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Ein nettes kleines Leben

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05.01.2021
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Ein nettes kleines Leben

„Verdammt!“ Patrick schlug mit der flachen Hand gegen die Wand, um seinem Ärger Luft zu machen.
Devin zuckte zusammen, was aber mehr der Reaktion ihres Ehemannes als dem Fahrstuhl geschuldet war, der nach nur wenigen Sekunden Fahrt zwischen dem zehnten und elften Stockwerk stecken geblieben war. Patrick drückte ungeduldig auf den Notrufknopf. Devins nach wie vor spärliches Niederländisch reichte nicht aus, um den Schlagabtausch – es war eindeutig ein Schlagabtausch und kein Gespräch – zwischen Patrick und dem Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung zu verstehen.
Devin seufzte und lehnte den Rücken an die kühle Metallwand des Aufzugs. Das Innere des Fahrstuhls war gerade groß genug, um bei ihr keine Klaustrophobie auszulösen. Sie war sich nicht sicher, ob dasselbe auf Patrick zutraf.
„Verdammt!“ Noch ein Schlag gegen die Wand. „Sie brauchen mindestens eine Stunde.“
„Ach komm schon, Pat. Es ist nur ein Aufzug, der feststeckt.“
„Eine Stunde lang?“
„Bei uns kommt das andauernd vor.“
„Verdammt nochmal!“ Noch ein Schlag gegen die Wand. Devin spürte wie die Metallwand in ihrem Rücken vibrierte. Beunruhigend. „Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie – nie – in einem Aufzug stecken geblieben!“ Patrick wedelte mit dem Finger in der Luft. „Darum ist es gut hier zu wohnen. Eigentlich.“
„Fucking immigrant“, murmelte Devin spöttisch und imitierte seinen Akzent.
Patrick rollte nur mit den Augen und begann auf- und abzugehen. Dadurch wurde es im Aufzug auf einmal doch ziemlich beengend.
„Kannst“, Devin räusperte sich, „kannst du bitte damit aufhören?“
„Womit?“, fragte Patrick, blieb aber stehen. Er setzte zu einer vermutlich verärgerten und ungeduldigen Erwiderung an, schien es sich dann aber anders zu überlegen. Seine blauen Augen glitten über Devin. Er kratzte sich nachdenklich am Bart. „Möchtest du dich vielleicht hinsetzen?“
„Ernsthaft?!“
Patrick zuckte die Achseln. „Ich will nicht, dass du gestresst bist.“
Devin schnaubte verächtlich. „Wow. Da hast du aber früh dran gedacht. Keine Sorge. Ich gebe dir schon Bescheid, sollte es ernst werden.“
Es würde schon nicht ernst werden. Devin ignorierte Patrick, der ihr zu Hilfe eilen wollte, und ließ sich langsam auf den Boden gleiten. Der Boden war noch kälter als die Wand in ihrem Rücken und die Fliesen sahen nicht aus, als würde man sie regelmäßig putzen.
„Geht‘s?“ Patrick ragte wie ein Riese vor ihr auf.
„Ja. Schon.“
Das sterile Licht stand ihm nicht besonders gut. Es ließ ihn noch blasser aussehen als er ohnehin schon war und irgendwie … älter … abgetragen – das war das richtige Wort.
„Gut. Gut.“ Patrick nickte. „Du sagst, wenn du was brauchst?“
Devin unterdrückte den Impuls aufzulachen. „Und dann? Gehst du in den Fahrstuhl-Souvenirladen und kaufst es? Du musst aufpassen, diese Läden sind extrem teuer.“
Patrick lachte nicht. Er antwortete nicht mal. Devin senkte den Blick, weil es ihr zu anstrengend wurde dauerhaft zu Patrick hochzuschauen. Sollte er sich doch setzen.
Nach einer Weile fing Patrick wieder an auf- und abzulaufen. Devin schaute auf die Uhr. „Es ist Viertel nach fünf.“
„Ich weiß.“
„Wir brauchen wohl einen neuen Termin.“
„Erinnere mich nicht dran. Geht’s dir gut?“
„Was sonst?“ Devin berührte mit den Fingerspitzen die grauen Metallfliesen. Sie erinnerten sie an den Fahrstuhl im Haus ihrer Eltern. Der war auch öfters stecken geblieben.
„‘tschuldige, mich nervt das alles bloß.“ Patricks gelbe Sneaker blieben endlich stehen.
„Und mich etwa nicht?“
