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Finchen im Nachthemd

CoK

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Finchen im Nachthemd

Kurz vor Mitternacht, ich rollte den Teppich zusammen, der auf dem Tisch meines Pfeilwurfwagens lag. Aus den Augenwinkeln sah ich eine ältere Dame, langes Sommerkleid, graue Haare die strähnig auf schmalen Schultern fielen. Mit beiden Händen presste sie etwas an die Brust. Die Frau kam näher, sie trug Filzhausschuhe. Kein Kleid, ein pastellfarbenes Nachthemd verhüllte in weiten Falten ihren Körper. Geh weiter!, dachte ich. Zermürbt vom warten auf Kundschaft freute ich mich auf den Feierabend. Sie steuerte geradewegs auf mich zu. Wütend rollte ich den Rest des Teppichs zusammen und stieß ihn auf den Boden. Die Frau stellte sich still vor mein Geschäft und blickte mich an. Ihre rosigen Wangen mit kleinen Knitterfalten und strahlenförmigen Krähenfüßen um graublaue Augen, riefen mir das Gesicht meiner Großmutter ins Gedächtnis. Genau wie diese alte Dame wirkte Oma nie wie eine Greisin. Stets war ein Leuchten in ihren Augen.
Die schmalen, blass rosa Lippen der Fremden öffneten sich.
„Ich habe schon zu!“, warf ich ihr leise, schnell entgegen und lächelte sie dabei an, was mir bewusst wurde, als ihr zahnloser Mund mein Lächeln erwiderte.
„Ich will dir doch nur etwas zeigen.“ Behutsam legten knochige Finger ein altes Fotoalbum auf den Tisch. Sie schlug den abgegriffenen Satineinband auf. Zärtlich strich ihre Hand über das schwarze, mit Fotos beklebte Tonpapier. „Bin ich nicht eine schöne Ballerina?“
Ich beugte mich über das Album, ein hübsches Mädchen mit blonden Schillerlocken, in weißem Tutu und Ballettschuhen, war zu sehen. Jedes Foto zeigte die Ballerina in einer anderen Pose.
„Schau, hier tanze ich eine Pirouette.“ Ihre mit blauen Adern gezeichnete Hand deutete auf eine Aufnahme. Den Hals gestreckt, mit roten Bäckchen, stand das Mädchen auf Zehenspitzen, ein Bein zur Seite angewinkelt und die Arme rund vor dem Körper. „Ich war eine Primaballerina.“ Graziös hob sie den Kopf und schob sich stolz wie eine Diva eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ich suchte nach Ähnlichkeiten … es war die Freude in den Augen, der gleiche Blick, die gleiche anmutige Haltung.
„Finchen, Finchen! Wo hast du nur wieder gesteckt?“ Mit großen Schritten trat ein breitschultriger, alter Mann neben die Frau. Die dunkle Krempe seines Stetsons war tief über die Stirn gezogen. Ich sah eine gerade Nase, tiefe Furchen, neben den Mundwinkeln. Er schenkte mir keine Beachtung. „Komm, meine Liebe!“ Fürsorglich legte der Mann seinen Arm um ihre Schultern.
„Aber ich will ihr doch die Fotos zeigen!“
Er griff das Album. „Heute nicht mehr.“ Der Mann zog sie fort. Ich sah den beiden nach, bis sie hinter den inzwischen dunklen Fassaden der Fahrgeschäfte verschwanden.
Morgen werde ich Helmut von gegenüber fragen, ob er dieses Finchen kennt.

In der Nacht träumte ich von Finchen und von Oma. Im Nachthemd lachten und tanzten sie bei einem Faschingsumzug. Die Narren lachten und tanzten mit.

Der Kollege legte gerade seine Dianagewehre auf den Tisch.
„Hallo, Helmut.“
„Hallo, Helen, hast ja gestern nicht viel zu tun gehabt.“
„Nee, wenn das so bleibt, wird es ein einmaliges Gastspiel hier.“
„Also, schießen tun die wie die Wilden, bei mir passt das immer. Sonst hätte ich dir den Platz nicht empfohlen.“
„Vielleicht wird's noch was. War ja mal gerade der erste Tag. Hast du auch die alte Frau gesehen, die im Nachthemd hier rumläuft?“
Helmut lachte: „Finchen? Klar, die kennt hier jeder. Ist Theos Frau. Den Radewitz’ gehört die große Wurfbude gleich am Eingang. Sicher hat sie dir ihre Fotos gezeigt.“
„Mmh.“ Zustimmend nickte ich.
„Sie ist leicht dement. Finchen ist total lieb und schon über fünfzig Jahre mit Theo auf der Reise. Ich glaube, es gibt keinen hier, der ihre Fotos noch nicht gesehen hat. Meistens wechselt sich der Theo mit seinem Sohn ab, damit Finchen nicht alleine ist. Nur, wenn es viel zu arbeiten gibt und beide im Geschäft stehen, ist sie alleine. Alle Kollegen hier passen auf. Wenn Finchen im Nachthemd unterwegs ist, rufen wir Theo an. Warte, ich schicke dir seine Nummer.“ Er zog sein Handy aus der Tasche und per WhatsApp bekam ich die Rufnummer.

Die folgenden Tage plätscherten vor sich hin. Immer wieder blickte ich in die Budenreihe, doch Finchen sah ich nicht mehr. Am Kindertag lockten die Karussells und Spielgeschäfte mit Preisnachlässen. Überall herrschte Andrang. Nachmittags hörte ich die Sirene eines Krankenwagens. Er musste mitten auf dem Festplatz stehen, dachte ich und zählte die an der Wand zerplatzten Ballons.

Feierabend, ich schloss ab. Helmut stand mit zwei Männern vor seinem Schießwagen.
„Helen, kommst du mit?“, rief er mir zu. „Wir wollen das Fotoalbum von Finchen suchen!“
„Oh je, die Arme! Klar ich helfe.“ Sie hat das Album sicher bei einem Kollegen liegen lassen, schoss es mir durch den Kopf. Die haben doch alle Theos Nummer, die hätten sicher angerufen, widersprach mir ein anderer Gedanke. Zum Glück ist der Festplatz gut mit Flutlicht ausgeleuchtet, wir werden es schon finden. Schnell öffnete ich die Tür, ich wollte meine Einnahmen nicht mit mir herumtragen.

„Hallo, ich bin Helen.“ Ich streckte dem Älteren die Hand entgegen.
„Ich bin Mario. Das ist mein Sohn.“ Er deutete auf den jungen Mann neben sich. „Mir gehört das Kinderkarussell “, fügte er hinzu. „Wir helfen mit, das Album zu suchen. Am besten, wir schauen erst hier in der Budenreihe, ihr rechts wir links“, schlug er vor.
Helmut und ich nickten zustimmend.
„Hast du den Krankenwagen heute gehört?“ Helmut sah mich an.
„Klar, warum?“
„Die haben Finchen mitgenommen. Keiner von uns hat etwas gesehen, es waren einfach zu viele Menschen auf dem Platz.“
Ich bückte mich, und zog unter dem Kasperltheater eine schwarze Brillenhülle hervor. „Mist, ich dachte schon, ich hätte es gefunden!“
Helmut schmunzelte und fuhr fort: „Ein paar Besucher haben sie festgehalten. Dachten wohl, die muss weggesperrt werden, wenn sie im Nachthemd und Hausschuhen unterwegs ist. Finchen hat geschrien und um sich geschlagen. Die Sanitäter haben sie auf eine Bahre geschnallt und in die Psychiatrie gefahren. Dort hat die Ärmste weiter geschrien. Der Arzt hielt es für notwendig, sie zu sedieren. Eine Krankenschwester entdeckte Finchens Notfallkette mit Theos Nummer, sie rief ihn an. Er ist sofort in die Psychiatrie gefahren. Theo meinte, sie wäre nur ausgeflippt, weil ihr Fotoalbum weg war. Er hat mich angerufen und gebeten danach zu suchen.“
Wir standen inzwischen am Ende der Budenreihe. Vor uns der Mittelpunkt des Vergnügungsparks mit den Fahrgeschäften. Hier musste auch der Krankenwagen gestanden haben.
„Mein Sohn und ich werden rings um den Autoscooter suchen.“
„Gut, Helen und ich da drüben“, Helmut deutete auf den Kettenflieger.
„Hier ist etwas!“, zwischen Zigarettenstummeln, Zuckerwattestäbchen und weggeworfenen Verpackungen kniete Helmut auf dem Boden und sammelte ein, was von dem Album übrig war. Es raschelte wie totes Laub im Herbst.
Ich ging in die Hocke und sah, dass sich das Tonpapier Seite für Seite gelöst hatte. Die sorgsam in weißen Fotoecken gehüteten Momentaufnahmen waren herausgerutscht und zertrampelt worden. Daran, wie Helmut seine Lippen zusammenpresste, erkannte ich, wie nahe ihm das ging. Blas und unsicher hielt er die schmutzigen Seiten und die zerrissenen Aufnahmen in seinen Händern. Ich spürte Tränen, jetzt bloß nicht losheulen, dachte ich. „Vielleicht finden wir noch eine Aufnahme, die nicht kaputt ist?“ Heftiger als beabsichtigt, riss ich ihm einen Teil der schmutzigen Seiten aus der Hand. Dabei flatterte ein Foto zu Boden. Hastig hob ich es auf. Es zeigte Finchen, wie sie die Pirouette drehte. Es blieb das einzige Foto, das heil geblieben war.
„Kommt, wir haben das Album gefunden!“, rief Helmut über den Platz.

„Das habe ich befürchtet, die Kids laufen mit ihren Handys vor den Augen rum, die heben nichts auf.“ Wütend stampfte Mario mit dem Fuß auf.
„Eins ist heil geblieben!“ Ich reichte ihm das Foto.
„Bringst du es bitte zu Theo.“ Helmut sah Mario an: „Ich pack das nicht.“
„Ja, mache ich.“ Vorsichtig, wie einen Schatz, nahm er es und wandte sich zum Gehen. „Gute Nacht!“
„Gute Nacht!“ Sein Sohn folgte ihm.
„Was soll ich damit machen?“ Hilflos streckte mir Helmut das zerfetzte Album entgegen.
„Wirf es in den Müll.“
Er schlurfte zu einem der Eimer und warf Seite für Seite in den Abfall. Schweigend blieb er stehen.
„Komm, lass uns gehen. Es ist schon spät!“ Ich klopfte ihm auf die Schulter.
„Finchen war noch nie von Theo getrennt. Ihren Sohn, den Freddy, den brachte sie im Wohnwagen auf die Welt. Der große Theo und sein Finchen.“ Er schüttelte den Kopf und stumm begleitete er mich zu meinem Geschäft.
„Du kannst ruhig gehen, ich hole nur meine Tasche raus. Gute Nacht. Schlaf gut!“
„Gute Nacht, du auch!“

Am nächsten Nachmittag las ich die weitergeleitete Nachricht des Platzmeisters auf meinem Handy: Das Herz von Josefine Radewitz hat heute Morgen aufgehört zu schlagen.

 
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Hallo @CoK,

ich habe das erste Drittel gelesen, aber mir ist das Ganze zu unsauber gearbeitet, und du machst mir zu oft die immer gleichen Fehler / komischen Eigenheiten, sodass ich mich nicht recht auf den Inhalt konzentrieren kann.
Gehen wir soweit mal durch:

Farbenfrohe Lichter tanzten verführerisch durch die Sommernacht.
Bei mir schon leichte Irritation im ersten Satz: Inwiefern können Lichter denn "verführerisch" sein? Also wozu verführend?

Farbenfrohe Lichter tanzten verführerisch durch die Sommernacht. Spätestens in einer Stunde sollte es mit dem Treiben auf dem Kirmesplatz vorbei sein. Die Frontlichter der Geschäfte und die bunten Fassadenbeleuchtungen der Karussells werden erlöschen.
Müde und erschöpft kehrte ich die wenigen zerschossenen Ballons zusammen und
Der Anfang ist durch die unterschiedlichen Zeiten holprig, und ich weiß nicht recht, von wo in der Zeit erzählt wird und wo das Erzählte in der Zeit liegt. Das wird erst nach ein paar Sätzen klar.

Das warten auf Kundschaft konnte einen zermürben.
Warten (Und könnte aus meiner Sicht auch Präsens sein, da klingt noch die Zeiten-Unsicherheit..)

beim genaueren hinsehen stellte ich fest, dass sie Filzhausschuhe trug.
Hinsehen

Wütend rollte ich den Rest des Teppichs zusammen und warf, ihn auf den Boden.
Komma weg

Ihre rosigen Wangen mit den kleinen Knitterfalten und die strahlenförmigen Krähenfüße um die graublauen Augen, riefen mir das Gesicht meiner Großmutter ins Gedächtnis.
Machmal übertreibst du's in meinen Augen mit den Adjektiven. Komma weg

„Ich habe schon zu!“, warf ich ihr leise, schnell entgegen und lächelte
Komma weg

„Ich will dir doch nur etwas zeigen“, behutsam legten knochige Finger ein altes Fotoalbum auf den Tisch.
Das machst du dann irgendwie durchgehend: wörtl. Rede komisch in anderen Kontext einbetten. Sagen die Finger das? Trenn das doch: ... zeigen." Behutsam legten ...
Dann fände ich immer noch etwas unschön, dass die wörtl. Rede da irgendwie kontextlos steht (also wer sagt das, und evtl. wie und so), aber wär schon mal etwas besser.

