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Die verbrannte Farbe der Kirschblüten

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16.09.2007
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Die verbrannte Farbe der Kirschblüten

Am Ende, da wachen wir alle wieder auf und gehen unserem gewohnten Alltag nach. Doch was ist, wenn du das Leben nicht mehr ertragen kannst und sein Inhalt einfach keinen Sinn mehr ergibt?

Wichtige Dinge wirken unwichtig und unwichtige Dinge unerreichbar. Das Leben, ein Theaterstück einer immer währenden Aufführung. Die momentane Bühne, eine Innenstadt wie jede andere. Der Protagonist, der gleiche wie jeden Tag.

Ein Kirschbaum erstreckt sich weit über meinen Kopf. Ich gehe das allzu bekannte Drehbuch durch und stelle mich darauf ein, wie immer eine perfekte Show abzugeben. Ich bin schon lange im Geschäft und weiss kaum noch wie es war, bevor meine Karriere begann. Mittlerweile bin ich ein absoluter Profi, der selbst in den schwierigsten Situationen einen kühlen Kopf bewahrt.

Doch an diesem Tag ist für den Helden ... Heute ist es anders für mich. Wenn ich nach oben blicke, sehe ich anstatt der Kirschblüten, die sonst immer zierlich die Route Richtung Boden nehmen, etwas neues. Ascheflocken wirbeln in einer immer wachsenden Anzahl umher und fangen an, die ganze Stadt zu bedecken. Die Sonne breitet sich immer weiter aus und scheint im begriff zu sein, den ganzen Himmel zu verschlingen.

Zum ersten Mal in meinem Leben, weiss ich nicht mehr, was ich spielen soll, nichts wirkt mehr wirklich. Etwas Neues ist aufgetaucht. Etwas Anderes ging verloren. Mir bleibt nicht mehr übrig, als in einem mir fremden Leben zu wirken, welches in diesem Moment beginnt...

Es ist ein heißer Sommertag. Sonnenstrahlen drücken die Hitze auf meinen schon nassgeschwitzten Nacken. Ich stehe hier in mitten einer Masse von Leuten. Alle laufen hastig hin und her, zielstrebig kämpfen sie sich durch die Flut aus Menschen, die wie Wellen im Sekundentakt aufeinander prallen. Verschwitzte und angespannte Gesichter. Kein Lächeln zu finden in diesem Meer. Ich sehe nur zu, ich bewege mich nicht, ich beobachte nur, wie diese Menschen sich schubsen, stoßen und sich gegenseitig angewiderte Blicke zuwerfen.

Ich kann es einfach nicht begreifen, warum leben diese Menschen? Welchen Zweck erfüllen sie? Sie geben nur etwas, um etwas zu nehmen, sie leihen sich etwas und geben nur die Rückstände zurück. Die Vergöttlichung der Materie, das Geld als Held, eine Perversion im Auge derer, die um zu sehen nicht nur die Augen öffnen.

Ich stehe hier immer noch regungslos auf diesem tobenden Platz und fühle mich auf einmal, als hätte sich eine Insel gebildet in diesem Meer aus Menschen. Die Wellen schlagen sehr hoch, doch ich bleibe zum größten Teil trocken. Jetzt fühle ich mich leichter, die anderen, sie kommen und gehen, doch ich bleibe, ich stehe hier. Ich bin kein Fels in der Brandung, nein, nur ein Stück Holz, das sich verhakt hat.

Aus einer Laune des Himmels heraus bilden sich plötzlich Gewitterwolken am Horizont. Es fängt an zu regnen, ich strecke meine Zunge so weit hinaus wie möglich und breite meine Arme aus. Auch wenn mich die Außenwelt für einen Verrückten hält, mir ist in diesem Moment alles gleichgültig. Auch wenn es nur für einen kurzen Augenblick ist, kann ich diese Welt endlich vergessen. Also lasse ich es mir auch nicht nehmen, hier mit weit geöffnetem Mund zu stehen und zu fühlen, was ich schon lange vergessen hatte. Es ist so wundervoll, diese Stille im Regen zu genießen.

Der Boden scheint sich langsam unter meinen Füßen aufzulösen, mir stellt sich die Frage, ob ich nur Träume, oder einfach nur meinen Verstand verliere. Langsam schwinden alle Sinne und ich fühle mich, als würde ich mich immer weiter aus diesem Universum entfernen. Es ist ein seltsames, aber doch irgendwie vertrautes und angenehmes Gefühl.

Überraschenderweise, wird es auf einmal wieder laut, die Außenwelt scheint wieder in mich einzudringen. Erst ein stumpfes Geräusch, welches sich dann wiederholt. Ich spüre Schmerzen und schmecke Blut, es ist auf einmal überall, es vermischt sich mit dem Wasser auf den Pflastersteinen. Ich öffne ein aller letztes Mal meine Lider und das was ich sehe bringt mich dazu, in Verwunderung meinerseits, mit einem Lächeln im Gesicht sterben zu dürfen.

 

sein Inhalt einfach kein Sinn mehr ergibt?
keinen Sinn

Die Gesellschaft, der Moloch, in dessen Fängen wir alle, wie Fleisch im Maul eines Löwen sind
Das ist kein Satz.

Doch an diesem Tag ist für den Helden...
Leerzeichen nach Helden

Etwas neues ist aufgetaucht. Etwas anderes ging verloren
Neues, Anderes

die wie Wellen im Sekundentakt aufeinander prallen
Etwas übertrieben, man weicht sich doch idR aus

wie diese „Menschen“ sich schubsen,
Was möchtest du mit den "" ausdrücken?