„Darum frage ich auch, ob’s dir gut geht. Du weißt schon, Stress und so …“
„Patrick, so weit ich das sehe, bist du von uns beiden eindeutig der Gestresste. Also hör auf mich zu fragen.“ Jetzt sah sich Devin gezwungen, ihn doch anzusehen. Patrick hob beschwichtigend die Hände.
„Schon gut. Schon gut. Wenn wir draußen sind, rufe ich in der Klinik an und entschuldige mich. Hab hier keinen Empfang. Dann vereinbare ich uns einen Termin für nächste Woche.“
Devin hatte einen Kloß im Hals. „Pat, ich weiß nicht …“
„Wie du weißt nicht?“
„Der Termin, vielleicht sollte wir ihn ja verpassen. Vielleicht ist das sowas wie ein Zeichen.“ Sie musste Patrick nicht ansehen, um zu wissen, mit welchem ungläubigen Blick er sie gerade bedachte.
„Denkst du wirklich, dass dein Gott einen Fahrstuhl anhält, damit wir nicht in die Klinik kommen.“
Die Worte „dein Gott“ ließen Devin innerlich zusammenzucken. Sie knirschte mit den Zähnen. „Ich weiß nicht, ob ich das will. Nicht mehr.“
„Was willst du stattdessen tun?“
„Pat …“
„Ich mein’s ernst, Dev. Was ist deine Alternative? Du hast die ganzen Monate über getrunken. Nicht wenig.“
Devin schloss fieberhaft die Augen, um die plötzlich aufwallenden Tränen zu unterdrücken. „Ich weiß.“
Sie spürte wie Patrick neben ihr in die Hocke ging. Seine Hand war sanft und warm in ihrer. „Wir haben es besprochen, Schatz.“
„Ich weiß.“
„Wir tun es und vergessen es. Sogar der Arzt hat gemeint, dass es keine große Sache ist. Es wäre sogar eine Gnade. Die ganzen Missbildungen …“
„Patrick!“ Devin riss die Augen auf. „Hör auf damit!“
„Ich spreche doch nur Tatsachen aus. Willst du nicht heiraten?“
„Doch, doch natürlich.“
„Was ist mit deiner Promotion? Die müsstest du erstmal auf Eis legen.“
„Ich weiß.“ Devin rieb sich mit der freien Hand die Schläfen. Durch die Reflektion des Lichtes sahen die hässlichen Fliesen auf einmal gar nicht so hässlich aus. „Es ist nur …“
„Ja?“
„Ich will nach Hause.“
Patrick lächelte. „Spätestens nächste Woche sind wir wieder weg.“
„Ich meine nicht Hamburg.“
„Oh.“
„Ja.“
„Ein Grund mehr für den Termin. In deinem Zustand fliegst du mir nicht nach Irland.“
„Warum nicht? Was kann schlimmstes passieren? Dass ich es verliere?“ Devin wischte sich die Tränen von den Wangen.
„Schatz.“ Patrick setzte sich neben sie auf den Boden, sodass sich ihre Schultern berührten. Devin hatte den irrationalen Impuls wegzurutschen. „Es ist natürlich deine Entscheidung.“
Meine Entscheidung? Ich wusste nicht, dass wir das so regeln.“
„Verdammt noch mal, so meine ich das natürlich nicht. Es ist dein Körper. Das wollte ich sagen.“
Devin nickte. „Richtig. Ja. Ich meine, du kannst mich nicht zwingen.“
„Ich würde dich nie im Leben zwingen!“
„Aber wir entscheiden als Paar, weil es uns beide betrifft.“
„Ach komm schon, Dev. Wir haben doch schon entschieden.“
„Jetzt bedrängst du mich.“
„Nein, tue ich nicht. Es ist dein Körper.“
„Dann sage ich, dass ich das nicht kann.“ Devin verlor den Kampf mit den Tränen. „Es tut mir leid, aber ich kann nicht.“
„Wir haben doch schon den Termin …“
„Scheiß auf den Termin!“, fauchte Devin. „Wir haben ihn sowieso verpasst!“
„Das macht ja nichts, wir können einfach einen neuen …“
„Ich will keinen neuen Termin!“
„Aber Schatz, darum sind wir doch überhaupt hier …“
„Das ist mir egal.“ Devin unterdrückte ein Schluchzen. „Das ist nicht richtig. Wenn ich meiner Mutter davon erzählen würde, wäre sie bestimmt auf meiner Seite!“
Patrick atmete angestrengt aus. Sein Gesicht war gerötet und Schweißperlen sammelten sich auf seiner Stirn. Für einen Moment befürchtete Devin, er würde sie anschreien. Als Patrick nach einem langen Augenblick – für Devin fühlte es sich wie Stunden an – weitersprach, war seine Stimme leise und ruhig. Er hatte diesen beruhigenden und geduldigen Tonfall, den er normalerweise für seine demente Mutter reservierte.