Zärtlich strich ihre Hand über das schwarze, mit Fotos beklebte Tonpapier, „bin ich nicht eine schöne Ballerina?“
Hier wieder die Wörtl. Rede einfach mit Komma an was anderes angefügt..

ein hübsches Mädchen mit gedrehten, blonden Schillerlocken,
Öh, ne, das ist ungeschickt, bei Schillerlocken denkt man (ich zumindest) erstmal an Fisch (und dass Locken gedreht sind, ist klar, sonst wären's ja keine)..

„Schau, hier tanze ich eine Pirouette“, ihre mit blauen Adern gezeichnete Hand deutete auf eine Aufnahme.
Wieder die Sache mit der wörtl. Rede.. Außerdem fände ich ihre von blauen Adern gezeichnete Hand besser, sonst hab ich ein komisches Bild im Kopf von Adern, die wie Pinsel was auf Papier malen..

Den Hals gestreckt, mit roten Bäckchen, stand das Mädchen auf Zehenspitzen,
Warum plötzlich so ein verniedlichendes Wort? Fällt aus dem Rahmen. Warum nicht einfach "Wangen"?

Mit großen Schritten, war ein breitschultriger, alter Mann neben die Frau getreten.
Komma weg

Er schenkte mir keine Beachtung, „komm meine Liebe“, fürsorglich legte der Mann seinen Arm um die dünnen Schultern.
Hier auch wieder wörtl. Rede random in einen Satz reingeklebt (müsste auch "Komm, meine Liebe" sein)

Er griff nach dem Album, „heute nicht mehr, mit sanftem Druck, zog er sie mit sich fort.
Hier geht's dann völlig den Bach runter: wörtl. Rede wieder random und ohne Großschreibung, die schließenden Anführungszeichen fehlen, Komma weg..

bis sie hinter den inzwischen dunklen Fassaden der Fahrgeschäfte, verschwanden.
Komma weg

Morgen werde ich Anton von gegenüber fragen, ob er dieses Finchen kennt. Heute war ich zu müde.
Warum denkt sie war und nicht bin, ist doch direkte Denke?

Jo, da hatte ich dann keine Lust mehr, weiterzulesen..
Hoffe, das hilft beim Überarbeiten.

Viele Grüße
Maeuser

 

CoK

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Hallo @Maeuser,

ich habe das erste Drittel gelesen, aber mir ist das Ganze zu unsauber gearbeitet, und du machst mir zu oft die immer gleichen Fehler / komischen Eigenheiten, sodass ich mich nicht recht auf den Inhalt konzentrieren kann.
Gehen wir soweit mal durch:
Gut, danke.

Bei mir schon leichte Irritation im ersten Satz: Inwiefern können Lichter denn "verführerisch" sein? Also wozu verführend?
Als Jugendliche haben mich die bunten Lichter eines Volksfestes schon mal zu einem Besuch verführen können.

Warten (Und könnte aus meiner Sicht auch Präsens sein, da klingt noch die Zeiten-Unsicherheit..)
Ich habe den Satz g gelöscht.
Hinsehen
Ja:bonk:
Komma weg
Gut. (Wobei ich mir nicht sicher bin)
Machmal übertreibst du's in meinen Augen mit den Adjektiven. Komma weg
Sie waren mir an dieser Stelle dich wichtig.
Das machst du dann irgendwie durchgehend: wörtl. Rede komisch in anderen Kontext einbetten. Sagen die Finger das? Trenn das doch: ... zeigen." Behutsam legten ...
Ich habe es getrennt.
Öh, ne, das ist ungeschickt, bei Schillerlocken denkt man (ich zumindest) erstmal an Fisch (und dass Locken gedreht sind, ist klar, sonst wären's ja keine)..
Auch wenn es dich an Fisch erinnert, diese Locken wurden so genannt und sie wurden gedreht (gewickelt).

Wieder die Sache mit der wörtl. Rede.. Außerdem fände ich ihre von blauen Adern gezeichnete Hand besser, sonst hab ich ein komisches Bild im Kopf von Adern, die wie Pinsel was auf Papier malen..
Stimmt „von“ klingt besser.
Warum plötzlich so ein verniedlichendes Wort? Fällt aus dem Rahmen. Warum nicht einfach "Wangen"?
Es ist ein Kind und mir gefällt hier Bäckchen besser.
die schließenden Anführungszeichen fehlen,
:bonk:
Warum denkt sie war und nicht bin, ist doch direkte Denke?
Sie denkt jetzt gar nicht mehr, der Satz war überflüssig.

Ich habe nun einiges verbessert und werde darüber nachdenken, wie ich das mit der wörtlichen Rede nicht mehr random löse.
Auch über die unsaubere Arbeit und meine komischen Eigenheiten werde ich mir Gedanken machen.

Danke für deine Zeit und deine Vorschläge.

Gruß CoK

 
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Hallo nochmal, @CoK,

Als Jugendliche haben mich die bunten Lichter eines Volksfestes schon mal zu einem Besuch verführen können.
Ok, dann fände ich „einladend“ oder so besser („verführerisch“ hat ja nicht zuletzt eine erotische Konnotation, und wenn es in diesem Satz keinen Kontext gibt, kann man so erstmal auf den Holzweg gelangen).
Diesen ersten Satz finde ich nicht so gelungen, weil das mit der Kirmes erst danach kommt, das muss man also rückwirkend verknüpfen. Außerdem ist die Geschichte ja aus der Sicht der Prota geschrieben, was hier aber nicht recht Sinn ergibt, da sie ja schon auf der Kirmes ist (und da arbeitet). Die Lichter können also nicht mehr sie „verführen“, d.h. das ist eine allgemeine Aussage: die Lichter könnten Leute „verführen“. Dieser Satz schwebt also perspektivisch irgendwie losgelöst herum. Außerdem wird das dann durch den nächsten Satz, dass das Treiben in spätestens einer Stunde vorbei sein wird, auch irgendwie etwas abgewürgt.
Alles nicht allzu wild, aber dem ersten Satz sollte immer besonders viel Aufmerksamkeit zukommen, da der ja in die Geschichte reinziehen soll..

Auch wenn es dich an Fisch erinnert, diese Locken wurden so genannt
Ja, ich schrieb: „bei Schillerlocken denkt man (ich zumindest) erstmal an Fisch“ – daher würde ich überlegen, ob das so tatsächlich gut gelöst ist, schließlich ist das hier ja keine Geschichte, die im Friseur-Business und/oder einem historischen Kontext oder so spielt.

und sie [die Locken] wurden gedreht (gewickelt).
Hm, ok, ist (für mich) trotzdem doppelt gemoppelt, daher wieder: Ist das wichtig? Friseur-Business? („Gewickelt“ fände ich schon mal besser, da es nicht so offensichtlich gedoppelt ist. Einfach „Locken“ würde mir allerdings auch schon reichen.)

Auch über die unsaubere Arbeit und meine komischen Eigenheiten werde ich mir Gedanken machen.
Mit „komische Eigenheiten“ meinte ich hauptsächlich deinen Umgang mit wörtl. Rede. ;)

Viele Grüße
Maeuser

 
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Hallo @CoK

Ich fang mal direkt an:

Farbenfrohe Lichter tanzten verführerisch durch die Sommernacht.
Ich gebe zu, ich habe zuerst die Diskussion mit Maeser dazu gelesen. "verführerisch" liegt ja eher im Auge des Betrachters. Für mich sind Kirmes-Lichter grell und nervig :D
ABER:
Spätestens in einer Stunde sollte es mit dem Treiben auf dem Kirmesplatz vorbei sein.
Der Fokus liegt ja auf der Protagonistin. Die ist fertig - wirken die Lichter auf SIE verführerisch? Sie ist doch froh, wenn die Dinger gleich ausgehen. Daher finde ich den Einstieg nicht "konsequent". - Ich hoffe, Du verstehst, was ich meine.
Die Frontlichter der Geschäfte und die bunten Fassadenbeleuchtungen der Karussells werden erlöschen.
Die "Frontlichter" machen den Satz so "technisch". Dabei bist du gerade emotional bei der Protagonisten (also fertig, erschöpft als Emotion).
ich würde vorschlagen: bleib am Anfang bei der Protagonisten. So wirkt es, als wären die drei ersten Sätze jeweils aus einer anderen Perspektive geschrieben. kann man machen, dann würden Absätze aber helfen, den Perspektivwechsel mitzubekommen.
Müde und erschöpft kehrte ich die wenigen zerschossenen Ballons zusammen und suchte nach verirrten Pfeilen.
Den Satz fand ich toll, weil er die Szene zeigt und man als Leser so viel herausziehen kann: Budenbesitzerin, Dart-Wurf-Bude. Das passt.
Wütend rollte ich den Rest des Teppichs zusammen und warf, ihn auf den Boden.
Das Komma. Hat da aus meiner Sicht gar nix zu suchen :D
„Vielleicht wird's noch was, war ja mal gerade der erste Tag, hast du auch die alte Frau gesehen, die im Nachthemd hier rumläuft?“
Mein Vorschlag: mach zwei Sätze draus. Auch wenn ich verstehe, dass Du damit zeigen willst, dass sie sehr daran denkt und den Small-talk vor dieser Frage am liebsten weglassen würde. Aber da ist ja ein ganzes Gespräch davor. Daher würde ich die Frage als einzelnen Satz stellen.
„Sie ist etwas dement und vergisst manchmal sich umzuziehen. Finchen ist total lieb und ...
Dieser Monolog wirkt so theatralisch. Dieser Info-Dump passt gar nicht zu Helmut. Wenn er wirklich so plauderig drauf wäre, hätte er sie schon viel früher über die "Kumpels aufm Platz" aufgeklärt oder sie dort eingeführt.
„Helen, kommst du mit!“, rief er mir zu. „Wir wollen das Fotoalbum von Finchen suchen!“
Die Wendung, dass sie jetzt ein gemeinsames Problem lösen wollen fand ich gut!

„Ich bin Mario, dass ist mein Sohn Ronald“, er deutete ...
Mich haben die Namen verwirrt, weil ich erst dachte, sie gehören zu Finchens Familie. Aber das war ja Theo.... Da sie aber im weiteren Verlauf nicht weiter vorkommen, bzw. kaum eine "tragende Rolle" haben, würde ich die Kollegen eher anonym mitlaufen lassen. Nur als Vorschlag.

„Die haben Finchen mitgenommen. Keiner von uns hat etwas gesehen, es waren einfach zu viele Menschen auf dem Platz. Ein paar Besucher haben sie festgehalten. Dachten wohl, die muss weggesperrt werden, wenn sie im Nachthemd und Hausschuhen unterwegs ist. Finchen hat geschrien und um sich geschlagen, sie wollte davonlaufen. Die Sanitäter haben sie auf eine Bare geschnallt und in die Psychiatrie gefahren. Dort hat die Ärmste weiter geschrien. Der Arzt hielt es für notwendig, sie zu sedieren.
Eine Krankenschwester hat Finchens Notfallkette mit Theos Telefonnummer entdeckt. Sie hat ihn angerufen und ihm erzählt, was passiert war.“
Und hier der nächste Info-Monolog von Helmut. Aber für den Monoliten hätte ich einen Lösungsvorschlag:
Während Helmut berichtete, waren wir losgelaufen. Immer wieder bückte sich einer, weil er glaubte, etwas gesehen zu haben.
Zeig doch die Szene. Also z.B.:
"Die haben Finchen mitgenommen", fing Helmut an zu erzählen und lief dabei los.
Die Kollegen gingen links, ich nahm die rechte Seite.
"Keiner hat was gesehn, war einfach zu voll".
Ich schaute unter das Karussel.
"Besucher dachten wohl, sie gehört weggesperrt"
... und so weiter. Ist nur nen Vorschlag.

Woher weiß Helmut das alles eigentlich?

Am nächsten Nachmittag las ich die weitergeleitete Nachricht auf meinem Handy: Das Herz von Josefine Radewitz hat heute Morgen aufgehört zu schlagen. Sie ist in der Psychiatrie verstorben.
Der Schluß passt für mich nicht. Ich meine nicht, dass Finchen stirbt. Sondern: Vom wem ist die Nachricht?
Finchen gehörte ja zum wandernden Volk. D.h. die Lokalnachrichten würden wenigstens mit einem Wort erklären, wer Josefine überhaupt war. Für größere Nachrichten - mhm - ich glaube nicht, dass über jeden Toten aus nem Krankenhaus berichtet wird. D.h. für mich ist das keine Nachrichten-Meldung.
Aber für eine Nachricht von einem Angehörige wie z.B. Theo klingt das zu formal - der würde sie Finchen nennen, und nicht Josefine.

Sie denkt jetzt gar nicht mehr, der Satz war überflüssig.
:rotfl:
Auch über die unsaubere Arbeit und meine komischen Eigenheiten werde ich mir Gedanken machen.
Vielleicht hilft es, wenn Du die Perspektive mitdenkst, aus der Du schreibst, bzw. der Satz, der Absatz, die Szene ist.

