Was ist neu

seltsam

Genre: seltsam

  1. Don der Drohnenreiter

    Dons Vater hieß Bob Jr, dessen Vater Bob Sr, dessen Vater Bob Jr und so weiter, was bei jeder ungeraden Generation verwirrte Blicke hervorrief. Der alte Bob Jr mit dem kleinen Bob Sr, komisch, aber man gewöhnt sich dran. Die Linie der Bobs war großgewachsen. Der Stammbaum und die Individuen...
  2. Die Summe seiner Teile

    ›Neue Hardware wurde erkannt. Das Gerät kann jetzt verwendet werden‹. Wie gebannt starre ich in die nagelneue Webcam. Sie zu klauen war leicht, die Installation noch leichter. Jetzt glotzt ihr lidloses Auge mich an, stoisch, wartend … bis ich mutig genug bin, loszulegen. Mit einem Mal wird mir...
  3. Rabe

    Wann werden wir erwachsen? Wann überschreitet man die Schwelle der Kindheit? Schleichend vergehen die Jahre und der Wandel der Dinge nimmt seinen Lauf, doch wann weiss man endgültig der Zauber der Kindheit ist verflogen? Als ich noch ganz klein war, und meine Mutter selbst bloss nur ein Mädchen...
  4. Ein Mann und sein Quietscheentchen

    Ausgezehrt sitzt Arnold in der Badewanne, die gleichermaßen Sarg und Arche für ihn sein könnte. Das Badfenster ist gekippt und das Mondlicht erhellt die wenigen Schaumreste. „Hast schon lang nicht mehr so geguckt, Prinzessin.“, sagt er zu dem Quietscheentchen, mit dem er sich das beinah kalte...
  5. Die Uhr

    Er bummelte unschlüssig an diesem Stand mit all dem Gerümpel aus längst vergangenen Tagen herum. Die Menschen bahnten sich ihren Weg durch die engen Gassen des Flohmarktes. Wie Ameisen bahnten sie sich einen Weg. Man wühlte sich durch, hie und da bekam er einen unbeabsichtigten Rempler. Und er...
  6. Von Träumen und Drachen

    Ich hatte es mir an einem Lagerfeuer gemütlich gemacht, mit einer wunderschönen Aussicht auf die zerklüftete Landschaft und den Felssäulen, die sich mehrere hundert Meter in die Höhe streckten. Hinter dieser Landschaft färbten zwei untergehende Sonnen den Himmel in ein feuriges Rot. Hin und...
  7. Die Hoffnung ist nicht grün

    Der Kürbis vibriert, schaukelt und rollt behäbig vom Kompost hinunter. Noch eine Böe. Die Stangenbohnen schwanken, ihr Rankgestell neigt sich, sinkt gegen den Strommast und bleibt dort zitternd hängen. Der ganze Garten wird aufgepeitscht, durcheinandergewirbelt und erwartet, sich ängstlich...
  8. Die immer weint

    Andere hätten vielleicht geglaubt, sie sähe nicht nach draußen, weil keiner gern den Regen betrachtete, der in unablässigen Abständen die Scheibe mit seiner Verschwommenheit bespuckte. Susie jedoch wandte sich vom Fenster ab, um das Unvermeidliche hinauszuzögern, denn das einzige, was sie...
  9. Durst

    »Die Köpfe runter, niemand bewegt sich! Wer uns ansieht, kriegt ’ne Kugel verpasst!« Onkel Buraks Bariton klingt gedämpft durch die Wollmaske, noch tiefer als sonst. Ich zwinge mich, ruhig zu atmen; der Herzschlag fühlt sich an, als wolle die Pumpe durch den Brustkorb ausbrechen wie das Monster...
  10. Der Freimann

    Immerzu hör ich se flüstern. Meist schon, bevor ich um die Ecke biege. „Der Freimann kommt“, raunen se, während ihre Kinder mit großen Augen hinter Rockzipfeln und Hosenbeinen hervorlugen. Sie machen mir Platz. Stehen eng beieinander, die Hände in den Taschen vergraben. Nem Haufen Schafe gleich...
  11. Der Realitätsschwund