„Lass und das logisch durchdenken: Wir sind nicht verheiratet und stecken immer noch mitten im Umzug. Die Bank will uns nicht mal einen Kredit für ein Haus geben.“ Er zählte an den Fingern auf. „Unsere Gegend ist alles andere als familienfreundlich. Außerdem haben wir noch die Collegegebühren und unsere Promotionen. Ganz zu schweigen davon, dass du getrunken hast. Viel. Die Party bei Martin.“
„Musst du mich daran erinnern?“ Devin biss sich auf die Unterlippe.
„Ich mache dir keine Vorwürfe.“
„Ach nein? Hätte ich nicht getrunken, wären wir nicht hier.“
„Dev, das ist nur einer der Gründe. Ich will nur sagen, dass die Voraussetzungen alles andere als gut sind. Uns kann niemand helfen. Deine Mutter ist in Irland und meine …“ Patrick führte den Satz nicht zu ende. Devin drückte mitfühlend seine Hand. „Ich hab immer geschworen, nicht so zu enden wie meine Eltern. Denk doch an unsere Träume, Dev.“
„Erinnerst du dich an die Wohnung meiner Eltern?“
„Ähm, ja klar.“
„Der Fahrstuhl hat genau so einen Boden. Es ist eine gute Wohnung.“
„Etwas klein.“
„Etwas klein. Die Gegend ist schäbig, aber als Kind ist mir das nie aufgefallen. Meine Mutter hat sich ein nettes kleines Leben aufgebaut. Sie hat mich bekommen, obwohl sie allein war. Hätte sie auf einen besseren Moment gewartet oder ihre Träume verfolgt …“ Devin zuckte die Achseln. „Ich wäre nicht auf der Welt.“
„Du willst es also behalten?“
„Ja.“
Patrick seufzte. „Seit wann weißt du das schon?“
Devin dachte an die vergangenen Wochen und ihre zahlreichen Ausreden, eine abstruser als die nächste, warum jetzt gerade kein guter Zeitpunkt war, um in die Niederlande zu fahren. „Ich glaube schon die ganze Zeit.“
„Verdammte Scheiße, Dev. Warum hast du denn nichts gesagt?!“
„Genau deswegen! Aus demselben Grund aus dem wir hier sind. Voraussichtlich FAS, Schulden – du weißt schon.“
„Hm. Ich – ich dachte, wir wären ein Team.“
Devin schloss die Augen und kämpfte zum wiederholten Mal gegen die Tränen an. Sie hatte nicht das Gefühl, dass sie wirklich viel zusammen entschieden hatten. Im Grunde genommen, hatte Patrick immer gesprochen und Devin hatte genickt. Zu verängstigt und eingeschüchtert von der Situation und der Aussicht darauf, alles zu verlieren, wofür sie in den letzten Jahren so hart gearbeitet hatten. Sie legte die Hand auf den Bauch und öffnete die Augen wieder. „Das sind wir auch, aber das Baby bleibt. Du kannst mich nicht dazu zwingen.“ Devin hielt kurz inne. „Ich hätte deinen Antrag damals annehmen sollen.“
„Dann hätten wir auch noch Schulden von der Hochzeit.“
„Stimmt. Stimmt. Aber wir sind ein Team, oder?“
„Ja.“ Patrick klang nicht sehr überzeugt. „Ein Dreierteam, wie es scheint.“ Er nahm ihre Hand und führte sie an seine Lippen.
„Ein Team.“ Devin nickte so hastig, als würde ihr Leben davon abhängen. In gewisser Hinsicht tat es das auch.
Ihre Hand ruhte in Patricks Schoß und er strich ihr sanft über den Arm. „Ich weiß echt nicht, wie wir das hinbekommen sollen.“
Ein Ruckeln ging durch den Boden. Devin keuchte auf, als sich der Fahrstuhl langsam in Bewegung setzte.
Patrick schnaubte. „Hat auch nur eine Stunde gedauert.“
Er stand auf und half danach Devin auf die Füße zu kommen. Ihre Beine fühlten sich nach dem langen Sitzen wackelig und unsicher an. Außerdem war ihr kalt.
„Was machen wir jetzt?“, fragte Devin leise.
„Erstmal einen Zug buchen. Dann – dann schaue ich mal, was aus meiner Promotion wird.“
„Wir werden vielleicht einige Abstriche machen müssen, aber es wird ein nettes kleines Leben.“
Nach einem leisen Gong öffneten sich die Fahrstuhltüren. Patricks Lächeln erreichte seine Augen nicht. „Ein nettes kleines Leben, gefällt mir.“