Ich hoffe, du kanst mit den Anmerkungen was anfangen :D
gern gelesen
pantoholli

 
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Am besten, wir schauen erst hier in der Budenreihe und teilen uns bei den Fahrgeschäften auf ...

Allein schon, dass Du die einleitenden zwo Worte korrekt als den Superlativ von „gut“ erkannt hast und nicht für eine Substantivierung der Art „am [ein verkürztes „an dem“] Besten“ zeigt, dass Du vorwärts kommst,

liebe Conny,

aber es geht halt im Gänsemarsch, wenn Du mich zugleich mich überraschst hier beim offensichtlicheren

Das warten auf Kundschaft konnte einen zermürben.
was korrekt als eine Substantivierung „das Warten“ daherkäme ...

Noch ein paar kleinere Anmerkungen, wie das dem zuvor ähnelnde Problem etwa HIERZU

Mit beiden Händen drückte sie etwas an die Brust. Die Frau kam näher, beim genaueren hinsehen stellte ich fest, dass …
da ist „beim“ tatsächlich die Zusammenziehung eines „bei dem“ und erfordert geradezu ein genaueres "Hinsehen"

Ihre rosigen Wangen mit den kleinen Knitterfalten und die strahlenförmigen Krähenfüße um die graublauen Augen, riefen mir das Gesicht meiner Großmutter ins Gedächtnis.
Warum die Artikel, die nach dem „mit“ eigentlich alle gleich sein müssten im Plural für Falte, Fuß und Auge (Du erkennst vllt., dass es 1:2 zwischen korrekt : falsch steht). Lass den Artikel weg

Ihre rosigen Wangen mit ... kleinen Knitterfalten und … strahlenförmigen Krähenfüßen um ... graublaue Augen, ..."

Nun kommen wir zur m. E. überflüssigen Genderei

Ich suchte nach einer Ähnlichkeit mit dem Mädchen auf dem Foto, dann konnte ich sie sehen. Es war die Freude in ihren Augen, der gleiche Blick, die gleiche anmutige Haltung.
das Mädchen ist halt nicht nur sprachhistorisch gesehen eine Verniedlichung der „Magd“, da wird auch keine Rechtschreibreform was dran ändern können

Mit großen Schritten, war ein breitschultriger, alter Mann neben die Frau getreten.
Warum das (erste) Komma? - Weg mit ihm!

Er griff nach dem Album, „heute nicht mehr[“], mit sanftem Druck, zog er sie mit sich fort.

Ich sah den beiden nach, bis sie hinter den inzwischen dunklen Fassaden der Fahrgeschäfte, verschwanden.
Komma weg!

„Ne wenn das so bleibt, wird es ein einmaliges Gastspiel hier.“
Hier empfehl ich lautmalerisch ein „nee“ zu setzen, weil es gelegentlich mundartlich heißt „gib ihm ...ne Nuss“ ... Und das Komma nach dem Ne(e) nicht vergessen!

„Ich bin Mario, dass ist mein Sohn Ronald“, er deutete auf den jungen Mann neben sich, „mir gehört das Kinderkarussell “, fügte er ergänzend hinzu, „wir helfen mit, ….
was unterscheidet hinzufügen hier von der Ergänzung außer Klein- und Großschreibung??

Ich spürte,Tränen der Wut und Traurigkeit.
Nix falsch, aber was ist der Unterschied zwischen Traurigkeit und Trauer? Die Endung „keit“ist wie etwa auch „ling“ ein Mittel der Substantivierung von Adjektiven

Het windje
ist der Protokollandin der kleinen Leutegern gefolgt!

 
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Es wurde ja schon einiges zur Geschichte gesagt, und wirklich mitfühlen kann ich leider auch nicht, liebe @CoK. Wie meine Vorkommentatoren denke ich auch, dass du die wörtliche Rede durch Punkte besser trennen könntest, das würde natürlicher wirken. Ebenso würde ich die Monologblöcke durch Handlung trennen.
Ich bekomme auch die Figuren nicht zu fassen. Nur Finchen bekommt für mich ein Gesicht, die sticht schillernd aus den vielen Namen heraus, die für mich alle charakterlos bleiben, weil mir nichts über ihre Persönlichkeit verraten wird. Hier:

Hallo Anton.“
„Hallo Helen, hast ja gestern nicht viel zu tun gehabt.“
„Ne wenn das so bleibt, wird es ein einmaliges Gastspiel hier.“
„Also, schießen tun die wie die Wilden, bei mir passt das immer. Sonst hätte ich dir den Platz nicht empfohlen.“
„Vielleicht wird's noch was, war ja mal gerade der erste Tag, hast du auch die alte Frau gesehen, die im Nachthemd hier rumläuft?“
Helmut lachte: „Finchen, klar, die kennt hier jeder.
habe ich mich gefragt, wer Helmut ist und ob der vielleicht vorher Anton hieß und du später den Namen verändert hast. Vielleicht stand Helmut aber auch einfach nur neben Anton, aber weil er mir nicht vorgestellt wird, weiß ich nicht, wo ich ihn zuordnen soll, zumal dann nur noch von ihm die Rede ist und von Anton gar nicht mehr.
Auf mich wirkt das, als würde mir jemand eine Geschichte über Menschen erzählen, die ich schon kenne, dabei bin ich diesen Leuten noch nie begegnet. Und so bleiben sie für mich nur irgendwelche Namen, und ich kann nicht wirklich in die Geschichte hineinfinden. Vielleicht wäre hier weniger mehr und das dann eher vertiefen, sodass der Mensch hinter dem Namen zum Vorschein kommt.

Das sind erstmal so meine Gedanken zum Text.

Eine schöne Restwoche wünscht Chai.

 
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Hallo CoK,

mit geht es anders, als Chai, ich kann mit der Geschichte schon etwas anfangen, auch wenn ich nur mit der Protagonistin und Finchen eine Beziehung aufbauen kann.

Da sind immer noch einige Fehler, die beim lesen stören, aber die Überarbeitung hat dem Text schon gut getan.

Flusensuche:

Farbenfrohe Lichter tanzten verführerisch durch die Sommernacht. Spätestens in einer Stunde sollte es mit dem Treiben auf dem Kirmesplatz vorbei sein. Die Frontlichter der Geschäfte und die bunten Fassadenbeleuchtungen der Karussells werden erlöschen.
Müde und erschöpft kehrte ich die wenigen zerschossenen Ballons zusammen und suchte nach verirrten Pfeilen. So fertig fühlte ich mich nur, wenn nichts los war
Da es hier viele Zeitsprünge, bzw. -Fehler gibt, frage ich mich, ob Deine Geschichte im besser im Präsenz zu erzählen wäre.

Aber darüber hinaus sind da auch Perspektiven-Fehler (neudeutsch PoV): Die Protagonistin (oder der Protagonist) wird die Lichter eher nicht als "verführerisch" empfinden. Mir ist schon klar, dass du hier eine Stimmung erzeugen willst, aber das geht noch besser. Zumal der erste Satz eines Textes besonders wichtig ist.

Welches Thema hat die Geschichte eigentlich? Was ist die Prämisse? Und könnte der erste Satz diese Prämisse nicht schon andeuten?

Das warten auf Kundschaft konnte einen zermürben. Während ich den Teppich auf dem Spieltisch zusammenrollte, sah ich aus den Augenwinkeln eine ältere Dame
Das Zermürbende des Rummelplatzes, der Kampf und die Anstrengung hinter dem ganzen scheinbar Frohen. Das wäre eine Prämisse, oder eben die Erkenntnis, dass sich in all dem trotzdem Menschlichkeit und eine schmerzhafte Melancholie verbergen kann.

Dann vielleicht gleich den ersten Satz aus dieser Perspektive. "Der Rummel kann dich verzaubern oder zermürben. Ich wundere über mich selbst und meine fast schon philosophischen Gedanken, während ich meinen Stand aufräume. Wenn so wenig los ist, wie heute, zermürbt mich dieses Leben" ... Irgendwie so ähnlich

Sie trug ein Sommerkleid, das wie ein Sack an ihr hing. Dünne Haare fielen in grauen Strähnen auf ihre schmalen Schultern.
Der Sack stört mich hier als Metapher. Ein Sack ist grob, das Nachthemd fein.

Mit beiden Händen drückte sie etwas an die Brust.
Hier wäre mal ein guter Platz für ein Adjektiv oder ein Adverb: "beschützend an die Brust".

Die Frau kam näher, beim genaueren hinsehen stellte ich fest, dass sie Filzhausschuhe trug.
Hinsehen = Groß. Aber du könntest dir die Substantivierung auch sparen. Das schafft eher Distanz. Ich erkannte, dass sie Filzhausschuhe trug.

Doch sie steuerte geradewegs auf meinen noch ausgeklappten Spieltisch zu. Wütend rollte ich den Rest des Teppichs zusammen und warf, ihn auf den Boden.
Die Reihenfolge meiner Zitate ist durcheinander, aber das hier ist mir auch aufgefallen.
Erstens, wieso ein Teppich. War sie nicht am Dart-Stand? Und zweitens, wieso wütend? Lass uns einen Gedanken hören oder gibt uns eine Erklärung, warum sie wütend ist.

Ich beugte mich über das Album, ein hübsches Mädchen mit gedrehten, blonden Schillerlocken, in weißem Tutu und Ballettschuhen, war zu sehen. Jedes Foto zeigte die Ballerina in einer anderen Pose.
Ich mag die "gedrehten Schillerlocken". Es erinnert mich an alte Schwarzweiß-Filme und staubige Bücher.

In diesem Sinne gäbe es noch einiges zu verbessern. Schau mal nach deinen Substantiven. Entweder groß schreiben oder als Verb verwenden. Und lass uns doch bitte ein bisschen mehr von deinen Figuren fühlen. Die Geschichte hat wirklich Potential.

Gerne gelesen und kommentiert.

Viele Grüße
Gerald

 

CoK

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Hallo @Maeuser,
danke, dass Du noch mal vorbeischaust, um mir zu verdeutlichen und zu erklären, was ich falsch gemacht habe.
Das hilft mir, ich werde den ersten Satz löschen.
Dein Kommentar hat mir zwei schlaflose Nächte beschert, was natürlich nicht an Dir liegt, sondern daran, dass ich das Handwerk nicht beherrsche.
Nachdem ich den Mut gefunden habe, wieder ins Forum zu kommen, um meine Geschichte zu verbessern, tue ich das mit dem festen Vorsatz, bei meinen Märchen und Chrissy-Geschichten zu bleiben. Damit bin ich gefordert genug. Außerdem sehe ich es für die Leser als Zumutung an zu erwarten, dass Geschichten korrigiert werden, die so schlecht geschrieben sind.
Das kann mir bei meinen Märchen und bei Chrissy auch passieren, doch es bedeutet weniger Aufwand für das Forum und mich.

Ja, ich schrieb: „bei Schillerlocken denkt man (ich zumindest) erstmal an Fisch“ – daher würde ich überlegen, ob das so tatsächlich gut gelöst ist, schließlich ist das hier ja keine Geschichte, die im Friseur-Business und/oder einem historischen Kontext oder so spielt.
Ja, das stimmt kein historischer Kontext. Wobei ich es natürlich schön finde, wenigstens die Locken in meinem Text an Schiller erinnern zu lassen. Seine sind in Marbach im Museum ausgestellt.
Es könnte einen jedoch auch an ein Blätterteiggebäck erinnern, mich erinnert es an alte Schwarz-weiß Fotos …

Hm, ok, ist (für mich) trotzdem doppelt gemoppelt, daher wieder: Ist das wichtig? Friseur-Business? („Gewickelt“ fände ich schon mal besser, da es nicht so offensichtlich gedoppelt ist. Einfach „Locken“ würde mir allerdings auch schon reichen.)
Es steht nur noch Schillerlocken das doppelte habe ich herausgenommen.
Mit „komische Eigenheiten“ meinte ich hauptsächlich deinen Umgang mit wörtl. Rede.
Puh, danke, ich habe nämlich an noch viel mehr gezweifelt.

Dankbare Grüße
CoK

Hallo @pantoholli, @Friedrichard,@Chai, @C. Gerald Gerdsen,

ich habe Eure Kommentare gelesen und werde mich bemühen, alle schnellstmöglich zu beantworten.

