Was ist neu

seltsam

Genre: seltsam

  1. Zur Arbeit

    Die Luft flimmert über dem Asphalt. Schon morgens um kurz vor neun fällt Hano das Atmen schwer. Ein Jackett verdeckt das durchschwitzte Hemd. Am Ende der Straße steht das braune Bürogebäude. Die reflektierenden Fenster schirmen dessen Welt ab. Das eigene Spiegelbild statt eines Blickes ins...
  2. Knochenspreißel

    Unter den Reifen unseres Bentleys knirscht der Kies, als der Wagen beim Spielplatz zum Stehen kommt. Ich drücke mein bleiches Gesicht gegen die Scheibe. Hinter den Fenstern klebt eine verwaschene, graue Welt ohne Konturen. Hier drin wohnt die Kälte und Papa sitzt vorne, streichelt die Armaturen...
  3. Unsichtbar

    Die Gruppe von Touristen, Chinesen, Japaner, Briten, Amerikaner, hatte sich vor dem nächsten Gemälde eingefunden, um der Erklärung der Museumsführerin zu dem Werk eines berühmten flämischen Meisters zu lauschen. Die Führerin, eine Kunstgeschichtestudentin, begann mit amerikanischen Akzent ihren...
  4. Innerer Dialog mit: Postal

    going postal: umgangssprachliche Bezeichnung, vor allem in den USA, für gewaltsames Herumwüten, Amoklaufen. “ICH BRING SIE UM!”, schrie der junge Mann in der schwarzen Kutte. “Okay, was ist diesmal passiert, Postal?”, sagte Egon, der im Türrahmen von Postals Zimmer stand, “Meine Güte, wir...
  5. #tod #caralina

    Caralina stöbert wie immer in ihrer Freizeit auf instagram herum. Schrott. Schrott. Ein weiterer instagram-millionär. Schrott. Immer dasselbe. Plötzlich stockt ihr Atem. Dieses Gemälde das hat sie schon einmal gesehen. Doch nicht in einem Museum. Nicht im Internet. In keinem Buch. In einem...
  6. Der Klavierspieler

    Sonntag. Spät Abends, es ist dunkel. Die rotorangenen Laternen erhellen schwach das Pflaster. Der Nachbar hat zum Essen eingeladen. Ein Witwer, Mitte 40, Pianist von Beruf, ein ausgesprochen Guter dazu. Die Eingeladene, Frau Amenroth, setzt einen Fuß auf die Türschwelle, die linke Hand an den...
  7. Der Wanderer im Nebel

    Wie konnte ich nur so verblendet gewesen sein, mich zu dieser vermaledeiten Anstellung überreden zu lassen? Das war einer der üblichen Gedanken von Jonas, während er einen abendlichen Spaziergang durch den kleinen Ort machte. Ein verlockend klingendes Angebot eines Arbeitgebers hatte ihn...
  8. Sein letztes Duell

    Die Hunde kamen im Morgengrauen. Vielleicht waren sie auch nie weg gewesen, wer konnte dies schon sagen? Räudige Köter, abgemagert und scheu. Sie streunten über die staubige Hauptstraße, als könnten sie wittern, dass das Spektakel in wenigen Stunden den einen oder anderen Leckerbissen abwerfen...
  9. Wohin du gehst

    „Anna, wo willst du hin?“ „Ich bin gleich zurück, Mum.“ „Wir müssen in zehn Minuten am Check-in sein, vergiss das nicht!“ Normalerweise würde Anna ihrer Mutter mit einem Augenrollen zeigen, was sie von ihrer Überfürsorglichkeit und der offensichtlichen Tatsache, dass ihr Flieger alsbald abheben...
  10. Copywrite Spätsommerreise

    1. Auf der anderen Straßenseite steht ein Toter. Ein Mann, schätze ich, oder zumindest der Körper eines solchen; groß, breites Kreuz, lange Schuhe. Ein mächtiger Spätsommerregen prasselt auf die Pflastersteine zwischen uns. 2. Im vollständig bandagierten Gesicht trägt der Tote eine verspiegelte...
  11. Fina und ich