Aus einer Laune des Himmels heraus, bilden sich plötzlich Gewitterwolken am Horizont
ohne Komma


So, um es vorweg zu nehmen: mich überzeugt diese KG überhaupt nicht! Im Gegenteil, ich bekomme Gänsehaut, weil es mich an ein schlecht verfasstes Pamphlet irgendwelcher gesellschaftskritischer Gruppen erinnert, das mit großen, aber unendlich LEEREN Worten geschrieben wurde. Keine Reflexion, keine de facto Kritik, nur Dramatik um der Dramatik willen, die schlichte Beobachtung eines eingefahrenen, langweiligen Alltags wird aufgebauscht zu einer existentiellen Anklage, die aber letztlich unüberzeugend und schrecklich naiv daher kommt.
Der Stil ist völlig überzogen, schon der Eingangsvergleich mit dem Maul des Löwens klingt einfach nur schräg. Wer IST denn die Gesellschaft? Genau, jeder Einzelne von uns!
Warum der Prot am Ende stirbt entzieht sich mir, es setzt der KG nur die letzte Lächerlichkeitskrone auf.

 
Zuletzt bearbeitet:

meine Absicht war es auch die Reflexion dem Leser zu überlassen.

Das es offen bleibt, weshalb der Prot am Ende stirbt, finde ich persönlich nicht allzu schlimm, da es nunmal nicht so unüblich ist ein offenes Ende in einer KG zu haben.

Danke für die Korrektur.

 

Hallo Nikolai-Wi,

ich finde Geschichten wie diese immer etwas anmaßend, genauer gesagt: deren Protagonisten. Sie üben sich in Zivilisationsschmerz, wähnen sich einzigartig in ihrer Empfindung und unterstellen der ganzen Welt, sich vom Alltag auffressen zu lassen.
Allein die Vielzahl solcher Geschichten zeigt: die Protagonisten sind nicht allein. Den Überdruss teilen viele, genau so viele haben das Gefühl, etwas Wichtiges geht darunter verloren. Und natürlich ist dieses Gefühl ernst zu nehmen. Gerade, wenn jemand keine Möglichkeit sieht, seinen Alltag für sich so zu gestalten, dass er ihm nicht erliegt.
Aber das ist natürlich ein genereller Kritikpunkt an den meisten dieser Geschichten. Sie oder deren Protagonisten behandeln die Routine des Alltags als ungeschriebenes Gesetz, nicht als etwas, für dessen Gestaltung sie letztlich selbst zuständig sind. Natürlich sind wir jeder Menge Sachzwänge ausgesetzt. Doch selbst in diesen gibt es einen großen Spielraum. Natürlich gibt es unterschiedliche Startmöglichkeiten, immer noch "Klassenunterschiede", mangelnde Chancengleichheit. Nur finden die gesellschaftlichen Faktoren eben keinen Einlass in Geschichten, die sich nur pauschal in Zivilissations- oder Leistungsgesellschaftskritik üben und die Protagonisten am Ende durch Suizid oder - wie bei dir - durch einen Unfall über die Klinge springen lassen.
Letztlich besteht eine Wechselwirkung zwischen Gesellschaft und uns. Wir sind für unser Leben verantwortlich, die Gesellschaft setzt die Rahmenbedingungen, aber da wir zur Gesellschaft gehören, können wir auch die Rahmenbedingungen mitgestalten. Wenn Alltag also so massiv zur Unzufriedenheit führt, muss Kunst in welcher Form es natürlich aufgreifen. Nur als Litanei nützt es nichts, denn Litaneien determinieren die Rahmenbedungenen anstatt sie zu verändern.
Ein paar sprachliche Details:

Ein Kirschbaum erstreckt sich weit über seinen Kopf. Er geht das allzu bekannte Drehbuch durch und stellt sich darauf ein, wie immer eine perfekte Show abzugeben. Er ist schon lange im Geschäft und weiss kaum noch wie es war, bevor seine Karriere begann. Mittlerweile ist er ein absoluter Profi, der selbst in den schwierigsten Situationen einen kühlen Kopf bewahrt.
Bezug: Es ist die ganze Zeit vom Kirschbaum die Rede.
Ich kann es einfach nicht begreifen, warum leben diese „Menschen“? Welchen Zweck erfüllen sie? Sie geben nur etwas, um etwas zu nehmen, sie leihen sich etwas und geben nur die Rückstände zurück. Die Vergöttlichung der Materie, das Geld als Held, eine Perversion im Auge derer, die um zu sehen nicht nur die Augen öffnen.
Woher weiß er das? Kennt er sie alle? Oder ist es einfach anmaßende Projektion?
nein, nur ein Stück Holz, das sich verharkt hat.
verhakt
ich strecke meine Zunge so weit heraus wie möglich
In dieser Perspektive: hinaus

Lieben Gruß
sim

 
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hallo sim,

meine absicht war es eigentlich nicht, den schwerpunkt auf die gesellschaft zu lenken. ich habe mich wieder einmal zu sehr mitreißen lassen und zu viel persönliche meinung einfließen lassen und damit meinen ursprünglichen prog. in den hintergrund gestellt. mein eigentliches ziel war es einen überheblichen, befremdenen prog. zu zeigen, der durch die gesellschaft, die ich ursprünglich eher neutral darstellen wollte in einen zyniker wird, der die realität nicht mir vollkommen wahrnehmen kann.

ich versuche so bald wie möglich die alte version mit einer verbesserten version zu ersetzen.

Er kennt sie natürlich nicht alle, der Prog. ist einfach anmaßend (werde versuchen das deutlicher zu machen)

ich danke dir für deinen korrektur und deinem kommentar

LG Nikolai-Wi

 

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