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gesellschaft

Genre: gesellschaft

  1. Lara

    Auf der Abendtour zeigst du mir Videos. Deine Freunde zünden Dum-Bum-Feuerwerkskörper an. Es gebe südlich der Stadt einen Mann, der einen Bunker betreibe. Von ihm kaufe jeder sein Feuerwerk. „Auf dem Sportplatz ist jetzt ein Krater“, lachst du und legst das Handy in die Seitenablage des Corsas...
  2. Felix und die Schon-Wieder-Worte

    »Ich mag das nicht«, hatte Mama gesagt. »Immer diese Wieder-Worte«. Felix läuft die letzten Meter zur Schule. Er läuft langsam. Gut, dass Mama ihn nicht sieht. Sie mag es nicht, wenn er trödelt. Aber sie hat ihn am Rathaus-Platz aussteigen lassen und ist schnell mit einem Aus-dem-Auto-Flugkuss...
  3. Auf geheimer Mission

    Mehrere Meter lagen zwischen den gepflegten Dielen und dem strahlend weißen Renaissance-Stuck an der Decke des Zimmers, in dem sich Cora ungeduldig in ihrer Gänsedaunendecke vergrub. Sie lechzte nach Erholung, nach der wohlverdienten Pause, die die vielen Tage voller uneingeschränkter Tatkraft...
  4. Erwachsen werden

    Das Rucken des Esstisches lies das darauf liegende Besteck erklirren, wärend eine Hand durch die Luft schwirrte. Mit einem lauten Schall, traf die Hand das Gesicht. Jay wurde, wie von einer Explosion, zur Seite geschleudert, wärend der Stuhl auf dem er saß nach Hinten umkippte. Es schlug ihm...
  5. Also bin ich

    Als ich meine Augenlider öffne, vermisse ich die Blumentapete in meinem Zimmer. Der Raum ist lichtüberflutet. Vor einer riesigen Fensterfront steht mein Vater unbewegt, ein Paket in der Hand. „Bist du wach?“ Seine Wörter wecken mich aus meinem Traum auf. Eine lästige, immer wiederkehrende...
  6. Die aal Post

    „Hallo Pitter. Esch bönn et, Jünter. Esch woll dech bloß kott Bescheed jeäve. Pass op: Dä Parekplaatz von KAUFLANK, wo vröer REJAL woer – ävver dä do onge, no de Stadt hen – net an dr Fluchhaven do o-eve, nä, dä, wo man von de Kreevelder Stroot on de – wie heesch se nocch enns, die Stroot, die...
  7. Vor ihrem Haus

    Christian steht neben seinem silbernen Toyota-Geländewagen auf dem Parkplatz von REWE; er hat den Rücken durchgestreckt, die Beine breit auseinander. Er trägt seine dunkelgrüne Arbeitshose mit den Seitentaschen, Sicherheitsschuhe, einen Fleece-Pullover und darüber die blaue Daunenweste mit dem...
  8. Aus dem Leben gerissen

    Ich habe meinen Großvater ermordet. Vor drei Jahren war das. Heute stehe ich zum ersten Mal an seinem Grab, in der Hand eine Sonnenblume. Die ist für dich, Opa, deine Lieblingsblume. Miriam Richter starrt fassungslos auf das abgegriffene Notizbuch. Zeile für Zeile ist eng beschrieben in der...
  9. Wind

    Ein scharfer Wind treibt von Ost nach West. Blätter segeln. Jamila zieht die Mütze übers Haar, den Reißverschluss der Jacke bis ganz hinauf. Eine Maske wärmt die Nase. Neben Jussuf stehen welche wie sie, aber er hält sich gerade. Dafür liebt sie ihn, morgens, mittags und abends. Obwohl es nach...
  10. Martin

    Martin ist ein gutaussehender Mann. Er ist groß, trägt schicke Kleidung und eine moderne Frisur. Eine Freundin seiner Mutter macht ihm immer Komplimente wegen seines charmanten Lächelns. Er verhält sich stets freundlich und zuvorkommend. Seit 8 Jahren arbeitet er in demselben Büro, mit Blick auf...
  11. Misstrauen

