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Besuch aus dem Morgenland

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03.08.2003
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Besuch aus dem Morgenland

Als es klingelte, konnte ich mir denken, wer es war. Aha – Besuch aus dem Morgenland. Dennoch war ich überrascht, als ich öffnete.
Vor mir standen zwei Jungen, vielleicht sieben oder acht Jahre alt, mit leicht schief sitzenden Kronen aus zerknittertem Goldpapier auf dem Kopf. Einer hielt einen Stern, der schon bessere Tage gesehen hatte, der andere einen Zettel, den er fest umklammerte.

„Nanu“, sagte ich, „wo habt ihr denn den dritten gelassen?“
Die Jungen sahen sich kurz an und zuckten gleichzeitig mit den Schultern.
„Personalmangel!“, erklärte der eine.
„Ach so.“ Ich nickte. Man kennt das ja.
Einen Moment lang standen wir uns schweigend gegenüber, dann fragte der andere höflich:
„Ist es okay für Sie, wenn wir etwas vorlesen, statt zu singen?“
„Na klar“, sagte ich. „Warum nicht.“

Sie lasen ihren Text gewissenhaft vor, ohne sich ein einziges Mal zu versprechen. Kein Gesang, kein Weihrauch, kein Kamel weit und breit – nur zwei Könige, ein Zettel und ein Stern. Danach bedankten sie sich artig, wünschten einen schönen Tag und zogen weiter zur nächsten Tür.
Verdammt coole heilige zwei Könige, dachte ich.

 

Hallo @Sturek,

trotz der Kürze hat deine Geschichte schon einen gewissen Charme. Die Jungs kann ich mir auch gut vergegenwärtigen, wie sie so zwischen Pflicht und Genervtheit einen pragmatischen Weg verfolgen.

„Nanu“, sagte ich, „wo habt ihr denn den dritten gelassen?“
Die Jungen sahen sich kurz an und zuckten gleichzeitig mit den Schultern.
„Personalmangel!“, erklärte der eine.
Hier verschenkst du die Möglichkeit zu mehr (absurden?) Humor.

Einen Moment lang standen wir uns schweigend gegenüber, dann fragte der andere höflich:
„Ist es okay für Sie, wenn wir etwas vorlesen, statt zu singen?“
In Wirklichkeit sagten sie: „Ist es okay für Sie, wenn wir mit Ihnen über Fußball reden, statt zu singen?“

Du wirst natürlich wieder behaupten:

Die Fakten sprechen gegen dich.:D
Als wenn ein Autor wüsste, wie er seine Geschichten zu schreiben hat!:teach:


L G,

Woltochinon

 

Als es klingelte, konnte ich mir denken, wer es war. Aha – Besuch aus dem Morgenland.
Klingt so dermaßen banal, dass es schön ist und in die story reinzieht, jedenfalls möchte ich wissen, wie die Geschichte weitergeht, lieber @Sturek, und das ist doch schon die halbe Miete.
Einer hielt einen Stern, der schon bessere Tage gesehen hatte, der andere einen Zettel, den er fest umklammerte.
Ich finde das wirklich schön erzählt.
„Nanu“, sagte ich, „wo habt ihr denn den dritten gelassen?“
Die Jungen sahen sich kurz an und zuckten gleichzeitig mit den Schultern.
„Personalmangel!“, erklärte der eine.
Und auch das: Ich finde das ausgesprochen humorig, mich spricht das jedenfalls sehr an.
Danach bedankten sie sich artig, wünschten einen schönen Tag und zogen weiter zur nächsten Tür.
Verdammt coole heilige zwei Könige, dachte ich.
Das denke ich auch. Das "cool" outet dich als Old School, heute sagt die Jugend "wild", aber die Geschichte ist beides: cool und wild! Hat mir sehr gefallen, besten Gruß von

Jaylow

 

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