Was ist neu

mundart

Genre: mundart

  1. Wegscheide

    Wie'sch hier gelandet bin? Kannisch Ihnen sagen. Dat weißisch noch, als wäret gestern gewesen. Solsche Momente vergisst mannisch. Die prägensisch eim ein, fürs Leben. 'Schwa mit zwei Kumpelz unterwegs gewesen. Nach der Schull hamma uns imma in der Stadt rumgetrieben. Zu Hause waja keina. Die...
  2. Dr Heuhubr

    „Dr Heuhubr redad it viel, blos wennr ebas zum saga hot.“ „Aha. Aber wo kann ich ihn jetzt finden, den Herrn Heuhuber?“ „Aufm Feld, im Wald. Was, weiß i?“ „Und wenn er mit der Arbeit fertig ist?“ „Ja.“ „Wenn er mit seiner Arbeit fertig ist, wo kann ich ihn dann finden?“ „Im Stall. Bei die...
  3. Manni und Speimanes

    »Speimanes, dun mer en Jefalle, schell ma beim Kasulke, isch han de Häng voll.« Mit einem Grummeln sprang der kleine hellgraue Höllenhund von der Schulter des untersetzten Mannes auf das kleine Mäuerchen vom Windfang und zog mit einer Kralle an der rostigen Kette. Über der Tür ertönte eine...
  4. Frösche klatschen

    Er wollte, dass seine Tochter mich am Bahnhof abholt, aber ich sagte ihm, dass ich mit dem Auto käme. Okay, nuschelte er und fügte noch hinzu: “Wosch jo, wo´n i wohn.“ Er legte sofort auf und mit gemischten Gefühlen trat ich ans Fenster, sah hinaus in den einsetzenden Regen. Banni, wie wir ihn...
  5. Die aal Post

    (Südniederfränkischer Dialekt / Niederrheinisch. Hochdeutsche Version unten.) „Hallo Pitter. Esch bönn et, Jünter. Esch woll dech bloß kott Bescheed jeäve. Pass op: Dä Parekplaatz von KAUFLANK, wo vröer REJAL woer – ävver dä do onge, no de Stadt hen – net an dr Fluchhaven do o-eve, nä, dä, wo...
  6. Die Dorfkneipe

    Es ist ein Spätsommertag in den frühen Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Ein Ort, an dem die D-Mark weniger wert ist, das Russische vertrauter als das Bayrische und das Bier günstiger am Tresen als im Kasten ist. Und dann geht die Tür auf. Von draußen tritt ein mittfünfzigjähriger Mann...
  7. Das Geheimnis der Gruft zu Köln

    Kratzend glitt die Feder über das Papier, hinterließ geschnörkelte Buchstaben, die violett und feucht im Morgenrot glänzten. Ein tiefes Seufzen entglitt der Frau im schwarzen Kleid. 22.07.1860 Ich wusste, dass die Küchenmagd Minna uns beobachtete und aus unseren geheimen Treffen Wiener Klatsch...
  8. Kindheit unter Schwaben

    Ein hartes Schicksal verschlug mich im zarten Alter von 12 Jahren in eine der rauhesten Gegenden des deutschen Sprachraums - nach Schwaben. Auf einem Stuttgarter Gymnasium lernte ich die ganze Brutalität kennen, zu der die deutsche Zunge imstande ist. In Schwaben wurde mir klar, warum der...
  9. An einem gottlosen Ort...

    Es ist Nacht in der Stadt. Schon längst hat die Finsternis ihren Zenit erreicht und doch bist du hier, Fremder. Hier an diesem gottlosen Ort. Die verwitterten Hausfassaden in tiefes Schwarz gehüllt, wie dickflüssige Tinte auf einem Gemälde verstrichen. Die Gassen in prasselnden Regen getränkt...
  10. Bildungsauftrag

    Bauer Vogt stieg von seinem Trecker und betrat den Kiosk, dessen Türschild „geschlossen“ behauptete. Vier Herren prosteten ihm zu. „Da hab ich ja de hiesige Elite auf einem Haufen. Männer, getz is Schluss mittem Frühschoppen, et gibt Arbeit.“ Günther Pawlak sah mit geweiteten Augen auf seine...
  11. Pottwale, Eine Nacht im Kiosk