Euch allen einen schönen Tag
Liebe Grüße
CoK

 
Seniors
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Dein Kommentar hat mir zwei schlaflose Nächte beschert, was natürlich nicht an dir liegt, sondern daran, dass ich das Handwerk nicht beherrsche.
Nachdem ich den Mut gefunden habe, wieder ins Forum zu kommen, um meine Geschichte zu verbessern, tue ich das mit dem festen Vorsatz, bei meinen Märchen und Chrissy-Geschichten zu bleiben. Damit bin ich gefordert genug. Außerdem sehe ich es für die Leser als Zumutung an zu erwarten, dass Geschichten korrigiert werden, die so schlecht geschrieben sind.
Das tut mir leid, @CoK, und war natürlich nicht beabsichtigt. Wir sind ja alle hier, um zu lernen, und dabei ist natürlich jeder auf seinem Level unterwegs. Außerdem ist ja jedes Feedback individuell, und jeder Kritiker hat dabei seine eigene Brille auf. Von daher brauchst du Kritik denk ich nicht so persönlich zu nehmen, es geht hier ja um deinen Text, nicht um dich als Mensch oder so. Ich auf der anderen Seite komme mit meiner Kritik anscheinend öfter mal hart rüber, was aber eher daran liegt, dass ich nicht so superviel Zeit habe, und mein Feedback prägnant rüberbringen und nicht noch aufwändig hübsch verpacken will, um auch ja niemanden möglicherweise im Ansatz zu verprellen - wenn man einen Text veröffentlicht, muss man Kritik schon abkönnen. Meiner Erfahrung nach hilft es da ggf., den fertigen Text eine Weile wegzulegen, bevor man ihn hier einstellt, und dann nochmal draufzugucken - am besten, wenn man schon mit dem nächsten beschäftigt ist. Mit Abstand sieht man dann oft manches doch anders und kann es noch ändern, und Kritik tut dann auch nicht mehr so weh. ;) Und wenn man weiß, dass man mit Rechtschreibung nicht so fit ist, könnte man auch vorher nochmal jemanden drübergucken lassen, damit die gröbsten Schnitzer schon mal raus sind..
Also, wie auch immer du weitermachst: viel Erfolg, und Hauptsache, du verlierst nicht die Freude am Schreiben!

Viele Grüße
Maeuser

 
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Liebe @CoK

schön, dass Du wieder da bist. Und da bisher viel zu sprachlichen Dingen gesagt wurde, konzentriere ich mich mal auf den Inhalt.

Müde und erschöpft kehrte ich die wenigen zerschossenen Ballons zusammen und suchte nach verirrten Pfeilen.
Das ist ein schöner Satz. Man weiß sofort: wer, was, wo. Und es geht mal zur Abwechselung nicht ums Wetter, womit gefühlt fast jeder zweiter Text beginnt.

Ihre rosigen Wangen mit kleinen Knitterfalten und strahlenförmigen Krähenfüße+n um graublauen Augen,

„Ich will dir doch nur etwas zeigenPUNKT“, behutsam legten knochige Finger ein altes Fotoalbum auf den Tisch.
Dann Komma weg und mit dem jetzt neuen Satz weiter. ... etwas zeigen.“ Behutsam legte ...

Sie schlug den abgegriffenen Satineinband auf. Zärtlich strich ihre Hand über das schwarze, mit Fotos beklebte TonpapierPUNKT „Bin ich nicht eine schöne Ballerina?“

Ich beugte mich über das Album, ein hübsches Mädchen mit blonden Schillerlocken, in weißem Tutu und Ballettschuhen, war zu sehen.
Ich musste auch an Fisch denken :) Vielleicht doch nur Locken, auch wenn Schiller welche hatte, aber tut für den Text ja nichts zur Sache. Und das Bild im Kopf, von einem Mädchen mit Fischhaaren ist wirklich ungewollte Komik.

„Schau, hier tanze ich eine PirouettePUNKT“ Ihre mit blauen Adern
Ja, wenn hinter der Rede nicht sagte, fragte, flüsterte, stammelte etc kommt, als ein Redebegleitsatz, ist besser die Rede abzuschließen und mit einem neuen Satz dahinter zu beginnen.

... ein Bein zur Seite angewinkelt und die Arme rund vor dem KörperPUNKT „Ich war eine PrimaballerinaPUNKT“ Graziös hob sie
„Finchen, Finchen! Wo hast du nur wieder gesteckt?“ Mit großen Schritten war ein breitschultriger, alter Mann neben die Frau getreten.
Bleib doch im Präteritum: Mit großen Schritten trat ein breitschultriger, alter Mann neben die Frau.

Er schenkte mir keine BeachtungPUNKT „Komm meine Liebe.“ Fürsorglich legte der Mann seinen Arm um die/ihre dünnen Schultern.

Er griff nach dem AlbumPUNKT „Heute nicht mehr." Mit sanftem Druck,

Ich mochte den erste Absatz gern. Da steckt so viel Liebe in den Figuren, alle drei. Das ist berührend.

In der Nacht träumte ich von Finchen und von meiner Oma. Sie waren beide im Nachthemd, sie lachten und tanzten bei einem Faschingsumzug. Die Narren lachten und tanzten mit.
Schön!

„Vielleicht wird's noch was, war ja mal gerade der erste Tag, hast du auch die alte Frau gesehen, die im Nachthemd hier rumläuft?“
Ganz generell, in der wörtlichen Rede sind kurze Sätze immer autenthischer als lange Kommasätze. Mach drei draus ;).
„Vielleicht wird's noch was. War ja mal gerade der erste Tag. Hast du auch die alte Frau gesehen, die im Nachthemd hier rumläuft?“

Helmut lachte: „Finchen, klar, die kennt hier jeder. Das ist Theos Frau, den Radewitz’ gehört die große Wurfbude gleich am Eingang. Sicher hat sie dir ihre Fotos gezeigt.“
Hier auch. Mach ruhig mehrere Sätze draus.
Helmut lachte: „Finchen? Klar, die kennt hier jeder. Das ist Theos Frau. Den Radewitz’ gehört die große Wurfbude gleich am Eingang. Sicher hat sie dir ihre Fotos gezeigt.“

„Mmh.“ Zustimmend nickte ich.

NurKOMMA wenn es viel zu arbeiten gibt und beide im Geschäft stehen, ist sie alleine.

Theo hat extra ein Schloss am Wohnwagen anbringen lassen, dass er von außen abschließen kann und von innen nicht zu öffnen ist.
Autsch! Habe gehört, dass demente auch mal die Milch auf dem Herd vergessen und dann käme sie nicht heraus. Das ist ein schönes Dilemma. Da sorgt man für ihre Sicherheit, dass sie nicht umherirren und gefährdet sie zugleich.

Kommt dann schon mal vor, dass Finchen durchs Fenster klettert.
Okay, verbrennen würde sie nicht.

Alle Kollegen hier passen auf sie auf. Wenn Finchen im Nachthemd unterwegs ist, rufen wir Theo an.
Das ist schön.

Warte, ich schicke dir seine Nummer.“ Er zog sein Handy aus der Tasche und per WhatsApp bekam ich die Rufnummer. „Jetzt kannst du es ihm sagen,

„Helen, kommst du mit!“, rief er mir zu. „Wir wollen das Fotoalbum von Finchen suchen!“
„Helen, kommst du mit!“, rief er mir zu.
Das ist eine Frage: „Helen, kommst du mit?“, rief er mir zu.

„Oh je, die Arme! Klar ich helfePUNKT“ Sie hat das Album sicher

bei einem Kollegen liegen lassen, so dement wie sie ist, schoss es mir durch den Kopf. Die haben doch alle Theos Nummer, die hätten sicher angerufen, widersprach mir ein anderer Gedanke. Vielleicht hat sie es irgendwo fallen lassen. Zum Glück ist der Festplatz gut mit Flutlicht ausgeleuchtet, wir werden es schon finden.
Wenn Du klar machst, dass es Gedanken sind, musst Du es nicht kursiv setzen. Anders, wenn Du unerwähnt lässt, dass sie denkt, dann wird es durch das Kursive deutlich. Aber beides ist Doppelmoppel und ergibt auch nicht so recht einen Sinn.

Außerdem wollte ich meine Einnahme+n nicht mit mir herumtragen.

„Hallo, ich bin Helen.“ Ich streckte dem Älteren die Hand entgegen.

„Ich bin Mario. Dass ist mein Sohn Ronald.“ Er deutete auf den jungen Mann neben sich. „Mir gehört das Kinderkarussell“, fügte er hinzu. „Wir helfen mit, das Album zu suchen.
Während Helmut berichtete, waren wir losgelaufen.
Schön im Präteritum bleiben: Während Helmut berichtete, liefen wir los.

„Er ist sofort in die Psychiatrie gefahren, der Theo meinte, sie wäre nur deshalb ausgeflippt, weil sie ihr Fotoalbum nicht mehr hatte. Die Sanitäter und die Krankenschwestern wussten nichts von einem Album. Sie muss es verloren haben, bevor man sie in den Rettungswagen schob. Theo hat mich angerufen und darum gebeten danach zu suchen.“
Wie gesagt, in der Rede gern kurz und knackig. Keine unnötigen Infos und so ;)
„Er ist sofort in die Psychiatrie gefahren. Theo meint, sie wäre nur deshalb ausgeflippt, weil ihr Fotoalbum weg war. Sie muss es auf dem Platz verloren haben. Er bat mich darum, danach zu suchen.“

„Wir sollten uns aufteilen. Mein Sohn und ich werden rings um den Autoscooter suchen und ihr könntet ja da drüben nachsehen.“ Er deutete auf den Kettenflieger.

Zwischen Zigarettenstummeln, Zuckerwattestäbchen und weggeworfenen Verpackungen kniete er auf dem Boden und sammelte ein, was von dem Album übrig war.
Das klingt furchtbar traurig. Oh Mann, arme Fine. Überhaupt ist komisch, dass Leute vor so Leutchens wie Fine Angst haben. Die muss verrückt sein. Verrückte sind gefährlich. Und dann dieses Wohlgefühl sich auch noch als Retter dieser armen Seele zu fühlen, weil man ihr ja schließlich geholfen hat. Nur nicht mit den Leuten reden. Nur nicht zu nahe kommen. Ich könnt mich schon wieder aufregen, aber ja, so tickt unsere Gesellschaft. Wir spiele dieses Spiel gerade mit einem Obdachlosen, der die Toiletten im Theater benutzt. Und dann gleich diese Gedankenkette - wenn der dann auch noch dies und das und wenn er dann all seine Kumpels mitbringt ... wir müssen handeln, bevor das aus dem Ruder gerät. Ich könnte so kotzen.

Ich spürte(,)Tränen der Wut und Traurigkeit.
Kein Komma

„Bringst du es bitte zu Theo.“ Helmut sah Mario an: „Ich pack das nicht.“
„Ja, mache ich.“ VorsichtigKOMMA wie einen SchatzKOMMA nahm er es in seine geöffnete Hand und wandte sich zum Gehen. „Gute Nacht.“
Wohin sonst, wenn nicht in die Hände ;) Solch logischen Infos kann man wirklich weglassen.

„Gute Nacht.“ Sein Sohn folgte ihm.

„Wirf es in den Müll. Theo würde es weh tun ….“
Niemals! Das würde er nicht. Will ich nicht glauben, Und da deine Figur Helmut eigentlich auch gar nicht kennt, woher will sie es wissen?
Wenn, dann nur drei Punkte und nicht vier - aber in diesem Fall tut es auch ein einziger. Da geht nichts weiter.

„Komm, lass uns gehen. Es ist schon spät.“ Ich klopfte ihm auf die Schulter.

Er schüttelte seinen Kopf und ohne ein weiteres Wort(,) begleitete er mich zu meinem Geschäft.

Am nächsten Nachmittag las ich die weitergeleitete Nachricht auf meinem Handy: Das Herz von Josefine Radewitz hat heute Morgen aufgehört zu schlagen. Sie ist in der Psychiatrie verstorben.
Das jemand stirbt, wenn das Herz stillsteht ist auch klar.
Ach je, das ist eine sehr traurige Geschichte. Und ehrlich, mir gefällt sie. Es menschelt so schön in ihr. Ich brauche auch gar nicht mehr. Was hier steht, erzählt das tragische Ende eines Lebens, das einmal blühte und strahlte. Gut, das passiert vielen. Was mir besonders gefiel ist dieses "feige" Helfen und wie viel Schaden man damit anrichten kann.

Liebe Grüße,
Fliege

 

CoK

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Hallo @pantoholli,

ich freue mich, dass Du meine Geschichte bis zum Ende gelesen hast.
Mit Deinem Kommentar konnte ich meine Geschichte verbessern.