 

Hallo @sascha250817,

ich finde, dass du hier vieles richtig machst. Ich finden gerade den Anfang sehr stark. Du arbeitest mit sorgfältigen Beobachtungen, die ich als Leser gerne gelesen habe. Zudem baust du den Konflikt zwischen den beiden immer weiter auf. Gerade auch der Fahrstuhl als Szene hat mir gefallen. Jetzt kommt allerdings ein Aber: Ich finde, dass es zwei Schwierigkeiten in deiner Geschichte gibt. Einerseits finde ich es nicht glaubwürdig, dass sie die ganze Zeit weiß, dass sie das Kind behalten will und trotzdem auf Partys gegangen ist und dort getrunken hat. Für mich würde es mehr Sinn ergeben, wenn sie schon bei der Party nicht getrunken hat und das ggf. vor Patrick vertuschen wollte. Die zweite Schwierigkeit hatte ich mit der Verortung. Aus den Dialogen ist für mich hervorgegangen, dass die beiden in Hamburg leben und sie aus Irland kommt (ursprünglich). Daher haben mich die Collegegebühren stolpern lassen. Sie müssten dann in den USA studiert haben und wollen jetzt ihre Promotion in Hamburg machen? Das ist mir nicht ganz klar geworden. Ansonsten habe ich das Ende dann als etwas redundant gelesen und ich war erstaunt, dass Patrick so schnell klein beigibt. Ich hatte ein bisschen den Eindruck, dass du einen wirklich guten Konflikt hast und den dann schnell für die Kurzgeschichte rund machen wolltest. Ich finde, dass du das gar nicht machen musst, denn ich hätte definitiv auch noch einen deutlichen längeren Text gerne gelesen, der den Konflikt noch weiter eskalieren lässt.
So hier die Textarbeit:

„Verdammt!“ Patrick schlug mit der flachen Hand gegen die Wand, um seinem Ärger Luft zu machen.
Du steigst szenisch ein und ich bin als Leser gleich mitten im Geschehen. Das finde ich wirklich gut gemacht, weil du gleichzeitig schon eine Charakterisierung von Patrick mitlieferst.

Das Innere des Fahrstuhls war gerade groß genug, um bei ihr keine Klaustrophobie auszulösen. Sie war sich nicht sicher, ob dasselbe auf Patrick zutraf.
Das meinte ich mit den feinen Beobachtungen. Du beschreibst den Ort und dann arbeitest du mit ihrer Perspektive, um Patrick weiter zu beschreiben. Ich finde, dass dir das wirklich gut gelungen ist. Habe ich gerne gelesen.

Er setzte zu einer vermutlich verärgerten und ungeduldigen Erwiderung an, schien es sich dann aber anders zu überlegen. Seine blauen Augen glitten über Devin.
Gutes Beispiel dafür, wie du Informationen durch die Geschichte offenbarst. Du drückst sie mir als Leser nicht auf und das habe ich als angenehm empfunden.

Das sterile Licht stand ihm nicht besonders gut. Es ließ ihn noch blasser aussehen als er ohnehin schon war und irgendwie … älter … abgetragen – das war das richtige Wort.
Die Charakterisierung von Patrick ist dir gut gelungen. In meinem Kopf stelle ich mir einen schnell aus der Haut fahrenden Mann vor, auf dem viel Druck lastet. So habe ich das "abgetragen" gelesen.

