Was ist neu
  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

gesellschaft

  1. Sommernachtsträume

    Scholli stand neben seinem neuen Motorrad und grinste und fragte: „Isses nich geil?“ Sonnenlicht spiegelte sich in dem schwarzen Lack und schmerzte in den Augen. „Schöne Maschine.“ Kowallik wischte sich Schweiß von der Stirn. „Wo hastn die her?“ „Ebay-Kleinanzeigen.“ „Echt? Und was haste...
  2. Manipulationen

    Manipulationen „…und das misslungenste Experiment ist der Mensch. Geleitet von Missgunst, Habgier und Überheblichkeit, trachtet er nach Unterdrückung der ihn umgebenden Spezies. Ob sich der Schöpfer darüber klar war, dass er mit instrumentalisierten Charaktereigenschaften Mord und Totschlag...
  3. Die Revolution des Alfred Schrader

    1 Aus, für alle Beteiligten unerfindlichen Gründen, hatte der Hahn vom alten Martin Traubel beschlossen, den nahenden Tag immer schon einige Stunden im Voraus anzukündigen. Traubel, der neben einem tiefen Schlaf auch mit den zweifelhaften Vorzügen einer an der Schwelle zur Taubheit kratzenden...
  4. Großstadtdschungel

    Wieder kehren ihre Gedanken zu diesem einen Moment zurück, wieder und immer wieder hört sie den schrillen Klingelton, sieht sich schlaftrunken zur Tür taumeln im blaugestreiften Nachthemd, hört unterschiedliche Schritte im unbekannten Rhythmus, quietschende Gummisohlen neben harten Absätzen im...
  5. Irrfahrt

    Wir fahren durch den Wald. Ich beobachte durch die Fensterscheibe die Birken – die an den Gläsern meiner Sonnenbrille vorbeiziehenden Birken. Und ich öffne meine Handtasche und nehme eine Valium und schlucke sie mit etwas Wasser hinunter. Im Radio läuft Be My Baby von den Ronettes. »Wie weit...
  6. Eine Nacht im Freien

    Der Regen prasselte erbarmungslos auf das Blechdach. Florian und Katja lagen darunter, dick eingepackt in ihre Schlafsäcke. Die nasse Kälte umgab sie wie eine zweite Haut und der dichte Nebel machte es unmöglich in die Ferne zu sehen. Katja schlief schon, aber Florian konnte, wie so oft, nicht...
  7. Die Witwe

    - 1 - Die Witwe wischte das lange Messer gründlich an ihrer Schürze sauber. Die letzten Spuren von Blut und Gewebe polierte sie fort und betrachtete die Klinge im ersterbenden Licht des Abendrots, wie sie die Strahlen der untergehenden Sonne reflektierte und Lichtblitze in den Raum verschoss...
  8. Vielleicht hinter Aachen

    Wird ja jetzt wieder kühler draußen, und ich mach immer schon mittags die Fenster in der Küche zu, weil man nie genau weiß, Platzregen, Gewitter, kann alles passieren, und die Küche liegt eben im Wind, da regnet es voll rein. Regnet ziemlich oft in der letzten Zeit, also mehr als früher, denk...
  9. Die Schönheit

    Ich sitze in meinem grünen Rollstuhl und fahre auf dem Gehweg, die Eckernförder entlang. Die Bäume, die die Straße säumen, tragen schon unzählige Blätter, in den verschiedensten Grüntönen. Es ist ein warmer Sonntag im März und eine leichte Brise weht durch mein lichtes Haar. Der Himmel ist...
  10. Eintrag Tagebuch 2.345 - Besuch von Ben

    Und da sitze ich wieder hier. Tränen kullern meinen Wagen herunter. Alleine fühle ich mich, obwohl ich weiß, dass ich nicht alleine bin. Meine Gefühle sind rein egoistisch veranlagt, dennoch fühle ich mich verloren, ungeliebt und als kleine Versagerin. Abgelehnt zu werden ist nicht schön und...
  11. Der Mann, der nicht weinen konnte