Ich gebe zu, ich habe zuerst die Diskussion mit Maeser dazu gelesen. "verführerisch" liegt ja eher im Auge des Betrachters. Für mich sind Kirmes-Lichter grell und nervig :D
ABER:
Ja :)
Der Fokus liegt ja auf der Protagonistin. Die ist fertig - wirken die Lichter auf SIE verführerisch? Sie ist doch froh, wenn die Dinger gleich ausgehen. Daher finde ich den Einstieg nicht "konsequent". - Ich hoffe, Du verstehst, was ich meine.
Ich habe den ersten Satz gestrichen, denn ich verstehe, was Du meinst.
Die "Frontlichter" machen den Satz so "technisch". Dabei bist du gerade emotional bei der Protagonisten (also fertig, erschöpft als Emotion).
ich würde vorschlagen: bleib am Anfang bei der Protagonisten. So wirkt es, als wären die drei ersten Sätze jeweils aus einer anderen Perspektive geschrieben. kann man machen, dann würden Absätze aber helfen, den Perspektivwechsel mitzubekommen.
Ist nicht mehr technisch.
Den Satz fand ich toll, weil er die Szene zeigt und man als Leser so viel herausziehen kann: Budenbesitzerin, Dart-Wurf-Bude. Das passt.
:)
Das Komma. Hat da aus meiner Sicht gar nix zu suchen :D
Ist weg.
Mein Vorschlag: mach zwei Sätze draus. Auch wenn ich verstehe, dass Du damit zeigen willst, dass sie sehr daran denkt und den Small-talk vor dieser Frage am liebsten weglassen würde. Aber da ist ja ein ganzes Gespräch davor. Daher würde ich die Frage als einzelnen Satz stellen.
Übernommen.
Dieser Monolog wirkt so theatralisch. Dieser Info-Dump passt gar nicht zu Helmut. Wenn er wirklich so plauderig drauf wäre, hätte er sie schon viel früher über die "Kumpels aufm Platz" aufgeklärt oder sie dort eingeführt.
Ich habe den Monolog etwas gekürzt und hoffe, jetzt ist es besser.
Die Wendung, dass sie jetzt ein gemeinsames Problem lösen wollen fand ich gut!
:)
Mich haben die Namen verwirrt, weil ich erst dachte, sie gehören zu Finchens Familie. Aber das war ja Theo.... Da sie aber im weiteren Verlauf nicht weiter vorkommen, bzw. kaum eine "tragende Rolle" haben, würde ich die Kollegen eher anonym mitlaufen lassen. Nur als Vorschlag.
Ich brauche die Namen, weil ich sie nicht wieder Kollegen nennen möchte.
Zeig doch die Szene. Also z.B.:
"Die haben Finchen mitgenommen", fing Helmut an zu erzählen und lief dabei los.
Die Kollegen gingen links, ich nahm die rechte Seite.
"Keiner hat was gesehn, war einfach zu voll".
Ich schaute unter das Karussel.
"Besucher dachten wohl, sie gehört weggesperrt"
... und so weiter. Ist nur nen Vorschlag. Woher weiß Helmut das alles eigentlich?
Ich habe es versucht, immer wieder einzubauen, (einmal ist es mir geglückt) wie sie nach dem Album suchen. Es passt einfach nicht zu der traurigen und wichtigen Mitteilung von Helmut. Ich kann es nicht.
Woher weiß Helmut das alles eigentlich?

Theo hat mich angerufen und darum gebeten danach zu suchen.“
Für mich war klar, das er es von diesem Telefonat weiß.
Der Schluß passt für mich nicht. Ich meine nicht, dass Finchen stirbt. Sondern: Vom wem ist die Nachricht?
Finchen gehörte ja zum wandernden Volk. D.h. die Lokalnachrichten würden wenigstens mit einem Wort erklären, wer Josefine überhaupt war. Für größere Nachrichten - mhm - ich glaube nicht, dass über jeden Toten aus nem Krankenhaus berichtet wird. D.h. für mich ist das keine Nachrichten-Meldung.
Aber für eine Nachricht von einem Angehörige wie z.B. Theo klingt das zu formal - der würde sie Finchen nennen, und nicht Josefine.
Ich habe es jetzt deutlicher geschrieben. Der Platzmeister hat die Telefonnummern von den Beschickern, sollte es eine Sturmwarnung oder eine Änderung der Öffnungszeiten usw geben
Vielleicht hilft es, wenn Du die Perspektive mitdenkst, aus der Du schreibst, bzw. der Satz, der Absatz, die Szene ist.
Darum bemühe ich mich.
Ich hoffe, du kanst mit den Anmerkungen was anfangen :D
gern gelesen
Ich konnte auf jeden Fall etwas mit Deinen Anmerkungen anfangen und ich danke Dir sehr für Deine Aufmerksamkeit.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
CoK

Hallo @Friedrichard,

Allein schon, dass Du die einleitenden zwo Worte korrekt als den Superlativ von „gut“ erkannt hast und nicht für eine Substantivierung der Art „am [ein verkürztes „an dem“] Besten“ zeigt, dass Du vorwärts kommst,
Lieber Friedl, zuerst das Zuckerbrot und dann …
a ist „beim“ tatsächlich die Zusammenziehung eines „bei dem“ und erfordert geradezu ein genaueres "Hinsehen"
Ja. Ein genaues „Hinsehen.“
Ihre rosigen Wangen mit ... kleinen Knitterfalten und … strahlenförmigen Krähenfüßen um ... graublaue Augen, ..."
Verbessert
das Mädchen ist halt nicht nur sprachhistorisch gesehen eine Verniedlichung der „Magd“, da wird auch keine Rechtschreibreform was dran ändern können
:cry:
Hier empfehl ich lautmalerisch ein „nee“ zu setzen, weil es gelegentlich mundartlich heißt „gib ihm ...ne Nuss“ ... Und das Komma nach dem Ne(e) nicht vergessen!
Stimmt.
Nix falsch, aber was ist der Unterschied zwischen Traurigkeit und Trauer? Die Endung „keit“ist wie etwa auch „ling“ ein Mittel der Substantivierung von Adjektiven
Danke werde mich bemühen daran zu denken.
Ich habe die Fehler verbessert.

Danke für Deinen Kommentar und für Deine Mühe meinen Text zu verbessern.

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und schicke Dir liebe Grüße von der schwäbischen Alb
CoK

Liebe @Chai,

ich freue mich sehr, dass Du meine Geschichte gelesen hast, auch wenn ich Dich damit nicht erreichen konnte.

Es wurde ja schon einiges zur Geschichte gesagt, und wirklich mitfühlen kann ich leider auch nicht, liebe @CoK. Wie meine Vorkommentatoren denke ich auch, dass du die wörtliche Rede durch Punkte besser trennen könntest, das würde natürlicher wirken. Ebenso würde ich die Monologblöcke durch Handlung trennen.
Mit den Monologblöcken weiß ich noch nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich habe versucht sie durch Handlungen zu unterbrechen, was dem Ganzen aber nicht gut tat. Ich habe etwas gekürzt und leicht geändert.
Ich bekomme auch die Figuren nicht zu fassen. Nur Finchen bekommt für mich ein Gesicht, die sticht schillernd aus den vielen Namen heraus, die für mich alle charakterlos bleiben, weil mir nichts über ihre Persönlichkeit verraten wird. Hier:
Ich wollte das auch so haben, dass nur Finchen eine Rolle spielt in dieser Geschichte und alle andere nur Statisten (was Schausteller oft sind) bleiben.
habe ich mich gefragt, wer Helmut ist und ob der vielleicht vorher Anton hieß und du später den Namen verändert hast. Vielleicht stand Helmut aber auch einfach nur neben Anton, aber weil er mir nicht vorgestellt wird, weiß ich nicht, wo ich ihn zuordnen soll, zumal dann nur noch von ihm die Rede ist und von Anton gar nicht mehr.
Ich habe die Geschichte mehrmals umgeschrieben und einmal war Helmut Anton, ich habe nicht aufgepasst. In dieser Geschichte gibt es nur einen Helmut.
Vielleicht gelingt es mir, wenn ich in ein paar Tagen noch mal an die Geschichte gehe, sie so zu ändern, dass die Monologblöcke von Handlungen unterbrochen werden. Im Moment fehlt mir dazu die Kreativität.

Ich danke Dir für Dein Lesen und kommentieren.
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende
Liebe Grüße CoK

Hallo @C. Gerald Gerdsen,

lieben Dank für Deinen freundlichen Kommentar.

mit geht es anders, als Chai, ich kann mit der Geschichte schon etwas anfangen, auch wenn ich nur mit der Protagonistin und Finchen eine Beziehung aufbauen kann.
Darüber freue ich mich sehr.
Da es hier viele Zeitsprünge, bzw. -Fehler gibt, frage ich mich, ob Deine Geschichte im besser im Präsenz zu erzählen wäre.
Ich habe den Anfang gestrichen.
Welches Thema hat die Geschichte eigentlich? Was ist die Prämisse? Und könnte der erste Satz diese Prämisse nicht schon andeuten.
Nein ich wollte erst das Setting beschreiben. Prämisse war, da wird eine alte Frau Opfer in einer für sie vorher heilen Welt.
Der Sack stört mich hier als Metapher. Ein Sack ist grob, das Nachthemd fein.
Es ging mir auch nicht um die Beschreibung des Materials, sondern von der Form.
Hier wäre mal ein guter Platz für ein Adjektiv oder ein Adverb: "beschützend an die Brust".
Aber ich habe doch schon so viele Adjektive. Ich wollte nicht noch mehr schreiben. (Obwohl ich das schön finde.)
Erstens, wieso ein Teppich. War sie nicht am Dart-Stand? Und zweitens, wieso wütend? Lass uns einen Gedanken hören oder gibt uns eine Erklärung, warum sie wütend ist.
Es sind sehr oft Teppiche auf den Tischen von Spielgeschäften ausgelegt, weil es bequemer für die Kinder ist. Die Körbe mit den Pfeilen verrutschen nicht.
Wütend war sie, weil sie die Frau auf sich zukommen sah und dachte es wäre eine Kundschaft, sie wollte Feierabend haben.
Ich mag die "gedrehten Schillerlocken". Es erinnert mich an alte Schwarzweiß-Filme und staubige Bücher.
:herz:
In diesem Sinne gäbe es noch einiges zu verbessern. Schau mal nach deinen Substantiven. Entweder groß schreiben oder als Verb verwenden. Und lass uns doch bitte ein bisschen mehr von deinen Figuren fühlen. Die Geschichte hat wirklich Potential.
Ich bin am verbessern.
Gerne gelesen und kommentiert.
Ich danke Dir für Dein Lesen und kommentieren.

Ein schönes Wochenende und liebe Grüße
CoK

 

CoK

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Hallo @pantoholli,

ich freue mich, dass du meine Geschichte bis zum Ende gelesen hast und ich konnte mit deinen Kommentar meine Geschichte verbessern.

Ich gebe zu, ich habe zuerst die Diskussion mit Maeser dazu gelesen. "verführerisch" liegt ja eher im Auge des Betrachters. Für mich sind Kirmes-Lichter grell und nervig :D
ABER:
Ja,:)
Der Fokus liegt ja auf der Protagonistin. Die ist fertig - wirken die Lichter auf SIE verführerisch? Sie ist doch froh, wenn die Dinger gleich ausgehen. Daher finde ich den Einstieg nicht "konsequent". - Ich hoffe, Du verstehst, was ich meine.
Ich habe den ersten Satz gestrichen, denn ich verstehe, was du meinst.
Die "Frontlichter" machen den Satz so "technisch". Dabei bist du gerade emotional bei der Protagonisten (also fertig, erschöpft als Emotion).
ich würde vorschlagen: bleib am Anfang bei der Protagonisten. So wirkt es, als wären die drei ersten Sätze jeweils aus einer anderen Perspektive geschrieben. kann man machen, dann würden Absätze aber helfen, den Perspektivwechsel mitzubekommen.
Ist nicht mehr technisch.
Den Satz fand ich toll, weil er die Szene zeigt und man als Leser so viel herausziehen kann: Budenbesitzerin, Dart-Wurf-Bude. Das passt.
:)
Das Komma. Hat da aus meiner Sicht gar nix zu suchen :D
Ist weg.
Mein Vorschlag: mach zwei Sätze draus. Auch wenn ich verstehe, dass Du damit zeigen willst, dass sie sehr daran denkt und den Small-talk vor dieser Frage am liebsten weglassen würde. Aber da ist ja ein ganzes Gespräch davor. Daher würde ich die Frage als einzelnen Satz stellen.
Übernommen.
Dieser Monolog wirkt so theatralisch. Dieser Info-Dump passt gar nicht zu Helmut. Wenn er wirklich so plauderig drauf wäre, hätte er sie schon viel früher über die "Kumpels aufm Platz" aufgeklärt oder sie dort eingeführt.
Ich habe den Monolog etwas gekürzt und hoffe, jetzt ist es besser.
Die Wendung, dass sie jetzt ein gemeinsames Problem lösen wollen fand ich gut!
:)
Mich haben die Namen verwirrt, weil ich erst dachte, sie gehören zu Finchens Familie. Aber das war ja Theo.... Da sie aber im weiteren Verlauf nicht weiter vorkommen, bzw. kaum eine "tragende Rolle" haben, würde ich die Kollegen eher anonym mitlaufen lassen. Nur als Vorschlag.
Ich brauche die Namen, weil ich sie nicht wieder Kollegen nennen möchte.
Zeig doch die Szene. Also z.B.:
"Die haben Finchen mitgenommen", fing Helmut an zu erzählen und lief dabei los.
Die Kollegen gingen links, ich nahm die rechte Seite.
"Keiner hat was gesehn, war einfach zu voll".
Ich schaute unter das Karussel.
"Besucher dachten wohl, sie gehört weggesperrt"
... und so weiter. Ist nur nen Vorschlag. Woher weiß Helmut das alles eigentlich?
Ich habe es versucht, immer wieder einzubauen, (einmal ist es mir geglückt) wie sie nach dem Album suchen. Es passt einfach nicht zu der traurigen und wichtigen Mitteilung von Helmut. Ich kann es nicht.
Woher weiß Helmut das alles eigentlich?

