob es sich nun um die Prot oder Sabine handelt. :confused:
Deine Geschichte basiert auf einer interessanten Grundidee. Auch Deine Art zu schreiben finde ich schön. Ich meine die Satzgestaltung und die Wortwahl.

Fazit: Nach einer kleinen Sanierung bestimmt eine lesenswerte Geschichte. :)

Liebe Grüße, die Kürbiselfe Susie

 

Liebe Kürbiselfe!

vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast! Hab den KLEINKRAM ;) auch schon geändert...mit der "schweigenden Fahrt" muss ich mir noch was überlegen. Wer mich nochmal demnächst genauer an die geschichte ransetzen, hab jetz nur keine Lust mehr :)
das mit dem "Sabine, 31" hatte ich eigentlich mit absicht gemacht, weil die Information sowohl für die Prot, als auch für den Leser total unwichtig ist, Sabine dies aber trotzdem unnötigerweise gleich erzählt hat...und ich dachte mir, dass so vielleicht besser rauskommt, wie nervig oder zwanghaft nach einer Zuhörerin suchend diese Frau doch ist.

also, mal schaun, was ich noch draus machen kann

liebe grüße linda

ps: nochmal danke @ jo :)

 

hi

hi lynn!
wirst mich nich los...jedenfalls nich so schnell :naughty:

wollte nur sagen, dass ich das mit "Sabine, 31" gut finde, und das nicht streichen würde :)
das wars auch schon!

:kuss:
liebe grüße
frotte

 

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