Patrick nickte. „Du sagst, wenn du was brauchst?“
Devin unterdrückte den Impuls aufzulachen. „Und dann? Gehst du in den Fahrstuhl-Souvenirladen und kaufst es? Du musst aufpassen, diese Läden sind extrem teuer.“
Musste hier schmunzeln, fand den Humor durchaus gelungen (auch wenn das für Patrick nicht der Fall war).

„Der Termin, vielleicht sollte wir ihn ja verpassen.
Denkst du wirklich, dass dein Gott einen Fahrstuhl anhält, damit wir nicht in die Klinik kommen.“
Die Worte „dein Gott“ ließen Devin innerlich zusammenzucken. Sie knirschte mit den Zähnen
Ab hier verändert sich die Geschichte für mich: Die beiden thematisieren die Abtreibung erneut.

„Wir tun es und vergessen es. Sogar der Arzt hat gemeint, dass es keine große Sache ist. Es wäre sogar eine Gnade. Die ganzen Missbildungen …“
Du stellst Patricks Position in dem Dialog dar. Sein Fokus liegt eindeutig darauf, dass er für die Abtreibung ist. Ich finde, dass das Wort "Gnade" darauf hindeutet, dass er davon sehr überzeugt ist. Daher fand ich das Ende dann nicht so richtig glaubwürdig. Ich kann mich nicht vorstellen, dass er so schnell klein beigibt. Das liegt wohl auch an der Charakterisierung, die du davor für mich aufgebaut hast.

Das ist nicht richtig. Wenn ich meiner Mutter davon erzählen würde, wäre sie bestimmt auf meiner Seite!“
Patrick atmete angestrengt aus. Sein Gesicht war gerötet und Schweißperlen sammelten sich auf seiner Stirn. Für einen Moment befürchtete Devin, er würde sie anschreien.
Hier stellst du die Gegenposition von ihr vor. Je näher es wirklich der Abtreibung kommt, desto stärker setzt ihr Gewissen ein.

Er hatte diesen beruhigenden und geduldigen Tonfall, den er normalerweise für seine demente Mutter reservierte.
Hier wieder eine feine Beobachtung, die ich als gelungen wahrgenommen habe.

Außerdem haben wir noch die Collegegebühren und unsere Promotionen.
Hier sind die Collegegebühren und die Promotionen, die ich oben angesprochen habe. Das hat mich stolpern lassen. Wie genau hattest du dir das vorgestellt?

Denk doch an unsere Träume, Dev.“
Hier erwartet ich einen aggressiveren Patrick. Ich finde, dass er hier zu sanft ist, nachdem er im Fahrstuhl erst so ausgerastet ist. Das ist jetzt ja noch ein härterer Schlag, als ein Fahrstuhl, der steckengeblieben ist.
„Du willst es also behalten?“
„Ja.“
Patrick seufzte. „Seit wann weißt du das schon?“
Devin dachte an die vergangenen Wochen und ihre zahlreichen Ausreden, eine abstruser als die nächste, warum jetzt gerade kein guter Zeitpunkt war, um in die Niederlande zu fahren. „Ich glaube schon die ganze Zeit.“
Das finde ich, wie oben schon geschrieben, nicht plausibel. Wenn sie es doch die ganze Zeit schon gewusst hat, dann hätte sie sich definitiv anders verhalten auf der Party, oder? Ich bin da als Leser drüber gestolpert und das hat so für mich nicht funktioniert.

„Erstmal einen Zug buchen. Dann – dann schaue ich mal, was aus meiner Promotion wird.“
Hier kommt er mir auch zu entspannt vor. Er verliert gerade die Möglichkeit, seinen Traum und sein Karriereziel zu erreichen und bleibt so locker? Aber wenn der Fahrstuhl steckenbleibt, rastet er aus?


Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass du viel richtig machst. Ich habe gerade den Anfang wirklich gerne gelesen und die beiden Punkte am Ende habe ich dir rausgeschrieben. Denke, dass die beiden Punkte für mich noch etwas logischer sein müssten, damit das Ende für mich funktioniert. Schreib weiter!

Beste Grüße
MRG

 

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