Theo hat mich angerufen und darum gebeten danach zu suchen.“
Für mich war klar, das er es von diesem Telefonat weiß.
Der Schluß passt für mich nicht. Ich meine nicht, dass Finchen stirbt. Sondern: Vom wem ist die Nachricht?
Finchen gehörte ja zum wandernden Volk. D.h. die Lokalnachrichten würden wenigstens mit einem Wort erklären, wer Josefine überhaupt war. Für größere Nachrichten - mhm - ich glaube nicht, dass über jeden Toten aus nem Krankenhaus berichtet wird. D.h. für mich ist das keine Nachrichten-Meldung.
Aber für eine Nachricht von einem Angehörige wie z.B. Theo klingt das zu formal - der würde sie Finchen nennen, und nicht Josefine.
Ich habe es jetzt deutlicher geschrieben. Der Platzmeister hat die Telefonnummern von den Beschickern, sollte es eine Sturmwarnung oder eine Änderung der Öffnungszeiten usw geben
Vielleicht hilft es, wenn Du die Perspektive mitdenkst, aus der Du schreibst, bzw. der Satz, der Absatz, die Szene ist.
Darum bemühe ich mich.
Ich hoffe, du kanst mit den Anmerkungen was anfangen :D
gern gelesen
Ich konnte auf jeden Fall etwas mit deinen Anmerkungen anfangen und ich danke dir sehr für deine Zeit und deinen Kommentar.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
CoK

Hallo @Friedrichard,

Allein schon, dass Du die einleitenden zwo Worte korrekt als den Superlativ von „gut“ erkannt hast und nicht für eine Substantivierung der Art „am [ein verkürztes „an dem“] Besten“ zeigt, dass Du vorwärts kommst,
Lieber Friedl, zuerst das Zuckerbrot und dann …
a ist „beim“ tatsächlich die Zusammenziehung eines „bei dem“ und erfordert geradezu ein genaueres "Hinsehen"
Ja. Ein genaues „Hinsehen.“
Ihre rosigen Wangen mit ... kleinen Knitterfalten und … strahlenförmigen Krähenfüßen um ... graublaue Augen, ..."
Verbessert
das Mädchen ist halt nicht nur sprachhistorisch gesehen eine Verniedlichung der „Magd“, da wird auch keine Rechtschreibreform was dran ändern können
:cry:
Hier empfehl ich lautmalerisch ein „nee“ zu setzen, weil es gelegentlich mundartlich heißt „gib ihm ...ne Nuss“ ... Und das Komma nach dem Ne(e) nicht vergessen!
Stimmt.
Nix falsch, aber was ist der Unterschied zwischen Traurigkeit und Trauer? Die Endung „keit“ist wie etwa auch „ling“ ein Mittel der Substantivierung von Adjektiven
Danke werde mich bemühen daran zu denken.
Ich habe die Komma Fehler verbessert.

Danke für deinen Kommentar und für deine Mühe meinen Text zu verbessern.

 

CoK

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Hallo @Maeuser,

ich fühle mich nicht als Mensch kritisiert.

Das tut mir leid, @CoK, und war natürlich nicht beabsichtigt.
Ich weiß, war mein Umgangsproblem.
Also, wie auch immer du weitermachst: viel Erfolg, und Hauptsache, du verlierst nicht die Freude am Schreiben!
Danke.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
CoK


Liebe Fliege,

herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar und die arbeitsintensive Korrektur.
Ich habe mich riesig gefreut, dass Du meinen Text gelesen hast und er Dir trotz meiner Fehler gefallen hat.

schön, dass Du wieder da bist. Und da bisher viel zu sprachlichen Dingen gesagt wurde, konzentriere ich mich mal auf den Inhalt.
Danke :herz:
Das ist ein schöner Satz. Man weiß sofort: wer, was, wo. Und es geht mal zur Abwechselung nicht ums Wetter, womit gefühlt fast jeder zweiter Text beginnt.
:)

Ich musste auch an Fisch denken :) Vielleicht doch nur Locken, auch wenn Schiller welche hatte, aber tut für den Text ja nichts zur Sache. Und das Bild im Kopf, von einem Mädchen mit Fischhaaren ist wirklich ungewollte Komik.
Bitte lasst mir meine Schillerlocken. Ich wollte als Kind immer welche haben.
Aber versprochen, wenn jetzt noch mal einer kommt und Fische auf dem Kopf sieht, ändere ich es um.
Bleib doch im Präteritum: Mit großen Schritten trat ein breitschultriger, alter Mann neben die Frau.
Geändert.
Ganz generell, in der wörtlichen Rede sind kurze Sätze immer autenthischer als lange Kommasätze. Mach drei draus ;).
„Vielleicht wird's noch was. War ja mal gerade der erste Tag. Hast du auch die alte Frau gesehen, die im Nachthemd hier rumläuft?“
Ich habe viele Sätze nun gekürzt. Kommas und Punkte verbessert.
Autsch! Habe gehört, dass demente auch mal die Milch auf dem Herd vergessen und dann käme sie nicht heraus. Das ist ein schönes Dilemma. Da sorgt man für ihre Sicherheit, dass sie nicht umherirren und gefährdet sie zugleich.
Diesen Absatz habe ich ganz herausgenommen.
Wie gesagt, in der Rede gern kurz und knackig. Keine unnötigen Infos und so ;)
„Er ist sofort in die Psychiatrie gefahren. Theo meint, sie wäre nur deshalb ausgeflippt, weil ihr Fotoalbum weg war. Sie muss es auf dem Platz verloren haben. Er bat mich darum, danach zu suchen.“
Gekürzt.
Bleib doch im Präteritum: Mit großen Schritten trat ein breitschultriger, alter Mann neben die Frau.
Ja, geändert.
Ich mochte den erste Absatz gern. Da steckt so viel Liebe in den Figuren, alle drei. Das ist berührend.
Danke:)
Ganz generell, in der wörtlichen Rede sind kurze Sätze immer autenthischer als lange Kommasätze. Mach drei draus ;).
„Vielleicht wird's noch was. War ja mal gerade der erste Tag. Hast du auch die alte Frau gesehen, die im Nachthemd hier rumläuft?“
Werde es mir merken.

Das ist schön.
:)
Wenn Du klar machst, dass es Gedanken sind, musst Du es nicht kursiv setzen. Anders, wenn Du unerwähnt lässt, dass sie denkt, dann wird es durch das Kursive deutlich. Aber beides ist Doppelmoppel und ergibt auch nicht so recht einen Sinn.
Habe das Kursive geändert.
Schön im Präteritum bleiben: Während Helmut berichtete, liefen wir los.
Ja:bonk:
Wie gesagt, in der Rede gern kurz und knackig. Keine unnötigen Infos und so ;)
„Er ist sofort in die Psychiatrie gefahren. Theo meint, sie wäre nur deshalb ausgeflippt, weil ihr Fotoalbum weg war. Sie muss es auf dem Platz verloren haben. Er bat mich darum, danach zu suchen.“
Geändert.
Wir spiele dieses Spiel gerade mit einem Obdachlosen, der die Toiletten im Theater benutzt. Und dann gleich diese Gedankenkette - wenn der dann auch noch dies und das und wenn er dann all seine Kumpels mitbringt ... wir müssen handeln, bevor das aus dem Ruder gerät. Ich könnte so kotzen.
Diese egoistische, engstirnige Denken, wo soll den der Mann sonst auf die Toilette gehen. Warum nicht zur Abwechslung mal was Gutes tun.
Ja, kann ich verstehen, wie es Dir damit geht.
Wohin sonst, wenn nicht in die Hände ;) Solch logischen Infos kann man wirklich weglassen
Ja.
Niemals! Das würde er nicht. Will ich nicht glauben, Und da deine Figur Helmut eigentlich auch gar nicht kennt, woher will sie es wissen?
Wenn, dann nur drei Punkte und nicht vier - aber in diesem Fall tut es auch ein einziger. Da geht nichts weiter.
Manchmal ist es gut ein Ende mit Schrecken zu schaffen, als ein Schrecken ohne Ende. Egal, ob Helen diese Person kennt oder nicht.
Was mir besonders gefiel ist dieses "feige" Helfen und wie viel Schaden man damit anrichten kann
Ich freue mich, dass Du mit meiner Geschichte etwas anfangen konntest.
Vielen Dank für die Zeit, die Du Dir für den Text genommen hast.

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende
Viele liebe Grüße
CoK

 
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Hallo @CoK ,

die Überarbeitung tut dem Text aus meiner Sicht gut. :thumbsup:

Wütend war sie, weil sie die Frau auf sich zukommen sah und dachte es wäre eine Kundschaft, sie wollte Feierabend haben.
Ja, ich habe mir schon gedacht, aber es wird nicht so richtig klar. Sie könnte auch genervt sein, oder resigniert. Das hier wäre so eine Stelle, in der du deine Protagonistin noch ein wenig mehr emotionale Butter bei die Fische geben könnte.

Hier wäre mal ein guter Platz für ein Adjektiv oder ein Adverb: "beschützend an die Brust".
Aber ich habe doch schon so viele Adjektive. Ich wollte nicht noch mehr schreiben. (Obwohl ich das schön finde.)
Ja, viele Adjektive sind mir auch aufgefallen. Hier würde aber tatsächlich eines hinpassen.

Der Sack stört mich hier als Metapher. Ein Sack ist grob, das Nachthemd fein.
Es ging mir auch nicht um die Beschreibung des Materials, sondern von der Form.
Ja, das habe ich verstanden, wir Menschen denken / empfinden aber gerne in Assoziationen und Kontext, deshalb ist die Gefahr, dass wir Leser*innen den "Sack" halt auch mit anderen Konnotationen verknüpfen.

Neben aller Pfennigfuchserei / Wortklauberei gefällt mir deine Geschichte trotzdem sehr.

Liebe Grüße
Gerald

 
Seniors
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„Also, schießen tun die wie die Wilden, bei mir passt das immer. Sonst hätte ich dir den Platz nicht empfohlen.“
trifft genau den Sound, wie es auch im Pott tönt,

kannze mich glauben*,

liebe Conny,

und nicht erschrecken, dass ich noch mal vorbeischau – aber jede Änderung birgt auch ihre Gefahren – wie etwa hier

Er schenkte mir keine Beachtung. „KommKOMMA meine Liebe.“ Fürsorglich legte …
wobei der Imperativ „komm“ weniger eine bloße Aussage als eine Empfehlung/Anregung und sogar (wenn auch gemäßigter) ein Befehl sein kann und ein Ausrufezeichen verträgt. Und Du hast bestimmt mitgekriegt, dass ich auf dem Kreuzzug „Rettet das Ausrufezeichen!“ bin ...

Aber nun der Reihe nach!

Dünne Haare fielen in grauen Strähnen auf ihre schmalen Schultern.
Nix falsch – aber hier ließe sich der dreifache Plural (Haare, Strähnen, Schultern) unterlaufen, aber auch den Verdacht, dass unsere Heldin Haarausfall habe, kanstu doch das Haar ähnlich dem Möbel auch im Plural gefahrlos verwenden der Art „Dünnes Haar fiel in grauen Strähnen ...“

Bitte, geh weiter, dachte ich.
Klingt die Bitte – ob nur gedacht oder ausgesprochen, "gelesen" Jacke wie Hose! - nicht nach mehr als einer Aussage!

In der Nacht träumte ich von Finchen und von meiner Oma. Sie waren beide im Nachthemd, sie lachten und tanzten bei einem Faschingsumzug. Die Narren lachten und tanzten mit.
Auch da nix falsch, aber einiges lässt sich „rationalisieren“
In der Nacht träumte ich von Finchen und ... meiner Oma. Sie waren beide im Nachthemd, ... lachten und tanzten bei einem Faschingsumzug.

„Wir helfen mit, das Album zu suchen. Am besten, wir schauen erst hier in der Budenreihe, ihr rechts wir links“, schlug er vor.“
Helmut und ich nickten zustimmend.
Winzige Unkonzentriertheit: Die auslaufenden Gänsefüßchen finden sich bereits drei Stellen zuvor ...

„Mist, ich dachte schonKOMMA ich habe das Album gefunden!“
Ansonsten nix falsch - aber ich weiß, dass selbst einfache Menschen den Konjunktiv wie "ich hätte das Album gefunden" hinkriegen ...

Helmut schmunzelte und fuhr fort: „ein paar Besucher haben sie festgehalten.
„Ein paar ...“

Ich will jetzt nicht losheulen, dachte ich.
Denkstu tatsächlich in vollständigen Sätzen?
Wie wär’s mit einem kurzen Blitz von „bloß nicht losheulen!“?

Gute Nacht“. Sein Sohn folgte ihm.
a) ist doch mehr als eine nackte Aussage und
b) das abschließende Satzzeichen vor (!) den auslaufenden Gänsefüßchen ...

Komm, lass uns gehen. Es ist schon spät.“
Zwo Imperative (komm, lass) bewirken doch mehr als eine bloße Aussage!!!!!,

was auch für Wünsche

Gute Nacht. Schlaf gut.“
„Gute Nacht, du auch.“
gelten sollte ...