    Natürlich waren als Kind auch bei ihm die Tränen geflossen. Nach dem Hinfallen auf der Strasse, bei erbitterter Enttäuschung über das nicht gekaufte Spielzeug oder in ohnmächtiger Wut über typisch kindische Bagatellen. Nur schien es, als hätte er ein von der Natur zur Verfügung gestelltes, und...
  12. Wenn Liebe gemacht wird

    Kathi föhnte sich die Haare, Anne balancierte einen Plüschhund auf der nassen Badewanne und Anton ließ seine Lego-Figur das Regal hochklettern. Im Spiegel sah Kathi, wie seine Hand das auf dem Regal hängende Handtuch griff. Durch einen kräftigen Zug rutschte das Handtuch herunter und riss dabei...
  13. Macht

    Das holografische Dossier schwebt über dem gläsernen Schreibtisch. Auf seinem Deckblatt das Logo der Welthandelsorganisation mit der Überschrift „Globale Ressourcenverteilung“. In die Glasplatte sind kleine Diamanten eingefasst und reflektieren in vielfältigen Farben das Sonnenlicht. Mit der...
  14. Jahrmarkt

    Lainer hasste Volksfeste. Eifrige Ramschverkäufer, pöbelnde Freizeitalkoholiker und immer diese Ansammlungen von Halbstarken. Er verabscheute das ganze Schauspiel. Blöd nur, dass er als Bürgermeister der örtlichen Gemeinde kaum umhinkam, sich auf derlei Veranstaltungen zumindest blicken zu...
  15. Clubrausch

    Ich sitze hier unter Leuten und fühl mich leicht. Die Musik ist gut! Ich bewege meinen Rollstuhl durch den Club und drehe mich, als würde ich schweben. Ich nehme aufmerksame Blicke auf mich. Sie beobachten mich. Die Leute wundern sich, dass ich hier aufkreuze und unbeschwert meine Runden drehe...
  16. Die Kuh im Apfelbaum

    Tobi ist vom Regen aufgewacht. Die Tropfen prasseln an die Fensterscheibe, als würde jemand Erbsen dagegen werfen. Auch die Möwen machen so viel Lärm, dass Tobi sich im Bett aufsetzt und die Augen weit öffnet. Aber richtig gut sehen kann er trotzdem nicht. Alles ist grau und langweilig. Genau...
  17. 1988 - Eine Woche im Kreislauf - die Wirklichkeit eines unzerstörbaren 17jährigen

    1988 – ein beliebiger Montag Berufsschule. Ich habe verschlafen, der Sonntag war wohl zu lang. Ich hänge mir meinen dunkelbraunen Wildlederbeutel mit den Fransen und dem gummierten Motörheadpatch um den Hals. Das Ding habe ich von Ingolf, hat er aus Ungarn mitgebracht, und ist bei den Metallern...
  18. Im Rausch der Gedanken

    Für einen Samstagabend war die U-Bahn gut besetzt, platzte aber, anders als an Wochentagen, keineswegs aus allen Nähten, wodurch man nicht nur in den Genuss einer Sitzgelegenheit kam, sondern obendrein – solange man nicht ins Visier eines Schaffners geriet – seine Beine bequem am freien Platz...
  19. Zurückgelassen

    Ich traf an der Adresse ein und hupte. Nach wenigen Augenblicken hupte ich erneut, diesmal länger. Kurz überlegte ich, wegzufahren – schließlich hatte ich mich schon für heute bei der Zentrale abgemeldet, – stieg dann aus und klopfte an die Tür. „Einen Moment noch, bitte“, flüsterte eine Stimme...
  20. Ein seltsamer Morgen

    Er wachte auf. Die Sonne stand nur knapp über dem Horizont. Er blickte auf. In wenigen Minuten würde sein Wecker klingeln. Er richtete sich langsam auf. Sein Blick fiel auf eine große, braune, fast schon antike Kommode, die er bereits vor einiger Zeit reparieren wollte. Lange dünne Nägel ragte...
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