Was ist neu

Nachtschwärmer

Mitglied
Beitritt
04.03.2004
Beiträge
3

Nachtschwärmer

Einsam und verlassen liegt die Straße vor ihr. Wie sie hierher gekommen ist, weiß sie nicht. Sie will es auch gar nicht wissen. Denn selbst wenn sie versuchen würde nachzudenken würde sie kläglich an dem Versuch scheitern.
Ihr Kopf ist ausgefüllt mit IHM. Mit seinen Worten die bis vor ein paar Stunden noch lieblich klangen und jetzt nur noch verletzend und hart gegen ihre Schläfen pochen.
Sind wirklich nur diese wenigen Stunden vergangen seit er sie mit seinen kalten blauen Augen angestarrt und mit seinen Worten dieses große Stück aus ihr gerissen hat? Dieses Stück von dem sie dachte, dass sie es nie verlieren würde. Es kommt ihr vor als wäre sie in diesen kurzen Stunden um Jahre gealtert.
Erst jetzt bemerkt sie, dass sie weint. Sie lässt sich auf die Straße niedersinken und drückt ihren Kopf gegen den kühlen Asphalt.
Der Gehweg ist menschenleer und obwohl eine Bank nur einige Meter weit weg den Bürgersteig schmückt, rollt sie sich schluchzend auf der Straße zusammen. Flüsternde Stimmen aus dem hintersten Winkel ihres Kopfes werden lauter und raunen ihr einen Gedanken ins Ohr. Sie nimmt ihn auf, dreht und wendet ihn und findet auf einmal gar nichts Erschreckendes mehr an ihm. Eher wundert sie sich, dass die meisten Leute Angst vor ihm haben.
Tod.
Wieder und wieder durchdringt dieses Wort sie. Sie freundet sich mit ihm an. Doch dann entfährt ihr ein bitteres Lachen, vor dem sie erschrickt. Tod. Ist es wirklich das, was sie sich wünscht?
Nein, um Himmels Willen, nein. Sie spürt auf einmal ihren Körper auf dem harten Untergrund wieder. Sie fährt sich mit dem Handrücken über die Augen. Und auf einmal weiß sie, dass niemand es wert ist so etwas kurzes und wertvolles wie ein Leben aufzugeben. Und obwohl der tiefe Riss in ihr deutlich zu spüren ist, setzt sie sich auf und schaut in den wolkenverhangenen Himmel. Tief saugt sie mit geschlossenen Augen die Nachtluft ein, als täte sie dies zum ersten Mal. Sie lächelt. Wie töricht von ihr auf diese wunderschöne Welt verzichten zu wollen.
Doch gerade als sie sich aufrichtet hört sie einen langgezogenen, die Stille durchbrechenden Ton. Erschrocken schaut sie sich um.
Und das Letzte was sie vor dem dumpfen Aufprall sieht sind zwei gleißend helle Lichter.

 

Hi alle=)
Das hier ist mein erster Beitrag. Und ich wäre froh um ein bisschen Kritik. Viele Dank schonmal im Voraus.

Mauzi

 

Hallo Miezekätzchen,

herzlich willkommen bei uns.
Ich habe ziemlihc gezögert, dir eine Kritik zu schreiben. Das liegt vor allem daran, dass mir das Ende deiner Geschichte nicht gefällt.
Positiv finde ich, dass deine Protagonistin nach dem ersten Schmerz wieder zu sich kommt und trotzigen Lebensmut fasst. Sie setzt den Wert ihres Lebens über den vergänglichen Schmerz einer Trennung. Oft genug lese ich das hier anders.
Aber warum dann diese zynische Wendung, die zudem auch noch nicht ausgereift ist. Sie lag lange genug auf der Straße, hat sich bewegt. Ein Autofahrer hätte sie also auch im Dunkeln mit höchster Wahrscheinlichkeit gesehen.
Für mich ist das "Effektdramatik", welche die Geschichte gar nciht nötig hat. Geschichten dürfen gern auch mal positiv ausgehen, ohne deshalb gleich schlecht oder langweilig zu sein.

Lieben Gruß, sim

 

Lieber sim,
ich danke Dir wirklich ganz lieb für deine Kritik. Das hilft ehrlich unheimlich, wenn denn mal überhaupt endlich jm. eine Kritik schreibt. Ansonsten wird man völlig ins kalte Wasser geworfen, weil man nicht weiß, was jetzt schlecht war, was gut etc. Also vielen Dank nochmal. Das hat mir wirklich geholfen=)

mauzi

 

Letzte Empfehlungen

Neue Texte

Zurück
Anfang Bottom