    Das dunkle und stille Kinderzimmer wird von sich immer wiederholenden Stimmen erleuchtet. Doch woher kommen diese? Es scheint alles völlig normal zu sein, ich liege in meinem Bett und sehe das Flimmern des Fernsehers durch den Türschlitz. Immer wieder versuche ich mich zu bewegen... vergeblich...
  12. Das Hotel

    Wie aus einem grausamen Alptraum entrissen, wuchte ich mich mit einem tiefen Röcheln nach vorne. Eisiges Wasser umgibt meinen nackten, zitternden Körper. Mit aller Kraft zerre ich mich aus der Wanne und stürze zu Boden, meine Beine geben einfach nach. Mein Gesicht verzieht sich vor Schmerz, als...
  13. Dunkelheit

    Eine schwere, warme Hand legt sich auf meine Schulter. Ich bewege meinen Oberkörper, um sie abzuschütteln, aber sie ist unerbittlich wie ein Fels. «Alles wird gut.» Das ist das Einzige, was er seit Wochen zu mir sagt. Alles wird gut. Als wären es die einzigen Worte, die er kennt. Vielleicht...
  14. Der Exerzierplatz

    Ich gehe gerne hier spazieren, ein kleines Naturschutzgebiet mitten in der Stadt. Ein 1890 angelegtes deutsches Armeegelände, dann nach dem Krieg besetzt von Amerikanern, schließlich vor einigen Jahren von der Stadt zurückgekauft. Es hat etwas Urzeitliches, eine sandige, niedrig bewachsene...
  15. Sie bleibt über Nacht

    "Guten Abend Magda." "Hallo Nadja, da bist du ja. Ich habe leider nicht so gute Nachrichten, aber setz dich erstmal." sagte die kleine Blondine und drehte sich wieder mit dem Rücken zu Nadja. Diese setzte sich auf den anderen Bürostuhl im Raum und seufzte "Gut, dann schieß mal los." "Also…...
  16. Die toten Füße von Westlor oder...

    ... die unerwartete Blamage des Kommissar Wyss Es waren nur einige Sekunden, doch so lange musste Kommissar Pal Wyss noch nie am Fundort einer Leiche suchen. Nicht einmal die Markierungen der Spurensicherung wiesen ihm den Weg zum Toten. Auch sein Assistent Holger Schmid tappte im Dunkeln...
  17. Novelle Die Unsterblichen

    Ich sitze auf der Rückbank eines Nissan und fahre mit den Fingern über die Klinge des Schweizer Taschenmessers, das ich in der Jackentasche bereithalte. Die Klinge ist etwa so lang wie ein Zahnstocher und ich habe Angst, dass es im Fall der Fälle gar nicht so einfach wäre, damit den Fahrer und...
  18. Reptilien

    Mein Freund Aribert fragte mich eines Tages, als wir im örtlichen Stadtpark saßen und eine Flasche Rotwein teilten, folgendes: „Hast du schon mal davon gehört, dass es Reptilien unter uns gibt?“ Ich sah ihn verdutzt an: „Meinst du Salamander oder Frösche, Kröten?“ „Frösche und Kröten sind keine...
  19. Gemeinsam

    Als David Lesitzki das Licht der Welt erblickte, regnete es. Die Regentropfen kullerten am Fenster des Marienhospitals herunter. Um den kleinen Schreihals standen alle nahen Angehörigen gespannt und fröhlich herum. Das waren Peter, Monika und deren erstgeborene Tochter Ilse. Seine bereits drei...
  20. Der gute Vitri

    An einem Sommermorgen verschwand mein kleiner linker Zeh. Es war nicht so, dass er sich infolge einer Verletzung oder eines anderen schmerzhaften Prozesses verabschiedet hätte. Vielmehr bemerkte ich sein Fehlen zufällig beim Duschen. Ich sah das schrumpelige graue Ding noch im Strudel über dem...

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