Sieht nach mehr aus, als et is und nich verzweifeln, et wird schon!,

meint der Friedel,

der noch einen angenehmen Sonntag wünscht. Hier isset trüb und dabei hab ich die Stiefel schon bereit stehen ... Aber wo bleibt der Schnee!

* Seit meiner Kindheit kenn ich den Reim „mir und mich verwechsel ich nicht / das kommt bei mir nicht vor! / Ich hab’n kleinen Mann im Ohr,/ der sagt mich alles vor.“

 

CoK

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24.08.2020
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Hallo @C. Gerald Gerdsen,

danke, dass Du noch einmal vorbeischaust.

die Überarbeitung tut dem Text aus meiner Sicht gut. :thumbsup:
:)
Ja, viele Adjektive sind mir auch aufgefallen. Hier würde aber tatsächlich eines hinpassen.
Gekauft.
Ja, ich habe mir schon gedacht, aber es wird nicht so richtig klar. Sie könnte auch genervt sein, oder resigniert. Das hier wäre so eine Stelle, in der du deine Protagonistin noch ein wenig mehr emotionale Butter bei die Fische geben könnte.
Ich werde darüber nachdenken, wie ich es besser machen kann.
Neben aller Pfennigfuchserei / Wortklauberei gefällt mir deine Geschichte trotzdem sehr.
Dankeschön. Tut gut.

Ich wünsche Dir eine schöne Woche
Lieben Gruß CoK

Lieber Friedel,

kannze mich glauben*,
:lol:
und nicht erschrecken, dass ich noch mal vorbeischau – aber jede Änderung birgt auch ihre Gefahren – wie etwa hier
Wo Licht ist, ist auch Schatten, manchmal ist bei mir nur Nacht!
wobei der Imperativ „komm“ weniger eine bloße Aussage als eine Empfehlung/Anregung und sogar (wenn auch gemäßigter) ein Befehl sein kann und ein Ausrufezeichen verträgt. Und Du hast bestimmt mitgekriegt, dass ich auf dem Kreuzzug „Rettet das Ausrufezeichen!“ bin ...
Gut, Ich habe ein ! gesetzt.
Nix falsch – aber hier ließe sich der dreifache Plural (Haare, Strähnen, Schultern) unterlaufen, aber auch den Verdacht, dass unsere Heldin Haarausfall habe, kanstu doch das Haar ähnlich dem Möbel auch im Plural gefahrlos verwenden der Art „Dünnes Haar fiel in grauen Strähnen ...“
Haar, klar.
Klingt die Bitte – ob nur gedacht oder ausgesprochen, "gelesen" Jacke wie Hose! - nicht nach mehr als einer Aussage!
!
Auch da nix falsch, aber einiges lässt sich „rationalisieren“
Ich habe rationalisiert.
Winzige Unkonzentriertheit: Die auslaufenden Gänsefüßchen finden sich bereits drei Stellen zuvor ...
:bonk:
Ansonsten nix falsch - aber ich weiß, dass selbst einfache Menschen den Konjunktiv wie "ich hätte das Album gefunden" hinkriegen ...
!!!
Ein paar ...“
Verbessert.
Wie wär’s mit einem kurzen Blitz von „bloß nicht losheulen!“?
Stimmt, klingt glaubwürdig.
a) ist doch mehr als eine nackte Aussage und
b) das abschließende Satzzeichen vor (!) den auslaufenden Gänsefüßchen ...
Ja
Zwo Imperative (komm, lass) bewirken doch mehr als eine bloße Aussage!!!!!,
! gesetzt.
der noch einen angenehmen Sonntag wünscht. Hier isset trüb und dabei hab ich die Stiefel schon bereit stehen ... Aber wo bleibt der Schnee!
In Rheinland-Pfalz hatte es gestern schon viel Schnee. Wir waren in Spayer. Über Nacht hat es hier auch geschneit, ich habe eben Schnee geschippt.

Danke für Deine nochmalige Korrektur.
Ich wünsche Dir eine schöne Woche.

Liebe Grüße von der schwäbischen Alb
CoK

 
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01.05.2009
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Liebe @CoK,

bitte nicht gleich die Flinte ins Korn werfen - Texte sind ein bissl Arbeit, aber wenn du dir diese Arbeit in kleinere Schritte einteilst, wird es dir sicher gar nicht so schwer fallen wie befürchtet. :gelb:
Ich weiß nicht, ob dir das hilft, aber ich werfe mal ein paar Tipps ein:
Formatiere den Text in einem neuen word.doc neu und gib dabei jedem einzelnen Satz eine eigene Zeile (oder Zeilen, wenn er länger ist, natürlich). Lasse jeweils 5 Leerzeilen zwischen den einzelnen Sätzen. Druck das so aus. Markiere mit einem Textmarker alles, das du kicken würdest, wenn du nur 2/3 oder die Hälfte der Zeichenzahl zur Verfügung hättest. Schreib mit der Hand - in Bleistift, damit du ändern kannst - komprimierte Alternativen unter die jeweiligen Sätze. Tippe das Endergebnis ab und gucke, wie das für dich klingt.

Schau mal hier:

Müde und erschöpft kehrte ich die wenigen zerschossenen Ballons zusammen und suchte nach verirrten Pfeilen. So fertig fühlte ich mich nur, wenn nichts los war.
Müde und erschöpft sind beinahe Synonyme. Das wirkt unpräzise und redundant - ungünstig, weil es der Einstieg ist.
die wenigen Ballons relativiert die Anstrengung. Ich denke: 'Ach so, wenn das nur ein paar sind, warum macht sie so einen Heckmeck drum?' Ungünstig, weil ich nicht weiß, was ich sehen soll: eine erschöpfte Prota, auf die noch massig Arbeit wartet, oder eine leicht nölige Prota, der schon das bisschen Kehren zu viel ist.
zerschossen wird erst später klar: dass es ein Jahrmarkt ist und nicht mit scharfer Munition geschossen wurde - aus welchen Gründen auch immer -, mich hatte das ziemlich verwirrt - und Pfeile werden geworfen, nicht geschossen. (Ist das ein Stand, an dem es Luftgewehre und Darts gibt - und ein Spieltisch steht im Casino, was bieten die da eigentlich an?)
verirrt ist imA auch an dieser Stelle zu unklar, weil das Wort eigentlich bedeutet, dass sich etwas verlaufen hat. Kann übertragen verwendet werden, aber vielleicht dann erst, wenn man auch einen Plan hat, worum es geht und was man da sieht? Dann verirrten sie sich ja eigentlich auch gar nicht, sondern jemand hat schlecht gezielt.
Mit dem zweiten Satz wiederholst du nur das gedoppelte müde/erschöpft, nur, dass du nun einen konkreten Grund angibst - das ist sehr gut, aber warum nicht Redundantes kicken und die Emotion vorziehen?
Das Warten auf Kundschaft konnte einen zermürben.
Das zermürben sagt nun zum 3. oder 4. Mal dasselbe, nur einen Touch konkreter. Ich rate: Sag eine Feststellung / Emotion nur ein einziges Mal, so präzise und dezidiert wie möglich. Hangel dich nicht von einer adjektivischen Beschreibung zur nächsten, in der Hoffnung, irgendwas davon bleibt am Ende beim Leser hängen.
Das Warten auf Kundschaft ist hier relevant, aber an diesem Punkt noch nicht einzuordnen, weil ich nicht weiß, was dein Schauplatz ist.

Spiel doch vielleicht mal ein bisschen herum, wie das alles klänge, wenn du die Basics in den ersten / zweiten Satz ordnen würdest. Alles dabei nur ein Mal nennen:
- Dartstand auf einem Jahrmarkt
- Besitzerin / Angestellte räumt auf
- ist erschöpft, bes. weil zuletzt (den ganzen Tag?) nix los war

Ich hatte auch nicht klar, ob sie zwischendurch aufräumt (das Warten auf Kundschaft im Präsens legt das nahe), oder ob der Markt dem Ende zugeht und sie schon den ganzen Tag auf den Beinen war - ob es noch hell ist oder schon dunkel, Abend oder gar Nacht.

Jeff VanderMeer sagt, man solle so spät wie möglich und so früh wie nötig in die Geschichte einsteigen. Angewandt hierauf: Es geht um Finchen und das Album, wie die Menschen um sie herum agieren / reagieren, welches Ende es mit Finchen nimmt und warum (impliziert: der Umgang der Gesellschaft mit betagten Menschen). Ist es notwendig, dass die Erzählerin so viel von ihrem Tag, der Erschöpfung, den Kunden, den Ballons, dem Teppich auf der Theke erzählt? Wo beginnt in deinen Augen die Geschichte, die du erzählen willst?

Dünnes Haar fiel in grauen Strähnen auf ihre schmalen Schultern.
Auch so ein Kandidat: Guck doch mal, was der Leser selbst assoziiert. Klar, ist es eine junge Frau, denkt man bei "Strähnen" vielleicht ans keck hinters Ohr streichen, an glänzende, gesunde Haare (selbst wenn das ein Idealbild ist, das in der Realität selten hinkommt).
Aber du hast eine alte Dame im Nachthemd auf dem Jahrmarkt - das vermittelt "verwirrt" und das vermittelt ggfs. "vernachlässigt". Hier assoziiert man doch sofort "dünne Haare", vor allem, wenn du graue Strähnen hast und wenn das Nachthemd um sie schlottert, sieht man automatisch, dass sie schmale Schultern hat, zerbrechlich sein mag.
Du sagst, Adjektive sind dir wichtig - aber ich sage mal frech: dir ist eigentlich nur wichtig, was der Leser sieht (und das ist ja richtig so), aber dazu brauchst du keine / nicht so arg viele Adjektive & Adverbien. Vertraue deinen Bildern, man sieht das alles schon ohne die - daher wird zum Streichen geraten, nicht, um das Bild an sich zu kicken. Weißt du, was ich meine?
Mit beiden Händen drückte sie etwas beschützend an die Brust.
den Händen (man kann davon ausgehen, dass es bei einem Plural ihre beiden sind), und man kann sogar die Hände weglassen, weil davon auszugehen ist, dass sie es nicht mit Tentakeln tut.

Und sagt an die Brust drücken denn nicht bereits beschützend aus? Wenn du das nicht vorgibst, eröffnen sich zwei Deutungsarten, und kleine Ambivalenzen machen Texte imA spannender: Wenn jemand etwas an die Brust drückt, kann es sein, dass der Gegenstand behütet werden soll. Es kann aber auch bedeuten, dass es eine Beruhigungs-Geste ist, dass die Person weniger den Gegenstand, sondern sich selbst beschützen will. Beschützt sie den Gegenstand, assoziiere ich relative Stärke, Selbstbewusstsein. Wenn es ambivalent bleibt, sehe ich eine alte, vielleicht verwirrte Dame, die sich Halt suchend an etwas klammert, weil der Gegenstand sie in der Außenwelt / Öffentlichkeit verankert. Der Gegenstand muss etwas Wichtiges, sehr Persönliches sein, das sie zur Not verteidigen würde. Die zwei Sichtweisen schließen sich nicht mal aus - sie vermittelten mir dann aber sehr viel von der Figur. Diese mögliche Komplexität nimmst du, indem du harsch das 'beschützend' ( = den Gegenstand hütend) vorgibst. Trau dich ruhig, ein bisschen offener zu erzählen, dann kann sich imA beim Leser mehr entwickeln.
Will sagen: Du hast in deinen Texten bereits eine gute Komplexität, aber sie muss stellenweise noch freigelegt werden.

Auf diese Art dann den gesamten Text durchgehen, das findest du auch schnell selbst.

Ein letzter Vorschlag: Mir ist - obwohl ich schon kapiere, was da passiert - etwas unklar, was du erzählen möchtest. Irgendwie scheint mir da eine Anklage durchzuscheinen, aber wen klagst du an? Und die Erzählerin beschreibt alles sehr von außen, recht kühl - als wäre sie selbst kaum beteiligt. Das hält mich emotional auch raus, obwohl ich bei dem Thema eigentlich voll mitgehen könnte. Du sagt ja anfangs mehrfach, dass sie erschöpft, ausgelaugt und vom Warten zermürbt ist - vielleicht auch mal schauen, ob du ihre Emotionen zu Finchen ebenso deutlich machen kannst. Ein klein Bisschen (keine Unterstellung, nur Leseeindruck!) klingt die Geschichte für mich, als wäre sie dir von jemandem erzählt worden, der/die das selbst erlebt hat, und manchmal zoomst du beim Umsetzen in die Ich-Perspektive aus den Gefühlen raus und manchmal rein.

Toller Name, Finchen, übrigens!

Das alles als absoluter Ansporn! Du hast sehr spezielle Themen und Motive in deinen Geschichten, eine eigene Haltung und Erzählstimme, die ich wahnsinnig spannend und ungewöhnlich finde. Ich möchte dir ganz dringend ans Herz legen, an dieser Geschichte wirklich zu arbeiten und zu feilen. Das wird jedem weiteren Text zugute kommen.
Nicht sagen, 'ich kann es nicht besser', du kannst dich ohne jeden Zweifel selbst in die Lage versetzen, es bald besser zu können - du musst nur ganz genau angucken, was du warum machst, und welche Alternativen es gäbe. Das ist doch eigentlich alles. ;):thumbsup:
Und logisch, bei Fremdtexten sieht an immer klarer als bei eigenen (goes without saying!).