    „Luigi, noch en Pilsken und en Kurzen, dann geht der Oppa na Bett!“ Reinhard Nölling lehnte sich mit einem satten Grinsen an die Raufaser und ließ seine Augen zwischen den Gesichtern wandern, die sich ihm zuwandten. „Ja, wat? Ich muss morgen raus, ihr Knalltüten.“ „Tu mich auch noch einen.“...
  12. Schattenmann // Entlein

    Ein Schattenmann im Sommer Er lässt sich auf ein Ästchen nieder, sein Blick entspannt und klar Die Lider werden müde, der Atem ist jetzt tief Aus dem Nichts doch, eine Lederhand, umschließt den ruh’nden Spatz Ein Schattenmann mit rotem Haar, wächst aus dem Stamm heraus Sie seh’n sich an, sie...
  13. Weiße Westen

    Hannes schlenderte mit Eimer und kleiner Harke zwischen Kartoffeln und Erdbeeren. Hier wie da war nicht wirklich etwas zu tun, außer so zu tun. Menning von nebenan war beschäftigt, obwohl auch dessen Frau schon vor einer halben Stunde zum Abschied gewunken hatte. Er trug Farbdosen und Pinsel in...
  14. D'Märel

    E Knuppert. Eng Märel ass widdert d’Glas vun der Veranda geflunn. De schwaarze Vullekierper läit um Réck. Eng onnatierlech Positioun. Kaze leien um Réck. Hënn, wann se wëlle geheemelt ginn. Awer eng Märel sëtzt um Bam a päift. Mueres fréi. Elo: d’Patten, déi sech lues no ënne bewegen...
  15. Wa(h)rsteiners Resi G. Nation

    In Baumfalkengrün kracht es. Der Fahrer des Wagens steigt voll in die Eisen, kann den Zusammenprall aber nicht verhindern. Das Reh donnert in die Windschutzscheibe, das Auto rauscht die Böschung hinunter. Blaulicht saust an Marianne vorbei, die gerade den Bürgersteig fegt. „Wos is denn do los?“...
  16. Der Jürgen

    Keine Sau im Betrieb, bin der Erste, wie immer. Hab noch Schnee aufn Schultern vom Weg übern Hof. Drinnen isses scheißkalt. Um die Uhrzeit läuft die Heizung noch nich. Ich drück den Schalter, es is stockdunkel, auch von draußen kommt nix rein. Die Lampe knackt, ich hör den Starter, aber das Ding...
  17. Gespräch mit Unbekannt

    Wie jeden Tag habe ich die Zeitung in der Hand. Normalerweise fliege ich über das Horoskop und das war es. Die Regionalzeitung gibt nicht viel her. Doch heute blättere ich weiter. Ein ganz normaler Montag, die Mittagspause verbringe ich allein daheim. Auf dem Tisch steht eine Tasse Kakao, das...
  18. Kauderwelsch

    In der Fragnerei mit Schaubendach und Marmelsteinwänden saß ein seigneuraler Seelenhirt und verkaufte Siedlerstolz. Angeblich! Dieser Tatarenmeldung musste ich als reputierlicher Hauptschriftleiter nachgehen. Es ist der tolldreiste Kokolores, von Possenreißern und unbemühten Holdrios, der nicht...
  19. An'er Als

    I. Tausch Als Mausi noch meine Freundin war, hatte ich Mumm. Sie passte auf mich auf. Ich hatte zwei Freundinnen. An’em Tag besuchten Mausi und ich unsere annere Freundin Hoka. Für sich nix Besonneres, aber als ich am Morgen die Tür öffnete — ganz ohne Bang — und die Luft in’e Lungen sog...
  20. Waat dat watt?

    Ole sitzt zum ersten Mal in seinem Leben alleine auf dem Dachboden. Es war immer Käthes Aufgabe, sich um Adventsschmuck, Weihnachtskugeln und all die schönen Dinge zu kümmern. Der brüchige Pappkarton in seinen Händen fühlt sich viel zu leicht an, dabei hängen die samtroten Kugeln doch schon seit...

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