    Es war heiß in jenem Sommer, in dem meine Mutter mit Fina und mir aus der Stadt aufs Land zog. Ganze Tage streunten wir in der neuen Umgebung umher, während meine Mutter alles, was sie zu geben hatte, in die Renovierung unseres neuen Hauses steckte. Tagsüber bestrich sie Wände mit heller...
  12. Ein Tag im Leben von Aldrich

    Er wacht auf. Nach dem Aufwachen, darf das Zähneputzen nicht vergessen werden. Eine kurze Dusche und dann zieht er sich an. Wenn Aldrich sich anzieht fängt er immer mit der linken Socke an, dann macht er mit seinem T-Shirt weiter, dann die Unterhose, dann die Hose und zuletzt die rechte Socke...
  13. Eine gewöhnlich seltsame Wand oder eine seltsam gewöhnliche Wand?

    Sie starrte an die Wand. Nicht, dass es da etwas zu sehen gab. Es war schließlich nur eine Wand. Eine graue Wand mit gelblichem Stich. Keine sonderlich schöne Wand. Sie starrte also nicht in der Erwartung an die Wand, dort etwas zu entdecken, sondern einfach so. Sie starrte einfach so an jene...
  14. Wer sich umdreht

    Gregor Lisa stand vor ihm am offenen Fenster. Aus dem Garten trug der Wind das liebliche Aroma der Orangenblüten herauf, doch Lisas Duft in seinen Armen genoß Gregor mindestens ebenso sehr. "Ich könnte jedes Jahr hierherfahren!", seufzte er. "Manchmal würde ich am liebsten nach Südfrankreich...
  15. Praesidio

    „Elli? Hey, bist du noch da? Steven? Kann mich jemand hören?“ Keine Antwort. Mark überprüfte die Kommunikationsgeräte sowie die Vitalanzeigen der Crew, konnte jedoch nichts Ungewöhnliches entdecken. Ja, Elli konnte ihren Kollegen ausgezeichnet hören, klar und deutlich. Gleichzeitig schien...
  16. EM 2004

    Tragisch ist ein Wort, welches man in viele Kategorien unterteilen muss. Es ist tragisch, wenn man aufs Klo muss und es ist keines da, dies steigert sich dann proportional, wenn man erleichtert doch noch eines gefunden hat, sein Geschäft macht, aber dann kein Papier vorfindet. Dies ist...
  17. Alles gut

    Die Trauerbuche neben dem Grab war schon über hundert Jahre alt. Die Äste reichten bis auf den Boden, das gelbbraune Laub raschelte im Wind. Dahinter versteckten sich Theas Eltern und tuschelten. Thea verstand nie, was sie sagten, aber es war schön sie zu hören. Thea stellte den schweren...
  18. p s y c h e d e l i s c h e s m a n i f e s t

    Löwy, 1,1 Mein Husten verhallt wie ein freudiger Schrei, meine Zunge stochert in heißem Brei, mein Qualm wird sich gleichmäßig im Raum verteilen, um verloren gewähnte Synapsen zu einen. Dieser Satz soll auf mir kleben bleiben wie der frisch geerntete Haschklumpen, den Donna mir gerade auf die...
  19. Es lässt nie los...

    Er würde sich bestimmt nicht mehr lange wohlfühlen. Ruby schob mit den Fingern ihrer Linken die Brille zurecht. Sie saß etwas quer auf ihrer Nase und war an den Innengläsern leicht beschlagen. Das war gut, denn so konnte Kemp nicht sehen, dass ein oder zwei Tränen flossen. Kemp Tyshinski saß am...
  20. Eine Ohrfeige im Zirkus

    Den Vorhang auf und rein in die Manege. Das Publikum applaudiert. Zuerst betreten die Clowns die Bühne. Ihr winziges Auto fährt in die Mitte des Zeltes. Die Tür öffnet sich und es herrscht Stille. Dann steigt der Hauptclown aus dem Auto und sieht sich mit seinem bunt geschminkten Gesicht um. Da...

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