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historik

  1. Agnes

    AGNES „Erlösung.“ Sie blickte auf den geschlossenen Sarg. Hermann. Ohne Beine. Die waren vor zwei Jahren als Krankenhausabfall verbrannt worden. Die Vorstellung war für Hermann damals so schockierend gewesen, dass er Agnes das Versprechen abrang, nach seinem Tod nicht eingeäschert zu werden...
  2. Lasset, Pippinide!

    Lasset, Pippinide! oder Calau, Dymmten, Gendersküchen und -kirchen, Oche, Jupp- und Heinzberg, Schilda und Wirrselen ist überall - nur nicht das Kanzleramt für Herbert Feuerstein »Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, in dessen Amtszimmer eine Statue von Karl dem Großen...
  3. Die Witwe

    - 1 - Die Witwe wischte das lange Messer gründlich an ihrer Schürze sauber. Die letzten Spuren von Blut und Gewebe polierte sie fort und betrachtete die Klinge im ersterbenden Licht des Abendrots, wie sie die Strahlen der untergehenden Sonne reflektierte und Lichtblitze in den Raum verschoss...
  4. Küchenwandfarbe

    [Vor 250 Jahren lud Katharina die Große, damalige Zarin des Russischen Reiches, Deutsche ein, sich im Russischen Reich anzusiedeln. Sie versprach den Siedlern wirtschaftliche und kulturelle Freiheiten. Zahlreiche Siedler ließen sich im gesamten Russischen Reich und besonders an der Wolga nieder...
  5. Die Kunst zu konjugieren

    Wenn Pater Zoschke hereinkam, dann war er da. Selbst die Schüler, die mit dem Rücken zur Tür saßen, spürten es. Sie nahmen unbewusst eine Veränderung an den Schülern wahr, die ihn sahen. Eine minimale Versteifung eines eben noch entspannten Körpers. Ein Flackern von Angst in den eben noch...
  6. Ein Schlüpfer, ein Mädchen, eine Peitsche

    Das tiefe Dunkelblau der Nacht wurde gerade von den ersten Flammen eines gigantischen, orangenen Feuerballs vom Himmel vertrieben, als das kleine Dorf zum Leben erwachte. Mit dem Hahnenschrei begann der Geräuschpegel stetig zu steigen. Zuerst fingen nur einige Vögel an zu zwitschern und die...
  7. Die Tulpen und der Tod

    Als er erwachte, schien das Licht fahl durch die klaren Fenster. Er blieb liegen und sah verträumt zu, wie der weiße Vorhang unter der Heizungsluft sanft wogend tanzte. Diese besondere Tageszeit, zwischen Schlaf und Wachsein, in der man sich vorstellen konnte, dass alles lebendig war, die mochte...
  8. Copywrite Quasi modische Deorie der Deologie

    Quasimodos Deorie der Deologie oder Wie ich die Stones nach Sankt Erkrath holte “It is the evening of the day Eye sit and watch the children play Doing things Eye used to do They think are new Eye sit and watch As tears go by“ * Gestern Nachmittag bin ich beim Pferdesprung mit den Zehen...
  9. Betrüger

    Das Kleid ist blau, die silberne Brosche groß wie das Auge einer Kuh. Ingrid starrt darauf, während die Frau mit zittriger Stimme zu ihr spricht. Bete für unser Kind, sagt die Frau. Es liegt im Fieber, seit zwei Wochen schon. Neben ihr steht der Ehemann. Er klaubt drei Pfennige aus einem...
  10. 13. Juni 1782

    Ich bin gerade hinter dem Schopf und nehme die letzten Bündel Kaninchenfelle vom Fuhrwerk, als Elsbeth angerannt kommt und schreit: «es schlägt gleich drei, es geht gleich los, sie fangen an!». Ich höre es, werde kurz kraftlos und lasse das Bündel fallen. Vor 3 Jahren, als ich mit meinem Säumer...
  11. Der Lebensabend des Matrosen David Faulkner