Ganz liebe Grüße, ich bin sehr gespannt, was aus dem Text werden kann / wird,
:-) Katla

 
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Liebe @CoK
wollte schon längst zu dem Text etwas schreiben, leider mangelte es an Zeit, Computer und/oder Internet.
Mich hatte das Thema sofort angesprochen - eine fragile Person, die innerhalb einer wie auch immer zusammengesetzten Gemeinschaft solidarisch unterstützt wird, kann außerhalb der auf sie zugeschnittenen Institutionen besser leben oder überleben bzw. kann sogar zerbrechen, wenn sie in die professionelle, spezialisierte Behandlung gerät. Finde ich sehr überzeugend. Mir gefällt auch das Universum, auch wenn ich über Schausteller nichts weiß.
Durch die Überarbeitungen ist der Text schon viel flüssiger geworden. Ich habe trotzdem noch ein paar anmerkungen, verstehe aber auch, wenn du dich jetzt lieber dem nächsten Text zuwenden willst.

Müde und erschöpft kehrte ich die wenigen zerschossenen Ballons zusammen und suchte nach verirrten Pfeilen. So fertig fühlte ich mich nur, wenn nichts los war.
Müde und erschöpft wirkt zwar gedoppelt (vielleicht eins der Adverbien tauschen? Ist schon schöner für den Rhythmus, zwei Wörter zu haben.)
Sonst hat mir der Einstieg sehr gefallen, ich kenne den Zustand gut aus der Arbeit als Barfrau.
Wütend rollte ich den Rest des Teppichs zusammen und stieß ihn auf den Boden.
Ja, da ging es mir wie Gerald: wütend? Jetzt schon?
Ihre rosigen Wangen mit kleinen Knitterfalten und strahlenförmigen Krähenfüßen um graublauen Augen, riefen mir das Gesicht meiner Großmutter ins Gedächtnis.
Es gibt zweidrei Stellen, wo du in einer Reihe drei Substantive mit je einem Adjektiv beschenkst. Das macht den Rhythmus etwas schwerfällig. Deine superphantasievollen Leser brauchen in der Regel nicht so viele Adjektive.
und lächelte sie dabei an, was mir erst bewusst wurde, als ihr zahnloser Mund mein Lächeln erwiderte.
Die Stelle mochte ich sehr.
Komm! meine Liebe.
Das muss bei einer Bearbeitung verrutscht sein: Komm, meine Liebe!
Mit sanftem Druck, zog er sie mit sich fort.
Ein Komma zuviel
Um Mitternacht, ich schloss gerade ab, da sah ich Helmut mit zwei Männern vor seinem Schießwagen stehen.
"da" ist m.E. nicht notwendig. Ich wüsste auch nicht recht, worauf es sich bezieht.
Beim Suchen störte meine Tasche. Außerdem wollte ich meine Einnahmen nicht mit mir herumtragen.
Die Taschengeschichte hat mich etwas aufgehalten. Weiß nicht, ob das nötig ist.
„Wir helfen mit, das Album zu suchen. Am besten, wir schauen erst hier in der Budenreihe, ihr rechts wir links“, schlug er vor.
Helmut und ich nickten zustimmend.
In der ersten Version fand ich die dialoge recht steif. Das ist in den Überarbeitungen besser geworden. Hier habe ich wieder das Gefühl, dass gesprochen wird, damit Info rüberkommt. M.E. kannst du die Sätze auch rausnehmen.
Die Sanitäter haben sie auf eine Bare geschnallt
Bahre
Der Arzt hielt es für notwendig, sie zu sedieren. Eine Krankenschwester hat Finchens Notfallkette mit Theos Telefonnummer entdeckt. Sie hat ihn angerufen und ihm erzählt, was passiert war.
„Er ist sofort in die Psychiatrie gefahren. Theo meinte, sie wäre nur deshalb ausgeflippt, weil ihr Fotoalbum weg war. Sie muss es verloren haben, bevor man sie in den Rettungswagen schob. Er bat mich darum, danach zu suchen.“
Ja, auch hier fand ich die direkte Rede arg technisch.
Sie haben sie sediert. (oder gar: Die haben sie sediert!) Zum Glück hatte Finchen die Notfallkette mit Theos Nummer um den Hals. Er ist jetzt bei ihr. Theo meinte,...
Das ist doch das wichtigste für die vier, oder? Dass Finchen nicht allein ist.
Vor uns der Mittelpunkt des Vergnügungsparks, mit den Fahrgeschäften.
Noch ein Komma zuviel ;)
„Mein Sohn und ich werden rings um den Autoscooter suchen und ihr könntet ja da drüben nachsehen.“ Er deutete auf den Kettenflieger.
könntet geht sicher, aber könnt klingt für mich viel natürlicher.
„Hier ist etwas“, hörte ich Helmut rufen.
Hier ist etwas!

Gern gelesen,
lieben Gruß
Placidus

 

CoK

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24.08.2020
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Liebe @Katla,

ich bin dir sehr dankbar, dass du meinen Text gelesen hast und mir meine Schwachstellen aufzeigst. Ich habe früher aus Spaß geschrieben, jetzt wird es zur Arbeit. Da ich Ehrgeiz habe, möchte ich es besser machen.

bitte nicht gleich die Flinte ins Korn werfen - Texte sind ein bissl Arbeit, aber wenn du dir diese Arbeit in kleinere Schritte einteilst, wird es dir sicher gar nicht so schwer fallen wie befürchtet. :gelb:
Das halte ich bei mir für eine Untertreibung. :gelb:
weiß nicht, ob dir das hilft, aber ich werfe mal ein paar Tipps ein:
Formatiere den Text in einem neuen word.doc neu und gib dabei jedem einzelnen Satz eine eigene Zeile (oder Zeilen, wenn er länger ist, natürlich). Lasse jeweils 5 Leerzeilen zwischen den einzelnen Sätzen. Druck das so aus. Markiere mit einem Textmarker alles, das du kicken würdest, wenn du nur 2/3 oder die Hälfte der Zeichenzahl zur Verfügung hättest. Schreib mit der Hand - in Bleistift, damit du ändern kannst - komprimierte Alternativen unter die jeweiligen Sätze. Tippe das Endergebnis ab und gucke, wie das für dich klingt.
Werde ich so machen. Danke für den Vorschlag.
zerschossen wird erst später klar: dass es ein Jahrmarkt ist und nicht mit scharfer Munition geschossen wurde - aus welchen Gründen auch immer -, mich hatte das ziemlich verwirrt - und Pfeile werden geworfen, nicht geschossen.
Bei uns sagt jeder zerschossen, auch wenn es sich um Ballons handelt und mit Pfeilen darauf geworfen wird. Ich schreibe es anders.
Mit dem zweiten Satz wiederholst du nur das gedoppelte müde/erschöpft, nur, dass du nun einen konkreten Grund angibst - das ist sehr gut, aber warum nicht Redundantes kicken und die Emotion vorziehen?
Gut ich werde es versuchen.
Das Warten auf Kundschaft ist hier relevant, aber an diesem Punkt noch nicht einzuordnen, weil ich nicht weiß, was dein Schauplatz ist.
Stimmt, war bei der ersten Version der Geschichte deutlich.
Ist es notwendig, dass die Erzählerin so viel von ihrem Tag, der Erschöpfung, den Kunden, den Ballons, dem Teppich auf der Theke erzählt? Wo beginnt in deinen Augen die Geschichte, die du erzählen willst?
Nein, es sollte die Stimmung beschreiben.
Auch so ein Kandidat: Guck doch mal, was der Leser selbst assoziiert. Klar, ist es eine junge Frau, denkt man bei "Strähnen" vielleicht ans keck hinters Ohr streichen, an glänzende, gesunde Haare (selbst wenn das ein Idealbild ist, das in der Realität selten hinkommt).
Aber du hast eine alte Dame
Die Strähnen verband ich mit dünnem Haar. Ich habe das gegoogelt, dünnes Haar fällt strähnig und fettiges Haar ebenfalls.
Okay, das ist jetzt auch nicht mein Hauptproblem. :gelb:
Du sagt ja anfangs mehrfach, dass sie erschöpft, ausgelaugt und vom Warten zermürbt ist - vielleicht auch mal schauen, ob du ihre Emotionen zu Finchen ebenso deutlich machen kannst
Dachte das würde ich klar machen, mit meiner Verbindungen zur Großmutter.
klein Bisschen (keine Unterstellung, nur Leseeindruck!) klingt die Geschichte für mich, als wäre sie dir von jemandem erzählt worden, der/die das selbst erlebt hat, und manchmal zoomst du beim Umsetzen in die Ich-Perspektive aus den Gefühlen raus und manchmal rein.
Nein, die Geschichte wurde mir von niemanden erzählt. Es gibt kein Finchen.
Toller Name, Finchen, übrigens!
Danke.
Das alles als absoluter Ansporn! Du hast sehr spezielle Themen und Motive in deinen Geschichten, eine eigene Haltung und Erzählstimme, die ich wahnsinnig spannend und ungewöhnlich finde. Ich möchte dir ganz dringend ans Herz legen, an dieser Geschichte wirklich zu arbeiten und zu feilen. Das wird jedem weiteren Text zugute kommen.
Danke, ich verstehe es auch als Ansporn.
Nicht sagen, 'ich kann es nicht besser', du kannst dich ohne jeden Zweifel selbst in die Lage versetzen, es bald besser zu können - du musst nur ganz genau angucken, was du warum machst, und welche Alternativen es gäbe. Das ist doch eigentlich alles
Ich weiß, warum ich es schreibe. Es gut zu machen, scheitert an meiner Kompetenz, der Perspektive und an den Alternativen (die mir nicht auffallen - einfallen).
Wie schön das man ein Leben lang lernen kann.

Ich bin Dir dankbar für Dein Lesen und kommentieren. Ich weiß nicht, wann ich es schaffen werde, den Text zu überarbeiten. Im Moment bin ich am Vorbereiten, an Kursen für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag
Liebe Grüße
CoK

Liebe @Placidus,

ich freue mich, dass Du meine Geschichte gerne gelesen hast.

Ich habe trotzdem noch ein paar anmerkungen, verstehe aber auch, wenn du dich jetzt lieber dem nächsten Text zuwenden willst.
Ich werde versuchen, nächste Woche den Text zu überarbeiten. Bin dir für Deine Anmerkungen dankbar.
Müde und erschöpft wirkt zwar gedoppelt (vielleicht eins der Adverbien tauschen? Ist schon schöner für den Rhythmus, zwei Wörter zu haben.)
Sonst hat mir der Einstieg sehr gefallen, ich kenne den Zustand gut aus der Arbeit als Barfrau.
Ich denke, das ist auch ein kleines Problem, dass viele diesen Zustand nicht kennen, dass man müde und erschöpft sein kann, auch wenn nichts los war.
Ich werde an diesem Einstieg auch noch arbeiten.
Ja, da ging es mir wie Gerald: wütend? Jetzt schon?
Auch daran werde ich arbeiten
Es gibt zweidrei Stellen, wo du in einer Reihe drei Substantive mit je einem Adjektiv beschenkst. Das macht den Rhythmus etwas schwerfällig. Deine superphantasievollen Leser brauchen in der Regel nicht so viele Adjektive.
Ja, die Botschaft ist angekommen.
Die Stelle mochte ich sehr.
:gelb:
Das muss bei einer Bearbeitung verrutscht sein: Komm, meine Liebe!
Habe ich auf den richtigen Platz gesetzt.
Ein Komma zuviel
Ist weg.
"da" ist m.E. nicht notwendig. Ich wüsste auch nicht recht, worauf es sich bezieht.
Ich habe es entferne, doch nun klingt es für mich irgendwie seltsam.
Die Taschengeschichte hat mich etwas aufgehalten. Weiß nicht, ob das nötig ist.
Wie sollte ich es sonst erklären? Keiner lässt über Nacht seine Einnahmen im Geschäft.
In der ersten Version fand ich die dialoge recht steif. Das ist in den Überarbeitungen besser geworden. Hier habe ich wieder das Gefühl, dass gesprochen wird, damit Info rüberkommt. M.E. kannst du die Sätze auch rausnehmen.
Werde versuchen daran etwas zu ändern.
:bonk:
Ja, auch hier fand ich die direkte Rede arg technisch.
Sie haben sie sediert. (oder gar: Die haben sie sediert!) Zum Glück hatte Finchen die Notfallkette mit Theos Nummer um den Hals. Er ist jetzt bei ihr. Theo meinte,...
Das ist doch das wichtigste für die vier, oder? Dass Finchen nicht allein ist.
Stimmt, das wichtigste ist, dass Finn chen nicht alleine ist. Doch ich muss doch auch erklären, wie das möglich war!
Noch ein Komma zuviel
Ist weg.
Hier ist etwas!
! gesetzt.

Vielen Dank, dass Du dDr die Zeit genommen hast meinen Text zu lesen und zu kommentieren.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag
Liebe Grüße CoK

 

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