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Jetzt schlafe ich

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05.10.2004
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Jetzt schlafe ich

Jetzt schlafe ich

„Du siehst erschöpft aus“, sagte sie und sah mich an.

„Ich BIN erschöpft“, schnappte ich zurück. Ich atmete tief durch. „Ich schlafe schlecht, schon seit Tagen.“

„Wie kommt das?“ Sie biss von ihrem Stück Kuchen ab und kaute den Bissen.

„Ich mache mir so große Sorgen. Wie soll es weiter gehen? Wenn ich Abends im Bett endlich zur Ruhe komme, denke ich über die Zukunft nach. All die Probleme. Ich habe so große Angst, dass ich es nicht schaffe. Irgendwann steigt dann richtig Panik in mir hoch. Mir wird heiß, ich bekomme Herzrasen und Darmdrücken. Dann gehe ich zur Toilette, dort ist es kalt und ich fange an zu frösteln und bin ganz unruhig. An Schlaf ist da nicht zu denken.“

Während ich erzählte aß sie von ihrem Kuchen, als würde sie gar nicht zuhören. Aber ich wusste, sie war ganz bei mir.

„Ja da hätte ich auch Herzrasen und Durchfall“, murmelte sie schließlich zwischen zwei Bissen.

Ich verzog das Gesicht und biss appetitlos in das belegte Brot, das ich mir mitgenommen hatte.

„Weißt du was mir gerade einfällt?“ begann sie nach einer Weile des Schweigens.
„Vor Jahren mal konnte ich mithören wie sich meine Nichte und mein Neffe unterhielten. Sie waren damals noch Kinder. Ich hatte sie gerade ins Bett gebracht. Mein Bruder hatte mir noch gesagt, ich solle darauf achten, dass sie keine Spielsachen mit ins Bett nehmen. Aber die Kleinen waren eh in einer sehr schwierigen Situation. Die hatten bestimmt anderes im Kopf als spielen. Es war eine wirklich schwere Zeit für sie.
Jedenfalls sagte meine Nichte, die etwas älter ist, sie müssten darüber sprechen wie es weiter ginge. Was passieren würde. Es wäre ja alles so beängstigend. Aber der Kleine sagte nur: „Jetzt schlafe ich. Jetzt brauchen wir nicht sprechen.“
Ich muss öfters daran denken, denn es ist ganz vorbildlich. Ich glaube wir Erwachsenen machen uns viel zu viele Sorgen. Wir leben zu wenig im Jetzt. Wir nehmen den Kindern zum schlafen das Spielzeug weg, weil wir wissen, sie dürfen keine Ablenkung haben, um gut einschlafen zu können. Aber wir selbst nehmen unsere Gedanken mit ins Bett und treiben die dollsten Spiele mit ihnen.“


Epilog

Ich lag im Bett und kuschelte mich gerade so richtig unter meinen zwei Decken ein. Da bemerkte ich, wie mein Partner sich energisch zu mir umdrehte und sagte: „Du musst das unbedingt klären. Glaubst du, du kannst das?“

Ich lächelte. „Jetzt schlafe ich. Gedanken machen kann ich mir auch morgen. Jetzt kann ich eh nichts tun.“

 

Hallo Devika!

Noch kein Kommentar? Das könnte daran liegen, dass du die Angewohnheit hast, nicht alle Kommentare zu beantworten.
Ich fasse mich also kurz.

Zum Text: Tja, was willst du eigentlich erzählen? Wenn man nicht schlafen kann, muss man sich nur sagen, dass man sich seine Gedanken besser tagsüber machen sollte, und dann geht es?

Nein, sorry, ich kann mit diesem Text nichts anfangen.

Grüße
Chris

 

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