    Sie starrt auf das Gittertor und bewegt sich keinen Zentimeter weiter. Plötzlich sind sie wieder da: Die Männer, die Schläge, der Käfig. Alles an ihr rebelliert jede Zelle ihres Körpers, vibriert in höchster Alarmbereitschaft. Dabei hatte alles so gut angefangen. Besser als erwartet jedenfalls...
  12. Dort, wo man noch atmen kann

    Der sorgsam plattgetretene und an seinen Rändern von Unkraut befreite Weg stieg sanft an und da er das schon seit einer geraumen Weile tat, blieb Monika stehen. Obwohl sie lange Wanderungen eigentlich gewohnt war, musste sie erst einmal etwas der Puste zurückbekommen, die ihr der Weg bisher...
  13. Ein Adagio bleibt für uns

    Die in regelmäßigem Abstand aufflackernden Lichter, die ihm aus den Tiefen des U-Bahntunnels entgegen schossen, leuchteten fast wie gefährliche Blitze auf und schmerzten ähnlich wie gleißende Sonnenstrahlen in den Augen. Sie ließen ihn aus seinem Sekundenschlaf aufschrecken und sprangen ihn...
  14. Die letzten Tage

    Noch dreiundzwanzig Tage. Gustav markierte den Vortag mit einem X auf seinem selbstgebastelten Wandkalender. Er schenkte Kaffee in eine Tasse, setzte sich an den Küchentisch und blickte aus dem Fenster. Irgendwo hinter den grauen Wolken vermutete er die aufgehende Sonne. Einige Kilometer...
  15. Die graublaue Stunde der Nackten

    VivaldiVersion. Für A.C.D.-C. Sie war schön, traurig und pleite. Und die Letzte, die mit mir geschlafen hatte. Vor zwei Jahren. Vielleicht auch vor drei. So genau wußte ich das nicht mehr. Einfach noch eine verschwommen versoffene Erinnerung. Und meinem Kopf war es mittlerweile egal...
  16. Was Frauen nicht wollen

    Es ist ein wunderbarer Frühlingsnachmittag und Horst Dorftrögl aus Bründel an der Mofel ist schon fast zuhause; er hat sich freigenommen, hat das Büro früher verlassen und steigt aus seinem Kleinwagen, verriegelt die Autotür, geht in Richtung Haus, wo er mit seiner Gattin Helga wohnt. Sie waren...
  17. Die Liebe in den Zeiten von Corona

    Missmutig reißt sich Hartmut das Headset vom Kopf. Wie einen Gegenstand, von dem etwas Ekelerregendes ausgeht, hält er es mit spitzen Fingern eine Armlänge von sich entfernt. Er lauscht der Stimme des jungen Kollegen, die im Kopfhörer monoton dahinplätschert wie das Wasser in seinem Gartenteich...
  18. Im Auge des Betrachters

    Es war Licht, doch nicht durchgängiges Licht. Viele Punkte Licht. Ein Saum aus Geäst und grünen Blättern. Getragen wurden sie von den Stämmen dieser Welt. So viele Stämme, in der Weite und in der Breite. Federn flogen und Stimmen hallten von überallher, denn die lautesten Stimmen sind die...
  19. Kontrolle

    Ich zog die Maske hoch und überschritt den Spalt, trat von der Bahnsteigkante auf das Trittbrett und über die Stufen in den Waggon. Kurzentschlossen steuerte ich zu einem naheliegenden Platz. Da vernahm ich eine unsichere Stimme hinter mir. Sie ließ mich zögern, bis ich mich entschloss nach ihr...
  20. Hamsterrad

    Hier sitze ich erneut. Finger auf der Tastatur. Buchstaben erscheinen einer nach dem anderem auf meinem Bildschirm. Klatsch. Ein nicht zuvor dagewesener Stapel Papier liegt neben mir auf dem Tisch. Daneben steht eine Person welche mich anstarrt und scheinbar etwas sagt. Ich höre aber nicht zu...

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