Was ist neu

spannung

Genre: spannung

  1. Plastiksoldaten (Die Dreckigen und Kaputten)

    Unzählige Finger betätigten an Abenden wie diesen ihre Türklingel; das matte Weiß des Schalters verfärbte sich mit der Zeit in ein Gelbbraun, das nur in Form von Pisse auf den Klobrillen öffentlicher Toiletten zu finden war. Sie wusste nie, woran sie es erkennen konnte, noch um welche es sich...
  2. (Tschu-tschu.) und (Chew-chew.) – Der Kopf eines zum Tode Verurteilten

    (Tschu-tschu.) Bevor Sie weiterlesen, Mr. Jensen, lassen Sie mich raten: »Chew-Chew-Chan tot durch Old Sparky«. Lautet so die Titelseite? Ich hoffe es doch. Ich werde versuchen, auf der Fotografie nicht zu blinzeln. Versprochen. Wissen Sie, ich möchte mich nicht versuchen zu erklären. Um Gottes...
  3. Serie "Seelenruhig" aus "Lehrgefäß"

    Seelenruhig 1982 - Herbst - Grafenstein Ost Martha Proph, geborene Schvartz, geboren am 12.01.1961 in Bad Berken, wohnhaft in Grafenstein Ost Promoviert an der Universität zu Freiborg, Fachrichtung Sonderpädagogik, Schwerpunkt Geografie und Mathematik (6 Semester) Er ist ganz ruhig. Er...
  4. Pause müsste man drücken können

    Wie immer. Der Typ schnarcht auf der linken Spur vor Carlos Tesla. Wegballern müsste man den. Jetzt. Sofort. Mit einer Pumpgun. Aber das geht nicht. Weißt schon. Polizei und so. Macht ja auch einen riesigen Ärger. So ein Schuss mitten auf der Autobahn. Bei hundertachtzig. Carlos dreht das Radio...
  5. Durchreise

    Seit Stunden gibt es keinen Gegenverkehr, wir sind allein in dieser Einöde. Eine schnurgerade endlose Straße, deren Asphalt in der Hitze am Horizont flimmert. Die Interstate 80 führt durch Nevada über Winnemucca, wo der Highway kurz vorher einen Knick nach Süden macht. Es gibt eine alte...
  6. Der Freispruch hilft nicht dem Gewissen

    Annika wusste nicht, was sie geweckt hatte. Es war dunkel, die Wohnung still. Allzu lange geschlafen hatte sie noch nicht, der Wecker zeigte kurz nach Mitternacht. „Alles gut!“, versuchte sie sich zu beruhigen. Wahrscheinlich irgendein Geräusch von draußen: eine Fehlzündung, eine zugeknallte...
  7. somewhere over the rainbow

    Schweiß auf meinen Handflächen, meine Atmung wie nach einem hundert-Meter-Sprint, ihre Hand zum Greifen nah, meine Kehle wie zugeschnürt und trocken wie ein leeres Flussbett. Ich muss sie berühren, will ihre Haut spüren. Langsam und tief atmen, ermahne ich mich. Wir sind am Boden, beide, hocken...
  8. Das Tier

    Im letzten Licht des Tages entdeckte ich Wollgras, Fieberklee und Moosbeeren. Juli - der Moderdunst der Sümpfe lag über der Bruchlandschaft. Ich kniete vor den weißen, trichterförmigen Blüten einer Schlangenkrautpflanze, um sie näher zu betrachten, als ich aus den Augenwinkeln eine Bewegung...
  9. Die Schatten von Coldhaven

    Coldhaven im Jahr 1889. Die Stadt atmet durch Schornsteine aus schwarzem Ruß, und der Nebel vom Fluss schmeckt nach feuchtem Eisen und dem Verwesungsgeruch des Watts. Es gibt kein Vorzeichen für den Anfall. Nur diesen einen, vertrauten Schlag hinter das rechte Auge. Es fühlt sich an, als triebe...
  10. Supercut

    Du hast dein Handy in der Hand und siehst dir einen Bareknuckle-Supercut an. Aber du siehst nicht richtig hin. Mit deinen Gedanken bist du woanders. Deine Nase läuft. Deine Beine kannst du nicht stillhalten und weil du gerade erst eine Line gezogen hast, schiebst du Kiefer. Du zündest dir eine...
  11. Wenn der Schmerz das Einzige ist, was bleibt