    "Sie erlauben, dass ich eintrete?" "Nein, verschwinden Sie, ich habe zu tun." "Ich glaube, mein Anliegen ist momentan wichtiger als das Ihrige." "Was wollen Sie?" "Ich möchte Ihnen eine Geschichte erzählen." "Wenn Sie nicht sofort von hier verschwinden, hole ich mein Gewehr und zeige Ihnen wie...
  12. Das Bildnis der Sophie Gray

    „Still stehen,“ hat er gesagt, „und halte dein Gesicht ruhig!“ Seit einer Ewigkeit, so kommt es mir vor, stehe ich nun schon reglos da und starre ihm in sein Gesicht. Ein Gesicht, dass so lebhaft zu sein scheint, voller Bewegung, immer rastlos, konzentriert. Er sieht mich an, dann sieht er auf...
  13. Ob du willst oder nicht

    Die alte Holztür öffnete sich knarzend – Gepolter. Jemand stolperte die morsche Treppe hinunter - noch ein lautes Zuschlagen der Haustür war zu hören – dann kehrte die Stille wieder zurück. Plötzlich wachte sie auf. Anna stieg aus dem Bett und eilte aus ihrer Kammer. Es war fünf Uhr morgens –...
  14. Sonnenblumen

    Es war August. Die Sonne schien kräftig auf die Wiesen und Felder herab. Blumen reckten ihre Köpfe den warmen Lichtstrahlen entgegen. Blätter raschelten unter der leichten Brise, die den Geruch von Salz in sich trug. Die junge Frau lag ausgestreckt im Sonnenblumenfeld ihrer Familie. Sie liebte...
  15. Der Stasi-Mann

    Jeden Morgen ging Joop Stevens im Bois de Waibes joggen. Er absolvierte einen zehn Kilometer langen Parcours, der ihn ungefähr zur Mitte hin auf eine Anhöhe führte, von der man einen wunderschönen Blick auf Thuin hatte. So auch an diesem Morgen. Er stand auf der Spitze der Anhöhe, dehnte und...
  16. Im Schatten

    Seit drei Tagen hatte der Eremit nichts gegessen. Der Wind heulte um seine kleine Hütte und der Regen fiel ohne Unterlass. Normalerweise brachten die Bauern aus dem nahem Dorf ihm regelmäßig Nahrung, doch bei diesem Wetter wagte niemand den Weg, der über den steinigen Hang eines Hügels am...
  17. Das Weihnachtsgeschenk

    Der Hauptmann hatte das, was von seiner Kompanie übrig war, auf beiden Seiten eines Waldweges positioniert. Seine Kompanie bestand nur noch aus einem Leutnant und einer Handvoll Soldaten. Sie hatten eine harte Woche hinter sich in den Ardennen. Der Hauptmann war 1939, bald nach seiner...
  18. Und überall die Hölle

    Am 27. Juli 1943 brachen siebenhundert britische Flugzeuge auf, um einen Bombenteppich von mehr als 100.000 Spreng- und Brandbomben auf Hamburg abzuwerfen. Durch die besondere Wetterlage begünstigt brannte innerhalb von wenigen Stunden ein Großteil des Hamburger Ostens ab. In dieser Nacht...
  19. Wie laut Schrift schreit

    Wie laut Schrift schreit oder Schreibenlernen nach Gehör und alternatief schreiben, wie man spricht zur Verschissmussdebatte »Farvoss farmacht der hon die oigen ven er krayt?« Jiddisches Sprichwort Jedes Jahr hat seine besonderen Tage und bevor das Kirchenjahr mit dem Totensonntag sich dem...
  20. Novelle Der Dämon am Haken

    Wieder fällt eine blau-grüne Feder auf den Boden des Käfigs. Der von Mitleid geplagte Abt des Klosters bemerkt es, und kann es doch nicht über sich bringen seinen wunderschönen Kanarienvogel freizulassen. Wo soll der Vogel schon hin? Die Welt da draußen ist ausgesprochen feindlich...
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