    »Warnung! Druckverlust. Außenhülle der Ebene Dreizehn beschädigt«, ertönte aus den Lautsprechern eine Ansage in regelmäßiger Abfolge. Schnelle Schritte hallten durch einen leeren, breiten, endlosen Korridor. Die dürftige Notbeleuchtung der roten Warnlichter warfen blasse Schatten von ihm an die...
  12. Hinterher

    „Verdammt Armin, mach die Tür auf!“ Das Donnern meiner Faust auf die Tür klingt zwischen den hohen Wänden des Treppenhauses nach. Kurz fürchte ich, gehört zu werden, obwohl mir angesichts der Situation wohl niemand einen Vorwurf machen würde. Erneut lasse ich eine Salve an Fäusten auf das...
  13. Die Hand

    „Ich bin 92“, sagte Grete Raither und schenkte sich ein Stamperl Zwetschenschnaps ein. „Trinkst du auch einen?“ „Um Gottes Willen nein!“, lehnte Phillip Fischer dankend ab und verfolgte erstaunt, wie die alte Frau mit zittriger Hand sein Glas füllte. „Der ist hausgemacht, musst keine Angst...
  14. Besuch der Tochter

    Gleis drei. Viertel nach fünf. ICE 1157. Mehr stand nicht in der Nachricht. Der Zug kommt tatsächlich pünktlich. Rudloff steht am Bahnsteig und beobachtet die aussteigenden Menschen. Klappernde Rollkoffer werden an ihm vorbeigeschoben, der rote Sekundenzeiger der Bahnhofsuhr dreht seine Runden...
  15. Störfrequenzen

    Leo wusste, dass ich sie genau dort finden würde. Die Kassette stand auf dem Regal, eingeklemmt zwischen einer Bob-Dylan-Biographie und dem Gitarrenbuch von Peter Bursch. Die Hülle war vergilbt und das Einlegeblatt in seiner schwungvollen, eleganten Handschrift bekritzelt. Oben in der Mitte...
  16. Das Wanderhaus

    Das Wanderhaus von Hanno Berg I Benjamin war auf dem Weg durch die Altstadt zur Universität. Gedankenverloren ging er an den schmucken Fachwerkhäusern vorbei, ohne Einzelheiten wahrzunehmen, denn er dachte nach. Als er aber an die Ecke Gerichtsweg und Rathausplatz kam, schaute er sich um. War...
  17. Auf freier Strecke

    Ein Ruck riss Aaron aus seinem Traum. Die Kinderstimme in seinem Kopf wurde leiser, verschwand. Was war das nur für ein seltsames Lied gewesen? Angsteinflößend! Er hatte es schon einmal gehört, aber wo? Noch halb benommen strich er sich über die Stirn. Der Zug hielt. Als Aaron aus dem Fenster...
  18. Das Rauschen des Stillstands

    Die Kälte biss immer schärfer in ihre Gesichter. Der Wind trieb Papierfetzen über den leeren Parkplatz, die sich in einem Stapel abgenutzter Reifen verfingen. Über allem hing ein dumpfes Brummen: der gleichmäßige, vibrierende Bass des Truckmotors. Timmy fröstelte, schob die Hände tief in die...
  19. Lydias Blutige Gnade

    Lydias blutige Gnade - 31.03.1992 – 22:59 Uhr – Hamburg - Rotlichtviertel "Du bist zu weich für diesen Job! Hab´ ich dir vor Jahren schon gesagt, Harvey!", brüllte ich über das Knallen der Gewehrschüsse hinweg. "Ich bin nicht zu weich, sondern ich habe noch einen kleinen, beschissenen Rest...
  20. Sind Sie ein Sünder, Pfarrer?

    All die müden Pferde liegen in der Sonne und sie öffnen die Augen nicht, um der Wahrheit ins Gesicht zu blicken. Sie verstecken eher den Kopf vor dem Licht, ihren Verstand vor dem Logischen: Sie werden benutzt und geschlachtet, geritten und erschossen, geliebt und ausgereizt. Sie sind das...
  21. Die Schlacht bei Sempach

    Die Sonne hängt bleiern über dem Feld von Sempach. Ein Tag, der nach Sommer riecht, aber nach Blut schmeckt. Ich stehe zwischen meinen Kameraden, die Schäfte unserer Spieße in der Hand, das Leder der Riemen klebrig vor Schweiß. Ich ziehe den Helm tiefer ins Gesicht, spüre das Gewicht auf meinem...

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